Ernährung Katzen barfen

Kochbarf – Kompromiss für Barf-Verweigerer

Am Samstag flatterte mir die zweite Ausgabe für das Jahr 2010 von dubarfst-Das Barfmagazin ins Haus und mit ihr ein sehr umfangreicher Bericht zum Thema Koch-B.A.R.F. Da man im Internet zu dieser Art der Katzenernährung nur sehr wenige Informationen findet, möchte ich euch heute ein wenig darüber erzählen.

Kochbarf ist, vereinfacht gesagt, B.A.R.F. (Biologisch artgerechte Rohfütterung) mit gekochtem Fleisch und ein guter Kompromiss für Katzen, die rohes Fleisch (noch) nicht akzeptieren oder (noch) nicht vertragen, was sich zum Beispiel in Durchfall und Erbrechen äußern kann.

Grundsätzlich ist die Fütterung mit rohem Fleisch, Koch-B.A.R.F. vorzuziehen, da gewisse Nachteile mit dieser Art der Ernährung im Vergleich zum normalen Barfen verbunden sind. Jedoch ist Kochbarf in jedem Fall gesünder als Fertignahrung.

Die Nachteile im Vergleich zu B.A.R.F. sind:

– gekochtes Fleisch ist denaturiert und entspricht nicht mehr 1 zu 1 der natürlichen (rohen) Nahrung der Katze
– es besteht die Möglichkeit, dass Kochbarf schlechter verwertet wird als Rohfleisch (größere Kotmenge)
– beim Kochen gehen wertvolle Nährstoffe verloren (diese werden jedoch meist an die Kochbrühe abgegeben, die mitgefüttert werden muss).
– Taurin wird zerstört (wird aber auch bei B.A.R.F. zusätzlich supplementiert)
– Zahnreinigungseffekt ist verringert, aber besser als bei Fertignahrung
– größerer Aufwand

Daneben gibt es einige Unterschiede zur Fütterung mit rohem Fleisch

– gekochte Knochen oder Gräten dürfen nicht gefüttert werden (gefährlich!). Jedoch könnten generell fleischige Knochen (z. B. Hühnerklein) einige Stunden mit wenig Flüssigkeit gekocht werden, bis sie ganz weich sind. Danach kann man diese pürieren und letzte Knochenteile aussieben. Hier müsst ihr ganz genau sichergehen, dass keine Knochenteile übrig bleiben. Ob man diesen Aufwand betreiben möchte oder doch lieber auf Knochen verzichtet, ist die Entscheidung eines jeden Einzelnen.
– Supplemente werden nach dem Rohgewicht des Fleisches berechnet (gekochtes Fleisch verliert etwa 25 % an Gewicht) und dürfen erst hinzugefügt werden, wenn das Futter abgekühlt ist.
– zusätzliches Wasser wird durch die Kochbrühe (die einige der wichtigen Nährstoffe enthält) ersetzt.
– generell könnte man beim Kochbarf auch Schweinefleisch füttern.

So sieht die Vorgehensweise bei Kochbarf aus:

Wie auch bei der Fütterung von rohem Fleisch, sollte auch beim Koch-Barf die Hygiene an erster Stelle stehen. Wascht also das Fleisch vor dem Kochen gründlich ab und verkleinert es, so dass es gut in den Topf passt. So spart ihr Platz und braucht weniger Flüssigkeit, was wichtig ist, damit die Nährstoffe nicht zu sehr verdünnt werden. Das geputzte Gemüse für die Ballaststoffzufuhr könnt ihr zusammen mit dem Fleisch kochen.

Am besten ist es, wenn das zukünftige Futter möglichst schonend gegart wird, was zum Beispiel im Schnellkochtopf oder durch Dünsten möglich ist. Auch solltet ihr das Fleisch direkt in kochendes Wasser geben und nicht in kaltem Erwärmen, da sich dadurch die Fleischporen am Rand sofort schließen und das Futter generell saftiger bleibt.

