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Gefahr durch Menadion (Vitamin K3) im Katzenfutter – Tatsache oder Hysterie?

Beschäftigt man sich mit dem Thema Menadion, besser bekannt als Vitamin K3, trifft man schnell auf zwei Standpunkte pro und contra Menadion, was bei Katzenhaltern oftmals für Verwirrung und Verunsicherung sorgt. Doch was ist dran an der Schädlichkeit von Menadion im Katzenfutter?

Nun, Vitamin K ist ein so genanntes Koagulationsvitamin, besitzt blutstillende Wirkung und ist für die Katze essenziell. Allerdings verfügt das Vitamin über keine einheitliche Substanz, sondern kommt in verschiedenen Varianten vor, darunter die in der Natur vorkommenden Vitamine K1 (Phyllochinon) und K2 (Menachinon) sowie die künstlichen Vitamine K3 (Menadion) und K4 (Menadiol).

Wichtig für uns hier sind die in der Natur vorkommenden Chinone Vitamin K1 und K2 sowie das zu den Naphtochinonen gehörende synthetische Vitamin K3. Vitamin K1 wird vornehmlich in grünen Pflanzen gebildet, während die Biosynthese von Vitamin K2 über verschiedene grampositive Bakterien erfolgt, die u. a. im unteren Dünndarmabschnitt und Dickdarm vorkommen. Bei der Zufuhr über die Nahrung ist vor allem Vitamin K1 von Bedeutung, das z. B. in Innereien (z. B. Leber, Herz) vorkommt. Phyllochinon ist wichtig für Immunsystem, Muskulatur, Blutgerinnung, während Vitamin K2 für Blutgerinnung und Stoffwechsel von Bedeutung ist.

Darüber hinaus handelt es sich bei Vitamin K1 und K2 um fettlösliche Vitamine, was bedeutet, dass für eine optimale Aufnahme Nahrungsfette notwendig sind. Die synthetischen Stoffe Menadion und Menadiol sind wasserlöslich und werden unabhängig von Nahrungsfetten im Dünn- und Dickdarm passiv aufgenommen und wandern von dort direkt in den Blutkreislauf. Phyllochinon und Menachinon werden teilweise in der Leber angereichert, wodurch ein Vitaminmangel etwa ein bis zwei Wochen überbrückt werden kann, und zu einem Teil in den Blutkreislauf abgegeben, über den sie in andere Teile des Körpers, vornehmlich Nebenniere, Niere, Lunge, Knochenmark und Lymphknoten wandern. Diese Unterschiede sorgen dafür, dass sich Menadion schneller im Organismus verteilt und auch schneller verstoffwechselt wird. Die positive Wirkung auf den Stoffwechsel ist bei den natürlich vorkommenden K-Vitaminen höher einzustufen, als beim künstlichen Menadion.


Menadion (Vitamin K3) in der Nahrung


Aufgrund diverser Nebenwirkungen darf Menadion bereits seit 1989 nicht mehr in der Humanmedizin eingesetzt werden und darf auch Lebensmitteln nicht zugesetzt werden. Die genauen Gründe dafür könnt ihr aus den weiterführenden Links ersehen.

Beim Tierfutter war es bis vor etwas mehr als 10 Jahren so, dass nur Menadion zugesetzt werden durfte, Vitamin K1 jedoch nicht. Dieses wurde erst 1999 als Zusatzstoff in der gewerblichen Futtermittelproduktion zugelassen. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) wies 2000 darauf hin, dass der Begriff Vitamin K3 für Menadion vermieden werden soll. Menadion ist grundsätzlich günstiger als das natürliche Vitamin K1.


Schädliche Wirkung von Menadion im Katzenfutter?


Diverse Studien ergaben eine toxische Wirkung von Menadion auf den Organismus bei hoher Dosis. So kann eine Überdosis Menadion eine tödliche Anämie, Hyperbilirubinämie und schwere Gelbsucht verursachen. Auch der Ausschuss für Tierarzneimittel (CVMP) berichtete 1998 von toxischen Erscheinungsbildern bei Tieren, die u. a. Mäuse betrafen. Aus diesem Grund wurde Menadion vom CVMP als mäßig toxisch eingestuft und eingeräumt, dass bisher keine Studien zur Wirkung auf Föten, Embryonen und Erbgut bestehen. In fester Form reizt Menadion Atemwege und Haut.

