Buchrezension: Typisch Kater – Star auf Samtpfoten (Marlitt Wendt)

Buchrezension

Typisch Kater – Star auf Samtpfoten (Marlitt Wendt)

Ein Buch, nur über Kater? Das interessierte uns natürlich. Auch wenn das hier ein reiner Katzenweiberhaushalt ist. Der Klappentext verspricht ein emotionales, als auch fachlich fundiertes Buch von Verhaltensbiologin Marlitt Wendt, ihres Zeichens Katerexpertin. Versprochen werden neben kompakten Informationen auch konkrete Hilfestellungen bei möglichen Problemen im Zusammenleben zwischen Mensch und Kater.

Typisch Kater

Allgemeines zum Buch

• Broschiert: 80 Seiten
• Autorin: Marlitt Wendt
• Verlag: Cadmos Verlag (28. August 2014)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3840440211
• ISBN-13: 978-3840440212

Meine Meinung

Auf den ersten Blick war ich von „Typisch Kater“ sehr angetan. Es besitzt eine leichte, lockere Optik, die Kapitelüberschriften machen neugierig und lassen auf Humor der Verfasserin schließen und auch die sonst üblichen Katzenbilder wurden durch lustige Zeichnungen ersetzt, die das Buch optisch auf jeden Fall auflockern. Auch die Schreibweise ist sehr unterhaltsam und man merkt deutlich, dass man hier einen Katerfan vor sich hat. Alles in allem ist das Buch auch sehr leicht zu lesen, ich konnte es zeitlich nicht in einem Rutsch lesen, denke aber, je nach Lesetempo, viel länger als eine Stunde wird man nicht brauchen.

Inhaltlich gliedert sich das Buch in acht Kapitel sowie in einen Teil zur Entscheidung für oder gegen einen Kater und den Anhang mit Register und Impressum. Im ersten Teil geht es um die Faszination Kater an sich. Dort werden auch geschichtliche Hintergründe erklärt, warum es zum Beispiel ausgerechnet „Hokuspokus Fidibus, dreimal schwarzer Kater“ oder „Katerfrühstück“ heißt oder inwiefern die Fellfarbe womöglich Rückschlüsse auf die Katerpersönlichkeit geben kann. Im zweiten Kapitel geht es dann um den Unterschied zwischen Kater und Katze. Manches davon fand ich sehr interessant, wie etwa die Beschreibung des Geschlechtsdimorphismus, also den kleineren und größeren Unterschieden zwischen Katze und Kater, manches ist meiner Meinung nach nicht nur katerspezifisch, sondern kenne ich durchaus auch von den Katzendamen, z. B. die Kommunikation mit dem Menschen.

Kapitel 3 war dann für mich fast am interessantesten. In diesem Kapitel geht es darum, was den Kater eigentlich zum Kater macht und wie sich sein männliches Sozialverhalten entwickelt. Da tut sich nämlich im Mutterleib schon ganz schön viel. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es einen Unterschied macht, ob ein Kater nur männliche Geschwister hat oder das einzige Katerchen unter lauter Mädchen im Katzenmutterbauch ist? Und dass es auch darauf ankommt, ob sich in der Gebärmutter Kater oder Katzenmädchen in direkter Nachbarschaft befinden? Nein? Dann solltet ihr das Buch lesen. ;-) Ist auch spannend, wenn man sein Leben nicht mit einem Kater teilt. Mit welchem Geschlecht das kleine Katerchen aufwächst, ist auch interessant, wenn es darum geht, zu entscheiden, welches Katerchen den eigenen Haushalt bereichern soll. Wie ihr vielleicht wisst, spielen Katze und Kater an sich recht unterschiedlich. Hat ein Kater nun vorwiegend männliche Geschwister oder gar kein weibliches Geschwisterchen, kommt dann aber zu einer weiblichen Katze, könnte es unter Umständen zu Missverständnissen kommen, weil der Kater die femininen Spielregeln schlicht nicht kennengelernt hat, steht im Buch geschrieben. Es folgen Erläuterungen zur Pubertät und zum Liebesspiel (Katergesang etc.).

Im Kapitel 4 geht es dann hauptsächlich um das Revier und die Streifzüge des Katers, also um Freigängerkater. Auch durchaus lesenswert, auch wenn sich so manch Wohnungskaterhalter im Laufe der folgenden Seiten und Kapitel vielleicht Gedanken macht, inwiefern sich Kater überhaupt tiergerecht als Wohnungskatzen halten lassen. Kapitel 5 widmet sich dann dem häuslichen Markieren, auch hier würden wir vieles nicht auf Kater beschränken (Toilettenanzahl, -form etc.). Ob man bei Unsauberkeit erst einmal die häuslichen Toilettenbedingungen überprüfen und je nach Zeitaufwand wertvolle Zeit verliert oder doch lieber gleich zum Tierarzt geht, wäre ebenfalls zu überlegen. Wie ernst man dem Tipp nimmt, dass man in der Erziehung immer nur dem Kater nachgeben sollte, nun ja... ☺

Im 6. Kapitel folgen Probleme, die speziell mit Katern auftreten können. Hier wird beispielsweise beschrieben, dass sich „durch die hormonelle Umstellung MEIST auch der gesamte Stoffwechsel umstellt“. Tja, meist. Es wäre interessant zu erfahren, wovon dies abhängig ist. Da der Kater nach der Kastration einen niedrigeren Energiebedarf hätte, soll das Futter erarbeitet oder wohl auch reduziert werden. Zum Erarbeiten wird als Beispiel der Futterball genannt. Nassfutter oder Rohes aus einem Futterball zu pfriemeln, funktioniert eher weniger und Trockenfutter für ein Katerchen, das seine Figur halten soll? Dazu kommt, dass die Katerkastration ja üblicherweise dann stattfindet, wenn sich der Kater noch im Wachstum befindet und dazu vielleicht auch noch ein wenig Energie brauchen könnte. Auch etwas, das man so pauschal meiner Meinung nach nicht sehen kann. Sehr wichtig fand ich wiederum den Hinweis, auffälligem Miauen nachzugehen, da hinter dem Katzenjammer auch ernsthafte Erkrankungen stecken könnten. Ob Katervergesellschaftungen, ob nun mit Männlein oder Weiblein, wirklich pauschal so schwierig sind... hm... ich kenne beides und das sowohl bei Katern, als auch Katzen.

