Katzenhaltung

Katzenminze – Katzen im Drogenrausch

Wohl jeder Katzenbesitzer ist schon einmal auf Catnip, wie die Katzenminze meist bezeichnet wird, gestoßen oder hat sich vielleicht auch schon einmal an seinen Samtpfoten im Zusammenhang mit Katzenminze erfreut.

Nun findet man jedoch im Internet immer wieder eindringliche Warnungen, dass Katzenminze schädlich sei und es durch den Rausch zu bleibenden Schäden kommen könne. Grund genug, sich einmal ein wenig eingehender mit dem Thema Katzenminze zu beschäftigen.

Was ist Katzenminze eigentlich?

Die Katzenminze (Nepeta cataria) gehört zur Familie der Lippenblütler und kam über Nordafrika und das Mittelmeergebiet nach Europa und Nordamerika. Seit dem 18. Jahrhundert findet man die Pflanze vereinzelt in Mitteleuropa verwildert an Hecken, Schuttplätzen und Straßen- und Wegesrändern bis zu einer Höhe von 900 Metern. Den wohl weit größeren Anteil dürfen die in den Gärten gezogenen Pflanzen ausmachen.

Die mehrjährige Katzenminze wird zwischen 60 und 100 Zentimeter hoch und trägt weiße bis blassblaue, manchmal auch rötliche Blüten. Der Geschmack wird als angenehm herb, zitronenartig und als an Minze erinnernd beschrieben. Der lateinische Name Nepeta soll von der etruskischen Stadt Nepet kommen, in der die Katzenminze schon früh kultiviert wurde.

Warum hat Katzenminze auf Katzen eine solche Wirkung?

Verantwortlich ist höchstwahrscheinlich das cis-trans Nepetalakton, das eine Wirkung als Halluzinogen besitzt. Darüber hinaus bestehen auch Vermutungen, dass durch den Genuss von Katzenminze mit dem Rolligkeitsverhalten verbundene Nervenzentren angesprochen werden.

Jungtiere bis zu einem Alter von etwa drei bis vier Monaten reagieren auf Catnip häufig ablehnend bzw. desinteressiert, während auch alte Katzen oft das Interesse an Katzenminze mit der Zeit wieder gänzlich verlieren. Es ist auch interessant zu wissen, das längst nicht jede Katze auf Katzenminze reagiert, sondern nur etwa 50 bis 70 Prozent. Darüber hinaus wird die Begeisterung für Katzenminze auch von den Eltern auf die Jungtiere vererbt.

Aufgenommen wird der Geruch der Katzenminze, den Katzen im Verdünnung von eins zu einer Milliarde riechen können, über das so genannte Jacobson-Organ (auch als Jakobsches Organ bekannt), das angesprochen wird, wenn der Geruch der Katzenminze eingeatmet wird. Übrigens reagieren nicht nur Hauskatzen auf das in der Katzenminze enthaltene Nepetalakton, sondern beispielsweise auch Puma, Rotluchs (Lynx rufus), Luchs (Lynx lynx) und Löwe.

Wie reagieren Katzen beim Kontakt mit Katzenminze?

Grundsätzlich ist Catnip ein natürlicher Stimmungsanreger und der Genuss kann sich in verschiedenen Verhaltensweisen äußern. Manche Katzen reiben den Kopf an der Katzenminze, wälzen sich darin und lecken ihr Catnip-Spielzeug ab. Auch Zittern, Speicheln, Hautzuckungen und das Jagen von imaginärer Beute kommen vor.

Andere werden nach dem Genuss der Katzenminze völlig apathisch, starren ins Leere und scheinen ganz weit weg zu sein. Auch Aggressivität wurde vorwiegend bei männlichen Samtpfoten beobachtet. Diese Reaktionen dauern in der Regel etwa fünf bis fünfzehn Minuten an, bis die Katze das Interesse verliert.

Es wurde beobachtet, dass es danach für mindestens eine Stunde zu keiner Reaktion mehr auf die Katzenminze kommt.

Wie wird Katzenminze gegeben?

In freier Wildbahn nutzt die Katze die vollständige Pflanze und hat großen Gefallen daran, sich darin zu wälzen und sich an den Pflanzen gütlich zu tun. Ansonsten ist Catnip in vielerlei Katzenspielzeug enthalten, da es den Spieltrieb der Samtpfoten anregen soll. Katzenminze in Pulver- oder Sprühform wird gerne verwendet, um altes Spielzeug oder Schlafgelegenheiten wieder interessant zu machen. Darüber hinaus wird Katzenminze auch in manchen Futtermitteln verwendet.

Ist Katzenminze schädlich?

Nun, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass manche Katzen durch Katzenminze in einen richtigen Rausch geraten. Gesundheitsbeeinträchtigende Folgen oder gar eine Abhängigkeit sind jedoch nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.

Allerdings kann es bei Aufnahme einer großen Menge an Katzenminze zu vorübergehenden Magen-Darm-Problemen kommen. Wird eine Katze über einen längeren Zeitraum der Katzenminze ausgesetzt, kann ein chronischer Zustand geistiger Abwesenheit auftreten.

Letzteres ist jedoch unwahrscheinlich, da Katzen in der Regel nach kurzer Zeit das Interesse wieder verlieren. Sollte dies nicht der Fall sein, umgeht man dieses Problem, indem man den Stubentigern nur unter Aufsicht Zugang zu Catnip ermöglicht und das Spielzeug etc. nach einiger Zeit wieder in sicherer Entfernung aufbewahrt.

Reagieren eure Katzen auf Katzenminze und wie geht ihr damit um?

Bildquellen:


1) Bild: Katzen mit Katzenminze: cats and catnip von ljmacphee unter der CC.
2) Bild: Katzenminze von Last Hero unter der CC.

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  1. Interessanter Artikel.
    Wobei meine fellnasen eher auf Baldiran stehen 😀 Das haut rein 😀

    Grüße
    FrauZwitscher

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