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Emma erklärt: Sch… im Internet zu Geld machen leicht gemacht oder: Wie du im Tier-Business auf jeden Fall erfolgreich wirst.

Geld können wir ja alle immer irgendwie brauchen. Du doch sicher auch, oder? Dachten wir uns. Wir haben daher hier einige Tipps für dich, wie du – ohne fundiertes Fachwissen zu haben – im Internet mit Online-Kursen MIT LEICHTIGKEIT die große Kohle verdienen kannst.

1) Bezeichne dich als Experte für dein Thema, egal ob du Ahnung davon hast oder nicht. Studium oder Ausbildung braucht auch keiner. Wird völlig überbewertet. Wenn du dich als Experte fühlst, dann bist du auch einer. Fertig. Alles eine Frage des richtigen Mindsets.

2) Betitle alle anderen als inkompetente Vollidioten, die keine Ahnung von deinem Thema haben. Besonders Tierärzt:innen. Die darfst du nicht vergessen. Wenn du nicht besser bist als der Tierarzt, ist dein Kurs nichts wert.

3) Such dir ein Thema, bei dem der Personenkreis aus Punkt 2 deiner Meinung nach regelmäßig versagt. Besonders erfolgsversprechend sind hier Themen wie “Handauflegen gegen Inkontinenz” oder “Homöopathie zum Aufmalen gegen Parvovirose”. Protipp: Wenn dich jemand als Schwurbler bezeichnet, bist du definitiv auf der richtigen Fährte. Weiter so!

4) Du weißt noch nicht, welches Thema es werden soll? Telegram eignet sich hervorragend als Inspirationsquelle.

5) Gib deinem Thema einen wissenschaftlichen Touch, indem du z. B. statt über Homöopathie über “Quantenphysik” oder – bei Schüssler Salzen – über “Biochemie” sprichst. Fußnoten machen sich auch immer gut. Aber Achtung: Verweise hier auf keinen Fall auf seriöse Quellen! Das würde nur vom Thema ablenken.

6) Versprich deinen Interessenten, dass sie mit Leichtigkeit perfekt werden können, aber mach deutlich, dass sie es allein in der Hand haben und dich keine Schuld trifft, wenn es dem Tier mit deiner Methode nicht besser geht. Schließlich bist du der Experte und es ist absolut unmöglich, dass dich eine Schuld trifft, wenn dein unglaubliches Wissen, das du gnädigerweise weitergibst, nicht korrekt umgesetzt wird. PS: Natürlich bist du auch nicht schuld, wenn ein Tier stirbt, weil die Leute dir vertraut haben, statt das Tier zeitnah tierärztlich versorgen zu lassen. Wäre ja noch schöner.

7) Biete deinen Kurs absolut überteuert an und betone mehrfach, dass der Kurs seinen Preis wert ist, weil du einzigartiges Wissen vermittelst, mit dem deine Teilnehmer künftig Tieren bei Problemen helfen können, bei denen die Gruppe aus Punkt 2 deiner Meinung nach regelmäßig versagt. Betone hier unbedingt nochmals, dass du der unfehlbare Experte bist und alle anderen inkompetente Vollidioten.

8) Schwadroniere ausgiebig über die Mängel der Idioten aus Punkt 2. Und wenn du schon einmal dabei bist, weise unbedingt auf die Gefahren von Impfungen und diversen Medikamenten hin. Ach, Antibiotika, Cortison und Schmerzmittel verringern Leid und retten Leben? Pfff, völlig überbewertet. Hallo, du bist der Experte und deine Methode heilt alles. Und falls nicht, dann wurde dein Wissen mit Sicherheit nicht korrekt umgesetzt. Schließlich ist es völlig unmöglich, dass du Mist erzählst, der Tierleben gefährdet.

9) Sorge dafür, dass du über Google gut gefunden wirst. Deine Zielgruppe wird dich dort suchen. Alternativ lohnt es sich, ausführlich und ungefragt bei jeder sich bietenden Gelegenheit in den sozialen Medien über deine unglaubliche Methode zu sprechen. Du wurdest gesperrt? Lass dich davon nicht abhalten. Alles Banausen, deren Horizont der Wahrheit – deiner Wahrheit – nicht gewachsen ist. Hey, immerhin bist DU der Experte und hast immer Recht. Schon aus Prinzip.

10) Erstelle eine Prüfung und versprich deinen Teilnehmern ein Zertifikat, so dass sie sich danach “zertifizierter Experte für [dein Thema]” nennen können. Achtung: Die Prüfung muss so einfach sein, dass sie jeder ohne zu lernen besteht. Schließlich willst du deine Teilnehmer nicht überfordern.

Du hast alle Punkte abgehakt? Hervorragend. Dann steht der ersten Million nichts mehr im Weg. Feuer frei!

Im Ernst: Liebe Dosenöffner, bitte schaut genau hin, wem ihr vertraut. Wir haben nur dieses eine Leben. Und wir möchten nicht als Versuchskaninchen für die Methoden selbsternannter Experten dienen, denen suggeriert wird, sie müssten nichts wissen, sondern nur die richtige Strategie haben, um mit ihrem Thema sechsstellige Monatsumsätze zu generieren. Im schlimmsten Fall bringt ihr uns mit diesen Methoden direkt oder indirekt um und schießt noch dazu viel Geld in den Wind, das ihr sicherlich sinnvoller verwenden könntet.

Buchrezension: Funktionelle Neuroanatomie für die Tiermedizin

Wie funktionieren eigentlich das Gehirn und das Rückenmark? Was machen die Nerven? Und wie ist dieses komplexe Konstrukt in der Lage, seiner Arbeit nachzugehen? Die Neuroanatomie ist ein recht schwieriges Thema mit sehr komplexen Zusammenhängen, das auf den ersten Blick nur schwer zu durchschauen ist. Wer aber bereit ist, sich ein wenig zu quälen und in diese eindrucksvolle Welt einzutauchen, wird seinen Horizont immens erweitern.

Das vorliegende Buch ist ein kompakter, aber nichtsdestotrotz verständlicher Helfer, für all diejenigen, die sich eingehend mit dem Nervensystem unserer Tiere beschäftigen möchten.

Allgemeines zum Buch

Autor: Michael Hubert Stoffel
Seitenzahl: 246 Seiten
Verlag: Enke Verlag (2011)
Preis: 51,99 Euro
ISBN-10: 3830411316
ISBN-13: 978-3830411314

Das sagt der Klappentext

Faszination Nervensystem

1.000.000.0000 Nervenzellen bilden das ZNS. Über unzählige Vernetzungen steuern sie sowohl die Körperfunktionen als auch die Reaktionen auf die Außenwelt. Behalten Sie hier den Überblick!

Die „Funktionelle Neuroanatomie für die Tiermedizin“ betrachtet die Funktionsweise des Nervensystems als Ganzes. Hervorragende Zeichnungen verdeutlichen die komplexen Zusammenhänge; eine anschauliche Sprache erleichtert das Verständnis zusätzlich. So bietet das Werk effektive Hilfe für Anatomietestate und die Prüfung.

Im klinischen Alltag erleichtert die übersichtliche Darstellung der Reflexbögen die neurologische Untersuchung. Nicht zuletzt erfordern moderne Verfahren wie CT und MRT die genaue Kenntnis der Neuroanatomie. Nur so können sichtbare Läsionen von Gehirn und Rückenmark mit klinischen Funktionsausfällen in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht werden. Auch hierfür ist das vorliegende Buch ein unverzichtbares Nachschlagewerk.

Das meint die Haustiger-Redaktion

Ich liebe ja Herausforderungen und umso komplexer das Thema, umso mehr Spaß macht es mir, mich damit zu beschäftigen. Vor der eingehenden Beschäftigung mit dem Nervensystem habe ich mich aber immer so ein wenig gedrückt. Bis eine Epilepsiekatze in mein Leben trat und die Beschäftigung für mich wieder wichtig(er) wurde. In der Hoffnung die Funktionsweise des Nervensystems besser zu verstehen, durfte das vorliegende Buch hier einziehen. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

„Funktionelle Neuroanatomie für die Tiermedizin“ ist in vier Teile gegliedert. Der erste Teil beschäftigt sich mit den Grundlagen der Neuroanatomie. Der interessierte Leser erfährt hier mehr über die Aufgaben und die grundlegende Funktionsweise des Nervensystems. Es wird behandelt, aus welchen Gruppen das Nervensystem besteht und wie diese aufgebaut sind. Zudem werden die Einteilungen des Nervensystems besprochen und der Leser lernt, wie das Nervensystem in der Lage ist, Reize aufzunehmen und zu verarbeiten. Arbeitet man diesen ersten Teil gründlich durch, ist man in Sachen Verständnis schon ein großes Stück weiter.

Teil II befasst sich mit der strukturellen Anatomie des Zentralen Nervensystems. Hier wird sehr eingehend beschrieben, wie die einzelnen Teile von Gehirn und Rückenmark im Zuge der Embryonalentwicklung entstehen und letztendlich aufgebaut sind. Das umfasst unter anderem auch die Hirnnerven und deren Kerngebiete. Auch Schädel und Wirbelsäule, die Meningen (Hirn- und Rückenmarkshäute), das Ventrikelsystem und die Liquorzirkulation sowie die Blutzirkulation im Zentralen Nervensystem werden behandelt.

Der dritte Teil hat schließlich die Leitungslehre zum Thema, also vereinfacht gesagt, die Lehre darüber, wie die einzelnen Teile des Nervensystems miteinander verbunden sind. Das Wissen um diese Verarbeitungsebenen und Verbindungen ist für die neurologische Untersuchung unerlässlich. Auch diese wird einschließlich der Reflexe und der sekretorischen Aktivität der Drüsen im Kopfbereich in diesem Kapitel behandelt.

Den vierten und letzten Teil bildet der Anhang mit einem Abkürzungsverzeichnis, einem umfangreichen Glossar, einer Auflistung der verwendeten Literatur und einem Sachverzeichnis.

Abgerundet wird das Werk durch eine CD, auf der zur Veranschaulichung und Vertiefung noch ein interaktives 3D-Modell des ZNS des Hundes und ein interaktives 3D-Modell des Innen- und Mittelohres des Hundes zu finden sind.

Für wen ist das Buch geeignet?

„Funktionelle Neuroanatomie für die Tiermedizin“ richtet sich ganz klar an Fachpublikum. Es kann aber auch dem interessierten Katzenhalter viel bieten, vorausgesetzt man ist bereit, wirklich mit dem Buch zu arbeiten, Begriffe nachzuschlagen und sich vielleicht auch mit den ein oder anderen Grundlagen zusätzlich zum Buch zu beschäftigen. Lässt man sich auf dieses Abenteuer ein, hat man ein wirklich umfangreiches Werk für einen relativ geringen Preis an der Hand, das den eigenen Horizont immens erweitern kann. Ich persönlich finde das Buch unglaublich spannend und möchte es in meinem Bücherregal nicht missen.

Angaben zur Transparenz: Das Buch wurde mir vom Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Das beeinflusst jedoch nicht meine Meinung. Denn die ist und bleibt unverkäuflich.

Hausmittel für Katzen gegen Durchfall, Erbrechen und tränende Augen

[Gastbeitrag von Dr. Sam – Dein Online-Tierarzt] Leider werden unsere geliebten Vierbeiner auch manchmal krank. Erbrechen, Durchfall, tränende Augen – das sind alles Symptome, die bei Katzen häufiger auftreten. In diesem Beitrag erklären wir die Gründe, welche Hausmittel helfen und wann man doch besser einen Tierarzt kontaktieren sollte.

Katze muss sich erbrechen

Erbrechen ist bei Katzen keine Seltenheit. Jeder Katzenbesitzer/jede Katzenbesitzerin kennt das Geräusch ganz genau. Meist haben unsere Vierbeiner nur Haare verschluckt, oder zu viel gefressen. Erbricht die Katze besonders oft, könnte jedoch auch eine Erkrankung dahinterstecken.

Erbrechen zählt zu den Reflexen einer Katze. Sie kann es also nicht steuern. Erbricht Ihre Katze häufig, ist es ratsam sie genau im Auge zu behalten. Meist bemerkt man an einer Katze im Vorfeld zum Erbrechen leichte Verhaltensauffälligkeiten, wie zum Beispiel häufiges Schlucken, Maullecken, oder erhöhte Speichelproduktion. Zusätzliche Symptome wie eine Verstopfung bei Katzen, Appetitlosigkeit oder Fieber könnten auf Erkrankungen hinweisen.

Mögliche Ursachen für Erbrechen sind:

  • verschluckte Haare
  • Futterunverträglichkeit
  • Stress
  • Verstopfung
  • Viren, Pilze, Parasiten oder Bakterien
  • Magen-Darm-Infektionen
  • Darmentzündungen
  • Tumore
  • Organerkrankungen (bspw. Nierenerkrankung)
  • Vergiftung

Was hilft gegen Erbrechen bei Katzen?

Wenn Ihre Katze hin und wieder ein Fellknäuel erbricht, ist das meist unbedenklich. Erbricht Ihr Vierbeiner jedoch häufiger als gewohnt, so sollten Sie sich das Erbrochene genauer anschauen. Welche Farbe hat das Erbrochene? Ist Blut im Erbrochenen? Riecht es nach Kot? Trifft etwas davon zu, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Auch wenn das Erbrechen über eine längere Zeit andauert, sollte spätestens nach 2 Tagen ein Tierarzt zu Rate gezogen werden, da das Tier sonst möglicherweise viel zu viel Flüssigkeit verliert und dehydriert.

Kennen Sie die Ursache des Erbrechens erleichtert das Einiges und Sie können dementsprechend handeln. Sie sollten auf alle Fälle darauf achten, dass Ihre Katze genug Flüssigkeit zu sich nimmt. Zudem braucht Ihr Vierbeiner dringend Ruhe. Außerdem können Sie Ihrer Katze in vielen kleinen Rationen über den Tag verteilt Schonkost füttern. Dazu eignen sich besonders proteinreiche, tierische und fettarme Produkte wie zum Beispiel mageres Fleisch, gekochtes Gemüse, oder Hüttenkäse. Liegt eine Magenverstimmung vor, hilft auch eine sogenannte Null-Diät. Das heißt, dass Ihre Katze 24h kein Futter bekommt. Wasser sollte allerdings zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Dadurch können sich die Magenschleimhäute erholen. Nach 24h können Sie Ihrem Vierbeiner dann langsam Schonkost füttern. Vorsicht: Bei Jungtieren ist diese Diät nicht zu empfehlen!

In jedem Fall sollten Sie Ihr Tier gut im Auge behalten. Tauchen noch weitere Symptome wie Schmerzen, Appetitlosigkeit oder glasige Augen auf, könnten die Symptome Hinweise auf eine Erkrankung sein und sollte die Ursache von einem Tierarzt abgeklärt werden. Empfohlen wird auch Fieber bei deiner Katze zu messen.

Durchfall bei Katzen

Auch unter diesem Symptom leiden unsere geliebten Vierbeiner relativ häufig. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich und reichen von einfachen Magenverstimmungen bis zu ernsthaften Erkrankungen die dringend behandelt werden müssen.

Wenn Ihre Katze Durchfall hat, bedeutet das nicht immer, dass sie schwer krank ist. Sie während dieser Zeit besonders gut im Auge zu behalten ist aber wichtig. In der Medizin spricht man von Diarrhoe, wenn eine Katze häufiger als gewöhnlich breiigen bis flüssigen Kot im Katzenklo hinterlässt. Je nach Tier, Ernährung und Ursache können Konsistenz und Farbe sehr unterschiedlich sein. Eine Katze verliert dabei extrem viel Wasser und Elektrolyte, was ernsthafte Folgen haben kann.

Mögliche Ursachen für Durchfall sind:

  • Magen-Darm-Infektionen
  • Stress
  • Vergiftung
  • Immunerkrankungen
  • Darmentzündungen
  • Futterunverträglichkeit
  • Parasiten
  • Tumore
  • Organerkrankungen (bspw. Schilddrüsenüberfunktion)

Was tun gegen Durchfall bei Katzen?

Wenn Ihre Katze Durchfall hat, sollten Sie sich den Kot genau anschauen. Welche Farbe hat der Kot? Ist er hell-, dunkelbraun, oder schwarz? Welche Konsistenz hat er? Ist er eher breiig, oder eher flüssig? Ist er schleimig? Fällt es der Katze leicht, Kot auszuscheiden? Presst sie häufig heftig ohne Erfolg? Es ist auch kein Fehler die Temperatur der Katze zu messen. Liegt sie höher als 39,2°C sollten Sie Ihre Katze umso besser im Auge behalten.

Natürlich sind Sie als BesitzerIn besorgt um Ihren Vierbeiner. Ist Ihre Katze normalerweise im Freien unterwegs, sollten Sie sie jetzt lieber nicht hinauslassen. Zudem sollten sie darauf achten, dass Ihre Katze genug Flüssigkeit zu sich nimmt. Wenn nötig kann hier auch mitgeholfen werden, indem Sie Ihrer Katze mit Hilfe einer Spritze Wasser ins Maul spritzen.

Obwohl man lange der Annahme war, dass die Tiere in diesem Zustand keine Nahrung zu sich nehmen sollen, haben neue Studien gezeigt, dass es besser ist, den Katzen kleine Portionen Schonkost zu geben, um eine normale Darmbewegung zu fördern. Unter Schonkost versteht man leicht verdauliches Futter, wie zum Beispiel Kartoffelpüree, oder gekochte Karotten, Reis, oder Hühnerfleisch. Milchprodukte sollten während Ihre Katze an Durchfall leidet unbedingt vermieden werden.

Wenn der Durchfall länger als 24-48h Stunden anhält, oder immer wieder auftritt, oder wenn sich ihre Katze sonst auffällig benimmt, sollte ein Tierarzt die genaue Ursache feststellen.

Tränende Augen bei Katzen

Wenn die Augen Ihrer Katze gesund sind, sind sie klar und tränen nicht. Das Fell rund um die Augen ist sauber und gepflegt. Hin und wieder tränen die Augen unserer geliebten Vierbeiner aber doch. Die Ursachen dafür reichen von einer Wimper im Auge bis zu ernsthaften Erkrankungen.

Mögliche Ursachen für tränende Augen sind:

  • Allergie
  • Reizung der Bindehaut
  • Verletzung
  • Entzündung im Auge
  • Bakterien, Pilze oder Viren
  • gestörter Abfluss der Tränenflüssigkeit
  • Verletzung der Hornhaut
  • Entzündung der Hornhaut
  • Grüner Star

Was tun?

Oft ist der Grund für ein tränendes Auge eine Verletzung durch Spielen, oder Jagen. Um sicherzugehen können Sie das ganz einfach überprüfen. Sie sehen sich die Schleimhäute Ihrer Katze an, indem Sie das untere Lid nach unten ziehen. Sind diese leicht rosa, aber nicht gerötet, ist es wahrscheinlich nichts Ernstes. Sie sollten den Zustand jedoch im Auge behalten. Verändert er sich, ist es ratsam einen Tierarzt aufzusuchen.

Ist die Ursache für die tränenden Augen Ihre Katze nicht offensichtlich, so ist es auf jeden Fall ratsam einen Tierarzt aufzusuchen, da die unterschiedlichen Ursachen für Laien kaum erkennbar sind. Bis zum Termin beim Tierarzt können Sie Ihrer Katze jedoch mit einem Hausmittel helfen. Käsepappeltee, oder Euphrasiatee eignen sich gut, um im abgekühlten Zustand damit das Auge Ihrer Katze zu reinigen. Dazu den Tee einfach auf ein Wattepad, oder etwas Ähnliches geben und wiederholt über das tränende Auge wischen. Achtung: Kamillentee eignet sich dafür nicht. Klitzekleine Härchen im Kamillentee könnten für zusätzliche Reizung der Augen sorgen.

Wann sollte ich meine Katze zum Tierarzt bringen?

Die Informationen die Sie in diesem Text erhalten haben ersetzen nicht zwingend den Gang zum Tierarzt. Treten weitere Symptome auf – hat Ihre Katze zum Beispiel sichtlich Schmerzen – ist es auf jeden Fall ratsam, die Ursachen der Symptome von einem Experten abzuklären. Bleiben Erkrankungen zu lange unerkannt, kann das schlimme Folgen für Ihren Vierbeiner haben.

Über Dominik von Dr. Sam

Dominik arbeitet bei Dr Sam als Head of Content und verbindet seine Liebe zu Haustieren mit seinem Beruf.

Myiasis – Fliegenmadenbefall bei der Katze

Sommerzeit ist Fliegenzeit. Und wenn ihr Freigänger habt, seht ihr vielleicht regelmäßig die Fliegen, die sich auf den toten Mäusen tummeln, die die Katze mal wieder vor der Tür platziert hat. Nicht jeder weiß jedoch, dass auch lebende Katzen von einem Befall mit Fliegenmaden betroffen sein können. Absolut nichts, was man unbedingt einmal erlebt haben muss. Denn im schlimmsten Fall ist ein Befall mit Fliegenmaden für die Katze tödlich.

Doch während beim Kaninchen in den Sommermonaten regelmäßig vor der Gefahr durch Fliegenmaden gewarnt wird, so liest man bei der Katze solche Warnungen deutlich seltener. Das ändern wir heute.

Was ist die Fliegenlarvenkrankheit (Myiasis) eigentlich?

Unter einer Myiasis, auch Fliegenmadenkrankheit oder Fliegenlarvenkrankheit, versteht man den Befall lebender Wirbeltiere mit den Larven (Maden) von Zweiflüglern (Dipteren), sprich Fliegen und Mücken. Die Maden entwickeln sich dabei ganz oder teilweise auf dem Wirt und ernähren sich dort von lebendem oder abgestorbenem Gewebe und auch Körperflüssigkeiten, Sekreten usw.

Es gibt hier Myasiserreger, die für ihre Entwicklung zwingend lebendes Gewebe benötigen. Bei den in Mitteleuropa häufiger vorkommenden Myasiserregern wie den Schmeißfliegen (Calliphoridae), Fleischfliegen (Sarcophagidae) und Echten Fliegen (Muscidae) ist dem nicht der Fall. Diese gehen in der Regel eher auf verwesende organische Stoffe (Pflanzen und Tiere) und auf Exkremente. Nichtsdestotrotz können sie auch lebende Tiere befallen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.

Warum ist ein Fliegenmadenbefall für Katzen so gefährlich?

Nun, die Frage beantwortet sich im Endeffekt eigentlich schon von selbst. Dadurch, dass sich die Maden von ihrem Wirt ernähren, fressen sie ihn im wahrsten Sinne des Wortes von innen auf. Erkennt man den Befall rechtzeitig, was leider nicht immer so einfach ist, können betroffene Katzen oft noch gerettet werden. Ist die Myiasis bereits zu stark fortgeschritten, bleibt oftmals nur noch, die Katze von ihren Leiden erlösen zu lassen.

Sind alle Katzen durch Fliegenmaden gefährdet?

Eine Myiasis kann grundsätzlich bei allen Katzen vorkommen. Streunende bzw. allgemein geschwächte oder kranke Katzen sind häufiger betroffen. Besondere Vorsicht ist daneben bei allen Tieren geboten, die sich zum Beispiel aufgrund von Gelenkproblemen, einer Behinderung oder anderen Erkrankungen nicht (mehr) richtig putzen.

Zudem erhöhen folgende Faktoren die Gefahr für einen Befall:

  • Offene Wunden (auch kleinste, nässende Hautabschürfungen)
  • Verschmutzungen durch Kot oder Urin im Fell oder am After (z. B. aufgrund von Durchfall)

Hilfe, meine Katze hat Fliegenmaden!

Ein Fliegenmadenbefall ist ein Notfall! Als Erste-Hilfe-Maßnahme versucht man am besten die Maden so gut wie möglich durch Absammeln und Reinigen mit lauwarmem Wasser zu entfernen (Anm. d. Red.: Ja, das ist richtig eklig, ich weiß, aber was muss, das muss!)und bringt die Katze dann so schnell wie möglich zum Tierarzt des Vertrauens oder in die nächste Tierklinik.

Dort werden alle Eier und Maden, die von außen erreichbar sind, entfernt und weitere Schritte nach Bedarf wie Wundtoilette, Medikamentengabe (z. B. Antibiotikum, Schmerzmittel, Antiparasitikum) oder die Gabe von Infusionen, um den Kreislauf zu stabilisieren, eingeleitet. Infolge muss das betroffene Tier in der Regel engmaschig überwacht werden.

Wichtig! Umso früher ein Befall mit Fliegenmaden erkannt und tierärztlich behandelt wird, umso größer sind die Überlebenschancen.

Daher: Keine falsche Scham, kein Aufschieben, sondern UMGEHEND ab zum Tierarzt! Auch am Wochenende oder außerhalb der regulären Sprechzeiten. Ein Fliegenmadenbefall ist ein Notfall!

Wie kann ich einem Befall mit Fliegenmaden vorbeugen?

Da sich die Maden auch in natürlichen Körperöffnungen, (feuchtwarmen) Hautregionen und Hohlorganen ansiedeln können und ein Fliegenmadenbefall sehr schnell entsteht, da die Maden nach nur wenigen Stunden aus den Eiern schlüpfen, ist eine 100%ige Vorbeugung leider nicht möglich.

Es gibt jedoch diverse Vorkehrungsmaßnahmen, die im Sommer grundsätzlich bei allen Katzen, aber insbesondere bei Tieren mit den vorgenannten Problemen absolut Sinn machen.

Einige sinnvolle Vorbeugungsmaßnahmen

  • Kontrolliert eure Katzen täglich auf Wunden (auch kleinste), Verschmutzungen und natürlich Fliegeneier oder Maden. Bei Langhaarkatzen kann es je nach Tier und Situation im Sommer sinnvoll sein, diesen einen Kurzhaarschnitt verpassen zu lassen, um die Kontrolle zu erleichtern. Bitte genau hinsehen! Speziell die Eier sind sehr klein und werden leicht übersehen. Ein Beispielbild findet ihr hier.
  • Haltet eure Tiere sauber und trocken, wenn Sie es selbst nicht ausreichend können. Besonders beliebt bei Fliegen sind Orte, die warm und feucht sind.
  • Montiert Fliegengitter an Türen, Fenstern, Außengehegen soweit möglich.
  • Lasst Grunderkrankungen wie Durchfall oder Verletzungen zeitnah behandeln und behaltet die Katzen ggf. im Haus, bis das Problem beseitigt ist.
  • Beobachtet eure Katzen gut und lasst sie beim Tierarzt untersuchen, sobald sie euch nicht normal vorkommen. Ein gestörtes Allgemeinbefinden kann etwa ebenso wie nervöses Zucken oder Putzen u. a. auch auf einen Befall mit Fliegenmaden hindeuten.

Alles in allem ist ein Fliegenmadenbefall insbesondere bei gesunden, gepflegten Katzen nicht allzu häufig und es gibt absolut keinen Grund, hier panisch zu werden.

Eine Myiasis ist aber definitiv etwas, auf das man absolut verzichten kann und das man auf jeden Fall ernstnehmen sollte! Daher bitte gerade im Sommer die genannten Präventionsmaßnahmen beachten!

Exkurs: Madentherapie und Einsatz von Maden in der Rechtsmedizin

Nachdem wir jetzt so viele eklige Details hinter uns haben zum Abschluss noch zwei Punkte bei denen Maden durchaus auch nützlich sein können.

  • Madentherapie:Bei schlecht heilenden Wunden gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, mit steril gezüchteten Fliegenmaden (Goldfliegenlarven) zu arbeiten. Diese werden auf die Wunde gesetzt und sollen dann abgestorbene Zellen entfernen und die Wundheilung fördern.
  • Rechtsmedizin:In der forensischen Entomologie werden Insektenlarven (z. B. von der Grauen Fleischfliege) genutzt, um anhand deren Entwicklungsstadien bei Leichen in den ersten Wochen nach dem Tod den Todeszeitpunkt recht genau zu bestimmen.


Hast du noch Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Dann schreib uns doch eine Mail an redaktion@haustiger.info. Wir freuen uns auf deine Nachricht!

Referenzen

  • Lutz H, Kohn B, Forterre F (2014). Myiasis (Fliegenlarvenkrankheit). In: Krankheiten der Katze, 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Enke Verlag, Stuttgart. S. 467
  • Mehlhorn H (2012). Fliegen (Unterordnung Deckelschlüpfer: Cyclorrhapha). In: Die Parasiten der Tiere, 7. Auflage. Springer-Verlag Berlin Heidelberg. S. 473-476)
  • Amendt J, Zehner R, Bratzke H (2003). Forensische Insektenkunde: Ein aktueller Forschungszweig der Rechtsmedizin. Dtsch Arztebl 2003; 100: A 3382–3385 [Heft 51–52]