Interview: Vegan leben und Katzen barfen

Interview

Vegan leben und Katzen barfen

Auf Romy bin ich auf Twitter gestoßen, als sie gerade mit dem Barfen ihrer Katzen angefangen hat. Was in meinen Augen sehr bemerkenswert ist, denn Romy lebt vegan. Nun hat sie sich netterweise bereiterklärt, ein paar Fragen zu diesem Thema zu beantworten.

Haustiger: Warum hast du dich entschieden, zu barfen?

Romy: Ich bin der Meinung, dass barfen die artgerechteste Ernährungsweise ist, die man seinen Katzen bieten kann, gerade wenn es reine Wohnungskatzen sind, so wie meine. Ich habe davor jahrelang Bozita gefüttert, was ja schon ein etwas hochwertigeres Dosenfutter ist, aber irgendwann hat mir das nicht mehr gereicht und ich dachte mir, dass ich meinen Katzen doch das gesündeste und Beste bieten sollte, wenn es mir möglich ist. Ich bin ja schließlich verantwortlich für sie und ihre Gesundheit.

Haustiger: Du lebst vegan, ist es da nicht schwierig, mit Fleisch zu arbeiten?

Ein gewisser Ekel vor dem Fleisch ist schon da, ja. Meine Lieblingsbeschäftigung ist das tägliche Katzenfüttern also nicht, aber ich finde man gewöhnt sich daran. Vorher haben sie ja auch Fleisch bekommen, nur eben aus der Dose. Das erkennt man dann kaum mehr als richtiges Fleisch, vielleicht war das dann etwas leichter, aber dafür hat mich der Geruch beim Dosenfutter auch mehr gestört. Insgesamt ekle ich mich auch nicht so sehr davor, das Fleisch zu riechen oder anzufassen wegen dem Aussehen oder wie es sich anfühlt. Ich „ekle“ mich eher, weil ich weiß, dass es ein totes Tier ist und ich dem Tier gegenüber Mitleid und auch so etwas wie Schuld empfinde. Für mich ist das immer ein kleiner Gewissenskonflikt, aber damit muss man als vegane Katzenmama umgehen lernen.

Haustiger: Entschuldige die direkte Frage, aber hast du vor deiner Entscheidung, deine Katzen roh zu füttern schon einmal über vegetarische/vegane Katzenernährung nachgedacht? Was hältst du grundsätzlich davon?

Romy: Ja, nachgedacht habe ich darüber natürlich schon, denn wäre vegane Katzenernährung wirklich problemlos und ohne jegliche Bedenken für die Gesundheit der Katze möglich und gäbe es entsprechende wissenschaftliche Belege dafür, dann würde ich es vielleicht sogar machen, ich weiß es aber nicht genau. Dem ist allerdings ja nicht so. Ich habe einige Zeit lang in einem veganen Lebensmittelgeschäft ausgeholfen, da wurde auch veganes Katzen- und Hundefutter verkauft und es gab ein Buch darüber. Damals war ich noch nicht so lange vegan und mir wurde irgendwie suggeriert, dass vegane Katzenernährung völlig in Ordnung ist, weil ich noch nichts gegenteiliges gehört hatte. Als ich mich dann aber selbstständig informiert habe, habe ich schnell gemerkt, dass dem nicht so ist. Ich habe meinen Katzen in dieser Zeit zwei Mal vegane Leckerlis mitgebracht, weil ich einfach neugierig war, wie es ihnen schmecken würde. Sie fanden es lecker – aber sie finden im Prinzip auch alles lecker - wenn ich nicht aufpasse klauen sie mir auch Brot, Salat, Kartoffeln usw. Richtig vegan ernährt habe ich sie aber nie und das würde ich auch nicht tun, weil ich es für nicht artgerecht und vor allem gefährlich halte. Außerdem finde ich, dass ich eigentlich nicht das Recht habe, meinen Katzen meine Ernährungsweise aufzuzwingen.

Haustiger: Wie nehmen deine Katzen das neue Futter an? Verlief die Umstellung ohne größere Probleme?

Romy: Ein paar kleine Anfangsschwierigkeiten gab es in den ersten 2 Wochen schon. Ich habe einmal Hühnerhälse gefüttert und mein Findus ist ein bisschen - um nicht zu sagen extrem - wild und maßlos, was sein Fressen angeht. Er hat den Knochen so schnell runter geschlungen, dass er ihm danach knapp zwei Tage sehr schwer im Magen lag. Danach wollte er erst mal nicht so richtig fressen, aber nach ein paar Tagen war alles wieder in Ordnung. Mit Knochen passe ich seitdem sehr auf. Meine Katze Bastet hat dann noch gut zwei Tage ein wenig rumgezickt, weil ihr eine Fleischsorte nicht geschmeckt hat und in der Zeit hat sie wirklich nur noch Dosenfutter gefressen, das habe ich ihr dann aus Verzweiflung wieder angeboten. Aber mittlerweile ist alles OK und die drei fressen ihr Fleisch ganz brav :) Ich denke kleinere Anfangsschwierigkeiten sind völlig normal und man sollte deswegen nicht direkt aufgeben!

Haustiger: Wo hast du dich über das Thema Katzen barfen informiert?

Romy: Überwiegend im „Du barfst“ Forum, außerdem habe ich viel in der „Du barfst“ Fibel gelesen, das fand ich schon sehr hilfreich. Es gibt aber auch noch viele andere tolle Infoseiten. Außerdem habe ich mich mit einigen anderen Mädels ausgetauscht, die schon Erfahrung mit barfen haben. Durchs Internet ist man ja zum Glück nie alleine und man findet immer irgendwo Hilfe und Tipps :)

Haustiger: Möchtest du unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Romy: Falls ihr euch ans Barfen nicht so richtig herantraut, dann probiert es doch einfach mal aus. Zuerst muss man ja gar nicht komplett barfen, sondern z.B. nur 1x die Woche, das habe ich in den ersten Wochen auch so gemacht. Anfangs erschien mir das ganze Thema auch unheimlich komplex – gut, das ist es auch, aber ich dachte, ich steige da nie durch und inzwischen habe ich die Basics schon einigermaßen drauf, glaube ich. Es ist weniger schwierig als man anfangs denkt. Ich verwende momentan als Supplement Felini Complete, weil man das fix und fertig so wie es ist einfach aufs Futter streuen kann, da muss man nicht rechnen, keine Milligramm Mengen abwiegen oder so, ich denke gerade für den blutigen Anfänger ist so etwas sehr praktisch. Irgendwann möchte ich mir mein Supplement auch selber zusammen stellen, aber es ist mir wichtig, dafür erst das nötige Know-How zu erlernen. Aller Anfang ist schwer, aber man findet da sehr schnell seine Routine und für die Katzen ist es sicherlich das Allerbeste :)

Vielen Dank Romy, dass du meine Fragen so toll und ausführlich beantwortet hast. Ihr findet Romy auf Twitter unter @zombiekatze.

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Großkatzen benötigen fünf bis sieben unterschiedliche Beutetiere für eine ausgewogene Ernährung

Ernährung

Großkatzen benötigen fünf bis sieben unterschiedliche Beutetiere für eine ausgewogene Ernährung

Dachte man früher, dass große Katzen, wie Tiger, Löwe und Luchs ihre Ernährungsbedürfnisse aus nur einer oder zwei Beutetierarten erfüllen können, ergaben Studien der Universität Malaga, dass die Katzen fünf bis sieben verschiedene Beutetierarten für eine ausgewogene Ernährung benötigen. Hundeartige können dies nur durch drei verschiedene Arten von Beute erreichen.

Ziel der durchgeführten Studie war es, die durchschnittliche Anzahl unterschiedlicher Beutetiere zu ermitteln, die notwendig sind, um die Ernährungsbedürfnisse großer räuberischer Säugetiere zu erfüllen, wobei man bisher von einer sehr geringen Anzahl ausging. Durch die Studie wurde bestätigt, dass große Katzen, wie Löwen und Leoparden, fünf bis sieben verschiedene Beutetierarten benötigen, um ihren Ernährungsbedarf zu erfüllen, während bei Hundeartigen drei Arten von Beutetieren ausreichen. Eine Ausnahme bilden der Gepard und der Iberische Luchs, die sich auf wenige unterschiedliche Arten von Beutetieren konzentrieren.

