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Tollwut – Symptome, Verlauf, Impfungen

Tollwut, auch als Lyssa, Rabies, Wutkrankheit oder Rage bekannt, wird von vielen Katzenhaltern als die schrecklichste aller Katzenkrankheiten empfunden, allerdings ist das Wissen um die genauen Symptome und den Verlauf der Krankheit häufig nicht allzu stark ausgeprägt. So hörte ich beispielsweise erst vor Kurzem von einem Fall, bei dem aufgrund einmaligen Speichelns sofort eine Tollwuterkrankung angenommen wurde. Daher werden wir uns in diesem Artikel ein wenig mit der Tollwut bei der Katze beschäftigen.

Allgemeines zur Tollwut

Bei der Tollwut, die seit Jahrtausenden bekannt ist, handelt es sich um eine Viruserkrankung, die bei den meisten Warmblütern auftreten kann. Pflanzenfresser und Vögel sind eher selten betroffen. Bei Vögeln ist hierfür die höhere Körpertemperatur verantwortlich.

Die meldepflichtige Erkrankung war bis ins 19. Jahrhundert hinein übrigens unter dem Begriff „Hundswut“ bekannt. Der Begriff „Tollwut“ kam nach dem Stand der heute verfügbaren Quellen erstmals um das Jahr 1810 herum zum Einsatz.

Folge der Viruserkrankung ist in den meisten Fällen eine tödliche Gehirnentzündung (Enzephalities). Derzeit gelten Deutschland, Österreich und die Schweiz als tollwutfrei, jedoch trat in Deutschland im Jahr 2010 ein Tollwutfall bei einem illegal aus Bosnien eingeführten Hund auf.

In Europa gilt der Fuchs als Hauptüberträger, in Indien übernehmen diesen Part streunende Hunde.

Tollwut – Ansteckung der Katze

Die Ansteckung erfolgt in den meisten Fällen über Bisse tollwütiger Tiere oder kleinere Hautverletzungen. Allerdings ist auch eine Ansteckung über die Schleimhäute (Mund, Augen) möglich.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und acht Wochen, wobei bei der Katze in der Regel von einer Inkubationszeit zwischen zwei und vier Wochen ausgegangen werden kann.

Krankheitsverlauf

Nach Kontakt mit einem tollwütigen Tier dringt virushaltiger Speichel in die Wunde ein und wandert über die Nervenbahnen ins Gehirn. Dort vermehrt sich das Virus massiv und verteilt sich dann über die Nervenbahnen von Neuem im Körper. Im Speichel eines infizierten Tieres ist es oft bereits fünf bis zehn Tage vor Ausbruch der Erkrankung nachweisbar. Wird die infizierte Katze nicht vorher getötet, kann sich der Krankheitsverlauf über einen Zeitraum von einem Tag bis hin zu etwa zwei Wochen hinziehen.

Symptome

Die Symptome sind oft untypisch und treten selten alle zusammen auf. Sobald eines der Symptome auftritt und der Verdacht auf Tollwut besteht, ist es unerlässlich, sofort einen Tierarzt aufzusuchen.

Grundsätzlich unterteilt man den Verlauf der Tollwut in drei Stufen:

1. Stufe

Die Katze wird unruhig, miaut grundlos und kann übertrieben schreckhaft sein. Oft benagt oder beknabbert sie die Bisswunde. Ungleichmäßig geweitete Pupillen, Speicheln und Würgen, evtl. erschwerter Harnabsatz oder gesteigerter Geschlechtstrieb können vorkommen.

2. Stufe



Es kann gesteigerte Aggressivität (u. a. auf Reizungen) auftreten, die Tiere versuchen zu flüchten und ziehen sich zurück. Diese Symptome können bei der „stillen Wut“ auch fehlen. Oft sind die Katzen zerzaust, mit Speichel beschmiert, das Fell ist schmutzig. Blutiges Erbrechen und gehäuftes, oft heiseres Miauen kann ebenfalls vorkommen.

3. Stufe

Im Endstadium, dem Lähmungsstadium, kommt es allmählich zu Veränderungen im Bewegungsapparat, die Kaumuskeln werden schlaff und kraftlos, der Gesichtsausdruck wird oft lauernd oder schielend. Futter- und Wasser wird in diesem Stadium bereits verweigert. Bei fortschreitender Lähmung werden auch Augenlider, Schwanz und Hinterbeine bewegungsunfähig, bis die Tiere schließlich sterben.

Therapie

Eine Therapie ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, die Tiere können nur von ihrem Leiden erlöst werden.

Impfung

Die wirksamste Vorbeugung gegen eine Tollwut bei der Katze stellt die Impfung dar. Hierbei sollte man beachten, dass bereits seit 2006 Impfstoffe mit Mehrjahreszulassung auch in Deutschland erhältlich sind. So besitzen die deutschen Tollwutimpfstoffe von Essex (Rabdonum) und Pfizer (Enduracell) eine Zulassung von vier Jahren, Merial und Intervet eine von drei Jahren, während Virbac immerhin für die Dauer von zwei Jahren zugelassen ist. Es ist daher in keinem Fall notwendig, jährlich Katzen gegen Tollwut zu impfen.

Darüber hinaus enthalten Tollwutimpfstoffe Adjuvantien, die u. a. im Verdacht stehen, Impfsarkome auszulösen. Daher sollte die Tollwutimpfung nach Möglichkeit ins Bein gegeben werden, da man das zur Not entfernen kann, sollte es zu einem Sarkom kommen. Zwingend notwendig ist eine Tollwutimpfung meist bei Mitnahme von Katzen ins Ausland. Bei Freigängern kann die Impfung auch in tollwutfreien Gebieten sinnvoll sein, da sich Wildtiere nicht an Landesgrenzen halten. Hier ist es jedoch auch anzuraten, nach Möglichkeit einen Impfstoff mit einem möglichst langen Nachimpfintervall zu wählen (derzeit 4 Jahre). Lasst euch hier nicht vom Tierarzt verunsichern und die nächste Tollwutimpfung auch in den EU-Heimtierpass eintragen.

Update: Adjuvansfreier Tollwutimpfstoff erhältlich

Seit 2011 ist in Deutschland auch ein adjuvansfreier Tollwutimpfstoff von Merial erhältlich. Purevax Rabies schützt für mindestens drei Jahre1 und ist auch so beim Paul-Ehrlich-Institut gelistet. Empfohlen wird eine Erstimpfung im Alter von 12 Wochen, gefolgt von einer Wiederholungsimpfung ein Jahr nach der Grundimmunisierung. Danach sind laut Beipackzettel Impfungen alle drei Jahre ausreichend.

Der Vollständigkeit halber ist auch zu erwähnen, dass bei nachweislich geimpften Tieren keine Tötungspflicht besteht, wenn sie Kontakt mit infizierten Tieren hatten. Zwar gilt Deutschland seit 2008 als tollwutfrei, jedoch kommen immer noch Fälle von Fledermaustollwut vor. Ein Fall wurde beispielsweise erst kürzlich (Mai 2013) in Hessen bekannt.

Sind eure Katzen gegen Tollwut geimpft?

Weiterführende Informationen

  • Tollwut bei Katzen
  • Verbreitungsgebiet der Fledermaustollwut in Deutschland
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    Referenzen:
    1. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23059358 []
    1. Sehr interessanter Artikel, wobei ich hoffe, dass unseren Katzen das erspart bleibt…
      Bei den Symptomen möchte ich vielleicht noch einen Tipp hin zufügen den mir ein Arzt nach der Behandlung eines Katzenbisses (die ganze Story gibts hier: http://www.citypets.de/hauskatzen-ratgeber/katzen-haltung/476-katzenratgeber-verhalten-bei-katzenbiss.html) gab: Katzen, die sich mit Tollwut infiziert haben, bekommen Angst vor Wasser, scheuen also Wasser noch extremer als es schon ihrer normalen Art entspricht. Wir konnten das ausschliessen, da unser Kater als reiner Stubentiger keine Möglichkeit gehabt haben konnte, sich anzustecken.

    2. Hallo Thomas,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, Aquaphobie (also Wasserscheu) kann bei Tollwut grundsätzlich auch auftreten, habe dazu in den Quellen im Zusammenhang mit Katzen allerdings kaum etwas gefunden. Werde mich aber noch einmal eingehend mit diesem Symptom beschäftigen und den Artikel ggf. entsprechend erweitern.

      lg

      Anika

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