Etwaige Knochen im Fleisch könnt ihr mitkochen und hinterher entfernen (geht dann meist leichter). Hier müsst ihr auch beachten, dass ihr das Gewicht der Knochen abziehen müsst, um die Supplemente korrekt zu berechnen. Dazu wiegt ihr das Fleisch einfach vor dem Kochen und zieht nach dem Kochen das Gewicht der Knochen wieder ab. Die Differenz ist dann die zu supplementierende Fleischmenge.

Wie schon erwähnt, dürfen die Supplemente erst nach Abkühlung zugegeben werden. Dann muss das Fleisch und die Kochbrühe nur noch auf einzelne Portionen verteilt und eingefroren werden.

Dieser Artikel zeigt nur die Unterschiede zwischen B.A.R.F. und Kochbarf. Wie ihr beim Barfen allgemein vorgehen müsst, welche Supplemente ihr braucht und wie ihr diese berechnet, welche Menge eure Katze pro Tag bekommt etc. erfahrt ihr, wenn ihr euch über das Barfen informiert. Auch hier wird sicherlich noch der ein oder andere Artikel darüber folgen.

Dubarfst ist für angehende Barfer und Koch-Barfer in jedem Fall eine gute Adresse, um erste Informationen einzuholen und um Fragen zu stellen, wenn noch irgendwelche Unklarheiten herrschen. Dürft ihr hier aber natürlich auch. 😉

dubarfst - Die Barf-Community

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  1. BARFst du selber auch?

    Felix rührt es ja nicht an – der macht eher eine Nulldiät =)

    Kochst du dann auch mal im voraus?
    Frage mich gerade, ob man das einfrosten darf *grübel*

    LG

  2. Ja, aber nicht Kochbarf, sondern „richtig“ (also roh).

    Bereite immer für einen Monat vor, sonst wäre es zuviel Aufwand.
    Einfrieren von Fleisch+Supplementen ist gar kein Problem. Gemüse gebe ich immer frisch dazu,
    manche frieren es aber auch mit ein.

    lg

    Anika

  3. Da sucht man was und landet bei der Anika 😀 Ich weiß du barfst roh, mach ich ja größtenteils auch aber da mir das mit den Dosen wirklich langsam auf den Senkel geht (der ganze Müll tut mir in der Seele weh auch wenn die Dosen auf dem Recyclinghof gesammelt werden…) bin ich neulich auf die Idee gekommen wie Oma früher einfach einzuwecken… wenn geschlachtet wurde hat sie z. B. weißen/roten Pressack, Leberwurst oder auch wirklich Kalbsbraten im Glas gemacht und das hielt sich unglaublich lange. Jetzt bin ich auf die glorreiche Idee gekommen dass das mit BARF ja eigentlich auch gehen müsste… konnte aber absolut nichts dazu finden… dem Kochbarf kommt diese Variante vermutlich noch am nähesten…? Auch denke ich dass Futter industriell ja auch „eingedost“ wird also müsste das doch auch mit Gläsern gehen…? Ich weiß du barfst roh aber vielleicht hast du noch einen Gedankenansatz oder ein paar Anregungen für mich? 🙂 So „Dosen“ bzw. Gläschenfutter selbst hergestellt fände ich hochinteressant denn da wüsste ich 100%ig was drin ist und die Gläser kann ich jederzeit wiederverwenden 🙂

  4. Du wirst lachen, darüber habe ich vorgestern auch schon nachgedacht. 🙂

    Aber so richtig weiter bin ich mit meinen Überlegungen noch nicht gekommen, außer dass man die Suppis extra zugeben müsste und ich bezweifle, dass sich hier jemand dafür begeistern kann.

    Aber weißt du was, ich frage einfach mal im dubarfst-Forum, vielleicht ist schon einmal jemand auf die glorreiche Idee gekommen und kann mehr dazu sagen. 🙂

    lg

    Anika

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