Alle Artikel in: Großkatzen

Leopardenweibchen ernähren sich vielfältiger

Dass der Speiseplan von Männern weitaus weniger ausgewogen und abwechslungsreich ist, als der von Frauen, wird gerne als Klischee betrachtet. Aber wie das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Berlin herausfand, ist dem beim Leoparden wirklich so. Denn die Damen unter den gefleckten Raubkatzen haben ein weitaus größeres Beutetierspektrum als die Männchen. An sich steht den Großkatzen in der afrikanischen Savanne eine umfangreiche Auswahl an Beutetieren zur Verfügung. So finden sich auf dem Speiseplan von Leoparden meist kleine bis mittelgroße Säugetiere, wie Spießböcke, Kudus, Schwarzfersenantilopen, Warzenschweine oder Hasen. Es war jedoch bisher nicht klar, inwiefern sich einzelne Individuen auf bestimmte Tierarten spezialisieren, was zum Beispiel für Konflikte zwischen Farmern und Katzen interessant ist. Forscher vom Leibniz-IZW untersuchten daher, den individuellen Speiseplan einzelner Leoparden auf kommerziellem Farmland in Zentral-Namibia, wo sich die Tiere derzeit vermehrt ausbreiten. Ziel der Untersuchung ist, neben den Erkenntnissen an sich, schon im Vorfeld potenzielle Lösungen für Konflikte zwischen Farmern und Katzen zu erkennen und zu verhindern. Ein Schnurrhaar allein verrät den individuellen Speiseplan Da Leoparden nur schwer zu beobachten sind, …

Detektiv spielen und dabei Geparden in Namibia helfen

Die meisten von Afrikas insgesamt noch rund 7100 Geparden leben in Namibia und teilen sich dort ihren Lebensraum mit Menschen und Nutztieren. So auch in der Greater Waterberg Landscape, einer Landschaft im Zentrum Namibias, in der sich insgesamt fünf Schutzgebiete befinden. Dort wurden vor einigen Jahren Kamerafallen installiert und ihr könnt jetzt helfen, die Bilder dieser Fallen auszuwerten und so ganz einfach ohne großen Aufwand von zu Hause aus etwas für den Schutz der Geparden Namibias tun. Wie überall, wo die Interessen von Mensch und Raubtier aufeinandertreffen, kommt es auch in Namibia zu Konflikten. Um diesen zu begegnen, hat sich der Cheetah Conservation Fund (CCF) vor einigen Jahren dazu entschlossen, das Wanderverhalten von Geparden möglichst genau zu erforschen und wurde hierzu von der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) mit 43 Kamerafallen ausgestattet, die Fotos von umherstreifenden Geparden schießen sollen. Viele davon befinden sich an Wasserstellen. Jetzt machen die Bewegungssensoren von Kameras aber keinen Unterschied zwischen den Tierarten, sondern lösen genauso bei einem Gepard aus, wie auch bei einer Antilope, einem Pavian oder einer Hyäne. Und so sind …

Droht Löwe und Nebelparder das gleiche Schicksal wie ihren Eiszeitkollegen?

Löwen, Sunda-Nebelparder und andere Großkatzenarten sehen sich ähnlichen Bedrohungen gegenüber wie viele eiszeitliche Katzenarten. Dazu gehört vor allem der alarmierende Verlust ihrer bevorzugten Beutetiere. Während und vor allem am Ende der letzten Kaltzeit vor etwa 12.000 Jahren starben viele der damals lebenden Tiere, darunter auch viele Großkatzen aus. Forscher aus dem Vereinigten Königreich, Schweden, Dänemark und den USA analysierten nun, ob der Verlust von Beutetieren zum Aussterben von vier Säbelzahnkatzenarten, dem Höhlenlöwen, dem Amerikanischen Löwen und dem Amerikanischen Geparden führte. Sie kamen zu dem Schluss, dass ein Großteil der Vorzugsbeute der Katzen nicht mehr vorhanden wäre, würden die Tiere heute noch leben. Ein wesentlicher Faktor nach Meinung der Forscher, der dazu beitrug, dass die Katzen am Ende der letzten Kaltzeit ausstarben. Nahrungsmangel ist auch bei vom Aussterben bedrohten Katzenarten, wie dem Löwen und den Sunda-Nebelparder, ein wesentliches Thema. Etwa 60 Prozent der großen Pflanzenfresser und 61 Prozent der großen Fleischfresser gelten als bedroht. Würden alle bedrohten Beutetierspezies aussterben, würde es den Löwen Ostafrikas und den Sunda-Nebelpardern, aber auch anderen Katzenarten wie dem Tiger, dem Geparden …

Drei Unterarten des Schneeleoparden bestätigt

Bisher nahm man an, dass es sich beim Schneeleoparden, Panthera unica, um eine monotypische Spezies handelt. Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen nun jedoch, dass drei Unterarten des Schneeleoparden bestehen. Es handelt sich dabei um die erste lebensraumweite genetische Analyse der Schneeleopardenpopulationen. Schneeleoparden gehören zu den Tieren, die am schwierigsten zu erforschen sind. Ein abgelegener Lebensraum in politisch instabilen Regionen, der sich über 12 asiatische Länder erstreckt und ein Gebiet von etwa 1,6 Millionen km2 umfasst, machen es schwierig, die Tiere in freier Wildbahn zu beobachten oder mit Sendern auszustatten. Für die aktuelle Untersuchung wurde daher an Wildwechseln und Markierungsstellen Schneeleopardenkot gesammelt und untersucht, der drei primäre Gen-Cluster enthüllte, die sich je nach geografischer Lage unterschieden. So kristallisierten sich eine nördliche Gruppe, Panthera unica irbis, eine zentrale Gruppe, Panthera unica uncioides und eine westliche Gruppe, Panthera uncia uncia heraus. Man nimmt an, dass die Populationen durch die Wüstenbecken Asiens, z. B. die Wüste Gobi, auf natürliche Weise voneinander abgegrenzt sind. Jedoch müssen noch zusätzliche genetische Analysen durchgeführt werden, um weitere Informationen über die Verbindungen und Strukturen innerhalb …

Bedrohung der Löwenpopulationen durch den Menschen

Zwei kürzlich erschienene Studien, die von Wissenschaftlern der Wildlife Conservation Research Unit (WildCRU) der Oxford University ausgearbeitet wurden, zeigen deutlich die Bedrohung, der Löwen durch menschliches Handeln ausgesetzt sind. Hier ist unter anderem auch die Trophäenjagd ein Thema. Das erste der beiden Papers wurde im Journal of Applied Ecology veröffentlicht und analysiert den Tod von 206 Löwen im Hwange National Park in Simbabwe von 1999 bis 2012. Der Park war die Heimat des Löwen Cecils, dessen Tötung durch einen US-amerikanischen Zahnarzt im letzten Jahr für große mediale Aufmerksamkeit sorgte. Die Untersuchungen ergaben, dass menschliches Handeln für den Tod von 88 Prozent der männlichen und 67 Prozent der weiblichen Löwen verantwortlich war. Bei den Männchen stand der Tod durch Trophäenjagd an erster Stelle, während es bei den Löwinnen vielschichtige Gründe gab, so kamen diese zum Beispiel in Fallen zu Tode oder starben im Rahmen von Vergeltungsmaßnahmen nach Übergriffen auf Viehbestände. Es zeigte sich, dass es vorwiegend jüngere Tiere waren, die riskante Gebiete aufsuchten, wobei nicht klar ist, ob dies aufgrund mangelnder Erfahrung der Fall war oder …

Wie Jaguar und Puma die Eiszeit überlebten…

Vor etwa 10.000 Jahren verschwanden viele der Tiere, die die damalige Megafauna beherrschten, darunter Mastodons, Riesenfaultiere oder –  um zur Katze zu kommen – die eindrucksvollen Säbelzahnkatzen. Doch längst nicht alle starben aus, einige überlebten die Eiszeit. Zu diesen gehören der Jaguar, aber auch der Puma. Der Jaguar ist eine sehr alte Katzenart. Bereits vor etwa drei Millionen Jahren tauchten erste Exemplare in Eurasien auf und bevölkerten letzten Endes ein Gebiet, das vom heutigen Südengland bis nach Nebraska und Argentinien reichte. Heute ist davon nur noch ein Bruchteil übriggeblieben. Und nicht nur das Verbreitungsgebiet schrumpfte, sondern auch die Tiere selbst wurden kleiner und das um ganze 15 Prozent. Doch während andere Katzen der damaligen Zeit, wie der Amerikanische Löwe oder die schon genannten Säbelzahnkatzen, verschwanden, überlebte der Jaguar. Wie ihm das gelang, untersuchten der Biologe Matt Hayward und seine Kollegen. Sie sahen sich insbesondere die Ernährung der Katzen an. Dabei stellte sich heraus, dass der Speiseplan der großen Katzen 111 Spezies umfasst, die von Rindern über Nager bis hin zu Affen und Schildkröten reichen. Jedoch …