Haltung und Erziehung Katzenhaltung

Wann Katzen nicht die richtigen Haustiere für euch sind…

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten, 54 Sekunden

Katzen sind wunderbare Hausgenossen und es gibt nichts Schöneres, als sein Leben mit einer, zwei oder mehreren dieser Samtpfoten zu teilen. Allerdings müssen Katzen auch zu euren Lebensumständen passen. Ich habe deshalb hier mit tatkräftiger Unterstützung unserer fleißigen Facebook-Leser eine kleine Zusammenfassung erstellt, wann Katzen eben nicht die richtigen Haustiere für euch sind.

Lest euch diese Auflistung bitte aufmerksam durch und wenn ihr danach immer noch mit 100%iger Sicherheit sagen könnt: „Ja, ich will mein Leben mit Katzen teilen“ Dann nichts wie los. 😉

Katzen sind nicht die richtigen Haustiere für euch, wenn…

1) Wohnung

…eure Wohnung immer blitzeblank sein muss. Katzen sind sehr reinliche Tiere, zumindest was das eigene Fell angeht. 😉 Aber wenn ihr nicht damit leben könnt, dass die Katzen ihr Nassfutter vielleicht nicht im Napf fressen und schicke Flecken auf den Fliesen hinterlassen oder anderweitig Dreck machen, sind Katzen nicht die richtigen Haustiere für euch.

…ihr nicht damit leben könnt, dass vielleicht nicht nur die gewünschten Kratzmöglichkeiten genutzt werden. Auch wenn Katzen genügend Kratzmöglichkeiten zur Verfügung stehen, kann es vorkommen, dass die Krallen am Sofa, an der Tapete, an Möbeln… gewetzt werden und deutliche Spuren hinterlassen.

…ihr nicht darüber hinwegsehen könnt, dass Erbrochenes auf dem Teppich oder vielleicht auch einmal im Bett, auf dem Sofa oder an der Wand landet. Über kurz oder lang wird es vorkommen, dass sich die eigenen Katzen übergeben müssen und Katze sucht sich dafür bevorzugt nicht die Fliesen aus, die man gut putzen kann, sondern weichen Untergrund, wie etwa Teppich oder Kratzbaum. Auch sehr beliebt sind offene Treppen, Heizkörper und andere Stellen, die man nur mit Mühe reinigen kann.

…ihr ein unüberwindbares Problem damit habt, wenn Hinterlassenschaften nicht in der Katzentoilette, sondern an anderer Stelle landen. Unsauberkeit ist einer der häufigsten Abgabegründe für Katzen, wenn nicht sogar der häufigste. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. Und auch wenn sich die Unsauberkeit oft gut „therapieren“ lässt, kann es sein, dass ihr vorübergehend mit Pfützen und Häufchen am Boden, oder auch im Bett oder auf dem Sofa leben müsst.

…ihr nicht auf schickes „Katzenfelldesign“ im Bett, an euren Klamotten, auf dem Sofa, im Essen (manchmal), in der Tastatur, naja eigentlich überall, steht. Man kann noch so oft saugen, die Katzen bürsten, sie mit dem Furminator bearbeiten usw. wer sein Leben mit einer Katze (mit Pelz) teilt, hat Katzenhaare in der Wohnung.

…wenn ihr nicht damit zurechtkommt, dass Katzenstreu in der Wohnung verteilt wird. Katzenbesitzer sprechen hier gerne über den „Strandeffekt“, weil man manchmal das Gefühl hat, am Strand zu laufen, weil so viel Katzenstreu auf dem Boden oder auch auf dem Sofa und im Bett liegt, das die Katzen beim Verlassen des Katzenklos durch die Wohnung tragen. Erde, die aus großen Blumentöpfen gebuddelt wird, hat übrigens einen ähnlichen Effekt. 😉

…wenn ihr Kratzbäume und Kratzbretter in angemessener Menge nicht für die perfekte Wohnungseinrichtung haltet oder euch nicht damit arrangieren könnt.

…wenn ihr nicht damit leben könnt, dass Dekogegenstände aus dem Regal oder vom Fensterbrett geräumt werden und dabei zu Bruch gehen. Und wenn ihr nicht bereit seid, zuerst die „schuldige“ Katze sicher wegzusperren, bevor ihr euch an die Scherben macht.

…wenn ihr auf eure Orchideensammlung (oder andere für Katzen giftige Pflanzen) nicht verzichten wollt und diese auch nicht unerreichbar für die Katzen aufbewahren wollt.

