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Die doofe Katze…

Geschätzte Lesezeit: 1 Minute, 58 Sekunden

„Meine Katze ist ja so doof, jetzt hat sie wieder auf den Teppich gekackt“, „Meine doofe Katze hat wieder die ganze Nacht Radau gemacht und mich um den Schlaf gebracht“, „Die doofe Katze hat die ganzen Tapeten von den Wänden gerissen und alle Blumentöpfe umgeworfen…“

Glaubt man so manch Katzenhaltern (viel zu vielen, habe ich oft den Eindruck), dann sind die meisten Katzen prinzipiell doof und tun alles, um ihren Dosenöffnern auf die Nerven zu fallen. Allerdings zeigt ein zweiter Blick in den meisten Fällen, dass der Fehler nicht unbedingt bei der Katze liegt, sondern diese aus Katzensicht eigentlich ganz logisch vorgeht.

Eine kleine Geschichte:

Katze Blacky ist 8 Jahre alt, Freigänger und bereits von klein auf in ihrer Familie. Eines Tages geschah es, dass die Samtpfote gerade nachts draußen auf der Pirsch war und plötzlich das Bedürfnis hatte, wieder ins warme Haus zu gehen. Vielleicht war es ihr um den Plüschpo herum zu kalt geworden oder sie hatte Lust, sich etwas am rund um die Uhr bereitstehenden Trockenfutter zu bedienen. Eine Katzenklappe wäre zwar so grundsätzlich vorhanden gewesen, allerdings hätte sie dazu das ganze Haus umrunden müssen. Also sprang Blacky auf das Fensterbrett des Schlafzimmerfensters im Erdgeschoss, bearbeitete dieses mit den Pfoten, maunzte und siehe da, wie von Zauberhand öffnete sich das Fenster und der Haustiger konnte dankbar in die warme Stube springen. Da dies so gut funktioniert hatte, probierte Blacky die Aktion einige Tage später gleich noch einmal und wieder öffnete sich das Fenster. Und so ging es über Monate und Jahre. Wurde ihr jedoch zu Anfang das Fenster noch bereitwillig geöffnet, so war ihr Dosenöffner ob der gestörten Nachtruhe mit jeder Störung weniger angetan von der schwarzen Katze und prompt wurde aus der süßen Blacky, die doofe Katze, der nur noch unter Flüchen und Verwünschungen das Fenster geöffnet wurde. Blacky fand die Schimpftiraden ihres Menschen zwar etwas irritierend, aber schließlich öffnete sich das Fenster, also ließ sie diese mit stoischer Ruhe über sich ergehen und kam gar nicht auf die Idee, etwas an ihrem Verhalten zu ändern…

Wo liegt nun hier der Fehler? Katze Blacky hat zunächst einmal etwas ausprobiert, das zum gewünschten Erfolg führte. Also wiederholte sie das Verhalten und folgerte schnell, dass „Radau am Fenster“ zu „Zugang zum Haus“ führt. Auch als ihr Mensch sich davon weniger begeistert zeigte, war das Verhalten im Endeffekt dennoch erfolgreich, schließlich ging das Fenster auf. Warum also hätte die Samtpfote etwas an ihrem Verhalten ändern sollen? Logisch – und alles andere als doof – ist es doch, erfolgreiches Verhalten weiterhin auszuführen.

Wie könnte man Blacky und vor allem ihrem Menschen hier nun wieder zu einem harmonischen Zusammenleben verhelfen? Wie würdet ihr vorgehen? Meinen Ansatz findet ihr in der Auflösung, aber ich wäre sehr neugierig, zu lesen, wie ihr vorgehen würdet.

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  1. Das ist doch mal wieder ein typischer Fall von hausgemachten Problemen bei der Katzenhaltung. Meiner Erfahrung nach können Katzen sehr energisch ihren Willen durchsetzen und haben eine fast perfekte Ausdauer.

    Um Blacky das Kratzen am Fenster abzugewöhnen dürfen die Halter das Fenster nicht mehr öffnen, egal wie lange die Katze kratzt. außerdem würde ich versuchen Blacky wieder an die Katzenklappe zu gewöhnen. Mit Leckerlies und Klickertraining lässt sich da sicher was machen.

    Tja und dann heißt es durchhalten und Ausdauer zeigen. Bin gespannt was du machen würdest.

    viele Grüße
    Stephan

  2. Kenne ich gerade mit den Vorhängen bei uns im Wohnzimmer 🙄
    Erneuert werden müssen die eh (empfindliches Zeug aber auch ) ;). Ich sage immer zu dem Dosi, wenn Monti Langeweile bekommt und sich daran zu schaffen macht er soll da nicht drauf reagieren, nicht das der Sturrkopf denkt ‚ahhh, ich gehe an den Vorhang, dann kommt die Menschheit und bespaßt mich‘ . Ich muss ihn dann immer bremsen nicht zu reagieren 😎

