Natural Cat Food – Rohfütterung für Katzen ist der Nachfolger des Buches „Natural Dog Food- Rohfütterung für Hunde“ und soll alle notwendigen Informationen bieten, die nötig sind, um Katzen artgerecht und gesund zu ernähren. Ein weiteres Buch zum Katzen barfen also.
Natural Cat Food ist 2008 erschienen, also zu einer Zeit, zu der deutschsprachige Bücher zur Rohfütterung noch sehr selten waren. Mittlerweile gibt es ja einige. Der erste Blick ins Inhaltsverzeichnis ist recht vielversprechend, scheinen doch alle wichtigen Themen enthalten zu sein. Der Grundlagenteil beginnt mit der Erklärung, warum Katzen gebarft werden sollen, wo die Unterschiede zwischen Hund und Katze liegen (die Katze also eben kein kleiner Hund ist) und welche Vor- und Nachteile die Rohfütterung hat.
Besonders angesprochen hat mich hier, dass Kräuter für Katzen eben nicht einfach so empfohlen werden. Das wird ja in so manch anderem B.A.R.F.-Buch anders gehalten. Allerdings wird auch angegeben, dass Mäuse die Tiere mit dem höchsten Tauringehalt wären, was so nicht ganz stimmt. Unter den an Land lebenden Tieren ja, generell nein. Auch dass Taurin durch Erhitzen generell zerstört wird, ist so nicht ganz richtig, wird aber weiter hinten im Buch dann nochmal richtig erklärt. Auch wird angegeben, dass viele Katzen die Organe und Innereien ihrer Beutetiere liegen lassen. Das mag für einzelne Teile stimmen, aber für alle...hm.
Bei den Vor- und Nachteilen wird Grundwissen über die Katzenernährung unter Nachteilen geführt. Klar, ist einfach nur eine Dose zu öffnen und nicht weiter darüber nachzudenken, leichter, aber Grundwissen über die Ernährung ist zum einen in meinen Augen definitiv ein Vorteil (für Katze und Halter) und zum anderen auch bei der Fütterung von Fertigfutter notwendig, wenn man es richtig machen will.
Es folgen die Anatomie & Physiologie der Katze und die Grundlagen der Ernährung (Bedarfswerte usw.), dann geht es ans Eingemachte, das Fleisch. Hier fand ich schön, dass beispielsweise beim Rind einzelne Fleischteile genau erklärt wurden. Nicht jeder weiß, was der Unterschied zwischen Blume und Hüfte ist und wie sich die Struktur einzelner Fleischteile unterscheidet. Bei Lachs wird in diesem Kapitel angegeben, er wäre für die Vitamin-A-Versorgung zuständig, wird aber dann im gesamten Buch als Vitamin-D-Supplement geführt (Druckfehler?). Fortain stammt nicht wie im Buch geschrieben vom Rind, sondern vom Schwein. Außerdem wäre es bei Katzen generell nicht beliebt (immer und bei allen?).
Warum keine Kaninchenknochen an die Katze (ggf.gewolft) verfüttert werden sollen, erschließt sich mir nicht so ganz. In Zusammenhang mit der Empfehlung von Meeresfrüchten fehlt mir der Hinweis auf Konservierungsstoffe. Bei den Futtertieren wird auf die schlechte Haltung von Futtermäusen hingewiesen, finde ich gut. Auch sonst nimmt der Tierschutz (gute Haltung der Schlachttiere) im Buch einen hohen Stellenwert ein und es wird auch darauf hingewiesen, gerade bei den Ballaststoffen, Saisonware nach Möglichkeit den Vorzug zu geben. Dass Katzen Vitamin D durch Sonnenlicht selbst (ausreichend) synthetisieren können, sollte mittlerweile widerlegt sein.
Die Fleischverarbeitung wird sehr schön erklärt, hier zeigt sich gut, dass es sich wirklich um einen praktischen Leitfaden handelt. Einfrieren gegen diverse Parasiten wird immer wieder einmal im Buch empfohlen, aber ohne Hinweis auf die notwendige Temperatur. Auch sonst finden sich im Fleischteil einige Thesen, die ich so pauschal nicht unterschreiben würde. So würden Katzen Gewolftes Stücken meist vorziehen und Geflügel immer vorziehen. Mag ja in manchen Fällen so sein, aber immer...hm... Dass ganze Hähnchenschenkel und -flügel nicht durch den Fleischwolf passen, halte ich für ein Gerücht. Gut bei Schenkel mit Rückenstück ist es leichter, sie einmal zu teilen, aber gehen tut das. ☺
Es folgen die Ballaststoffe. Hier müsste ich jetzt Getreideflocken und Tomaten persönlich nicht unbedingt im Futter haben. Obst wenn überhaupt nur selten und dann auch nicht unbedingt Zitronen oder Mandarinen. Auch beim Gemüse wird die Verarbeitung schön erklärt. Von Milchprodukten wird grundsätzlich abgeraten, u. a. weil die Laktase nach Entwöhnung der Katzen fehlen würde. Stimmt auch nicht so ganz, die Aktivität ist stark vermindert, aber weg ist sie nicht. Kleine Mengen Milch vertragen daher viele Katzen ohne Probleme. Bei Taurin wird nur Pulver genannt, aber gut, das Buch ist sechs Jahre alt, lassen wir mal so stehen.
Es folgen Hinweise zur Lagerung der Supplemente und einige Rechenbeispiele. Auch dies wieder schön praxisnah und der Hinweis auf Kalkulatoren und notwendiges Zubehör. Im Natural Cat Food für kranke Katzen sind dann wieder ein paar Punkte vorhanden, die mir etwas seltsam erscheinen. So wird z. B. angegeben, dass es bei Katzen nur Struvit- und Oxalatsteine gäbe. Sind die häufigsten Steine klar, aber nicht die einzigen. Bei der Fütterung von Kitten wird darauf hingewiesen, dass diese von Beginn an abwechslungsreich ernährt werden sollen. Das ebenso wie die richtige Erklärung zur Neophobie finde ich gut. Auch die Empfehlung ein Rohfütterungstagebuch zur Umstellung zu nutzen, finde ich nett, da man dadurch mögliche Verursacher von Problemen gut erkennen kann. Sollte eine Katze, die im Kapitel Entgiftung aufgeführten Symptome aufweisen, würde ich einen Tierarzt zu Rate ziehen und (zumindest in den meisten Fällen bzw. generell bei deutlichen Symptomen) nicht einfach nur zuwarten.
Fazit: Alles in allem ist Natural Cat Food ein Buch, das alle wesentlichen Aspekte der Rohfütterung abdeckt und wirklich praxisnah gehalten ist. Inhaltlich ist es im Großen und Ganzen in Ordnung, wenn auch mit einigen fachlichen Fehlern behaftet (hier in der Rezi habe ich mir nur einige herausgepickt), optisch finde ich es jetzt nicht so ansprechend, ist für mich aber zweitrangig, wenn der Inhalt gut ist. Rechtschreib- bzw. Druckfehler gibt es leider auch einige, obwohl das Buch wohl ein Lektorat genossen hat. Der Schreibstil ist ausbaufähig, vieles wiederholt sich, aber auch da gibt es schlechtere.
Quellen finden sich leider wenige bis kaum, wer sich jedoch in B.A.R.F.-Foren usw. umsieht, könnte eventuell den Eindruck bekommen, dass Natural Cat Food nicht DIE neue und revolutionäre Fütterungsmethode ist, als die sie im Buch erscheint, sondern auch (einmal mehr) nur Katzen barfen und vieles (einfach) übernommen wurde. Preislich ist das Buch mit knapp 25 Euro eher teuer. Alles in allem als erster Überblick nett, wenn man gerne ein Buch haben möchte, aber kein Must-Have. Als einzige Informationsquelle genügt es, wie im Buch suggeriert, meines Erachtens nicht. Generell sollte auch dieses Buch mit Hirn gelesen werden und manches (z. B. die Rechenbeispiele und Zahlenangaben) hinterfragt werden, auch – aber nicht nur - vor dem Hintergrund, dass das Buch einfach schon ein paar Jahre alt ist.
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BARF für Katzen – Kleine Tiger gesund ernähren (Dr. Natalie Dillitzer)
BARF für Katzen – kleine Tiger gesund ernähren ist nach dem Buch von Dr. Michael Streicher, das wir bereits rezensiert haben, und das uns sehr gut gefiel, ein weiteres Ernährungsbuch aus dem Hause GU.
Dieses Mal dreht sich alles um die Rohfütterung, im deutschsprachigen Raum meist als „B.A.R.F.“ oder „Katzen barfen“ bekannt.
Allgemeines zum Buch
• Taschenbuch: 64 Seiten
• Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH (3. Februar 2014)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 383383465X
• ISBN-13: 978-3833834653
• Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 17 x 0,8 cm
Meine Meinung
Büchern über Katzenernährung und zum Thema Rohfütterung im Besonderen, stehe ich eigentlich immer sehr skeptisch gegenüber. Meistens zu Recht. Ausnahmslos jedes deutschsprachige B.A.R.F.-Buch, das ich mittlerweile in den Fingern hatte (und das sind mittlerweile schon ein paar), wies mehr oder weniger deutliche und so manches Mal auch mitunter gefährliche Fehler auf oder wirkte so, als sei einfach nur aus Büchern oder aus dem Internet abgeschrieben worden, ungeachtet dessen, ob das so richtig ist bzw. ob es vielleicht schon neue Erkenntnisse zu so manchem Thema gibt, die so nicht in der zu Rate gezogenen Quelle stehen. Entsprechend habe ich mich auch dem Buch von Frau Dr. Dillitzer doch recht kritisch genähert und wurde überaus angenehm überrascht. Ich hatte endlich einmal das Gefühl, dass die Autorin wirklich weiß, wovon sie schreibt.
Das Buch ist in drei hauptsächliche Teile gegliedert. Im ersten Teil erfahren wir, was BARF eigentlich ist und machen einen kleinen Ausflug in die freie Wildbahn. In diesem Teil hat mich folgender Satz, ein wenig irritiert.
„Während ihre großen Artgenossen im Rudel jagen und sich an solches auch an Büffel und Zebras anpirschen, sind Kleinkatzen eher Einzelgänger und bevorzugen kleine Beutetiere.“
Ich gehe jetzt mal stark davon aus, dass mit den im Rudel jagenden großen Katzen Löwen gemeint sind, steht da nur nicht. Und bei den restlichen Großkatzen dürfte die Rudeljagd im Großen und Ganzen meines Wissens eher die Ausnahme sein. Hat aber mit dem Inhalt des Buches nichts zu tun, kann man daher meiner Meinung nach vernachlässigen. Danach erfahren wir die Vor- und Nachteile der Rohfütterung. Der Aussage, dass Küken nicht einfach so verschlungen werden können, stimme ich bedingt zu. Können sie nämlich – wie ich feststellen durfte – wohl, kommen dann aber – hier zumindest – auch ungefähr genauso schnell wieder ans Tageslicht. Zur Futterumstellung hätte ich mir außerdem noch ein wenig Ermutigung gewünscht, manchmal braucht diese eben ihre Zeit, aber alles in allem ein kurzer, fundierter und prägnanter Überblick über die Ernährungsbedürfnisse der Katzen und die Rohfütterung an sich.
Im zweiten Teil geht es dann darum, was in den Napf darf. Es wird erklärt, welches Fleisch verfüttert werden kann, welches man vermeiden sollte, welche Nährstoffe wir in Innereien finden und was bei der Knochenfütterung zu beachten ist. Die Thiaminaseproblematik bei der Fischfütterung ist gut erklärt, ebenso wie die Frage, warum Fleisch und Fisch durch Supplemente ergänzt werden müssen. Es folgen Hinweise zu Milchprodukten und Eiern. Milchprodukte muss ich jetzt nicht zwingend in der Katze haben, bei den Eiern wurde neben dem allgegenwärtigen Avidin auch der Trypsininhibitor erwähnt. Super. Es wird die Problematik bei der Gabe von Schlundfleisch erklärt und einige Warnhinweise, z. B. bezüglich Solanin in Kartoffeln, ausgesprochen. So umfassend und doch kurz und prägnant, habe ich das Thema „Was darf in den Napf“ bisher noch nicht präsentiert bekommen, muss ich sagen.
