Neue Katzenart Tilcayo in Bolivien entdeckt

Wissenschaft

Neue Katzenart Tilcayo in Boliviens Yungas entdeckt

Katzen sind immer für eine Überraschung gut und gerade was die wilden Verwandten unserer Haustiger angeht, gibt es noch vieles, was dem Menschen noch nicht bekannt ist. Manchmal sogar neue Katzenarten, wie der Tilcayo (Leopardus tilcayo) aus Bolivien.

Viele Menschen kennen die großen Wildkatzen wie Tiger und Löwe, manche auch die kleineren, unscheinbareren Arten Südamerikas zumindest dem Namen nach. Doch die Grenzen zwischen einigen dieser Arten sind genetisch längst nicht so klar gezogen, wie es die Fachliteratur über Jahrzehnte nahelegte. Besonders die sogenannten Tigerkatzen (Leopardus), kleine, gefleckte Wildkatzen mit großer Verbreitung von Mittelamerika bis in den Süden des Kontinents, galten lange als eine einzige Art mit mehreren Unterarten. Diese Annahme gehört nun der Vergangenheit an.

Groumfy69, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons Groumfy69, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons - Leopardus tigrinus (nicht Tilcayo)

Bereits 2013 wiesen genetische Untersuchungen darauf hin, dass sich hinter dieser vermeintlich einheitlichen Art mehrere eigenständige Linien verbergen. Seitdem arbeitet ein internationales Forschungsteam an einer genaueren Klassifizierung. Eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift Current Biology beschreibt nun fünf eigenständige Tigerkatzen-Arten. Eine davon war der Wissenschaft bislang gänzlich unbekannt.

Den Ausgangspunkt für die Entdeckung bildete ein einzelnes Tier: Ein Kater kam 2017 in das Wildtierschutzzentrum Senda Verde in Bolivien, nachdem eine Familie ihn dort abgegeben hatte. Erst genetische Analysen bestätigten, was zunächst nur eine Vermutung war: Das Tier ließ sich keiner bislang beschriebenen Art zuordnen. Es erhielt den Namen Leopardus tilcayo, nach der lokalen Bezeichnung Tilcayo in seiner bolivianischen Heimatregion, den Yungas.

Ziel der Studie

Das Forschungsteam wollte klären, wie viele eigenständige Arten sich hinter dem taxonomisch seit Langem umstrittenen Tigerkatzen-Komplex verbergen – und wo genau die Grenzen zwischen ihnen verlaufen.

Ziel war es, eine stabile taxonomische Grundlage zu schaffen, auf der sich der Schutzbedarf dieser bedrohten Wildkatzen künftig realistisch einschätzen lässt.

Methodik

Grundlage der Studie waren vollständige Genome von 38 Individuen aus der Gattung Leopardus:

  • 26 dieser Tiere repräsentierten mehrere evolutionäre Einheiten des bislang taxonomisch umstrittenen Tigerkatzen-Komplexes (Leopardus tigrinus).
  • Acht Genome stammten aus Museumsexemplaren. Sie ermöglichten erstmals eine genetische Untersuchung der Typuslokalität von L. tigrinus im Gebiet des Guayana-Schildes.
  • Die Erbgutdaten wurden phylogenomisch ausgewertet, also anhand vieler Genombereiche gleichzeitig verglichen statt anhand einzelner Marker.
  • Unter den untersuchten Tieren befand sich auch das einzige bekannte Exemplar des später als Leopardus tilcayo beschriebenen Katers aus dem Wildtierschutzzentrum Senda Verde.

Ziel war es, die seit Jahrzehnten ungeklärte Taxonomie des Komplexes klarer zu machen und damit eine belastbare Grundlage für die Schutzbewertung dieser bedrohten Wildkatzen zu schaffen.

Ergebnisse der Studie

  • Die südamerikanischen Tigerkatzen lassen sich genetisch in fünf eigenständige Arten unterteilen, obwohl sie sich äußerlich teils ähneln.
  • Eine dieser Arten war bislang unbeschrieben: Leopardus tilcayo. Ihre Linie trennte sich den Analysen zufolge vor rund 1,4 Millionen Jahren von den übrigen Tigerkatzen-Arten.
  • Zusätzlich beschreibt die Studie eine neue Unterart: Leopardus tigrinus antisuyo aus den peruanischen Yungas.
  • Der Tilcayo misst etwa 46 Zentimeter in der Länge, wiegt rund 1,4 Kilogramm und ist damit kleiner als eine durchschnittliche Hauskatze. Sein hellbraunes Fell ist mit unregelmäßigen Rosetten gezeichnet, dazu kommen ein kompaktes Gesicht, kurze runde Ohren und lange Schnurrhaare.
  • Erste Hinweise zur Lebensweise, laut Medienberichten zur Studie: Kotproben enthielten Überreste kleiner Nagetiere, Fotofallen-Aufnahmen deuten auf eine vorwiegend nächtliche Aktivität hin.
  • Der bekannte Lebensraum liegt in den Yungas, den Bergnebelwäldern an der Ostflanke der bolivianischen Anden. Genaue Verbreitung, Fortpflanzung und Sozialverhalten sind bislang nicht untersucht.
  • Die Analysen liefern zudem neue Erkenntnisse zur Verbreitungsgeschichte, zu früheren genetischen Vermischungen zwischen den Linien und zur Entwicklung der genetischen Vielfalt über die Zeit.
  • Es ist die erste formelle Beschreibung einer neuen lebenden Katzenart seit über hundert Jahren.

Fazit

Dass sich unter einer scheinbar längst bekannten Tiergruppe eine ganz neue Art verbirgt, zeigt, wie lückenhaft das Wissen über wildlebende Katzen teilweise noch ist und das selbst innerhalb einer Familie, die zu den am besten untersuchten Säugetiergruppen zählt. Zum Tilcayo selbst liegen bislang nur wenige gesicherte Beobachtungen vor: Die Angaben zu Ernährung und Aktivitätsmuster stammen aus einer einzelnen Feldstudie, umfassendere Daten zu Bestandsgröße, Fortpflanzung oder Sozialverhalten fehlen bislang.

Gleichzeitig herrscht Zeitdruck: Der Lebensraum in den Yungas ist durch Abholzung, Landwirtschaft, Brände und Bergbau bedroht.

Die neue Taxonomie kann hier als Grundlage für eine belastbare Schutzbewertung der einzelnen Tigerkatzen-Arten dienen. Denn bislang wurden sie oft gemeinsam und damit möglicherweise zu undifferenziert eingestuft. Erst wenn jede Art und Unterart einzeln betrachtet wird, lässt sich ein tatsächlicher Schutzbedarf realistisch einschätzen.

Referenz

Lescroart, J., Nogales-Ascarrunz, P. et al. (2026): Phylogenomics and museomics reveal five distinct species of tiger cats in South America. Current Biology, 36. DOI: 10.1016/j.cub.2026.08.059

 

Merke-Katze

In a Nutshell / Zusammenfassung

  • Was wurde untersucht?

    Die genetische Vielfalt innerhalb der südamerikanischen Tigerkatzen (Gattung Leopardus), die lange als eine Art mit mehreren Unterarten galten.

  • Wie wurde geforscht?
    Anhand einer phylogenomischen Analyse von 38 Katzen aus mehreren südamerikanischen Ländern, ergänzt durch Museumsexemplare (Museomik).

  • Was kam heraus?
    Die Tigerkatzen lassen sich in fünf eigenständige Arten unterteilen – darunter die neu beschriebene Leopardus tilcayo aus Boliviens Yungas-Wäldern, deren Linie sich vor rund 1,4 Millionen Jahren abspaltete. Zudem beschreibt die Studie mit Leopardus tigrinus antisuyo eine neue Unterart aus den peruanischen Yungas.

  • Warum ist das relevant?
    Es ist die erste formelle Beschreibung einer neuen lebenden Katzenart seit über hundert Jahren – und ein Hinweis darauf, wie viel über wildlebende Katzen weiterhin unbekannt ist, während ihr Lebensraum bereits unter Druck steht.

