Aus aller Welt Berühmte Katzen

F. D. C. Willard – der Wissenschaftskater

Geschätzte Lesezeit: 1 Minute, 33 Sekunden

Dass wir Samtpfoten gar unfassbar schlau sind, wisst ihr ja sicher. Ist ja schließlich Allgemeinwissen. Aber wusstet ihr auch, dass ein Vertreter unserer Art sogar Arbeiten zur Tieftemperaturphysik in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht hat? Nein? Dann lasst euch erzählen.
Der Siamkater Chester wurde 1968 in Holt, Michigan (USA), geboren und wohnte bei einem US-amerikanischen Physiker und Mathematiker mit Namen Jack. H. Hetherington. Dieser wollte 1975 einige seiner Forschungsergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlichen und gab seinen Aufsatz vor Einreichung einem Kollegen, um dessen Meinung dazu zu erfahren.

Da Hetherington in seinem Artikel häufig „Wir“ statt „Ich“ verwendet hatte, wies ihn dieser Kollege darauf hin, dass die Zeitschrift solche Aufsätze ablehnen würde, wenn nur ein einziger Autor für sie verantwortlich sei. Nun stand Hetherington vor einem Problem. Schließlich konnte man Texte damals noch nicht einfach so über die Suchen-und-Ersetzen-Funktion ändern und er hätte den Aufsatz entweder noch einmal korrigieren oder sich einen Koautor suchen müssen.

Hier kommt Chester ins Spiel. Denn der Physiker entschied sich, einfach seinen Kater als Ko-Autoren anzugeben und gab ihm den Namen F. D. C. Willard (Felis domesticus Chester Willard). Der Artikel der beiden wurde angenommen, erschien 1975 und der Wissenschaftler Willard wurde quasi über Nacht bekannt. Bevor Chester dann wieder aus der Fachwelt verschwand veröffentlichte er 1980 sogar noch einen zweiten Aufsatz als Alleinautor und zwar in der französischen Zeitschrift „La Recherche“. Chester starb 1982 in Haslett, Michigan.

Zur Frage, wie F. D. C. Willard schließlich enttarnt wurde, gibt es im Großen und Ganzen zwei unterschiedliche Angaben. Einmal heißt es, dass ein Besucher zum Campus kam und eigentlich Hetherington zu sprechen wünschte, der aber nicht verfügbar war. In Folge soll er darum gebeten haben, Willard zu sehen. Dann heißt es, Hetherington wäre zusammen mit Chester auf die 15. Internationale Konferenz für Tieftemperaturphysik 1978 eingeladen gewesen und hätte das Andruckexemplar seines Artikels mit Pfotenabdrücken des Koautors signiert und dann Kopien an Freunde und Kollegen verschickt. Was nun stimmt? Zu vermuten ist auf jeden Fall, dass die Arbeiten von Hetherington ohne seinen Siamkater nie so bekannt geworden wären.

(Quelle u. a.: 100 Cats Who Changed Civilization: History’s Most Influential Felines (Sam Stall)*)

*Partnerlink (ihr zahlt den gleichen Betrag, aber es gibt eine kleine Provision vom Anbieter für die Haustiger)

Like
Like Love Haha Wow Sad Angry

über

Zertifizierte Bürofachmieze seit November 2008. Seit September 2011 unterstützt durch Büropraktikantin Emma.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: