Abschied Katzenhaltung

Nullpunkt: Wenn man für die Katze ein neues Zuhause finden muss

Sich für eine Katze zu entscheiden, bedeutet Verantwortung ein Katzenleben lang. Da stimmen wir zu 100 Prozent zu. Jedoch gibt es auch in diesem Fall – wie so oft im Zusammenleben mit Katzen – nicht nur Schwarz und Weiß. Manchmal hat man leider einfach keine Wahl und manchmal ist es auch im Interesse der Katze, Verantwortung zu zeigen, indem man für das Tier ein neues Zuhause sucht, in dem man ihm besser gerecht werden kann.

Eine Schwangerschaft muss nicht die Trennung von der Katze bedeuten!

Ein schwieriges Thema und eines über das man gerade online nicht gerne spricht. Denn allzu oft sieht man sich Unverständnis und Beschuldigungen gegenüber. Auch dann, wenn man die Entscheidung nicht voreilig getroffen hat, wie es leider häufig vorkommt. Viel zu oft wird erst geurteilt und dann nachgefragt. Auch mit der Folge, dass man dem Haustiger, um den es geht, mitunter mehr schadet als nützt.

Doch sich ehrlich und noch dazu öffentlich einzugestehen, dass man dem geliebten Tier nicht (mehr) das bieten kann, was man sich für es wünscht, ist nicht einfach und erfordert Mut. Du stehst gerade vor dieser Entscheidung? Mit diesem Artikel wollen wir dir Tipps an die Hand geben, wie du für deine Katze das bestmögliche Zuhause finden kannst. Der Einfachheit halber sprechen wir im Artikel immer nur von einer Katze. Die angesprochenen Punkte gelten aber natürlich gleichermaßen, wenn es sich um mehrere Haustiger handelt.

Zunächst beschäftigen wir uns aber mit den Überlegungen, die häufig zu einer Abgabe führen, und verschiedenen Lösungsmöglichkeiten. Denn nicht immer ist es wirklich notwendig, sich zu trennen. Häufig sieht man in seiner Verzweiflung auch einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Überlegungen vorab

Die Entscheidung für eine Katze sollte nie leichtfertig getroffen werden. Das gilt auch für die Entscheidung, sich von einer Katze oder allen Katzen zu trennen. Die erste Frage, die du dir stellen solltest, ist daher immer die nach dem WARUM.

  • Warum möchte/muss ich mich trennen?
  • Was stört mich?
  • Was stört (möglicherweise) die Katze?
  • Ist es für die Katze besser, wenn wir uns trennen oder nur für mich?
  • Was könnte jemand anderes meiner Katze mehr/besser bieten?
  • Habe ich alles versucht, um die Situation zu verändern/zu verbessern? Oder kann/möchte ich das nicht?

Lass dir Zeit für die Beantwortung dieser Fragen und sei ehrlich zu dir selbst.

11 häufige Gründe für die Abgabe und mögliche Lösungen

Die Gründe, aus denen man über eine Abgabe nachdenkt, können sehr vielschichtig sein. Oft ist es auch nicht nur ein Grund, sondern es kommen mehrere Faktoren zusammen.

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1) Meine Katze zeigt unerwünschtes Verhalten.

Häufigster Grund für die Abgabe von Katzen ist, dass sich diese nicht wunschgemäß verhalten. An erster Stelle steht dabei die Unsauberkeit, gefolgt von aggressivem Verhalten. Aber auch das Kratzen an unerwünschten Stellen, häufiges Erbrechen, Fressen von ungeeigneten Dingen, nächtlicher Terror, zerstörerisches oder übermäßig forderndes/anhängliches Verhalten können dazu führen, dass die Abgabe unausweichlich erscheint.

Mögliche Lösung

In den meisten Fällen kann man an Problemverhalten sehr gut arbeiten und manchmal bedarf es nur kleiner Änderungen im eigenen Leben und im Leben der Katze, um die Trennung abzuwenden.

Gerade wenn du schon an einem Punkt bist, an dem du mit den Nerven am Ende bist, ist es eine gute Idee, dir professionelle Unterstützung zu holen. Eine ausgebildete, erfahrene Katzenpsychologin kann die Situation bei dir mit objektivem Blick von außen analysieren und dir Tipps an die Hand geben, wie du das Problem am besten angehen kannst. Gesundheitliche Probleme wie häufiges Erbrechen sollten vom Tierarzt abgeklärt werden.

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2) Meine Lebenssituation hat sich verändert

Leider weiß man nie so genau, was das Leben bringt. Und manchmal kann es sein, dass Situationen eintreten, in denen es nicht mehr möglich ist, der Katze das zu bieten, was man gerne möchte. Vielleicht hast du deine Arbeitsstelle verloren und musst derzeit mit weniger Geld auskommen und in eine kleinere Wohnung ziehen. Vielleicht hast du dich erst kürzlich von deinem Partner getrennt, dein Partner ist verstorben oder ihr habt ein Kind bekommen, das eure ganze Aufmerksamkeit fordert. In solch anstrengenden Zeiten ist es oft schwierig, jedem gerecht zu werden und man fühlt sich schnell überfordert. Dazu kommt, dass gerade sensible Katzen über sehr feine Antennen verfügen und auf die für sie verunsichernde Stimmung mit Problemverhalten reagieren, was die Situation nicht einfacher macht.

Mögliche Lösung

Auch hier muss die Trennung nicht die einzige Möglichkeit sein. Oft reicht es auch aus, den eigenen Tagesablauf neu zu strukturieren oder sich vorübergehend Unterstützung zu suchen. Das können je nach Situation Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte sein. Oder vielleicht gibt es nette Nachbarn (oder ältere Nachbarskinder), die dich bei der Versorgung unterstützen können. Auch Betreuung auf Gegenseitigkeit, ein Tiersitter oder jemand der deine Katze vorübergehend in Pflege nimmt, können Möglichkeiten sein.