Dokumentation mit Gänsehautgarantie: MALAIKA

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Dokumentation mit Gänsehautgarantie: MALAIKA

Matto Barfuss ist Fotograf, Maler, Autor und leidenschaftler Tierfilmer. Der breiten Öffentlichkeit ist er vor allem als der "Gepardenmann" bekannt, der zwischen 1996 un 2002 in Tansania über 25 Wochen lang mit einer wilden Gepardenfamilie zusammenlebte. Nach der Gepardin Diana trat 2013 Maleika in sein Leben. Ihre Geschichte und die ihrer 6 Jungen ist der Inhalt dieses Filmes, der ab dem 9. Oktober als DVD, B und BD-4K Ultra HD im Handel erhältlich.

© ENTERTAINMENT KOMBINAT GmbH

Die Masai Mara in Kenia ist der nördlichste Teil der Serengeti. Dort in einem der letzten Paradiese der Erde lebt die Gepardin Malaika, der Matto Barfuss 2013 erstmals begegnete, als sie auf sein Filmauto sprang und von dort zu einer spektakulären Jagd startete. Sein neuer Film erzählt er von ihr, ihrer unbändigen Mutterliebe und den Opfern, die sie bringt, um ihre sechs Jungen Martha, Malte, Mirelèe, Marlo, Mia und Majet aufzuziehen.

Der Trailer zum Film

 

Vier Jahre lang hat Matto Barfuss Malaika und ihre jungen Geparden begleitet und es ist ein fesselnder Film entstanden, der durch fantastische Naturaufnahmen besticht, der dem Zuschauer einzigartige Einblicke in das Leben der Geparden in Afrika gewährt, aber gleichzeitig auch zeigt, wie unerbittlich die Natur sein kann. Und der zeigt, das Aufgeben keine Lösung ist.

© ENTERTAINMENT KOMBINAT GmbH

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Alles andere als wasserscheu – die Fischkatze

Prionailurus viverrinus

Alles andere als wasserscheu – die Fischkatze

Die Fischkatze, die im Englischen „Fishing Cat“, im Französischen „Chat Pêcheur“ und im Spanischen „Gato Pescador“ heißt, gehört zur Gattung der Altkatzen (Prionailurus), zu der auch die Bengalkatze, die Flachkopfkatze und die Rostkatze gehören.

Fischkatze

© Anika Abel

Sie zählt zu den größten der kleinen Katzen und gilt als sehr wehrhaft. Es ist bekannt, dass sie sich in die Enge getrieben unter anderem auch gegen große Hunde verteidigen kann. Und das obwohl sie nur etwa doppelt so groß ist, wie unsere Haustiger.

Wie alt die stark gefährdeten Katzen in freier Wildbahn werden, ist nicht bekannt. In Gefangenschaft erreichen die Tiere ein Alter von bis zu zwölf Jahren.

Verbreitung und Lebensraum der Fischkatze (Prionailurus viverrinus)

Fischkatze im Gras

© Anika Abel

Die Fischkatze kommt von Indien bis Südostasien vor, was Sri Lanka, Malaysia, Thailand, Java, Pakistan, Bangladesch, Westbengalen und den Terai-Duar-Gürtel am Fuße des Himalayas in Indien und Nepal miteinschließt.

Die Tiere leben hauptsächlich in Feuchtgebieten und in der Nähe von Flüssen und anderen Gewässern in bis zu einer Höhe von 2100 Metern. Die Reviere der Kater sind mit rund 22 km2 deutlich größer als die der Katzen (4-8 km2).

Aussehen der Fischkatze (Prionailurus viverrinus)

Die Fischkatze ist unter den Kleinkatzen eine der größeren. Es handelt sich um kräftig gebaute Tiere mit relativ kurzen Gliedmaßen, einem gedrungenen Körper und einem kurzen Schwanz. Der Kopf ist lang und mit kurzem, geflecktem Fell bedeckt. Die Ohren sind kurz und rund mit schwarzer Rückseite und einem markanten weißen Fleck. Die Schnurrhaare der Tiere sind relativ kurz.

Fischkatze von vorne

© Anika Abel

Das Fell der Fischkatze ist olivgrau bis braun. Rücken und Flanken der Katzen besitzen weiße und schwarze Tupfen. Der Kopfbereich ist gestreift, wobei die Streifen im Nackenbereich der Fischkatze auslaufen. Das Fell ist grob, besonders dicht und wasserundurchlässig. An der Bauchseite sind die Haare länger. Ebenfalls in Anpassung an das Leben am Wasser befindet sich zwischen den Zehen der Katze eine Art Schwimmhaut. Anders als die meisten anderen Katzen kann die Fischkatze ihre Krallen nicht vollständig einziehen.