Laut BfR (2004) und der Arbeitsgemeinschaft für Wirkstoffe in der Tierernährung e. V. gibt es keine Kenntnisse darüber, dass bei den im Futter üblicherweise eingesetzten Mengen eine Gefährdung der Gesundheit vorliegt. Dazu ist zu sagen, dass eine Mengenbeschränkung, wie viel Menadion im Futter enthalten sein darf, nicht besteht, und mangels analytischer Methoden Daten über den Vitamin K Gehalt in Futtermitteln nur begrenzt verfügbar sind (Quelle: Klinische Diätetik für Kleintiere, Band 1, S. 108).

Die Bedarfswerte der NRC (amerikanische Gesellschaft für Ernährungsforschung) gelten als Sicherheitsangaben (0,1 mg pro kg/Körpergewicht Vitamin K3 täglich), es ist nicht belegt, dass mehr Vitamin K benötigt wird, als in den natürichen Bestandteilen des Futters enthalten ist. Laut STRIEKER et. al (1996) könnte bei Dosenfutter mit einem hohen Anteil an Thunfisch oder Lachs eine höhere Menge Vitamin K angebracht sein. Entsprechend soll das beigefügte Menadion zur Vorbeugung von Mangelerscheinungen dienen. Zur Behandlung von Blutgerinnungsstörungen soll Vitamin K3 nicht verwendet werden.

Bei natürlich vorkommenden K-Vitaminen, also Vitamin K1 und K2 wurde auch bei hohen Konzentrationen, ungeachtet der Art der Verabreichung, keinerlei toxische Wirkung beobachtet.

Fazit: Fakt ist, dass Menadion im Katzenkörper anders (und weniger effektiv) wirkt, als die natürlichen Vitamine K1 und K2, Tatsache ist auch, dass Menadion nachgewiesenermaßen ab einer bestimmten Dosis gesundheitsschädlich ist und keine Mengenbeschränkung im Bezug darauf besteht, wie viel denn nun wirklich in den einzelnen Futtermitteln enthalten ist. Da Menadion nicht deklarationspflichtig ist, kann nicht problemlos nachvollzogen werden, in welchen Futtermitteln Vitamin K3 enthalten ist und in welchen nicht.

Trockenfutter ist (aufgrund des Herstellungsprozesses) häufiger Vitamin K3 zugesetzt als bei Nassfutter, wobei die Hersteller hochwertigen Nassfutters, das, abgesehen von Barf, sowieso die erste Wahl sein sollte, in vielen Fällen auf die Zugabe von Menadion verzichten. Klarheit schafft oftmals nur die direkte Nachfrage beim jeweiligen Hersteller.

In einigen Vitaminpasten und einigen Vitaminmischungen für Barfer ist ebenfalls Menadion enthalten.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die „Schreckensnachrichten“ in Bezug auf die Schädlichkeit vorwiegend von zwei Autoren auszugehen scheinen, aber auch wenn diese überzogen sein sollten, ist es offensichtlich, dass von Menadion im Katzenfutter eine schädliche Wirkung ausgehen kann und warum ein Risiko eingehen, wenn es eine viel bessere und natürliche Alternative gibt?


Weiterführende Informationen

http://www.bfr.bund.de/cm/343/einsatz_von_vitamin_k_in_der_tierernaehrung.pdf
http://www.tuerkischer-berghund.de/k3Vitamin.htm
http://www.katzen-links.de/katzenforum2/showthread.php?t=113219
http://de.wikipedia.org/wiki/Menadion
http://www.zooplus.de/magazin/information/artikel/780

(Die hier genannten Informationen umfassen meinen derzeitigen Kenntnisstand zu o. g. Thema. Sie stellen keine Beratungsleistung dar.)

(Bild: (c) Gabriela Prokop / pixelio.de)

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