So richtig plüschig – der Manul (Otocolobus bzw. Felis manul)

Der Manul sieht auf den ersten Blick aus, wie eine kleine, plüschige Teddykatze. Die Wildkatzen, die auch unter dem Namen Pallaskatzen (nach ihrem Entdecker Peter Simon Pallas) bekannt sind, werden von Wilson und Reeder in die Gattung Felis eingeordnet, wobei jedoch mittlerweile die Einordnung in eine eigene Gattung, die Gattung Otocolobus, üblicher zu sein scheint.

Es wird vermutet, dass sich der Manul vor etwa 5,19 Millionen Jahren von einer Vorfahrin der heutigen Bengalkatze abgespalten hat.

Die Lebenserwartung der Tiere liegt in Gefangenschaft bei etwa 11 Jahren.

Unterarten

– Octocolobus manul manul (Fluss Dzhida, südlich des Baikalsees, Ostsibirien)
– Otocolobus manul nigripecta (Tibet, Kaschmir)
– Otocolobus manul ferruginea (Kopet-Dag-Gebirge, Transkapien, Nordiran, Südwestturkestan, Afghanistan, Belutschistan)

Die Färbung der Unterarten weist leichte Unterschiede auf.

Aussehen des Manuls (Otocolobus manul)

Der Manul ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 46 bis 65 Zentimetern plus 21 bis 31 Zentimetern Schwanz in etwa so groß wie eine Hauskatze, wirkt durch seine stämmige Gestalt und das dichte Fell oft größer. Die Ohren sind sehr niedrig gesetzt und weit auseinander, der Kiefer ist kürzer als bei anderen Katzen und besitzt weniger Zähne, da das erste Paar der oberen Prämolare fehlt. Das Gesicht ist insgesamt kürzer als bei anderen Katzen und wirkt flach. Die Beine des Manuls sind ebenso wie die Krallen relativ kurz.

Das Fell ist dicht, lang und von ockergelber Grundfarbe, die von schwarzen Querstreifen durchzogen wird, die im dichten Fell jedoch nicht immer deutlich zu sehen sind. Am Kopf sieht man deutliche schwarze Flecken, während sich von den Augenwinkeln aus über die weißen Backen ebenfalls schwarze Streifen ziehen. Die Augen sind weiß und schwarz umrandet. Am Schwanz sind deutliche schwarze Ringe zu sehen, während Kinn und Kehle wiederum von weißer Farbe sind.

Das Winterfell ist in der Regel grauer und weniger stark gemustert, als das Sommerfell.

Der Manul erreicht ein Gewicht zwischen 2 und 4,5 Kilogramm und wirkt durch seine gedrungene Gestalt prall bis plüschig.

Verbreitung des Manuls

Der Manul kommt von Transkaukasien, über den nördlichen Iran, Afghanistan, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Kirgistan, Nord-Pakistan, Ladakh, Tibet und Xingjiang vor und ist auch in Südsibirien und der Mongolei bis hin zum Baikalsee zu finden.

Der Lebensraum der Tiere umfasst zum größten Teil felsige Steppen, auch in Gebirgen, bis zu einer Höhe von 4800 Metern.

Verhalten des Manuls

Der Otocolobus manul lebt einzelgängerisch und ist meist ab dem späten Nachmittag bis in die Nacht hinein auf der Jagd nach Beute. Den Tag verschlafen die Wildkatzen in der Regel in Felsspalten und Höhlen oder auch verlassenen Murmeltierbauten.

Sowohl Kater als auch Kätzinnen setzen Duftmarken, um ihr Revier zu kennzeichnen. Der Manul ist kein schneller Läufer und verlässt sich bei der Jagd vor allem auf das Belauern und Schlagen der Beute. Felsiges Terrain und niedrige Pflanzen werden als Deckung verwendet.

Ernährung des Manul

Der Manul ernährt sich, wie viele Kleinkatzen, vornehmlich von Nagetieren und Vögeln, darunter Steinhühner, z. B. das Chukarhuhn, Pfeifhasen, Mäuse, Rennmäuse, Wühlmäuse und junge Murmeltiere.

Fortpflanzung und Nachwuchs beim Manul

Durch das extreme Klima im Verbreitungsgebiet des Manuls ist die Zeit zur Fortpflanzung sehr begrenzt. So dauert die Rolligkeit der Manul-Kätzin nur zwischen 26 und 42 Stunden, wobei die Paarungszeit meist im Januar/Februar liegt.

Nach einer Tragzeit von 66 bis 75 Tagen kommen meist im April oder Mai zwei bis sechs Kitten zur Welt (in Zoos auch 6 bis 8). Die Jungtiere wiegen bei der Geburt etwa 90 Gramm und besitzen ein dichtes, flaumiges Fell, dass nach etwa zwei Monaten vom „Erwachsenenpelz“ abgelöst wird. Mit etwa vier Monaten sind die Kitten in der Lage zu jagen und erreichen mit etwa 6 Monaten bereits ihre volle Größe.

Die Jungen werden in geschützten, mit Pflanzen, Federn und Fell ausgepolsterten Höhlen geboren, dennoch ist die Nachwuchssterblichkeit durch das extreme Klima recht hoch.

Die Nachzucht in Zoos gestaltet sich ebenfalls schwierig, da durch Infektionen viele der Kitten aufgrund eines eher unterentwickelten Immunsystems bereits relativ kurz nach ihrer Geburt sterben. Im Juni 2011 wurden von einer Kätzin im Cincinnati Zoo nach künstlicher Befruchtung drei Kitten geboren.

Gefährdung des Manul

Nach Schätzung der IUCN leben derzeit weniger als 50.000 erwachsene Tiere in freier Wildbahn, wobei von einer weiteren Abnahme der Bestände auszugehen ist. Derzeit wird der Manul als „gering gefährdet“ eingestuft.

Gefährdet sind die Wildkatzen vor allem durch die Einschränkung ihres Lebensraums, den Rückgang von Beutetieren und die Jagd. So gibt es in der Mongolei zum Beispiel um die 1000 Pallaskatzenjäger, die jeweils etwa zwei Katzen pro Jahr erlegen. Manche Pallaskatzen werden Opfer von Jägern, weil sie irrtümlich für Murmeltiere gehalten werden oder geraten in Fallen für Wölfe und Füchse. Fett und Organe der Wildkatze gelten in der Mongolei und Russland als Medizin. In China, der Mongolei und Russland werden die Katzen vornehmlich wegen ihres Pelzes erlegt. Viele Pallaskatzen werden auch von Haushunden getötet.

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