Dieses Ergebnis ist eigentlich paradox, zieht man in Betracht, dass Hundeartige bei ihrer Ernährung weit weniger spezialisiert sind, als Katzen und sich zu einem gewissen Teil auch omnivor ernähren, d. h. im Vergleich zur Katze eine relativ große Menge wirbelloser Beute und pflanzlicher Nahrung aufnehmen. Dennoch haben die Hundeartigen nach wie vor ein Fleischfressergebiss aus 42 Zähnen, das es ihnen möglich macht, eine größere Varietät an Futter aufzunehmen. Katzen haben ein kleineres, spezialisierteres Gebiss aus 30 bleibenden Zähnen, das so konzipiert ist, dass sie mit ihren Eckzähnen töten und mit den Reißzähnen Fleisch schneiden können.

Die Resultate wurden erzielt, indem hunderte Veröffentlichungen analysiert wurden, aus denen die Biomasse verschiedener Raubtiere aus unterschiedlicher Beute errechnet werden konnte. Die Biomasse wurde in der Regel durch die Analyse der Überreste aus Fell und Knochen in den Fäkalien der Tiere quantitativ bestimmt, da so genauere Ergebnisse erzielt werden konnten, als durch Beobachtungen der Tiere bei der Jagd.

Durch die Studie ergeben sich auch neue Erkenntnisse im Hinblick auf die Paläoökologie von heute ausgestorbenen Katzen, wie etwa dem Säbelzahntiger. Es besteht Grund zur Annahme, dass auch diese Katzen aus vergangenen Tagen eine größere Menge an unterschiedlichen Beutetieren benötigten, als bisher angenommen, da die gefundenen Fossilien eine größere Diversität möglicher Beutetiere während des Plio-Pleistozäns zeigen.

Auch als Hintergrundwissen zum Katzen barfen sind diese Ergebnisse hilfreich.

Hier findet ihr den ausführlichen, englischsprachigen Text, der 2008 auf Science Daily erschienen ist.

 

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Eine artgerechte Ernährung von uns Samtpfötchen ist schnurr wichtig

Ernährung

Eine artgerechte Ernährung von uns Samtpfötchen ist schnurr wichtig

Die liebe Sari hat uns zusammen mit ihrer Dosi Babs einen tollen Artikel zum Thema Artgerechte Ernährung geschrieben.

[Gastbeitrag] Wer bin ich? Mein Name ist Sari und ich bin eine lebensfrohe Katze mit Ataxie (Koordinationsstörungen). Am 28. August erblickte ich das Licht der Welt. Im Alter von nur zwei Tagen kam ich mit meinen Geschwistern, meiner Mutter und meiner Tante in den Katzenschutzverein. Anfang 2009 zog ich in mein endgültiges Zuhause.

Kurz nach meiner Kastration im Sommer 2009 fingen unschnurriger Weise epileptische Anfälle an. Ich hab eine so genannte Schlafepilepsie. Das heißt, meine Anfälle kommen aus dem Schlaf heraus, meist in der Nacht, manchmal auch am Abend. Mehr zu mir gibt es hier: www.saricat.de und sonneimherz.blogspot.com

Vereinsbotschafterin: Ganz stolz darf ich euch schnurren, dass ich die Vereinsbotschafterin von unserem Verein „Feline Senses – Lebensfreude für Katzen mit Ataxie e.V.“ bin. Im Januar 2010 würde mein Verein übrigens gegründet. Ich habe viel Sonne im Herzen und fühle mich nicht behindert, wenn mich das nicht zur perfekten Botschafterin macht. Mit großer Aufmerksamkeit nehme ich an meiner Umgebung teil und meistere mit viel Energie und Lebensfreude alle Herausforderungen die ein Katzenleben so mit sich bringt.

Meine Ernährung: Ganz wichtig ist natürlich die Ernährung, gerade bei einem Raubtier wie ich es bin. Früher, als ich noch im Tierheim war, bekam ich das übliche Katzenfutter aus dem Supermarkt. In meinem neuen Zuhaue wurde ich dann langsam auf Almo, frisches Fleisch und Trockenfutter zum Erarbeiten umgestellt. Also dann diese unschnurrigen Anfälle anfingen wurde ich auf Anordnung der damaligen Tierärztin auf eine nierenschonende Kost (Nass- und Trockenfutter) umgestellt.

Warum? Weil ich die Luminaletten gegen die Anfälle genommen habe und das schon belastend für die Nieren ist. Aber das unschnurrigste war, dass die Tierärztin meinen Haltern sagte, dass ich mein geliebtes rohes Fleisch nicht mehr fressen dürfe. Ich bekam immer häufiger und längere Anfälle, die Luminaletten wurden weiter erhöht. Ich hatte keine Lebensfreude mehr, konnte kaum laufen, alleine fressen und sogar das Klöchen alleine benutzen klappte nicht mehr. Außerdem war ich so müde und verschlief mein Leben irgendwie. Was ein „Katzenjammer“.

Meine Halter erstellten ein Ernährungs- und Anfallstagebuch. Da es nichts mehr zu verlieren gab, wurde ich auf „Barf in Dosen“ umgestellt und bekam mein rohes Fleisch wieder. Die Auswertungen meiner beiden Tagebücher zeigten erstaunliches. Almo (was kein Alleinfuttermittel ist) löst keine Anfälle aus, kam normales Trockenfutter hinzu löste dies Anfälle aus. Sehr unschnurrig. Auch pures Fleisch schien zu gehen. Hochwertiges „Barf in Dosen“ hingegen führte auch zu erneuten Anfällen. Wie kompliziert was?

Meine Dosis und Mitglieder aus unserem Ataxiekatzenforum überlegten angestrengt. Bei den Recherchen zum Thema Epilepsie und Ernährung tauchte bei den Menschen immer wieder Linolsäure auf. Darauf hin wurden gezielt Informationen zu Epilepsie, Linolsäure und Katzen gesucht. Und Bingo! Es wurde allgemein von Linolsäure abgeraten. WAAS? Das würde bedeuten kein Huhn mehr für mich, da das Hühnerfleisch besonders reich an Linolsäure ist. Nein, wie unschnurrig. Außerdem hatten meine Tagebücher gesagt Huhn vertrage ich gut! Das konnte nicht der Auslöser sein.

Im Dezember 2010 wurde meine Ernährung ganz meinen Raubtieransprüchen angepasst auf BARF umgestellt. Allerdings mit kleinen Abwandlungen. Mein BARF ist OHNE Linolsäure aus Getreide und Pflanzenölen. Meine Mahlzeit setzt sich zusammen aus 75% Muskelfleisch, 15% Herz und 3 bis 5 % Leber sowie 5% Magen, als Ballaststoff bekomme ich Karottenbabygläschen ohne Salz oder Karottengranulat hinzugefügt. Lachsöl darf ich bekommen und Vitamin E pur, da Pflanzenöle nicht schnurrig für mich sind.

Und wisst ihr was? Ich finde mein BARF super lecker *yam yam*. Ach so, supplementiert wird mein BARF mit easy Barf, Salz, Taurin, Dicalciumphosphat oder Knochenmehl, und Calcium (Calciumarbonat oder Eierschalenmehl oder Calciumcitrat). Auf die natürliche Supplementierung wird aufgrund der biologischen Schwankungen der Zusammensetzung bewusst verzichtet.

Fertiges Futter bekomme ich auch ab und an. Aber nur ohne die Linolsäure aus Pflanzen. Da bleibt nicht mehr viel übrig. Darunter fallen alle Futtermittel ohne die Zusätze von Getreide oder Pflanzenölen – es gibt nur wenige und die es gibt sind meist kein Einzelfuttermittel. Zum „Naschen“ liebe ich Trockenfutter, ich weiß es ist nicht gesund. Aber mal ehrlich, Naschen ist nie wirklich gesund. Normales Trockenfutter kann ich nicht fressen, aber das „Bananacat“ in ganz geringen Mengen darf ich mir erarbeiten.

Und von manch anderem Trockenfutter lass ich aus gutem Grund die Pfoten weg: Kleine Bällchen für Kitten sind mir schon in den Hals gekullert und ich habe keine Luft mehr bekommen. Trockenfutter in Smarties-Form ist mir ganz hinten auf der Zunge kleben geblieben. Davon habe ich einen Brechreiz bekommen und mich auf dem Boden gekrümmt. Menschen mussten es mit dem Finger ablösen, damit es mir wieder gut ging. Dabei hab ich aus Versehen in die Hand gebissen und mit meinen scharfen Krallen aus Panik ziellos um mich geschlagen.