Kleinere Wohnungen können durch einen Ausbau der dritten Dimension (Catwalks etc.) für kleines Geld für die Katze vergrößert werden und auch beim Futter lässt sich mit etwas Planung, der Ausnutzung von Rabatten und vielleicht auch (vorübergehend) der Umstellung auf günstigere (aber dennoch hochwertige) Futtermittel bares Geld sparen. Barfen wäre hier zum Beispiel eine Möglichkeit.

3) Ich leide unter einer lebensbedrohlichen/lebensverändernden Krankheit oder hatte einen Unfall.

Gesundheit ist ein wertvolles Gut und leider haben weder wir Menschen noch unsere Tiere eine Garantie dafür, dass wir unser ganzes Leben lang gesundbleiben. Und so kann es leider sein, dass das Katzenpersonal so schwer erkrankt, dass es sich nicht mehr um die eigenen Haustiger kümmern kann oder sogar vor diesen stirbt. Dasselbe gilt für Unfälle, die Menschen unvermittelt aus dem Leben reißen. Dann bleibt leider nur, ein neues Zuhause für die Stubentiger zu suchen.

Mögliche Lösung

Leider meist keine, wenn das Schicksal so zuschlägt, dass du vor deinen Katzen gehen oder deine Tiere in eine mögliche Pflegeeinrichtung nicht mitnehmen kannst. Im Idealfall hast du zumindest die Zeit, noch ein gutes Zuhause für deine Tiere zu suchen.

Doch leider schlägt das Schicksal auch unerwartet zu. Daher ist es gut, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, wer sich im Fall des Falles um deine Tiere oder deren Vermittlung in deinem Sinne kümmern soll. Dies und weitere wichtige Informationen zu deinen Tieren kannst du in einem Notfallsteckbrief festhalten.

Kannst du dich nur vorübergehend nicht um deine Tiere kümmern oder möchtest du deine Katze gerne so lange es irgendwie geht bei dir haben, wären vielleicht eine Pflegestelle oder Unterstützung zu Hause Möglichkeiten, um die endgültige Trennung zu verhindern oder hinauszuschieben.

4) Ich reagiere auf Katzen allergisch.

Gibt jemand als Abgabegrund Allergie an, erntet er häufig erst einmal zweifelnde Blicke. Denn leider reden sich viel zu viele Menschen auf eine Allergie heraus, wenn sie ihre Katzen schnell loswerden möchten. Liegt jedoch wirklich eine Allergie vor – die auch nach jahrelanger Katzenhaltung leider plötzlich auftreten kann – ist guter Rat oft teuer.  Die Nase läuft, die Augen jucken und brennen und in schlimmen Fällen kommt es sogar zu Asthma mit anfallsweiser Luftnot.

Mögliche Lösung

Ob eine Katzenhaltung trotz Allergie möglich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht immer ist eine (dauerhafte) Trennung von der Katze wirklich notwendig. So können vom Arzt verschriebene Medikamente oder eine Hyposensibilisierung in einigen Fällen das Zusammenleben mit Katzen weiter oder wieder möglich machen. Ein erfahrener Allergologe kann dich hier beraten.

5) Ich bin schwanger.

Ist man schwanger, ist meist die Freude groß. Jedoch kommen mit der freudigen Erwartung auf das Leben, das in einem heranwächst, meist auch die kleineren und größeren Sorgen. Eine davon – die leider auch von Frauenärzten nach wie vor geschürt wird – ist die Angst vor einer Ansteckung mit Toxoplasmose. So kommt es häufig vor, dass der Arzt und oder Verwandte/Bekannte/Freunde raten, die Katze sofort abzugeben oder sogar einschläfern zu lassen.

Mögliche Lösung

Die Toxoplasmose ist eine Zoonose, die für den Menschen im Normalfall ungefährlich ist, jedoch kann es bei einer Erstinfektion während der Schwangerschaft zu Fehlgeburten oder schweren Schädigungen des Kindes kommen. Die Katze ist Hauptwirt für den Erreger jedoch nicht die Hauptansteckungsquelle. Dazu kommt, dass die Hälfte der Deutschen nach aktuellem Kenntnisstand bereits Antikörper gegen den Verursacher der Toxoplasmose, Toxoplasma gondii, besitzt. Es ist daher sinnvoll, zunächst beim Frauenarzt testen zu lassen, ob du bereits immun gegen Toxoplasmen bist.

Ist dem nicht der Fall, so ist es – auch wenn das Risiko einer Ansteckung über die Katze gering ist – sinnvoll, einige Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. So sollten die Katzentoiletten mindestens zweimal täglich gereinigt werden. Im Idealfall übernimmt dies der Partner oder eine andere Person im Haushalt. Auch bei der Zubereitung von rohem Fleisch ist Vorsicht geboten. Eine Trennung von den Katzen ist aber definitiv nicht erforderlich.

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6) Meine Katzen verstehen sich nicht (mehr)

Leider kommt es immer wieder vor, dass sich Katzen, die lange Zeit problemlos miteinander zusammengelebt haben, plötzlich nicht mehr verstehen. Oder es kommt eine neue Katze in den Haushalt, die leider nicht mit den anderen harmoniert. Da liegt der Gedanke eine oder auch mehrere Katzen abzugeben nahe, um wieder Frieden einkehren zu lassen.

Mögliche Lösung

Verstehen sich Katzen von einem Tag auf den anderen plötzlich nicht mehr, gibt es dafür in der Regel einen Grund, den es herauszufinden gilt. Das kann ein Tierarztbesuch sein, es können aber auch ganz unscheinbare Ereignisse sein, die die Katze fälschlicherweise mit ihrem Katzenkumpel in Verbindung bringt (Beispiel: Ein Besen fällt um und auf die Katze (die erschrickt und sich wehtut), während sich die andere Katze ebenfalls im Zimmer befindet).

Darüber hinaus können plötzliche Abneigungen/aggressives Verhalten gegenüber Mitkatzen auch auf Krankheiten hinweisen und das sowohl bei der Katze, die die andere angeht, als auch bei der, die angegangen wird. Es ist daher immer sinnvoll, ALLE Parteien tierärztlich untersuchen zu lassen. Sind die Katzen gesund, hilft oft ein objektiver, fundierter Blick von außen, um die Situation zu analysieren und einen Plan zu erstellen, mit dem sich das Problem (hoffentlich) beheben lässt. Dieser kann zum Beispiel die zeitweise Trennung und behutsame Neuvergesellschaftung beinhalten.

Bei Vergesellschaftungen gilt grundsätzlich, dass diese meist Zeit brauchen. Es ist vollkommen normal, dass sich die Katzen erst aneinander gewöhnen müssen und sich zunächst nicht zu verstehen scheinen. Leider kann man bei Vergesellschaftungen auch viel falsch machen.

BUCHTIPP

Bücher zum Katzenverhalten gibt es viele. Und auch so einige, die sich mit der Vergesellschaftung von Katzen beschäftigen. Dieses hier möchte ich dir in diesem Zusammenhang ans Herz legen.

Titel: Katzenzusammenführung mit Herz und Verstand
Autorin: Christine Hauschild
ISBN-10: 373574074X
ISBN-13: 978-3735740748

Kaufen kannst du das Buch z. B. bei Amazon* .

Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen und zeichnet sich auch nach Wochen keine Besserung ab, hilft oftmals ein Neustart der Vergesellschaftung, bei dem eine erfahrene Fachkraft unterstützen kann. Leider gibt es jedoch auch Fälle, in denen es – wie beim Menschen auch – einfach nicht passt. Dann kann die Abgabe tatsächlich für alle Beteiligten die beste Lösung sein.

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7) Die aktuelle Situation überfordert mich.

Im Idealfall ist das Leben mit Katzen unkompliziert. Jedoch kann es auch schnell kompliziert werden, wenn eine Katze (chronisch) krank wird oder einen Unfall hat und intensive Pflege benötigt. Oder auch, wenn man Katzen liebt und schlecht „Nein“ sagen kann, so dass man irgendwann eine größere Katzengruppe zu versorgen hat, als man eigentlich zeitlich und finanziell stemmen kann. Insbesondere dann, wenn es sich um Tiere mit Handicap oder Krankheiten handelt, die einen größeren Zeitaufwand erfordern. Vielleicht hast du dich auch überschätzt und stellst nun fest, dass du der Katze, die du aufgenommen hast, gar nicht gerecht werden kannst. Und/oder vielleicht nicht die Zeit, Erfahrung und die Möglichkeiten hast z. B. ein Fundkitten aufzuziehen, das alle paar Stunden gefüttert werden muss.

Mögliche Lösung

Sei ehrlich zu dir und such dir Unterstützung, wenn nötig! Und zwar rechtzeitig, gerade wenn es um Tiere geht, die intensive Pflege benötigen. Hilfe zu suchen ist keine Schande und absolut im Interesse deiner Tiere. Du bist kein Versager, wenn du dir helfen lässt, sondern zeigst Verantwortung! Je nach Situation, kann es die richtige Lösung sein, für einige Tiere ein neues dauerhaftes Zuhause zu finden. Manchmal hilft auch schon eine vorübergehende Pflegestelle, wenn eine intensive Versorgung nur vorübergehend notwendig ist.

8) Meine Katze möchte plötzlich Freigang genießen.

Viele Tierschutzvereine vermitteln – aus guten Gründen – nur in Wohnungshaltung. Jedoch weiß man gerade bei Fundtieren häufig nicht, wie diese vorher gelebt haben. Und so kann es vorkommen, dass diese mit einem Leben in der Wohnung nicht glücklich sind und (teilweise sehr vehement) ihren Freigang einfordern. Das Problem kann jedoch auch dann auftreten, wenn eine Katze noch nie Freigang genossen hat.

Mögliche Lösung

Die erste Frage ist immer, ob die Katze wirklich Freigang einfordert. Nicht jede Katze, die gerne am Fenster sitzt und die Welt draußen beobachtet, möchte auch unbedingt in den Freigang. Drängt die Katze aber deutlich nach draußen, ist guter Rat oft teuer, wenn man keinen Freigang gewähren kann oder möchte. Je nach Platz und finanziellen Möglichkeiten reicht es häufig schon aus, ein oder mehrere Fenster und/oder den Balkon zu sichern und für die Katzen einzurichten. Auch Spaziergänge mit Geschirr und Leine können eine Möglichkeit sein. Noch besser ist natürlich ein Freigehege oder ein gesicherter Garten.

Manchmal bleibt (wenn auch ein Umzug nicht gewünscht oder möglich ist) aber auch hier – bei gesunden, kastrierten Tieren ohne Handicap – leider nur die Abgabe zu Menschen, die Freigang in möglichst sicherer Umgebung bieten können.

9) Mein Vermieter/Nachbar macht Probleme.

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Das gilt leider auch für die Katzenhaltung. Und im schlimmsten Fall gehen die Abneigungen soweit, dass die Katze um Leib und Leben fürchten muss. Und auch nicht jeder Vermieter schätzt Katzenhaltung.

Mögliche Lösung

Im Idealfall helfen freundliche und offene Gespräche. Hör dir die Sorgen deines Nachbarn an und versucht eine Lösung für das Problem zu finden (z. B. wenn die Katze in den Blumenbeeten des Nachbarn ihr Geschäft verrichtet). Es gibt aber leider auch Menschen, mit denen nicht zu reden ist. Dann hilft es oft leider nur, der Katze den Zugang zum Nachbargrundstück zu verwehren, umzuziehen oder im Interesse des Tieres über eine Abgabe nachzudenken, bevor der Katze womöglich Leid zugefügt wird.

Bei Vermietern gilt, dass sie die Katzenhaltung nicht generell verbieten dürfen. Das heißt aber nicht, dass alles erlaubt ist. Genauer erklärt ist das in diesem Artikel. Informationen zu deinem speziellen Fall kannst du dir z. B. beim Mieterverein oder bei einem spezialisierten Rechtsanwalt einholen. Ist der Vermieter im Recht und/oder möchtest du dem Problem aus dem Weg gehen, bleibt die Suche nach einer neuen Wohnung oder leider auch hier wieder die Trennung von der Katze.

10) Ich möchte einfach keine Katze mehr haben / die Katze nicht mehr haben.

Leider kommt es häufiger vor, dass eine Katze oder mehrere da, aber eigentlich nicht (mehr) so richtig erwünscht sind.

Das kann zum Beispiel folgende Gründe haben:

Katze entspricht nicht den Erwartungen/Überdruss/Zeitmangel/Katze geerbt/Katze geschenkt bekommen/Katze unüberlegt angeschafft/Katze gehörte dem Ex-Partner/der neue Partner mag keine Katzen

Und all diesen Gründen ist gemein, dass auf sie oftmals mit Unverständnis reagiert wird. Gerade in den sozialen Medien. Auf der einen Seite verständlich. Denn sich für eine Katze zu entscheiden, bedeutet Verantwortung ein Katzenleben lang.

ABER:

Wenn das Interesse an der Katze nicht mehr vorhanden ist, wenn die Katze den ganzen Tag allein zu Hause ist, eher stört, als dass ihre Gesellschaft geschätzt wird, in ein Zimmer gesperrt wird oder, oder, oder, dann kann Verantwortung zu zeigen auch heißen, der Katze ein Zuhause zu suchen, in dem man die Zeit hat und Willens ist sich mit ihr zu beschäftigen und sie so zu lieben, wie sie ist. Dann aber umsichtig und im Interesse der Katze und nicht im Schnellverfahren an den Erstbesten.

11) Meine Katze hat Junge bekommen/bekommt Junge.

Leider ist auch die Trächtigkeit einer Katze oftmals ein Abgabegrund. Und sind dann mal Katzenkinder da, dann dürfen oder können sie selten alle bleiben. Auch hier gilt es, wurde die eigene Katze nicht rechtzeitig kastriert, Verantwortung zu zeigen und den Nachwuchs umsichtig zu vermitteln.

Eine umsichtige Vermittlung von Katzenkindern beinhaltet insbesondere:

  • Die Katzenkinder sind mindestens 13 besser 16 Wochen alt.
  • Die Katzenkinder werden nicht in Einzelhaltung abgegeben.
  • Die Katzenkinder sind bei Abgabe geimpft und im Idealfall auch gechipt und/oder sogar schon kastriert.

Ansonsten gelten alle Punkte, die auch für erwachsene Tiere gelten.

Und hier einfach mal zur Erinnerung: Katzen aussetzen ist strafbar!


Darf ich für meine Katze einfach ein neues Zuhause suchen?

Du hast dir den vorherigen Abschnitt durchgelesen und bist überzeugt, dass an der Trennung von der Katze kein Weg vorbeiführt? Dann musst du auf jeden Fall noch abklären, ob du für die Katze einfach ein neues Zuhause finden darfst oder ob du zuerst noch Rücksprache halten musst. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn deine Katze aus dem Tierheim oder von einer Tierschutzorganisation stammt (Schutzvertrag lesen!), wenn deine Katze vom seriösen Züchter stammt (Kaufvertrag bzgl. Vorkaufsrecht etc. lesen!) oder wenn du mit den Vorbesitzern etwas vereinbart hast. Auch wenn du nichts schriftlich hast, wird es die seriös arbeitende Tierschutzorganisation oder den seriösen Züchter in der Regel interessieren, dass der ehemalige Schützling ein neues Zuhause sucht.

Faktor Vermittlungsgesuch: Die richtigen Menschen ansprechen

Sind diese Punkte abgeklärt, geht es daran, ein ansprechendes Vermittlungsgesuch zu erstellen. Gibt dir bei deinem Gesuch Mühe, denn leider suchen sehr, sehr viele Katzen ein neues Zuhause und lieblos gestaltete Texte gehen schnell unter. Umso ansprechender ein Gesuch ist, umso häufiger wird es in den sozialen Medien geteilt und umso mehr Menschen werden auf dein Gesuch aufmerksam.

Beim Schreiben von Vermittlungsgesuchen gibt es verschiedene Ansätze von lustig bis traurig. Es gibt Gesuche, die humorvoll aus Sicht der Katze geschrieben sind und solche, die darauf abzielen das Mitgefühl der Interessenten zu wecken. Welche Form man wählt, hängt von den eigenen Vorlieben ab. Auf jeden Fall sollten die enthaltenen Informationen der Wahrheit entsprechen und der Text gut und ansprechend geschrieben und am besten positiv (aber trotzdem ehrlich!) formuliert sein.

