Alle Artikel in: Großkatzen

Speiseplan des Schneeleoparden in neuem Licht

Im kargen Lebensraum des Schneeleoparden herrscht nicht gerade ein üppiges Nahrungsangebot. Nahm man bisher an, dass sich die scheuen Großkatzen vorwiegend von kleinen Säugetieren, wie Murmeltieren, Hasen und Pfeifhasen ernähren, so gibt eine neue Studie der University of Delaware, die im Wildlife Society Bulletin veröffentlicht wurde, Grund zur Annahme, dass dies nicht den Tatsachen entspricht. Stattdessen scheinen es vorwiegend große Huftiere wie Steinböcke zu sein, die ein Überleben der Katzen in freier Wildbahn sichern. Die Analyse gesammelter Kotproben gilt als eine der am wenigsten invasiven Möglichkeiten, um die Ernährungsgewohnheiten von Tieren in freier Wildbahn zu untersuchen. Jedoch ist sie nicht immer die genaueste Option. Gelangen auch Proben von Nichtzielarten in die Analyse kann es passieren, dass Untersuchungsergebnisse verzerrt werden und ein falsches Bild entsteht. Wie beteiligte Forscher berichten, konzentriert man sich beim Sammeln von Kotproben vornehmlich auf morphologische Merkmale, wie Größe, Form und begleitende Hinweise auf die Zieltierart. Da sich der Kot unterschiedlicher Tierarten zum Teil ähnelt, sind Fehler möglich, die mitunter mit falsch interpretierten Bestandsschätzungen und Futterpräferenzen einhergehen. Das war hier geschehen. Die Forscher …

Mehr Schneeleoparden als bisher angenommen

Der Schneeleopard ist eine der geheimnisvollsten Großkatzen der Welt und für viele eine der schönsten. Jedoch auch lange Zeit eine der Katzen, die am wenigsten erforscht und damit verstanden wurde. Das liegt nicht zuletzt am schwer zugänglichen Lebensraum der scheuen Katzen in den großen Gebirgsregionen Asiens, aber auch an deren perfekter Tarnung und ihrem scheuen Verhalten. Erst durch Satellitentelemetrie und Kamerafallen, die den mitunter extrem niedrigen Temperaturen im Lebensraum des Schneeleoparden trotzen konnten, war es möglich, einige der Geheimnisse rund um die grauweißen Schönheiten zu enthüllen. So gaben Schneeleopardenforscher bekannt, dass die Großkatzen häufiger vorkommen als bisher angenommen. Bisherige Schätzungen gingen davon aus, dass weltweit nur etwa 3.920 bis 7.500 Exemplare in freier Wildbahn leben. Neue Schätzungen, die sich auf die „Snow Leopard Conservation Units“ (Schneeleopard-Naturschutzgebiete) konzentrieren, kommen jedoch auf 4.678 bis 8.745 Exemplare in nur diesem Bereich, der lediglich etwa 44 % des gesamten Lebensraumes des Schneeleoparden abdeckt. Der gesamte Lebensraum erstreckt sich über eine Fläche von etwa 30 Millionen Quadratkilometern. Nichtsdestotrotz sieht sich die Population nach wie vor großen Problemen gegenüber. Wilderei ist nach …

Indien: Schon jetzt mehr Tiger gewildert als 2015

Nach Aussage von Naturschützern sind die Populationszählungen „besorgniserregend“ und lassen Zweifel an den Anti-Wilderei-Bemühungen des Landes aufkommen. Indien ist die Heimat von mehr als der Hälfte der weltweiten Tigerpopulation. Bei der letzten Zählung 2014 waren es 2.226 Tiger, die dort in den Reservaten lebten. Doch bereits jetzt wurden in Indien mehr Tiger getötet als im gesamten Jahr 2015. So waren es nach Aussage der Wildlife Protection Society of India 28 der bedrohten Tiere, die bis zum 26. April gewildert worden waren. Das sind drei mehr als im Vorjahr. Um ihre Beute zu töten, greifen die Wilderer auf verschiedene Hilfsmittel zurück, darunter Gewehre und Gift, aber auch Tellereisen und Stromschläge. Tigerfleisch und -knochen werden in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet und erzielen hohe Preise auf dem Markt. (Quelle: More tigers poached in India so far this year than in 2015 / TheGuardian)

Toxoplasma gondii lässt Schimpansen ihre Aversion gegen Leopardenurin verlieren

Toxoplasma gondii bzw. die Toxoplasmose ist vielen in Verbindung mit dem Thema Schwangerschaft und Katzen ein Begriff. Es handelt sich dabei um einen Parasiten, genauer gesagt ein Protozoon, dessen Endwirt die Katze ist. Der Weg in die Katze erfolgt über Zwischenwirte. Das kann zum Beispiel die Maus sein, die – wenn sie von der Katze gefressen wird – dem Parasiten den Weg in seinen Endwirt ebnet.

Südafrika verhängt einjähriges Jagdverbot auf Leoparden im Jahr 2016

Nach Angaben des Umweltministeriums Südafrikas kommen im Jahr etwa $ 379.000 Dollar durch Genehmigungen für die Trophäenjagd zusammen. Speziell für die „Big Five“ (Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn, Büffel) sind wohlhabende Ausländer bereit, tausende oder sogar zehntausende Dollar zu zahlen. Speziell die illegale Jagd auf die gefleckten Großkatzen ist es, neben einem Missmanagement bei der legalen Jagd auf die schönen Tiere, die die Leoparden Südafrikas bedroht. Nach CITES darf Südafrika pro Jahr bis zu 150 Genehmigungen für die Trophäenjagd auf Leoparden ausstellen, die für den Export bestimmt sind.

Blut des Schneeleoparden ähnelt dem anderer Katzen

Schneeleoparden (Panthera uncia) leben im Himalaya und durchstreifen Höhen zwischen 3500 und 5000 Meter. Und es beschäftigt Forscher seit Jahren, wie die gepunkteten, grauen Großkatzen in einer solchen sauerstoffarmen Umgebung überleben können. Besonders rätselhaft erscheint dies, weil das für den Sauerstofftransport im Blut zuständige Hämoglobin bei sämtlichen Katzenarten – von unserer Hauskatze bis hin zum majestätischem Löwen – eigentlich nicht besonders effektiv ist. Man sollte daher annehmen, dass sich die Tiere eher in niedriger gelegenen Gebieten aufhalten, in denen reichlich Sauerstoff zur Verfügung steht. Die Lebensweise des Schneeleoparden widerlegt diese Annahme. Man vermutete daher, dass sich das Hämoglobin im Blut der Lebewesen vielleicht im Laufe der Zeit an die widrigen Bedingungen angepasst habe und nun in der Lage sei, mehr Sauerstoff zu transportieren. Forscher untersuchten daher in Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Zoos Blutproben von Afrikanischen Löwen, Tigern, Leoparden, Schneeleoparden und Jaguaren und stellten im Rahmen einer Genanalyse fest, dass sich die Hämoglobin-Gene des Schneeleoparden nicht auffallend von denen der anderen Katzenarten unterschieden. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Journal of Experimental Biology veröffentlicht und lassen die …