2.) Zusammenleben

… ihr nicht für 15 bis 20 Jahre oder sogar mehr die Verantwortung für eure Katzen übernehmen wollt. Katzen ins eigene Leben zu lassen, ist eine Entscheidung fürs (Katzen-) Leben, in guten, wie in schlechten Zeiten, auch bei Krankheit, im Alter oder bei Verhaltensauffälligkeiten. Auch kleine süße Kitten werden groß.

…ihr nicht warten könnt, bis eure Kitten alt genug sind, um zu euch zu ziehen (12 Wochen aufwärts)

…ihr nur einer Katze ein Zuhause geben wollt, aber nur Wohnungshaltung möglich ist. Grundsätzlich sollten bei reiner Wohnungshaltung (auch mit gesichertem Freigang) immer mindestens zwei Katzen gehalten werden. Eine Ausnahme bilden Tiere, die sich nicht mit Artgenossen verstehen. Aber auch hier sollte genug Zeit für die Einzelkatze vorhanden sein.

…ihr nur eine Übergangslösung zur „Übung“ sucht, bis ihr eigenen Nachwuchs habt.

…ihr einen Kinderersatz sucht. Katzen sind keine Kinder im Katzenpelz.

…ihr es absolut nicht tolerieren könnt, wenn eure Katze den Wecker ersetzt. Katzen kennen ihre Fütterungszeiten (auch am Wochenende) und gerade Freigänger ohne Katzenklappe haben ihre ganz eigene Vorstellung, wann es nachts Zeit ist, aufzustehen und eine Runde zu drehen. Zugegeben, es gibt in der Hinsicht sehr nette Katzen, aber darauf verlassen würde ich mich nicht. Und ja, sie wecken einen mitunter auch, obwohl sie eine Katzenklappe haben. 😉

…ihr nicht möchtet, dass in der Nacht in eurem Bett „Wilde Tiere auf der Flucht durch die Savanne“ gespielt wird. Ein ebenso beliebtes Spiel ist „Fang den Zeh“.

…ihr den Anblick von Hinterlassenschaften im offenen Katzenklo nicht ertragt.

…ihr nicht bereit seid, notfalls 100x die Tür zu öffnen und eure Katze doch nicht weiß, was sie will.

…ihr nicht bereit seid, euren Balkon, eure Fenster (auch Kippfenster) für die Katzen zu sichern.

…ihr ungestört lesen wollt, ohne dass eine Katze auf der Zeitung, dem Buch, den Unterlagen liegt.

…ihr nicht jeden Tag mindestens zwei Stunden Zeit habt, um euch mit euren Katzen wirklich zu beschäftigen.

…ihr ein Haustier sucht, das ihr perfekt erziehen könnt. Und nicht akzeptieren könnt, dass eine Katze eben kein Hund ist, sondern eine Katze.

…ihr bei schlechtem Wetter nicht ständig angemeckert werden wollt, weil die Katze nicht raus kann und ihr die Sonne nicht einschaltet.

…ihr Angst habt, oft zu stolpern. Fliegt man nicht über die Katze, dann ist es ein Spielzeug, ein Schuh oder was auch immer in den Weg geschossen wurde.

…ihr viel Wert auf eure Privatsphäre legt. Katzen sind gerne überall dabei, sei es auf der Toilette, im Bett *hust* oder bei Beziehungsgesprächen.

…ihr ein Problem damit habt, wenn Katzen die besinnliche Zeit und vor allem die Bescherung zu einem Erlebnis machen (es hat seinen Grund, warum viele Katzenhalter keinen Weihnachtsbaum mehr aufstellen).

…ihr oder ein anderes Familienmitglied eine Katzenallergie hat.

3) Futterzeit

…wenn ihr Vegetarier oder Veganer seid und es nicht übers Herz bringt, einem Fleischfresser auch Fleisch zu füttern.

…ihr (bei Freigängern) nicht mit Mäuse- oder Vogelkadavern (wahlweise auch Frösche, Eidechsen, junge Kaninchen usw.) oder gar lebenden Tieren umgehen könnt, die ins Haus geschleppt werden, damit ihr auch endlich mal das Jagen lernt.

…ihr eure Mahlzeiten für euch haben und sie ungestört genießen möchtet. Und wenn ihr ein Problem damit habt, wenn ihr beim Essen ständig sehnsüchtig beobachtet werdet und jemand mit großen Augen jeden Bissen zählt, den ihr verschluckt, ohne dass ihr der bettelnden Samtpfote etwas abgebt.

