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Nachdem ihr nun das grundlegende Handwerkszeug zusammenhabt, um eure ersten eigenen Erfahrungen im Katzen barfen zu machen, möchte ich euch zu guter Letzt noch einige Tipps an die Hand geben, wie ihr euren Katzen rohes Fleisch schmackhaft machen könnt, wenn eure Stubentiger nicht zu der Sorte Katzen gehören, die sofort mit Appetit Rohfleisch fressen.


Verbotene Genüsse schmecken besser

Genüsse, die zur freien Verfügung stehen, sind niemals so attraktiv, wie diejenigen, die eigentlich nicht für einen bestimmt sind. Das ist beim Menschen so und auch bei unseren lieben Miezekatzen. Daher ist es oft hilfreich, wenn beim Zubereiten der eigenen Nahrung zufällig einmal ein Brocken Fleisch zu Boden fällt oder das Schneidbrett unbeaufsichtigt ist, so dass sich Katze still und heimlich bedienen kann. Wer möchte, kann das Fleisch auch ein wenig durch die Gegend werfen, um den Jagdinstinkt anzuregen.


Verträgliches Fleisch für den Anfang

Rindfleisch wird von vielen Katzen sehr gerne gefressen, wird allerdings oft gerade zu Anfang nicht gut vertragen, so dass sich die Tiere davon oft erbrechen. Das kann Katze und Halter die Freude am Rohfleisch unter Umständen schnell verleiden. Es ist daher sinnvoll, mit gut verträglichem Fleisch zu beginnen. Hier empfehlen sich beispielsweise Kaninchen und Geflügel oder evtl. auch Lamm.


Stück für Stück ins Rohfleischglück

Lässt sich die Katze nicht überzeugen, Fleisch pur zu fressen, kann man dazu übergehen, minimale Mengen ins gewohnte Nassfutter zu mischen und diese mit der Zeit zu steigern, bis die Katze schließlich roh frisst. Hier eignen sich Nassfuttersorten besonders gut, die über einen starken Eigengeruch verfügen (z. B. Fisch).


Bestechung macht vieles leichter

Fast jede Katze hat ein Leckerli, das sie besonders gerne mag. Dieses eignet sich gut, um die verschmähte Fleischmahlzeit ein wenig attraktiver zu gestalten. So eignen sich Catsticks, Thrive etc. oder auch Trockenfutter in pulverisierter Form hervorrragend, um einzelne kleine Fleischstücken damit zu panieren. Meist wird das Fleisch dann „aus Versehen“ mitgefressen.


Von Gekochtem/Gebratenem zu Rohem

Helfen diese Vorgänge alle nicht, gibt es auch noch die Möglichkeit, das Fleisch erst einmal gekocht oder gebraten anzubieten. Wird dieses gefressen, kann man die Garzeit nach und nach verringern, bis das Fleisch schließlich roh gereicht und gefressen wird. Nach meiner Erfahrung wird mit etwas Schmalz oder Butter gebratenes Fleisch besser angenommen als gekochtes.

(Als letztes Mittel kann man der Katze auch ein wenig Hack auf die Pfoten geben, so manch Katze ist dadurch doch noch auf den Geschmack gekommen.)


Supplemente ins Fleisch bringen

Ist die Hürde Rohfleisch überwunden, steht bereits die nächste an, das Einschleichen der Supplemente. Hier geht man ebenfalls Schritt für Schritt vor und gibt Woche für Woche ein neues Supplement hinzu. Man beginnt am besten mit Taurin (in lauwarmem Wasser auflösen) und geht dann über Eierschalen und Salz langsam zu den anderen Supplementen über. Das lässt sich am besten mit Teilbarf (20 % der Gesamtfuttermenge pro Woche) bewerkstelligen.

In der Praxis kann es allerdings durchaus vorkommen, dass Katze, wenn sie einmal vom Rohfleisch überzeugt ist, nur noch dieses fressen möchte und Dosenfutter absolut ungenießbar findet (ich habe hier so ein Exemplar), dann sollte das Einschleichen der Supplemente ein wenig schneller gehen. Am besten stellt man einfach einmal ein voll supplementiertes Menü zusammen und sieht, ob es gefressen wird. Später können die Supplemente dann auch mit eingefroren werden.

Mit diesem Teil endet nun unser kleines Barf-Tutorial, ich hoffe es hat euch gefallen. Möchtet ihr noch mehr über Katzen barfen erfahren? Dann kommt doch nach Katzvard in unseren nächsten Einführungskurs Katzen barfen – die Einführung.


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Anika

Katzenpersonal bei Haustiger
Anika Abel ist Gründerin des Haustiger-Magazins und hilft Katzenhaltern als Dozentin der Online-Akademie Katzvard, ihr Wissen über Samtpfoten zu erweitern. Die überzeugte Frühaufsteherin engagiert sich für Ataxiekatzen und träumt oft von 48-Stunden-Tagen. Folge der dreifachen Gefrierschranköffnerin auf Facebook, Twitter oder Google+.