Katzenbücher, Rezensionen

Buchrezension: BARF für Katzen – Kleine Tiger gesund ernähren (Dr. Natalie Dillitzer)

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten, 43 Sekunden

BARF für Katzen – kleine Tiger gesund ernähren ist nach dem Buch von Dr. Michael Streicher, das wir bereits rezensiert haben, und das uns sehr gut gefiel, ein weiteres Ernährungsbuch aus dem Hause GU.

Dieses Mal dreht sich alles um die Rohfütterung, im deutschsprachigen Raum meist als „B.A.R.F.“ oder „Katzen barfen“ bekannt.

Allgemeines zum Buch

• Taschenbuch: 64 Seiten
• Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH (3. Februar 2014)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 383383465X
• ISBN-13: 978-3833834653
• Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 17 x 0,8 cm

Meine Meinung

Büchern über Katzenernährung und zum Thema Rohfütterung im Besonderen, stehe ich eigentlich immer sehr skeptisch gegenüber. Meistens zu Recht. Ausnahmslos jedes deutschsprachige B.A.R.F.-Buch, das ich mittlerweile in den Fingern hatte (und das sind mittlerweile schon ein paar), wies mehr oder weniger deutliche und so manches Mal auch mitunter gefährliche Fehler auf oder wirkte so, als sei einfach nur aus Büchern oder aus dem Internet abgeschrieben worden, ungeachtet dessen, ob das so richtig ist bzw. ob es vielleicht schon neue Erkenntnisse zu so manchem Thema gibt, die so nicht in der zu Rate gezogenen Quelle stehen. Entsprechend habe ich mich auch dem Buch von Frau Dr. Dillitzer doch recht kritisch genähert und wurde überaus angenehm überrascht. Ich hatte endlich einmal das Gefühl, dass die Autorin wirklich weiß, wovon sie schreibt.

Das Buch ist in drei hauptsächliche Teile gegliedert. Im ersten Teil erfahren wir, was BARF eigentlich ist und machen einen kleinen Ausflug in die freie Wildbahn. In diesem Teil hat mich folgender Satz, ein wenig irritiert.

„Während ihre großen Artgenossen im Rudel jagen und sich an solches auch an Büffel und Zebras anpirschen, sind Kleinkatzen eher Einzelgänger und bevorzugen kleine Beutetiere.“

Ich gehe jetzt mal stark davon aus, dass mit den im Rudel jagenden großen Katzen Löwen gemeint sind, steht da nur nicht. Und bei den restlichen Großkatzen dürfte die Rudeljagd im Großen und Ganzen meines Wissens eher die Ausnahme sein. Hat aber mit dem Inhalt des Buches nichts zu tun, kann man daher meiner Meinung nach vernachlässigen. Danach erfahren wir die Vor- und Nachteile der Rohfütterung. Der Aussage, dass Küken nicht einfach so verschlungen werden können, stimme ich bedingt zu. Können sie nämlich – wie ich feststellen durfte – wohl, kommen dann aber – hier zumindest – auch ungefähr genauso schnell wieder ans Tageslicht. Zur Futterumstellung hätte ich mir außerdem noch ein wenig Ermutigung gewünscht, manchmal braucht diese eben ihre Zeit, aber alles in allem ein kurzer, fundierter und prägnanter Überblick über die Ernährungsbedürfnisse der Katzen und die Rohfütterung an sich.

Im zweiten Teil geht es dann darum, was in den Napf darf. Es wird erklärt, welches Fleisch verfüttert werden kann, welches man vermeiden sollte, welche Nährstoffe wir in Innereien finden und was bei der Knochenfütterung zu beachten ist. Die Thiaminaseproblematik bei der Fischfütterung ist gut erklärt, ebenso wie die Frage, warum Fleisch und Fisch durch Supplemente ergänzt werden müssen. Es folgen Hinweise zu Milchprodukten und Eiern. Milchprodukte muss ich jetzt nicht zwingend in der Katze haben, bei den Eiern wurde neben dem allgegenwärtigen Avidin auch der Trypsininhibitor erwähnt. Super. Es wird die Problematik bei der Gabe von Schlundfleisch erklärt und einige Warnhinweise, z. B. bezüglich Solanin in Kartoffeln, ausgesprochen. So umfassend und doch kurz und prägnant, habe ich das Thema „Was darf in den Napf“ bisher noch nicht präsentiert bekommen, muss ich sagen.

