Ernährung

10 mögliche Gründe, warum die Futterumstellung misslingt

Häufig kommt es vor, dass Katzen auf ein neues Futter umgestellt werden sollen. Sei es, weil sie bisher nur Trocken- oder Supermarktfutter fraßen, sie künftig gebarft werden sollen oder aufgrund einer Allergie, Unverträglichkeit oder einem anderen gesundheitlichen Problem aus medizinischer Sicht kein Weg an einer Futterumstellung vorbeiführt.

Leider will die Katze nicht immer so, wie der Mensch es gern hätte. Auf Nachfrage hört man so manches Mal von Neophobie, von verwöhnten Katzen oder dass die Tiere schon wüssten, was gut für sie ist. Vorab, Katzen, die sich überhaupt nicht für anderes Futter begeistern lassen, sind sehr, sehr selten, vorausgesetzt, man geht die Umstellung richtig an. Jedoch ist es manchmal schwierig herauszufinden, wo das Problem liegt.

Einige häufige Gründe für eine erfolglose Futterumstellung habe ich euch hier zusammengestellt.

1) Mangelnde Konsequenz

Konsequenz ist bei einer Futterumstellung das A und O. Der Versuch ist von Vornherein zum Scheitern verurteilt, wenn die Samtpfote nach einmal Näschen rümpfen schon wieder ihr Lieblingsfutter serviert bekommt.

2) Die Bemühungen werden torpediert

Bei der Futterumstellung müssen alle Familienangehörigen an einem Strang ziehen. Es bringt nichts, wenn du konsequent bist und ein anderes Familienmitglied die Katze füttert oder sie mit Leckerchen oder Häppchen vom Tisch verwöhnt.

3) (Trocken-)Futter steht zur freien Verfügung

Zusätzlich zu den Hauptmahlzeiten steht für die Katzen in vielen Haushalten noch eine Schüssel Futter, meist Trockenfutter, bereit, an der sie sich bedienen können, wenn sie zwischendurch ein Hüngerchen verspüren. Es ist sehr schwierig, der Katze zu vermitteln, dass sie doch bitte das neue Futter verzehren soll, wenn doch ein paar Meter weiter eine Alternative wartet.

4) Es wird zu schnell, zu viel erwartet

Futterumstellungen brauchen (oft) ihre Zeit und verlangen Geduld und gute Nerven. Manchmal vergehen Monate bis Jahre bis sich ein ehemaliger Trockenfutterliebhaber schließlich für Rohes begeistern lässt.

Katzen sind zwar von Natur aus keine Neophoben, noch besteht eine Prägung auf bestimmte Futtermittel, können aber aus verschiedenen Gründen unbekannten Futtermitteln dennoch ablehnend gegenüberstehen. Näheres dazu findet ihr unter Mäkeln.

Dann muss man mitunter sehr langsam vorgehen und das neue Futter wirklich in winzigen Mengen (Messerspitze aufwärts) einführen oder z. B. den ehemaligen Trockenfutterjunkie mit Hilfe der Blumenspritze ganz langsam an Futter in feuchter Konsistenz gewöhnen.

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„Es ist noch keine Katze vor dem vollen Futternapf verhungert“

Das mag schon sein. Aber vielleicht krank geworden. Eine Hepatische Lipidose („Fettleber“) ist neben anderen möglichen Problemen eine ernste Angelegenheit. Wichtig ist, dass ihr eure Katzen keinesfalls länger als 24 Stunden fasten lasst. Dieser Zeitraum gilt für gesunde, erwachsene Katzen. Bei Spezialfällen, wie z. B. Diabeteskatzen, trächtigen, säugenden Katzen und Kitten gelten eigene Regeln! Besprecht diese Fälle im Zweifelsfall mit eurem behandelnden Tierarzt.

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5) Zu viel Tamtam um die Umstellung

Katzen haben sehr feine Antennen und merken sofort, wenn irgendetwas nicht stimmt. Es ist der Futterumstellung erfahrungsgemäß ganz zuträglich, wenn der Haustiger gar nicht erst auf die Idee kommt, dass da irgendetwas nicht seine Richtigkeit haben könnte. Bietet neues Futter daher am besten so an, wie das bisherige auch. Wenn ihr das Futter bisher einfach unkommentiert hingestellt habt, belasst es dabei. Wenn ihr das Futter bisher immer groß angekündigt habt, dann geht auch so beim neuen Futter vor usw.

