Alle Artikel in: Wildkatzen

Drei Unterarten des Schneeleoparden bestätigt

Bisher nahm man an, dass es sich beim Schneeleoparden, Panthera unica, um eine monotypische Spezies handelt. Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen nun jedoch, dass drei Unterarten des Schneeleoparden bestehen. Es handelt sich dabei um die erste lebensraumweite genetische Analyse der Schneeleopardenpopulationen. Schneeleoparden gehören zu den Tieren, die am schwierigsten zu erforschen sind. Ein abgelegener Lebensraum in politisch instabilen Regionen, der sich über 12 asiatische Länder erstreckt und ein Gebiet von etwa 1,6 Millionen km2 umfasst, machen es schwierig, die Tiere in freier Wildbahn zu beobachten oder mit Sendern auszustatten. Für die aktuelle Untersuchung wurde daher an Wildwechseln und Markierungsstellen Schneeleopardenkot gesammelt und untersucht, der drei primäre Gen-Cluster enthüllte, die sich je nach geografischer Lage unterschieden. So kristallisierten sich eine nördliche Gruppe, Panthera unica irbis, eine zentrale Gruppe, Panthera unica uncioides und eine westliche Gruppe, Panthera uncia uncia heraus. Man nimmt an, dass die Populationen durch die Wüstenbecken Asiens, z. B. die Wüste Gobi, auf natürliche Weise voneinander abgegrenzt sind. Jedoch müssen noch zusätzliche genetische Analysen durchgeführt werden, um weitere Informationen über die Verbindungen und Strukturen innerhalb …

Die Säbelzahnkatze. Auge in Auge mit der Eiszeit-Jägerin.

Rasiermesserscharfe Klauen, lange gebogene Eckzähne, ein Gewicht von rund 200 Kilogramm und die Größe eines ausgewachsenen Löwen, die Säbelzahnkatze gehört wohl spätestens seit den „Ice-Age-Filmen“ rund um Mammut Manni, Faultier Sid und Säbelzahntiger Diego zu den bekanntesten Tieren der Eiszeit. Im paläon, Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere, gibt es derzeit eine Sonderausstellung zu den eindrucksvollen Katzen. Die Säbelzahnkatze, oft auch umgangssprachlich als Säbelzahntiger bezeichnet, ist für viele Menschen eines der gefährlichsten Raubtiere, das jemals lebte. Für die Menschen der damaligen Zeit war sie wohl Nahrungskonkurrentin und oftmals auch Bedrohung. Doch wie lebte die Säbelzahnkatze, wie und was jagte sie und wie war es um ihre Sinne bestellt? Das sind Fragen, die die Wissenschaft beschäftigen. Antworten darauf erhofft man sich durch die spektakulären Funde in der Ausgrabungsstätte Schöningen. Hier wurde vor kurzem das dritte Exemplar der Europäischen Säbelzahnkatze (Homotherium latidens) entdeckt. Bis zum ersten Fund im Jahr 2012 nahm man an, dass die Großkatzen bereits vor etwa 500.000 Jahren ausgestorben waren. Jedoch zeigen die Funde bei Schöningen, dass auch 200.000 Jahre später, also vor rund 300.000 …

Straßen für Arterhalt problematischer als angenommen

Straßen können den Fortbestand verschiedener Raubtierarten mehr gefährden als bisher angenommen. Das ist das Ergebnis einer ersten globalen Untersuchung eines internationalen Forscherteams aus Deutschland und Portugal, die im Wissenschaftsjournal Global Ecology and Biogeography veröffentlicht wurde. Unter den 5 % der Raubtiere, die am stärksten von Straßen betroffen sind, sind Bären, Marder, Hunde, Waschbären und auch Katzen. Hierzu gehören Spezies, wie der Puma (Puma concolor), der bisher von der IUCN als nicht gefährdet eingestuft wird, dessen Überleben jedoch auf lange Sicht durch Straßen wesentlich bedroht ist. Besonders gefährdet ist der ohnehin schon seltene Iberische Luchs (Lynx pardinus), der lediglich in Spanien und Portugal heimisch ist und dessen Bestand Schätzungen zufolge nur noch wenige hundert Exemplare umfasst. Für die Studie wurden insgesamt 232 karnivore Spezies aus aller Welt (aus insgesamt ca. 270) berücksichtigt und jeweils beurteilt, wie stark deren Bestand durch Straßen beeinträchtigt wird, die sich durch deren Lebensraum ziehen. Hierzu wurden die natürliche Sterblichkeitsrate, die Reproduktionsrate und das Bewegungsverhalten berücksichtigt. In Folge wurde die maximale Straßendichte berechnet, mit der eine Spezies umgehen kann und die Mindestgröße …