Diese Tipps helfen dir dabei:

ACHTUNG! VERMITTLUNGEN, DIE AUF MITLEID BAUEN, KÖNNEN PROBLEMATISCH SEIN!

Viele Vermittlungsgesuche bauen darauf, bei Interessenten Mitleid zu wecken und/oder sie sogar emotional unter Druck zu setzen. Häufig finden sich so auch schnell Interessenten, denen die Katze leidtut. Allerdings ist Mitleid als alleiniger Grund, ein Tier zu adoptieren, ein schlechter Berater und führt häufig zu überstürzten und unüberlegten Entscheidungen. Mit der Folge, dass die Tiere zwar oftmals schnell vermittelt werden, die neuen Halter jedoch oftmals auch schnell überfordert sind (insbesondere bei schwer behinderten und chronisch kranken Tieren oder Tieren mit Problemverhalten).

Ein Teufelskreis, der dazu führen kann, dass die Katze nicht adäquat versorgt oder sehr schnell wieder weitergereicht wird. Wir raten daher davon eher ab.

Möchtest du auf diese Taktik bauen, solltest du sehr genau ergründen (ggf. auch noch genauer als sonst), warum der Interessent ausgerechnet deiner Katze ein Zuhause geben möchte und ob er die Erfahrung und das Lebensumfeld besitzt, um ihr gerecht werden zu können.

Diese Informationen sollte dein Gesuch enthalten

  • Vorgeschichte der Katze
  • Charakter der Katze
  • Wohnungskatze oder Freigänger
  • Verhältnis zu anderen Katzen (sozial oder Einzelkatze)
  • Grund für die Abgabe (wahrheitsgemäß!)
  • Mögliche Krankheiten oder Allergien
  • Mögliche Behinderungen (+ daraus folgende besondere Anforderungen)
  • Mögliches Problemverhalten (Unsauberkeit, Aggressivität, …)
  • Impfstatus und Fortpflanzungsstatus (kastriert?)
  • FIV/FeLV-Test ja/nein und mit welchem Ergebnis
  • Stammbaum ja/nein und von welchem Verein (Rassekatzen)
  • Gechipt und/oder tätowiert?
  • Anforderungen an das neue Zuhause (das ist zwingend erforderlich!)[1]
  • Wünsche für die Katze (das wäre schön, zu haben)
  • Voraussetzungen, unter denen vermittelt wird[2]
  • Umkreis, in dem vermittelt wird
  • Bei mehreren Tieren: Vermittlung zusammen oder getrennt? Ggf. wer mit wem.
  • Kontaktdaten
  • GUTE Bilder und gegebenenfalls Videos

Das hat in deinem Gesuch nichts zu suchen

  • Lügen (z. B. was den Grund für die Abgabe angeht)
  • Drohungen („nimmt die Katze keiner, muss sie ins Tierheim/wird eingeschläfert/setze ich sie aus/…)
  • Verschweigen von Bekanntem (z. B. von Unsauberkeit, Krankheiten)

Wo kann ich nach einem guten neuen Zuhause für meine Katze suchen?

Um ein gutes Zuhause für deine Katze zu finden, müssen andere Katzenliebhaber natürlich erst einmal wissen, dass es dein Tier gibt und dass es neue Menschen sucht. Um dein Gesuch publik zu machen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Aushänge

Ein wenig ausführlicher darf dein Gesuch schon sein.

Du kannst dein Gesuch ausdrucken und an verschiedenen Orten aushängen, zum Beispiel:

  • „Schwarzes Brett“ im Kindergarten, in der Schule, Uni oder am Arbeitsplatz
  • Im Suche-Biete-Bereich in lokalen Geschäften
  • Beim Tierarzt oder Tierheilpraktiker im Wartebereich, wenn erlaubt.
  • Im Außenbereich (Plakatwände, Litfasssäulen usw.), wenn erlaubt.

Auch die Veröffentlichung einer Kleinanzeige mit Link zu deinem Gesuch im „Tiermarkt“ in Zeitungen und Zeitschriften ist eine Möglichkeit.

Foren und Soziale Medien

Neben der Suche in der realen Welt, ist aktuell eine Verbreitung des Gesuchs online von großer Bedeutung. Posten kannst du dein Gesuch zum Beispiel

  • In Tier- und Katzenforen in den entsprechenden Bereichen
  • In deinen Profilen in den sozialen Netzwerken
  • In speziellen Gruppen in den sozialen Netzwerken (v. a. Facebook)

Lies dir auf jeden Fall im Vorfeld die jeweiligen Foren- und Gruppenregeln durch und mach dir am besten eine Liste, wo du dein Gesuch überall gepostet hast. So behältst du den Überblick und kannst es überall aktuell halten. Denkbar wäre auch eine eigene Facebook-Seite für dein Tier zu erstellen oder sogar eine eigene Vermittlungswebsite, z. B. kostenlos über WordPress oder eines der vielen Baukastensysteme.

Katzenschutzvereine / Tierheime


Vorab: Katzenschutzvereine und Tierheime sind keine „Sammelstellen“ für unerwünschte Katzen und verfügen personell wie platztechnisch nur über begrenzte Kapazitäten, die in erster Linie für TIERE IN NOT benötigt werden!