Weiter geht es mit Fetten, Ölen und Kohlenhydraten. Es folgt die Auflistung verschiedener Supplemente. Beim Tauringehalt der Maus, habe ich wiederum kurz gestutzt, da dieser bei 240 mg pro Maus liegen soll und nicht bei 240 mg Taurin auf 100 g Maus. Ob das nun ein Druckfehler ist oder in anderen Quellen falsch dargestellt wurde, gilt es noch herauszufinden. 😉

Im dritten Teil geht es dann schließlich ans Eingemachte. Im Praxisteil wird erst einmal erklärt, wie die Futtermenge bestimmt wird, die Berechnung ist verständlich dargestellt und auch für den Laien gut nachzuvollziehen. Bei der Zubereitung finde ich die empfohlene Brockengröße von 1,5 x 1,5 cm bisschen klein, hat aber unbestreitbar den Vorteil, dass das Fleisch vermutlich auch im Napf gefressen wird. Gulaschgroße Stücke werden dann eher mal auf den Teppich oder einen ähnlichen Ort getragen und dort zerkleinert. B.A.R.F. immer frisch zuzubereiten, finde ich persönlich schwierig. Eine Begründung, warum die fertigen Mischungen nicht eingefroren werden sollen, gibt es nicht. Die enthaltenen Rezepte kann man so „nachkochen“, so manches bräuchte ich persönlich nicht im Futter, Sahnequark zum Beispiel. Es folgen noch Tipps zum Einkauf, der Hinweis, dass viele Fertig-B.A.R.F.-Mischungen nicht ausgewogen sind. Erläuterungen zum richtigen Handwerkszeug und zur notwendigen Hygiene in der Küche finden wir auf den nächsten Seiten. Der Hinweis, dass es genügt, die Arbeitsfläche mit heißem Wasser und Spülmittel zu säubern und keine Desinfektion nötig ist, freute mich ebenfalls, findet man doch in manchen Veröffentlichungen gar, dass die gesamte Küche nach der Zubereitung desinfiziert werden muss. Die Risiken im Umgang mit rohem Fleisch (oft eher für das Personal, als für die Katz’) werden ebenfalls beschrieben.

Dann beschäftigt man sich mit der Futterumstellung. Hier ist nichts Neues dabei, aber wozu auch, wenn es genügend bewährte Methoden gibt, Katzen für B.A.R.F. zu begeistern. Sehr schön fand ich, dass zum einen erklärt wird, dass sich Katze (bzw. ihr Innenleben) erst an Rohes gewöhnen muss und dass erläutert wird, was es mit der These „Rohes und FeFu darf NIEMALS gemischt werden“ wirklich auf sich hat. Allerdings werden Produkte des Planetenkonzerns in lila oder alternativ weißer Verpackung zur Kombination mit B.A.R.F. empfohlen. Diese gehören für mich weder in die Katze noch in ein B.A.R.F.-Buch. Infolge werden noch häufige Probleme bei der Futterumstellung und Lösungswege beschrieben. Den Abschluss bilden ein kurzer Überblick zum Thema Barfen bei Krankheiten und einige weitere Rezepte.

Fazit: Bei der Katzenernährung gibt es nicht nur Schwarz und Weiß, bei der Rohfütterung ohnehin nicht. Entsprechend finden sich auch in diesem Buch (natürlich) Dinge, die ich so nicht machen würde. Alles in allem haben wir hier jedoch einen prägnanten Überblick an fundierten, verständlich aufbereiteten Informationen zur Rohfütterung und das zu einem unschlagbar günstigen Preis. Den Vergleich mit anderen deutschsprachigen Ratgebern zum Thema braucht das Buch definitiv nicht zu scheuen. Mit Hirn lesen sollte man grundsätzlich alles, ganz gleich ob gedruckt oder im Internet veröffentlicht.

Von mir auf jeden Fall eine Kaufempfehlung – für Einsteiger ebenso wie für Fortgeschrittene. Kaufen könnt ihr das Buch zum Beispiel hier*.

Außerdem hat sich auch Professor Jasper zum Inhalt des Buches geäußert.

*Partnerlink (ihr zahlt den gleichen Betrag, aber es gibt eine kleine Provision vom Anbieter für die Haustiger)

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