Katzenhaltung

Die Senioren

Michaela Haase, die Sekretärin des ehrenwerten Katers Leopold Zausel von der Distelbeck hat uns netterweise auch einen Gastbeitrag zur Verfügung gestellt. In ihrem Beitrag bricht sie eine Lanze für die etwas älteren unter unseren Stubentigern.

[Gastbeitrag] Die Lebenserwartung unserer Hauskatzen wird, genau wie unsere Lebenserwartung von Generation zu Generation höher. Wenn die Katze vor einigen Jahrzehnten noch die Aufgabe hatte, das Haus von Ungeziefer frei zu halten und sich zum Großteil selbst ernähren musste, so ist es heute bei der Haustierhaltung so, dass die von uns gerne verwöhnten Haustiger aus einem Fundus von Futtermitteln schöpfen können, die sich ihren Bedürfnisse angepasst haben.

Für viele Katzenbesitzer ist es heutzutage sogar üblich, täglich frisch für ihre Lieblinge zu kochen.
Meine Großmutter versteht es bis heute nicht, dass wir gerne Katzen in einer Wohnung halten, wenn wir noch täglich für die Katzen kochen würden, würde sie unsere geistige Gesundheit in Frage stellen. So schnell hat sich das Leben der Katzen in den letzten Jahrzehnten in unserer Welt verändert.

Auch die exzellente haustierärztliche Versorgung lässt unsere Lieblinge immer älter werden.

Während die durchschnittliche Lebenserwartung von Freigängern auf ca. 6 Jahre geschätzt wird, kann eine reine Hauskatze mit 15 bis sogar 20 Lebensjahren rechnen. Gerüchteweise hörte ich auch schon von einer dreißigjährigen Katze. Persönlich kann ich mich noch gut an die Katze eines Freundes erinnern, die als Freigängerin über 20 Jahre alt wurde.

Und so wie wir Menschen uns im Laufe der Generationen mit immer mehr gesundheitlichen und altersbedingten Einschränkungen arrangieren müssen, so leben auch unsere allerliebsten Hausbesetzer in späteren Lebensjahren mit diesen Erscheinungen.

Erkrankungen häufen sich, Katzen können dement werden, Inkontinenz macht ihnen das Leben auch nicht leichter. Doch so wie wir auch unseren lieben Angehörigen die Zeit im Alter so schön wie möglich machen wollen, so sollten wir auch für unsere Mitbewohner da sein, wenn sie zum älteren Semester gehören.

Im Tierschutz sind es gerade oft die sehr alten Tiere, die kaum noch vermittelbar sind. Ihre Lebenserwartung ist nicht mehr so hoch, sie sind aufgrund ihres Alters träger und nicht mehr so oft zum spielen bereit und zeigen auch mal schnell ihre Grenzen, wenn diese überschritten werden.
Doch haben gerade diese Senioren ihr Leben lang den Menschen Freude gemacht und verstehen nicht, warum sich ihre Welt so verändert hat. Auf Pflegestellen und im Tierheim wird mit viel Liebe versucht, den Rentnern das Leben so schön wie möglich zu machen, doch es bedarf eines zu Hauses, in dem die alte Katze sich sicher und wohl fühlt.

Ein ruhiger Haushalt, mit Menschen, die Zeit haben, sich um den Rentner zu kümmern ist das beste Geschenk, das man diesen Geschöpfen machen kann. Entspannendes Schmusen und eine angepasste Lebensweise kann mit viel Liebe kleine Wunder hervorbringen und aus den zahnlosen Tigern noch starke Senioren machen. Und dann kann es auch passieren, dass plötzlich wieder ein Kindskopf seine dollen fünf Minuten bekommt und tollt und spielt, als sei er erst ein Jahr alt.

Die Lieben sind nämlich nicht nur wenn sie jung und agil sind, einfach nur zum liebhaben, auch im Alter geben Katzen ihren Dosenöffnern, Türöffnern und Profischmusern eine tiefe Liebe und Dankbarkeit, die manchmal mit kleinen Macken des Alters versüßt werden.

Vielen Dank liebe Michaela für deinen tollen Beitrag!

(Bild: (c) Mensi / pixelio.de )

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  1. Toller Beitrag *daumenhoch*

    Was ich manchmal sehr erschreckend finde, wie einfach es sich einige machen und das Tier einfach abzugeben, welches jahrelang ihre treue Begleiter waren, nur weil sie nicht mehr wie „gewünscht funktionieren“.

    LG
    Marlene

  2. Auch von mir zwei Daumen hoch!
    Ich habe selber eine 17 Jahre alte Katze, die unheimlich verschmußt und lieb ist. Zwar häufen sich mittlerweile die Tierarzt besuche, aber es lohnt sich immer noch sie zu halten.

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