Selbst mit Trofu, das mir eigentlich keine Probleme macht, kann was schiefgehen: vor Schreck hab ich schon so manches Mal das Gleichgewicht verloren und bin nach hinten umgefallen. Das Trofu in meinem Maul rutschte mir in den Hals und ich habe keine Luft mehr bekommen. Trockenfleisch ist eine gesunde Möglichkeit, aber leider klebt es sich an meinen Gaumen fest und ich muss würgen und bekomme akuten Luftmangel. Nur von so was lass ich mich doch nicht kleinkriegen.

Mehr zu Sari: www.saricat.de und sonneimherz.blogspot.com
Saris Verein Feline Senses – Lebensfreude für Katzen mit Ataxie e.V.: www.ataxiekatzen.de

Liebe Sari, liebe Babs, vielen Dank für diesen tollen Artikel!

(Bilder: (c) Barbara Helferich / www.saricat.de + www.feline-senses.de)

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Wildlachs, Seelachs, Lachsöl – die kleinen Unterschiede

Ernährung

Wildlachs, Seelachs, Lachsöl - die kleinen Unterschiede

Wer sich mit dem Thema Katzen barfen oder allgemein mit Fisch für die Katze beschäftigt, steht oft vor der Frage, wo denn nun der Unterschied zwischen Wildlachs, Seelachs und Lachsöl sein soll, außer im Preis. Ich werde einmal versuchen, euch die Unterschiede ein wenig genauer zu erklären.

Denn Lachs ist nicht gleich Lachs und gerade beim Katzen barfen sollten die kleinen Unterschiede bekannt sein.

Wildlachs (Salmo salar)

Wildlachs bezeichnet im Allgemeinen den Atlantischen Lachs. Dieser gehört zur Gattung der Lachse und lebt größtenteils im Atlantischen Ozean. Bis ins 20. Jahrhundert hinein war der bis zu 1,5 Meter lange Salmo salar auch in Deutschland zu finden und laichte u. a. in den Zuflüssen des Rheins.

Durch Überfischung, Umgestaltung der Flüsse und das Einleiten von Industrieabwässern verschwanden die Lachse etwa Mitte des 20. Jahrhunderts schließlich. Durch das "Lachs-2000-Projekt", das 1987 initiiert wurde, sind heute wieder vereinzelt Atlantische Lachse im Rhein, seinen Zuläufen und in der Elbe anzutreffen. Etwa 5000 t im Jahr machen weltweit Wildfänge aus, die findet man im Supermarkt jedoch eher nicht. ;-)

Der im Handel erhältliche Atlantische Lachs stammt heute meist aus der Zucht. Die Tiere werden in offenen Netzkäfigen vorwiegend in Schottland, Norwegen und Irland gezüchtet.

Salmo salar, übrigens eng mit der Forelle (Salmo trutta) verwandt, gilt als thiaminasefrei und besitzt einen hohen Vitamin D-Gehalt. Er ist daher als Vitamin D-Supplement beim Katzen barfen das Mittel der Wahl.

Alaska-Seelachs (Theragra chalcogramma) und Seelachs (Pollachius virens)

Der Alaska-Seelachs, auch als Pazifischer Pollack, bekannt ist ein recht junger Speisefisch und kein Lachs, sondern ein Fisch aus der Familie der Dorsche. Das ist der Fisch, der in den Fischstäbchen oder im Schlemmerfilet verarbeitet wird. Surimi werden übrigens auch aus Alaska-Seelachs hergestellt. ((https://lexikon.huettenhilfe.de/fisch/alaska-seelachs.html))

Der Alaska-Seelachs lebt im Pazifik und wird hauptsächlich von den USA und Russland gefangen. Seelachs (Pollachius virens) ist den Anglern eher unter dem Namen Köhler bekannt und gehört ebenfalls zur Familie der Dorsche.

