Alle Artikel in: Gesundheit

Fallbericht: Mitzi und der riesige Haarballen

Dieser Fallbericht kam mir heute in die Finger und ich dachte mir, er sei vielleicht auch für euch interessant. Mitzi ist Langzeitüberlebende eines Lymphoms. Ihre letzte Chemotherapie ist 5 Jahre her, aber da sie erbrach, hatten ihre Besitzer Angst, dass der Krebs zurück sei und stellten sie einem Tierarzt vor. Ihr Magen fühlte sich sehr seltsam an – teigartig, als wäre ein Brotklumpen darin. So fühlen sich Tumore nicht an, Tumore sind gewöhnlich fest. Das Röntgenbild ergab eine Masse, aber das “Material” in ihrem Magen sah sehr seltsam aus. So entschied man sich für eine Endoskopie. Also wurde Mitzi in Narkose gelegt und das Endoskop eingeführt. Und man entdeckte… einen riesigen Haarballen, größer als eine Faust und er steckte fest. Man fragte sich, ob der Haarballen sich seit fünf Jahren oder mehr in der Entstehung befand. Katzen verlieren nicht ihr ganzes Fell während einer Chemo, aber ihr Oberfell. Mitzi als Langhaarkatze schluckte wahrscheinlich ziemlich viele Haare während der Behandlung. Mit dem Endoskop gelang es nicht, den Haarballen zu entfernen und so musste Mitzi operiert werden, …

Vergiftungsfälle bei Katzen 2016 – VPIS

Der Veterinary Poisons Information Service (VPIS) gibt jedes Jahr eine Statistik zu den häufigsten Vergiftungsfällen/-anfragen im Vorjahr heraus. Diese zeigte sich für das Jahr 2016 wie folgt: Einzelne Stoffe im Detail Lilium-Spezies: Lilien sind für Katzen hochgiftig. Nicht nur Pflanzenteile selbst, sondern bereits der Körperkontakt mit Blütenstaub und die anschließende Aufnahme durch Putzen reichen aus, um schwere Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Ebenso gefährlich ist die Aufnahme von Blumenwasser und -erde. Auch die Hemerocallis-Arten (Taglilien) sind für Katzen hochgiftig. Meist sind Wohnungskatzen betroffen. Permethrin: Permethrin ist in vielen Parasitenmitteln enthalten. Die Katze ist insbesondere durch Spot-on-Präparate für Hunde gefährdet, wenn diese bei ihr angewandt werden. Katzen tun sich aufgrund ihrer Glucuronidierungsschwäche mit dem Verstoffwechseln vieler Substanzen schwer. Dazu gehört auch Permethrin. Im schlimmsten Fall führt die fälschliche Gabe eines Spot-on-Präparats mit Permethrin zum Tod der Katze. Benzalkoniumchlorid: Benzalkoniumchlorid ist in vielen Haushaltsprodukten, wie Desinfektions- und Reinigungsmitteln enthalten. Das Ablecken behandelter Oberflächen kann zu vermehrtem Speichelfluss, Fieber und Geschwüren an Zunge und Maul führen. Typischerweise treten die Symptome Stunden nach dem Kontakt auf. Paracetamol: Das bekannte Schmerzmittel Paracetamol ist …

Impfen kritisch sehen. Ja! Aber bitte mit Hirn. Ein Appell, Katzen mit Sinn und Verstand impfen zu lassen.

Vor einigen Jahren gab es einen großen Hype um ein Buch einer österreichischen Tierärztin, das den Nerv der Zeit getroffen zu haben scheint. Schon damals konnte ich diesen nicht so ganz teilen, zu vieles erschien mir widersprüchlich (z. B. dass Trockenfutter im Buch verteufelt, im eigenen Online-Shop aber vertrieben wurde), zu vieles war so offensichtlich fehlerhaft… Nichtsdestotrotz fand ich das Buch auch irgendwo gut, weil es aufrüttelte, Menschen zum Nachdenken brachte und dazu, so manch gängige Praxis zu hinterfragen. Nun verbreitet sich von eben jener Tierärztin eine Stellungnahme in den sozialen Medien, in der sie mitteilt, dass sie selbst keine Tiere mehr impfen wird und wieso und weshalb. Wasser auf die Mühlen der Impfgegner, die in Krankheiten wie Katzenseuche und Co. nur eine Erfindung von Big Pharma sehen und der festen Überzeugung sind, dass die Pharmaindustrie ebenso wie DIE Tierärzte (ich liebe ja Pauschalisierungen) mit Impfungen nur Geld scheffeln wollen. Impfen ist kein einfaches Thema. Es ist ein Thema, das zu vielen Grundsatzdebatten führt, weil vieles immer noch so gemacht wird, wie es schon immer …

Tollwut bei Katzen – Symptome, Verlauf, Impfungen

Tollwut, auch als Lyssa, Rabies, Wutkrankheit oder Rage bekannt, wird von vielen Katzenhaltern als die schrecklichste aller Katzenkrankheiten empfunden. Jedoch fehlt oft das Wissen, um die genauen Hintergründe der Erkrankung und Unsicherheit, ob im eigentlich tollwutfreien Deutschland eine Impfung gegen die Viruserkrankung notwendig ist und ob jede Katze, die speichelt, gleich tollwütig ist. In diesem Artikel sehen wir uns an, was es mit der Tollwut auf sich hat, wie hoch die Gefahr im deutschsprachigen Raum wirklich ist und wie die Katze vor der tödlichen Erkrankung am besten geschützt werden kann.   Allgemeines zur Tollwut   Bei der Tollwut, die bereits seit 2300 v. Chr. bekannt ist, handelt es sich um eine Erkrankung mit einem RNA-Virus aus der Familie der Rhabdoviridae, das die meisten Warmblütern infizieren kann. Pflanzenfresser und Vögel sind eher selten betroffen. Bei Vögeln ist hierfür die höhere Körpertemperatur verantwortlich. Die meldepflichtige Erkrankung war bis ins 19. Jahrhundert hinein übrigens unter dem Begriff “Hundswut” bekannt. Der Begriff “Tollwut” kam nach dem Stand der heute verfügbaren Quellen erstmals um das Jahr 1810 herum zum Einsatz. …

Diabetes mellitus bei Katzen: Spielen Chemikalien eine Rolle?

Das Vorkommen von Diabetes mellitus bei Hauskatzen ist in den letzten 20 Jahren um das Fünffache gestiegen. Eine Ursache dafür könnten chemische Substanzen, wie Brandschutzmittel sein, die von der Katze aufgenommen werden. Die Gründe, warum eine Katze einen Diabetes mellitus entwickelt, sind vielfältig. Eine Ursache ist der feline Hypersomatotropismus bzw. dessen klinisches Symptom, die Akromegalie, die bei bis zu 25 % aller diabetischen Katzen vorliegt.1 Der feline Hypersomatotropismus wird meist durch einen gutartigen Tumor der Hirnanhangdrüse, ein so genanntes Hypophysenadenom, verursacht. Der Niederländer Dr. Stijn Niessen vom Royal Veterinary College in London und Präsident der European Society of Veterinary Endocrinology sowie Direktor der RVCs Diabetic Remission Clinic forscht seit 2003 in diesem Bereich und ist überzeugt davon, dass diese Neubildungen durch chemische Stoffe verursacht werden, die von der Katze beim Lecken, Schnüffeln oder Putzen über Hausstaub aufgenommen werden. Hierzu zählen beispielsweise Brandschutzmittel, mit denen Wohnungseinrichtung und Elektrogeräte standardmäßig versehen werden. Eine Zusammenarbeit mit einer renommierten Expertin für die Akromegalie beim Menschen soll nun zeigen, ob im Blut von Menschen dieselben synthetischen Chemikalien nachweisbar sind, wie …

Buchrezension: Praxisbuch für Tierheilpraktiker

Bewährte Therapeutika für über 400 Indikationen Nachdem wir bereits vor einiger Zeit das Mykotherapie-Buch aus dem Sonntag-Verlag besprochen haben, sehen wir uns heute das Praxisbuch für Tierheilpraktiker ein wenig genauer an. Allgemeines zum Buch Autorin: Kristina Vormwald Verlag: Sonntag; Auflage: 1 (11.05.2016) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3132192317 ISBN-13: 978-313219317 Das sagt der Klappentext Heilpraktische Therapieansätze vereint – für gesunde Hunde, Katzen und Pferde In der Naturheilkunde stehen viele Verfahren zur Verfügung, um den Patienten wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Sie verlieren im Dschungel der Konzepte manchmal den Überblick? Dann finden Sie hier langjährig erprobte, bewährte Therapien. Dieses nützliche Handbuch erleichtert Ihnen den Praxisalltag. Über 400 Erkrankungen und Symptome werden von A-Z vorgestellt. Wählen Sie zu jeder Indikation aus einer Vielzahl erprobter Behandlungsstrategien gezielt das für Ihren Patienten passende Verfahren aus. Erweitern Sie Ihr Therapiespektrum! Die übersichtliche Darstellung ermöglicht Ihnen, auch auf bisher ungenutzte Naturheilverfahren aufmerksam zu werden. Wenden Sie diese dank konkreter Dosierangaben sofort sicher an. Das sagt die Haustiger-Redaktion Das Praxisbuch für Tierheilpraktiker ist schon ein kleiner Wälzer und erhebt den Anspruch ein praktisches Nachschlagewerk …