Ernährung Katzen barfen

B.A.R.F. macht scharf

Katzen barfenNa klar, bei welcher Samtpfote würde nicht beim Anblick einer vor Gesundheit strotzenden Katze mit glänzendem Fäll und schneeweißen Zähnen das Herz höher schlagen, ganz gleich ob Katze oder Kater. Barfen macht attraktiv und Katzen damit auch so richtig scharf.

Scharf, in dem Sinne, in dem es gerne verwendet wird, sind eher so manche Futtermittelhersteller oder auch Tierärzte, die durch B.A.R.F. ihre Felle davonschwimmen sehen. Wohin mit Futter in Hochglanzverpackung, speziellem Futter für alle Bedürfnisse und Diätfutter, wenn plötzlich alle Katzen nur noch auf eine Art ernährt werden würden?

Wovon sollten Tierärzte leben, wenn die zahlreichen, durch falsche Ernährung hervorgerufenen, Zivilisationskrankheiten wie CNI, Diabetes, Struvit etc. plötzlich zu einem großen Teil nicht mehr vorkämen und damit auch die langwierigen und oftmals teuren Behandlungen der Vergangenheit angehören würden?

Existenzangst kann durchaus ein wenig scharf machen, das ist verständlich. Was weniger verständlich ist, sind die Unwahrheiten, die gerne verbreitet werden, um die Angst der Katzenhalter zu schüren, die fürchten ihren Tieren zu schaden, würden sie ihr Katzenfutter selbst herstellen.

So wird zum Beispiel sehr gerne angeführt, dass gebarfte Katzen zwangsläufig Mangelerscheinungen bekämen und man schon Ernährungsexperte sein müsste, um Katzen zu barfen. Klar, Katzen barfen verlangt Hintergrundwissen und wer sich für diese Art der Ernährung entscheidet, ist im Grunde auch ein kleiner Ernährungsexperte, da er die Bedarfswerte seiner Tiere kennt und weiß, wie er das Futter zusammenstellen muss, damit es zu keinen Mangelerscheinungen und auch nicht zur Überversorgung mit diversen Stoffen kommt.

Katzen barfen ist jedoch keine Wissenschaft, die nur besonders kluge Menschen erlernen können, sondern kann von jedem Katzenhalter problemlos erlernt und umgesetzt werden.

Rohes Fleisch macht Katzen krank

Geht es um die Fütterung mit rohem Fleisch, dann wird auch häufig angeführt, dass es dadurch zwangsläufig zu Würmern oder auch zu einer Infektion mit Salmonellen kommt. Grundsätzlich besteht die Gefahr, das Risiko ist aber sehr gering, wenn man ein wenig Hygiene walten lässt und nur einwandfreies Fleisch verwendet. Bei kranken Katzen kann man dazu übergehen, gefährdetes Fleisch (z. B. Geflügel) nur noch gekocht zu geben, bei gesunden Katzen ist dies nicht notwendig.

Darüber hinaus haben Katzen eine sehr feine Nase und lassen verdorbenes Futter in der Regel ohnehin stehen. Wurmeier werden übrigens bei -18° Grad abgetötet, so dass man auch dieses Problem durch vorheriges Einfrieren minimieren kann.

Aber Katzen sind doch domestiziert

Die Katze ist schon seit Jahrhunderten Begleiter des Menschen, wurde aber von diesem vielleicht maximal mit Küchenabfällen gefüttert. Zum größten Teil fing sie sich ihre Beute selbst, ernährte sich also nicht anders, als ihre wilden Artgenossen. Fertigfutter für Katzen kam erst im 20. Jahrhundert auf den Markt. Der Stoffwechsel der Katze hat sich in all den Jahren allerdings nicht verändert. Dieser ist immer noch auf die Ernährung mit rohem Fleisch ausgerichtet. Eine Domestizierung in diesem Sinne fand daher nie statt.

Barfen ist doch nur eine Modeerscheinung

Die Rückkehr zur artgerechten Ernährung der Katze ist noch relativ neu und auch für viele Menschen gewöhnungsbedürftig, suggerierte einem die Werbung doch lange genug, das nur Fertigfutter die Katze mit all dem versorgen könnte, was sie braucht, um gesund und glücklich zu sein. Aber wie kann etwas, das die Katze seit 9 Millionen Jahren am Leben hält, nur eine Modeerscheinung sein? Wäre rohes Fleisch wirklich so ungesund für die Katze, gäbe es heute sicherlich keine mehr. Auch im Fall Katzen barfen sollte man mit offenen Augen durch die Welt gehen und dazu bereit sein, seinen Horizont zu erweitern. So manches, das früher eine “Modeerscheinung” war, ist heute ganz alltäglich.

Etwas als Modeerscheinung oder gar Sekte abzutun, ist nur allzu leicht. Den Horizont zu erweitern und sich mit etwas zu beschäftigen, bevor man es ablehnt oder auch nicht, bedarf schon etwas mehr Mühe. Aber die Mühe lohnt sich. Für euch und vor allem für eure Samtpfoten.

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