6) Die Umstellungsmethode passt nicht zur Katze

Katzen umzustellen ist eigentlich ganz einfach. Vorausgesetzt, man hat den richtigen Weg gefunden. 🙂 So individuell wie die Katze muss auch die Umstellungsmethode sein, insbesondere dann wenn pauschale Empfehlungen erfolglos waren. Beobachtet eure Katze, findet heraus, was sie besonders gerne mag und womit sie sich am liebsten beschäftigt. Überlegt, was für ein Typ eure Katze ist und wie sie allgemein mit Neuem umgeht (neues Spielzeug, neue Einrichtung etc.). Geht sie auf Neues offen zu oder ist sie erst einmal misstrauisch? Probiert verschiedene Möglichkeiten aus. Manchmal braucht es auch einen fachkundigen Blick von außen, um den richtigen Ansatz zu finden. Die Persönlichkeit eurer Katze bestimmt den Ansatz und das Umstellungstempo.

7) Die Katze kann sich woanders bedienen

Ein Problem, dem sich vor allem Halter von Freigängern gegenübersehen, deren Katzen sich in der Nachbarschaft bedienen können oder sogar einen Zweitwohnsitz haben. Hier hilft meist ein freundliches Gespräch mit der zweiten Partei.

8) Das neue Futter passt (noch) nicht für die Katze

Nicht immer läuft die Futterumstellung so, wie der Dosenöffner das gerne hätte. So möchte dieser vielleicht jetzt sofort barfen, die Samtpfote möchte aber dann doch lieber weiterhin ihre geliebten Trockenfutterkroketten knuspern. Dann muss man manchmal einen Kompromiss finden und über Zwischenschritte zum Ziel gelangen. Vielleicht von Supermarkttrockenfutter zu hochwertigem Trockenfutter, von hochwertigem Trockenfutter zu schlechterem Nassfutter, von weniger guter Dose zu hochwertiger, von hochwertiger Dose zu gekochtem oder gebratenem und dann erst zum B.A.R.F.. Dauert seine Zeit, aber wesentlich ist das Endergebnis.

9) Die Katze verträgt das neue Futter nicht

Gerade bei der Umstellung auf Rohes, aber auch bei der Umstellung zwischen verschiedenen Fertigfutterarten/-marken/-sorten kann es vorkommen, dass die Katze mit Verdauungsproblemen (Durchfall, Erbrechen, Verstopfung) reagiert. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Katze z. B. generell kein B.A.R.F. verträgt, sondern kann einfach nur zeigen, dass sich das Innenleben der Katze erst einmal auf die neue Nahrung einstellen muss. Hier können beispielsweise Verdauungsenzyme helfen.

Verdauungsbeschwerden können auch zu einer Aversion gegenüber bestimmten Futtermitteln führen. Die Katze merkt sich, dass ihr dieses Futter Unbehagen bereitet hat und meidet es künftig. Dabei muss es auch nicht unbedingt das Futter selbst sein. Wird ein Futter zum Beispiel in unangenehmer Umgebung (z. B. beim Aufenthalt in der Tierklinik) eingeführt, kann auch dies zur Ablehnung dieses bestimmten Geruchs/Geschmacks führen. Verweigert eine Katze gerade Rohes vehement, lohnt es sich auch, einmal die Zähne kontrollieren zu lassen, um FORL und andere Probleme in der Maulhöhle auszuschließen.

Wichtig: Nur weil Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung zufällig mit der Futterumstellung zusammentreffen, ist sie nicht immer dafür verantwortlich. Im Zweifelsfall und in jedem Fall bei starken und/oder anhaltenden Beschwerden bitte den Tierarzt aufsuchen!

10) Unsicherheit der neuen Fütterungsmethode gegenüber

Gerade bei der Umstellung auf B.A.R.F. herrscht oft Unsicherheit. Man hat Angst der Katze zu schaden, sie mit bestimmten Stoffen über- oder unterzuversorgen und ist sich nicht so ganz sicher, ob man das jemals kapieren wird. Diese Unsicherheit merken auch die Katzen. Um gerade beim Katzen barfen mehr Sicherheit zu erlangen, bietet sich ein gutes Buch, ein „Mentor“ (in einigen Foren bieten sich User an, beim B.A.R.F.-Einstieg zur Seite zu stehen) oder auch der Besuch eines Kurses an.

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