Fertigfutter

Trockenfutter und Zahngesundheit – ein leidiges Thema

„Wie, ihr füttert kein Trockenfutter? Aber das ist doch so gut für die Zähne!“ Solche und ähnliche Sätze höre ich relativ häufig. Nur was ist dran an der Aussage, dass Trockenfutter für die Zahngesundheit unserer lieben Stubentiger unabdingbar wäre, wie Futtermittelhersteller und auch manche Tierärzte immer wieder behaupten?

Nun, sehen wir uns so einen Brocken handelsübliches Trockenfutter einmal an und überlegen, wie ein solches Trockenfutter die Zähne reinigen könnte.

Wie sieht die Zusammensetzung von Trockenfutter aus?

Trockenfutter besteht in den meisten Fällen zum größten Teil aus Stärke, die notwendig ist, damit aus Trockenfutter auch Brocken werden. Stärke hat jedoch keinen zahnreinigenden Effekt, sondern legt sich vielmehr wie ein Belag auf die Zähne. Das kann man ganz einfach im Selbstversuch testen, wenn man das möchte, oder man nimmt einen Butterkeks her, der Effekt ist der Gleiche. Die weiteren Bestandteile im Trockenfutter haben ebenfalls keinen zahnreinigenden Effekt. An der Zusammensetzung kann es also schon einmal nicht liegen.

Wie wird Trockenfutter von der Katze aufgenommen

Es heißt, Trockenfutter wäre gut für die Zähne, weil Katze hier im Gegensatz zum Nassfutter kauen muss. Sieht man sich die Trockenfutterbrocken jedoch einmal genauer an, sieht man, dass diese in den meisten Fällen so klein sind, dass sie von der Katze entweder gar nicht gekaut werden, oder maximal einmal geteilt und dann geschluckt werden. Auch hier ist eine zahnreinigende Wirkung durch Trockenfutterfütterung nicht möglich.

Was ist mit speziellen „Oral Care“ oder „Dental“-Produkten?

Da auch Katzen, die ausschließlich mit Trockenfutter gefüttert werden, trotz der angeblichen zahnreinigenden Wirkung vermehrt unter Zahnstein und anderen Problemen im Mundraum leiden, gibt es mittlerweile auch besonderes Trockenfutter das durch seine spezielle Zusammensetzung Plaque und Zahnbelag entfernen soll. Wie das funktioniert, wenn das Futter durch die oben beschriebene Art der Nahrungsaufnahme nicht über längere Zeit mit Zähnen und Zahnfleisch in Berührung kommt, erklären die Hersteller leider nicht. Auch nicht, wieso eine Katze ein Futter benötigt, das für frischen Atem sorgt…

Ich möchte hier gar nicht ausschließen, dass diese Spezialfuttermittel in gewissem Umfang zahnreinigende Wirkung haben können, das Gelbe vom Ei werden sie jedoch nie sein, da die Fütterung mit Trockenfutter durch die oft minderwertige Zusammensetzung und fehlende Flüssigkeit auch noch weitere Risiken für die Katze bereithält. Das bedeutet im Endeffekt, dass dieses Futter der Zahngesundheit der Katze vielleicht in gewissem Maße zuträglicher sein kann, als normales Trockenfutter, aber sie durch die grundsätzlichen Mängel, die Trockenfutter nun einmal hat, in anderer Weise krank machen kann. Also für die Gesundheit im Allgemeinen ebenfalls nicht zuträglich.

Fazit: Sieht man sich diese Punkte an, wird deutlich, dass die viel gepriesene Zahnreinigung durch Trockenfutter wohl eher nicht möglich ist.

Wie kann ich Zahnproblemen vorbeugen?

Eine gute und vor allem gesunde Möglichkeit ist es, der Katze hin und wieder einmal einen Brocken rohes Fleisch (kein Schweinefleisch) zu kredenzen. Dieses muss im Gegensatz zum Trockenfutter wirklich gekaut werden, wodurch die Kaumuskulatur trainiert und die Zähne gereinigt werden. Auch sonst ist eine möglichst gesunde Ernährung eine gute Möglichkeit, um die Zahngesundheit der Katze positiv zu beeinflussen.