Gemein ist den beiden Fischarten der relativ niedrige Gehalt an Vitamin D. Der Jodgehalt beim Köhler ist ziemlich hoch, etwa doppelt so hoch wie beim Alaska-Seelachs. Entsprechend sind die beiden Fischarten als Vitamin D-Supplement eher nicht geeignet und wegen des hohen Jodgehalts ebenso ein wenig mit Vorsicht zu genießen. ((Allgemeine Infos zu Lachs, Seelachs und Alaska-Seelachs))

Was die Thiaminasefreiheit von Seelachs und Alaska-Seelachs angeht, scheiden sich die Geister. Seelachs gilt, ebenso wie Kabeljau als thiaminasefrei ((Nutrient requirements of mink and foxes (Seite 64/65))), zum Alaska-Seelachs habe ich bisher keine verlässlichen Angaben gefunden, da er jedoch eng mit dem Seelachs und dem Kabeljau verwandt ist, kann man wahrscheinlich von einer Thiaminasefreiheit ausgehen.

Um die Thiaminaseproblematik grundsätzlich zu umgehen, kann der Fisch gedünstet werden. Alternativ kann auch zusätzlich Vitamin B1 supplementiert werden. Genaueres zur Thiaminaseproblematik folgt in einem gesonderten Artikel.

Lachsöl

Lachsöl wird, wie der Name schon sagt, aus Lachs gewonnen und kann in Kapseln oder auch in der Flasche erworben werden. Das Öl besitzt einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und wird zum Ausgleich der Fettsäuren (im Verhältnis zu den Omega-6-Fettsäuren) verwendet. Lachsöl ist nicht als Vitamin D-Supplement geeignet und kann echten Lachs daher nicht ersetzen und umgekehrt.

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Katzen barfen – Tutorial (Teil 8)

Ernährung

Katzen barfen - Tutorial (Teil 8)

Nachdem ihr nun das grundlegende Handwerkszeug zusammenhabt, um eure ersten eigenen Erfahrungen im Katzen barfen zu machen, möchte ich euch zu guter Letzt noch einige Tipps an die Hand geben, wie ihr euren Katzen rohes Fleisch schmackhaft machen könnt, wenn eure Stubentiger nicht zu der Sorte Katzen gehören, die sofort mit Appetit Rohfleisch fressen.

 

Verbotene Genüsse schmecken besser

 

Genüsse, die zur freien Verfügung stehen, sind niemals so attraktiv, wie diejenigen, die eigentlich nicht für einen bestimmt sind. Das ist beim Menschen so und auch bei unseren lieben Miezekatzen. Daher ist es oft hilfreich, wenn beim Zubereiten der eigenen Nahrung zufällig einmal ein Brocken Fleisch zu Boden fällt oder das Schneidbrett unbeaufsichtigt ist, so dass sich Katze still und heimlich bedienen kann. Wer möchte, kann das Fleisch auch ein wenig durch die Gegend werfen, um den Jagdinstinkt anzuregen.

 

Verträgliches Fleisch für den Anfang

 

Rindfleisch wird von vielen Katzen sehr gerne gefressen, wird allerdings oft gerade zu Anfang nicht gut vertragen, so dass sich die Tiere davon oft erbrechen. Das kann Katze und Halter die Freude am Rohfleisch unter Umständen schnell verleiden. Es ist daher sinnvoll, mit gut verträglichem Fleisch zu beginnen. Hier empfehlen sich beispielsweise Kaninchen und Geflügel oder evtl. auch Lamm.

 

Stück für Stück ins Rohfleischglück

 

Lässt sich die Katze nicht überzeugen, Fleisch pur zu fressen, kann man dazu übergehen, minimale Mengen ins gewohnte Nassfutter zu mischen und diese mit der Zeit zu steigern, bis die Katze schließlich roh frisst. Hier eignen sich Nassfuttersorten besonders gut, die über einen starken Eigengeruch verfügen (z. B. Fisch).

 

Bestechung macht vieles leichter

 

Fast jede Katze hat ein Leckerli, das sie besonders gerne mag. Dieses eignet sich gut, um die verschmähte Fleischmahlzeit ein wenig attraktiver zu gestalten. So eignen sich Catsticks, Thrive etc. oder auch Trockenfutter in pulverisierter Form hervorrragend, um einzelne kleine Fleischstücken damit zu panieren. Meist wird das Fleisch dann "aus Versehen" mitgefressen.

