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Studie: Frühkastration führt NICHT zu Verhaltensauffälligkeiten

Frühkastration (PPG) wird als sinnvolle Möglichkeit zur Populationskontrolle bei Katzen beworben. So geben manche Tierschutzorganisationen/Tierheime ebenso wie diverse seriöse Züchter ihre Katzen nur frühkastriert ab. Jedoch herrscht in Bezug auf die Frühkastration – besonders was gesundheitliche Probleme und Verhaltensauffälligkeiten angeht – nach wie vor eine gewisse Besorgnis und daraus folgend eine Ablehnung der Frühkastration .

Im Rahmen einer Studie wurde nun vor einigen Monaten untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Kastrationszeitpunkt und dem Auftreten von (möglicherweise) unerwünschtem Verhalten bei Katzen beiderlei Geschlechts gibt.

800 Kitten im Alter zwischen 8 und 12 Wochen (0,7 bis 1,4 kg) aus Tierheimen in Flandern, Belgien, wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Die PPG-Gruppe wurde zum Zeitpunkt der Überlassung kastriert, die TAG-Gruppe im üblichen Alter zwischen sechs und 8 Monaten. Mithilfe von Online-Umfragen wurde dann kurz- und langfristig überprüft, ob sich Verhaltensauffälligkeiten innerhalb eines Monats sowie 2, 6, 12, 18 und 24 Monate nach der Kastration ergaben. Als unerwünschtes Verhalten galten in diesem Zusammenhang Unsauberkeit, Ängstlichkeit, nicht-spielerische Aggression gegenüber Menschen und Tieren sowie zerstörerisches Verhalten. Auch wurde untersucht, ob soziale Faktoren oder die Umwelt einen Einfluss auf die Entstehung solcher Verhaltensweisen bei den Katzen hatten.

Weder während des ersten Monats nach der Kastration noch in den Folgezeiträumen ergab sich ein wesentlicher Unterschied zwischen den frühkastrierten Kitten und den Katzen, die zum Zeitpunkt der Kastration bereits sechs bis acht Monate alt waren. Jedoch stand das Vorkommen genannter Verhaltensweisen in Zusammenhang mit sozialen und umweltspezifischen Variablen. Hierzu zählten beispielsweise die Bestrafung durch den Besitzer, die Haltung als Einzelkatze oder die positive Interaktion von Familienmitgliedern oder dem Besitzer mit Fremden.

Zusammenfassend konnten in der Studie keine Auswirkungen auf das Verhalten durch den Kastrationszeitpunkt innerhalb von 24 Monaten nach der Adoption festgestellt werden. Andere Faktoren scheinen hier eine größere Rolle zu spielen.

Quelle: Development of behavior in adopted shelter kittens after gonadectomy performed at an early age or at a traditional age

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  1. Hallo Anika,

    Danke für den Artikel, nun muss ich nur noch eine seriöse Quelle dafür suchen, dass das Wachstum (vor allem bei Katern und deren Harntrakt) durch eine Frühkastra nicht beeinträchtigt wird.

    LG und einen guten Rutsch,
    Tine

  2. Hallo Tine,
    Meinen Informationen nach ist es bei Katern in Bezug auf den Harntrakt ab jenem Zeitpunkt „ungefährlich“ zu kastrieren, wenn die Vorhaut sich bereits vom Penis gelöst hat, dies geschieht normal so zwischen der 12. und 14. Woche.
    Wenn dies physisch möglich ist, dann kann ohne weitere Gefahr für die Harnwege kastriert werden, denn ab diesem Zeitpunkt spielt die Fütterung die WEIT größere Rolle für die Entstehung von FLUTD (Blasen- und Harnwegsprobleme aller Art, v.a. aber Harngries und Harnwegsverlegung). Ich habe wirklich etliche Kater, früh- und spätkastrierte, und KEINER hat Harnwegsprobleme. Allerdings füttere ich ausschließlich hochwertiges Nassfutter und auch mal Rohfleisch, mische noch zusätzlich Wasser ins Nassfutter, und gebe Trockenfutter höchstens mal als Leckerli, NIEMALS als ganze Mahlzeit.
    Mir erscheinen die Ergebnisse der genannten Studie daher SEHR schlüssig 🙂
    Danke an Anika fürs Ausgraben und Zusammenfassen!

    LG und guten Rutsch!

  3. Huhu shadow,

    Ich BARFE meine Katzen. Mir ist das alles auch bewusst. Nur wäre eine Studie toll, um andere zu überzeugen 😉 so oft lese ich „Aber dann bekommt der Kater Steine in der Blase!

    Völliger Humbug. Dazu gibt es ja nun ausreichend Studien und Dissertationen, dass es wohl eher an der Ernährung liegt. Interessiert aber solche Leute nicht. Die Kastration ist schuld, weil die Kater dann winzig bleiben und der Harntrakt ebenfalls.

    Wenn ich sowas schon lese oder höre, dreht sich mit der Magen um.

    Dennoch danke für deine Antwort!

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