Francis, der samtpfotige Klugscheißer, ist neu im Revier. Mit seinem Besitzer Gustav ist er in ein Haus gezogen, dessen merkwürdige Geschichte und atmosphärische Absonderlichkeiten ihn sogleich ahnen lassen, dass hier etwas nicht stimmt. Und als er kurze Zeit später bei seinem ersten Erkundungsspaziergang auf einen grausam zugerichteten toten Artgenossen stößt, ist ihm klar, dass hier sein Intelligenzquotient gefordert ist. So rollt sich vor dem Leser mit katzenartiger Geschwindigkeit eine Geschichte von atemberaubender Spannung auf: eine Geschichte von serienmäßigen Morden und religiösen Sekten, von rolligen Katzen und Computern, von Wahnideen und Omnipotenzphantasien . . . Eine Tierfabel, die in einem spannenden und furiosen Finale menschliche Abgründe enthüllt. (Quelle: www.amazon.de)
Allgemeines zum Buch
Gebundene Ausgabe: 287 Seiten
Verlag: Goldmann (1990)
ISBN-10: 3442304113
ISBN-13: 978-3442304110
Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 13,2 x 3 cm
Meine Meinung
Die Felidae-Reihe ist sicherlich vielen von euch bekannt, ich kannte sie bisher nicht (bzw. hatte sie zumindest noch nicht gelesen) und bin erst durch einen Facebook-Post von der Mrs. Steph (wieder) auf die Bücher gestoßen. Durchgelesen habe ich es innerhalb von ein paar Stunden. Wie oben schon geschrieben, spielt das Buch in der Welt der Katzen. Hauptfigur ist Kater Francis, der mit seinem Dosenöffner Gustav in ein verfallenes Haus zieht, in dem früher grausame Versuche an Katzen durchgeführt wurden. Viele dieser Katzen, damals noch Kitten, streifen auch heute noch stark verunstaltet und verstümmelt durch das Revier und gehören zu den Schlüsselfiguren im Buch. Francis’ „Partner“ Blaubart zum Beispiel.
Schon am ersten Abend stolpert der Katzendetektiv unvermittelt in eine Mordserie, deren Urheber er im Finale des Buches schließlich findet und nach einem Kampf auf Leben und Tod tötet. Zum Inhalt an sich möchte ich jetzt gar nicht mehr schreiben, wer neugierig ist, möge einfach das Buch lesen. Ansonsten findet ihr auf lovelybooks zahlreiche Rezensionen samt Inhaltsangabe.
Die Geschichte beginnt in den ersten beiden Kapiteln recht langatmig, nimmt aber dann ziemlich schnell Geschwindigkeit auf und wird dann auch richtig spannend. Allerdings ist die Handlung recht düster, auch wenn hin und wieder einmal Szenen zum Schmunzeln enthalten sind. Der Autor beschreibt die Morde an den Katzenopfern, die grausamen Tierversuche und die Alpträume des Katzendetektivs sehr bildhaft und detailliert. Zartbesaitete oder Menschen mit lebhafter Fantasie sollten sich vielleicht noch einmal überlegen, ob sie sich das antun möchten, die Bilder von gequälten und getöteten Katzen verfolgen einen einige Zeit. Zumindest mir ging es so.
Die Geschichte behandelt auch viele ganz menschliche Themen, die durchaus zum Nachdenken anregen, wie Rassenwahn, Sekten und natürlich auch, was Menschen Tieren so antun können. Den Feliden werden im Buch viele menschliche Verhaltensweisen „angedichtet“, so bedienen sie beispielsweise Computer, können lesen, haben eine Religion etc. Dennoch findet man viele Verhaltensweisen, die man von den eigenen Haustigern durchaus kennt. Dass man nicht alles verspeisen kann, was einem der Dosenöffner vorsetzt zum Beispiel. Wer niedliche schnurrende Stubentiger erwartet, wird allerdings größtenteils enttäuscht.
Alles in allem hat mich die Geschichte gefesselt, ob ich wollte oder nicht. Unbedingt abends vor dem Einschlafen lesen, würde ich es aber nicht mehr.
Wie findet ihr Felidae?
(726)
Ich habe ‘Felidae’ und auch den Nachfolger ‘Francis’ gelesen.
Beide Bücher sind nicht gerade alltäglich, recht düster, keine helle Strandlektüre. Aber ich greife alle ein oder zwei Jahre erneut zu diesen Büchern. Weil sie großenteils gut geschrieben sind und so manche Wahrheit enthalten.
Vielleicht handeln sie in Wahrheit mehr von Menschen als von echten Katzen, aber wenn Ottonormalverbraucher es dann lieber liest und besser versteht…
Die dort aufgegriffenen Probleme und Verhaltensweisen sind nur zu menschlich, was viele Menschen gern weit von sich weisen und eher in die “grausame” Tierwelt verbannt sehen.
Wer sich gerne zum Nachdenken anregen lässt, selbstkritisch ist und auch dann hinschaut wenn es unbequem, ja schwer auszuhalten ist, ist mit diesen Büchern gut bedient.
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