 

Von Gekochtem/Gebratenem zu Rohem

 

Helfen diese Vorgänge alle nicht, gibt es auch noch die Möglichkeit, das Fleisch erst einmal gekocht oder gebraten anzubieten. Wird dieses gefressen, kann man die Garzeit nach und nach verringern, bis das Fleisch schließlich roh gereicht und gefressen wird. Nach meiner Erfahrung wird mit etwas Schmalz oder Butter gebratenes Fleisch besser angenommen als gekochtes.

(Als letztes Mittel kann man der Katze auch ein wenig Hack auf die Pfoten geben, so manch Katze ist dadurch doch noch auf den Geschmack gekommen.)

 

Supplemente ins Fleisch bringen

 

Ist die Hürde Rohfleisch überwunden, steht bereits die nächste an, das Einschleichen der Supplemente. Hier geht man ebenfalls Schritt für Schritt vor und gibt Woche für Woche ein neues Supplement hinzu. Man beginnt am besten mit Taurin (in lauwarmem Wasser auflösen) und geht dann über Eierschalen und Salz langsam zu den anderen Supplementen über. Das lässt sich am besten mit Teilbarf (20 % der Gesamtfuttermenge pro Woche) bewerkstelligen.

In der Praxis kann es allerdings durchaus vorkommen, dass Katze, wenn sie einmal vom Rohfleisch überzeugt ist, nur noch dieses fressen möchte und Dosenfutter absolut ungenießbar findet (ich habe hier so ein Exemplar), dann sollte das Einschleichen der Supplemente ein wenig schneller gehen. Am besten stellt man einfach einmal ein voll supplementiertes Menü zusammen und sieht, ob es gefressen wird. Später können die Supplemente dann auch mit eingefroren werden.

Mit diesem Teil endet nun unser kleines Barf-Tutorial, ich hoffe es hat euch gefallen. 

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Katzen barfen – Tutorial für Einsteiger (Teil 7)

Ernährung

Katzen barfen - Tutorial für Einsteiger (Teil 7)

Nachdem wir uns in den letzten Teilen dieses kleinen Tutorials mit dem notwendigen Grundwissen rund ums Katzen barfen beschäftigt haben, steht nun vielleicht das erste Rezept an. Dafür könnt ihr euch gleich an den bereits vorgestellten Barf-Rechner wagen, oder auch die Grundrezepte hier und hier als Anregung verwenden. Die Rezepte speziell nach den Bedürfnissen eurer Katzen auszurichten, ist aber sicherlich die bessere Wahl. Wenn ihr mit einem Fertigsupplement wie Fellini arbeitet, erübrigt sich dieser Schritt.

In diesem Teil möchte ich euch einfach einmal beschreiben, wie ich bei der Erstellung von B.A.R.F. für die Katzen vorgehe. Diese Technik ist sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss, gibt euch aber vielleicht einen Anhaltspunkt. Im Endeffekt eignet man sich mit der Zeit ohnehin eine eigene Technik an.

 

Schritt 1: Rezept erstellen

 

Wie beim Kochen auch, so beginnt in der Regel alles mit dem richtigen Rezept, das je nach Umfang und verwendeten Zutaten natürlich variieren kann. Wichtig ist, dass ihr für Abwechslung und Ausgewogenheit bei allen Zutaten sorgt. Ich gehe hier jetzt einfach einmal davon aus, dass ihr bereits alle notwendigen Zutaten im Haus habt. Ich verwende dazu einen individuell auf unsere Bedürfnisse abgestimmten Rechner.

Habt ihr euer Rezept erstellt und die genaue Menge der einzelnen Supplemente ermittelt, gehen wir zum nächsten Schritt über.

 

Schritt 2: Supplemente zusammenstellen

 

Nachdem ihr nun wisst, wie viel wovon in euer Rezept gehört, werden die Waagen gezückt und sämtliche Supplemente in Pulverform zusammengestellt. Bei den meisten Supplementen ist hier aufgrund der geringen Menge die Feinwaage die beste Wahl. Die Supplemente kommen hier alle zusammen in eine Tasse und warten auf ihren Einsatz. Hier sind es meist mindestens zwei Tassen, da ich immer für 30 Tage Futter vorbereite und nicht einen Monat lang das gleiche Rezept verfüttern möchte.

Da ich mich bemühe so viele Zutaten wie möglich in natürlicher Form ins Futter zu bringen (Blut, Knochen, Innereien) und nur wenige Pülverchen zugebe (z. B. Seealgenmehl und Taurin) geht das hier recht fix.

