Katzen päppeln – wenn die Katze zunehmen muss

Gesundheit

Katzen päppeln - wenn die Katze zunehmen muss

Gewichtsverlust bei Katzen beginnt oft unauffällig. Die Katze frisst ein wenig schlechter, wirkt ruhiger oder ihr Fell verliert an Glanz  und erst nach einiger Zeit merkt man, wie viel sie wirklich abgenommen hat.

Die möglichen Ursachen sind vielfältig: Erkrankungen oder Parasiten wie Giardien und Würmer, Zahnprobleme, aber auch besondere Lebenssituationen wie Trächtigkeit, Kittenaufzucht oder sogar Käfigruhe können ursächlich sein. Oder es handelt sich um Katzen, die zuvor unter schlechten Bedingungen leben mussten und bereits abgemagert aufgefunden werden, sodass Päppeln notwendig wird.

Bei der Wahl des passenden Ansatzes kommt es hier ein wenig darauf an, ob die Katze eigentlich gut frisst aber trotzdem an Gewicht zulegen muss oder ob sie das Futter ganz oder teilweise verweigert. Für beide Szenarien findest du im Folgenden verschiedene Ansätze.

Wenn du mehr Orientierung brauchst, findest du im nächsten Abschnitt zunächst einige Grundlagen, wie du Untergewicht bei Katzen erkennst und wann und wie schnell tierärztliche Abklärung notwendig ist. Falls du eine schnelle Hilfestellung brauchst, kannst du hier aber auch direkt zu den Päppeltricks für Katzen springen.

dünne, kränklich wirkende Katze sitzt im Freien im Schatten, mit struppigem Fell und sichtbarem Untergewicht

Eine stark abgemagerte Katze – ein Beispiel dafür, wann dringend Unterstützung beim Fressen und Zunehmen nötig ist.

Untergewicht bei Katzen erkennen…

Bevor wir einschätzen können, welche Maßnahmen sinnvoll sind, lohnt es sich genauer hinzusehen, ob deine Katze tatsächlich untergewichtig ist. Das ist im Alltag gar nicht so einfach. Viele Katzen nehmen über Wochen oder Monate langsam ab, sodass es zunächst kaum auffällt. Andersherum werden normalgewichtige oder schlanke Katzen manchmal für untergewichtig gehalten, obwohl sie es nicht sind, einfach weil heute so viele Katzen übergewichtig sind, dass ein etwas pummeligerer Körperbau als normal angesehen wird. Zudem übersieht man speziell eine schleichende Gewichtsabnahme schnell, weil man die eigene Katze jeden Tag sieht und kleine Veränderungen so leicht übersehen werden.

Eine gute Orientierung bieten hier der Body Condition Score (BCS) und der Muscle Condition Score (MCS). Vom BCS existieren zwei gebräuchliche Systeme (1–5 und 1–9), die aber beide nach dem gleichen Prinzip funktionieren: Niedrige Werte zeigen Untergewicht an, mittlere Normalgewicht und höhere Werte Übergewicht. Beim MCS wird der Zustand der Muskulatur unabhängig vom Körperfett bewertet. Den Muscle Condition Score neben dem Body Condition Score zu bewerten, ist wichtig, da gerade ältere oder chronisch kranke Katzen häufig zuerst Muskulatur verlieren.

Typische Anzeichen für Untergewicht können sein:

  • Die Rippen und bei sehr untergewichtigen Tieren auch Beckenknochen und Rückenwirbel sind (deutlich sichtbar)
  • Schmale Taille
  • Verlust von Muskelmasse
  • Kein bis kaum Bauchfett
  • Die Bauchlinie ist sehr stark bis deutlich eingezogen.

Falls du dir unter der Beschreibung nur wenig vorstellen kannst: In dieser übersichtlichen Darstellung zum Body Condition Score und Muscle Condition Score bei Katzen findest du beide Systeme mit Bildern und Beispielen erläutert.1Dechra Veterinary Products Deutschland GmbH (o. J.) Beurteilung des Ernährungszustandes einer Katze: Body Condition Score (BCS) & Muscle Condition Score (MCS). Verfügbar unter: https://tierhalter.dechra.de/Files/Images/Countries/DE_Petowner_concept/Pri_Katze_Zustand.pdf
(Abgerufen am: 23. November 2025).

Speziell bei Langhaarkatzen ist der optische Eindruck oft wenig zuverlässig, da das Fell Unebenheiten verdeckt. Hier ist vorsichtiges Abtasten wesentlich aussagekräftiger als der Blick auf die Silhouette.

Regelmäßig wiegen lässt Veränderungen rechtzeitig erkennen

Weil man die eigene Katze täglich sieht, übersieht man subtile Veränderungen schnell. Regelmäßiges Wiegen hilft, Gewichtsverlust (oder auch Gewichtszunahme) früh zu erkennen. Bei gesunden erwachsenen Katzen ist hier in der Regel ein monatlicher Check ausreichend, während Kitten, ältere Katzen und Tiere mit chronischen Erkrankungen häufiger kontrolliert werden sollten. Am besten erstellst du dir hier eine Gewichtskurve.

Du bist dir unsicher, ob deine Katze zu dünn ist oder Muskulatur verliert? In deiner Tierarztpraxis kann man dir bei der Einschätzung helfen.

Um bei Tierarztpraxis zu bleiben: Im nächsten Schritt beschäftigen wir uns damit, wann eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll oder notwendig ist.

Wann tierärztliche Abklärung notwendig ist…

Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, regelmäßiges Mäkeln oder völlige Futterverweigerung gehören bei Katzen immer zeitnah tierärztlich abgeklärt. Katzen zeigen Krankheitszeichen häufig erst spät, und viele Ursachen lassen sich nur durch tierärztliche Untersuchung und ggf. weiterführende Diagnostik (z. B. Blutuntersuchung, bildgebende Verfahren) erkennen. Päppeln allein reicht dann nicht aus.

Bevor du mit Päppelmaßnahmen beginnst, sollte immer eine Tierärztin oder ein Tierarzt prüfen, warum deine Katze abnimmt oder schlecht frisst. Das ist wichtig, weil nicht jede Maßnahme für jede Katze geeignet ist – besonders bei Kitten, Senioren oder Tieren mit chronischen Erkrankungen.

Damit du besser einschätzen kannst, wie schnell eine Vorstellung in der Tierarztpraxis oder Tierklinik notwendig ist, findest du hier eine kurze Orientierung.

Sehr zeitnah zum Tierarzt

Es gibt Situationen, in denen Katzen schnell tierärztliche Hilfe brauchen. Das gilt vor allem dann, wenn zusätzlich zum Gewichtsverlust oder dem verminderten Appetit weitere Warnsignale auftreten oder die Katze gar nicht mehr frisst. Folgende Fälle sollten immer als dringlich eingestuft werden:

  • Die Katze frisst seit 24 Stunden oder länger gar nichts. Katzen vertragen keine längeren Hungerphasen. Schon kurze Nüchternheit kann das Risiko einer hepatischen Lipidose (Fettleber) erhöhen. Besonders Kitten, übergewichtige Katzen sowie Tiere mit chronischen Erkrankungen können bereits nach 12-24 Stunden ohne Nahrung ernsthafte Probleme entwickeln.
  • Es treten zusätzliche besorgniserregende Symptome auf. Erbrechen, Durchfall, Fieber, deutliche Mattigkeit, vermehrtes Trinken, sichtbare Schmerzen oder ein auffälliges Atemverhalten sind einige der Alarmzeichen, bei denen du schnell aufmerksam werden solltest. Die Kombination aus Appetitverlust und einem weiteren Symptom sollte immer zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.
  • Der Gewichtsverlust ist plötzlich und deutlich sichtbar. Rasche Abnahme innerhalb weniger Tage ist immer ein Warnsignal und sollte immer tierärztlich untersucht werden.
  • Kitten, alte Katzen oder chronisch kranke Tiere fressen schlecht oder nehmen ab. Diese Tiere bauen schneller ab als gesunde erwachsene Katzen. Wenn sie weniger fressen, gar nicht fressen oder sichtbar abnehmen, sollte möglichst schnell eine tierärztliche Untersuchung erfolgen.
  • Es liegen bekannte Vorerkrankungen vor. Bei Katzen mit CNI, Diabetes, Pankreatitis, Schilddrüsenerkrankungen oder Leberproblemen ist Appetitverlust grundsätzlich ein ernstes Zeichen. Schon kleine Veränderungen im Fressverhalten können hier auf eine Verschlechterung hinweisen.

Wann du ggf. erstmal kurzzeitig beobachten kannst…

In manchen Situationen kannst du deine Katze zunächst über einen sehr kurzen Zeitraum zu Hause beobachten. Verbessert sich der Appetit nicht nach kurzer Zeit wieder oder wirst du unsicher, solltest du zeitnah einen Termin in der Tierarztpraxis vereinbaren. Gewichtsverlust und schlechtes Fressen (auch häufiges Mäkeln) müssen immer tierärztlich abgeklärt werden.

  • Die Katze frisst weniger, aber nicht komplett gar nicht. Leichter Appetitverlust kann z. B. durch Stress, Hitze, Futterwechsel oder kleinere Probleme im Magen-Darm-Trakt entstehen.
  • Der Gewichtsverlust ist eher schleichend und nicht akut aufgefallen. Eine tierärztliche Abklärung ist trotzdem sehr zeitnah sinnvoll, aber nicht innerhalb von 24 Stunden notwendig. Also kein Fall für den Notdienst, aber schon etwas, das zeitnah untersucht werden sollte.
  • Die Katze verhält sich ansonsten normal. Sie ist aktiv, bewegt sich, putzt sich, trinkt und zeigt keine zusätzlichen Symptome.
  • Es gibt eine nachvollziehbare harmlose Ursache, z. B. eine Impfung, ein stressreicher Tag, Besuch oder Umzug. In solchen Fällen kann der Appetit vorübergehend vermindert sein.

Wichtig: Wenn du unsicher bist oder dein Bauchgefühl sagt, dass „irgendetwas nicht stimmt“, ist es immer besser, die Katze einmal zu früh tierärztlich vorzustellen, als einmal zu spät. Katzen kompensieren lange und zeigen Krankheitszeichen oft erst spät. Gerade Zahnprobleme können sich sehr unspezifisch zeigen und sind in ihrem ganzen Ausmaß erst durch geeignete bildgebende Verfahren, i. d. R. intraorales Röntgen (Dentalröntgen), beurteilbar. Dass eine Katze noch frisst, heißt NICHT, dass sie kein Problem mit den Zähnen hat.

Allgemeine Hinweise zur Fütterung von untergewichtigen Katzen

Untergewicht bei Katzen kann viele Ursachen haben, die wie bereits erwähnt tierärztlich abgeklärt werden sollten. Grundsätzlich gilt: Damit eine untergewichtige Katze wieder zunimmt, muss sie mehr Energie aufnehmen, als sie verbraucht. Am besten gelingt das mit hoch verdaulichem Futter mit hoher Energiedichte, das in mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt angeboten wird.

Damit die Katze das Futter gut akzeptiert, sollte es möglichst schmackhaft sein. Bei Bedarf kann man es mit kleinen, geeigneten Schmankerln etwas attraktiver machen. Welche Futterzusätze, Spezialfuttermittel, Päppelnahrungen oder Hausmittel hier infrage kommen, erkläre ich weiter unten genauer.

Die Energiedichte des Futters wird langsam erhöht, besonders im Hinblick auf den Fettgehalt. Nur den Fettanteil zu steigern ist dabei nicht sinnvoll. Ziel ist eine langsame und gesunde Gewichtszunahme und damit einhergehend der Aufbau von Muskulatur. Als Orientierung empfiehlt sich eine stetige, sanfte Steigerung von etwa ein Prozent des aktuellen Körpergewichts pro Woche.