Nichtsdestotrotz hilft man auf höfliche Nachfrage in der Regel nach Möglichkeit gerne bei der Vermittlung. So haben zum Beispiel viele Tierheime/Tierschutzorganisationen auf ihren Websites einen speziellen Bereich zur Vermittlungshilfe/Privatvermittlung eingerichtet, in dem du das Gesuch deiner Katze veröffentlichen lassen kannst. Stammt deine Katze aus dem Tierschutz ist am besten der Verein, der dir das Tier vermittelt hat, dein erster Ansprechpartner. Teilweise ist es auch möglich, die Vermittlung über einen Verein laufen zu lassen, der dich dann bei Vorkontrollen usw. unterstützen kann.

Kleinanzeigenportale

Kleinanzeigenportale wie eBay-Kleinanzeigen, Quoka oder dhd24 haben einen eher schlechten Ruf und das teilweise auch zu Recht. Nichtsdestotrotz können auch sie eine Möglichkeit sein, das Vermittlungsgesuch deiner Samtpfote insbesondere in deinem näheren Umkreis bekanntzumachen. Und mit etwas Glück kann man auch hier durchaus gute und vernünftige Interessenten finden. Auch in Kleinanzeigenportalen entscheidest du immer noch selbst zu wem deine Katze zieht und kannst ungeeignete Bewerber aussortieren.

Tierarzt oder andere tierisch Tätige informieren

Tierärzte und andere tierisch Tätige wie Tierheilpraktiker, Katzenpsychologinnen oder Ernährungsberater kommen schon allein berufsbedingt mit vielen Tierbesitzern in Kontakt und erfahren mitunter, wenn jemand mit dem Gedanken spielt, einer Katze oder mehreren ein neues Zuhause zu geben. Hast du einen Tierarzt oder tierisch Tätigen, dem du vertraust und mit dem du gerne zusammenarbeitest, spricht nichts dagegen, diesen auch über die erforderliche Trennung in Kenntnis zu setzen und zu bitten, dich zu informieren, sollte er oder sie etwas hören. Dasselbe gilt natürlich auch für Freunde, Bekannte und Verwandte.

Vermittlung im Eiltempo? Bitte nicht!

Du hast dein Vermittlungsgesuch geschrieben und an verschiedenen Stellen veröffentlicht? Jetzt heißt es Geduld haben. In kürzester Zeit das perfekte neue Zuhause zu finden, stellt eher die Ausnahme als die Regel dar. Realistisch ist es, mit einem Zeitrahmen von mindestens sechs Monaten zu rechnen. Eine lange Zeit, wenn man sich gerade in einer belastenden Situation befindet.

Trotz alledem solltest du bei der Vermittlung nichts überstürzen und dein Tier/deine Tiere NICHT an den Erstbesten abgeben und/oder sogar verschenken. Ist eine zeitnahe Vermittlung – etwa aus gesundheitlichen Gründen – unerlässlich, kann möglicherweise auch eine vorübergehende Pflegestelle eine Alternative sein. Oder es gibt die Möglichkeit, dass das Tier vorübergehend bei dir zu Hause versorgt wird, solltest du selbst dazu nicht (mehr) in der Lage sein.

Es ist keine Schande, Hilfe zu suchen und anzunehmen und eine Zwischenlösung ist im Zweifelsfall immer besser, als wenn die Katze durch eine überstürzte Vermittlung zum Wanderpokal oder nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten wird.

Es gibt Interessenten. Doch wie finde ich den richtigen?

Aus mehreren Interessenten den richtigen auszuwählen, ist schwierig. Denn egal, wie gut man sich vorbereitet und wie umsichtig man vorgeht, so ist es doch nur möglich, den Menschen „bis vor den Kopf zu gucken“. Das führt dazu, dass selbst erfahrene Vermittler nicht vor unschönen Überraschungen gefeit sind.

Was bleibt, ist das eigene Bauchgefühl (oft ein sehr guter Berater!) und möglichst viele Fragen zu stellen, um auszuloten, wie das Gegenüber tickt. Mach dir am besten eine Liste, die du abarbeitest, damit du nichts Wichtiges vergisst.


Einige beispielhafte Fragen haben wir hier für dich zusammengestellt:

  • Warum möchtest du gerade meiner Katze ein neues Zuhause geben?
  • Leben schon Katzen bei dir? Wie viele, wie alt sind sie und wie ist ihr Charakter?
  • Wie ist das Verhältnis deiner Katzen zueinander?
  • Bist du bereit noch eine weitere Katze zu adoptieren?[3]
  • Hast du Erfahrung mit Katzen? Wenn ja, welche?
  • Hast du Erfahrung mit dieser Behinderung/Krankheit? Wenn ja, welche? (wo zutreffend)
  • Bist du bereit, dein Haus entsprechend zu sichern/die Einrichtung anzupassen (z. B. bei behinderten Tieren)?
  • Wie lebst du (Mietwohnung, eigenes Haus, ländlich, in der Stadt)?
  • Bei Mietwohnung. Hast du die Haltung mit dem Vermieter abgeklärt? (im Idealfall liegt Einverständnis schriftlich vor)
  • Sind alle im Haushalt mit dem neuen Mitbewohner einverstanden?
  • Liegt bei einem Familienmitglied eine Allergie vor? Oder bei jemandem, der auch weiterhin dein Haus regelmäßig betreten soll?
  • Was möchtest du füttern (BARF, Nassfutter, Trockenfutter)?
  • Wie sind deine Lebensumstände generell? Hast du Kinder? Andere Tiere? Ist es bei euch eher ruhig oder viel Trubel/viel Besuch?
  • Wie viel Zeit hast du am Tag, in der du dich intensiv mit den Katzen beschäftigen kannst (Spielen, Kuscheln usw.)?
  • Wie lange wäre die Katze am Tag alleine?
  • Sind deine Katzen Freigänger oder Wohnungskatzen?
  • Wie viel Platz steht den Katzen bei dir zur Verfügung? Dürfen sie in jedes Zimmer?
  • Ist deine Wohnung katzengerecht eingerichtet oder bist du bereit dies zu tun? (ausreichend Kratzmöglichkeiten, Katzentoiletten, Rückzugsmöglichkeiten, ggf. Catwalks an den Wänden usw.) – immer selbst oder durch Vor-/Nachkontrolle prüfen lassen!
  • Sind Fenster, Balkon oder andere Gefahrenstellen gesichert oder bist du bereit, sie zu sichern? –  immer selbst oder durch Vor-/Nachkontrolle prüfen lassen!
  • Sind deine Katzen geimpft? Sind sie auf FIV/FeLV getestet? (Nachweise zeigen lassen)
  • Sind deine Katzen kastriert?
  • Wie stehst du alternativen Heilmethoden gegenüber (Homöopathie etc.)?
  • Wie stehst du dem Thema Impfungen gegenüber?
  • Woher stammen deine anderen Katzen?
  • Wie hast du vor, den Einzug und bei bereits vorhandenen Katzen die Vergesellschaftung anzugehen?
  • Wer versorgt die Katze(n), wenn du krank bist/im Urlaub/beruflich unterwegs/wenn dir etwas zustoßen sollte?
  • Was würdest du machen, wenn die Katze aufs Sofa pinkelt/die Tapete zerkratzt/nachts laut ist/sich nach Ankunft unter dem Sofa versteckt/nach ihrem Einzug nichts frisst/ aggressiv ist oder auch nur faucht?
  • Haben die Katzen bei dir einen gesicherten Balkon oder sogar einen gesicherten Garten zur Verfügung?
  • Darf ich meine Katze besuchen und/oder wärst du bereit, mir regelmäßig Fotos von ihr zu schicken und mir zu erzählen/schreiben, wie es ihr geht?

Mach dir im Vorfeld bewusst, welche der angesprochenen Punkte unbedingt erfüllt sein müssen und bei welchen du ggf. einen Kompromiss eingehen würdest.

Überprüfe wesentliche Punkte immer vor Ort oder lass sie durch eine erfahrene Vorkontrolle überprüfen. Menschen können leider viel erzählen und gesundes Misstrauen hat nichts, aber auch gar nichts mit Paranoia zu tun, sondern mit Verantwortungsbewusstsein und Umsicht bei der Vermittlung.

Sind die wesentlichen Punkte abgeklärt, sollte der Interessent/die Interessentin wann immer irgendwie möglich, die Katze bei dir zu Hause besuchen, so dass sich beide Seiten beschnuppern können. Leider kommt es immer wieder vor, dass Katzen nach nur wenigen Stunden oder Tagen wieder abgegeben werden, weil dem Menschen die Katze nicht sympathisch war. Zudem hast du beim persönlichen Kontakt die Möglichkeit zu sehen, wie der Interessent mit deinem Tier umgeht und sich auch sonst im wahren Leben präsentiert.

Lass dir gegebenenfalls von einem erfahrenen Vermittler/einer erfahrenen Vermittlerin bei der Einschätzung helfen, wenn du dir unsicher bist.

GANZ WICHTIG

  • Weigert sich ein Interessent Fragen wie die oben genannten zu beantworten oder weicht aus, solltest du ihn nicht als neues Zuhause in Betracht ziehen! Selbiges gilt, wenn dich dein Gegenüber unter Druck setzt („entweder kann ich sie heute gleich mitnehmen oder gar nicht“).
  • Du entscheidest, wer das neue Personal deiner Katze wird! Solltest du irgendwelche Bedenken haben (auch solche, die du der Person gegenüber vielleicht nicht ansprechen möchtest, wie etwa deren Gesundheitszustand, Alter, Familiensituation oder psychische Belastbarkeit betreffend), lass es! Dein Bauchgefühl erweist sich in den allermeisten Fällen als richtig. Und du musst dich für deine Entscheidung vor der Person auch nicht rechtfertigen.
  • Keinesfalls solltest du deine Katze an einen Interessenten vermitteln, weil er/sie dir leidtut. Auch hier ist Mitleid ein schlechter Berater.

Den Übergang ins neue Zuhause so schonend wie möglich gestalten

Im Idealfall erscheint im Laufe der Zeit der passende Interessent und für die Katze beginnt ein neues Leben bei neuen Menschen. Ein letzter Schritt, den du in Zusammenarbeit mit den neuen Haltern ebenso umsichtig angehen solltest, wie die vorhergehenden Schritte. Am besten legt man den Umzug in eine Zeit, in der die neuen Menschen Zeit für die Katze und/oder die Vergesellschaftung haben und es dort auch ruhig zugeht. Das heißt, z. B. nicht kurz vor dem Familienurlaub oder einer Familienfeier.

Besprich den Einzug mit den neuen Besitzern und klär letzte Fragen, wie:

  • Bringst du die Katze ins neue Zuhause oder wird sie abgeholt?
  • Wann soll der Umzug stattfinden?
  • Was darf/kann die Katze von Zuhause mitbringen (Kratzbaum, Transportbox, Katzentoilette,…)?
  • Wie wird die Vergesellschaftung angegangen (Raum mit Gittertür oder direkter Kontakt)?

Wir empfehlen prinzipiell, die Katze zunächst in einem separaten Zimmer ankommen und dann nach und nach das gesamte neue Reich erkunden zu lassen bzw. die Vergesellschaftung anzugehen. Der vorübergehende Einbau einer Gittertür kann die Vergesellschaftung entspannter gestalten, insbesondere wenn es sich um erwachsene Tiere handelt.

Leben bereits Katzen im neuen Zuhause kannst du beiden Seiten die Gewöhnung erleichtern, wenn ihr im Vorfeld Dinge mit dem Geruch der jeweils anderen Partei zwischen den Haushalten austauscht. Von „Abrubbeln“ raten wir eher ab.

Das solltest du deiner Katze/deinen Katzen mit ins neue Zuhause geben:

  • Gewohntes Futter für die ersten Tage/Wochen. Bei BARF ggf. auch bewährte Rezepte/Supplemente.
  • Lieblingsspielzeug/Lieblingsbettchen (wenn möglich)

Das sollten die neuen Menschen deiner Katze von dir bekommen:

  • Impfpass mit Chipnummer/Nummer der Tätowierung (wenn vorhanden)
  • Adresse und Kontaktdaten des bisher behandelnden Tierarztes oder ggf. anderen tierisch Tätigen, die die Katze behandelt haben
  • Medikamente + Einnahmeplan (wenn vorhanden)
  • Bisherige Untersuchungsergebnisse (wenn vorhanden)
  • Gesundheitszeugnis
  • Ggf. Abstammungsnachweise (Stammbaum, …)
  • Adresse des Tierschutzvereins oder Züchters, von dem das Tier stammt (wenn zutreffend)
  • Nachweis über FIV/FeLV-Status
  • Unterschriebenes Exemplar des Schutzvertrags

Zudem empfehlen wir dir DRINGEND alles, was du über die Katze weißt, für die neuen Besitzer aufzuschreiben. Das reicht von der Vorgeschichte über mögliche Allergien und Unverträglichkeiten, Lieblingsfutter und -snacks über Tipps zur Medikamentengabe bis hin zu Informationen zum Lieblingsspielzeug.

Umso mehr das neue Personal über deine Katze weiß, umso besser kann es ihr im Zweifelsfall helfen und umso leichter kann es ihr den Einzug machen. Als ersten Anhaltspunkt, welche Punkte interessant sein könnten, kannst du den bereits weiter oben verlinkten Notfallsteckbrief hernehmen. Es kann immer sein, dass der Kontakt abbricht und so haben die neuen Halter alles Wichtige schriftlich, auch dann, wenn sie dich vielleicht nicht mehr fragen können.

Loslassen können

Wer seine Katze liebt und sich dennoch von ihr trennen muss, tut sich damit verständlicherweise schwer. Und oft ist es schwer, loszulassen und anzunehmen, dass nun andere Menschen für das Wohl des geliebten Tieres verantwortlich sind. Nichtsdestotrotz solltest du den neuen Besitzern gegenüber nicht aufdringlich oder bevormundend sein.

Bleib bei Fragen, Sorgen und Problemen ansprechbar, aber nimm auch an, dass nun die neuen Besitzer die Verantwortung für dein Tier besitzen und es ihrer Entscheidung obliegt, wie sie die Katze z. B. im Krankheitsfall behandeln lassen. Und gib auch deiner Katze die Zeit (mindestens vier Wochen) anzukommen und sich an die neuen Menschen und das neue Reich zu gewöhnen, bevor du sie ggf. besuchst oder die Nachkontrolle ansetzt.


Eine Ausnahme stellt natürlich dar, wenn das Tierwohl wirklich gefährdet und schnelles Eingreifen zum Wohl der Katze unabdinglich ist.

Was wenn ich kein Zuhause finde oder die Katze nicht im neuen Zuhause bleiben kann?

Leider suchen sehr viele Katzen aus dem In- und Ausland ein Zuhause und es werden nicht weniger. Daher wartet man leider oftmals auch sehr lange, bis man das passende Zuhause für die eigene Katze findet. Manchmal stellt sich auch heraus, dass es im neuen Zuhause leider nicht funktioniert und die Suche erneut beginnt.

Nicht immer hat man diese Zeit und/oder die Möglichkeit, die Katze bei sich zu behalten. Besonders dann nicht, wenn der Grund für die Abgabe eine lebensbedrohliche Erkrankung ist. Auch hier gilt, keinesfalls sollte die Katze an den Erstbesten abgegeben oder gar ausgesetzt werden.

Es ist immer besser, sich Hilfe zu suchen. Vielleicht kann ein Angehöriger/ein Freund/ein Bekannter die Katze erst einmal bei sich aufnehmen oder es können Katzenhilfen/Tierschutzvereine im Umkreis helfen. Im Zweifelsfall ist ein Zwischenstopp im Tierheim oder auf einer Pflegestelle, wo die Katze versorgt und dann umsichtig vermittelt wird, besser, als eine falsche Vermittlung im Eiltempo, weil die Zeit drängt.

Leider kommt es auch immer wieder vor, dass Katzen ihr neues Zuhause aus den unterschiedlichsten Gründen wieder verlassen müssen. Auch hier solltest du dir – gerade wenn die Katze definitiv nicht zu dir wird zurückkehren können – zusammen mit den neuen Haltern einen Plan B überlegen, falls für die Samtpfote erneut ein neues Heim gesucht werden muss.

Checklisten für dich als PDF zum Download

Hinweise

[1]So detailliert wie möglich beschreiben!

[2]Wir empfehlen die Abgabe nur gegen Schutzvertrag und eine ausreichend bemessene Schutzgebühr sowie mit erfolgreicher Vor- und Nachkontrolle.

[3]Wenn noch keine Katzen im Haushalt leben und es sich bei deinem Tier nicht um eine Katze handelt, die die Gesellschaft von Artgenossen nicht schätzt. Die meisten Katzen sind sehr soziale Tiere und schätzen den Kontakt zu anderen Samtpfoten. Einzelhaltung ist nicht artgerecht!


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