Die Kater von Prionailurus viverrinus sind deutlich größer als die Kätzinnen. Die Tiere erreichen je nach Geschlecht und Größe ein Gewicht von etwa 6,3 bis 11,8 Kilogramm.

Verhalten der Fischkatze (Prionailurus viverrinus)

Anders als die meisten anderen Katzen schwimmen Fischkatzen häufig und waten auch häufig in seichten Gewässern umher oder fangen tauchend und schwimmend Fische, Frösche, Krebstiere, Wasserschnecken und Enten sowie andere Wasservögel.
Daneben locken Fischkatzen ihre Beute aber auch gezielt an, indem sie mit der Pfote auf die Wasseroberfläche klopfen und so Insektenbewegungen nachahmen. Nähern sich Fische dann, schöpft sie sie mit ihren Pfoten mit einem gezielten Schlag aus dem Wasser.

Ihre Passion für das Wasser legt die weitestgehend nachtaktive Fischkatze auch in Gefangenschaft nicht ab. So wurden die Tiere dabei beobachtet, dass sie Rindfleisch, das ihnen gereicht wurde, erst ins Wasser brachten und es dann aus diesem wieder herausholten, bevor sie es fraßen. Gleichermaßen verfuhren die einzelgängerischen Tiere, die sich nur zur Paarung treffen, mit Wachteln.

Ernährung der Fischkatze (Prionailurus viverrinus)

Prionailurus viverrinus ernährt sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von Vögeln, Insekten, Nagetieren, Reptilien und Amphibien sowie größeren Säugetieren, etwa bis zur Größe eines Lammes. Aas wird ebenfalls nicht verschmäht. Berichte aus dem frühen 20. Jahrhundert besagen, dass die Katzen auch Hunde, Kälber und Säuglinge geholt hätten. Inwiefern dies der Wahrheit entspricht oder im Reich der Mythen und Legenden einzuordnen ist, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen.

Nachwuchs und Fortpflanzung der Fischkatze (Prionailurus viverrinus)

Die Paarungszeit der Fischkatze liegt normalerweise im Januar und Februar. Nach einer Tragzeit von 63 bis etwa 70 Tagen bringt die Kätzin meist zwei Jungtiere zur Welt. Teilweise kommen auch kleinere oder größere Würfe (bis etwa vier Kätzchen) vor. Die jungen Fischkatzen wiegen bei der Geburt zwischen 100 und 173 Gramm und nehmen im Idealfall etwa 11 Gramm pro Tag zu. Wie unsere Haustiger sind sie bei Geburt blind und hilflos. Die Augen öffnen sie um den 16. Tag, mit etwa 53 Tagen nehmen die Kätzchen auch feste Nahrung. Entwöhnt wird der Nachwuchs mit etwa vier bis sechs Monaten und hat im Alter von etwa acht bis neun Monaten die Erwachsenengröße erreicht. Selbstständige Wege gehen die jungen Fischkatzen im Alter von etwa zehn Monaten und werden mit zehn bis zwölf Monaten dann auch selbst geschlechtsreif.

Fischkatze räkelt sich

© Anika Abel

In Gefangenschaft wurde beobachtet, dass die Männchen die Aufzucht der Jungen unterstützen. Ob dies auch in freier Wildbahn der Fall ist, ist nicht bekannt.

Gefährdung der Fischkatze (Prionailurus viverrinus)

Die Fischkatze gilt als stark gefährdet (IUCN). In freier Wildbahn leben nur noch rund 10.000 Tiere. Problematisch für die Populationen ist wie so oft der Mensch durch Zerstörung des Lebensraums der Tiere und aktive Verfolgung (Wilderei, Vergeltungstötungen). Probleme, die in den letzten 15 Jahren zu einem vermuteten Rückgang der Population um 30 Prozent geführt haben. Man erwartet derzeit, dass die Zahlen in den nächsten 15 Jahren um weitere 30 Prozent zurückgehen werden.