Wichtig: Katzen richtig anfüttern!!!

Wenn eine Katze während einer Erkrankung längere Zeit wenig oder gar nichts gefressen hat oder stark abgemagert gefunden wurde, möchte man sie natürlich schnell wieder aufpäppeln. Hier ist aber Vorsicht geboten. Eine zu rasche Fütterung nach einer Hungerphase kann das sogenannte Refeeding-Syndrom auslösen. Dabei geraten wichtige Mineralstoffe wie Phosphat, Kalium und Magnesium aus dem Gleichgewicht, was wiederum zu ernsthaften Problemen führen kann, etwa zu Herzrhythmusstörungen oder einer hämolytischen Anämie. 2Ernährung von Intensivpatienten. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021.

Deshalb sollte eine Katze nach einer Hungerphase immer langsam und kontrolliert wieder an Nahrung gewöhnt werden. Fachliche Empfehlungen raten dazu, bei stark geschwächten Katzen zunächst mit etwa 20 bis 25 Prozent des Ruheenergiebedarfs (RER) zu beginnen und die Menge in den folgenden Tagen schrittweise zu erhöhen.3Taylor, S.S., Chan, D.L., Villaverde, C. et al. (2022): 2022 ISFM consensus guidelines on management of the inappetent hospitalised cat. Journal of Feline Medicine and Surgery, 24(7), 614–640. Verfügbar unter: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1098612X221106353 (Abgerufen am: 30. November 2025).

So füttert man eine geschwächte oder untergewichtige Katze richtig an:

  • mit sehr kleinen Portionen beginnen, etwa 20 bis 25 Prozent des RER am ersten Tag 4Der sogenannte Ruheenergiebedarf (RER) beschreibt die Energiemenge, die eine Katze in völliger Ruhe benötigt, um grundlegende Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Die Berechnung erfolgt nach einer veterinärmedizinischen Formel, die in Fachquellen festgelegt ist. Da die benötigte Futtermenge je nach Katze und Futtersorte individuell unterschiedlich ausfällt, lässt sich an dieser Stelle keine verlässliche Grammangabe machen. Bitte frag im Zweifel deine Tierärztin oder deinen Tierarzt, mit welcher Menge du bei deiner Katze am besten starten solltest.
  • die Futtermenge über mehrere Tage (4-10) langsam steigern
  • gut verdauliches, proteinreiches Futter verwenden

Eine Katze in diesem Zustand sollte engmaschig tierärztlich begleitet werden, damit mögliche Komplikationen früh erkannt und die Gewichtszunahme sicher überwacht werden kann.

Tipps zum Katzen päppeln

Im Folgenden habe ich verschiedene Maßnahmen und Produkte zusammengestellt, die dir – wenn die Katze nicht frisst – beim Päppeln helfen können. Es handelt sich dabei überwiegend um Produkte, mit denen ich selbst gute Erfahrungen gesammelt habe und daher auch wirklich empfehlen kann.

Wichtig:

  • Zugrundeliegende oder begleitende Probleme wie Übelkeit oder Schmerzen müssen im Vorfeld und/oder begleitend tierärztlich behandelt werden, wenn man die Katze zum Fressen animieren will.
  • Neue Zusätze sollten immer langsam eingeführt werden, um zu sehen, ob sie von der Katze gut vertragen und akzeptiert werden.
  • Sprich die Gabe von Futterzusätzen und anderen Päppelmitteln außerdem  immer mit der behandelnden Tierärztin bzw. dem behandelnden Tierarzt ab, insbesondere bei kranken, geschwächten, alten Katzen oder Kitten.

Katzen päppeln mit Futterzusätzen

verschiedene Futterzusätze und Snacks für Katzen, darunter Brühe, Probiotika und Leckerli zur Unterstützung beim Päppeln

Futterzusätze wie Brühen, Probiotika oder gefriergetrocknete Snacks können Appetit und Verdauung unterstützen.

Im Fachhandel oder auch in der heimischen Küche finden sich verschiedene Mittelchen, mit denen der Appetit von Katzen angeregt werden kann und die zum Teil auch gut zum Katzen päppeln hergenommen werden können, da sie nicht nur die Akzeptanz des Futters verbessern, sondern das Futter in der Päppelphase teilweise auch energiereicher gestalten können.

  • Kittenaufzuchtmilch (Pulver zur Aufzucht von Katzenkindern, nicht die fertige Katzenmilch aus dem Supermarkt): Kann den Geruch und Geschmack des Futters attraktiver gestalten. Eine dünne Schicht Pulver oder eine kleine angerührte Menge reichen oft aus. Ich arbeite hier gerne mit KMR, Carnilac oder FarmFood No. 1.
  • Salzarme, ungewürzte Hühnerbrühe: Hühnerbrühe kann zur Appetitanregung hilfreich sein oder wenn Katzen eine flüssigere Konsistenz bevorzugen. Die Brühe sollte immer ohne Gewürze und maximal leicht gesalzen sein. Hier findet ihr eine detaillierte, bebilderte Kochanleitung für eine Hühnerbrühe für kränkelnde Katzen.
  • Thunfischwasser: Die Flüssigkeit aus den Thunfischdosen im eigenen Saft wird häufig gut akzeptiert. Schon wenige Tropfen reichen meist, um den Geruch zu intensivieren. Bei empfindlichen Katzen bitte sparsam verwenden.
  • Katzen-Smoothies und Katzendrinks: Flüssige Katzenleckereien wie z. B. Miamor Trinkfein oder Flüssigfleischnahrung wie z. B. Tjure können die Akzeptanz des Futters erhöhen und bringen zudem ein wenig Flüssigkeit ins Futter.
  • Bierhefeflocken: Viele Katzen finden den Geschmack von Bierhefeflocken sehr attraktiv. Jedoch werden sie nicht von allen Haustigern vertragen. Daher eher vorsichtig einführen.
  • Tierische Fette wie Geflügelfett oder Rinderfettpulver können sowohl den Geruch als auch die Energiedichte verbessern. Was erfahrungsgemäß gut funktioniert, ist Gänseschmalz (ohne Gewürze, ohne Zwiebeln), das erwärmt einen Geruch verströmt, der ein wenig an Brathähnchen bzw. gebratene Gans erinnert. Auch bei Fett sollte man eher vorsichtig sein und die Gabe ggf. mit der Tierärztin/dem Tierarzt abstimmen. Maximal ein Teelöffel pro Tag, verteilt auf mehrere Portionen, reicht in der Regel aus.
  • Prä-/Probiotika: Wenn die Katze zunehmen muss, sollten Nährstoffe natürlich im Darm möglichst gut aufgenommen werden und die Verdauung reibungslos funktionieren. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Mikrobiom nicht nur durch Stress beeinflusst wird, sondern dass es selbst auch Einfluss auf Stressreaktionen hat (Stichwort: gut-brain axis). 5 Dodd, S. (2023). Small animal microbiomes and nutrition (S. 65-67). Newark: John Wiley & Sons, Incorporated.. Es ist daher immer eine gute Idee, dem Mikrobiom etwas Gutes zu tun. Ein Produkt, das hier eingesetzt werden kann und häufig auch appetitanregende Wirkung hat ist PURINA PRO PLAN Feline FortiFlora®. Alternativ können auch andere Probiotika wie z. B. SivoMixx hergenommen werden, um das Mikrobiom der Katze zu unterstützen.
  • Fortan Fortain: Funktioniert bei Katzen, die es lieben, oft gut. Sollte aber auch eher sparsam und in Absprache mit der Tierarztpraxis eingesetzt werden.
  • Katzenleckerli: Können feingebröselt über dem Futter die Akzeptanz erhöhen. Das klappt oftmals mit gefriergetrockneten Katzenleckerlis gut. Es können aber auch andere Snacks oder Katzenfutter-Toppings aus dem Zoofachhandel hergenommen werden, die in vielen verschiedenen Varianten und Geschmacksrichtungen verfügbar sind.
  • gedünstetes Gemüse: Unterschiedliche Katzen haben unterschiedliche Vorlieben. So gibt es auch Katzen, die gedünstetes Gemüse sehr attraktiv finden, so dass man damit in kleinen Mengen das Futter aufwerten kann. Was häufig gut geht, ist Kürbis und Karotte. Diese kann man als Babygläschen kaufen (Achtung: Die reinen Gemüsegläschen für „ab dem 5. Monat“ verwenden), man kann aber Gemüse natürlich auch selbst dünsten und dann in Eiswürfelformen einfrieren.
  • Zur Fütterung geeignete Katzenminze: Funktioniert individuell sehr unterschiedlich, kann aber bei einigen Katzen das Interesse am Futter erhöhen. Futtertaugliche Katzenminze gibt es z. B. bei lillysbar.de.

Wichtig: Futterzusätze ersetzen kein ausgewogenes Alleinfuttermittel. Es ist wichtig, dass der Hauptteil der Nahrung nach wie vor aus einem bedarfsdeckenden Alleinfuttermittel besteht. Ergänzungsfuttermittel und Leckerli sind nicht bedarfsdeckend. Hier drohen Nährstoffmängel.

Katzen päppeln mit Spezialfuttermitteln

Spezialfutter für geschwächte Katzen: Hill’s Prescription Diet On-Care und Royal Canin Recovery

Spezialfutter wie Hill’s On-Care oder Royal Canin Recovery erleichtert geschwächten Katzen die Nährstoffaufnahme.

Über deine Tierarztpraxis oder den (Online-)Fachhandel können auch verschiedene Spezialfuttermittel für Katzen in der Rekonvaleszenz und zur Gewichtszunahme bezogen werden. Diese Futtersorten sind leicht verdaulich, haben eine hohe Energie- und Nährstoffdichte und verfügen meist über eine weiche, gut aufzunehmende Konsistenz. Dadurch muss die Katze im Vergleich zu normalem Katzenfutter eine geringere Menge fressen, um trotzdem ausreichend Kalorien und Nährstoffe zu erhalten. Das ist ein großer Vorteil, wenn die Katzen schlecht fressen und nur geringe Futtermengen aufnehmen (können).

Im Folgenden findest du eine Übersicht über häufig genutzte Spezialfuttermittel (alphabetisch sortiert):

  • Hill’s a/d
  • Hill’s Prescription Diet ON-Care
  • Kattovit Aufbaukur / Recovery
  • Royal Canin Recovery
  • Specific F C IN W Intensive Support
  • Vet-Concept Cat Revital

Diese Futtersorten sind als Übergangslösung gedacht, nicht für die dauerhafte Fütterung. Generell gilt auch hier: Die Gabe sollte immer mit der behandelnden Tierärztin / dem behandelnden Tierarzt abgesprochen werden.

Häufig gibt es in der Tierarztpraxis auch die Möglichkeit, erst einmal nur eine Dose zu erwerben oder Proben zu erhalten. Das ist praktisch, da der Geschmack der Katzen ja individuell unterschiedlich ist und man manchmal ein wenig ausprobieren muss, bis man das passende Spezialfutter gefunden hat.

Kittenfutter als Zwischenlösung:

Wenn Spezialfutter kurzfristig nicht verfügbar ist oder deine Katze es nicht akzeptiert, kann hochwertiges Kittenfutter eine sinnvolle Alternative sein. Es ist energiedichter als Adultfutter, meist sehr schmackhaft und wird häufig gut gefressen. Sobald sich der Zustand verbessert, sollte jedoch wieder auf ein reguläres Adultfutter umgestellt werden.

Trockenfutter als Päppelfutter?