Weiter geht es mit Fetten, Ölen und Kohlenhydraten. Es folgt die Auflistung verschiedener Supplemente. Beim Tauringehalt der Maus, habe ich wiederum kurz gestutzt, da dieser bei 240 mg pro Maus liegen soll und nicht bei 240 mg Taurin auf 100 g Maus. Ob das nun ein Druckfehler ist oder in anderen Quellen falsch dargestellt wurde, gilt es noch herauszufinden. ;-)
Im dritten Teil geht es dann schließlich ans Eingemachte. Im Praxisteil wird erst einmal erklärt, wie die Futtermenge bestimmt wird, die Berechnung ist verständlich dargestellt und auch für den Laien gut nachzuvollziehen. Bei der Zubereitung finde ich die empfohlene Brockengröße von 1,5 x 1,5 cm bisschen klein, hat aber unbestreitbar den Vorteil, dass das Fleisch vermutlich auch im Napf gefressen wird. Gulaschgroße Stücke werden dann eher mal auf den Teppich oder einen ähnlichen Ort getragen und dort zerkleinert. B.A.R.F. immer frisch zuzubereiten, finde ich persönlich schwierig. Eine Begründung, warum die fertigen Mischungen nicht eingefroren werden sollen, gibt es nicht. Die enthaltenen Rezepte kann man so „nachkochen“, so manches bräuchte ich persönlich nicht im Futter, Sahnequark zum Beispiel. Es folgen noch Tipps zum Einkauf, der Hinweis, dass viele Fertig-B.A.R.F.-Mischungen nicht ausgewogen sind. Erläuterungen zum richtigen Handwerkszeug und zur notwendigen Hygiene in der Küche finden wir auf den nächsten Seiten. Der Hinweis, dass es genügt, die Arbeitsfläche mit heißem Wasser und Spülmittel zu säubern und keine Desinfektion nötig ist, freute mich ebenfalls, findet man doch in manchen Veröffentlichungen gar, dass die gesamte Küche nach der Zubereitung desinfiziert werden muss. Die Risiken im Umgang mit rohem Fleisch (oft eher für das Personal, als für die Katz’) werden ebenfalls beschrieben.
Dann beschäftigt man sich mit der Futterumstellung. Hier ist nichts Neues dabei, aber wozu auch, wenn es genügend bewährte Methoden gibt, Katzen für B.A.R.F. zu begeistern. Sehr schön fand ich, dass zum einen erklärt wird, dass sich Katze (bzw. ihr Innenleben) erst an Rohes gewöhnen muss und dass erläutert wird, was es mit der These „Rohes und FeFu darf NIEMALS gemischt werden“ wirklich auf sich hat. Allerdings werden Produkte des Planetenkonzerns in lila oder alternativ weißer Verpackung zur Kombination mit B.A.R.F. empfohlen. Diese gehören für mich weder in die Katze noch in ein B.A.R.F.-Buch. Infolge werden noch häufige Probleme bei der Futterumstellung und Lösungswege beschrieben. Den Abschluss bilden ein kurzer Überblick zum Thema Barfen bei Krankheiten und einige weitere Rezepte.
Fazit: Bei der Katzenernährung gibt es nicht nur Schwarz und Weiß, bei der Rohfütterung ohnehin nicht. Entsprechend finden sich auch in diesem Buch (natürlich) Dinge, die ich so nicht machen würde. Alles in allem haben wir hier jedoch einen prägnanten Überblick an fundierten, verständlich aufbereiteten Informationen zur Rohfütterung und das zu einem unschlagbar günstigen Preis. Den Vergleich mit anderen deutschsprachigen Ratgebern zum Thema braucht das Buch definitiv nicht zu scheuen. Mit Hirn lesen sollte man grundsätzlich alles, ganz gleich ob gedruckt oder im Internet veröffentlicht.
Von mir auf jeden Fall eine Kaufempfehlung – für Einsteiger ebenso wie für Fortgeschrittene. Kaufen könnt ihr das Buch zum Beispiel hier*.
Außerdem hat sich auch Professor Jasper zum Inhalt des Buches geäußert.
*Partnerlink (ihr zahlt den gleichen Betrag, aber es gibt eine kleine Provision vom Anbieter für die Haustiger)
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Bullshit-Bingo ist ja derzeit in aller Munde und gibt es bereits für die verschiedensten Einsatzbereiche. Was noch fehlte, waren Bingos zum Katzen barfen. Und wie dem so ist, wenn zwei Gleichgesinnte aufeinandertreffen, so waren ruckzuck zwei Bingo-Blätter gefüllt.
Das exklusive Bullshit-Bingo für Katzen-B.A.R.F.-Gegner präsentiere ich euch hier:
Und das exklusive Bingo zu den Standardphrasen beim Katzen barfen findet ihr bei den The3Cats+1.
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Eintagsküken sind eine beliebte Möglichkeit unter Rohfütterern, den eigenen Samtpfoten auch ganze Beutetiere anzubieten. Allerdings sorgt die Gabe der Jungvögel häufig für Verunsicherung, zum Beispiel in Bezug darauf, wie oft Küken gefüttert werden dürfen und ob man den Dottersack ausdrücken muss oder nicht.
Daher beschäftigen wir uns heute einmal ein wenig mit dem Eintagsküken für Katzen.
Eintagsküken für Katzen – Warum?
Grundsätzlich ist die Rohfütterung – richtig gemacht – der natürlichen Ernährung der Katze schon einmal sehr ähnlich. Zumindest ähnlicher, als die Fütterung von Fertigfutter. Dennoch futtert Katze in freier Wildbahn grundsätzlich ganze Beutetiere und nicht kleingeschnittenes oder gewolftes Fleisch mit Supplementen.
Wer Küken füttert, ist dann auch oft überrascht, welch kleines Raubtier in der eigenen Katze steckt, wenn der dargereichte Vogel plötzlich knurrend verteidigt und bespielt wird. Erlebnisgastronomie pur für echte Karnivoren. In diesem Zusammenhang möchten wir euch den Erfahrungsbericht von Haustierwir empfehlen, der einen netten Einblick bietet, was einen beim ersten Mal Küken so erwarten kann.
Zudem eignen sich Küken bei guter Akzeptanz perfekt, um darin Medikamente oder bei Bedarf auch Supplemente zu verstecken.
Eintagsküken für Katzen – Was ist drin im Küken?
