Katzen barfen – Tutorial für Einsteiger (Teil 1)

Dieser Artikel ist Teil 1 von 8 der Serie B.A.R.F.-Tutorial

Kaum eine Fütterungsmethode wird so verteufelt und gleichzeitig auch geliebt wie B.A.R.F., sei es nun beim Hund, beim Frettchen oder eben bei der Katze. Verteufelt wird die biologisch artgerechte Rohfütterung jedoch meist von denen, die eigentlich gar nicht so genau wissen, um was es sich dabei überhaupt handelt und Katzen barfen als Modeerscheinung oder Öko-Kram abtun. Dazu ist eigentlich nur zu sagen, dass man nie über etwas urteilen sollte, das man nicht kennt.

Dieses Tutorial richtet sich an alle diejenigen, die zwar Barfen ganz interessant finden, aber sich irgendwie doch nicht so richtig trauen, aus Angst irgendetwas falsch zu machen und ihre Katzen krank zu füttern. Ich hoffe, dass ich diesen die Angst ein bisschen nehmen kann. Katzen barfen ist nämlich gar nicht so schwer. ;-)

In diesem ersten Teil dreht sich alles darum, welche Vor- und Nachteile mit der Fütterungsmethode B.A.R.F. verbunden sind.

Vorteile

  • B.A.R.F. kommt der natürlichen Ernährungsweise der Katze am nächsten
  • volle Kontrolle darüber, was im Napf eurer Katze landet
  • Bessere Verdaulichkeit
  • Bessere Bioverfügbarkeit
  • Übergewichtige Katzen verlieren oft Gewicht
  • Höhere Urinproduktion durch bessere Feuchtigkeitsversorgung (effektive Vorbeugung von Nieren- und Harnwegserkrankungen)
  • Glänzendes, gepflegtes Fell
  • Die Katzen werden oft aktiver
  • Manche Katzen zeigen weniger Scheu und interagieren mehr mit Artgenossen und Menschen
  • Weniger ernährungsbedingte Verdauungsprobleme, wie Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung
  • Weniger Haarbälle
  • Oft wesentliche Verbesserung bei Katzen mit Harnwegs- und Nierenerkrankungen, Diabetes oder IBD, ganz ohne Diätfutter
  • einfache Abstimmung auf die Bedürfnisse eurer Katze (sehr wichtig, z. B. bei Futtermittelallergien oder chronisch kranken Katzen)
  • günstiger als hochwertiges Katzenfutter und dennoch gesünder, da natürlicher
  • natürliche Zahnpflege durch rohes Fleisch
  • geringeres Risiko für ernährungsbedingte Krankheiten, da B.A.R.F. genau auf den Stoffwechsel der Katze abgestimmt ist (dadurch oft geringere Tierarztkosten)
  • oft geringere Ausgaben für Katzenstreu
  • weniger Müll
  • geringere Geruchsbelästigung in der Wohnung (Rohfutter riecht kaum und auch die Hinterlassenschaften riechen in der Regel nicht so penetrant)
  • Mückenlarven und anderes unerwünschtes Getier macht sich bei heißen Temperaturen eher in übrigem Fertigfutter breit, als in Rohfleisch. (Rohfleisch trocknet meistens einfach aus)
  • Glücksgefühle bei der Raubtierfütterung ;-)
  • Nachteile

  • Einarbeitungszeit (wer barft, muss wissen, was er tut)
  • Zeitaufwand für die Futtervorbereitung
  • Anschaffungskosten (meist benötigt man am Anfang einiges an Zubehör, vieles kann man jedoch auch nach und nach kaufen)
  • Einweisung von Menschen, die die Katze betreuen, falls dem Katzenbesitzer etwas zustößt
  • evtl. Probleme, wenn die Katze stationär aufgenommen werden muss und nur Rohes akzeptiert
  • schwierige Mitmenschen / inkompetente Tierärzte (wer barft, braucht manches Mal ein dickes Fell oder das Talent auf Durchzug zu schalten)
  • Supplemente können fast nur über das Internet erworben werden (Wer gerne im heimischen Zoofachhandel einkauft, wird sich dort beim Erwerb von Supplementen oft schwertun. Das ist jedoch bei hochwertigen Fertigfuttermitteln ähnlich.)


  • Sieht man sich diese Auflistung an, dann wird schnell deutlich, dass die Vorteile, die Nachteile überwiegen. Mir war es jedoch wichtig, hier beide Seiten darzustellen. Warum die hier aufgeführten Nachteile eigentlich keine wirklichen Nachteile sind, erfahrt ihr in den nächsten Artikeln. ;-)

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    Anika

    Katzenpersonal bei Haustiger
    Ich bin die Anika und verdiene meine Mäuschen als Texterin, Übersetzerin und Autorin mit Fokus auf grüne Themen. Katzen sind mein Spezialgebiet. Vielleicht ist mein Name dem ein oder anderen aus den Zeitschriften "Pfotenhieb" und "Geliebte Katze" ein Begriff. Als Katzenpersonal aus Überzeugung beschäftige ich mich bereits seit längerer Zeit eingehend mit Katzen und ihren natürlichen Bedürfnissen und musste schnell feststellen, dass diese häufig nur wenig Berücksichtigung finden. Besonders in Bezug auf die gesunde Ernährung unserer Stubentiger wird dies deutlich. Oft halten sich Mythen im Internet oder in Büchern über Jahre, die jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehren. Mit meinen Artikeln möchte ich Katzenhaltern dabei helfen, mehr über die ihnen anvertrauten Geschöpfe herauszufinden und diesen ein möglichst artgerechtes Leben zu ermöglichen. Ihr möchtet mehr über mich erfahren oder habt einen Auftrag für mich? Dann schaut doch mal unter textnatur.com vorbei.

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    9 Kommentare

    1. Theoretisch geben wir dir bei allem recht!
      Praktisch haben wir aufgegeben, da
      *Benji: kaum Zähne mehr hat, aber alles gewolfte ablehnt
      *Maggie: die einzige hier ist bei der BARF problemlos funktioniert
      *Nemo: egal was man macht nur Hühner- und putenfilet futtert, aber kein Rind, kein Lamm, kein Muskelfleisch und von Herzen oder Mägen brauch ich gar nicht anfangen
      *Lola: mit Ausnahme von rohem Fisch und rohen Mäusen alles das roh ist sofort erbricht (auch kleinste Mengen)
      *Caspa: wie Nemo, nur wenn er doch mal Rind probiert führt das auch bei ihm zu sofortigem heftigsten Erbrechen (nach 1 kleinem Stück schon)

      Zeitlicher Abstand zu anderem Futter wurde eingehalten, schlingen scheidet als Ursache für das Erbrechen auch aus, da es sofort nach 1-2 Stücken auftritt. Ich geb auf :( und Maggie bekommt halt rohes, wenn ich Fleisch koche :)

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    2. Ist schon verzwickt bei euch. :-(

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    3. Hier bei uns fährt Nicki voll auf Rohkost ab, Moritz probiert nur mal und bleibt doch lieber beim Dosenfutter. Da ich keine Lust auf blutiges Gemetzel in meiner Küche habe, bestelle ich das Fleisch im Internet in katzengerechten Portionen fix und fertig gewolft – dann brauche ich den Einzelportionen nach dem Auftauen nur noch Supplemente zufügen. Alles easy – ich finde es nur schwierig, für länger wegzufahren – welchem Catsitter kann ich die im Vergleich mit einfachem Dosenöffnen doch komplexe Handhabe zumuten?

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    4. Ich habe das Gefühl, dass die Katzen bei Rohfütterung nicht so wählerisch sind wie bei der Dosenfütterung. Connor ist manchmal mehr als schwierig, aber an das rohe Fleisch geht er meistens ran (außer es ist was ganz neues)…

      Für mich einer der größten Vorteile ist, dass ich keine Dosen mehr schleppen muss.

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    5. Wenn wir in den Urlaub fahren, sorge ich einfach dafür, dass genügend Futter fix und fertig supplementiert eingefroren ist. Dann braucht mein “Catsitter” nur noch jeweils eine Portion auftauen, Gemüse und Wasser drüber. Fertig.

      Funktioniert eigentlich problemlos. :-)

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    6. Schwer zu sagen, ich habe ja hier so eine “Phasenmäklerin”, heißt Fleisch oder Nassfutter, das in einem Monat zum absoluten Lieblingsfutter aufgestiegen ist, kann im nächsten schon wieder ungenießbar sein. Gefressen wird es aber nach einigen bösen Blicken in der Regel doch. ;-)

      Das mit dem Dosen schleppen ist wohl wahr, wobei man das zum größten Teil dem lieben Postboten überlassen kann. :-)

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    7. hallo,
      meine kleine hat schon lange probleme mit blasenentzündungen. ich werde morgen den tierarzt aufsuchen, um oxalate auszuschließen, denke aber, das ich da pech haben werde.
      ich hatte mit uro-pet den ph-wert senken können, aber die blasenentzündungen hören nicht auf (wendy ist 10 jahre alt).
      ich denke, das ich mit dem barfen beginnen sollte.
      wendy reagiert überhaupt nicht auf rohes fleisch. im netz habe ich gelesen von eintagsküken. der geruch des flaumgefieders könnte meiner kleinen sicher gefallen. halten sie es für richtig mit einem eintagsküken anzufangen, oder eher ganz vorsichtig rohes fleisch unters futter zu mischen und das dann zu steigern?
      über eine antwort würde ich mich riesig freuen. das ist neuland für mich.
      wendy hat epilepsie. als sie noch klein war, fing eine ältere katze in unserem haus eine maus für sie, um es ihr zu zeigen und zu schenken. sie aber drehte sich nach dem schnuppern um – hatte kein interesse. sie hat schon 2 kleine vögel gefangen, sie aber nicht gefressen. sie ist jetzt 10 jahre alt.
      lg
      verdi

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    8. Hallo verdi,

      wenn schon so lange Beschwerden da sind, würde ich sicherheitshalber mal eine zweite Meinung von einem anderen Tierarzt einholen. Schadet nie.

      Barfen ist sicherlich keine schlechte Idee und auch bei Epilepsie und Nieren-/Harnwegsproblemen möglich, nur müssen dann einige Dinge beachtet werden. Bei Sari gab es mit Barf zum Beispiel gute Erfolge: http://haustiger.info/eine-artgerechte-ernahrung-von-uns-samtpfotchen-ist-schnurr-wichtig/

      Was die Eintagsküken angeht, würde ich einfach mal eines kaufen (Zoohandlung) und ausprobieren, was passiert. Tipps und Tricks zur Futterumstellung gibt es hier: http://blaue-samtpfote.de/barf/barf009/barf009.html Die Seite ist auch sonst für den Einstieg sehr lesenswert.

      Und wenn noch Fragen sind, einfach melden, gerne auch per Mail: anika[at]haustiger.info.

      lg

      Anika

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    9. Hallo,
      bin dabei, die einzelnen Supplemente bei meiner Katze auszuprobieren, finde aber keinen Vitamin nierenschonenden Vitmain B-Komplex . Gibt es da ein Produkt, wenn ja, wie heißt es?

      LG

      Angela

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