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Vorfahrin unserer Hauskatze – die Falbkatze

Felis lybica

Falbkatze

Die afrikanische Wildkatze, Felis lybica, ist eine mittelgroße Kleinkatze, die stark unserer Hauskatze ähnelt. Sie gilt als die Urahnin unserer heutigen Hauskatzen, die sich als Kulturfolger vor etwa 4000 Jahren den Menschen anschloss. Dies geschah mit großer Wahrscheinlichkeit in Ägypten. Von der Falbkatze selbst gibt es insgesamt vier Unterarten: Felis lybica lybica, Felis l. lynes, Felis l. lowei und Felis l. ocreata. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 15 Jahren.

Lebensraum/Verbreitung der Falbkatze

Falbkatzen sind vorwiegend in den afrikanischen Ländern, jedoch auch in Israel, der Osttürkei sowie dem Iran vertreten und kommen auch auf Sardinien und Sizilien vor. Der Lebensraum ist hierbei breit gefächert und reicht von Savanne und Steppengebieten, über Buschland bis hinzu lichten Wäldern und Bergland in bis zu 3000 Metern Höhe. Hauptlebensraum sind jedoch Halbwüsten und Wüsten.

Aussehen der Falbkatze

Falbkatzen erreichen eine durchschnittliche Körperlänge von 50 bis 60 Zentimeter, zuzüglich 20 bis 35 Zentimeter Schwanz. Die Kater sind größer als die Kätzinnen. Weibliche Tiere besitzen ein Gewicht von etwa vier bis sechs Kilogramm, während ein Kater durchaus sechs bis acht, manchmal auch zehn Kilogramm auf die Waage bringen kann.

Das Aussehen der Falbkatze ähnelt dem einer Hauskatze, wobei die langen, schlanken Beine und die ausgeprägten, hoch stehenden Schulterblätter dafür sorgen, dass der Gang der Felis lybica ein wenig an einen Leoparden erinnert. Die Hinterbeine sind ein wenig länger als die Vorderbeine. Das Fell der Falbkatze ist kurz und sandfarben, wobei der Farbton je nach Lebensraum und Verbreitungsgebiet von beige bis grau variieren kann.

Den breiten wuchtigen Kopf zieren, genauso wie Flanken und Körper leichte Streifen, die zur Tarnung im natürlichen Lebensraum der Tiere dienen. Brust, Bauch und Kehle sind heller gefärbt. Der Schwanz der Falbkatze ist dicht behaart, jedoch nicht buschig und trägt meist drei breite schwarze Ringe sowie eine schwarze Schwanzspitze. Die Rückseite der Ohren ist rötlich gefärbt, während die großen Augen hellgrün bis hin zu goldgelb sein können. Die Vorderpfoten tragen fünf Zehen, die Hinterpfoten nur vier.

Verhalten der Falbkatze

Falbkatzen leben als Einzelgänger in relativ großen Revieren, die bis zu 4 km² umfassen können. Allerdings überschneiden sich die Reviergrenzen häufig mit denen von Artgenossen, wobei wichtige Grenzen mit Urin markiert werden.

Als nachtaktiver Jäger ist die Felis lybica vor allem im Schutz der Dunkelheit unterwegs, kommt jedoch in der kälteren Jahreszeit auch schon einmal in den Morgen- und Abendstunden aus ihren Verstecken. Tagsüber ruhen die Tiere in Erdbauten oder je nach Verbreitungsgebiet auch hin und wieder einmal in Baumhöhlen.

Ihr ausgezeichnetes Gehör und die enorme Lichtempfindlichkeit der Augen ist genau auf die Jagd in der Dunkelheit abgestimmt. Hier geht die Falbkatze als Pirschjägerin vor.

Ernährung der Falbkatze

Die natürliche Nahrung der Falbkatze besteht vornehmlich aus kleinen Nagetieren, wie Mäusen und Ratten, umfasst jedoch auch Vögel, Reptilien, Amphibien (z. B. Eidechsen und Lurche) sowie Insekten, Skorpione und Spinnen. Es wurden auch schon Falbkatzen beobachtet, die junge Antilopen gerissen habe. Hauptsächlich stehen jedoch Nagetiere auf dem Speiseplan (oder auch das Geflügel von ansässigen Bauern). Bei Nahrungsknappheit verschmäht die Falbkatze auch Aas nicht und kann im Notfall (laut Stuart, 1977) auch bis zu 20 Prozent ihrer Nahrung durch pflanzliches Material ersetzen.