So ein Küken (komplett mit Dottersack) besteht in etwa aus 64,9 % Rohprotein, 22,4 % Rohfett und 6,4 % Rohasche (errechnet auf Basis der Trockensubstanz) ((Dierenfeld, Alcorn, Jacobsen - Nutrient composition of whole vertrebrate prey (excluding fish) fed in zoos)) . Das Calcium-Phosphor-Verhältnis liegt in etwa zwischen 1,3 und 1,7:1. Der Bruttoenergiegehalt liegt bei durchschnittlich 24,3 MJ GE/kg Trockensubstanz. Taurin findet sich laut Studie im Küken mit durchschnittlich 7,55 g/kg Trockensubstanz. Der Cystein- und Methioningehalt ist höher als bei erwachsenen Mäusen, der Tauringehalt erwartungsgemäß bei den Mäusen höher. Die Werte für die einzelnen Mengen- und Spurenelemente sowie für die einzelnen Aminosäuren könnt ihr direkt aus den jeweiligen Studien ersehen. ((Lüdtke - Vergleichende Untersuchungen an einheimischen Greif- und Eulenvögeln (Buteo buteo / Falco tinnunculus / Bubo bubo) zur Futteraufnahme, Zusammensetzung der Gewölle und Exkremente sowie zur Nährstoffverdaulichkeit bei Angebot von adulten Mäusen und Eintagsküken)) Blut, Leber und Dottersack des Kükens enthalten direkt nach dem Schlüpfen eine beachtliche Menge an Lipiden ((Entenman, Lorenz, Chaikoff - The lipid content of blood, liver and yolk sac of the newly hatched chick and the changes that occur in these tissues during the first month of life)) . Der Vitamin-A-Gehalt in der Leber des Kükens liegt bei etwa 32 I.E. ((Joshi, Mathur, Murthy, Gaguly - Vitamin A economy of the developing chick embryo and of the freshly hatched chick))
Bitte beachtet, dass es sich dabei nur um ungefähre Richtwerte handelt und die Werte aus verschiedenen Gründen variieren können. So haben zum Beispiel das Alter und die Ernährung des Huhns von dem das Ei stammt, das Gewicht des Eis sowie die Hühnerrasse Einfluss auf die Nährstoffzusammensetzung und die Größe des Kükens und des Dottersacks. ((Yadgary, Cahaner, Kedar, Uni - Yolk sac nutrient composition and fat uptake in late-term embryos in eggs from young and old broiler breeder hens)) Durchschnittlich kommt ein Eintagsküken auf ein Gewicht zwischen 28 und 42 Gramm.
Eintagsküken für Katzen – Streitpunkt Dottersack
An kaum einem Thema scheiden sich in Bezug auf Eintagsküken so die Geister, wie an der Frage, ab welcher Menge man den Dottersack ausdrücken sollte. Die Empfehlungen reichen hier von mehreren Küken am Tag über ein Küken am Tag bis hin zu ein bis zwei Küken pro Woche. Der Dottersack macht zum Zeitpunkt des Schlüpfens etwa 15 bis 25 Prozent des Kükens aus. Im Vergleich zum rohen Eigelb hat sich zu diesem Zeitpunkt der Fettgehalt um 60 bis 76 Prozent verringert, der Proteingehalt um 21-33 % verringert und der Kohlenhydratanteil um etwa 60 Prozent erhöht.
In der zu Rate gezogenen Studie sah die Zusammensetzung dann aus, wie folgt:
Protein: 1,81 – 2,63 Gramm (frisches Eigelb: 2,73-3,36 Gramm)
Fett: 0,87 – 2,34 Gramm (frisches Eigelb: 3,78 – 5,89 Gramm)
Wasser: 3,27 – 3,74 Gramm (frisches Eigelb: 8,4 – 11,49 Gramm)
Kohlenhydrate: 0,16 – 0,21 Gramm (frisches Eigelb: 0,06 – 0,09 Gramm) ((Yadgary, Cahaner, Kedar, Uni - Yolk sac nutrient composition and fat uptake in late-term embryos in eggs from young and old broiler breeder hens))
Der Vitamin-A-Gehalt im Dottersack ist durchschnittlich um dreimal höher als in der Leber des Kükens und liegt bei etwa 96 I. E.. ((Joshi, Mathur, Murthy, Gaguly - Vitamin A economy of the developing chick embryo and of the freshly hatched chick)) Zu den anderen fettlöslichen Vitaminen sind leider keine brauchbaren Daten zu finden. Lediglich der Hinweis darauf, dass es an entsprechenden Daten noch mangele, dass der Anteil an Vitamin E relativ hoch sei und dass das Küken von der Zusammensetzung her in Bezug auf die Vitamine dem Ei recht ähnlich wäre. Allerdings alles nur Hinweise, ohne wissenschaftlich fundierte Quellen und daher mit Bedacht zu genießen. In Bezug auf Vitamin A liegt der Gehalt im Küken (nur Leber und Dottersack) im Vergleich zum Gehalt im Eigelb in etwa bei der Hälfte.
Eintagsküken für Katzen - Wie viel Küken darf es sein?
Die Frage wie viele Küken pro Woche gegeben werden dürfen, ist nicht so ganz einfach zu beantworten. Zum einen ist unser Futter (egal ob Roh- oder Fertigfutter) in der Regel schon ausreichend supplementiert, zum anderen ist der Toleranzbereich zwischen Erfüllung der Bedarfswerte und dem Erreichen toxischer Werte zumindest bei den Vitaminen A und D relativ groß, so dass vermutlich auch keine Probleme zu erwarten sind, wenn täglich ein Küken samt Dottersack gereicht wird. Zu berücksichtigen ist aber, dass es sich bei Vitamin A und D um fettlösliche Vitamine handelt, ein Überschuss nicht einfach ausgeschieden wird, die Vitamingehalte stark schwanken können und die Küken ja über einen längeren Zeitraum gegeben werden.
Dennoch würde ich persönlich pro Woche nicht mehr als ein bis zwei Küken füttern und zwar aus einem einfachen Grund. Wenn Küken akzeptiert werden, dann werden sie oft wirklich geliebt und es kommt – wie auch z. B. bei Thunfisch – gar nicht mal so selten vor, dass die lieben Samtpfoten nur noch ihre Küken einfordern und keine andere Nahrung mehr akzeptieren („Kükenjunkies“). Ein Phänomen, das übrigens auch bei anderen Tierarten zu beobachten ist. Eine ausschließliche Ernährung mit frisch geschlüpften Vögeln ist aber nicht ausgewogen und jetzt auch nicht unbedingt der Ernährung in der freien Natur nachempfunden, bei der Kleinnager in der Regel den größten Teil der Beute ausmachen. Zudem bleibt der Spaßfaktor für die Katzen meines Erachtens länger erhalten, wenn die Küken ein besonderes Schmankerl auf dem kätzischen Speiseplan bleiben.
Bei der Gabe von größeren Mengen Küken samt Dottersack oder bei empfindlichen Katzen kann es zu Durchfällen kommen. In diesem Fall hilft es oft, den Dottersack auszudrücken, ungeachtet der verfütterten Menge. Erspart euch auch die Sauerei, die entsteht, wenn Katze das Küken schließlich verspeist.
„Küken kann man nämlich nur und ausschließlich auf dem Teppich futtern oder vielleicht noch auf dem Sofa, Sessel oder Polsterstuhl!“ (Zitat: Emma)
Wie drücke ich den Dottersack aus?
Um den Dottersack auszudrücken, lasst ihr das Küken komplett auftauen. Nehmt es dann mit dem Bauch nach oben in die Hand. Der Dottersack befindet sich im Unterbauch des Kükens (so ungefähr zwischen den Beinen) und lässt sich eigentlich gut ertasten. Stecht mit dem Messer dort ins Küken (Achtung, kann spritzen) und drückt den Dotter vorsichtig aus bzw. lasst ihn einfach auslaufen.
Eintagsküken für Katzen – wie gewöhne ich meine Katze daran?
Wie es mit den lieben Haustigern nun einmal häufiger so ist, funktionieren sie nicht immer so, wie ihr Dosenöffner das gerne hätte. Da überwindet sich Mensch, geht in die Zoohandlung oder bestellt im Internet gefrorene Küken, präsentiert die der eigenen Katze und was macht die... sie schnüffelt vielleicht einmal daran, wendet sich angewidert ab und verlangt lautstark nach richtigem Essen. ;-) Das Problem ist, dass die an geschnittenes Fleisch oder Fertigfutter gewöhnte Katze, die Küken hin und wieder wirklich nicht als Nahrung erkennt und gar nicht so genau weiß, was sie mit den Vögeln anstellen soll. Bespielt werden sie manchmal noch, aber die Erkenntnis, dass man die Tierchen auch futtern kann, fehlt. Hier muss Mensch unter Umständen ein wenig nachhelfen. Zum einen kann man Küken bereits gewolft kaufen oder auch selbst wolfen, um die Stubentiger an den Geschmack zu gewöhnen. Sieht beides nicht wirklich appetitlich aus, ist aber einen Versuch wert.
Eine andere - in meinen Augen sinnvollere - Möglichkeit wäre es, die Küken ein wenig anzuschneiden oder in kleinere Stücke zu teilen. Lässt sich beispielsweise mit der Geflügelschere oder auch einem scharfen Messer leicht bewerkstelligen.
Ein kleiner Tipp: Wenn ihr das Küken schon teilt, so lange der Dottersack noch nicht ganz aufgetaut ist, spritzt es nicht, wenn ihr diesen versehentlich anschneidet.
Sonderfall: „Schlinger“ und zahnlose Katzen
Küken sind zwar ein tolles Erlebnisfutter, können jedoch zum Problem werden, wenn man Katzen hat, die gerne schlingen. Auch Katzen, die zum Beispiel wegen FORL keine Zähne mehr haben, haben mit dem Zerlegen der Küken oftmals Schwierigkeiten. Manche Gesellen (sowohl aus der Kategorie „Schlinger“ als auch aus der Kategorie zahnlos) versuchen dann, das Küken schlangengleich am Stück zu verspeisen, was häufig dazu führt, dass es fast so schnell wieder ans Tageslicht kommt, wie es hinuntergewürgt wurde. Von anderen möglichen Problemen mal abgesehen. Für solche Sonderfälle empfiehlt es sich ebenfalls die Küken entweder zu teilen und die Stücke nach und nach zu verfüttern oder sie – gerade bei zahnlosen Katzen – zu wolfen bzw. gewolft zu kaufen. Der Erlebnisfaktor bei „gehäckseltem“ Küken geht dann leider gegen Null, aber zumindest der Geschmack und der Vorteil, dass es sich um ein ganzes Beutetier mit allem Drum und Dran handelt, bleiben erhalten.
Eintagsküken für Katzen - Uääh, das soll ich füttern?
Nicht nur die Katze muss sich an das Futtern ganzer Beutetiere gewöhnen, sondern auch den Dosenöffner kostet es oft einige Überwindung, ganze Tiere anstelle von „gesichtslosem“ Fleisch zu verfüttern. Interessanterweise scheinen Männer – wenn man dem einheitlichen Konsens in den entsprechenden Foren glaubt – damit eher Probleme zu haben, als Frauen. Alles in allem ist es oft einfach eine Frage der Gewöhnung und der eigenen Einstellung. Schließlich wuchs auch das Schnitzel nicht in der Fleischtheke, sondern gehörte vormals zu einem anderen Tier, auch wenn das nun nicht mehr direkt zu erkennen ist. Manchen hilft es, sich die Küken beim ersten Versuch in aller Ruhe anzusehen, andere sehen lieber nicht so genau hin und möchten Katze auch beim Verspeisen nicht genauer in Augenschein nehmen. Beides ist in Ordnung.
Anmerkung: Wer nicht möchte, dass die Küken quer durch die Wohnung verschleppt werden und vielleicht angebissen auf dem Sofa landen etc., tut gut daran, Samtpfoten samt Küken in einen Raum zu verfrachten oder die Vögel je nach Möglichkeit an der frischen Luft zu verfüttern.
Eintagsküken für Katzen - moralische Bedenken / Tierschutz
Ein Punkt, der bei der Verfütterung immer wieder einmal kritisiert wird, ist die Art, wie die Vögel "produziert" werden. Bei Eintagsküken handelt es sich im Endeffekt um „Abfallprodukte“ aus der Legehennenproduktion. Da dafür nur die weiblichen Tiere gebraucht werden, aber natürlich auch männliche schlüpfen, werden diese kostengünstig entsorgt. Die Mast der Tiere erscheint wenig lohnenswert, da die Legehühnerrassen vor allem auf die Eierproduktion und nicht auf das Ansetzen von Fleisch ausgelegt sind. Das Töten geschieht in der Regel entweder durch Gasvergiftung oder durch Zerschreddern. Die Zahl der auf diese Weise getöteten Küken liegt pro Jahr in Deutschland bei etwa 40 bis 50 Millionen. Die toten Küken werden dann zu großen Teilen als Brei im Tierfutter verarbeitet oder im Ganzen an Zoologische Gärten, Falknereien oder eben auch Rohfütterer verkauft. Aus Tierschutzsicht ist dieses Verfahren natürlich in keinem Fall tragbar. Wünschenswert wäre daher auf jeden Fall, die Abschaffung der gängigen Praxis! Ob es aber verwerflich ist, Tiere zu verfüttern, die aktuell ohnehin im Tierfutter landen würden und auch nicht speziell für die Katze getötet wurden?
