Fertigfutter

Katzenfutter im Haustiger-Test: Wildes Land – Natur pur für Katzen

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten, 48 Sekunden

Das Nassfutter von „Wildes Land“ ist den meisten unserer Leser sicherlich mittlerweile schon auf der ein oder anderen Website bzw. dem ein oder anderen Blog begegnet. Auch wir wurden vor längerer Zeit angeschrieben, ob wir das Futter nicht testen möchten. Wir waren nicht abgeneigt und schaffen es nun auch endlich einmal das Ergebnis unseres Tests zu veröffentlichen.

Damit wird geworben

Das Nassfutter von Wildes Land ist natürlich, gesund und lecker. Vertrauen in die Kraft der Natur ist auch hier die Basis. Daher werden für die getreidefreien Rezepturen ausschließlich natürliche und hochwertige Zutaten in Form von viel frischem Fleisch, Gemüse, gesunden Natur-Kräutern und Ölen verarbeitet. Die Herstellung des Nassfutters erfolgt mittels schonender Dampfgarmethode, so dass die in den hochwertigen Zutaten enthaltenen Vitamine und Nährstoffe erhalten werden.

Darüber hinaus wird damit geworben, dass das Futter komplett in Deutschland produziert wird, ohne Tierversuche auskommt und keine Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe zugesetzt sind.

Zusammensetzung und Fütterungsempfehlung

Wir greifen uns hier beispielhaft einmal die Sorte „Rind und Pute“ heraus. Die Zusammensetzungen der einzelnen Futtersorten sind (abgesehen von den unterschiedlichen Fleischsorten) ähnlich, Cranberrys sind nicht allen Sorten zugesetzt.

Zusammensetzung der Sorte Rind und Pute:

ZUSAMMENSETZUNG:
35% Rind (bestehend aus Herz, Muskelfleisch, Leber, Lunge), 32% Pute (bestehend aus Herz, Muskelfleisch, Leber, Lunge, Hälse), 28,7% Rind- und Putenfleischbrühe, 2% Cranberrys, Mineralstoffe, 0,3% Distelöl.

ANALYTISCHE BESTANDTEILE:
Rohprotein 10,7%, Rohfett 6,6%, Rohasche 2,4%, Rohfaser 0,5%, Feuchtigkeit 79%.

ERNÄHRUNGSPHYSIOLOGISCHE ZUSATZSTOFFE:
Vitamin D3 200 I.E., Zink als Zinksulfat, Monohydrat 15 mg, Mangan als Mangan-II-Sulfat, Monohydrat 3 mg, Jod als Kalziumjodat, wasserfrei 0,75 mg, Taurin 1.500 mg.

Auf den ersten Blick haben wir hier einen zufriedenstellenden Anteil an Tierischem, zudem ist aufgeschlüsselt, welche Tierteile Einzug ins Futter erhalten haben. Das ist schon einmal sehr lobenswert. Noch schöner wäre es gewesen, wenn in Prozentzahlen aufgeführt worden wäre, wie viel von den einzelnen Bestandteilen im Futter enthalten sind. So kann man rein aus der Deklaration über die biologische Wertigkeit nicht so viel sagen.

Rein von der Menge und Konsistenz der Hinterlassenschaften würden wir mal davon ausgehen, dass die Zusammensetzung der anderer Nassfuttermittel im mittleren bis höherwertigen Bereich ähnlich ist. Dass die verwendeten Produkte von lebensmitteltauglichen Tieren stammen, womit geworben wird, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Mit Cranberrys, zu deutsch Kranbeeren, kann man als Nutraceutical ganz brauchbare Sachen anstellen. Sie enthalten neben anderen Phytonährstoffen u. a. natürliche D-Mannose, die zur Förderung einer gesunden Blasenfunktion oder im Akutfall bei Blasenentzündung positive Wirkung erzielen kann. Es wurde auch beobachtet, dass sie auf das Trinkverhalten positiven Einfluss hat. Empfohlen wird in dem Zusammenhang entweder die kurweise Gabe oder eben die Zufuhr im Fall einer entsprechenden Erkrankung. Ob man Cranberrys jetzt unbedingt durchgehend im Futter haben muss?

Was uns jedoch nicht gefällt, ist das zugesetzte Distelöl, das als besonders wertvoll für die Katze beworben wird. Es verfügt zum einen über ein sehr ungünstiges Omega-6- zu Omega-3-Fettsäurenverhältnis (ca. 150:1) und besitzt davon ab eine Zusammensetzung, mit der die Katze aufgrund ihres speziellen Stoffwechsels jetzt nicht so wirklich viel anfangen kann. So kann sie aus der Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) weder Arachidonsäure bilden, noch aus der in deutlich kleinerer Menge enthaltenen Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) die ebenfalls essentiellen Fettsäuren EPA und DHA. Dazu kommt, dass das Fleisch der meisten verarbeiteten Tiere haltungsbedingt ohnehin schon ein eher ungünstiges Omega-6- zu Omega-3-Fettsäurenverhältnis aufweist. Da wäre ein gutes Fischöl (Lachsöl z. B.) oder Krillöl die bessere Wahl gewesen.

Zu den Analytischen Bestandteilen und den Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen gibt es nicht so viel zu sagen. Die sind soweit in Ordnung.

