Felis nigripes

Schwarzfußkatze

Die Schwarzfußkatze (Felis nigripes) ist die kleinste Wildkatze Afrikas und eine der geheimnisvollsten Arten des Kontinents. Deutlich kleiner als unsere Hauskatzen und hervorragend an ein Leben im Verborgenen angepasst, streift sie nachts fast lautlos durch die trockenen Steppen und Halbwüsten des südlichen Afrikas. In dieser offenen, kargen Landschaft jagt sie mit einer Effizienz, die für ihre geringe Körpergröße bemerkenswert ist. Tagsüber zieht sie sich in geschützte Rückzugsorte wie verlassene Erdferkel- oder Springhasenbaue zurück – Unterschlüpfe, die man in ihrer natürlichen Umgebung nur selten zu Gesicht bekommt.
In Teilen der Karoo wird sie „Anthill Tiger“ genannt, ein Name, der einerseits auf ihren Mut verweist, andererseits auf die Termitenhügel, die ihr als sichere Tagesverstecke dienen. Auch in den Überlieferungen der San hat die Schwarzfußkatze ihren Platz und gilt dort als besonders entschlossenes Tier.

Ihr Bestand ist jedoch gefährdet. Lebensraumverlust, die Abnahme wichtiger Beutetiere und indirekte Vergiftungen setzen der Art zu, und trotz jahrzehntelanger Forschung zählt sie weiterhin zu den am wenigsten untersuchten Wildkatzen Afrikas. Wie alt Schwarzfußkatzen in freier Natur werden, ist unbekannt; in menschlicher Obhut wurden Tiere mit über 15 Jahren dokumentiert.

Im Folgenden findest du einen umfassenden Überblick über Lebensraum, Aussehen, Verhalten, Ernährung, Fortpflanzung und den Schutz dieser außergewöhnlichen kleinen Wildkatze.

Steckbrief Schwarzfußkatze

Wissenschaftlicher Name Felis nigripes
Größe 34–50 cm Körperlänge; 15–20 cm Schwanz
Gewicht Weibchen 1–1,5 kg; Männchen 1,5–2,5 kg
Lebensraum Trockene Steppen, Halbwüsten und offene Savannen im südlichen Afrika
Verbreitung Südafrika, Namibia, südliches Botswana; selten im Süden Simbabwes
Ernährung Kleine Säugetiere, Vögel, Insekten; gelegentlich Reptilien
Aktivität Nachtaktiv; täglich 5–16 km Wanderstrecken
Fortpflanzung 1–2 Jungtiere; Trächtigkeitsdauer 63–68 Tage
Gefährdungsstatus Gefährdet (IUCN)
Besonderheit Schwarze Fußsohlen; kleinste Wildkatze Afrikas

Lebensraum und Habitat der Schwarzfußkatze

Die Schwarzfußkatze lebt ausschließlich im südlichen Afrika und bewohnt dort sehr trockene, offene Landschaften. Ihr Verbreitungsgebiet ist deutlich kleiner und lückenhafter als das anderer afrikanischer Kleinwildkatzen. Nachgewiesen wurde die Art in Südafrika, Namibia und dem südlichen Botswana sowie sehr selten und überwiegend historisch im äußersten Süden Simbabwes. In bergigen oder feuchteren Regionen wie Lesotho oder Eswatini wird sie dagegen kaum angetroffen.Typische Lebensräume sind aride Steppen, offene Savannen und halbwüstenartige Gebiete mit niedriger Vegetation. Besonders charakteristisch sind die Karoo- und Kalahari-Regionen, in denen kurze Gräser, niedrige Büsche und nur vereinzelte höhere Pflanzen das Landschaftsbild prägen. Diese Gebiete erhalten im Jahresmittel lediglich 100 bis 500 mm Niederschlag und gehören damit zu den trockensten Lebensräumen des Kontinents.

Sonnenuntergang über der trockenen Kalahari-Landschaft mit niedrigem Buschwerk und sandigem Boden, typischer Lebensraum der Schwarzfußkatze.

Trockene Savannen- und Halbwüstenlandschaften wie die Kalahari gehören zu den typischen Lebensräumen der Schwarzfußkatze.