Vereinigte Arabische Emirate: Keine Raubkatzen mehr als Haustiere

In den Vereinigten Arabischen Emiraten gilt das Halten exotischer Tiere, wie Geparden, Löwen und Tigern als Statussymbol. Die meisten dieser Tiere gelangen illegal ins Land. Nun wurde ein Gesetz verabschiedet, dass die Haltung dieser Tiere in den VAE verbietet. Das neue Gesetz verbietet den Handel und den Besitz „aller Arten wilder und domestizierter jedoch gefährlicher Tiere“, solche Tiere dürfen künftig nur noch in Zoos, Wildparks, Zirkussen sowie Zucht- und Forschungszentren gehalten werden. Die private Haltung von Großkatzen ist im VAE keine Seltenheit. Es ist nicht ungewöhnlich, dass wohlhabende Menschen mit ihren Tigern am Strand spazieren gehen oder in den sozialen Netzwerken ihre Exoten präsentieren. Damit soll nun Schluss sein. Durch das neue Gesetz muss jeder, der sich mit einer Großkatze oder einem anderen exotischen Tier in der Öffentlichkeit präsentiert, muss mit einer Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten und einer Geldbuße von bis zu $ 136.000 (€ 128.320) rechnen und läuft zudem Gefahr, dass das Tier konfisziert wird. Daneben hat das neue Gesetz auch Einfluss auf traditionellere Haustiere. So müssen Hundebesitzer eine Genehmigung für die …

Iberischer Luchs: Genom durch Wissenschaftler sequenziert

Der Iberische Luchs (Lynx pardinus) gehört zu den am meisten gefährdeten Katzenarten der Welt und um eines der Säugetiere, deren Genom nur eine sehr geringe Diversität aufweist, was dem Luchs nur wenig Raum gibt, sich an veränderte Bedingungen anzupassen. Die neuen Forschungsergebnisse sollen neue Wege für weitere Untersuchungen und nicht zuletzt den Erhalt der seltenen Tiere öffnen. Iberischer Luchs – isoliert seit Jahrhunderten Die Wege des Iberischen Luchses begannen sich vor etwa 300.000 Jahren von denen des Europäischen Luchses zu trennen. Immer wieder einmal traf man insbesondere in der Zeit zwischen den Eiszeiten nichtsdestotrotz aufeinander, kreuzte sich und tauschte Gene aus, bis beide Spezies vor etwa 2.500 Jahren schließlich komplett voneinander isoliert wurden. Drei historische Rückgänge kennzeichnen die Geschichte des Iberischen Luchses, von denen sich der letzte vor etwa 300 Jahren ereignete. Zudem ging die Zahl der Katzen im 20. Jahrhundert aufgrund Bejagung, der Zerstörung des Lebensraums der Tiere und zwei Virusepidemien zurück, die die hauptsächliche Beute der Luchse, die Kaninchen, in großer Zahl hinwegraffte. Derzeit leben auf der Iberischen Halbinsel nur noch zwei Luchspopulationen, …

Bedrohung der Löwenpopulationen durch den Menschen

Zwei kürzlich erschienene Studien, die von Wissenschaftlern der Wildlife Conservation Research Unit (WildCRU) der Oxford University ausgearbeitet wurden, zeigen deutlich die Bedrohung, der Löwen durch menschliches Handeln ausgesetzt sind. Hier ist unter anderem auch die Trophäenjagd ein Thema. Das erste der beiden Papers wurde im Journal of Applied Ecology veröffentlicht und analysiert den Tod von 206 Löwen im Hwange National Park in Simbabwe von 1999 bis 2012. Der Park war die Heimat des Löwen Cecils, dessen Tötung durch einen US-amerikanischen Zahnarzt im letzten Jahr für große mediale Aufmerksamkeit sorgte. Die Untersuchungen ergaben, dass menschliches Handeln für den Tod von 88 Prozent der männlichen und 67 Prozent der weiblichen Löwen verantwortlich war. Bei den Männchen stand der Tod durch Trophäenjagd an erster Stelle, während es bei den Löwinnen vielschichtige Gründe gab, so kamen diese zum Beispiel in Fallen zu Tode oder starben im Rahmen von Vergeltungsmaßnahmen nach Übergriffen auf Viehbestände. Es zeigte sich, dass es vorwiegend jüngere Tiere waren, die riskante Gebiete aufsuchten, wobei nicht klar ist, ob dies aufgrund mangelnder Erfahrung der Fall war oder …