Die Fütterungsempfehlung ist relativ hoch angesetzt (300 g für die 4 kg Katze). Wenn wir nachrechnen, kommen wir auf Basis der angegebenen analytischen Bestandteile auf einen etwas niedrigeren Wert von rund 250 g. Alles in allem sind das immer nur Richtwerte, die aufgenommene und benötigte Futtermenge kann sich ohne Weiteres deutlich über oder unter der angegebenen bzw. errechneten Menge bewegen.

Akzeptanz

Die Akzeptanz war hier eher durchwachsen. Gefressen wurden alle Sorten zwar, aber eher zögerlich, auch von denen, die nicht so B.A.R.F.-fixiert sind, sondern auch wirklich gerne mal Nassfutter fressen. Testen durften wir die Sorten 1 – 3 (Rind & Pute, Huhn & Lachs, Huhn pur).

Ob der Futtermann/die Futterfrau Optik und Geruch ansprechend findet oder nicht, ist ja sehr subjektiv (empfindet ja jeder anders), das lässt sich objektiv kaum bewerten.

Bewertung

Alles in allem finden wir das Futter nicht schlecht. Es weist einen hohen Anteil an Tierischem auf, es ist angegeben, was enthalten ist und die Zutatenliste ist alles in allem überschaubar. Was uns auffallend stört, ist die Zugabe von Distelöl. Die Cranberrys könnte man theoretisch umgehen, indem man nur die Sorten wählt, in denen keine enthalten sind. Schade ist, dass man nicht ersehen kann, wie sich der Anteil an Tierischem im Futter genau zusammensetzt.

Preislich ist das Futter mit rund 2,50 € für die 400-Gramm-Dose eher im oberen Bereich angesiedelt. Hier findet man unter Umständen im Fachhandel vergleichbares bis besseres Nassfutter für denselben oder sogar einen etwas niedrigeren Preis.

Fazit: Kann man füttern. Ausschließlich geben würden wir es – aufgrund genannter Kritikpunkte und aus Gründen der Ausgewogenheit – nicht.

Was jetzt mit diesem Futter speziell nichts zu tun hat, wir aber sehr schade finden, ist, dass ein Hersteller, der mit „Natur pur“ wirbt, in Kürze auch ein Trockenfutter für Katzen auf den Markt bringen möchte.

Was wir aber richtig gut fanden, sind die Snacks. Hier durften wir die „Entenbrust in Stücken“ testen. Schön weich, angenehmer Geruch und hohe Akzeptanz bei den Haustiger-Damen. 😉

Like
Like Love Haha Wow Sad Angry
  1. Ein guter Punkt des Futters ist, dass es nur 3,8% Kohlehydrate (KH i.Tr.) hat. Das kann man übrigens für jedes Futter selbst errechnen… Man nehme diesen Rechner: http://katzendiabetes.info/calc.php und die analytischen Angaben auf der Futterdose. 10% sind das allerhöchste, da ein Futter haben sollte, besser man zieht die Grenze selbst bei ca. 5%…. Eine sich selbst versorgende Katze nimmt pro Mahlzeit nämlich nur 2% Kohlehydrate zu sich, da sie die nicht gut verstoffwechseln kann. Deshalb sollte Trockenfutter eigentlich gänzlich vom Speiseplan verbannt werden. Inzwischen gibt es den KH-Rechner auch als verschiedene Handy-Apps…dann kann man schon beim Futterkauf sehen, ob das Futter rein kohlehydrattechnisch ok ist… Einfach mal googeln

  2. Hallo Jari,

    herzlichen Dank für deine Ergänzung zu diesem Futtertest und schön, dass du dich mit den Grundzügen einer gesunden Katzenernährung beschäftigt hast. Dass das genannte Futter einen niedrigen Kohlenhydratanteil hat ist richtig und allein schon gut aus der Zusammensetzung ersichtlich. Betrachte ich bei einem Futter wie diesem als Selbstverständlichkeit und nicht als USP, muss ich ehrlich sagen. Den niedrigen Kohlenhydratanteil hast du bei vergleichbaren Futtermitteln in der Preisklasse auch.

    Die Stickstofffreien Extraktstoffe (kurz NfE) werden rechnerisch aus der Differenz der „Analytischen Bestandteile“, die man so auf den Futterdosen findet, ermittelt. Kann man problemlos von Hand ausrechnen oder eben einen Rechner verwenden. Gibt es auch schon seit einigen Jahren ein Tutorial zu auf haustiger.info: http://haustiger.info/tutorial-kohlenhydratanteil-im-katzenfutter-berechnen/ Dort findest du auch einen Rechner, für diejenigen, die den NfE-Gehalt nicht von Hand ausrechnen möchten.

    Ein niedriger Kohlenhydratanteil ist ein Hinweis auf ein höherwertiges Futter, bedeutet aber allein nicht automatisch, dass es sich um tolles Futter handelt. Wenn man es jetzt ganz genau nimmt, könnte man da sogar nochmal differenzieren, aus was sich der Kohlenhydratanteil zusammensetzt, Kohlenhydrat ist ja nicht gleich Kohlenhydrat, sehr spannendes Thema.

    Trockenfutter gehört schon aufgrund des geringen Feuchtegehalts absolut nicht auf den kätzischen Speiseplan, da gebe ich dir recht.

    lg

    Anika

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: