Ernährung Katzen barfen

Eine artgerechte Ernährung von uns Samtpfötchen ist schnurr wichtig

Die liebe Sari hat uns zusammen mit ihrer Dosi Babs einen tollen Artikel zum Thema Artgerechte Ernährung geschrieben.

[Gastbeitrag] Wer bin ich? Mein Name ist Sari und ich bin eine lebensfrohe Katze mit Ataxie (Koordinationsstörungen). Am 28. August erblickte ich das Licht der Welt. Im Alter von nur zwei Tagen kam ich mit meinen Geschwistern, meiner Mutter und meiner Tante in den Katzenschutzverein. Anfang 2009 zog ich in mein endgültiges Zuhause.

Kurz nach meiner Kastration im Sommer 2009 fingen unschnurriger Weise epileptische Anfälle an. Ich hab eine so genannte Schlafepilepsie. Das heißt, meine Anfälle kommen aus dem Schlaf heraus, meist in der Nacht, manchmal auch am Abend. Mehr zu mir gibt es hier: www.saricat.de und sonneimherz.blogspot.com

Vereinsbotschafterin: Ganz stolz darf ich euch schnurren, dass ich die Vereinsbotschafterin von unserem Verein „Feline Senses – Lebensfreude für Katzen mit Ataxie e.V.“ bin. Im Januar 2010 würde mein Verein übrigens gegründet. Ich habe viel Sonne im Herzen und fühle mich nicht behindert, wenn mich das nicht zur perfekten Botschafterin macht. Mit großer Aufmerksamkeit nehme ich an meiner Umgebung teil und meistere mit viel Energie und Lebensfreude alle Herausforderungen die ein Katzenleben so mit sich bringt.

Meine Ernährung: Ganz wichtig ist natürlich die Ernährung, gerade bei einem Raubtier wie ich es bin. Früher, als ich noch im Tierheim war, bekam ich das übliche Katzenfutter aus dem Supermarkt. In meinem neuen Zuhaue wurde ich dann langsam auf Almo, frisches Fleisch und Trockenfutter zum Erarbeiten umgestellt. Also dann diese unschnurrigen Anfälle anfingen wurde ich auf Anordnung der damaligen Tierärztin auf eine nierenschonende Kost (Nass- und Trockenfutter) umgestellt.

Warum? Weil ich die Luminaletten gegen die Anfälle genommen habe und das schon belastend für die Nieren ist. Aber das unschnurrigste war, dass die Tierärztin meinen Haltern sagte, dass ich mein geliebtes rohes Fleisch nicht mehr fressen dürfe. Ich bekam immer häufiger und längere Anfälle, die Luminaletten wurden weiter erhöht. Ich hatte keine Lebensfreude mehr, konnte kaum laufen, alleine fressen und sogar das Klöchen alleine benutzen klappte nicht mehr. Außerdem war ich so müde und verschlief mein Leben irgendwie. Was ein „Katzenjammer“.

Meine Halter erstellten ein Ernährungs- und Anfallstagebuch. Da es nichts mehr zu verlieren gab, wurde ich auf „Barf in Dosen“ umgestellt und bekam mein rohes Fleisch wieder. Die Auswertungen meiner beiden Tagebücher zeigten erstaunliches. Almo (was kein Alleinfuttermittel ist) löst keine Anfälle aus, kam normales Trockenfutter hinzu löste dies Anfälle aus. Sehr unschnurrig. Auch pures Fleisch schien zu gehen. Hochwertiges „Barf in Dosen“ hingegen führte auch zu erneuten Anfällen. Wie kompliziert was?

Meine Dosis und Mitglieder aus unserem Ataxiekatzenforum überlegten angestrengt. Bei den Recherchen zum Thema Epilepsie und Ernährung tauchte bei den Menschen immer wieder Linolsäure auf. Darauf hin wurden gezielt Informationen zu Epilepsie, Linolsäure und Katzen gesucht. Und Bingo! Es wurde allgemein von Linolsäure abgeraten. WAAS? Das würde bedeuten kein Huhn mehr für mich, da das Hühnerfleisch besonders reich an Linolsäure ist. Nein, wie unschnurrig. Außerdem hatten meine Tagebücher gesagt Huhn vertrage ich gut! Das konnte nicht der Auslöser sein.

Im Dezember 2010 wurde meine Ernährung ganz meinen Raubtieransprüchen angepasst auf BARF umgestellt. Allerdings mit kleinen Abwandlungen. Mein BARF ist OHNE Linolsäure aus Getreide und Pflanzenölen. Meine Mahlzeit setzt sich zusammen aus 75% Muskelfleisch, 15% Herz und 3 bis 5 % Leber sowie 5% Magen, als Ballaststoff bekomme ich Karottenbabygläschen ohne Salz oder Karottengranulat hinzugefügt. Lachsöl darf ich bekommen und Vitamin E pur, da Pflanzenöle nicht schnurrig für mich sind.

Und wisst ihr was? Ich finde mein BARF super lecker *yam yam*. Ach so, supplementiert wird mein BARF mit easy Barf, Salz, Taurin, Dicalciumphosphat oder Knochenmehl, und Calcium (Calciumarbonat oder Eierschalenmehl oder Calciumcitrat). Auf die natürliche Supplementierung wird aufgrund der biologischen Schwankungen der Zusammensetzung bewusst verzichtet.

Fertiges Futter bekomme ich auch ab und an. Aber nur ohne die Linolsäure aus Pflanzen. Da bleibt nicht mehr viel übrig. Darunter fallen alle Futtermittel ohne die Zusätze von Getreide oder Pflanzenölen – es gibt nur wenige und die es gibt sind meist kein Einzelfuttermittel. Zum „Naschen“ liebe ich Trockenfutter, ich weiß es ist nicht gesund. Aber mal ehrlich, Naschen ist nie wirklich gesund. Normales Trockenfutter kann ich nicht fressen, aber das „Bananacat“ in ganz geringen Mengen darf ich mir erarbeiten.

Und von manch anderem Trockenfutter lass ich aus gutem Grund die Pfoten weg: Kleine Bällchen für Kitten sind mir schon in den Hals gekullert und ich habe keine Luft mehr bekommen. Trockenfutter in Smarties-Form ist mir ganz hinten auf der Zunge kleben geblieben. Davon habe ich einen Brechreiz bekommen und mich auf dem Boden gekrümmt. Menschen mussten es mit dem Finger ablösen, damit es mir wieder gut ging. Dabei hab ich aus Versehen in die Hand gebissen und mit meinen scharfen Krallen aus Panik ziellos um mich geschlagen.

Selbst mit Trofu, das mir eigentlich keine Probleme macht, kann was schiefgehen: vor Schreck hab ich schon so manches Mal das Gleichgewicht verloren und bin nach hinten umgefallen. Das Trofu in meinem Maul rutschte mir in den Hals und ich habe keine Luft mehr bekommen. Trockenfleisch ist eine gesunde Möglichkeit, aber leider klebt es sich an meinen Gaumen fest und ich muss würgen und bekomme akuten Luftmangel. Nur von so was lass ich mich doch nicht kleinkriegen.

Mehr zu Sari: www.saricat.de und sonneimherz.blogspot.com
Saris Verein Feline Senses – Lebensfreude für Katzen mit Ataxie e.V.: www.ataxiekatzen.de

Liebe Sari, liebe Babs, vielen Dank für diesen tollen Artikel!

(Bilder: (c) Barbara Helferich / www.saricat.de + www.feline-senses.de)

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