Im 7. Kapitel geht es dann noch einmal um die Hormone, speziell das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Auch hier ist sehr schön erklärt, was im Inneren des Katzenmannes so vorgeht und worauf das Hormon so alles Einfluss hat. Auch die Stresshormone werden durchaus laienfreundlich erklärt. Hier kommt ebenfalls durch, dass Wohnungskaterhaltung eigentlich nicht so geeignet ist und in Kombination mit anderen Faktoren (Lärm, unpassender Mitbewohner etc.) über Stress schwere gesundheitliche Folgen (z. B. Tumorneigung) haben kann. Daneben ist in Verbindung mit Wohnungshaltung auch vom „Boreout-Syndrom“ die Rede, also dass sich Kater chronisch langweilen würden und geistig unterfordert seien, auch wenn die Wohnung noch so abwechslungsreich ist. Was sicherlich stimmt, ist, dass es am Menschen liegt, dem Kater das Wohnungsleben so angenehm wie möglich zu gestalten. Aber das gilt nicht nur für Kater. Im letzten Kapitel geht es dann noch um die Kastration und seit der Entscheidungsfindung für oder gegen einen Kater weiß ich nun immerhin endgültig, dass die Emma im Herzen Kater ist. ;-)

Alles in allem ein sehr unterhaltsames und auch informatives Buch, das sich durchaus zu lesen lohnt. Schön hätte ich es gefunden, wenn der Wohnungskater ein wenig mehr Aufmerksamkeit erhalten hätte. So fehlen mir zusätzlich zu den allgemeinen Tipps ein bisschen konkrete Lösungsansätze, wie man die Wohnung gezielt katerfreundlich gestalten kann. Nicht jeder Kater kann schließlich – aus welchem Grund auch immer – Freigang genießen. Quellen für die gemachte Aussagen oder auch Tipps zum Weiterlesen hätte ich ansonsten noch schön gefunden. Aber trotz der Kritikpunkte ein nettes Katerbuch, das in dieser Form definitiv einzigartig ist. Spannend fände ich, wie so ein Katerbuch aussehen würde, wenn es ein Mann schreibt. ;-)

Neugierig geworden? Hier könnt ihr Typisch Kater: Star auf Samtpfoten kaufen.

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Verhalten sich Katzen bei Vollmond anders?

Verhalten

Verhalten sich Katzen bei Vollmond anders?

Immer wieder einmal liest und hört man davon, dass Katzen bei Vollmond anders wären als sonst. Unruhiger, lebhafter, mitunter auch aggressiver. Es heißt, das Wesen von Mensch und Tier könne sich bei Vollmond verändern, Katzen sollen häufiger jaulen, manche Menschen schlafwandeln und auch viele Ärzte geben an, dass sie mehr Notfälle oder seltsame Fälle in Nächten mit Vollmond vorgestellt bekommen. Einer Studie des Colorado State University Veterinary Medical Center zufolge werden an Tagen um Vollmondnächten 23 % mehr Katzen als Notfälle vorgestellt und eine Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, ergab, dass zweimal so viele Menschen mit Tierbissen während Vollmondnächten in die Notaufnahme kamen.

In freier Wildbahn findet man eine Verbindung zwischen Jagdverhalten und Vollmondnächten. So gibt es Hinweise darauf, dass potenzielle Beutetiere in Vollmondnächten eher an einem sicheren Ort bleiben, weil sie sich durch die vermehrte Helligkeit durch den Mond einer größeren Gefahr durch Beutegreifer ausgesetzt sehen. Auch die Beutegreifer sind in Vollmondnächten weniger aktiv.

Wie ist es bei euch? Merkt ihr bei Vollmond bei euren Katzen einen Unterschied? Verhalten sie sich anders als sonst?

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Erlebnisgastronomie für Katzen: Das Katzenfummelbrett

Beschäftigung

Erlebnisgastronomie für Katzen: Das Katzenfummelbrett

Die Nahrungsbeschaffung macht bei der wild lebenden Katzen den größten Teil der „Wachzeit“ aus. Bei unseren Samtpfoten zu Hause sind es nur etwa ein bis zwei Prozent der Zeit, die aufgewendet wird, um den Futternapf zu leeren. Somit verbleibt viel Zeit, die gefüllt werden muss, am besten mit sinnvoller Beschäftigung. Eine Möglichkeit ist es, das Futter für die Katze in speziellen Beschäftigungsspielzeugen zu servieren und erarbeiten zu lassen. Eine der bekanntesten Möglichkeiten hierfür, ist das Fummelbrett für Katzen.

Katzenfummelbretter kann man fertig kaufen, wie zum Beispiel das Cat Activity Fun Board*, selbst basteln oder von engagierten Katzenliebhabern liebevoll gestalten lassen. Wir haben uns für letzteres entschieden.