4) In guten, wie in schlechten Zeiten

… wenn ihr nicht die finanziellen Möglichkeiten oder den Willen habt, im Krankheitsfall oder nach einem Unfall auch mitunter hohe Tierarztrechnungen zu bezahlen.

… wenn ihr weder Zeit noch Geld habt, euch um Impfungen und regelmäßige (Vorsorge-) Untersuchungen zu kümmern.

…ihr eurer Katze nicht beim letzten Gang zur Seite stehen wollt und im Zweifelsfall nicht bereit seid, die Entscheidung für eure Katze zu treffen.

…ihr nicht mit dem Tod umgehen könnt. Katzen haben nun einmal eine kürzere Lebenserwartung als Menschen.

… wenn ihr meint, Kater und Katze wären doch die perfekte Quelle, um leichtes Geld mit süßen kleinen Kätzchen zu verdienen.

5) Urlaub

… ihr euch nicht um eine geeignete Urlaubsbetreuung für eure Tiere kümmern wollt oder nicht damit leben könnt, eure Tiere allein zu lassen, aber dennoch eigentlich in den Urlaub fahren wollt.

…wenn ihr eure Katzen mit in den Urlaub nehmen wollt. Dieser Punkt trifft nur bedingt zu, Katzen sind keine Hunde und fühlen sich in der Regel zu Hause im eigenen Revier (mit regelmäßiger Betreuung) am wohlsten. Allerdings gibt es durchaus Katzen, die aufgrund ihres Charakters oder durch Gewöhnung von Klein auf gerne mit ihren Menschen in den Urlaub fahren. Katzen, die mit Campen gehen oder für die Zeit des Urlaubs mit auf einem Schiff leben zum Beispiel.

6) Lebenslanges Lernen

…wenn ihr nicht bereit seid, euch mit den Tieren, mit denen ihr euer Leben teilt zu beschäftigen (Ernährung, Haltung, Sprache, Verhalten etc.), über euch nachzudenken, immer dazuzulernen, eure bisherige Haltung zu reflektieren und auch Fehler einzugestehen und versuchen es besser zu machen.

Wenn ihr bis hierhin durchgehalten habt und immer noch von eurem Vorhaben 100%ig überzeugt seid, dann herzlichen Glückwunsch, ihr werdet es nicht bereuen!

Diese Aufzählung ist bestimmt nicht vollständig. Habt ihr noch weitere Ergänzungen?

Like
Like Love Haha Wow Sad Angry
  1. Hallo Anika!
    Eine lange Liebeserklärung an alle Samtpfoten, Fellnasen, Plüschohren!
    Schön geschrieben.
    Liebe Grüße
    Ina

  2. Wunderbar – ich habe bestanden!!
    Man kann wirklich nicht oft genug darauf hinweisen, was die Aufnahme einer Katze (oder eines anderen Haustieres) letztlich bedeutet – Verantwortung ein Katzenleben lang.

    Liebe Grüße von Christina

  3. … auch eine Katzenallergie muss kein Abgabegrund sein!
    Leider habe ich diese erst nach einem Jahr entwickelt.
    Nach 2 Jahren mit Tabletten, bin ich jetzt in der Lage auch mal 2-3 Tage keine nehmen zu müssen …, ich hoffe, es wird noch besser!

    Danke für Deinen liebevollen Blog, er hat mir schon oft weitergeholfen!

  4. Schön wäre es noch darauf hinzuweisen, dass man nur noch junge Katzen aufnimmt, wenn man sicher ist (natürlich kann einem immer etwas passieren), diese zu überleben. Ich habe mir schon darüber Gedanken gemacht, wenn meine derzeitige Generation nicht mehr da ist, dann keine kleinen Katzen mehr zu nehmen, da ich dann sicherlich Ende 50 sein werde oder kurz über 60. Dann wird es ein Gespann, das mind. 5 Jahre alt ist.
    Wenn ich lese, wie unglücklich gerade ältere Katzen im Tierheim/Pflegestellen sind, dessen Besitzen gestorben sind, bricht es mir immer das Herz. Deshalb werde ich das vermeiden, soweit das in meiner Macht steht.
    Auch sehr wichtig, falls man Single ist, im Geldbeutel immer einen Hinweis auf Katzenhaltung zu haben und deren Besonderheiten. Falls etwas passiert, damit die nicht in der Wohnung verhungern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: