Tierschutz

Schwarze Katzen sind schwer vermittelbar, weil...

sie schwer zu fotografieren sind. So die Aussage einer Tierschützerin in Bristol, England, die in den letzten Jahren steigendes Interesse potenzieller Adoptanten daran ausmacht, dass sich das künftige Familienmitglied auf Selfies und Fotos für soziale Medien, wie Facebook oder Instagram, perfekt in Szene setzen lässt.

schwarze Katzen

© AKuptsova / pixabay.com

Die Lackfellchen hatten es schon immer schwer. Zunächst war es der Aberglaube und die Assoziationen mit der dunklen Magie, mit Hexen und Zauberern, der ihnen auch in der modernen Zeit das Leben schwermachte. Nun kommt – so die Betreiberin einer Katzenrettungsstation in Bristol, im Südwesten Englands – noch ein weiterer ganz wesentlicher Faktor hinzu. Die Tatsache, dass es schwieriger ist, dunkle Tiere auf Fotos richtig in Szene zu setzen.

Christine Bayka, Besitzerin der Katzenrettungsstation „The Moggery“ in Bristol, hat derzeit 40 Katzen in ihrer Obhut und erstmals in der 21jährigen Geschichte der Station tragen alle Pfleglinge ein schwarzes Fellkleid. Sie sagt, dass läge nicht daran, dass die Katzen mit Pech oder Hexerei in Verbindung gebracht würden, sondern daran, dass sie – nach Meinung potenzieller Adoptanten – auf Selfies nicht so gut aussehen und sich schlechter fotografieren lassen würden, als Katzen in anderen Fellfarben.

In den Zeiten von Facebook, Instagram und anderen sozialen Medien hätten viele gerne ein wahres Tiermodel, das sich perfekt in Szene setzen lässt und dabei noch möglichst interessant aussieht. Narzissmus – so die 67jährige – unter dem die Katzen, die noch dazu durch ihre dunkle Färbung für viele langweilig wirken, leiden müssten. Zwar seien viele Interessenten grundsätzlich flexibel, was die Fellfarbe anginge, lehnten aber schwarze Katzen dennoch ab.

Es sei schon immer schwierig gewesen, schwarze Katzen zu vermitteln, aber durch den Drang der Menschen, sich und ihre Tiere auf Instagram, Facebook usw. zu präsentieren, sei es noch schwieriger geworden, so Bayka. Auch andere Katzenschutzorganisationen in England, wie das Last Chance Animal Rescue Centre in New Romney in Kent, bestätigen den Trend.

Quelle: People are dumping black cats, says inundated rehoming centre, because they don’t look good in selfies (Daily Mail Online)

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Über die Autorin

Anika Abel studiert Tiermedizin an der LMU München, ist FearFree-zertifiziert und ausgebildete Katzenverhaltensberaterin. Als Pflegestelle für Kitten und eigene (chronisch) kranke Katzen hat sie im Laufe der Zeit zudem viel praktische Erfahrung sammeln können.

Sie schreibt seit über 15 Jahren Fachartikel rund um das Thema Katze, am liebsten über Katzengesundheit, Verhalten und Ernährung, und arbeitet(e) u. a. als freie Autorin für das bekannte Katzenmagazin „Geliebte Katze“ sowie das Bookazin „Pfotenhieb – Anspruchsvolles für Katzenfreunde“.

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