Das Katzennetzwerk, dessen Arbeit wir sehr schätzen, bietet nämlich, neben anderen Produkten, in seinem Shop auch Fummelbretter für Katzen an. Und das nicht als Lösungen von der Stange, sondern als handgefertigte Unikate, die auf Wunsch auch mit dem Namen der eigenen Stubentiger versehen werden können.

Und das sieht dann zum Beispiel so aus:

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Fazit: Mir gefällt es, den Katzen gefällt es, es lebt noch (was bei einer Emma im Haus auf ein wirklich robustes Produkt schließen lässt * hust *) und es werden durch den Kauf zudem noch Notfellchen unterstützt, was will man mehr.

Beim KNW könnt ihr ein solches Fummelbrett für Katzen bestellen.

Haben eure Katzen ein Fummelbrett?

*Partnerlink (ihr zahlt den gleichen Betrag, aber es gibt eine kleine Provision vom Anbieter für die Haustiger)

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Duftmarkierungen: Gruppengeruch im Mehrkatzenhaushalt

Aus der Wissenschaft

Duftmarkierungen: Gruppengeruch im Mehrkatzenhaushalt

Gerüche spielen im Leben der Katze eine große Rolle. Entsprechend sind Duftmarkierungen für die Konversation der Samtpfoten untereinander von großer Bedeutung. Sie sind kätzische Visitenkarten, die dem Gegenüber wertvolle Hinweise über den Urheber liefern und zum Beispiel dessen hormonellen Status mitteilen können.

Sie dienen zur Erhebung von Besitzansprüchen, aber auch zur Schaffung eines gemeinsamen Gruppen- oder Sippengeruchs innerhalb einer Katzengruppe.

Jede Katze besitzt einen individuellen Körpergeruch, der an der Schwanzwurzel, der Oberlippe, Wange und Kinn besonders intensiv ist, da dort die meisten Talgdrüsen sitzen. Geben sich die Katzen nun Köpfchen, putzen sich gegenseitig oder reiben sich aneinander, entsteht mit der Zeit ein gemeinsamer Gruppengeruch, der die Bindung untereinander verstärkt. Wird dieser Geruch nun entfernt oder übertüncht, z. B. durch einen Tierklinikaufenthalt bei einer der Katzen, kommt es häufig zu Problemen, wie etwa Aggressionen gegenüber dem Heimkehrer.

Duftmarkierungen werden zudem auch an Gegenständen im Haushalt hinterlassen. Geschieht dies durch Wangenreiben und/oder das Streichen entlang der Gegenstände, sind diese Markierungen für den Menschen nicht wahrnehmbar. Anders sieht es aus, wenn insbesondere neue Gegenstände im Haushalt mit Urin markiert werden. Hier wird als Abhilfe u. a. empfohlen, mit einer sauberen Socke über das Kinn der Katze zu streichen und diese dann an den jeweiligen Gegenstand zu reiben. Bei mehreren Katzen im Haushalt sollte für jedes Tier eine eigene Socke verwendet werden. Sofas, Körbchen und ähnliche Gegenstände kann man einführen, indem man sie zu Anfang mit einer gebrauchten Decke versieht, die bereits nach dem Katzenhalter und/oder den Stubentigern riecht.

Ein ähnliches Vorgehen, wie das beschriebene mit der Socke, wird häufig auch zur Vergesellschaftung von Katzen empfohlen. Jedoch rät beispielsweise Pam Johnson-Bennett von diesem Verfahren ab. Sie vergleicht es mit dem Ausprobieren von Parfums. Verwendet man dazu einen Teststreifen und findet das Parfum widerlich, kann man den Streifen einfach wegwerfen. Sprüht man das Parfum auf die Haut, sieht es erst einmal ein wenig anders aus.

Ähnlich ist es nach ihrer Aussage, wenn Katzen zwangsweise (z. B. durch das Abreiben mit dem gleichen Handtuch) mit dem Geruch einer anderen Katze konfrontiert werden und sich diesem nicht entziehen können. Sie empfiehlt, den Katzen stets die Wahl zu lassen, mit wem sie Duftmarkierungen austauschen möchten. Das kann zum Beispiel wieder mit einer Socke geschehen, mit der eine der Katzen abgerieben wird. Die Socke wird dann im Bereich der anderen Katze platziert, die selbst entscheiden kann, ob sie sich dieser nähern möchte oder lieber nicht. Die positive Annäherung an die Socke wird durch den Clicker bestärkt und belohnt.

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Neue Studie zu Interaktionen zwischen Katze und Mensch und Katzen untereinander

Aus der Wissenschaft

Neue Studie zu Interaktionen zwischen Katze und Mensch und Katzen untereinander

Eine neue Studie eines internationalen Teams von Tierverhaltensexperten der Universität Lincoln, UK, der Universität Sao Paulo, Brasilien, und der Veterinärmedizinischen Universität, Österreich, beschäftigte sich mit dem Stresspegel von Katzen, die allein, in Paaren oder in Gruppen von drei oder vier Katzen in einem einzigen Haushalt leben. Dabei wurde die Konzentration an Stresshormonen während vier unterschiedlichen Anlässen bewertet. Ziel der Studie war es, herauszufinden, wie Katzen damit zurechtkommen, mit Menschen und anderen Katzen in einem Haushalt zu leben.

Obwohl viele Menschen Katzen nach wie vor für Einzelgänger halten, ergab die gemeinsame Forschung, dass Katzen glücklich in Gruppen zusammenleben können und die Anzahl der Katzen dabei nicht zwangsläufig ein Problem darstellt. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass jüngere Katzen (unter zwei Jahren), die allein lebten, stärker gestresst waren, als solche, die in größeren Gruppen lebten.