Eine Besonderheit in vielen dieser Regionen sind Termitenhügel. Schwarzfußkatzen nutzen diese Strukturen intensiv: Tagsüber ziehen sie sich in geschützte Rückzugsorte zurück, darunter verlassene Baue von Erdferkeln, Springhasen, Nagetieren oder Stachelschweinen sowie ausgehöhlte Termitenhügel, die ihnen Schutz bieten.

Auch ihr nächtliches Raumnutzungsverhalten ist eng an diese Struktur gebunden. Schwarzfußkatzen legen jede Nacht 5 bis 16 Kilometer zurück und bewegen sich dabei in kleinen Kreisen oder zickzackförmig zwischen Büschen und Termitenhügeln, um ihre Beute möglichst effizient aufzuspüren.

Die Größe der genutzten Streifgebiete unterscheidet sich deutlich zwischen den Geschlechtern. Weibchen nutzen Reviere mit einer Fläche von etwa 6 bis 15 km², während männliche Tiere deutlich größere Streifgebiete von meist 16 bis über 20 km² besitzen. Diese großen Streifgebiete spiegeln die niedrigen Populationsdichten und die Herausforderung wider, in dieser trockenen Umgebung ausreichend Nahrung zu finden.

Aussehen und Namensherkunft

Die Schwarzfußkatze ist die kleinste Wildkatze Afrikas und gehört weltweit zu den kleinsten Katzenarten. Weibchen wiegen meist zwischen 1 und 1,5 Kilogramm, Männchen zwischen 1,5 und 2,5 Kilogramm. Die Kopf-Rumpf-Länge liegt je nach Geschlecht bei etwa 34 bis 50 Zentimetern, hinzu kommen rund 15 bis 20 Zentimeter Schwanz. Mit einer Schulterhöhe von weniger als 25 Zentimetern ist sie deutlich kleiner als eine Hauskatze und wirkt insgesamt kompakt und kräftig gebaut.

Das Fell ist sandfarben bis ocker und dicht mit dunkelbraunen bis schwarzen Flecken und Querbändern durchzogen. Bauch und der Bereich um die Schnurrhaare sind deutlich heller. Auf Kopf, Nacken und Rücken können manche Flecken in kurze Streifen übergehen. Zwei dunkle Linien ziehen sich von den Augen über die Wangen, während die Ohren mit dunkel gesprenkelten Haaren besetzt sind. Der relativ kurze Schwanz zeigt unregelmäßige Flecken- oder Ringmuster und endet häufig in einer dunklen Spitze. Je nach Herkunft variieren Grundfarbe und Zeichnung von sehr blassem Sandton bis zu intensiverem Ocker; im Süden des Verbreitungsgebietes sind die Muster meist stärker ausgeprägt.

Auffällig sind die großen Ohren, die etwa ein Viertel der Schädellänge ausmachen und der Katze helfen, Beutetiere im dichten Gras aufzuspüren. Auch die Augen sind groß und reichen farblich von hellem Grün bis zu einem kräftigen Gelbton.

Namensgebend sind jedoch die schwarzen Fußsohlen. Die Sohlenflächen der Vorder- und Hinterpfoten sind schwarz bis dunkelbraun gefärbt – ein so charakteristisches Merkmal, dass es sowohl den deutschen als auch den englischen Namen („Black-footed cat“) geprägt hat. Diese Färbung gilt als Anpassung an heiße, sandige Böden und bietet zusätzlichen Halt auf trockenem Untergrund.

Auf Bäume klettert die Schwarzfußkatze nur selten. Ihr stämmiger Körperbau und der kurze Schwanz machen sie weniger klettergewandt als viele andere Wildkatzen – dafür ist sie hervorragend an die Jagd am Boden angepasst.

Insgesamt zeigt die Schwarzfußkatze eine einzigartige Kombination aus kompakter Statur, kontrastreichem Fell und großen Sinnesorganen – perfekt angepasst an ein Leben als nachtaktiver, bodennaher Jäger in den offenen Landschaften des südlichen Afrikas.

Ernährung und Jagdverhalten der Schwarzfußkatze

Die Schwarzfußkatze ist ein äußerst erfolgreicher und vielseitiger Jäger. In freier Wildbahn erbeutet sie über 50 verschiedene Tierarten – vor allem kleine Säugetiere wie Mäuse, Rennmäuse und Spitzmäuse, gefolgt von kleinen Vögeln und verschiedenen Insekten. Auch Spinnen, Termiten, Heuschrecken sowie vereinzelt Reptilien, Geckos und kleinere Schlangen gehören zu ihrem Beutespektrum. Gelegentlich schlägt sie sogar größere Beutetiere wie Trappen oder junge Hasen. Trotz ihrer geringen Körpergröße kann sie Tiere überwältigen, die schwerer sind als sie selbst.

Hochspezialisierter nächtlicher Jäger

Schwarzfußkatzen sind reine Nachtjäger und legen pro Nacht meist zwischen fünf und sechzehn Kilometern zurück. Ihr Energiebedarf ist sehr hoch: Sie fressen pro Nacht rund ein Sechstel bis ein Fünftel ihres Körpergewichts und fangen im Durchschnitt etwa alle 50 Minuten ein Beutetier. Zehn bis vierzehn erfolgreiche Jagden in einer Nacht sind daher nichts Ungewöhnliches.

Um ihre Beute aufzuspüren und zu überraschen, nutzen sie drei unterschiedliche Jagdstrategien. Beim schnellen Jagen bewegen sie sich zügig durch die Vegetation und treiben kleine Tiere aus der Deckung. Beim langsamen Anschleichen gehen sie äußerst vorsichtig und beinahe lautlos vor und prüfen ihre Umgebung aufmerksam, oft mit leicht pendelnden Kopfbewegungen. In der dritten Technik warten sie reglos vor den Ausgängen von Mäusebauten und reagieren blitzschnell auf das kleinste Geräusch – manchmal mit nur halb geöffneten Augen, während die Ohren ständig in Bewegung sind.

Beeindruckende Sprungkraft

Ihre Sprungkraft ist für eine so kleine Katze bemerkenswert: Schwarzfußkatzen können bis zu 1,4 Meter hoch und rund zwei Meter weit springen, um startende oder fliegende Vögel zu fangen. Kleinere Vögel werden meist vollständig aufgefressen, während größere Vögel vor dem Fressen gerupft werden.

Nahrungsaufnahme und Umgang mit Beute

Kleine Beutetiere frisst die Schwarzfußkatze in der Regel vollständig auf, sodass kaum Reste zurückbleiben. Größere Beute frisst sie in mehreren Etappen. Wenn ein Fang zu groß ist, um ihn auf einmal zu verzehren, versteckt sie die Reste an sicheren Orten – zum Beispiel in kleinen Höhlen, alten Erdferkelbauten oder Sandvertiefungen – und kehrt später dorthin zurück. Gelegentlich frisst sie auch Aas, wenn sich eine geeignete Gelegenheit bietet, etwa bei einem verendeten Jungtier eines Springbocks.

Anpassung an trockene Lebensräume

Da die Schwarzfußkatze hervorragend an trockene Regionen angepasst ist, muss sie nur selten aktiv trinken. Ihren Flüssigkeitsbedarf deckt sie fast vollständig über ihre Beutetiere. Diese Fähigkeit macht sie äußerst widerstandsfähig gegenüber den extremen Bedingungen ihres natürlichen Lebensraums im südlichen Afrika.

Verhalten und Raumnutzung der Schwarzfußkatze

Die Schwarzfußkatze ist überwiegend nachtaktiv und lebt meist als Einzelgänger. Am Tag zieht sie sich in gut geschützte Verstecke zurück. Dazu gehören unter anderem verlassene Baue von Erdferkeln, Springhasen, Nagetieren oder Stachelschweinen sowie natürliche Hohlräume oder alte Termitenbauten. Viele dieser Unterschlüpfe nutzt sie über längere Zeit und erweitert sie bei Bedarf durch eigenes Graben. Begegnungen zwischen erwachsenen Tieren sind selten und finden hauptsächlich während der Paarungszeit statt. Weibchen leben zudem eine Zeit lang noch mit ihren Jungtieren zusammen.

In der Nacht legt die Schwarzfußkatze für ihre geringe Körpergröße erstaunlich weite Strecken zurück. Je nach Gebiet sind es im Durchschnitt zwischen 5 und 16 Kilometern. Sie bewegt sich dabei häufig in kleinen Kreisen oder zickzackförmig durch ihr Revier. Ein typisches Muster, mit denen sie Deckung optimal nutzt und potenzielle Beutetiere effizient aufspürt. Sie bewegt sich dabei niedrig am Boden und das schnell und sehr unauffällig, was Beobachtungen in freier Wildbahn zusätzlich erschwert.

Die Streifgebiete der Schwarzfußkatze sind für eine kleine Wildkatze ausgesprochen groß. Weibchen nutzen Reviere mit einer Fläche von etwa 6 bis 15 km², während die von Männchen deutlich größer bemessen sind und im Durchschnitt zwischen 16 und über 20 km² liegen können. In manchen Regionen wurden sogar noch größere Flächen dokumentiert. Männliche Reviere überschneiden sich in der Regel mit den Revieren mehrerer Weibchen, während Überschneidungen zwischen den Revieren Männchen gering bleiben und vor allem an den äußeren Reviergrenzen vorkommen. Weibchen zeigen untereinander eine etwas höhere Toleranz.

Die Reviergrenzen markieren die Tiere mithilfe verschiedener Duftsignale, darunter Harnmarkierungen, Kratzspuren, Reiben und gut sichtbare Kotablagen. Während der Paarungszeit steigt die Intensität dieser Markierungen deutlich an.

Wird die Schwarzfußkatze gestört, sucht sie sofort Schutz in einem ihrer Verstecke. Gerät sie jedoch in die Enge, verteidigt sie sich ausgesprochen entschlossen.

Um über größere Distanzen zu kommunizieren, rufen die kleinen Wildkatzen relativ laut. Im Nahkontakt nutzen sie eher leise gurrende oder schnurrende Laute. Wird sie bedroht, knurrt und faucht sie wie unsere Hauskatzen.

Lokale Überlieferungen

Obwohl die Schwarzfußkatze selten zu sehen ist, taucht sie in einigen Regionen des südlichen Afrikas in lokalen Überlieferungen auf. Eine bekannte Erzählung der San beschreibt sie als besonders mutig: Der Legende nach könne die kleine Wildkatze sogar eine Giraffe besiegen, indem sie deren Halsarterie trifft. Diese Geschichte ist offensichtlich übertrieben, verdeutlicht aber den Respekt und die Faszination, die die Menschen der Region ihr entgegenbringen.

In Teilen der Karoo wird sie zudem „miershooptier“ – „Anthill-Tiger“ – genannt. Der Spitzname bezieht sich weniger auf bestimmte Verstecke als auf den Eindruck, den ihr selbstbewusstes Auftreten hinterlässt, wenn sie sich bedroht fühlt.

Fortpflanzung und Entwicklung der Schwarzfußkatze

Schwarzfußkatzen können sich schon relativ früh fortpflanzen. Weibchen werden im Alter von etwa sieben Monaten geschlechtsreif, Männchen mit ungefähr neun Monaten. In der freien Wildbahn hängt der genaue Zeitpunkt vermutlich etwas vom Gesundheitszustand und dem Nahrungsangebot ab.

Die Paarungszeit fällt überwiegend in den südlichen Sommer und reicht von Oktober bis März. Weibchen sind nur wenige Stunden zur Paarung bereit, oft nicht länger als fünf bis zehn Stunden. In dieser kurzen Zeit müssen die Männchen sie finden, was zu kurzen Auseinandersetzungen zwischen konkurrierenden Katern führen kann. Treffen sich Kater und Kätzin, kommt es meist zu mehreren Paarungen hintereinander.

Nach einer Trächtigkeit von etwa 63 bis 68 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein oder zwei Jungtiere zur Welt, seltener drei oder vier. Als Unterschlupf dienen ihr hier meist verlassene Springhasenbauen oder natürlichen Hohlräume. Ab dem vierten Lebenstag lässt die Mutter ihre Kitten nachts für einige Stunden allein, während sie auf Nahrungssuche geht.

Die neugeborenen Schwarzfußkatzen, also die Schwarzfußkatzen-Babys, wiegen nur rund 60 bis 93 Gramm, sind blind und anfangs noch sehr hilflos. Trotzdem können sie sich schon nach wenigen Stunden krabbelnd fortbewegen und entwickeln sich danach rasch weiter. Die Augen öffnen sich nach drei bis zehn Tagen, und nach zwei bis drei Wochen brechen die ersten Milchzähne durch. Erste feste Nahrung wird rund einen Monat nach der Geburt verzehrt, bis zur vollständigen Entwöhnung von der Milch der Kätzin dauert es aber bis zu einem Alter von etwa zwei Monaten, also ähnlich wie bei unseren Haustigern. Die bleibenden Zähne brechen im Alter von etwa fünf Monaten durch.

In Gefangenschaft wurde beobachtet, dass Weibchen ihre Jungen häufig in neue Verstecke tragen, teilweise alle sechs bis zehn Tage. Das ist für diese Art typisch und stärker ausgeprägt als bei vielen anderen kleinen Wildkatzen, wie etwa der Europäischen Wildkatze.

Richtig mobil werden die Schwarzfußkatzen-Babys nach etwa zwei Wochen. Sie beginnen zu laufen und starten ab der dritten Woche erste Kletterversuche.

Etwa ab der sechsten Woche verlassen die Jungtiere dann auch regelmäßig das Versteck. In dieser Zeit sind sie jedoch besonders gefährdet und können Beute von Räubern wie Schabrackenschakalen, Karakalen oder nachtaktiven Greifvögeln werden.

Mit drei bis vier Monaten sind die jungen Schwarzfußkatzen selbstständig, bleiben aber häufig noch eine gewisse Zeit im erweiterten Streifgebiet der Mutter.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Schwarzfußkatze gehört zu den seltensten Kleinkatzen Afrikas und wird auf der Roten Liste der IUCN als „gefährdet“ eingestuft. Man geht von weniger als 10.000 fortpflanzungsfähigen Tieren aus, wobei der Bestand weiter abnimmt. Hauptursachen sind Lebensraumverlust, der Rückgang wichtiger Beutetiere und verschiedene menschengemachte Einflüsse.

Habitatverlust und Veränderungen der Beutetierbestände

Viele Regionen ihres Verbreitungsgebiets werden heute intensiv landwirtschaftlich genutzt oder überweidet. Dadurch verändert sich die Vegetation, und Kleinsäuger – allen voran der Südafrikanische Springhase – werden seltener. Da diese Tiere zu den wichtigsten Beutetieren der Schwarzfußkatze gehören, wirkt sich ihr Rückgang direkt auf den Bestand der Art aus. Gleichzeitig gehen geeignete Unterschlüpfe und Jagdhabitate verloren.

Indirekte Vergiftungen und Fallen

Ein weiteres großes Problem sind Maßnahmen zur Raubtierbekämpfung. Giftköder gegen Schakale oder Stahlfallen, die eigentlich für Afrikanische Wildkatzen gedacht sind, treffen häufig unbeabsichtigt auch Schwarzfußkatzen. Sie nehmen beispielsweise vergiftete Aasreste auf oder geraten in Fallen, die in vielen Regionen noch verbreitet sind.

Krankheiten, Konkurrenz und natürliche Feinde

Eine besondere Rolle hinsichtlich Krankheiten spielt die sogenannte AA-Amyloidose – eine nicht-infektiöse Erkrankung, bei der sich fehlgebildete Proteine in Organen ablagern und vor allem die Nieren schwer schädigen. Sie tritt sowohl in Zoos als auch in der freien Wildbahn auf und führt häufig zu einem tödlichen Organversagen. Die Erkrankung tritt sowohl in Zoos als auch in freier Wildbahn auf.

Weitere Risiken entstehen durch Krankheiten, die von Hauskatzen übertragen werden können, sowie durch Konkurrenz und Prädation durch Schakale, Karakale, Schlangen und große Eulen.

Kollisionen und Jagddruck

Obwohl die Schwarzfußkatze meist fernab großer Straßen lebt, kommt es immer wieder zu Verkehrsunfällen. Insgesamt spielen Kollisionen nur eine geringe Rolle, führen aber lokal zu Verlusten. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Interesse einzelner Trophäenjäger an der Art zunimmt. Offiziell ist die Jagd in den meisten Ländern jedoch verboten, sodass Schwarzfußkatzen in der Regel nur im Rahmen anderer Jagdaktivitäten oder versehentlich zu Schaden kommen.

Schutzmaßnahmen und Forschung

Die Schwarzfußkatze ist in den meisten Regionen gesetzlich geschützt und im Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) in Anhang I gelistet. In Botswana und Südafrika ist die Jagd vollständig untersagt. Allerdings sind viele Schutzgebiete sehr klein, sodass sie häufig keine langfristig stabilen Populationen beherbergen können.

Eine zentrale Rolle im Artenschutz spielt die Black-footed Cat Working Group (BFCWG). Seit den 1990er-Jahren erforscht sie die Art mithilfe von Radiotelemetrie, Kamerafallen und der Analyse biologischer Proben. Die langjährigen Projekte – unter anderem in Benfontein, Nuwejaarsfontein, De Aar und Namibia – haben entscheidend zum heutigen Wissen über Verhalten, Raumnutzung, Bestandsentwicklung und Gesundheitsrisiken beigetragen. Empfohlen wird, die Forschung in weitere Regionen auszuweiten, um die Verbreitung und Bedrohungslage noch besser einschätzen zu können.

Zuchtprogramme

In Zoos wurden in der Vergangenheit koordinierte Programme zur Erhaltungszucht aufgebaut, unter anderem mit frühen Erfolgen im Grünen Zoo Wuppertal sowie in weiteren internationalen Einrichtungen. Die hohe Empfindlichkeit gegenüber der AA-Amyloidose erschwert jedoch die Nachzucht erheblich, sodass viele Zoos sich inzwischen aus der Haltung zurückgezogen haben. Dennoch gab es in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte, darunter erfolgreiche künstliche Befruchtungen und sogar Embryotransfers, bei denen Hauskatzen als Leihmütter dienten. Diese Projekte zeigen das Potenzial moderner Zootiermedizin, ersetzen aber nicht den Schutz der natürlichen Lebensräume.

Kann man eine Schwarzfußkatze kaufen oder als Haustier halten?

Die kurze Antwort lautet: nein. Schwarzfußkatzen dürfen weder gefangen, gekauft noch privat gehalten werden. Die Art ist streng geschützt und steht im Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES). Damit gehört sie zu den weltweit am stärksten regulierten Tierarten. Ein legaler Erwerb durch Privatpersonen ist grundsätzlich ausgeschlossen.

Strenger Schutzstatus und rechtliche Vorgaben

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Haltung von Schwarzfußkatzen für Privatpersonen verboten. Zoos und wissenschaftliche Einrichtungen benötigen selbst für Forschungs- oder Zuchtprojekte umfangreiche Genehmigungen. Eine Abgabe an Privatpersonen findet nicht statt – weder innerhalb Europas noch international.

Auch Nachzuchten aus Zoos sind nicht verfügbar. Erhaltungszuchtprogramme dienen ausschließlich dem Artenschutz, nicht dem Heimtiermarkt. Aufgrund der hohen Anfälligkeit für die AA-Amyloidose ist die Zucht zudem sehr anspruchsvoll, sodass viele Einrichtungen die Haltung inzwischen eingestellt haben.

Warum Schwarzfußkatzen keine Haustiere sind

Schwarzfußkatzen sind reine Wildtiere mit hochspezialisierten Bedürfnissen. Sie sind extrem scheu, streng nachtaktiv und legen in freier Wildbahn große Strecken pro Nacht zurück. Selbst kurze Störungen führen bei ihnen zu massivem Stress. Viele Tiere reagieren unter engem Raum oder menschlicher Nähe aggressiv, was ein normales Zusammenleben unmöglich macht.

Auch ihre Ernährungs- und Verhaltensansprüche lassen sich in Privathaltung nicht erfüllen. Die Tiere sind hervorragende Jäger, benötigen weite, strukturreiche Lebensräume und komplexe Rückzugs- und Jagdmöglichkeiten. Dies kann selbst in professionellen Einrichtungen kaum vollständig nachgebildet werden.

Vorsicht vor falschen Angeboten

Online finden sich gelegentlich fragwürdige Anzeigen, die angeblich „Schwarzfußkatzen“ anbieten. Dabei handelt es sich fast immer um Betrug oder um andere Katzenrassen wie Bengalen oder Savannahs. Echte Schwarzfußkatzen werden nicht gehandelt, und jeder Verkauf wäre illegal.

Artenschutz unterstützen – aber richtig

Wer sich für diese faszinierende Wildkatze interessiert, kann seriöse Projekte wie die Black-footed Cat Working Group (BFCWG) unterstützen. Dort wird seit Jahrzehnten wichtige Feldforschung betrieben, die zum Schutz der Art beiträgt. Als Haustier eignen sich Schwarzfußkatzen jedoch nicht – und dürfen es rechtlich auch nicht sein.

Merke-Katze

Häufige Fragen und Antworten

  • Wo lebt die Schwarzfußkatze?

    Die Schwarzfußkatze lebt im südlichen Afrika und bewohnt vor allem trockene Steppen, Halbwüsten und offene Savannen, insbesondere in den Karoo- und Kalahari-Regionen. Dort nutzt sie verlassene Nagetierbaue oder Termitenhügel als Tagesversteck.
  • Wie groß wird eine Schwarzfußkatze?

    Sie ist deutlich kleiner als Hauskatzen. Weibchen wiegen etwa 1–1,5 kg, Männchen rund 1,5–2,5 kg. Die Körperlänge liegt bei 34–50 cm, dazu kommen 15–20 cm Schwanz.
  • Was frisst die Schwarzfußkatze?

    Ihr Beutespektrum umfasst über 50 Tierarten, darunter Mäuse, Rennmäuse, Spitzmäuse, kleine Vögel, große Insekten sowie gelegentlich Reptilien. Pro Nacht frisst sie etwa ein Sechstel ihres Körpergewichts und zählt zu den effizientesten Kleinkatzenjägern.
  • Wie gefährdet ist die Schwarzfußkatze?

    Die Art gilt als gefährdet. Lebensraumverlust, der Rückgang wichtiger Beutetiere, Krankheiten wie die AA-Amyloidose sowie indirekte Vergiftungen durch Köder und Fallen stellen die größten Bedrohungen dar.
  • Ist die Schwarzfußkatze gefährlich für Menschen?

    Nein. Schwarzfußkatzen meiden Menschen konsequent und ziehen sich bei Störungen sofort zurück. Nur wenn sie in die Enge gedrängt werden, verteidigen sie sich – wie viele Wildtiere.
  • Warum heißt die Schwarzfußkatze Schwarzfußkatze?

    Die Bezeichnung geht auf die dunkel gefärbten Fußsohlen zurück. Die Unterseiten der Pfoten sind schwarz bis dunkelbraun und ein typisches Erkennungsmerkmal dieser Art.
  • Kann man eine Schwarzfußkatze als Haustier halten?

    Nein. Die Art ist streng geschützt und steht in CITES Anhang I. Fang, Handel und private Haltung sind illegal. Zudem sind Schwarzfußkatzen hochspezialisierte Wildtiere, die sich nicht für die Heimtierhaltung eignen.
  • Wie viele Schwarzfußkatzen gibt es noch?

    Es gibt wahrscheinlich weniger als 10.000 erwachsene Tiere. Die Bestände sind rückläufig, weshalb Schutzprojekte – etwa der Black-footed Cat Working Group – eine wichtige Rolle spielen.

Quellen (u. a.)

Black-footed Cat Working Group (kein Datum): Black-footed Cat Facts.
Verfügbar unter: https://www.blackfootedcat.com/black-footed-cat-facts/
(Zugriff am 10. Dezember 2025).

IUCN Cat Specialist Group (kein Datum): Living Species – Black-footed Cat.
Verfügbar unter: https://www.catsg.org/living-species-blackfootedcat
(Zugriff am 10. Dezember 2025).

Wikipedia-Autoren (2025): Black-footed cat.
In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. Letzte Aktualisierung: 8. Dezember 2025.
Verfügbar unter: https://en.wikipedia.org/wiki/Black-footed_cat
(Zugriff am 10. Dezember 2025).

Schwarze Katze liegt auf Studien
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