Katzenbücher, Rezensionen

Buchrezension: Hunde würden länger leben, wenn… (Schwarzbuch Tierarzt)

Ca. 8,2 Millionen Katzen und 5,4 Millionen Hunde leben derzeit in deutschen Haushalten. Nahezu all diese Vierbeiner werden regelmäßig mit sinnlosen Impfungen, chemischen Medikamentenkeulen und abstrusen Diätfuttermitteln traktiert und so regelrecht krank therapiert. Dieses Enthüllungsbuch zeigt die Missstände in unseren Tierarztpraxen und deckt die Verflechtungen zwischen Tierarzt- Geschäft und der Futtermittelindustrie auf.

Die Tierärztin Jutta Ziegler informiert anhand von praktischen Fallbeispielen, wie unsere Hunde und Katzen eben nicht behandelt und ernährt werden sollten.

Der verantwortungsbewusste Tierbesitzer erhält in diesem Buch Tipps und Ratschläge, wie er sein Tier und sich selbst vor korrupten und gewissenlosen Tierärzten schützen kann, die die Gesundheit der ihnen anvertrauten Tiere zugunsten ihrer eigenen Brieftasche in verantwortungsloser Weise aufs Spiel setzen. Dieses Buch sollte für jeden Tierhalter, dem das Wohl seines Tieres am Herzen liegt, Pflichtlektüre sein! (Quelle: www.amazon.de)

Allgemeines zum Buch

Autorin: Dr. med. vet. Jutta Ziegler
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: mvg Verlag (24. März 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868822348
ISBN-13: 978-3868822342
Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,2 x 2,6 cm

Meine Meinung

Als ich von dem Buch gehört habe, hieß es, jeder Tierhalter sollte dieses Buch unbedingt einmal gelesen haben. Entsprechend neugierig war ich, kann die Meinung aber so nicht teilen, zumindest sollte das Buch nicht unkritisch gelesen werden und eher als Ansatzpunkt dienen, sich weiter zu informieren. Hierzu hätte ich mir einige brauchbare Quellen im Buch, z. B. zum Thema Barf gewünscht.

Die Themen, die das Buch behandelt, wie falsche Ernährung, zu viele Impfungen, zu viele Medikamente und Wurmkuren sind wichtig und es ist auch gut, dass eine Dame „vom Fach“ einmal auf die häufigen Missstände aufmerksam macht und Katzen- und Hundehalter zum Nachdenken anregt. Allerdings hätte ich mir ein fundiertes Buch mit ordentlichen Quellen gewünscht, ein Buch, das sachlich informiert und nicht darauf baut, Tierhaltern Angst zu machen und das Vertrauen in Tierärzte generell zu nehmen, auch wenn man auch bei der Wahl des Tierarztes natürlich nicht unkritisch sein sollte.

Auch sehe ich manche Aussagen kritisch, z. B. dass gebarfte Katzen nie an Durchfall, Allergien, Harn- und Nierenleiden erkranken würden. Auch die „ein bisschen hiervon, ein bisschen davon“-Mentalität beim B.A.R.F. sehe ich kritisch und finde der Hinweis, dass sich der Leser doch bitte eingehend in die Materie einlesen und nicht einfach drauflos füttern soll, fehlt. Fibrosarkome werden auch nicht ausschließlich durch Impfungen ausgelöst, sondern können grundsätzlich auch durch andere Injektionen (und aus anderen Gründen) entstehen.

Auch finde ich es befremdlich, dass jemand, der so für die Rohfütterung plädiert, getreidehaltiges Trockenfutter für Hunde (u. a. mit Mais und Hafer) sowie Katzenfutter mit Honig vertreibt.

Ein gründliches Lektorat hätte dem Buch ebenfalls nicht geschadet, so kann ich mir beispielsweise nicht vorstellen, dass einer Katze ein Katheder (also ein Pult eines Schul- oder Hochschullehrers) eingeführt wurde.

Mein Fazit: Lesen ja, aber nicht unkritisch. Besser, die angesprochenen Themen wirken lassen und weitere Informationen aus fundierten Quellen einholen, um sich eine umfassende Meinung zu bilden.

Zum Buch.

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  1. Leider habe ich es noch immer nicht gelesen – allerdings auch aufgrund der Aufmachung so etwas in die Richtung erwartet 😉

    Ich persönlich glaube es ist sehr schwierig im Genre „schwarzbuch“ eine Balance zu finden zwischen einer Aufmachung, die einen relativ großen Kreis an Lesern anspricht (und somit stellenweise uU etwas polemisch gegen den jeweiligen Mainstream argumentiert) und einem fundierten und sachlichen Buch, das aber kaum Verbreitung findet. Ich persönlich bevorzuge allerdings auch zweiteres.
    Das aber mehr als allgemeine Überlegung, da ich wie erwähnt dieses Buch (noch) nicht gelesen habe.

    Danke für die gelungene Rezension!

  2. Gern geschehen. 🙂

    Ja, schwierig ist es sicher, aber ich behaupte einfach mal ganz frech, dass man das besser machen könnte, ohne dass das Ganze gleich zu einem Stoff verkommt, der vielen Katzen- und Hundehaltern zu trocken ist.

    Aber bin schon sehr auf deine Meinung gespannt, wenn du es gelesen hast.

    lg

    Anika

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