Katzen barfen – Tutorial (Teil 8)

Dieser Artikel ist Teil 7 von 8 der Serie B.A.R.F.-Tutorial

Nachdem ihr nun das grundlegende Handwerkszeug zusammenhabt, um eure ersten eigenen Erfahrungen im Katzen barfen zu machen, möchte ich euch zu guter Letzt noch einige Tipps an die Hand geben, wie ihr euren Katzen rohes Fleisch schmackhaft machen könnt, wenn eure Stubentiger nicht zu der Sorte Katzen gehören, die sofort mit Appetit Rohfleisch fressen.


Verbotene Genüsse schmecken besser

Genüsse, die zur freien Verfügung stehen, sind niemals so attraktiv, wie diejenigen, die eigentlich nicht für einen bestimmt sind. Das ist beim Menschen so und auch bei unseren lieben Miezekatzen. Daher ist es oft hilfreich, wenn beim Zubereiten der eigenen Nahrung zufällig einmal ein Brocken Fleisch zu Boden fällt oder das Schneidbrett unbeaufsichtigt ist, so dass sich Katze still und heimlich bedienen kann. Wer möchte, kann das Fleisch auch ein wenig durch die Gegend werfen, um den Jagdinstinkt anzuregen.


Verträgliches Fleisch für den Anfang

Rindfleisch wird von vielen Katzen sehr gerne gefressen, wird allerdings oft gerade zu Anfang nicht gut vertragen, so dass sich die Tiere davon oft erbrechen. Das kann Katze und Halter die Freude am Rohfleisch unter Umständen schnell verleiden. Es ist daher sinnvoll, mit gut verträglichem Fleisch zu beginnen. Hier empfehlen sich beispielsweise Kaninchen und Geflügel oder evtl. auch Lamm.


Stück für Stück ins Rohfleischglück

Lässt sich die Katze nicht überzeugen, Fleisch pur zu fressen, kann man dazu übergehen, minimale Mengen ins gewohnte Nassfutter zu mischen und diese mit der Zeit zu steigern, bis die Katze schließlich roh frisst. Hier eignen sich Nassfuttersorten besonders gut, die über einen starken Eigengeruch verfügen (z. B. Fisch).


Bestechung macht vieles leichter

Fast jede Katze hat ein Leckerli, das sie besonders gerne mag. Dieses eignet sich gut, um die verschmähte Fleischmahlzeit ein wenig attraktiver zu gestalten. So eignen sich Catsticks, Thrive etc. oder auch Trockenfutter in pulverisierter Form hervorrragend, um einzelne kleine Fleischstücken damit zu panieren. Meist wird das Fleisch dann “aus Versehen” mitgefressen.


Von Gekochtem/Gebratenem zu Rohem

Helfen diese Vorgänge alle nicht, gibt es auch noch die Möglichkeit, das Fleisch erst einmal gekocht oder gebraten anzubieten. Wird dieses gefressen, kann man die Garzeit nach und nach verringern, bis das Fleisch schließlich roh gereicht und gefressen wird. Nach meiner Erfahrung wird mit etwas Schmalz oder Butter gebratenes Fleisch besser angenommen als gekochtes.

(Als letztes Mittel kann man der Katze auch ein wenig Hack auf die Pfoten geben, so manch Katze ist dadurch doch noch auf den Geschmack gekommen.)


Supplemente ins Fleisch bringen

Ist die Hürde Rohfleisch überwunden, steht bereits die nächste an, das Einschleichen der Supplemente. Hier geht man ebenfalls Schritt für Schritt vor und gibt Woche für Woche ein neues Supplement hinzu. Man beginnt am besten mit Taurin (in lauwarmem Wasser auflösen) und geht dann über Eierschalen und Salz langsam zu den anderen Supplementen über. Das lässt sich am besten mit Teilbarf (20 % der Gesamtfuttermenge pro Woche) bewerkstelligen.

In der Praxis kann es allerdings durchaus vorkommen, dass Katze, wenn sie einmal vom Rohfleisch überzeugt ist, nur noch dieses fressen möchte und Dosenfutter absolut ungenießbar findet (ich habe hier so ein Exemplar), dann sollte das Einschleichen der Supplemente ein wenig schneller gehen. Am besten stellt man einfach einmal ein voll supplementiertes Menü zusammen und sieht, ob es gefressen wird. Später können die Supplemente dann auch mit eingefroren werden.

Mit diesem Teil endet nun unser kleines Barf-Tutorial, ich hoffe es hat euch gefallen. Das gesamte Tutorial als PDF zum kostenlosen Download findet ihr in unserem Infobereich.

(Bild: (c) elojodegata / pixelio.de)

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Anika

Katzenpersonal bei Haustiger
Mein Name ist Anika Abel und ich verdiene meine Mäuschen als Texterin, Übersetzerin und Autorin mit Fokus auf grüne Themen. Katzen sind mein Spezialgebiet. Vielleicht ist mein Name dem ein oder anderen aus den Zeitschriften "Pfotenhieb" und "Geliebte Katze" ein Begriff. Als Katzenpersonal aus Überzeugung beschäftige ich mich bereits seit einigen Jahren sehr eingehend mit Katzen und ihren natürlichen Bedürfnissen und musste schnell feststellen, dass diese häufig nur wenig Berücksichtigung finden. Besonders in Bezug auf die gesunde Ernährung unserer Stubentiger wird dies deutlich. Oft halten sich Mythen auf Katzenwebsites, in Foren oder Büchern über Jahre, die jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehren. Mit meinen Artikeln möchte ich Katzenhaltern dabei helfen, mehr über die ihnen anvertrauten Geschöpfe herauszufinden und diesen ein möglichst artgerechtes Leben zu ermöglichen. Ihr möchtet mehr über mich erfahren oder habt einen Auftrag für mich? Dann schaut doch mal unter textnatur.com vorbei.