Fertigfutter

“Trockenfutter als Lebensretter: Wie Rohes Kater Oscar fast umgebracht hätte”

Das wäre eine von vielen denkbaren Überschriften für diese Meldung gewesen, die uns vor ein paar Tagen ins Postfach flatterte. Also wäre gewesen, WENN man gerne suggerieren möchte, Trockenfutter wäre toll und BARF böse und gefährlich. Alternativ hätten wir mit der Meldung einmal mehr zeigen können, dass Tierärzte (also pauschal und uneingeschränkt alle) sowieso keine Ahnung von Ernährung haben. Oder wir hätten zeigen können, dass die Rohfütterung gesundheitsschädlich ist und Laien schon einmal überhaupt nicht in der Lage sind, ihre Tiere auf eigene Faust richtig zu ernähren. Diese Überlegungen nur einmal, um zu zeigen, für welche Zwecke man eine einfache Meldung so alles benutzen und ausschlachten könnte. Ebenso wie man ein und dieselbe Studie ganz unterschiedlich deuten kann, je nachdem wer sie gerade liest und welche Zwecke derjenige verfolgt. Das ist wichtig und es ist sinnvoll, das stets im Hinterkopf zu behalten, egal welche neuen Erkenntnisse euch begegnen.

Wir möchten die Meldung hier einfach nehmen, wie sie ist, ihr seid herzlich eingeladen, euch eure eigene Meinung bilden.

Was war geschehen?

Kater Oscar, der Liebling seines Frauchens, hatte sich dank deren guter Pflege ein Kampfgewicht von 10,5 Kilogramm angefuttert und sollte nun nach Meinung des behandelnden Tierarztes dringend abnehmen und auf seinen luxuriösen Lebenswandel künftig verzichten. Keine erwartungsvollen Blicke mehr vor dem Kühlschrank, bis das nächste oppulente Mal ins Tellerchen wandern würde. Schluss mit dem Lieblingsfutter, mit dem Oscar verwöhnt wurde: Rohem Rindfleisch mit Joghurt.

Um Oscars Leben zu retten, so heißt es im Artikel, wurde ein Plan zur Gewichtsregulierung aufgestellt, mit dem auf ein Zielgewicht von 7 bis 8 Kilogramm hingearbeitet werden sollte. Diese Diät beinhaltete eine konsequente Ernährungsumstellung. Künftig gab es nur noch Trockenfutter für Oscar, verbunden mit der Hoffnung seines Frauchens, Oscar würde dies irgendwann zu schätzen wissen. Ohne die Blicke, mit denen Oscar – so sein Frauchen – wohl folgendes sagen mochte: “Ist das alles? Wo ist der Rest?” Zusätzlich sollte Oscar mit zwei Spaziergängen am Tag zu mehr Bewegung animiert werden.

Halten wir fest:

1) Es gibt einen achtjährigen, übergewichtigen Kater, der definitiv ein paar Kilo abnehmen muss.
2) Der Kater wurde mit selbst zubereiteten Mahlzeiten gefüttert, die, davon ausgehend, dass wirklich nur reines Hack mit Joghurt gefüttert wurde, alles andere als ausgewogen und bedarfsdeckend waren. Womöglich irgendwann zu Mangelerscheinungen und in Folge zu gesundheitlichen Problemen geführt hätten.
3) Ein Tierarzt hat der Meldung nach ein Problem (Kater muss abnehmen und bedarfsdeckend ernährt werden) erkannt und sich eine Lösung überlegt: Umstellung auf Fertigfutter, regelmäßige Bewegung, evtl. reduzierte/genau abgewogene Portionen (vermute ich, steht nicht drin)
4) Ein Tierarzt hat einen übergewichtigen Kater auf Trockenfutter umgestellt.
5) Die Begeisterung des Katers über das neue Futter hält sich in Grenzen.

Finde den Fehler. :-) Wie hättet ihr entschieden? Was hätte man eurer Meinung nach anders/besser machen können?

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