    Wie würde ich im Fall von Blacky vorgehen.
    Wieder an die Katzenklappe gewöhnen, jedoch da es Nachts ist, hat der pfiffige Kater ja raus, dass sein Mensch zu dieser nächtl. Zeit sich in diesem Zimmer aufhält. Somit heißt es auch für seinen Menschen ein nächtliches Trainingsprogramm. Immer wenn Blacky sich zu nächtlicher Stunde am Fenster zu schaffen macht heißt es für den Menschen erst einmal zur Tür mit der Katzenklappe gehen und ihn rufen. Ist er dann durch die Klappe rein, sich freuen/loben und ihn belohnen. Sicherheitshalber würde ich dann vor der Zubettgehzeit ein leckeren Snack im Haus bei der Klappe legen. Er soll ja ein Erfolgserlebnis haben, wenn er durch die Klappe geht. Denn irgendwann geht er ja nicht mehr ans Fenster *hoff* und soll seinen Erfolg auch so haben.

    LG
    Marlene

  3. Frodo aus Maunzdorfen

    Völlig logisches Verhalten aus Sicht der Katze … und auch aus Sicht des Menschen wenn er mal drüber nachdenkt 😉 Was würde ich tun?
    1. Jede Benutzung der Katzenklappe (vor allem das reinkommen durch dieselbe) belohnen
    2. Jedes Randalieren am Fenster komplett ignorieren (ist natürlich nervig so mitten in der Nacht, aber da muss Dosi dann durch)

    Da Katzen ein gutes Gedächtnis haben und auch einen gehörigen Sturkopf wird das natürlich eine Weile dauern und man darf auch nicht rückfällig werden da mit 100%iger Sicherheit die Katze es nach einiger Zeit auch wieder am Fenster probieren wird. Könnt ja wieder mal klappen 😉

  4. Unser Trainingsablauf:
    1) nächtlichen Lärm: ignorieren!
    2) 2 Stunden später merken, dass Ignorieren der Nachtruhe nicht förderlich ist und dass man Katz lieber im Haus haben möchte also aufstehen und Fenster aufmachen.
    3) sich beim Einschlafen vornehmen den Weg zum Fensterbrett außen zu versperren
    4) am nächsten Tag eine Notkonstruktion auf das Fensterbrett und vor das Fenster bauen und das Grinsen zurückhalten wenn man an das dumme Gesicht der Katze denkt. Dabei ein paar mal herzhaft gähnen.
    5) Mit einem Grinsen im Gesicht einschlafen, weil gleich die Katze die Notkonstruktion entdecken wird
    6) mitten in der Nacht von einem lauten Getöse geweckt werden und mit Herzklabaster senkrecht im Bett stehen, weil Katz den Blumenkübel samt Brett vorm Fenster umgeworfen hat
    7) im Nachtdress zur Katzenklappe gehen und beruhigende Rufe in die Nacht hinaus senden in der Hoffnung, dass Katz sich wieder beruhigt
    8) Herzhaft Gähnen und sich einen Tee machen und auf die Katze warten
    9) Leckerchen in die Katzenklappe legen
    10) vom Tee ständig auf Toilette gehen und weitere Rufe in die Nacht hinaussenden
    11) wieder zu Bett gehen und die Katze am Fensterbrett sitzend vorfinden
    12) Fenster aufmachen
    13) den Wetterbericht am nächsten Tag verfolgen um herauszufinden wie die Temperaturen in der Nacht werden und ob man das Fenster offen lassen kann, dabei enttäuscht feststellen, dass es zu kalt wird
    14) ein Nachmittagsschläfchen halten und dabei hören wie die Katze durch die Katzenklappe ins Haus kommt
    15) Verwünschungen murmeln
    16) über Schlaftabletten nachdenken
    17) in der Nacht feststellen, dass auch Katze 2 jetzt die Fensteröffnungstaktik mit 30 Minuten Versatz anwendet
    18) ab sofort auf der Couch im Wohnzimmer neben der Katzenklappe schlafen
    19) miauende Katzen auf dem Fensterbrett ignorieren
    20) mit 2 Katzen auf den Beinen auf der Couch aufwachen
    21) Massagetermin buchen
    22) die Couch für die Nacht herrichten
    23) sich über das Geräusch der Katzenklappe freuen
    😉
    LG Silke

  5. Ich lache mich gerade schlapp über Silkes Kommentar 😆 GROSSARTIG!! Kopfkino läuft!

    Das Fensterkratzen vollständig ignorieren und die Katzenklappe „schmackhaft“ machen, sind sicher die einzig wirksamen Mittel der Wahl, um der klugen Blacky den Zahn zu ziehen. Wobei es in der Tat eine große Portion Nerven braucht und man niemals rückfällig werden darf. Ich weiß, wovon ich spreche 🙄 Oropax sind da recht hilfreich; zumindest für einen selbst….vielleicht verteilt man ein paar in der Nachbarschaft?

    LG, Babs

  6. Vielen Dank fürs Mitdenken und für eure zahlreichen Kommentare! :rose:

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