Schritt 3: Nun kommt die Hauptsache - das Fleisch

 

Je nachdem, ob man das Fleisch eingefroren hat oder frisch verarbeitet, muss man entsprechend Vorlaufzeit einplanen, um dieses verarbeiten zu können. Hierzu muss das Fleisch nicht ganz auftauen, sondern es genügt, wenn man es in katzengerechte Stücke zerkleinern kann. Wie diese katzengerechten Stücke aussehen, müsst ihr ein wenig austesten, die lieben Miezekatzen haben hier häufig ganz unterschiedliche Vorstellungen. Habt ihr nur gewolftes Fleisch, fällt das Schneiden natürlich weg. Zum Zerkleinern könnt ihr ganz klassisch ein Messer verwenden oder ihr investiert in einen guten Fleischwolf. Wenn ihr diesen mit einer Lochscheibe der Größe 8 und einem zweiflügeligen Messer verseht, lassen sich auch mit einem Fleischwolf Stücke erzielen, bei denen die Katze noch gut kauen muss. Ist das Fleisch zerkleinert, wandert es erst einmal wieder in den Kühlschrank.

Achtung: Metallteile vom Fleischwolf niemals in die Spülmaschine geben! 

Schritt 4: Supplemente zusammenstellen

Bei der natürlichen Supplementierung kommen zu den Pülverchen unter anderem auch noch Fisch und Leber. Ich jage im Vorfeld beides durch den Fleischwolf (kleinere Lochscheibe) und friere die Mischungen dann portionsgerecht ein. Ebenso verfahre ich mit Innereien wie Milz oder Nieren.  Flüssige Bestandteile wie Vitamin E-Komplex oder Lachsöl werden auch hier mit beigefügt.

Schritt 3 + 4 könnte man auch variieren, je nach Laune und Geschwindigkeit.

Schritt 5: Fleisch verteilen

Ist alles soweit vorbereitet, wird das Fleisch mit Hilfe der Küchenwaage gleichmäßig auf die einzelnen Dosen verteilt.

Schritt 6: Fett schmelzen

Muss zusätzliches Fett zugegeben werden, wird jetzt die notwendige Menge geschmolzen. Gänseschmalz schmilzt meist schon vom Ansehen (oder durch Parken auf der Heizung), bei anderen Schmalzarten muss man in der Regel etwas nachhelfen.

Schritt 7: Supplemente zugeben

Während das Fett schmilzt, wird die Soße aus den Supplementen möglichst gleichmäßig auf die einzelnen Dosen verteilt. Dabei spüle ich den Behälter noch einmal mit Wasser aus, um so ziemlich alles an Supplementen auch im Futter zu haben. Auf die dritte Nachkommastelle, wie errechnet, schafft man das in der Regel nicht, ist aber kein Grund zur Besorgnis. Auch die Pülverchen werden in diesem Schritt zugegeben.

Schritt 8: Fett + Gemüse zugeben

Das geschmolzene Fett wird ebenfalls auf die einzelnen Dosen verteilt (nicht kochend heiß, ggf. erst abkühlen lassen). Theoretisch könnte man das Fett auch direkt in die Soße mischen, allerdings bin ich damit bisher nicht wirklich glücklich geworden. Wollt ihr das Gemüse (blanchieren!) mit einfrieren, könnt ihr es auch jetzt zugeben.

Schritt 9: Deckel druff

Nun sollten eure Barf-Mahlzeiten eigentlich fertig zusammengestellt sein. Daher Deckel druff und ab damit in die Gefriertruhe. Wenn man mit einheitlichen Gefrierdosen arbeitet, ist es ganz sinnvoll, diese zu beschriften, damit Miez nicht aus Versehen fünf Tage hintereinander das gleiche Futter bekommt.

Schritt 10: Einfrieren

Jetzt nur noch die Dosen in der Gefriertruhe stapeln und fertig sind die nächsten Barf-Mahlzeiten. Wasser gebe ich persönlich nach dem Auftauen zu.

Im letzten Teil unseres Tutorials beschäftigen wir uns noch mit der Futterumstellung.

(zuletzt aktualisiert: 13.11.18)

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