Nachwuchs und Fortpflanzung der Falbkatze

Während der Paarungszeit vom Frühjahr bis in die Regenzeit hinein, liefern sich die Kater erbitterte Kämpfe. Nach erfolgreicher Paarung trennen sich Kater und Katze und die Jungen werden ausschließlich vom Weibchen aufgezogen, das einmal im Jahr zwei bis fünf Welpen mit einem Gewicht zwischen 120 und 150 Gramm zur Welt bringt. Diese werden vier Monate lang gesäugt und bleiben bis zu einem Alter von etwa einem Jahr (Eintritt der Geschlechtsreife) bei der Mutter. Danach suchen sich die Jungtiere ein eigenes Revier, wobei Wurfgeschwister häufig noch einige Zeit zusammenbleiben. Die Hälfte der Welpen überlebt das erste Lebensjahr nicht.

Gefahren für die Falbkatze

Neben den natürlichen Feinden, wie Hyänenhunden, Greifvögeln, Giftschlangen und Großkatzen liegt die größte Gefährdung für die Bestände der Falbkatzen in verwilderten Hauskatzen. Diese sind gerade in menschennahen Gebieten ernst zu nehmende Nahrungskonkurrenten für die Wildkatzen. Darüber hinaus kommt es auch häufig zur Verpaarung von Hauskatzen mit Falbkatzen, wodurch die "Reinrassigkeit" der Katzen gefährdet wird. Über den Deckakt kommt es auch zur Übertragung von Krankheiten. Die Zerstörung des Lebensraums spielt, wie bei so vielen Tieren, ebenfalls eine Rolle.

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Caracats – neue Wildkatzenhybriden in deutschen Wohnzimmern?

Zucht

Caracats – neue Wildkatzenhybriden in deutschen Wohnzimmern?

Dass der Mensch mit dem, was er hat, nur selten zufrieden ist, ist altbekannt. Und wie auch im Bereich Technik, Kleidung und anderen Konsumgütern ist es mittlerweile leider so, dass immer wieder neue Züchtungen notwendig zu sein scheinen, um "in" zu sein und dem Katzenhalter den ganz besonderen Kick zu bieten.

Seit einiger Zeit sorgt ein neues Projekt im Internet für Aufruhr. Und zwar plant eine österreichische Maine Coon-Zucht die Zucht von Caracats, d. h. ein Karakal soll mit Kätzinnen der Rasse Maine Coon verpaart werden.

Was ist ein Karakal eigentlich?

Der Karakal, auch Wüstenluchs genannt, lebt in trockenen Habitaten, wie Halbwüsten, Steppen und Trockenwäldern und ist in großen Teilen Afrikas, über die Arabische Halbinsel, die Türkei, Persien (Iran), bis zum Aralsee und Nordwestindien beheimatet.

Karakale gehören zwar zur Familie der Kleinkatzen, sind jedoch mit einer Kopfrumpflänge von 65 Zentimetern plus 30 Zentimetern Schwanz und einer Schulterhöhe von 45 Zentimetern nicht gerade klein. Das Gewicht der Tiere liegt beim Kater zwischen 13 und 18 Kilogramm, Kätzinnen sind meist ein wenig kleiner und leichter.

Die Größe der Tiere wird in diesem Video im Vergleich zum Schakal recht schnell deutlich.

Obgleich Maine Coons ja nicht gerade klein sind, ist der Unterschied zum Karakal doch nicht zu übersehen.

Caracats - Gefahren bei der Verpaarung

Die Verpaarung von Wild- und Hauskatze ist für die Hauskatze und die aus der Verpaarung entstehenden Nachkommen alles andere als ungefährlich. So kann es durch den unterschiedlichen Geruch und die abweichende Körpersprache leicht zu Missverständnissen zwischen den beiden Tieren kommen, die mit Verletzungen oder gar dem Tod der Hauskatze enden können. Auch ein zu starker Nackenbiss beim Deckakt kann leicht den Tod der Kätzin bedeuten.