Dieses Ergebnis war für Professor Daniel Mills, Professor für Tierverhaltensmedizin an der Universität Lincoln, laut eigener Aussage sehr überraschend. Obwohl Katzen in freier Wildbahn typischerweise allein leben, war schon seit einiger Zeit bekannt, dass Katzen zusammenkommen, wenn an einem einzigen Ort Ressourcen konzentriert zur Verfügung stehen, wie etwa an Futterplätzen für Streuner. Es war jedoch noch nicht klar, ob dies nur aus der Not heraus geschieht und für die Katzen dennoch eine stressige Situation darstellt.

Es war außerdem bereits bekannt, dass viele Menschen Katzengruppen in ihrem Heim halten und obwohl die Katzen glücklich zu sein scheinen, argumentierten manche, dass dies unnatürlich sei und dem Wohlergehen der Tiere entgegenstünde. Die Studie zeigt, dass dies nicht zwangsläufig der Fall sein muss. Auch wenn Katzen nicht die besten Freunde seien, wären sie in der Lage sich so zu organisieren, dass sie einander aus dem Weg gehen könnten, ohne dass es zu einem Anstieg des Stresspegels käme. Es sei jedoch wichtig, dass alle Individuen eine gewisse Kontrolle über ihr Umfeld hätten. So sollten die Einzeltiere im Mehrkatzenhaushalt die Möglichkeit haben, ihre eigenen Bereiche mit anderen Katzen zu teilen oder eben nicht, z. B. was den Futterplatz, die Wasserstelle und die Toilette angeht.

Ganz interessant ist auch, dass diejenigen Katzen unter größerem Stress standen, die sich von ihren Besitzern nur ungern streicheln ließen, dies aber tolerierten, als Katzen, die dies ablehnten oder genossen. Professor Mills vermutet, dass Katzen, die es ablehnen, sich streicheln lassen, dies wahrscheinlich umgehen können, wenn sie mit einer anderen Katze zusammenleben, die es toleriert oder genießt und so vermeiden, gestresst zu werden.

Die Ergebnisse der Studie wurden im „Journal of Physiology and Behaviour“ veröffentlicht und im September 2013 in Portugal einem internationalen Publikum vorgestellt.

Quelle: „Stroking could stress out your cat“ (University of Lincoln)

Nachtrag: Die oben genannte Studie erreichte relativ große mediale Aufmerksamkeit, da sie von verschiedenen Medien falsch interpretiert wurde und unter dem Titel "Katzen hassen streicheln" für große Aufregung sorgte. Eine Richtigstellung mit weiteren Infos findet ihr auf den Seiten der Veterinärmedizinischen Universität Wien: Studie fehlinterpretiert - Verunsicherte Katzenhalter dürfen ihre Vierbeiner beruhigt weiter streicheln

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Meine Katze mäkelt – was tun?

Probleme

Meine Katze mäkelt - was tun?

„Ich esse mein Futter nicht! Nein, mein Futter esse ich nicht!" Kommt euch das bekannt vor? Mäkelkatzen, hier in Franken auch gerne als "g'nerschiger Deifl" (für die Nichtfranken: mäkeliger Teufel) bezeichnet, können so manchen Nerv kosten. Schließlich taucht sofort das Gespenst "Leberlipidose" aus der Versenkung auf und der wohlgemeinte Ratschlag, Katzen niemals länger als 24 Stunden hungern zu lassen. Und die lieben Stubentiger können ziemlich stur sein und wissen ganz genau, wie sie ihre Menschen erziehen und nicht umgekehrt. Die gute Nachricht: Es gibt viele Gründe, warum Katzen mäkeln und gegen die meisten lässt sich etwas tun.

Besonders dann, wenn der liebe Dosenöffner an der Situation nicht ganz unschuldig ist. ;-) Daneben spielen auch noch einige andere Punkte eine Rolle, die wir uns ein wenig genauer ansehen wollen.

Woher kommen Futtervorlieben bei der Katze?

Bestimmte Vorlieben erwerben Katzen bereits sehr früh, teilweise sogar schon im Mutterleib. Das Fruchtwasser, das die Kitten umgibt, besitzt je nach Ernährung der Katzenmutter einen ganz eigenen Geschmack, der von den Föten zum Ende der Trächtigkeit auch schon wahrgenommen werden kann. Das Futter der Mutter beeinflusst damit wohl bereits zu diesem Zeitpunkt die Futtervorlieben der Kätzchen (Thorne 1994, Tichy 1994). Soll beim Menschen übrigens auch so sein. Auch die Zusammensetzung der Milch während der Säugeperiode ist von der Ernährung der Mutter abhängig und auch hier können sich bereits Nahrungspräferenzen entwickeln.

Nehmen die Kitten ihre erste feste Nahrung auf, wird vorzugsweise die Nahrung gewählt, die auch die Mutter bekommt. Alles in allem wird das Nahrungsverhalten der Mutter dabei soweit möglich imitiert. Futtert die Katzenmutter also mit Begeisterung B.A.R.F., wird man auch bei den Kitten mit ziemlicher Sicherheit keine Probleme haben, diese für Rohes zu begeistern. Die in den ersten Monaten erworbenen Vorlieben bleiben auch nach Absetzen und Trennung von der Mutter erhalten (etwa bis zu einem Alter von vier bis fünf Monaten).

Grundsätzlich wird neues Futter schneller akzeptiert, wenn die Mutterkatze anwesend ist, als wenn die Kitten auf sich allein gestellt sind (Bateson, 2000). Laut "Klinische Diätetik der Kleintiere" soll das Futter der ersten sechs Monate ausschlaggebend dafür sein, welche Futtervorlieben diese Katze für ihr weiteres Leben entwickelt. Wofür sich eine Katze begeistern lässt, wird also zu einem Teil bereits in frühester Katzenkindheit bestimmt, was aber nicht heißt, dass man Katzen nicht an ein anderes (vielleicht gesünderes) Futter gewöhnen kann.

Neophilie und Neophobie

Wer sich mit Katzenernährung beschäftigt und im Internet unterwegs ist, stößt zwangsläufig irgendwann auf den Begriff "Neophobie", der besagt, dass Katzen alles ablehnen würden, was sie nicht kennen. Dem entgegen steht, dass sich Katzen Studien zufolge neuem Futter gegenüber sogar sehr aufgeschlossen zeigten und dieses obendrein dem bereits bekannten Futter vorzogen (Neophilie). Das ist laut Thorne 1982 auch bei wild lebenden Fleischfressern eher der Fall.

Eine unwiderrufliche Prägung auf eine bestimmte Nahrung wäre in freier Wildbahn ziemlich fatal, da sich die Katzen zwangsläufig auf ein wechselndes Angebot einstellen müssen, z. B. dann, wenn sie sich nach der Trennung von Mutter und Geschwistern ein anderes Revier suchen müssen, in dem die Verteilung möglicher Beutetiere ganz anders gestaltet ist, als im Revier der Mutter.

Was es gibt, ist eine „Vorzugsbeute“, die durch „Tradition“ oder Erfahrung bevorzugt ausgewählt wird. Dr. Mircea Pfleiderer erklärt dieses Phänomen anhand von Löwen, die gelegentlich je nach Region eine bestimmte Vorzugsbeute für sich entdeckt haben, wobei diese Vorzugsauswahl von Generation zu Generation weitergegeben wird. Diese Auswahl hat wohl weniger mit der Beutetierdichte oder leichten Überwältigbarkeit der jeweiligen Tiere zu tun, sondern eher mit der über die Jahre anwachsenden Erfahrung, wie diese Tiere am besten erlegt werden können. Ist es nötig, kann diese Präferenz jederzeit abgeändert oder auch das Beutetierspektrum erweitert werden.

Neophobie entstand u. a. laut Mugford 1977 eher, wenn die Katzen nicht wie strikte Fleischfresser, sondern wie Allesfresser ernährt wurden, was ja bei vielen kommerziellen Fertigfuttermitteln leider der Fall ist. Gründe für eine Neophobie können außerdem ungewohnte Bedingungen bei der Futteraufnahme oder Stress sein oder wenn die Katze als Kitten nicht Gelegenheit hatte, abwechslungsreiches Futter zu genießen. Katzenwelpen, die ebenso wie ihre Mutter ausschließlich mit einem getreidehaltigen Trockenfutter ernährt wurden, ziehen dieses denn auch Dosenfutter oder Rohem oft zunächst einmal vor, weil sie beides, vereinfacht gesagt, nicht als brauchbare Nahrung erkennen.

Sonderform: Erworbene Aversion

Neben den bereits genannten Punkten kann sich die Ablehnung bestimmter Futtermittel auch durch bestimmte Erlebnisse ergeben. Verbindet die Katze einen Geschmack mit unangenehmen Erfahrungen (Schmerzen, Unwohlsein, Erbrechen), kann es sehr schnell zur Ablehnung dieses Futters kommen und die Aversion kann auch über einen längeren Zeitraum anhalten ("Klinische Diätetik für Kleintiere" spricht von bis zu 40 Tagen). Neues Futter während eines Tierklinikaufenthalts einzuführen, kann sich beispielsweise in Bezug auf die Akzeptanz nachteilig auswirken. Es kann sogar vorkommen, dass Katzen ein anderes Futter ablehnen, wenn sie nur das Futter riechen, das die Aversion ausgelöst hat.

Meine Katze mäkelt - weitere Gründe für eine Futterverweigerung

Neben diesen vorgenannten Gründen, auf die der Katzenhalter - gerade was die Geschehnisse in den ersten Lebenswochen angeht - oft nur wenig Einfluss hat, gibt es noch andere Gründe, dass die Katze mäkelt, die ihr im Normalfall leicht abstellen könnt. Grundsätzlich gilt, dass das Geschlecht keinen Einfluss auf die Futterverweigerung hat. Die Rasse kann einen Einfluss haben, so gelten manche Rassen als heiklere Fresser als andere (die Heilige Birma liest man in diesem Zusammenhang zum Beispiel häufig). So wirklich brauchbare wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es dazu meines Wissens bis dato aber nicht, wohl aber einige Erfahrungswerte.

Das Alter kann ebenfalls einen Einfluss auf die Futterpräferenzen haben, da im Alter der Geruchs- und Geschmackssinn zum einen nachlassen können und eine ältere Katze zum anderen länger Gelegenheit hatte, sich gewisse Vorlieben anzugewöhnen. Bei der Akzeptanz spielen im Allgemeinen der Geruch, die Form, die Textur und der Geschmack des Futters eine Rolle. Katzen bevorzugen festes, feuchtes, fleischähnliches Futter, Nahrungsmittel mit einer pulverigen, klebrigen oder sehr fettigen Konsistenz werden eher schlechter akzeptiert.

Gesundheitliche Ursachen

Wenn eure Katze unabhängig vom Futter schlecht frisst und/oder ihr vormaliges Lieblingsfutter plötzlich verweigert, klärt ihr am besten ab, ob das Mäkeln gesundheitliche Gründe hat. So können zum Beispiel Zahnprobleme oder eine verstopfte Nase für eine schlechtere Futteraufnahme sorgen.

Veränderte Zusammensetzung

Manchmal hat Katze eine Lieblingsmarke/Futtersorte, die sie plötzlich völlig grundlos verweigert. Sind gesundheitliche Gründe ausgeschlossen, könnte eine veränderte Zusammensetzung die Ursache sein. Gerade bei den aus Funk und Fernsehen bekannten Futtermarken habt ihr zwar eine geschmacksgebende Komponente, der Rest kann jedoch je nach verfügbarem Material ganz unterschiedlich zusammengesetzt sein. Das heißt in zwei identisch erscheinenden Dosen „Huhn“ kann eure Katze eine ganz andere Mischung erwarten.

Auch bei hochwertigem Nassfutter wird hin und wieder die Zusammensetzung verändert, hier hilft oft eine Nachfrage beim Hersteller. Und auch beim Katzen barfen kann es vorkommen, dass die Hühnerbrust von Online-Shop A mit Begeisterung gefressen wird, die von Online-Shop B aber mit dem Plüschpopo nicht angesehen wird. Warum das so ist, ist eine gute Frage, ich vermute, dass verschiedene Faktoren, z. B. die Herkunft, die Frische des Fleisches, die Dauer zwischen "Produktion" und Einfrieren oder auch die Lagerdauer in gefrorenem Zustand eine Rolle spielen.

Ungeeignete Futtergabe

Katzen sind bei der Gabe und Aufbewahrung ihres Futters manchmal etwas eigen. So bevorzugen manche Stubentiger Futter aus Dosen, die frisch geöffnet wurden und verweigern Futter, das schon einige Zeit geöffnet im Kühlschrank stand. Hier kann man teilweise durch den Kauf kleinerer Dosen oder Beutel Abhilfe schaffen. Manchmal genügt es auch, den Doseninhalt in eine Frischhaltedose umzufüllen oder die Dosen mit einem speziellen Dosendeckel zu verschließen. Futter wird am besten in Körpertemperatur gereicht oder zumindest einige Zeit stehenlassen, nachdem es aus dem Kühlschrank genommen wurde.

Auch beim Napf haben die Haustiger oft ihre Vorlieben. So verweigern manche Katzen etwa Futter aus Metallnäpfen, während andere flache Tellerchen bevorzugen, bei denen sie während des Fressens nicht mit den Schnurrhaaren anstoßen. Gerade im Mehrkatzenhaushalt kann es vorkommen, dass die Katzen am besten von einem gemeinsamen großen Teller futtern. Hier habt ihr jedoch das Problem, dass ihr keinen guten Überblick darüber habt, wer, wann, wie viel zu sich nimmt. Bei anderen Katzen muss es zwingend der eigene Futternapf sein.

Ungeeigneter Futterplatz und ungeeignete Futtersituation

Kann Katze nicht ungestört fressen, kann dies ebenfalls ein Grund für eine schlechte Futteraufnahme sein. Der Futternapf steht am besten an einem ruhigen Platz mit ausreichend Abstand zur Katzentoilette und zur Wasserstelle. Manche Katzen bevorzugen auch ein wenig Abwechslung und möchten nicht immer am gleichen Platz fressen. Standorte neben der rumpelnden Waschmaschine oder an ähnlichen Orten sind eher weniger geeignet. Auch „dicke Luft“ bei den Menschen, ein Umzug oder allgemein Veränderungen im Haushalt können die Futteraufnahme negativ beeinflussen. Gerade, wenn eine Katze neu einzieht, kann es sein, dass sie in der fremden Umgebung die Futteraufnahme zunächst einmal verweigert.

„Mobbing“ unter Katzen

Manchmal stören auch andere Katzen im Haushalt die Futteraufnahme, weil sie die betreffende Katze nicht in Ruhe fressen lassen oder sogar vom Napf vertreiben. Es schadet also nicht, auch einmal das Verhältnis der Katzen zueinander genauer in Augenschein zu nehmen. Bestehen Probleme können getrennte Futterplätze und – sofern nicht ohnehin vorhanden – ein eigener Futternapf für jede Katze unter Umständen Abhilfe schaffen.

Meine Katze mäkelt - wie erziehe ich sie zu einem guten Esser ?

Wie ihr seht, haben bereits die ersten Lebenswochen eines Kätzchens einen großen Einfluss darauf, ob man es mit einem problemlosen Esser oder eher mit dem Modell "Mäkeltrudi" zu tun hat. Wenn ihr euch für Kitten entscheidet, könnt ihr dieses Wissen nutzen, indem ihr zum Beispiel einen Züchter sucht, der seine Katzen bereits roh füttert.

Bei Katzen aus dem Tierschutz oder von Privat wird es da oft schon schwieriger, weil die Tiere entweder mit normalem Supermarktfutter ernährt wurden oder man nicht so genau weiß, mit welchem Futter sie als Kitten in Kontakt kamen. Im Idealfall erwischt ihr eine Katze, die frei nach dem Motto "Hauptsache Futter" alles verputzt, war ihr vorsetzt. Es könnte aber auch eine Katze sein, die schon gelernt hat, wie sie ihre Dosis dazu bringen kann, ihr nur ihr Lieblingsfutter zu kredenzen. Oder ihr habt es jahrelang gut mit eurer Katze gemeint und selbst dazu beigetragen, dass sie zu einem mäkeligen Fresser wurde. Ganz gleich, wie, es gibt verschiedene Möglichkeiten, um hier Verbesserungen zu erzielen. Wie immer gilt, den einzig perfekten Weg gibt es nicht, wohl aber den perfekten Weg für die jeweilige Katze. Versuch macht klug.

Konsequenz, Konsequenz, Konsequenz

Wer Miezi sofort ein neues Döschen hinstellt, wenn sie angewidert die Nase rümpft, braucht sich nicht wundern, wenn sie dieses für sie erfolgreiche Verhalten jetzt öfter praktiziert. Gibt es nichts anderes und knurrt der Magen, wird das Futter nämlich interessanterweise doch oft genießbar.

Wichtig ist, dass ihr um neues Futter keinen großen Aufstand macht. Führt anderes Futter nicht mit großem Tamtam ein, wenn ihr der Katze normalerweise einfach nur den Napf hinstellt. Wenn ihr normalerweise nicht neben dem Napf steht, wenn die Katze frisst, dann vermeidet das auch bei neuem oder sonst ungeliebtem Futter. Gleiches gilt für Medikamente im Futter. Seid überzeugt davon, was ihr tut, gerade bei einer Futterumstellung (ausführlicher Artikel zur Umstellung folgt). Die innere Einstellung macht viel aus, Katzen haben sehr feine Antennen für die Stimmung ihrer Menschen. Manch Katzenhalter schwört auf den richtigen „Friss-oder-stirb-Blick“, den bitte gründlich vor dem Spiegel üben, damit ihr eure Samtpfote damit auch oscarreif überzeugen könnt. :-)

Das konsequente Verhalten muss sich durch den ganzen Haushalt ziehen. Es nützt nichts, wenn Frauchen konsequent ist und Herrchen der armen hungernden Katze dann den leckeren Schinken vom Frühstückstisch zusteckt. In diesem Fall vielleicht auch den passenden Blick für den Mann üben ;-)

Wird das Futter nach zehn Minuten immer noch mit Missachtung gestraft, wandert es zurück in den Kühlschrank und wird erst bei der nächsten Mahlzeit wieder angeboten. Oft schmeckt es dann plötzlich. Zwischen den Mahlzeiten wird kein anderes Futter angeboten. Trockenfutter den ganzen Tag zur freien Verfügung ist nicht nur ungesund, sondern macht auch eure sämtlichen Erziehungsversuche zunichte. Warum sollte Mieze das ungeliebte Nassfutter oder B.A.R.F. fressen, wenn doch eine Alternative bereitsteht?

Darauf zu vertrauen, dass Katzen schon wüssten, was gut für sie ist, geht in der Regel nach hinten los. In den meisten Fällen stehen auf der Beliebtheitsskala so einige Dinge ganz oben, die nicht unbedingt etwas im Katzenmagen zu suchen haben. Ob das nun Chips oder Croissants sind, Streuselkuchen oder Schlagsahne, die Liste ist lang. ;-)

Ist eure Katze von Natur aus ein Häppchenfresser, ist das grundsätzlich völlig in Ordnung und kein Mäkeln. Gerade im Mehrkatzenhaushalt oder für den Sommer ist es aber kein Schaden, wenn die Katze lernt, ihren Napf rasch zu leeren. Hier kann man der Samtpfote entgegenkommen, indem man mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt anbietet.

Sonderfall Freigang: Bei Freigängern hat man oft das Problem, dass sie zu Hause mäkeln und dann schnurstracks zu Oma Bertha von gegenüber wandern und sich dort den Bauch vollschlagen. Oder sie gehen auf die Jagd und sättigen sich mit ein paar Mäuschen. Letzteres ist überhaupt kein Problem, Supermarktfutter oder gar Essensreste bei Oma Bertha schon eher. Hier hilft oft ein nettes klärendes Gespräch mit der Nachbarin.

Wichtig ist, dass ihr eure Katzen keinesfalls länger als 24 Stunden fasten lasst. Dieser Zeitraum gilt für gesunde, erwachsene Katzen. Bei Spezialfällen, wie z. B. Diabeteskatzen, trächtigen, säugenden Katzen und Kitten gelten eigene Regeln! Besprecht diese Fälle im Zweifelsfall mit eurem behandelnden Tierarzt.

 

"Futterneid schüren"

Gerade bei mäkeligen Einzelkatzen kann es helfen, diesen eine in futtertechnischer Hinsicht problemlose Zweitkatze zur Seite zu stellen. Zum einen schmeckt es gemeinsam oft einfach besser und zum anderen lernt Katze oft schnell den eigenen Napf zügig zu leeren, wenn der Inhalt ansonsten von jemand anderem weggefuttert wird. In dem Fall probiert die vormalige Einzelkatze auch vielleicht gerne einmal aus dem Napf des anderen. Wenn der oder die das frisst, muss das ja gut sein.

Für ein attraktives Futtererlebnis sorgen

Futter im Napf ist langweilig. Schließlich verbringt Katze im Normalfall einen Großteil ihrer Wachzeit damit, Beute aufzulauern und zu erlegen, um damit ihren Hunger zu stillen. Gibt es Futter ohne Arbeit, fällt ein großer Teil artgerechte Beschäftigung weg.
Zum Vergleich: Bei einer wild lebenden Katze entfallen etwa zwei Drittel der Wachzeit auf die Jagd und die Futteraufnahme. Das Leeren des Futternapfes nimmt nur 1 bis 2 Prozent der Wachzeit einer normalen Hauskatze ein. Die restliche Zeit muss erst einmal gefüllt werden.

Um die Futteraufnahme für die Samtpfoten ein wenig interessanter zu gestalten, hält der Handel unterschiedliche Beschäftigungsspielzeuge bereit (ein zusätzlicher Blick in den Hundebedarf lohnt, da größere Auswahl). Vieles, wie zum Beispiel Fummelbretter, lässt sich auch selbst bauen. Das Problem ist, dass sich Nassfutter und Fleisch jetzt als Füllung für ein Fummelbrett (je nach Brett und Ausstattung) nur bedingt eignen. Aber warum nicht einmal ganze Beutetiere füttern oder Fleisch in maus- bis rattengroßen Stücken anbieten? Oder das Nassfutter auf Tellerchen in der Wohnung verteilen? Oder das Fleisch erstmal festzuhalten oder fliegen zu lassen?

Ausreichend Bewegung und Beschäftigung sorgt zudem für einen guten Appetit. Kennen wir ja von uns auch, es ist ein Unterschied, ob man stundenlang auf der Couch faulenzt oder ob man den ganzen Tag im Garten arbeitet. Gut, am Sofa futtert Mensch vielleicht aus Langeweile, ebenso wie so manch Wohnungskatze in Einzelhaltung, aber wir wollen ja ausgelastete Katzen ohne Gewichtsprobleme. Gelangweilte Katzen mäkeln laut Paul Leyhausen zudem häufiger.

Beispiele für Erlebnisgastronomie

Für Abwechslung sorgen

Zu einem attraktiven Futtererlebnis gehört auch eine abwechslungsreiche Fütterung. Wer will schon jeden Tag das Gleiche futtern. Wünschenswert sind auch feste Fütterungszeiten. Futter, das der Katze den ganzen Tag frei zur Verfügung steht, nimmt ihr die elementare Freude am Essen, wie der bekannte Katzenforscher Professor Paul Leyhausen in seinem Buch "Katzenseele" so treffend schreibt. Eine Katzen, die immer Futter zur Verfügung hat, wird nie so richtig hungrig. Wartet ruhig auch einmal, bis die Katze nach ihrer Mahlzeit verlangt. In Maßen natürlich, wer den lieben Tieren bei jedem Betteln den Napf füllt, zieht sich unter Umständen ganz andere Probleme heran.

Es ist sinnvoll, das Lieblingsfutter nicht ausschließlich zu geben. Gibt es nur das Lieblingsfutter, kann es passieren, dass man sich "Junkies" heranzieht, die nichts anderes mehr akzeptieren. Eine Entwicklung, die sich z. B. häufig bei Thunfisch oder bei Ergänzungsfuttermitteln beobachten lässt, in der Rohfütterung teilweise auch bei Küken. In diesem Fall geht es nicht mehr nur um Mäkeln, sondern auf lange Sicht auch um die Gefahr von Mangelerscheinungen. Davon abgesehen, seht ihr euch oft Problemen gegenüber, wenn die Katze nur ein Futter akzeptiert, sollte dieses Produkt vom Markt genommen oder die Rezeptur geändert werden.

Futter attraktiver machen

Oft helfen Leckerlis oder z. B. ein wenig Reibekäse, die über das Futter gestreut werden, schon, um es für die Katze attraktiver zu machen. Die Leckerlis o. ä. werden nach und nach wieder reduziert, so dass die Samtpfote das Futter im Idealfall irgendwann pur frisst. Einige Katzen lassen sich auch überzeugen, wenn das Futter vorher unbemerkt in eine leere Dose des Lieblingsfutters umgefüllt wurde oder wenn man nur so tut, als würde man Leckerlis auf das Futter geben. (Letzteres funktioniert hier ziemlich häufig, aber psst… ;-)).

Absolut ungeliebtes Futter vermeiden

Es gibt Futter, das schmeckt einfach nicht. Wird die Katze ansonsten gesund ernährt, kann man dies durchaus akzeptieren, zum Beispiel dann, wenn der Stubentiger zuverlässig zwar mit Begeisterung so ziemlich alle Varianten an rohem Fleisch futtert, aber eben kein Lamm mag. Dann muss man nicht auf Teufel komm raus, Lamm füttern. Unsereins mag vielleicht keinen Rosenkohl oder keinen Spinat. Ein anderes Thema ist es, wenn Katze nur Ungesundes futtert, also zum Beispiel nur Supermarkt- oder Trockenfutter. Dann dürft ihr ruhig ein wenig konsequenter sein.

Habt ihr Mäkler zu Hause? Habt ihr noch weitere Tipps für betroffene Katzenhalter?

Quellen u. a.:

MUGFORD AR – External influences on the feeding of carnivores.
Thorne CJ – Feline and canine fads.
Bateson P – Behavioural development in the cat.
Thorne CJ – Cat feeding behaviour, Waltham Symposium No. 4
Pfleiderer Mircea - Ethologie der Katze (ATN-Skript „Katzenpsychologie)
Leyhausen Paul – „Katzenseele“
Pibot, Biourge, Elliot - Enzyklopädie der klinischen Diätetik der Katze
Bourgeois, Elliot, Marniquet, Soulard – Dietary Behaviour of Dogs and Cats
Forrester – Feeding finicky felines – Increasing therapeutic success for cats with kidney disease
Bradshaw – The Evolutionary Basis for the Feeding Behaviour of Domestic Dogs (Canis familiaris) and Cats (Felis catus)
Veterinary Medical Centers of the Humane Society of Missouri – Behaviour Modification – Working for Food – Dogs and Cats
National Research Council - Nutrient Requirements of Cats (1986)
Kane E, Morris JG, Rogers QR - Acceptability and digestibility by adult cats of diets made with various sources and levels of fat (1981)
Hand, Thatcher, Remillard, Roudebush - Klinische Diätetik für Kleintiere (4. Auflage)

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