Einige gute Nachrichten gibt es aber auch. So wurde in NRW das Verbot der massenhaften Tötung von Eintagsküken angekündigt und an der Uni Leipzig wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem das Geschlecht der Küken direkt im Ei noch vor dem 10. Tag der Bebrütung bestimmt werden kann. Ein weiteres Zeichen setzt die Bruderhahn Initiative Deutschland.
Update 24.02.2015: Wie bereits erwähnt, wurde in NRW eine Abschaffung der gängigen Praxis zur Tötung von Eintagsküken angekündigt und war vom Düsseldorfer Agrarministerium per Erlass zum 01.01.2015 verboten worden. Dagegen klagten 11 von insgesamt 12 im Bundesland ansässigen Brütereien, mit der Folge, dass sie die gängige Praxis fortführen dürfen, bis ein endgültiges Gerichtsurteil feststeht, was einige Jahre dauern kann. Das Gericht argumentierte, dass der Bundesgesetzgeber im Tierschutzgesetz bisher keine Grundlage für einen solchen Erlass geschaffen habe. Die Verwaltung eines Bundeslandes könne nicht entscheiden, ob die im Grundgesetz geschützten Interessen der Züchter oder der Tierschutz höher zu bewerten seien. Nun will die Bundesregierung zeitnah gegen die millionenfache Tötung männlicher Küken vorgehen. Noch vor Ostern will CSU-Agrarminister Christian Schmidt einen realistischen Zeitplan für den Ausstieg aus der Kükentötung schaffen. Der Tierschutzbund begrüßt diese Entscheidung, betont jedoch, dass ein schrittweiser Ausstieg nicht genug sei, sondern dass bei einem solchen tierschutzwidrigen Verhalten, ein sofortiges Verbot nötig sei.
Update 30.03.2016: An der TU Dresden ist es erstmals gelungen, mithilfe von Ramanspektroskopie bereits nach 72 Stunden Bebrüten das Geschlecht direkt im Ei zu bestimmen. Die Forscher haben sich zum Ziel gesetzt, das Verfahren bis Mitte 2017 vollautomatisiert anwenden zu können. (Quelle: Spektroskopische Blutanalyse von Eiern soll das Töten männlicher Küken überflüssig machen)
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Katzen und Schwangerschaft ist so ein Thema, bei dem viel Unsicherheit herrscht und viele Informationen verbreitet werden (leider teilweise auch von Frauenärzten), bei denen es einem doch oft ein wenig die Nackenhaare aufstellt und die leider immer noch oft dazu führen, dass die Tiere abgegeben oder gar ausgesetzt werden. Roh ernährte Katzen sind in dem Zusammenhang noch einmal eine Stufe höher auf der Panikskala. Schließlich ist auch rohes Fleisch in der Schwangerschaft zu meiden. Nun, was ist dran an den ganzen Aussagen? Nur Panikmache oder doch große Gefahr?
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Wir beschäftigen uns hier nun einmal speziell mit dem Katzen barfen in der Schwangerschaft, welche Gefahren bestehen und wie ihr das Risiko so gering wie möglich halten könnt.
Katzenfutter in der Schwangerschaft selber machen – welche Gefahren bestehen?
Im Zusammenhang mit rohem Fleisch und Schwangerschaft stößt man in der Regel auf drei Begriffe. In Bezug auf Katzen sind das natürlich Toxoplasmose, aber auch Listeriose und Salmonellen.
Toxoplasmose
Toxoplasmose ist eine Zoonose, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird. Katzen stellen den Hauptwirt für diesen Erreger dar. Die Infektionskrankheit ist im Normalfall für den Menschen ungefährlich, kann jedoch für das Ungeborene zur Gefahr werden, wenn sie in der Schwangerschaft zum ersten Mal auftritt. Hat die werdende Mutter bereits vor der Schwangerschaft eine Toxoplasmose-Infektion durchgemacht (oft symptomlos) sind Antikörper vorhanden, die vor einer Neuansteckung während der Schwangerschaft schützen.
Es wird angenommen, dass ca. die Hälfte der Bevölkerung bereits immun gegenüber Toxoplasmen ist und dass in Deutschland etwa 0,2 Prozent der Frauen während der Schwangerschaft an Toxoplasmose erkranken. Aufschluss über eine bestehende Immunität gibt ein Test beim Frauenarzt. Kommt es zu einer Infektion in der Schwangerschaft im ersten Schwangerschaftsdrittel kommt es in 70 % der Fälle zu einer Fehlgeburt, im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel kann es bei einer Toxoplasmoseinfektion zu erheblichen Beeinträchtigungen beim Kind kommen (z. B. kognitive Einschränkungen, Epilepsie, geistige Behinderungen).
Listeriose
Bei der Listeriose handelt es sich ebenfalls um eine Infektionskrankheit, die durch kleine, stäbchenförmige Bakterien der Gattung Listeria verursacht wird. Der wichtigste Erreger ist Listeria monocytogenes. In der Tierwelt sind vor allem Wiederkäuer (Rind, Schaf, Ziege) betroffen, auch Katzen können grundsätzlich an Listeriose erkranken, das ist allerdings sehr selten. Die Ansteckung erfolgt oral oder als Schmierinfektion, bei Wiederkäuern vor allem durch unzureichend vergorene oder erdreichverschmutzte Silage und verdorbenes Heu. Eine Übertragung von Tier zu Tier oder von Tier zu Mensch findet praktisch nicht statt.
