Katzen barfen

Fertig-B.A.R.F. im Haustiger-Test: Pets Deli

Vor einiger Zeit haben wir die Möglichkeit bekommen, Pets Deli zu testen. Nachdem wir im Vorfeld schon einiges über diese Zusammenstellungen gehört hatten, Positives wie Negatives, waren wir natürlich neugierig. Für unseren Test wurde uns kostenfrei ein Probierpaket für Katzen gesendet. Dafür hatten wir – da wir mit der Emma ja eine Futtermittelallergikerin im Haushalt haben – im Vorfeld einige Wünsche geäußert, die bereitwillig umgesetzt wurden. Die Kommunikation verlief alles in allem sehr angenehm und positiv. Getestet haben wir die Sorte Pute & Mango, Wild/Hirsch & Kürbis, Känguru & Karotte und Weißfisch & Banane. Wir haben uns für eine Zusammenstellung ohne Kartoffeln oder Reis entschieden.

Damit wird geworben

Pets Deli wirbt mit artgerechter und gesunder Tiernahrung in 100 % Lebensqualität, ohne tierische Nebenerzeugnisse und Zusätze. Es handle sich um eine portionierte und ausgewogene Tiernahrung, die fertig zur Fütterung und tierärztlich empfohlen sei. Es werde nur hochwertiges Muskelfleisch verarbeitet. Die Basisnahrung wurde/wird laut Website in enger Zusammenarbeit mit Tierärzten und Experten für Tierernährung entwickelt und hergestellt.

Zusammensetzung und Fütterungsempfehlung

Die Basisnahrung

Im Bereich Basisnahrung finden wir die verschiedenen Katzenmenüs. Wir greifen uns hier nur die heraus, die wir auch getestet haben.

Sorte Pute & Mango

Zusammensetzung:
ohne Kohlenhydrate: 85% reines Muskelfleisch von der Pute (70% Putenbrustfilet, 30% Hühnerherzen), 15% pürierte Mango

Analytische Bestandteile: Rohprotein: 15,10%, Rohfett: 8,90%, Feuchtigkeit: 74,75%, Rohasche: 00,90%, Rohfaser: 1,30%.

Sorte Wild & Kürbis

Zusammensetzung:
ohne Kohlenhydrate: 85% Muskelfleisch vom Hirsch, 15% pürierter Kürbis

Analytische Bestandteile: Rohprotein: 18,30%, Rohfett: 3,20%, Feuchtigkeit: 77,24%, Rohasche: 00,93%, Rohfaser: 00,50%

Sorte Känguru & Karotte

Zusammensetzung:
ohne Kohlenhydrate: 85% Muskelfleisch vom Känguru, 15% pürierte Karotten

Analytische Bestandteile: Rohprotein: 18,10%, Rohfett: 1,20%, Feuchtigkeit: 78,62%, Rohasche: 00,94%, Rohfaser: <0,50%

Sorte Weißfisch & Banane

Zusammensetzung:
ohne Kohlenhydrate: 85% Muskelfleisch vom Weißfisch, 15% pürierte Bananen

Analytische Bestandteile: Rohprotein: 15,90%, Rohfett: 00,70%, Feuchtigkeit: 81,04%, Rohasche: 1,29%, Rohfaser: <0,5%

Das ist jetzt im Endeffekt einmal das Grundgerüst. Ihr seht, wir haben bei 3 von 4 Sorten einen sehr niedrigen Fettanteil (6 % wäre so das Minimum), d. h. es müsste auf jeden Fall Fett zugegeben werden.

Was auch auffällt, ist mit 15 % ein relativ hoher Gehalt an Pflanzlichem. Wird in manchen Rohfütterungskonzepten so empfohlen, wir arbeiten hier in Anlehnung an die Beutetierzusammensetzung in freier Wildbahn mit einem niedrigeren Ballaststoffanteil. Was den Zusatz von Obst angeht, gibt es sehr geteilte Meinungen. Ein Argument lautet, dass auch Beutetiere in freier Wildbahn hin und wieder Obst verzehren würden. Obst ist auch nicht per se böse, sondern es lassen sich – wenn man Obst nicht auf Fruchtzucker beschränkt, wie es leider häufig praktiziert wird, und ein wenig über den Tellerrand blickt – durchaus mit einigen Sorten im Rahmen der Ernährung ganz brauchbare Dinge anstellen. Wer kein Obst im Futter haben möchte, kann auf die Sorten ohne ausweichen. Die Kohlenhydrate (Kartoffeln, Reis) können optional abgewählt werden. Interessant wäre noch zu wissen, welche Fischart(en) als Weißfisch Eingang ins Futter finden (z. B. bezüglich einer möglichen Thiaminaseproblematik).

Wie oben zu lesen ist, wirbt der Anbieter damit, dass nur Muskelfleisch und teilweise Herzmuskelfleisch in den Portionen verwendet wird und man auf Innereien und tierische Nebenerzeugnisse komplett verzichtet. Jetzt haben wir mit der Katze aber keinen „Schnitzelfresser“, sondern einen „Beutetierfresser“, der alle für einen einwandfrei funktionierenden Stoffwechsel nötigen Nährstoffe aus eben diesem zieht. Da finden wir z. B. Knochen und Knorpel, Blut, Innereien…

Um aus dem Muskelfleisch mit Obst oder Gemüse eine ausgewogene Katzenmahlzeit zu machen, müssen diese fehlenden Stoffe zugesetzt werden. Hierzu hat Pets Deli ebenfalls eine Lösung parat und zwar in Form verschiedener Zusätze, die beim Anbieter unter der Bezeichnung „Supplements“ zusammengefasst werden.

Supplements

Sehen wir uns auf der Supplements-Seite um, sehen wir neben Leinöl und Lachsöl verschiedene Mixe. Da gibt es verschiedene pflanzliche Flockenmischungen und einen Mineralmix, alles speziell für Katzen.

Der Mineralmix

Von den Supplements fanden wir den Mineralmix besonders spannend, da wir ja noch etwas brauchen, um ausgewogene Rohfleischmahlzeiten zusammenstellen zu können. Hier hofften wir in dieser Mischung einiges an brauchbaren Zutaten zu finden.

Der Mineralmix wird laut Website speziell für Katzen zusammengestellt und hat folgende Zusammensetzung:

Algenkalk, Bierhefe, Malzkeime, Algen, Traubenkerne extrahiert, Grünlippmuschelpulver

Analytische Bestandteile:
Rohprotein 21,30%
Rohfett 2,90%
Rohfaser 6,30%
Rohasche 42,40%

Etwas irritierend finden wir, dass sowohl die Zusammensetzung, als auch die Analytischen Bestandteile mit den Angaben zum Mineralmix für Hunde identisch sind. Schön finden wir, dass mit natürlichen Komponenten gearbeitet wird. Außerdem fällt eine Ähnlichkeit zum FitBARF – Micro Mineral von cdvet auf.

Die Website besagt zu diesem Produkt folgendes:

Unser Mineral-Mix besteht aus natürlichen Zutaten, wie Algen, Algenkalk, Bierhefe und der Grünlippmuschel. Somit bekommt Ihre Katze alle wichtigen Mineralien, Mikromineralien, Spurenelemente und Vitamine auf natürlichem Weg zugeführt.

Einige davon können wir nachvollziehen (Calcium, Jod, Taurin, B-Vitamine z. B.), ob die Zufuhr ausreichend ist, lässt sich nicht beurteilen, da nicht aufgeführt ist, wie viel von den jeweiligen Einzelkomponenten in der Mischung enthalten ist.

Algenkalk besteht zum Großteil aus Calciumcarbonat (wie Eierschalen z. B. auch). Dieses ist gerade bei empfindlichen Katzen mit etwas Vorsicht zu genießen, da es vorkommt, dass Katzen auf die Gabe mit Verdauungsbeschwerden reagieren. Bei Bierhefe würden wir bei Katzen mit Nierenproblematik (Stichwort: Phosphor) ein wenig aufpassen, aber für Katzen mit gesundheitlichen Problemen würden wir ohnehin dazu tendieren, die Supplemente passend zur Katze und zum Krankheitsbild zusammenzustellen.

