Tierschutz

Streunerkatzen im Winter - so könnt ihr helfen

Es herrschen bald wieder Minustemperaturen bis hin zum doppelstelligen Bereich und zahlreiche verwilderte Katzen leben ohne warmes Bettchen, Heizung und regelmäßiges Futter bei diesen Temperaturen draußen und müssen nicht selten um ihr Überleben kämpfen. Besonders im Winter.

Streunerkatzen

Streunerkatzen brauchen im Winter unsere Hilfe. (© besnopile / pixabay.com)

Mit einigen Maßnahmen könnt ihr den Tieren das Leben ein wenig erleichtern.

Eine geschützte Futterstelle für Streunerkatzen

Im Winter friert Nassfutter schnell ein oder kühlt ab, daher ist gerade im Winter Trockenfutter oft die bessere Wahl. Wird das Nassfutter direkt von den Katzen abgeholt, leisten Babywärmeteller*, die am Boden zusätzlich durch eine Styproporplatte geschützt werden, auch bei Nassfutter gute Dienste. Auch die günstigen, überall erhältlichen Taschenwärmer oder Wärmflaschen wie der Snuggle Safe* funktionieren.

Die Futterstelle sollte an einem geschützten Raum eingerichtet werden, wie etwa einer Garage, einem Schuppen, Gartenhaus, einer alten Hundehütte oder auch in einem selbst gebauten Futterhaus. Hier könnt ihr euch an den Bauanleitungen für Igel-Futterhäuser orientieren, die ihr entsprechend anpassen müsst, dass sie für Katzen geeignet sind. Igelhäuser selbst können in der Regel nicht verwendet werden, da sie katzensicher konzipiert sind und wir möchten ja, dass die Katzen eine geschützte Futterstelle bekommen.

Davon ab ist es aber eine sehr nette Idee, im Garten auch Futter- und Schlafhäuser für Igel bereitzustellen. Auch die kleinen Stachler brauchen Hilfe.

Wasser für Streunerkatzen im Winter

In strengen Wintern ohne Schnee haben verwilderte Katzen häufig Probleme Wasser zu finden. Daher solltet ihr (bei Trockenfutter besonders) darauf achten, dass den Katzen auch Wasser zur Verfügung steht.

Bitte keine Schüsselchen aus Edelstahl oder anderen Metallen verwenden!

Um das Wasser zumindest einige Zeit vor dem Einfrieren zu bewahren, sollte es nach Möglichkeit innerhalb einer isolierten Hütte aufgestellt werden. Zusätzlich eignen sich ebenfalls Babywärmeteller und Taschenwärmer. Ist ein Stromanschluss vorhanden, kann mit einem Keramikübertopf und einer Aquariumheizung (muss ganz mit Wasser bedeckt sein) Wasser bereitgestellt werden. Es gibt aber mittlerweile auch beheizte Wassernäpfe*, die ihr im Handel kaufen könnt.Auch die für Geflügel erhältlichen Wärmeplatten sind denkbar.

Ohne Strom können ein bis zwei Tischtennisbälle in einer ausreichend bemessenen Schüssel aus Keramik oder auch Plastik (letzteres kühlt langsamer aus) durch ihre Bewegungen im Wasser das Einfrieren desselben verhindern.

Wer handwerklich geschickt ist, kann aus Styropor und Holz auch eine Isolierung für die Wasserschüssel bauen. Auch Stroh und Sägespäne unter dem Napf können bis zu einem gewissen Grad isolierende Wirkung haben.

Eingefrorenes Wasser sollte nach Möglichkeit mehrmals täglich ausgetauscht werden und das Wasser nach Möglichkeit in mindestens zwei Metern Abstand zum Futter stehen.

Ein warmer Unterschlupf für Streunerkatzen

Ebenso wichtig wie regelmäßiges Futter ist ein geschützter und zugfreier Unterschlupf, in den sich die Katzen zurückziehen können. Hier eignen sich Hundehütten, die mit Katzenklappe und Styroporisolierung warm gestaltet werden können, oder selbstgebaute Winterhütten für Streunerkatzen aus wetterfestem Material. Die Hütten werden in eine möglichst zugfreie und ruhige Ecke platziert und mit einer dicken Lage Stroh oder Heu gefüllt.

Decken, Laken und andere Textilien sind weniger geeignet, da sich in ihnen schnell Feuchtigkeit sammelt. Stroh und Heu sollte regelmäßig (besonders bei Nässe) ausgetauscht werden. Wenn möglich, sollte die Hütte erhöht gestellt werden, damit kein Wasser hineinlaufen kann. In eine Hütte sollten immer mehrere Katzen passen, damit sie sich gegenseitig wärmen können.

Sehr gut als Winterhütten geeignet sind Styroporkisten, wie man sie zum Beispiel beim Bezug von Frostfleisch erhält. Auch der Pizzalieferdienst oder Zoohandlungen, die Zierfische verkaufen, haben häufig solche Boxen zur Verfügung.

Bauanleitungen für Winterhütten

Weitere Anleitungen

Schlafhaus für wilde Katzen
Katzenhütte selber bauen

Grundsätzliches

Wenn ihr auf eurem Grundstück Streunerkatzen füttern oder aufnehmen wollt, ist es wichtig, dass eure Nachbarn dadurch nicht belästigt werden. Am besten fährt man, wenn man mit diesen im Vorfeld spricht.

Kranke oder verletzte Tiere sollten dem Tierarzt vorgestellt werden. Streunerkatzen nach Möglichkeit kastriert werden. Füttern allein, ohne sich um medizinische Versorgung und Kastration zu kümmern ist kein Tierschutz. Sprecht hierzu am besten mit eurem zuständigen Tierschutzverein. Wenn es euch möglich ist, euch selbst zu kümmern und/oder euren Tierschutzverein mit einer Spende zu unterstützen, ist das natürlich auch mehr als in Ordnung.

Tauchen zutrauliche und/oder gepflegte Katzen auf, kann es gut sein, dass diese irgendwo entlaufen sind. Meldet die Katzen auf jeden Fall bei den zuständigen Stellen, vielleicht werden sie bereits schmerzlich vermisst.

Indirekt helfen!

Nicht jeder hat Zeit und Gelegenheit Streunerkatzen direkt zu helfen. Jedoch könnt ihr die Arbeit von Tierschutzvereinen, die sich um Streunerkatzen kümmern mit Sach- und Geldspenden unterstützen.

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Über die Autorin

Anika Abel studiert Tiermedizin, ist ausgebildete Katzenverhaltensberaterin, Fear-Free-zertifiziert und schreibt neben ihrer Arbeit auf haustiger.info regelmäßig für ein bekanntes Katzenmagazin. Durch eigene (chronisch) kranke Katzen und als Pflegestelle für Kitten hat sie über die Jahre auch viel praktische Erfahrung gesammelt. Ihr Ziel ist es, Katzenwissen fachlich korrekt, fundiert und gleichzeitig gut verständlich zu vermitteln. Mehr über Anika erfahren.

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