Trockenfutter besitzt im Vergleich zu Nassfutter eine höhere Energiedichte, wodurch die Katze eine geringere Menge aufnehmen muss, um ihren Energiebedarf zu decken. Das kann ein Vorteil bei Katzen sein, die nur kleine Portionen fressen und zunehmen sollen. Zudem hat es oft eine gute Akzeptanz. Allerdings decken Katzen ihren Flüssigkeitsbedarf überwiegend über die Nahrung 6Grundlagen. In: Bolbecher G, Hrsg. Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. und eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit ist auch für unsere Haustiger wichtig. Eine reine Trockenfutterfütterung ist daher nicht optimal.

Trockenfutter kann jedoch durchaus als ergänzende Komponente in den Futterplan integriert werden, wenn keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen.

Folgende Einsatzmöglichkeiten sind z. B. denkbar:

  • als Teil der täglichen Futterration, wenn die Katze fit genug ist gerne auch in Form von Activity Feeding
  • gemörsert als Topping über das Nassfutter
  • anstelle von Leckerli

Ein Trockenfutter, das nach meiner Erfahrung auch dann häufig noch gefressen wird, wenn sonst nichts mehr akzeptiert wird, ist RENAL SELECT von Royal Canin. Das Futter ist jedoch speziell für nierenkranke Katzen konzipiert. Insbesondere bei Katzen ohne diagnostiziertem Nierenproblem sollte die Gabe daher auf jeden Fall vorab mit der Tierärztin oder dem Tierarzt abgesprochen werden.

Katzen päppeln mit appetitanregenden Päppelmitteln

hochkalorische Päppelpräparate für Katzen, darunter Reconvales Energy und eine Lachs-Päppelpaste

Hochkalorische Präparate wie Reconvales® Energy oder Päppelpasten regen Appetit und Energieaufnahme an.

In der Tierarztpraxis oder auch in verschiedenen Online-Shops kannst du unterschiedliche Päppelmittel erwerben, die den Appetit anregen und/oder deine Katze gleichzeitig mit Energie und wichtigen Nährstoffen versorgen können, wenn sie ihr gewohntes Futter nicht mehr frisst. Die Produkte sind in flüssiger Form sowie als Pasten oder Gels erhältlich.

Einige gängige Präparate, alphabetisch sortiert:

  • Aufbaukur / Recovery Drink (Kattovit)
  • Bioserin Serumprotein (WDT)
  • Calo-Pet® (Vétoquinol)
  • Immun Tonicum (RECOACTIV)
  • Liquidocare Appetitanreger Katze
  • Nutribound Katze (Virbac)
  • Nutri-Cal (Dechra)
  • Nutri-Plus-Gel (Virbac)
  • ReConvales Energy (alfavet)
  • ReConvales Päppelpaste (alfavet)
  • ReConvales Power (alfavet)
  • ReConvales Tonicum Katze (alfavet)
  • Recovery Immun (RECOACTIV)
  • Recovery Liquid (Royal Canin)
  • Recovery Liquid CCL (Trovet)
  • RecoVital Tonicum Katze (Virbac)
  • Tomlyn Nutri-Cal

Viele dieser Produkte schmecken Katzen sehr gut und können so den Appetit anregen. Manchmal sind sie zu Beginn das Einzige, was überhaupt gefressen wird. Welche Präparate eine Katze annimmt, ist allerdings sehr unterschiedlich und man muss oft ein wenig ausprobieren, wenn die Katze das Fressen verweigert.

Wichtig: Päppelmittel sind immer nur für den kurzfristigen Einsatz gedacht. Das Ziel ist, deine Katze so schnell wie möglich wieder auf ein vollwertiges Alleinfutter umzustellen.

Achte außerdem darauf, dass die Gabe zur gesundheitlichen Situation deiner Katze passt. Besprich daher am besten immer mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt, welche Produkte geeignet sind und ob sie nur den Appetit anregen oder auch zur Energie- und Nährstoffversorgung beitragen. Die Päppelmittel können im Anschluss unter genauer Berücksichtigung der angegebenen Fütterungshinweise ggf. während der Rekonvaleszenz auch weiterhin zusätzlich zum Hauptfutter gegeben werden.

Katzen päppeln mit Gutem aus der Küche

Schale mit milchiger Flüssigkeit,  Babygläschen mit Rind und Joghurt – Beispiele für schonende Küchenzutaten zum Päppeln von Katzen

Schonende Küchenzutaten wie Babybrei oder Joghurt können Katzen bei der Rekonvaleszenz helfen.

Neben den genannten Futtermitteln kann man Gewichtszunahme und Futteraufnahme auch durch „Menschenessen“ fördern, soweit es vertragen wird.

Milch und Milchprodukte

Milch und Milchprodukte mögen viele Katzen gerne. Sie sind eiweißreich, das Protein besitzt eine hohe biologische Wertigkeit und sie sind hochverdaulich. Zudem kann die Gabe von laktosehaltigen Milchprodukten insbesondere auch bei Katzen mit Leber- oder Nierenproblemen vorteilhaft sein.

Warum können Katzen mit Leber- und Nierenproblemen von Milchprodukten profitieren?

Beim Abbau von Lactose oder Lactulose entstehen kurzkettige Fettsäuren und Milchsäure, die eine pH-Wert-Reduktion im Darm bewirken können, wodurch Ammoniak (NH3) vermehrt zu Ammonium (NH4+) umgewandelt und mit dem Kot ausgeschieden wird. 7Niereninsuffizienz. In: Zentek J, Hrsg. Ernährung des Hundes – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 9., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022. So werden Leber und Nieren entlastet, da Ammoniak ansonsten in der Leber zu Harnstoff entgiftet und dann über die Nieren ausgeschieden werden müsste, was bei geschädigter Leber und geschädigten Nieren nur noch bedingt funktioniert.

Was aber problematisch sein kann: In Milch ist Laktose (Milchzucker) enthalten. Damit diese verdaut werden kann, benötigt der Darm das Enzym Laktase in ausreichendem Umfang. Die Produktion des Enzyms geht jedoch nach Absetzen der Katzenwelpen und der Umstellung auf feste Nahrung nach und nach zurück und bleibt dann auch gering. Das bedeutet, dass Lactose nicht mehr so gut abgebaut werden kann, was wiederum zu Durchfällen führen kann.

Daher sollte deine Katze pro Tag nicht mehr als 2 g Laktose/ kg Körpergewicht erhalten. Kuhmilch enthält etwa 50 g Laktose /kg uS, entsprechend ist mehr als 40 ml Milch / kg Körpergewicht nicht zu empfehlen. Starte hier aber lieber vorsichtig mit geringeren Mengen. Joghurt, Quark oder Hüttenkäse enthalten deutlich weniger Laktose, daher sind hier rein auf den Laktosegehalt bezogen auch größere Mengen möglich. 8Grundlagen der Fütterung. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021. Eine denkbare Alternative wäre die Gabe von laktosefreien Produkten.

Fleisch und andere tierische Produkte

  • Selbst für die Katze kochen:
    Wenn Diätfuttermittel wie die bereits genannten nicht akzeptiert oder gewünscht werden, gibt es auch die Möglichkeit, selbst für die Katze zu kochen.Hier könnte man als Proteinquelle ggf. mit Lammhack (gibt es beim türkischen Metzger) arbeiten, das recht energiereich ist und oft gut akzeptiert wird. Auch gekochtes Hühnchen oder gedünstetes Fischfilet funktionieren häufig gut. Bitte keine Knochen oder Gräten mitverfüttern.
  • Babynahrung: Babynahrung im Gläschen wird von vielen Katzen sehr geliebt und lässt sich auch gut schlecken oder per Spritze füttern, wenn die Katze gerade nichts Festes aufnehmen kann oder möchte. Hier können die Fleisch-Zubereitungen mit Huhn oder Rind verwendet werden. Es wird immer wieder kritisiert, dass diese neben Fleisch auch Reismehl enthalten, das ist aber in dieser Situation durch die oftmals wirklich herausragende Akzeptanz und die schnelle Verfügbarkeit vernachlässigbar.
  • Eier: Eier sind eiweißreich. Das Protein besitzt eine hohe Verdaulichkeit und – sofern gekocht – auch hohe biologische Wertigkeit. Zudem sind Fett, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten. Das macht hartgekochte Eier auch zum Päppeln interessant, wenn die Katze an Gewicht zunehmen muss.

    Warum die Eier gekocht sein sollten?

    Rohe Eier enthalten zum einen Avidin, das Biotin bindet, und zum anderen Trypsininhibitoren, die die Proteinverdauung beeinträchtigen und zu Verdauungsstörungen führen können.  

Katzen päppeln – Tipps und Tricks

Neben der Wahl des geeigneten Futters kann man auch durch andere Maßnahmen die Futteraufnahme verbessern. Dabei gilt grundsätzlich: Umso zufriedener die Katze ist und umso mehr ihre Bedürfnisse erfüllt werden, umso besser kann man sie in der Regel animieren, Futter aufzunehmen. Dazu gehört zum Beispiel auch das richtige Katzenklomanagement.

Hier wollen wir uns aber auf Tipps und Tricks zur Futtergabe beschränken:

  • Geeigneter Futternapf: Viele Katzen fressen lieber aus flachen Tellern, statt aus normalen Näpfen, da sie hier nicht mit ihren empfindlichen Schnurrhaaren anstoßen. Letzteres kann für unsere Haustiger so unangenehm sein, dass es sogar einen eigenen Ausdruck dafür gibt: Whisker Stress.Gerade, wenn die Katze Probleme mit den Gelenken hat oder unter Übelkeit leidet (was z. B. bei Katzen mit CNI/CNE häufiger der Fall ist), kann ein erhöhter Futternapf die Futteraufnahme ebenfalls erleichtern.
  • Viele Angebote schaffen: Manchmal verbinden Katzen die Futteraufnahme oder den bisherigen Fressplatz mit etwas Unangenehmem. Hier können ein neuer Futterplatz mit neuer Futterschüssel und ggf. neuem Futter helfen. Auch mehrere gefüllte Futterschalen im Haus verteilt, animieren Katzen im Idealfall dazu, im Vorbeigehen immer wieder einen Happen aufzunehmen.Leider ist die Umsetzung einer solchen „Fressstraße“ im Mehrkatzenhaushalt in der Regel schwierig. Hier kann man sich ggf. mit einem chipgesteuerten Futterautomaten oder einem separaten Zimmer, das per Katzenklappe nur für die zu päppelnde Katze zugänglich ist, behelfen.Generell gilt: Viele kleine Portionen über den Tag verteilt, sind näher an der natürlichen Nahrungsaufnahme der Katze und machen es dem Tier zum einen leichter mehr Futter über den Tag verteilt aufzunehmen und sind zum anderen bekömmlicher, als große Portionen morgens und abends.
  • Buffet anbieten: Gerade bei kranken Katzen ist es oft schwierig. Was am einen Tag noch gefressen wird, wird am nächsten komplett verweigert. Hier kann es helfen, wenn man der Katze ein Buffet aus verschiedenen Futtermitteln anbietet, so dass sie jeden Tag frei entscheiden kann, was sie möchte. Auch hier muss man jedoch im Mehrkatzenhaushalt ggf. ein wenig kreativ werden.
  • Aus der Hand füttern / Futter bringen: Geht die Katze nicht zum Futternapf, kannst du das Futter auch zu ihr bringen und/oder sie mit der Hand oder mit dem Löffel füttern. Oft hilft es auch, der Katze das Futter vor die Nase zu stellen, wenn sie gerade schläft. Häufig nehmen sie dann im Halbschlaf zumindest einige Bissen zu sich. Manche Katzen entwickeln auch Interesse am Futter, wenn man so tut, als würde man es selbst essen.Was zudem nie schadet, ist eine gute Portion TLC (Tender, Love and Care). Viele Katzen fressen z. B. besser, wenn man ihnen dabei Gesellschaft leistet, ihnen gut zuredet, sie lobt und/oder streichelt.Wenn sich die Katze noch putzt, kann man ggf. auch versuchen, eine kleine Menge Futter auf die Pfote zu geben, um sie wieder auf den Geschmack zu bringen, wenn sie sich die Pfötchen ableckt. Aber: Pfoten unbedingt vorsichtig säubern, wenn die Katze das nicht selbst erledigt!
  • Futter anwärmen: Futter, das auf leicht unter Körpertemperatur angewärmt wurde, riecht intensiver. Das kann insbesondere dann die Akzeptanz erhöhen, wenn die Katze z. B. unter Katzenschnupfen leidet und der Geruchs- und damit auch der Geschmackssinn eingeschränkt ist. Bei Katzen, die eine erlernte Futteraversion entwickelt haben, kann das Anwärmen kontraproduktiv sein. 9Der Ernährungsstatus von Katzen mit Tumorerkrankungen: Diagnose und diätetische Empfehlungen. In: Pibot P, Biourge V, Elliott D, Hrsg: Royal Canin S. A. – Enzyklopädie der klinischen Diätetik der Katze. Paris: Aniwa SAS (2008)Achtung: Immer prüfen, dass das Futter auch im Kern nicht zu heiß ist, insbesondere wenn es in der Mikrowelle erwärmt wurde.