Überlebt die Kätzin die Deckung durch den Karakal bergen Austragung und Geburt der Föten weitere Risiken. So beträgt die Tragezeit eines Karakals beispielsweise 73 Tage, während diese bei der Katze nur bei 63 Tagen liegt. Trägt die Katze nun länger, ist die Gefahr groß, dass es durch zu große Föten zu Problemen bei der Geburt kommt. Ist die Tragezeit zu kurz, sind die Föten eventuell noch nicht richtig entwickelt und müssen oft von Hand aufgezogen werden, wodurch wiederum die Sozialisierung der Tiere schwieriger wird. Darüber hinaus ist die Sterberate der Föten im Mutterleib bei der Verpaarung von Wildtieren mit Hauskatzen sehr hoch.

Durch die Unterschiede zwischen den beiden Tierarten ist auch unvorhersehbar, wie sich die Nachkommen entwickeln, ob gesundheitliche Einschränkungen oder Erbkrankheiten auftreten etc. Was relativ gewiss ist, dass bei den Caracats, ähnlich wie bei der Savannah, auch hier die Kater der ersten fünf Generationen unfruchtbar sein werden.

Wurden Caracats bereits erfolgreich gezüchtet?

Im Jahr 1998 kam es in einem russischen Zoo erstmalig zu einer Verpaarung aus Karakal und Hauskatze. Genauere Informationen dazu konnte ich jedoch nicht finden. Darüber hinaus wurde im Jahr 2007 in den USA eine Abessinier mit einem Karakal gekreuzt. Das Resultat waren zwei Kitten, von denen jedoch nur eines überlebte. Die Verpaarung von Maine Coon und Karakal wurde bisher noch nicht durchgeführt.

Caracats – Wildkatzen auf dem Sofa?

Viele Züchter suggerieren, dass Wildkatzenhybriden genauso wie normale Hauskatzen gehalten werden können. Besonders in den ersten Generationen ist diese Aussage aber schlichtweg falsch. In den ersten Generation F1 und F2 ist es wahrscheinlich, dass auch bei Handaufzuchten das Wildkatzenwesen mit Eintritt der Geschlechtsreife zum Vorschein kommt. Die Neigung zu territorialem Verhalten und zum Markieren (auch bei kastrierten Tieren) ist ebenfalls stark ausgeprägt. Darüber hinaus sollte auch (und gerade) bei Wildkatzenhybriden eine artgerechte Ernährung mit Rohfleisch selbstverständlich sein.

Darüber hinaus ist die Haltung von Wildkatzenhybriden bis zur Generation F4 in der Wohnung schlichtweg nicht erlaubt. Mindestanforderung ist ein 15 m² großes Außengehege in Verbindung mit einem beheizbaren Innengehege von gleicher Größe. Dazu kommt, dass die Tiere unter die Artenschutzbestimmungen fallen und deshalb eine CITES-Bescheinigung sowie in vielen Bundesländern auch eine Haltungsgenehmigung notwendig sind.

Warum Caracats züchten?

Sicherlich Wildkatzenhybriden, wie etwa die Savannah, sind wunderschöne Tiere und auch immer noch etwas Besonderes. Aber gibt uns der Wunsch nach etwas Neuem wirklich das Recht, in die Natur einzugreifen und wild verschiedene Arten zu verpaaren, ungeachtet der Risiken, die damit verbunden sind?

Warum lässt man den Karakal nicht einfach in seiner Heimat leben und sich mit seinesgleichen verpaaren, wie von der Natur so vorgesehen?

Diese beiden Videos zeigen meiner Meinung nach recht deutlich, dass diese wunderschönen Katzen in die freie Wildbahn gehören und eine artgerechte Haltung als Haustier doch wohl eher Utopie ist. Wie kann sich jemand Katzenfreund nennen, der diese Tiere oder die aus einer Verpaarung entstandenen Nachkommen in Gefangenschaft hält, gar nicht davon zu reden, dass diese Nachkommen ungeachtet aller Risiken und aus rein egoistischen Gründen entstehen sollen?

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