In Lebensmittel gelangen die Listerien meist sekundär, z. B. bei der Verarbeitung (Melken, Schlachten) oder bei unhygienischem Verhalten im Haushalt. Beim Menschen kommt es grundsätzlich sehr selten zu einer Infektion und wenn verläuft diese meist symptomlos. Allerdings ist bei Schwangeren durch die geringere Immunabwehr das Risiko höher und die Infektion kann über die Plazenta auf das ungeborene Kind übergehen. Die Folge ist meist eine Fehlgeburt/Totgeburt. Infizierte Neugeborene sterben häufig bald nach der Geburt oder tragen schwere Schäden davon.
Salmonellen
Salmonellen stellen direkt für das Ungeborene keine Gefahr dar, jedoch ist auch hier bei Schwangeren die Gefahr höher, dass es zu einer Infektion kommt. Die folgenden Maßnahmen schützen im Endeffekt auch vor Salmonellen.
Katzenfutter in der Schwangerschaft selber machen – Vorsichtsmaßnahmen
Toxoplasmose und Listeriose sind Gefahren, die ihr durchaus ernstnehmen solltet, auch wenn das Risiko einer Infektion in der Schwangerschaft recht gering ist. Über die üblichen Ernährungs- und Verzichtsempfehlungen sollte euer Frauenarzt eingehend mit euch gesprochen haben.
Beim Umgang mit rohem Fleisch, der sich beim Katzen barfen ja kaum vermeiden lässt, könnt ihr durch einige Vorsichtsmaßnahmen das Risiko einer Infektion beträchtlich senken. Diese Hygienemaßnahmen sind grundsätzlich zu empfehlen, wenn man mit rohem Fleisch arbeitet, also auch bei der Zubereitung für euch. Vieles sind ohnehin Selbstverständlichkeiten, die zu den üblichen Hygienemaßnahmen gehören.
- Rohes Fleisch bzw. fertige Tagesportionen immer getrennt von anderen Lebensmitteln lagern (am besten in geschlossenen Behältern)
- Einmal-Plastikhandschuhe bei der Zubereitung verwenden oder dem Mann (bzw. einem anderen freundlichen Helfer) den direkten Umgang mit dem B.A.R.F. überlassen. Wer vermeiden will, dass er sich mit den Handschuhen während der B.A.R.F.-Zubereitung versehentlich an den Mund fasst, kann noch zusätzlich einen Mundschutz tragen
- Eigene Brettchen, Messer und Schüsseln für die Rohfutterzubereitung verwenden oder diese nach dem Gebrauch mit heißem Wasser und Spülmittel oder in der Spülmaschine gründlich reinigen, bevor Nahrung für den Eigengebrauch darin/darauf zubereitet wird. Gleiches gilt für Oberflächen und den Fleischwolf (sofern vorhanden)
- Hände vor und nach der Zubereitung gründlich mit Wasser und Seife reinigen und sorgfältig abtrocken. Auch Handschuhe sollten möglichst steril sein
- Blut und andere Lebensmittelrückstände mit Einmal-Küchenpapier (Zewa und Co.) aufwischen und nicht mit dem Spüllappen. Werden Lappen und Handtücher/Geschirrtücher verwendet, wandern diese nach der Arbeit in die Waschmaschine (bei min. 60 ° C).
- Spülbürsten regelmäßig reinigen und ggf. eigene Bürsten für die Reinigung der B.A.R.F.-Utensilien verwenden
- Für die Reinigung der Fußböden werden andere Lappen verwendet, als für die Arbeitsflächen (bzw. erst die Fläche reinigen, dann den Boden und dann ab damit in die Wäsche)
- Abfallbehälter werden regelmäßig geleert, die Hände nach dem Berühren von Abfall gründlich mit Wasser und Seife gereinigt. Abfallbehälter am besten einmal pro Woche mit heißem Wasser ausspülen
- Toxoplasmen werden vorwiegend über Schweine- und Schaffleisch (teilweise auch Ziege) übertragen. Ersteres meiden wir beim Katzen barfen ohnehin und auch Schaf und Ziege kann man während der paar Monate sicherheitshalber vom Speiseplan streichen. Beides sind Wiederkäuer, wären also auch in Bezug auf Listeriose ein Thema.
- Bei Katzen, die mit rohem Fleisch ernährt werden (Freigänger und gebarfte Wohnungskatzen), ist das Risiko einer Toxoplasmoseinfektion grundsätzlich höher als bei mit Fertigfutter ernährten Wohnungskatzen. Umso wichtiger, dass ihr bei negativem Toxoplasmose-Test die Reinigung der Katzentoilette dem Mann überlasst (macht man ja meist ganz gerne ;-) ) oder mit Gummihandschuhen arbeitet. Auch das Katzen füttern und die Reinigung der Näpfe kann man anderen Mitgliedern des Haushalts überlassen oder auch hier mit Handschuhen arbeiten.
Es gibt diverse Möglichkeiten, sich mit Toxoplasmose bzw. Listeriose zu infizieren und die betreffen ganz sicher nicht nur barfende Katzenhalter. Daher schließen die genannten Maßnahmen natürlich auch das Ansteckungsrisiko nicht aus, können jedoch das Risiko während der Schwangerschaft reduzieren. Grundsätzlich ist auch die zeitweise Umstellung auf hochwertiges Fertigfutter denkbar, auch wenn es hier im Einzelfall abzuwägen gilt, inwiefern das sinnvoll und durchführbar ist, z. B. bei Katzen mit Futtermittelallergien, chronisch kranken Katzen oder solchen, die man über Monate ganz langsam endlich auf Rohes umgestellt hat. Einen Anlass dazu, dass Katzen barfen in der Schwangerschaft generell zu verteufeln, gibt es in meinen Augen nicht.
Wie viel Sicherheit man braucht, ist jedoch sicherlich individuell und kommt je nach Fall bestimmt auch auf die Vorgeschichte an. Die eine befolgt sämtliche Ernährungsempfehlungen etc. ganz penibel, die andere sieht das Ganze ein wenig lockerer und verdreht bei so manchen Ratschlägen die Augen. Beides ist in Ordnung. Grundsätzlich endet die Verantwortung für die Lebewesen, mit denen man sein Leben teilt, allerdings nicht einfach, wenn ein neues Leben entsteht, für das es Verantwortung zu übernehmen gilt. Etwas, das man sich beim Thema "Katze und Baby" vielleicht generell vor Augen halten sollte, im besten Fall bevor die Tiere einziehen. Im Zweifelsfall lohnt es sich immer, eine zweite Meinung einzuholen, z. B. beim Tierarzt eures Vertrauens, wenn ihr euch unsicher seid.