Einige der Stoffe, die noch in unserer Basisration fehlen, können wir jetzt theoretisch mit diesem Mineralmix zusetzen. Da es sich aber bei unserer Basisration nur um Muskelfleisch handelt, stellt sich z. B. noch die Frage nach fettlöslichen Vitaminen oder nach Eisen, das von der Katze aus tierischen Quellen (Häm-Eisen) besser verwertet werden kann als aus pflanzlichen.

Bezüglich Vitamin A finden wir bei der Pute einen Hinweis darauf, dass dieser über den pflanzlichen Teil gedeckt werden soll:

Die Mango ist eine säurearme Frucht, die als Obstbestandteil in unseren Frischfutter- Boxen, sehr gut gegen Darmbeschwerden helfen kann. Auch ist die Tropenfrucht reich an Beta-Carotin, welches über Enzyme im Körper aufgespalten wird und den Körper so mit wichtigem Vitamin A versorgt. Dieses Vitamin unterstützt den Körper bei der Blutbildung und spielt eine zentrale Rolle beim Sehvorgang.

Das Problem ist, dass die Katze Beta-Carotin eben nicht in Vitamin A verwandeln kann, weil die notwendigen Enzyme bei ihr als inaktiv betrachtet werden. Für Vitamin D wird auf das Menü mit Fisch verwiesen. Eine Alternative, wenn die eigene Katze zum Beispiel keinen Fisch akzeptiert oder verträgt, wird nicht genannt.

In einer kürzlich hier im Haustiger-Magazin veröffentlichten Buchrezension haben wir einige der angesprochenen Themen schon einmal etwas genauer erklärt:

Buchrezension: Katzen naturnah ernähren – Frischfütterung leicht gemacht

 

Die anderen Supplements

Was die anderen Zusätze angeht, finden wir Lachsöl gut, können mit Leinöl leben, jedoch stellt sich uns bei den verschiedenen Gemüse-, Kräuter-, Früchtemischungen die Frage nach dem Sinn.

Beworben werden sie so mehr oder weniger, um die Katze mit wichtigen Ballaststoffen, Kohlenhydraten und pflanzlichen Proteinen zu versorgen. Diese seien wichtig, da die Katze über ihre Beutetiere auch Pflanzliches aus dem Mageninhalt mit aufnehme. Kohlenhydrate würden zudem als wichtiger Energieträger fungieren.

Die Zusammensetzung der Mixflocken sieht z. B. so aus:

Zusammensetzung:
Getreide, Mineralstoffe, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Öle und Fette

Lassen wir jetzt einfach mal so stehen. Wir sind absolut keine Gegner von Ballaststoffen, bei vielen Katzen geht es für eine reibungslose Verdauung auch nicht ohne. Aber wir haben ja bereits einen pflanzlichen Anteil von 15 % im Futter und würden zusätzlich nochmal 1 bis 2 TL Flocken auf 150 g ergänzen. Das ist dann unserer Meinung nach doch etwas zu viel des Guten. Als Energieträger wäre für den spezialisierten Beutetierfresser Katze Fett eher geeignet, denn Kohlenhydrate.

Die Zubereitungsempfehlungen

Um das gefrorene Rohfutter zuzubereiten, werden uns auf der Website drei Wege aufgezeigt:

  • Auftauen bei Zimmertemperatur: 12 Stunden
  • Auftauen in der Mikrowelle: Mindestens 2 min auf höchster Stufe, dann umrühren, anschließend 1 min auf höchster Stufe
  • Alternativ: Auftauen im Wasserbad/Backofen

Es empfiehlt sich grundsätzlich rohes Fleisch bei kühlen Temperaturen aufzutauen (die angegebenen 12 Stunden, sind für die 150 g Schälchen auch im Kühlschrank ausreichend), um die Vermehrung von Keimen zu verhindern bzw. soweit wie möglich einzugrenzen.

Bei den Angaben zum Auftauen in der Mikrowelle haben wir ob der Einstellungs- und Zeitangaben erst einmal gestutzt und dachten uns, das müssen wir ausprobieren:

Das gefrorene Produkt:

Das gleiche Produkt nach der angegebenen Zeit in der Mikrowelle:

Die Flüssigkeit war heiß, es roch nach „Hühnersuppe“ (bzw. Pute in dem Fall) und ihr seht das Fleisch ist deutlich denaturiert oder „durch“ um es weniger förmlich auszudrücken.

Roh ist da nichts mehr. Wenn in der Mikrowelle aufgetaut werden soll (weil es mal schnell gehen muss), empfiehlt es sich stattdessen die Auftaufunktion zu benutzen.

Backofen haben wir nicht ausprobiert, es sind auch keine Temperaturen angegeben. Wenn man es ausprobieren will, würden wir die Portion im Vorfeld aus dem Plastikschälchen nehmen. Auftauen im warmen Wasserbad finden wir ok, wenn es einmal schnell gehen muss.

Die Fütterungsempfehlung

Empfohlen wird eine tägliche Futtermenge von 2 – 4 % des Körpergewichts. Das heißt eine Katze mit einem Körpergewicht von 4 kg müsste am Tag 80 g bis 160 g futtern, also so etwa ein Schälchen am Tag. Der Erhaltungsbedarf einer Katze mit 4 kg (normalgewichtig) liegt bei 254 kcal am Tag (rechnerisch ermittelter Richtwert auf Basis des metabolischen Körpergewichts).

Mit solchen pauschalen Angaben kann man arbeiten, wenn man einen adäquaten Fettanteil im Futter hat. In diesem Fall wird man es mit der errechneten Menge nicht schaffen, auf die Kalorien zu kommen, die notwendig sind, um die Katze mit genügend Energie zu versorgen. Wir haben das einmal beispielhaft für den Weißfisch mit Banane ausgerechnet und kommen hier auf eine tägliche Menge von 337 g (!) als Richtwert, die eigentlich nötig wären, um den Erhaltungsbedarf der Katze für den Tag decken zu können.

Informationen auf der Website und den Menübechern

Die Website ist an sich schön übersichtlich gestaltet. Man findet sich gut zurecht und findet schnell, was man sucht. Was wir auch toll finden, ist der in die Website integrierte Chat, über den man schnell und unkompliziert Fragen zu den Produkten stellen kann.

Informationen auf den Produktseiten

Wenn wir uns ein Futter genauer ansehen, fassen wir auch die Informationen auf der Website und natürlich auch auf der Dose oder in diesem Fall dem Schälchen ins Auge.

Was uns aufgefallen ist, ist dass in den Katzentexten recht häufig das Wort Hund zu lesen ist, z. B.:

Gerade durch die notwendigen ungesättigten Fettsäuren wird das Immunsystem Ihres Hundes gestärkt.

beim Weißfisch oder

Dieses gesunde Hundefutter eignet sich daher hervorragend für den Einstieg in die gesunde Ernährung Ihres Stubentigers.

bei der Pute. Auf unseren Schälchen ist aufgedruckt

Auch für empfindliche Hunde geeignet

Das nur der Vollständigkeit halber. Ob dies ein Versehen ist oder so gedacht ist, dass für empfindliche Hunde die Katzenmenüs gewählt werden sollen, können wir nicht beurteilen.

Irritiert hat uns auch die Angabe auf der Produktauswahlseite:

Der Fleischanteil der frischen Menüs liegt bei mindestens 90%, um Ihrer Katze eine artgerechte und nährstoffreiche Rohfleischfütterung anbieten zu können. Die frischen Beilagen machen ca. 10% der Menüs aus, wobei wahlweise auch Kohlenhydrate in Form von vorgekochtem Reis oder pürierten und gekochten Kartoffeln hinzugewählt werden können, um das Futter kohlenhydratreich zu gestalten und so die Energiezufuhr zu erhöhen für besonders aktive Tiere.

Auf den Unterseiten sind alle Futtersorten mit 85 % tierischem und 15 % pflanzlichem Anteil angegeben.

Daneben begegnet uns das Wort hypoallergen auf nahezu jeder Seite. Känguru sei hypoallergen ist da zu lesen, Hirsch, Kartoffeln, viele der Supplements…

Informationen auf den Menübechern

Auf unseren Dosen finden wir keine Analysedaten, auf den Bildern auf der Website sind sie aufgedruckt (wenn auch beim Menü Hirsch die Analysedaten von Huhn) bzw. können sie dort auch im jeweiligen Beschreibungstext nachgelesen werden.

Informationen in den FAQ

Auch in den FAQ haben uns einige Informationen stutzig gemacht. So ist dort zum Beispiel bei der Begründung, warum kein Schweinefleisch angeboten wird zu lesen, dass Schweinefleisch (immer) das Aujeszky-Virus enthalten würde. Wir füttern auch kein rohes Schweinefleisch (aus diversen Gründen), aber so grundsätzlich gelten Hausschweine in Deutschland erst einmal aktuell als aujeszkyfrei.

Auch haben wir auf der einen Seite bestes Premium-Muskelfleisch in 100 % Lebensmittelqualität, aber auf der anderen Seite werden die Innereien aufgrund von Giftstoffen-, Schwermetallen- und Antibiotikarückständen als so kritisch angesehen, dass auf ihre Verwendung verzichtet wird?

Informationen zum Thema Tierische Nebenerzeugnisse und auf der Seite „Wahrheit über Tierfutter

Es wird durchgehend betont, dass im Futter keine Tierischen Nebenerzeugnisse zu finden sein, wie in konventionellem Tierfutter. Als Besucher der Seite erhält man hier den Eindruck, es gäbe nur Müllfutter und Pets Deli, kein hochwertiges Nassfutter oder ähnliches, sondern nur entweder „Abfall in Dosen“ oder die Produkte des Anbieters.

Vergessen wird dabei, dass zum einen doch mittlerweile recht viel brauchbares Tierfutter auf dem Markt ist und dass zum anderen tierische Nebenerzeugnisse beileibe nicht nur Müll sein müssen, sondern auch

Schlachtkörperteile, die genusstauglich sind, jedoch aus kommerziellen Gründen nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind.1

Wichtig ist unserer Meinung nach, dass transparent aufgeführt wird, welche tierischen Nebenerzeugnisse verwendet werden und in welcher Menge. Ein vollständiger Verzicht ist weder 100 % Natur noch notwendig.

Was die Seite „Wahrheit über Tierfutter“ angeht, möchte ich auch noch einmal auf die oben schon verlinkte Buchrezension verweisen. Dort sind einige Informationen zum Nahrungsverhalten der Katze verlinkt.

Zu lesen ist auf dieser Seite beispielsweise, dass Katzen die Geschlechtsteile ihrer Beutetiere nicht verzehren würden (die Mäuse werden vor Verzehr fachmännisch kastriert?), dass Katzen freiwillig kein Hirn futtern würden (wäre dumm, Mäusehirn ist recht taurinreich), auch keine Zähne oder gar die Köpfe der Beutetiere an sich meistens liegenlassen würden. (Wer sich das Ganze im Original ansehen möchte, möge die Suchmaschine seiner Wahl nutzen, wir möchten das hier nicht verlinken.)

Akzeptanz

Es wurde so mehr oder weniger gefressen, wenn es frisch war (also im Kühlschrank aufgetaut), keine Riesenbegeisterung aber war in Ordnung. Nach einem Auftauen über 12 Stunden bei Zimmertemperatur oder nach der Fahrt in der Mikrowelle ging die Akzeptanz gegen 0.

Der Vollständigkeit halber, die Haustiger-Damen futtern seit mehreren Jahren (teilweise vom Fläschchen an) zu über 95 % roh. Rohes an sich war ebenso bekannt, wie die verwendeten Fleischsorten und Kürbis und Karotte. Banane und Mango kannten sie ebenso wie Weißfisch bislang nicht, die Sorten mit Obst kamen jetzt aber auch nicht besser oder schlechter an, als die bekannten.

Verpackung und Lieferung

Verpackung war top, kam auch gefroren an. Die Becher sind praktisch und an sich auch wiederverwendbar.

Bewertung

Schwierig. An sich finde ich es wirklich toll, wenn Rohes für Katzen angeboten wird. Es wäre wirklich schön, ein Fertig-BARF für Katzen zu haben, das man guten Gewissens empfehlen kann. Bei Pets Deli hatte ich mir bei der Aussicht ein (rohes) Futter zu haben, das wirklich von Fachleuten (Tierärzten, Ernährungsexperten) mit konzipiert wurde, erhofft, dieses zu finden.

Wenn einen die 15 % Pflanzliches nicht stören, kann man die Basisrationen auch verwenden, müsste diese unserer Meinung nach jedoch zwingend „pimpen“, was zum Beispiel die Zugabe von Fett angeht. Auch würden wir mit einem anderen Zusatz arbeiten, um die fehlenden Nährstoffe ins Futter zu bekommen. Da es sich ja nur um Muskelfleisch mit Gemüse oder Obst bzw. Kohlenhydraten handelt, kommen hier mehrere (auch natürliche) Präparate in Betracht. Lachsöl zum Fettsäurenausgleich kann beim Anbieter erworben werden.

Was den Eindruck darüber hinaus sehr getrübt hat, sind die vielen fragwürdigen Informationen auf der Website. Hier und auch bei der Zusammensetzung (speziell beim Fettgehalt) würden wir uns wünschen, dass nachgebessert wird. Alles in allem wirkt es so ein bisschen, als ob ein Hundefutter konzipiert wurde, das man dann für die Katze auch hat anbieten wollen. Das ist immer ein wenig schwierig und geht auch relativ häufig nach hinten los, da der kätzische Organismus doch recht speziell ist (z. B. besagter Punkt mit Beta-Carotin und Vitamin A).

Wir werden unsere B.A.R.F.-Mahlzeiten auch weiterhin selbst zusammenstellen und können die Katzenmenüs von Pets Deli momentan (Stand 23.02.2016) auch nicht guten Gewissens weiterempfehlen. Die Grundidee hinter dem Konzept finden wir gut, aber als Produkt überzeugt uns Pets Deli derzeit leider noch nicht, insbesondere nicht für BARF-Anfänger.

Stellungnahme des Anbieters Pets Deli

Hier findet ihr die Stellungnahme von Pets Deli zu unserem Futtertest.

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Referenzen:
  1. http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=URISERV%3Af81001 []
  1. Hallo,

    vielen Dank für den sehr ausführlichen Bericht.

    LG
    Marlene

  2. Endlich mal ein sinnvoller Testbericht, der nicht nach dem sonst üblichen Schema abläuft 😉 Danke, dass wir jetzt auch wissen, dass wir es nicht empfehlen können.

  3. Das freut uns. 🙂

  4. Ich barfe meine fünf Kater selbst und bekomme die Werbung von Pets Deli auf Facebook ebenfalls… Als ich mir die Zusammensetzung angeschaut hab bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Portionen keinesfalls als Alleinfutter durchgehen und der unwissende Katzenhalter hier Gefahr läuft, seine Katze massiv unterzuversorgen. Schade eigentlich… wäre das doch eine tolle und einfache Möglichkeit, die Katze artgerecht zu ernähren ohne selbst das Futter herstellen zu müssen.
    Man kann den interessierten Katzenhaltern nur weiterhin empfehlen sich selbst möglichst viel Wissen über die Bedarfe des eigenen Stubentigers anzueignen um hier nicht in die Falle zu tappen oder weiterhin auf hochwertiges Dosenfutter zurückzugreifen.

  5. Vielen Dank für den offenen Bericht. Wir sind auch gerade dabei, für unsere beiden Katzen das Futter umzustellen.
    Toll, dass du so ehrliche und offene Worte gefunden hast.

    Viele Grüße

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  10. Vielen Dank, guter Bericht der auch auf die „Lücken“ hinweist. Ich finde man sollte noch bedenken, dass man beim Barfen ja normalerweise Innereien und Knochen füttern sollte (zumindest bei Hunden) diese aber komplett fehlen.. ist das auf Dauer dann wirlich so gesund und Naturgerecht? Welches Tier frisst in der Natur die Innereien vom Beutetier nicht zuerst!

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