Katzen barfen

Wildlachs, Seelachs, Lachsöl – die kleinen Unterschiede

Wer sich mit dem Thema Katzen barfen oder allgemein mit Fisch für die Katze beschäftigt, steht oft vor der Frage, wo denn nun der Unterschied zwischen Wildlachs, Seelachs und Lachsöl sein soll, außer im Preis. Ich werde einmal versuchen, euch die Unterschiede ein wenig genauer zu erklären.

Denn Lachs ist nicht gleich Lachs und gerade beim Katzen barfen sollten die kleinen Unterschiede bekannt sein.

Wildlachs (Salmo salar)

Wildlachs bezeichnet im Allgemeinen den Atlantischen Lachs. Dieser gehört zur Gattung der Lachse und lebt größtenteils im Atlantischen Ozean. Bis ins 20. Jahrhundert hinein war der bis zu 1,5 Meter lange Salmo salar auch in Deutschland zu finden und laichte u. a. in den Zuflüssen des Rheins.

Durch Überfischung, Umgestaltung der Flüsse und das Einleiten von Industrieabwässern verschwanden die Lachse etwa Mitte des 20. Jahrhunderts schließlich. Durch das „Lachs-2000-Projekt“, das 1987 initiiert wurde, sind heute wieder vereinzelt Atlantische Lachse im Rhein, seinen Zuläufen und in der Elbe anzutreffen. Etwa 5000 t im Jahr machen weltweit Wildfänge aus, die findet man im Supermarkt jedoch eher nicht. 😉

Der im Handel erhältliche Atlantische Lachs stammt heute meist aus der Zucht. Die Tiere werden in offenen Netzkäfigen vorwiegend in Schottland, Norwegen und Irland gezüchtet.

Salmo salar, übrigens eng mit der Forelle (Salmo trutta) verwandt, gilt als thiaminasefrei und besitzt einen hohen Vitamin D-Gehalt. Er ist daher als Vitamin D-Supplement beim Katzen barfen das Mittel der Wahl.

Alaska-Seelachs (Theragra chalcogramma) und Seelachs (Pollachius virens)

Der Alaska-Seelachs, auch als Pazifischer Pollack, bekannt ist ein recht junger Speisefisch und kein Lachs, sondern ein Fisch aus der Familie der Dorsche. Das ist der Fisch, der in den Fischstäbchen oder im Schlemmerfilet verarbeitet wird. Surimi werden übrigens auch aus Alaska-Seelachs hergestellt.1

Der Alaska-Seelachs lebt im Pazifik und wird hauptsächlich von den USA und Russland gefangen. Seelachs (Pollachius virens) ist den Anglern eher unter dem Namen Köhler bekannt und gehört ebenfalls zur Familie der Dorsche.

Gemein ist den beiden Fischarten der relativ niedrige Gehalt an Vitamin D. Der Jodgehalt beim Köhler ist ziemlich hoch, etwa doppelt so hoch wie beim Alaska-Seelachs. Entsprechend sind die beiden Fischarten als Vitamin D-Supplement eher nicht geeignet und wegen des hohen Jodgehalts ebenso ein wenig mit Vorsicht zu genießen.2

Was die Thiaminasefreiheit von Seelachs und Alaska-Seelachs angeht, scheiden sich die Geister. Seelachs gilt, ebenso wie Kabeljau als thiaminasefrei3, zum Alaska-Seelachs habe ich bisher keine verlässlichen Angaben gefunden, da er jedoch eng mit dem Seelachs und dem Kabeljau verwandt ist, kann man wahrscheinlich von einer Thiaminasefreiheit ausgehen.

Um die Thiaminaseproblematik grundsätzlich zu umgehen, kann der Fisch gedünstet werden. Alternativ kann auch zusätzlich Vitamin B1 supplementiert werden. Genaueres zur Thiaminaseproblematik folgt in einem gesonderten Artikel.

Lachsöl

Lachsöl wird, wie der Name schon sagt, aus Lachs gewonnen und kann in Kapseln oder auch in der Flasche erworben werden. Das Öl besitzt einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und wird zum Ausgleich der Fettsäuren (im Verhältnis zu den Omega-6-Fettsäuren) verwendet. Lachsöl ist nicht als Vitamin D-Supplement geeignet und kann echten Lachs daher nicht ersetzen und umgekehrt.

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Referenzen:
  1. http://lexikon.huettenhilfe.de/fisch/alaska-seelachs.html []
  2. Allgemeine Infos zu Lachs, Seelachs und Alaska-Seelachs []
  3. Nutrient requirements of mink and foxes (Seite 64/65) []
  1. Super erklärt 🙂

    LG
    Marlene

  2. Vielen Dank für den tollen Artikel. Ich bin da auch immer nicht so sicher im Umgang mit den feinen Unterschieden. Auf jeden Fall habe ich das nun verstanden.

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