Bekommen Katzen, die gebarft werden, dann keinen Zahnstein?

Da Zahnstein nicht nur durch falsche Ernährung entsteht, sondern z. B. auch Folge von Veranlagung, Zahnfehlstellungen u. ä. sein kann, sind auch Katzen, die überwiegend mit Rohfleisch ernährt werden, nicht vor Zahnproblemen gefeit. Das Zahnsteinrisiko durch minderwertige Ernährung lässt sich durch B.A.R.F. jedoch in jedem Fall minimieren.

Bei Rohfleischverweigerern gibt es auch noch die Möglichkeit, der Katze die Zähne von Hand zu putzen. Ob dies auch durchführbar ist, kommt jedoch in den meisten Fällen auf die Kooperationsbereitschaft der Katze an. In jedem Fall sollte auch hier das Futter nach Möglichkeit so wenig Stärke wie möglich enthalten. Eine Anleitung zum Zähneputzen findet ihr bei den Schatzen unter Zahnhygiene: Zähneputzen bei Katzen – Warum und Wie (mit Videoanleitung).

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  1. Baerbel Seifert

    Hallo,
    ich habe seid Jahren Katzen und bin davon überzeugt Futter abwechseln zu geben. Ich mache es heute bei meiner Nala so. Sie bekommt Morgends und Abends ihr Nassfutter und stelle ihr ein Schälche Trockenfutter hin. Wenn sie will kann aber muß sie nicht fressen. Und fahre gut damit. Wenn sie nicht will bleibt es stehen fertig! Katze eben 🙂

    Kann mir aber jemand helfen wie es bei einem Hund ist? Meine Tochter hat sich einen Kleinen Hund geholt und da sagt jeder auch Trockenfutter ist das beste! Aber er mag es nicht so! Und ich habe mal Nassfutter geholt da war er happy!

  2. Bin ganz deiner Meinung! 🙂

  3. Für einen Hund – wie für eine Katze – ist B.A.R.F. die optimale Fütterung! Nicht Trockenfutter. Und das barfen von Hunden ist ganz und gar unkompliziert – du mußt nur wollen…

    LG Christina

  4. Verrätst du mir, was dich zu dieser Überzeugung bringt? Ich persönlich sehe ja für die Katze durch Trockenfutter keinerlei Vorteile, aber mich würde wirklich der Grund interessieren.

    Was Hunde angeht, ist es wie bei der Katze auch, Trockenfutter ist praktisch, aber nur für den Menschen. Die Zusammensetzung hat mit den natürlichen Bedürfnissen des Hundes meist nicht viel zu tun. Ich würde auch beim Hund immer eher in Richtung hochwertiges Nassfutter oder B.A.R.F. gehen.

    lg

    Anika

  5. Die eine unserer beiden frisst fast ausschließlich Trockenfutter und hat Zahnprobleme. Die andere futtert fast ausschließlich Nassfutter und hat keine Zahnprobleme 😉
    Ich denke auch, dass es Veranlagung ist und man einfach auch damit leben muss, wie es ist. Rohes Fleisch verweigern bei uns übrigens beide 🙁

  6. Meine Mädels werden gebarft … abgesehen von den sonstigen Vorteilen (günstig, schönes Fell, kaum stinkender Kot, super Blutbild, …) ist mein TA jedes mal wieder begeistert von den guten Zähnen meiner Mädchen. Kein Hauch von Zahnstein, was er bisher nur sehr selten erlebt.
    Einen Pflegekater (zu fett, Zahnstein deluxe, schlechtes Fell, miserables Blutbild) habe ich 3 Monate mit Barf verköstigt … danach war er wunderbar schlank (obwohl er täglich 200 g Fleisch gefuttert hat), das Fell glänzte (bei einem Lackfällchen sieht dass dann besonders schön aus) und es kam kein neuer Zahnstein auf die Zähne (der wurde entfernt, bevor er zu mir kam). Der Kater wurde anfangs ausschließlich mit TroFu ernährt und war gerade mal 1 1/2 Jahre alt. 😥

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