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Wer die eigenen Katzen roh füttert oder sich allgemein mit der gesunden Katzenernährung beschäftigt, erkennt in der Regel recht schnell, dass ein Großteil der im Handel erhältlichen Leckereien nicht wirklich gesund sind. Oft enthalten sie Bestandteile, die wir im Futter für einen Fleischfresser jetzt nicht unbedingt suchen würden. Natürlich futtert auch Mensch zwischendurch einmal Schokolade oder Chips und auch Katze schadet es nicht unbedingt sofort, wenn sie hin und wieder einmal ihre ungesunde Lieblingsleckerei bekommt (sofern sie nicht giftig oder anderweitig schädlich ist). Nur ist die Frage, ob die meisten Katzenhalter wirklich nur ganz selten mal Leckerchen geben. ;-)
Hier gibt es als kleinen Snack zwischendurch Trockenfleisch (entweder gefriergetrocknet oder gedörrt, keine Leber) und alternativ Frischfutter. Das können ganze Beutetiere, wie zum Beispiel Küken sein oder auch Teile von möglichen Beutetieren, wie etwa Kaninchenohren, womit wir beim Thema des heutigen Beitrags wären.
Warum Kaninchenohren?
Mehr Natur in der Katzenernährung
Kaninchenohren werden meist jeweils einzeln mit ein wenig Kopfhaut verkauft, d. h. wir haben eine gute Portion Knorpelgewebe, Haut und Fell. Alles Bestandteile, die wir beim „normalen“ Katzen barfen, also Fleisch + Supplemente nicht unbedingt im Futter haben.
Katze verzehrt aber in freier Natur ganze Beutetiere und nimmt natürlicherweise auch oben genannte Bestandteile zu sich, wenn auch immer im Paket und nicht beispielsweise mittags Kaninchenfleisch und abends die Ohren. Nichtsdestotrotz können wir so noch ein wenig mehr Natur in die Katzenernährung bringen. Eine Zusammensetzung von 26 Prozent Protein, 12 Prozent Fett und 64 Prozent Feuchtigkeit (entsprechend der analytischen Bestandteile) ist ebenfalls u. a. wegen des Fettanteils nicht zu verachten.
„Erlebnisgastronomie“ für die Katze
Beute muss erlegt werden. Wer schon einmal Küken oder andere ganze Beutetiere serviert hat (bei manchen Katzen reicht auch einfach Fleisch in größeren Stücken), kennt das vielleicht. Die Beute wird geschnappt, laut knurrend verteidigt und erst einmal gründlich „totgespielt“. Durch den ganz eigenen Geruch und die Beschaffenheit wirken Kaninchenohren hier sehr attraktiv und lassen häufig das Raubtier, das unsere Katze nun einmal ist, zum Vorschein kommen. Gerade für Wohnungskatzen eine wunderbare Möglichkeit, ihr natürliches Beutespielverhalten an echter Beute und nicht nur an Katzenangel und Co. auszuleben. Trifft natürlich nicht nur auf Kaninchenohren zu, sondern auch auf Küken etc..
Beschäftigung und Training für die Kaumuskulatur
„Schwupps und weg“ funktioniert beim Verzehr von Kaninchenohren nicht. Hier darf Katze Zähne und Kiefermuskulatur einmal so richtig einsetzen und hat gut zu tun, bis so ein Ohr bewältigt ist. Die Fresszeit wird also verlängert, was auch für „Schlingkatzen“ interessant ist. Es gibt übrigens auch getrocknete Kaninchenohren* als Kausnack.
Moralische Bedenken
Aus Katzenhaltersicht ist das natürlich schön und gut, jedoch wachsen Kaninchenohren nun einmal nicht auf Bäumen, sondern hatten vormals Besitzer. Zudem ist die Kaninchenmast im großen Stil ein überaus grausiges Thema, genauere Infos erhaltet ihr unter anderem auf: Kaninchenmast. Nein danke! (Achtung: Nichts für schwache Nerven). Der gemeine „Stallhase“ auf dem Bauernhof oder in Privathaltung lebt meist nicht wirklich besser. Kleine Holzverschläge mit Gittertür plus ungeeignete Ernährung. Oft in Einzelhaltung. Auslauf Fehlanzeige. Wasser häufig auch, das Gerücht, Kaninchen bräuchten keines, hält sich hartnäckig. Vielen Liebhabertieren in Hobbyhaltung geht es übrigens nicht wirklich besser.
Für ein soziales und überaus bewegungsfreudiges Tier schlicht und ergreifend eine nicht einmal annähernd geeignete Haltung. Die Mindestfläche für Kaninchen großer Rassen (also etwa unsere „Stallhasen“) liegt bei 6 Quadratmetern für zwei Tiere, wobei die Betonung auf dem "Mindest-" liegt.
Nun ist es aber auch so, dass es sich bei den Kaninchenohren um ein Abfallprodukt aus der Fleisch- und Pelzproduktion für den Menschen handelt. Kaninchen werden nicht extra für unsere Katzen geschlachtet und auch wenn ihr auf die Fütterung ganzer Kaninchenohren verzichtet, landen sie doch wieder zerkleinert im Katzenfutter.
Dennoch gilt natürlich, wie bei allen tierischen Produkten, auch bei Kaninchenohren, dass sie nach Möglichkeit am besten dort bezogen werden, wo ihr euch im Vorfeld von der Haltung der Tiere überzeugen könnt. Massentierhaltung ist ja nicht nur bei Kaninchen ein Thema, in der Hähnchenmast sind Ställe mit Plätzen für bis zu 120.000 (!) Hähnchen beispielsweise keine Seltenheit. Bei einer durchschnittlichen Mastzeit von durchschnittlich 39 Tagen wird dabei im Schnitt an 10,1 Tagen Antibiotika verabreicht, das nur als Hintergrundinfo. ((https://www.agrarheute.com/antibiotikaeinsatz-pro-tier)) Die volle Kontrolle darüber, woher das Fleisch für eure Katzen stammt ist übrigens auch wieder ein nicht zu verachtender Vorteil der Rohfütterung.
Ob ihr natürlich generell Fleisch vom Kaninchen füttern möchtet, ist, wie z. B. auch häufig bei Pferdefleisch, eure ganz persönliche Entscheidung.
*Partnerlink (ihr zahlt den gleichen Betrag, aber es gibt eine kleine Provision vom Anbieter für die Haustiger)
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