    Wichtig ist dabei immer, dass die Nahrungsaufnahme durch eine stressfrei gestaltete Fütterung möglichst angenehm gestaltet wird.

Katzen päppeln mit Zwangsfütterung / Assistenzfütterung / assistierter Fütterung

Fütterungsspritze vor Katzennassfutter als Hilfsmittel für die schonende Zwangsfütterung von stark geschwächten Katzen, die gepäppelt werden müssen.

Bei starker Appetitlosigkeit kann eine behutsame Fütterung mit Spritze nötig sein – immer in Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt.

Assistenzfütterung ist ein Thema, das in der Regel weder der Katze noch den zugehörigen Menschen gefällt. Leider ist es jedoch manchmal notwendig, um dem eigenen Haustiger über eine Krise hinwegzuhelfen und das Leben des Tieres zu retten.

Wie füttert man richtig zu?

Bei der Assistenzfütterung sind vor allem zwei Dinge wichtig: Ruhe und Geduld. Keinesfalls darf die Katze mit Zwang „gestopft“ werden. Die Fütterung erfolgt immer in aufrechter Position mit erhobenem Kopf, langsam und behutsam. Die Fütterung darf nicht in Rücken- oder Seitenlage erfolgen und auch der Hals sollte nicht überstreckt werden, sonst erhöht sich die Gefahr, dass sich die Katze beim Füttern verschluckt.

Ein Handtuch, das sanft um die Katze gelegt wird, hilft, das Fell möglichst sauber zu halten. Nach der Fütterung müssen Verunreinigungen im Gesicht (und wenn vorhanden) an anderen Stellen des Katzenkörpers mit körperwarmem Wasser vorsichtig entfernt werden. Mullwaschlappen oder -tücher aus dem Babybedarf funktionieren hier recht gut und sind sanft zur empfindlichen Haut rund um Maul und Nase. Es kann aber natürlich auch jedes andere geeignete Tuch verwendet werden.

Bei der Fütterung sind viele kleine Portionen über den Tag verteilt häufig die bessere Wahl (Aufteilung mindestens auf 4 bis 6 Portionen). Kleine Portionen sind insbesondere auch dann wichtig, wenn die Katze nach einer längeren Zeit ohne Nahrungsaufnahme wieder angefüttert werden muss. Die Fütterung funktioniert gut per Spritze. Diese sollte leichtgängig sein und ein gleichmäßiges Austreten des Futters ermöglichen. Mit welcher Spritzengröße man am besten zurechtkommt, kommt ein wenig auf die individuellen Vorlieben an. Hier haben sich 5-ml- und 10-ml-Spritzen für die Assistenzfütterung bewährt. Das Futter selbst sollte nicht mit Wasser verdünnt werden.

Welches Futter eignet sich zum Zwangsfüttern?

Viele Diätfuttermittel, die bei Katzen mit schlechter Nahrungsaufnahme eingesetzt werden können (in diesem Abschnitt gelistet), besitzen eine feine Konsistenz (Mousse) und lassen sich auch gut mit der Spritze füttern. Ich nehme gerne das Royal Canin Recovery, aber Hills a/d funktioniert ebenfalls gut. Zur Überbrückung kann man auch vorübergehend (z. B. bis das Spezialfutter geliefert wird) mit Mousse aus dem Supermarkt oder Zoofachhandel arbeiten. Gut spritzengängig ist zum Beispiel das Coshida Selection – Feine Mousse von Lidl.

So bekommst du das Futter für die Assistenzfütterung gut in die Spritze:

  1. Futterdose öffnen, auf Zimmertemperatur temperieren lassen und mit einem Teelöffel gut durchrühren.
  2. Prüfe einige Male, ob die Spritze leichtgängig ist, indem du den Kolben einige Male hin- und herbewegst (sollte bei unverwendeten Spritzen der Fall sein).
  3. Baue die Spritze auseinander, so dass du einmal den Zylinder, also das hohle Röhrchen, und einmal den Kolben oder Spritzenstempel hast.
  4. Befülle dann langsam mit einem Teelöffel den Zylinder. In der Regel ist die Mousse fest genug, damit sie unten nicht aus der Düse / dem Konus fließt. Falls dem doch der Fall sein sollte, kannst du dir mit einem Verschlussstopfen behelfen. Die Spritze mit dem Konus beim Befüllen immer wieder einmal auf eine feste Unterlage zu klopfen, hilft dabei, dass das Futter nach unten rutscht. Es reicht, wenn du die Spritze zu etwa 2/3 befüllst.
  5. Steck den Kolben vorsichtig wieder in den Zylinder. Mach das am besten über der Dose oder einem anderen Behälter, um Sauerei zu vermeiden, falls dabei Futter die Spritze über den Konus wieder verlässt.
  6. Reinige die Spritze von außen, wenn nötig.

Befülle dir dabei am besten gleich so viele Spritzen, wie du für die aktuelle Futtergabe benötigst. Bei manchen Futtermitteln funktioniert es auch, wenn man das Futter direkt mit der Spritze aufzieht.

Hygiene ist wichtig: Futterspritzen können mehrmals verwendet werden, wenn sie nach der Fütterung heiß (ohne Spülmittel) gereinigt werden. Spätestens, wenn die Spritzen nicht mehr leichtgängig sind, sollten sie aber ausgetauscht werden.

Wann solltest du deine Tierärztin bzw. deinen Tierarzt konsultieren?

Eine Katze, die die Nahrung verweigert, sollte ohnehin engmaschig tierärztlich betreut werden. Bitte nimm aber umgehend Kontakt zu deiner Tierarztpraxis auf, wenn die Zwangsfütterung nur unter erheblichem Stress gelingt, das Futter erbrochen wird oder andere Faktoren verhindern, dass die Katze ausreichend frisst. In solchen Situationen ist schnelle Unterstützung wichtig, um eine weitere Verschlechterung zu vermeiden.

Künstliche Ernährung als Alternative zur Assistenzfütterung?

Wenn es zu Hause nicht möglich ist, die Katze über assistierte Fütterung ausreichend zu versorgen, gibt es auch noch die Option, die Katze in der Tierarztpraxis oder Tierklinik temporär über eine Sonde zu ernähren. Je nach Situation kann man diese auch noch mit der parenteralen Versorgung über einen venösen Zugang kombinieren. Beide Maßnahmen sind dazu gedacht, die Katze stabil zu halten, bis sie wieder selbstständig genügend Nahrung aufnehmen kann.

Ziel muss aber in jedem Fall immer die Rückkehr zur freiwilligen, eigenständigen Futteraufnahme sein. Zudem muss man immer abwägen, inwieweit eine Zwangsfütterung über einen längeren Zeitraum sinnvoll ist und wie allgemein die Prognose für den Haustiger ist. Hier gilt es je nach Fall und in Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt eine Entscheidung im Sinne der Katze zu treffen.

Deine Katze zeigt eigentlich Hunger, aber frisst nicht?

Schuld daran kann neben gesundheitlichen Beschwerden (z. B. Zahnschmerzen) eine erlernte Futteraversion sein. Was ist das?

Wenn die Katze mit einer bestimmten Nahrung eine schlechte Erfahrung verbindet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie dieses Futtermittel in Zukunft meidet. Es kann z. B. sein, dass ihr nach dem Verzehr der Katzennahrung übel wurde und sie Bauchschmerzen bekam oder aber auch, dass ihr die Nahrung in einer unangenehmen Situation vorgestellt / gefüttert wurde, wie etwa während eines stationären Aufenthalts in der Tierklinik.

Es handelt sich hierbei um eine Form der negativen Konditionierung und an sich ist so eine Aversion auch sinnvoll, da sie dazu dient, dass ungeeignete oder gefährliche Nahrung künftig vermieden wird. Geht es darum, die Katze wieder ans Fressen zu bringen, kann sie einem das Leben aber leider deutlich erschweren.

Denn bei Katzen entwickelt sich eine solche Futteraversion sehr schnell. Schon eine einzige Mahlzeit, die als unangenehm empfunden wird, kann ausreichen, damit die Katze das Futter oder mitunter insgesamt die Nahrungsaufnahme verweigert. Zudem kann die Aversion Untersuchungen zufolge bis zu 40 Tage anhalten.10Bradshaw JWS, Goodwin D, Legrand-Defretin V, et al. – Food selection by the domestic cat, an obligate carnivore. Comp Biochem Physiol. 1996; 114A: 205-209

Bei manchen Katzen geht diese Ablehnung soweit, dass schon der Geruch des Futtermittels, gegen das sie eine Aversion entwickelt haben, in der Umgebungsluft ausreicht, dass die Futteraufnahme verweigert wird.11Der Ernährungsstatus von Katzen mit Tumorerkrankungen: Diagnose und diätetische Empfehlungen. In: Pibot P, Biourge V, Elliott D, Hrsg: Royal Canin S. A. – Enzyklopädie der klinischen Diätetik der Katze. Paris: Aniwa SAS (2008) Es kann also tatsächlich auch ein Problem sein, wenn andere Katzen im Haushalt das betreffende Futter noch bekommen, obwohl man der betroffenen Katze etwas anderes anbietet.

Diese Zeichen können u. a. auf eine erlernte Futteraversion hinweisen

  • Die Katze zeigt Interesse am Futter oder bettelt, zieht sich aber zurück, nachdem sie das angebotene Futter beschnuppert oder probiert hat.
  • Die Katze speichelt, schluckt wiederholt oder dreht den Kopf zur Seite, wenn ihr Futter angeboten wird.
  • Die Katze versucht so viel Raum wie möglich zwischen sich und das Futter zu bekommen, also positioniert sich z. B. im Stationskäfig soweit davon entfernt wie möglich.

Es ist in dem Zusammenhang wichtig, zu erwähnen, dass (Diät-)Futter, das die Katze künftig noch fressen soll (z. B. eine bestimmte Nierendiät) nicht während eines stationären Aufenthalts oder per Zwangsfütterung eingeführt werden sollte und immer erst dann, wenn begleitende Probleme, wie etwa Übelkeit, angegangen worden sind.

Katzen päppeln mit medikamentöser Unterstützung

Eine Katze, die nicht frisst und/oder Gewicht verliert, braucht tierärztliche Unterstützung. Und damit die Rekonvaleszenz im besten Fall gelingt, müssen dafür die Voraussetzungen geschaffen und die zugrundeliegenden Ursachen angegangen werden.

Eine Katze, die Schmerzen hat (z. B. bei Pankreatitis), braucht passendes Schmerzmanagement. Eine Katze, der übel ist, benötigt entsprechende Medikamente gegen Übelkeit. Eine Katze, deren Nase verstopft ist und die dadurch kein Interesse an Futter zeigt, braucht entsprechende Gegenmaßnahmen, damit die Nase frei wird und Geruchs- und Geschmackssinn wieder funktionieren. Auch dehydriert frisst es sich als Katze schlecht, d. h. man muss dafür sorgen, dass diese Katzen wieder ausreichend mit Flüssigkeit versorgt sind usw. usf.

Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird es ungleich schwerer, die Samtpfote dazu zu bringen, dass sie wieder frisst.

Zusätzlich kann deine Tierärztin oder dein Tierarzt deine Katze je nach Fall mit Medikamenten unterstützen, die den Appetit anregen. Ein Wirkstoff, der hier gerne verwendet wird, ist z. B. Mirtazapin®. Der Wirkstoff ist u. a. in einer Formulierung verfügbar, die als Salbe innen an der Ohrmuschel aufgebracht wird. Sprich deine behandelnde Tierarztpraxis im Fall des Falles darauf an.

Einige abschließende Gedanken von mir für dich zum Schluss

Das Wichtigste beim Päppeln ist, dass du den Weg gemeinsam mit und im Interesse deiner Katze gehst. Nicht jeder Tag wird gleich gut laufen, es kann Rückschläge geben, was frustrierend sein kann und es braucht oftmals Geduld und Durchhaltevermögen, um Krisen zu überstehen.

Es ist hier absolut in Ordnung, pragmatisch zu sein. Wenn deine Katze vorübergehend nur bestimmte Futtersorten akzeptiert oder diese in der aktuellen Situation einfach sinnvoller sind, dann ist das so. Auch, wenn das Futtermittel sind, die du unter normalen Umständen nicht füttern würdest. Wichtig ist, dass wieder Nahrung aufgenommen wird und sich die Situation stabilisiert. Manchmal heiligt einfach auch der Zweck die Mittel und es braucht Kompromisse. Jeder kleine Schritt nach vorn ist ein Erfolg.

ABER: Hoffnung ist wichtig und es ist wichtig zu kämpfen! Mit den eigenen Tieren und für sie. Und zwar immer dann, wenn eine Chance besteht, dass sich der Zustand der Katze wieder soweit bessert, dass man vielleicht nicht von Heilung, aber wieder von Leben und Lebensqualität sprechen kann.

Besteht keine Hoffnung auf Heilung und ist klar, dass der Weg (zeitnah) zum Lebensende führen wird, dann liegt die Priorität darauf, der Katze die restliche Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten oder eben eine endgültige Entscheidung zu treffen, um deiner Katze weiteres Leid zu ersparen. Hol dir bei dieser Entscheidung Hilfe von jemandem, der die Situation professionell einschätzen kann. In der Regel wird das die Tierärztin / der Tierarzt deines Vertrauens sein. Keinesfalls werden das Möchtegern-Experten aus den sozialen Medien sein, v. a. nicht, ohne das Tier je gesehen zu haben.

Denn egal, wie viel Mühe man sich gibt, die Einschätzung des Gesundheitszustands der eigenen Tiere ist immer irgendwo subjektiv. Das lässt sich gar nicht vermeiden. Dafür ist man emotional viel zu sehr involviert. Bin ich auch. Man kann sich noch so sehr einreden, dass man objektiv ist, man ist es einfach nicht.

Am Ende zählt nicht Perfektion oder was andere denken, sondern dass du gemeinsam mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt den Weg findest, der für deine Katze richtig ist.

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Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

  • Was kann ich tun, wenn meine Katze gar nicht frisst? Frisst eine Katze länger als 24 Stunden gar nichts (bei Kitten, chronisch kranken (z. B. Diabeteskatzen) oder übergewichtigen Katzen auch schon nach 12 Stunden), sollte sie immer zeitnah tierärztlich untersucht werden. Katzen vertragen keine längeren Hungerphasen, da sonst eine Fettleber (hepatische Lipidose) drohen kann. Bis zur Vorstellung kann man versuchen, sehr schmackhafte, weichere oder angewärmte Futtersorten anzubieten oder das Futter mit Leckerli oder anderen Futterzusätzen attraktiver zu gestalten.
  • Wie erkenne ich, ob meine Katze wirklich untergewichtig ist? Eine gute Orientierung bieten der Body Condition Score (BCS) und der Muscle Condition Score (MCS). Typische Anzeichen für Untergewicht sind tastbare Rippen, eine schmale Taille, sichtbare Hüftknochen oder nachlassende Muskulatur. Bei Langhaarkatzen ist Abtasten wichtiger als der optische Eindruck.
  • Wie schnell darf ich die Futtermenge steigern, wenn meine Katze sehr dünn ist? Nach einer längeren Hungerphase sollte die Futtermenge langsam gesteigert werden, besonders bei stark abgemagerten oder geschwächten Katzen. Sonst kann sich im schlimmsten Fall ein Refeeding-Syndrom entwickeln. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind besser als große Portionen. Am besten erstellt ihr in Absprache mit der Tierarztpraxis einen Plan für die Anfütterung.
  • Welche Futtermittel eignen sich besonders zum Päppeln? Spezialfutter für die Rekonvaleszenz (z. B. Recovery-Futter), energiereiche Pasten, Kittenfutter oder allgemein gut verdauliche weiche Futtersorten werden häufig gut angenommen. Auch kleine Mengen an Futterzusätzen wie Hühnerbrühe, Thunfischwasser oder gefriergetrocknete Snacks können helfen, das Futter attraktiver zu machen.
  • Kann ich auch Hausmittel verwenden, wenn meine Katze zunehmen muss?Einige Küchenzutaten eignen sich gut als kurzfristige Unterstützung, z. B. etwas Joghurt, Hüttenkäse, hartgekochtes Ei oder Babygläschen mit Fleisch. Wichtig ist, dass solche Hausmittel nur ergänzend und nur kurzfristig eingesetzt werden, da sie kein ausgewogenes Alleinfutter ersetzen.
  • Wann ist Assistenz- oder Zwangsfütterung notwendig?Wenn eine Katze trotz aller Versuche kaum oder gar nicht frisst, kann vorübergehend eine behutsame Assistenzfütterung per Spritze nötig sein – immer nach tierärztlicher Rücksprache. Wichtig sind Geduld, kleine Portionen, eine aufrechte Position und gut spritzengängige Futtermittel wie Recovery-Mousse.

Referenzen (u. a.)

Bradshaw JWS, Goodwin D, Legrand-Defretin V, et al. – Food selection by the domestic cat, an obligate carnivore. Comp Biochem Physiol. 1996; 114A: 205-209

Dechra Veterinary Products Deutschland GmbH (o. J.) Beurteilung des Ernährungszustandes einer Katze: Body Condition Score (BCS) & Muscle Condition Score (MCS). Verfügbar unter: https://tierhalter.dechra.de/Files/Images/Countries/DE_Petowner_concept/Pri_Katze_Zustand.pdf (Abgerufen am: 23. November 2025)

Der Ernährungsstatus von Katzen mit Tumorerkrankungen: Diagnose und diätetische Empfehlungen. In: Pibot P, Biourge V, Elliott D, Hrsg: Royal Canin S. A. – Enzyklopädie der klinischen Diätetik der Katze. Paris: Aniwa SAS (2008)

Dodd, S. (2023). Small animal microbiomes and nutrition (S. 65-67). Newark: John Wiley & Sons, Incorporated.

Ernährung von Intensivpatienten. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021.

Grundlagen. In: Bolbecher G, Hrsg. Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020.

Grundlagen der Fütterung. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021.

Niereninsuffizienz. In: Zentek J, Hrsg. Ernährung des Hundes – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 9., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.

Taylor, S.S., Chan, D.L., Villaverde, C. et al. (2022): 2022 ISFM consensus guidelines on management of the inappetent hospitalised cat. Journal of Feline Medicine and Surgery, 24(7), 614–640. Verfügbar unter: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1098612X221106353 (Abgerufen am: 30. November 2025).

Referenzen

Sind Grünlilien für Katzen giftig?

Katzenpflanzen

Sind Grünlilien für Katzen giftig?

Zimmerpflanzen wie Grünlilien verschönern das Zuhause, sind pflegeleicht und gelten als äußerst robust. Doch gerade im Katzenhaushalt stellt sich die Frage, ob diese beliebten Pflanzen auch wirklich sicher sind. Denn viele Zimmerpflanzen enthalten Stoffe, die für Katzen giftig sein können – in manchen Fällen sogar lebensbedrohlich. Wer Katzen hat, tut daher gut daran, genau hinzuschauen und nur ungiftige Pflanzen in der Wohnung zu platzieren, die keine Gefahr darstellen.

Eine Möglichkeit stellen hier die Grünlilien (Chlorophytum comosum) dar, die als anspruchslose und nichtsdestotrotz attraktive Zimmerpflanzen gelten. Im Folgenden gehen wir genauer auf Herkunft, Aussehen und mögliche Gefahren durch das Beamtengras, wie die Grünlilien auch genannt werden, ein.

Grünlilien

Herkunft der Grünlilie

Grünlilien stammen ursprünglich aus Afrika und sind dort im Osten, von Äthiopien bis Südafrika und im Westen des Kontinents zu finden. Die Pflanzen wachsen in Südafrika im Unterholz bewaldeter Flusstäler, im Gebüsch und in den Bergen. Auf dem Kilimandscharo findet man Grünlilien in Höhen von nahezu 2500 Metern.

Die Pflanze gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Ihre große Anpassungsfähigkeit und ihr schnelles Wachstum machten sie nicht nur in botanischen Sammlungen populär, sondern auch in privaten Haushalten. Heute zählt die Grünlilie zu den „Klassikern“ unter den Zimmerpflanzen, die nahezu jeder kennt – oft auch als pflegeleichte „Einsteigerpflanze“.

Aussehen der Grünlilie

Das charakteristische Merkmal der Grünlilie sind ihre langen, schmalen Blätter, die in dichten Rosetten wachsen. Typisch ist die grün-weiß gestreifte Musterung vieler Sorten, es gibt aber auch rein grüne Varianten. Die Blätter können bis zu 45 Zentimeter lang werden.

Ein charakteristisches Merkmal der Pflanzen sind die Kindel: Kleine Ableger, die an langen, herabhängenden Trieben entstehen. Diese erinnern an Spinnen, weshalb die Pflanze im Englischen auch „Spider Plant“ genannt wird. Aus den unscheinbaren weißen Blüten, die in den Sommermonaten erscheinen können, entwickeln sich die Pflänzchen, die sich leicht abtrennen und einwurzeln lassen.

Grünlilien werden gerne in klassischen Blumentöpfen oder auch in Blumenampeln gepflegt. Gerade in Haushalten mit Katzen sind die herabhängenden Blätter allerdings eine Einladung zum Spielen und Knabbern.

Sind Grünlilien für Katzen giftig?

Die Grünlilie gilt für Katzen als ungiftig. Allerdings wurden in den unterirdischen Teilen der Pflanzen Toxine (Saponine) nachgewiesen. Allerdings sind dazu bisher in der Literatur keine Vergiftungsfälle beim Tier beschrieben worden 1Chlorophytum comosum – https://www.vetpharm.uzh.ch/. Abgerufen am: 03.09.2025

Jedoch kann die Aufnahme größerer Mengen der Pflanze zu Magen-Darm-Beschwerden führen, daher sollte das „Beamtengras“ von Katzen dennoch nicht im Übermaß verzehrt werden. Zudem besteht bei der Grünlilie wie auch bei anderen Pflanzen, durch die Blätter grundsätzlich das Risiko von Verletzungen im Mund-Rachenraum. Des Weiteren nehmen die Pflanzen Schadstoffe aus der Raumluft auf, was ebenfalls eine Gefahr darstellen kann.

Es ist daher auch bei der Grünlilie sinnvoll, die Katzen zu beobachten und die Pflanze gegebenenfalls aus der Reichweite der Stubentiger zu entfernen, sollten sie zu großes Interesse am Beamtengras zeigen.

Warum knabbern Katzen so gerne an Grünlilien?

Viele Katzenbesitzer kennen das Problem: Kaum steht die Pflanze irgendwo erreichbar, schon macht sich die Katze daran zu schaffen. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Instinktives Verhalten: Katzen fressen Gras oder andere Pflanzen, um Haarballen loszuwerden und die Verdauung anzuregen.
  • Spieltrieb: Die langen, hängenden Blätter sind eine spannende „Beute“.
  • Neugier: Gerade junge Katzen probieren alles aus.

Dass Katzen Grünpflanzen anziehend finden, ist also im Endeffekt ganz normal, kann aber unter Umständen für die Haustiger problematisch sein.

Merke-Katze

In a Nutshell / Zusammenfassung

  • Ist die Grünlilie für Katzen giftig?

    Nein, die Grünlilie (Chlorophytum comosum) gilt laut ASPCA und Vetpharm-Datenbank als ungiftig für Katzen. Weder Blätter noch Stängel enthalten toxische Substanzen, die bei normalem Kontakt gefährlich wären.

  • Darf meine Katze an der Grünlilie knabbern?

    In kleinen Mengen ist das Knabbern in der Regel unbedenklich. Frisst die Katze jedoch große Mengen, kann es zu leichten Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall kommen. Daher sollte der Verzehr möglichst eingeschränkt werden.

  • Welche Pflanzenteile der Grünlilie können problematisch sein?

    Einige Quellen berichten, dass unterirdische Pflanzenteile (z. B. Wurzeln) geringe Mengen Saponine enthalten. Diese gelten als reizend, aber nicht akut giftig. Auch Samenstände sollten sicherheitshalber entfernt werden.

  • Ist die Grünlilie katzenfreundlich?

    Ja, sie zählt wie die Bromelie zu den katzenfreundlichen Zimmerpflanzen – vorausgesetzt, die Katze frisst nicht regelmäßig große Mengen.

  • Kann meine Katze durch Grünlilien vergiftet werden?

    Nein, eine Vergiftung durch Grünlilien ist sehr unwahrscheinlich. Es kann aber zu Unverträglichkeitsreaktionen wie Durchfall kommen, wenn zu viel gefressen wird. In Raucherhaushalten kann die Pflanze zusätzlich Schadstoffe aus der Luft aufnehmen

  • Was passiert, wenn eine Katze zu viel Grünlilie frisst?

    Typische Reaktionen sind: Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Diese Beschwerden verschwinden meist von selbst. Im Zweifelsfall sollte aber die Tierarztpraxis des Vertrauens konsultiert werden.

  • Was ist, wenn meine Katze ständig an Pflanzen knabbert?

    Dann ist es eine gute Idee, Alternativen anzubieten und die Pflanzen unzugänglich für die Katze zu platzieren (z. B. in einer Hängeampel). Zudem ist es – wie bei jedem auffälligen Verhalten – sinnvoll, die Katze gut zu beobachten und vorsorglich in der Tierarztpraxis vorzustellen, um gesundheitliche Probleme (z. B. Magen-Darm-Beschwerden) oder Schmerzen nicht zu übersehen.

Studie: Gen beeinflusst Verhalten

Wissenschaft

Studie: Gen beeinflusst Katzenverhalten

Katzen gehören zu den beliebtesten Heimtieren weltweit und leben eng mit uns Menschen zusammen. Anders als ihre wilden Vorfahren – wie die afrikanische Wildkatze (Felis lybica) – zeigen Hauskatzen ein erstaunlich breites Repertoire an sozialen Verhaltensweisen. Sie kommunizieren mit Artgenossen und Menschen über Gerüche, Körpersprache, Berührungen und verschiedene Lautäußerungen. Besonders auffällig: das Schnurren.

Schnurren, im Englischen auch „Purring“ genannt, ist eine einzigartige Form der Lautkommunikation bei Katzen. Es wirkt beruhigend, signalisiert häufig Zufriedenheit und dient zugleich als Mittel zur Kontaktaufnahme – etwa zur Futterforderung. Zugleich schnurren Katzen auch in Stresssituationen oder bei Schmerzen und Krankheit. Forschende vermuten, dass es dann der Selbstberuhigung dient oder sogar heilende Effekte haben könnte. Die genaue Funktion des Schnurrens ist allerdings bis heute nicht abschließend geklärt. Jedoch tritt es in vielfältigen sozialen Kontexten auf: als Ausdruck von Wohlbefinden, zur Konfliktvermeidung oder in Form des sogenannten „Solicitation Purr“ – einer Variante mit hoher Frequenz, die besonders fordernd klingt und oft gezielt gegenüber Menschen eingesetzt wird.

Neben Umweltfaktoren und Lernerfahrungen könnten auch genetische Unterschiede eine Rolle spielen. In der Verhaltensforschung gilt das Zusammenspiel von „Anlage und Umwelt“ als entscheidend. Während bei Hunden der Einfluss der Genetik auf Verhalten gut dokumentiert ist, steckt die entsprechende Forschung bei Katzen noch in den Anfängen. Die aktuelle Studie aus Japan leistet hier wichtige Pionierarbeit – und stellt das Androgenrezeptor-Gen ins Zentrum der Analyse.

Ziel der Studie

Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, ob bestimmte Varianten des Androgenrezeptor-Gens (AR-Gen) das Verhalten von Hauskatzen beeinflussen. Solche Zusammenhänge sind bei Menschen und anderen Tierarten bereits bekannt – bei Katzen wurde dieser Zusammenhang nun erstmals systematisch untersucht.

Methodik

An der Studie nahmen 280 kastrierte Hauskatzen teil (145 männliche, 135 weibliche Tiere). Die Halterinnen und Halter füllten einen umfassenden Fragebogen aus, den sogenannten Fe-BARQ (ein wissenschaftlich entwickelter Fragebogen zur Einschätzung des Katzenverhaltens, kurz für Feline Behavioral Assessment and Research Questionnaire). Mit diesem wissenschaftlich erprobten Instrument wurden 23 verschiedene Verhaltensmerkmale erfasst.

Parallel dazu analysierten die Forschenden eine genetische Sequenz im ersten Exon des AR-Gens der Tiere. In diesem Abschnitt variiert die Anzahl sogenannter CAG-Wiederholungen, also kleiner genetischer Bausteine, die je nach Häufigkeit unterschiedliche Genvarianten (sogenannte Allele) erzeugen. Je nach Länge dieser Wiederholungen wurden die Katzen in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Kurz-Typ: bis zu 18 Wiederholungen
  • Lang-Typ: 19 oder mehr Wiederholungen

Die Ergebnisse der Verhaltensauswertung wurden dann mit den genetischen Daten in Beziehung gesetzt.

Ergebnisse der Studie

Die Studie zeigte mehrere interessante Zusammenhänge zwischen Genotyp und Verhalten:

  • Schnurren: Katzen mit dem Kurz-Typ schnurrten laut Angaben ihrer Halterinnen und Halter deutlich häufiger.
  • Lautäußerungen bei männlichen Katzen: Kater mit der Kurz-Variante des Gens zeigten signifikant mehr gezielte Lautäußerungen (z. B. Miauen zur Kommunikation).
  • Aggression bei weiblichen Katzen: Weibliche Kurz-Typ-Katzen zeigten mehr Aggression gegenüber fremden Personen.
  • Domestikationsspur: Lange Allele (20–22 Wiederholungen) traten ausschließlich bei Hauskatzen auf, nicht bei Wildkatzen. Dies deutet darauf hin, dass diese Genvariante möglicherweise im Zuge der Haustierwerdung positiv selektiert wurde.

Fazit

Die Studie liefert erste klare Hinweise darauf, dass genetische Faktoren – konkret die Länge eines CAG-Repeat-Abschnitts im AR-Gens – das Verhalten von Hauskatzen mitbestimmen können. Schnurren, Kommunikationsverhalten und soziale Reaktionen auf Menschen sind demnach nicht nur erlernt oder umweltbedingt, sondern könnten auch genetisch vorgeprägt sein.

Das macht die Ergebnisse besonders interessant für Katzenhalter:innen, Verhaltenstherapeut:innen, Tierärzt:innen und die Forschung. Langfristig könnte genetisches Screening eine neue Rolle in der Verhaltenseinschätzung und -beratung spielen. Bis dahin liefert die Studie aber vor allem eines: neue Denkanstöße über das Zusammenspiel von Erbanlagen und Verhalten.

Referenz: Yume Okamoto, Madoka Hattori, Miho Inoue-Murayama. Association between androgen receptor gene and behavioral traits in cats (Felis catus). PLOS One, 2025; 20 (5): e0324055 DOI: 10.1371/journal.pone.0324055

Katze Nussschale

In a Nutshell / Zusammenfassung

  • Was wurde untersucht?

     
    Der Zusammenhang zwischen Varianten im Androgenrezeptor-Gen (AR-Gen) und dem Verhalten von Hauskatzen.

  • Wie wurde geforscht?

     
    Kombination aus Verhaltensfragebogen (Fe-BARQ) und genetischer Analyse (CAG-Wiederholungen).

  • Was kam heraus?

     
    Katzen mit der Kurz-Variante des Gens schnurrten mehr, männliche Tiere äußerten sich häufiger stimmlich, weibliche Tiere zeigten mehr Aggression gegen Fremde.

  • Warum ist das relevant?

     
    Die Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse über die genetische Basis von Katzenverhalten – mit Bedeutung für Haltung, Forschung und tiermedizinische Beratung.

Studie: Können Katzen Menschen am Geruch erkennen?

Wissenschaft

Studie: Katzen erkennen Menschen am Geruch

Können Katzen Menschen am Geruch erkennen? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine aktuelle Studie.

Hauskatzen (Felis catus) und Hunde (Canis familiaris) sind sozial lebende Haustiere, deren Interaktion mit Menschen zunehmend Gegenstand verhaltensbiologischer Forschung ist. Während Hunde nachweislich in der Lage sind, menschliche Emotionen aus Mimik und Stimme zu erkennen1Müller, C. A., & Schmitt, K. (2015). Can dogs read human facial expressions? Learning & Behavior, 43(2), 89–97. , zeigen auch Katzen komplexe soziale kognitive Fähigkeiten 2Vitale Shreve, K. R., & Udell, M. A. R. (2015). What’s inside your cat’s mind? Behavioural Processes, 117, 67–72. , etwa im Erkennen der Stimme ihres Halters 3Saito, A., & Shinozuka, K. (2013). Vocal recognition of owners by domestic cats. Animal Cognition, 16(4), 685–690. oder beim Interpretieren von Blickrichtungen4Miklósi A, Pongrácz P, Lakatos G, Topál J, Csányi V. A comparative study of the use of visual communicative signals in interactions between dogs (Canis familiaris) and humans and cats (Felis catus) and humans. J Comp Psychol. 2005 May;119(2):179-86. doi: 10.1037/0735-7036.119.2.179. PMID: 15982161. .

Anders als bei Hunden ist die Forschung zur sozialen Kognition von Katzen jedoch vergleichsweise wenig entwickelt 5Galvan, M., & Vonk, J. (2016). Man’s other best friend: Domestic cats and their discrimination of human emotional faces. Animal Cognition, 19(1), 193–205.. Sozialkognition wird definiert als die Fähigkeit eines Individuums, Absichten, Emotionen und Wahrnehmungen anderer zu erkennen und daraus Handlungen abzuleiten 6Premack, D., & Woodruff, G. (1978). Does the chimpanzee have a theory of mind? Behavioral and Brain Sciences, 1(4), 515–526.. Viele grundlegende Aspekte der sozialen Wahrnehmung bei Katzen – etwa die Frage, ob und wie sie menschliche Individuen anhand sensorischer Reize unterscheiden – sind bislang kaum untersucht.

Dabei ist bekannt, dass der Geruchssinn (Olfaktion) für die soziale Kommunikation von Katzen eine zentrale Rolle spielt 7Miyairi, Y., Kimura, Y., Masuda, K., & Uchiyama, H. (2025). Behavioral responses of domestic cats to human odor. PLOS ONE, 20(5), e0324016. Über Pheromone, Urinmarkierungen und Analdrüsensekrete 8Pageat, P. (1997). Cat pheromones: An update. Advances in Veterinary Science., 9MacDonald, D. W., et al. (1985). Urine marking in wild cats. Behaviour, 95(3–4), 234–256., 10Pageat, P. (2001). Functions and uses of the facial pheromones in the treatment of behaviour problems. Veterinary Research Communications, 25(Suppl 1), 157–160. erhalten sie Informationen zu Geschlecht, Reproduktionsstatus und individueller Identität. Katzen reiben sich im Rahmen von Allorubbing gegenseitig ab, um Gerüche auszutauschen 11Crowell-Davis, S. L. (2007). Social organization of the cat. JAVMA, 231(9), 1371–1375., erkennen den Nestgeruch ihrer Mutter 12Crowell-Davis, S. L. (2007). Social organization of the cat. JAVMA, 231(9), 1371–1375. und speichern deren Körpergeruch langfristig 13 Hudson, R., et al. (2002). Long-term memory of the mother’s odor by young rabbits. Physiology & Behavior, 76(1), 77–81.. Auch zur Individualerkennung über Geruch gibt es Hinweise 14Miyazaki, M., et al. (2006). A major urinary protein of the domestic cat regulates the production of felinine. FEBS Letters, 580(25), 6147–6152.

Ob Katzen diese ausgeprägte olfaktorische Kompetenz auch zur Unterscheidung von Menschen nutzen, war bislang ungeklärt. Bekannte Studien zeigen, dass Katzen zwischen menschlichen Stimmen differenzieren können 15Saito, A., & Shinozuka, K. (2013). Vocal recognition of owners by domestic cats. Animal Cognition, 16(4), 685–690., auf Blicke reagieren 16Miklósi, Á., et al. (2005). Visual communicative signals in dogs and humans. Animal Cognition, 8(1), 60–66. und emotionale Gerüche verarbeiten 17Takagi, S., et al. (2020). Human olfactory cues affect cats’ preference for human contact. Behavioural Processes, 181, 104243. Die Frage, ob sie individuelle Menschen anhand ihres Körpergeruchs unterscheiden, blieb bisher offen.

Hinzu kommt: In anderen Arten wurde eine funktionale Lateralität der Sinnesverarbeitung festgestellt, z. B. bei Hunden oder Pferden – diese zeigen eine Präferenz für das rechte Nasenloch beim Schnuppern unbekannter Reize 18Siniscalchi, M., et al. (2011). Tail wagging laterality in dogs. Current Biology, 21(2), R54–R55.. Auch bei Katzen gibt es Hinweise auf eine solche Asymmetrie, etwa bei der Verarbeitung auditiver Reize 19McComb, K., et al. (2006). Perception of emotion in cat vocalizations. Current Biology, 16(17), 1748–1752.. Ob eine analoge olfaktorische Lateralität besteht, war unklar.

Ziel der Studie

Die Studie von Miyairi et al. (2025) verfolgte das Ziel, zu untersuchen, ob Katzen bekannte und unbekannte menschliche Gerüche unterscheiden können und ob sie dabei einseitige (lateralisierte) Schnupperreaktionen zeigen. Zudem wurde der Einfluss individueller Merkmale wie Geschlecht, Alter, Persönlichkeit (Feline Five 20Gartner, M. C., & Weiss, A. (2013). Personality in felids. Applied Animal Behaviour Science, 144(1–2), 1–13.) und Beziehungsqualität zur Bezugsperson (CORS 21Zasloff, R. L. (1996). Measuring attachment to companion animals. Applied Animal Behaviour Science, 47(1–2), 43–58.) analysiert.

Methodik

Es wurden 30 Hauskatzen in ihrer gewohnten Wohnumgebung getestet. Jede Katze wurde mit drei Geruchsproben konfrontiert:

  • Geruch der Bezugsperson
  • Geruch einer unbekannten Person gleichen Geschlechts
  • Geruchsneutrale Watteprobe als Kontrolle

Die Geruchsproben wurden beim Menschen gewonnen, und zwar über standardisierte Hautabstriche an drei körpernahen Stellen: hinter dem Ohr (präaurikulär), unter der Achsel (axillär) und zwischen den Zehen (interdigital). Diese Bereiche wurden gewählt, weil dort besonders viele apokrine Schweißdrüsen sitzen, die individuelle Geruchsstoffe produzieren. Die Katzen konnten frei zwischen den Proben wählen. Die Dauer des Schnupperns sowie die bevorzugte Nasenlochseite wurden videobasiert erfasst und quantifiziert.

Ergebnisse der Studie

Die Auswertung ergab, dass die Katzen signifikant länger an der Geruchsprobe der fremden Person schnupperten als an der des Halters oder der Kontrollprobe (p < 0,01). Das weist auf eine klare olfaktorische Unterscheidung zwischen bekannten und unbekannten menschlichen Gerüchen hin 22Miyairi, Y., Kimura, Y., Masuda, K., & Uchiyama, H. (2025). Behavioral responses of domestic cats to human odor. PLOS ONE, 20(5), e0324016..

Zudem zeigte sich eine Präferenz für das rechte Nasenloch bei der Erstbegegnung mit dem unbekannten Geruch, ein Hinweis auf die Beteiligung der linken Gehirnhälfte an der Verarbeitung neuartiger olfaktorischer Reize – analog zu Ergebnissen bei Hunden 23Siniscalchi, M., et al. (2011). Tail wagging laterality in dogs. Current Biology, 21(2), R54–R55..

Bei der Verhaltensanalyse ergab sich ein Zusammenhang mit der Persönlichkeitsstruktur: Männliche Katzen mit hoher Neurotizismus-Ausprägung – also Tiere, die laut Haltereinschätzung zu Nervosität, Unsicherheit oder Schreckhaftigkeit neigen – schnupperten länger und wiederholter. Bei weiblichen Tieren zeigte sich kein signifikanter Effekt.

Das Reiben des Gesichts an der Probe (Bunting) trat vor allem nach dem Kontakt mit der Halterprobe auf und wird als soziales Markierverhalten interpretiert.

Fazit

Die Studie liefert erstmals Belege dafür, dass Katzen zwischen menschlichen Individuen anhand des Körpergeruchs unterscheiden können. Die olfaktorische Verarbeitung ist dabei lateralisiert und in Teilen persönlichkeitsabhängig. Diese Ergebnisse erweitern das Verständnis der Mensch-Katze-Beziehung um eine sensorische Dimension, die für die Verhaltenstherapie, Katzenhaltung und tiermedizinische Praxis von Bedeutung sein kann.

Merke-Katze

In a Nutshell / Zusammenfassung

  • Können Katzen Menschen am Geruch erkennen?

     

    Ja. Laut Studie erkennen Katzen bekannte Menschen anhand ihres Körpergeruchs und unterscheiden diesen von fremden Personen.

  • Nutzen Katzen eine bestimmte Nasenseite beim Schnuppern?

     

    Viele Katzen zeigten eine Präferenz für das rechte Nasenloch, insbesondere bei unbekannten Gerüchen.

  • Spielt die Persönlichkeit der Katze dabei eine Rolle?

     

    Ja. Männliche Katzen mit ängstlich-unsicherem Verhalten schnupperten intensiver. Die Reaktion scheint also auch von individuellen Merkmalen abzuhängen.

Interview: Die Katze und das Herz mit Dr. Kim Hege

Interview: „Die Katze und das Herz“ mit Dr. Kim Hege

Herzerkrankungen bei Katzen sind ein ernstes, aber nichtsdestotrotz oft unterschätztes Problem. Ein Thema, bei dem sich viele Fragen stellen und ein Thema, das Angst macht, gerade wenn man sich plötzlich damit konfrontiert sieht, dass der eigene Haustiger eine entsprechende Diagnose erhalten hat.

Daher freue ich mich sehr, Dr. Kim Hege bei uns im Interview begrüßen zu dürfen, die ich ein wenig zum Thema „Katze und Herz“ löchern durfte und die uns in diesem Rahmen auch ihre neue Online-Akademie vorstellen wird.

Interview

Haustiger: Hallo Kim, schön, dass du dir ein wenig Zeit für uns genommen hast! Stell dich doch kurz vor, damit unsere Leser wissen, mit wem sie es zu tun haben.
Kim Hege mit Holly

Dr. Kim Hege: Hallo liebe Anika, ich freu mich auch sehr über die Einladung! Ich bin Kim Hege, selbst übermotivierte Tierbesitzerin und Kleintierärztin aus Leidenschaft mit den Schwerpunkten Kardiologie, Augenheilkunde und Innere Medizin.

Ich lebe mit meinem Mann, unserer Husky-Hündin, drei zahmen Waschbären und zwei Ponys in Hessen und habe gerade Zwangspause vom Praxisalltag, da ich schwanger bin und dadurch leider nicht mehr am Tier arbeiten darf.

Daher hab ich mich nun einem weiteren Herzensprojekt gewidmet: der Gründung einer Online-Akademie für Tierhalter:innen. So hab ich am 01.01.2025 die Akademie für Tiermedizin-Wissen ins Leben gerufen.

Haustiger: Herzerkrankungen sind bei Katzen ja leider ein doch recht häufiges Thema. Welche Herzerkrankungen kommen denn bei Katzen am häufigsten vor und sind manche Katzen häufiger davon betroffen als andere? Also bestimmte Rassen z. B.?

Dr. Kim Hege: Da hast du absolut Recht. Herzerkrankungen sind ein riesiges Problem unserer Hauskatzen, aber glücklicherweise werden wir ja immer schlauer, was dieses Thema betrifft und können immer besser helfen! Die mit Abstand häufigste Herzerkrankung der Katze ist die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine Herzmuskelerkrankung, bei der vor allem die Muskulatur der linken Herzkammer immer dicker wird.

Es sind zwar viele Rasseprädispositionen beschrieben (z. B. für die Norwegische Waldkatze, BKH und Maine-Coon-Katzen), allerdings fallen in der Praxis auch super viele Europäisch Kurzhaar Katzen damit auf, sodass man sagen muss: die HCM betrifft sie leider alle! Ab einem Alter von > 9 Jahren sind tatsächlich 1/3 aller Katzen mehr oder weniger stark betroffen.

Haustiger: Man liest und hört ja häufiger, dass Katzen mit fortgeschrittener HCM erst relativ spät in der Tierarztpraxis oder Tierklinik vorgestellt wurden, weil es ihnen plötzlich sehr schlecht ging und vorher nichts aufgefallen war. Auf welche Anzeichen sollte man denn hier achten und diese tierärztlich abklären lassen, um die Herzerkrankung im Idealfall früher zu erkennen und entsprechend reagieren zu können?

Dr. Kim Hege: Das ist richtig. Leider werden viele Katzen erst als „herzkrank“ diagnostiziert, wenn die Erkrankung schon dekompensiert ist, das heißt wenn z. B. bereits ein Lungenödem (Wasser in der Lunge) entstanden ist und die Katze akut eine schwere Atemnot bekommt. Das liegt daran, dass gerade Herzmuskelerkrankungen häufig eine lange Zeit über absolut gar keine Symptome hervorrufen und selbst bei der jährlichen Impf-Untersuchung nicht auffallen, da in der Hälfte der Fälle nicht einmal ein Herzgeräusch zu hören ist beim Abhören mit dem Stethoskop.

Eigentlich sollte jede Katze ab einem mittleren Alter (ca. 8 Jahren, Rassekatzen gerne sogar noch früher) jährlich einem Kardiologen / einer Kardiologin zum Herzultraschall vorgestellt werden, da das die einzige Möglichkeit ist, Erkrankungen im Frühstadium bereits zu erkennen.

Spätestens wenn die eigene Katze sich ungewöhnlich verhält, eine Leistungsschwäche oder gar beschleunigte Atmung zeigt, oder eben doch ein Herzgeräusch auffällt, sollte dies kardiologisch abgeklärt werden!

Haustiger: Angenommen, ich vermute bei meiner Katze ein Herzproblem. Wie geht es dann weiter? Kann ich das bei meinem Haustierarzt abklären lassen oder sollte ich zum Spezialisten? Welche Untersuchungen sollten nicht fehlen?
Kim Hege mit schwarzer Katze

Dr. Kim Hege: Der erste Weg zum Haustierarzt ist immer schon eine super Idee! Es kann dort zum Beispiel ein Screening mithilfe eines kardialen Biomarkers im Blut durchgeführt werden, der – sollte er niedrig sein – eine schwere Herzerkrankung schonmal ausschließen kann.

Außerdem sollte die Katze natürlich gut abgehört werden, da man beim Abhören oft bereits erste Hinweise auf eine Herzerkrankung finden kann (Herzgeräusch, Galopprhythmus, Rhythmusstörungen).

Optimal ist jedoch natürlich immer die Abklärung durch einen Spezialisten / eine Spezialistin, denn nur ein Herzultraschall kann eine klare Diagnose liefern.

Oder eben beruhigende Gewissheit darüber geben, dass alles in bester Ordnung ist.

Haustiger: Die gewählten Medikamentenkombinationen bei HCM z. B. sind ja immer individuell auf den jeweiligen Katzenpatienten abgestimmt. Kannst du vielleicht trotzdem kurz allgemein erklären, welche Medikamente hier in der Regel eingesetzt werden und was man damit jeweils erreichen möchte?

Dr. Kim Hege:Tatsächlich sind die wichtigsten Säulen der Therapie einer herzkranken Katze ab einem gewissen Stadium Medikamente, die eine Thrombose verhindern sollen (Gerinnungshemmer) und Entwässerungsmittel (Diuretika).

Da wir leider noch keine Medikamente zur Verfügung haben, die die Ursache bekämpfen (im Falle einer HCM z. B. die Herzmuskelverdickung), müssen wir uns auf Symptomtherapie beschränken und versuchen, Symptome und Komplikationen zu vermeiden.

In einigen Fällen können auch Medikamente zum Einsatz kommen, die die Herzfrequenz senken (z. B. Betablocker), oder eine vorliegende Rhythmusstörung bekämpfen sollen (andere Antiarrhythmika).

Zudem werden gelegentlich Medikamente eingesetzt, die die Blutgefäße weitstellen und den Blutdruck etwas senken, um die Kraft, die das Herz bei jedem Schlag aufwenden muss, zu reduzieren (z. B. ACE-Hemmer). Man muss nur ehrlicherweise ganz klar sagen, dass es studientechnisch zum aktuellen Zeitpunkt keine Beweise dafür gibt, dass Betablocker oder ACE-Hemmer die Erkrankung aufhalten, oder gar im Frühstadium schon irgendwie helfen!

Auch Pumpkraftstärker können im Endstadium sinnvoll sein, oder natürlich bei Intensivpatienten auch eine Therapie mit Sauerstoff.

Haustiger: Wie ist das denn, wenn die herzkranke Katze in Narkose muss (z. B. für eine Zahnsanierung)? Geht das überhaupt? Wenn ja, auf was sollte man hier als Tierbesitzer achten? Welche „Sicherheitsmaßnahmen“ sollten auf jeden Fall gegeben sein?
Tierärztin Kim Hege mit Katze in der Praxis

Dr. Kim Hege: Eine Narkose ist auch bei einer herzkranken Katze gut machbar, solange gewisse Sicherheitsstandards erfüllt sind.

Erstens muss beim Herzpatienten auf bestimmte Medikamente verzichtet werden (das ist dann der Job der gut ausgebildeten Anästhesist:innen) und die Infusionstherapie sollte der Herzerkrankung angepasst (meist etwas reduziert) werden. Die Atemwege müssen mit einem Tubus gesichert sein und die Katze braucht in jedem Fall einen venösen Zugang! Eine rein intramuskuläre Narkose (die klassische Spritze in den Po) ist nicht geeignet.
Die Narkose muss zudem von entsprechend geschultem Personal kontinuierlich überwacht werden. Wichtige Parameter hierbei sind unter anderem der Blutdruck, die Herzfrequenz, das EKG, die Pulsoxymetrie (O2-Überwachung), die Kapnographie (CO2-Überwachung) und die Überwachung der Temperatur.

Am besten fragt man in der Tierarztpraxis des Vertrauens einfach mal nach, wie die Narkose dort standardmäßig abläuft. „Green flags“ sind hierbei immer, wenn ein Kollege / eine Kollegin nur für die Anästhesie zuständig ist, immer ein Venenzugang geschoben und intubiert wird und eine ausführliche Narkoseüberwachung erfolgt.

Haustiger: Kann man den Katzen bei bestehender Herzproblematik neben den verordneten Medikamenten und Kontrolluntersuchungen zusätzlich noch etwas Gutes tun? Zum Beispiel durch Nahrungsergänzungsmittel?

Dr. Kim Hege: Es gibt neben den klassischen Medikamenten verschiedenste „Kardio-Futter“ im Handel und Nahrungsergänzungsmittel, die zum Beispiel aus Taurin, Carnitin und Omega-3- & -6-Fettsäuren bestehen, die alle eine einen kardioprotektiven, also das Herz schützenden Effekt haben sollen.

Bei der Fütterung der herzkranken Katze sollte zudem immer auf Schmackhaftigkeit und die Deckung des individuellen Kalorien-Bedarfs geachtet werden, da gerade Katzen im Endstadium der Erkrankung sehr dazu neigen, Gewicht zu verlieren. Außerdem sollte immer unbedingt Kalium substituiert werden, wenn ein Mangel besteht. Diesen Mangel kann man im Blut feststellen.

Ganz wichtig: Einer herzkranken Katze soll es gut gehen 😊. Sie darf ihren Hobbys nachgehen, ganz viel betüddelt werden und auch gerne ein ausgeklügeltes Enrichment erfahren, um ihr das bestmögliche Leben zu bescheren. Zudem hilft frühzeitiges Medical Training enorm dabei, einer Katze Medikamente zu verabreichen, sodass dieses immer eine wichtige Säule der Therapie einer jeglichen Erkrankung bei der Katze darstellt!

Haustiger: Im Idealfall erkennt man gesundheitliche Probleme ja, bevor die Katze Symptome zeigt. Welche Vorsorgeuntersuchungen machen in Bezug auf das Herz bei der Katze Sinn und in welchem Alter und in welchen Abständen? Wie aussagekräftig sind die kardialen Biomarker, die man bei der jährlichen Blutuntersuchung mit bestimmen lassen kann?
Kim Hege mit Katze auf dem Behandlungstisch.

Dr. Kim Hege: Die klassische Vorsorgeuntersuchung im Sinne von klinischer Allgemeinuntersuchung (angucken, abtasten und abhören lassen durch die Tierärztin) kann schon erste Hinweise liefern.

Im Blut darf gerne auch auf Schilddrüsen- und Nierenwerte geachtet werden, da Erkrankungen dieser beiden Organsysteme Auswirkungen auf die Herzgesundheit haben.

Zudem sollte bei Katzen > 8 Jahren unbedingt eine halbjährliche Blutdruckmessung erfolgen, um einen Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen und therapieren zu können. Nicht umsonst nennt man den Bluthochdruck auch den „Silent Killer“ der Katze, denn meist bemerkt man diesen erst, wenn sogenannte Endorgan-Schäden auftreten, also z. B. eine schwere Schädigung des Herzens oder der Netzhaut der Katze durch einen chronischen Bluthochdruck.

Ersteres kann gerade in Kombination mit einer bestehenden Herzmuskelerkrankung bis zum Herzversagen führen, zweiteres zur akuten Erblindung.

Als kardialen Biomarker lässt sich NT-proBNP zum Screening durchaus empfehlen. Katzen mit sehr niedrigen Spiegeln haben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine klinisch relevante Herzerkrankung.

Bei erhöhten Werten muss dann aber immer der Herzultraschall erfolgen, um die Erkrankung zu bestätigen oder näher zu charakterisieren.

Haustiger: Gerade, wenn man das erste Mal mit HCM bei der Katze zu tun hat oder auch mit einer anderen Herzerkrankung, hat man ja in der Regel viele Fragen. Viel mehr, als wir hier in diesem Interview abarbeiten können. Aber wie wir mitbekommen haben, bietest du ja speziell zur HCM bei der Katze einen Online-Kurs an. Magst du den Kurs vielleicht an dieser Stelle kurz vorstellen?
Dr. Kim Hege:Nichts lieber als das 😉. Der Kurs besteht aus intensiven Selbstlern-Online-Lektionen, an die sich ein 90-minütiges Webinar anschließt, das man flexibel zu jeder Tages- & Nachtzeit anschauen kann.

Das Modul „Herzmuskelerkrankungen bei der Katze“ widmet sich, wie der Name schon sagt, nicht nur der HCM, sondern auch anderen, etwas selteneren Herzmuskelerkrankungen und beschäftigt sich breitgefächert und anhand von Praxis-Beispielen mit Ursachen, Entstehungsmechanismen, Diagnostik, Therapie und Prognose, sodass am Ende eigentlich keine Fragen mehr offen sein sollten.

Und wenn doch, dann darf man sich jederzeit per Mail melden!

Haustiger: Deine Akademie für Tiermedizin-Wissen ist ja noch ganz neu. Was gibt es da neben deinem HCM-Kurs denn sonst noch so und auf was kann man sich gegebenenfalls noch freuen?
Logo der Akademie für Tiermedizin-Wissen

Dr. Kim Hege: Aktuell online (und für Katzenbesitzer:innen relevant) sind bereits Module zu Herzerkrankungen, Tumorerkrankungen, Blasenentzündung und Harnsteinen und der Pankreatitis bei Katzen. Nächste Woche wird noch ein Modul zur akuten und chronischen Nierenerkrankung folgen und für die nächsten Monate ist auch noch ganz viel geplant!

Ziel der Akademie ist es, sämtliche relevanten Kleintier-Erkrankungen langfristig abzudecken und für eine größtmögliche Besitzer:innen-Information zu sorgen. Vor allem hab ich auch einige richtig coole Gastdozent:innen rekrutiert, auf die ich mich selbst total freue.

Neueste Infos zum „Lehrplan“ gibt’s dann immer ganz frisch und aktuell auf der Homepage oder im Newsletter.

Ich freu mich sehr auf alle Teilnehmenden und hoffe, wir können alle viel voneinander lernen!

Haustiger: Na, bestimmt. Liebe Kim, herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung der vielen neugierigen Fragen!

Und wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, werft doch mal einen Blick in die Akademie und bucht den ein oder anderen Kurs. Auslernen tut man ja schließlich nie. Und/oder ihr folgt Kim auf Instagram und erfreut euch an viel Wissenswertem aus der Welt der Tiermedizin (und an Waschbär-Content natürlich. 😉.)

Alle verwendeten Fotos: © Kim Hege – www.tiermedizin-wissen.de

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