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Wissenswertes rund um die Katze

Was ist gutes Katzenfutter?

| 7 Kommentare

Immer wieder einmal kommt die Frage auf, welches Katzenfutter ich denn empfehlen würde bzw. was ich füttern würde. Nun davon abgesehen, dass ich die Frage meist mit B.A.R.F. beantworte, ist es gar nicht so einfach eine kurze Antwort zu geben, was eigentlich gutes Katzenfutter ausmacht und wer bestimmt, was denn nun gut ist und was nicht.

Nun, grundsätzlich ist das beste Futter für ein Tier, die Nahrung, die es auch in freier Wildbahn zu sich nehmen würde, da sich der Stoffwechsel im Laufe der Evolution perfekt darauf eingestellt hat. Folglich wären wir bei der Katze bei kleinen Beutetieren, wie kleinen Nagern, Vögeln, teilweise Fisch etc. Die Beutetiere werden roh und buchstäblich mit Haut und Haar verzehrt. Nur der Darm wird in der Regel übrig gelassen. Beim rohen Fleisch wären wir wieder bei B.A.R.F., allerdings kann und will nicht jeder barfen, weshalb ich mich hier auf die im Handel erhältlichen Fertigfuttermittel konzentrieren werde.

Die natürliche Ernährung der Katze besteht also vornehmlich aus Fleisch und weiteren tierischen Bestandteilen. Pflanzliches macht in der Ernährung der Katze nur einen verschwindend geringen Teil aus. Entsprechend sollte auch ein gutes Katzenfutter zusammengesetzt sein und zum größten Teil aus Muskelfleisch (min. 60 %) und hochwertigen tierischen Nebenprodukten, wie zum Beispiel Innereien bestehen. Im Idealfall ist auf den Futtermitteln genau deklariert, welche Teile des jeweiligen Tieres verarbeitet wurden.

Um die 100 % vollzumachen werden dem Futter dann in der Regel pflanzliche Bestandteile zugegeben, z. B. häufig Getreide, wie Mais, Soja und Weizen, oder auch Reis und Gemüse. Dazu ist zu sagen, dass der Stoffwechsel der Katze kaum in der Lage ist, größere Mengen an Kohlehydraten zu verstoffwechseln (hier ist das genauer erklärt) und die Katze bei einem Futter, das zum größten Teil aus Getreide besteht, jede Menge Material zu sich nimmt, von dem sie “nichts hat”, das aber ihren Stoffwechsel belastet. Entsprechend sollte Getreide im gutem Katzenfutter nicht vorkommen.

Daneben gelten Mais und Weizen als häufige Auslöser für Futtermittelallergien bei der Katze. Im Idealfall macht auch Gemüse nur 5 – 10 % des Futters aus. Schließlich enthält eine Maus auch nur das an Pflanzlichem, was sie zu dem Zeitpunkt im Magen hat, zu dem sie Opfer der Katze wird. Und so groß ist so ein Mäusemagen wahrlich nicht…

Einen guten ersten Anhaltspunkt darüber, wie hochwertig ein einzelnes Katzenfutter ist, bietet die Fütterungsempfehlung. Bei hochwertigem Katzenfutter wird in der Regel eine Menge von 200 g als Tagesration für eine Katze mit einem Gewicht von 4 kg empfohlen. Umso höher die Fütterungsempfehlung, um so weniger gute, für die Katze verwertbare Bestandteile sind enthalten.


Was ein gutes Katzenfutter neben Getreide nicht enthält:

Sieht man sich ein handelsübliches Katzenfutter so an, dann findet man in der Zusammensetzung oft so einige Begriffe, die einen erst einmal zum Grübeln bringen. In den meisten Fällen ist es so, dass diese unverständlichen Begriffe Dinge bezeichnen, die im Katzenfutter eigentlich nichts zu suchen haben. Genaueres zum Thema Futtermitteletiketten gibt es in einem gesonderten Artikel.

Daneben enthält ein gutes Katzenfutter grundsätzlich keinen Zucker, ganz gleich in welcher Form (Melasse, Karamell etc.), keine EG-Zusatzstoffe und andere Konservierungsstoffe, keine synthetischen Zusatzstoffe und keine Farb- und Lockstoffe. Vorsicht auch bei Hefeextrakt, das in vielen Katzenfuttern zu finden ist. Dieses besteht bis zu 7 % aus dem Geschmacksverstärker Glutamat. Wird dem Futter Hefeextrakt zugefügt, kann es aber dennoch als “frei von Geschmacksverstärkern” deklariert werden.


Und was ist mit Trockenfutter?

Nun, es gibt mittlerweile durchaus auch Trockenfutter, deren Zusammensetzung akzeptabel ist, allerdings haben alle Trockenfutter durch die Bank einen deutlichen Schwachpunkt, die fehlende Feuchtigkeit. Die Katze als ehemaliges Wüstentier nimmt den größten Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung auf. Das ist bei Trockenfutter nicht möglich. Entsprechend müsste sie trinken, um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken. Bedenkt man jedoch, dass so ein Beutetier etwa zu 70 % aus Wasser besteht, müsste sie ungefähr das drei- bis vierfache dessen trinken, was sie an Trockenfutter zu sich nimmt. Solche Mengen trinken die wenigsten Katzen und durch die fehlende Flüssigkeit steigt wiederum das Risiko für diverse Erkrankungen, z. B. der Nieren und Harnwege. Entsprechend kann Trockenfutter nie wirklich gutes Katzenfutter sein.


Wie sieht denn nun das perfekte Katzenfutter aus?

Kurzum, das perfekte Katzenfutter in der Dose, im Beutel etc. gibt es nicht. Keines ist 100%ig ausgewogen und jedes hat Stärken, aber auch Schwächen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, auf Dauer nicht nur Katzenfutter einer Marke zu füttern, sondern zwischen vier bis fünf unterschiedlichen Marken und auch wiederum Sorten abzuwechseln, um eine ausgewogene Ernährung gewährleisten zu können.

Darüber hinaus ist es oft empfehlenswert, dem Futter zusätzlich Taurin zuzugeben, da dieses in den meisten Fällen nicht in ausreichender Menge im Futter enthalten, für das Wohlbefinden der Katze jedoch essenziell ist.


Was kostet gutes Katzenfutter?

Gutes Katzenfutter hat seinen Preis und kostet in der Regel mehr, als die handelsüblichen Produkte aus dem Supermarkt. Dass in diesem bei einem Preis von 0,35 € für 400 g nicht wirklich hochwertiges Material enthalten sein kann, ist eigentlich offensichtlich. Wäre zu diesem Preis hochwertiges Fleisch in der Dose, würden die Hersteller schnell rote Zahlen schreiben. Eine sehr interessante Aufrechnung gibt es hier. Diese dreht sich zwar um Hundefutter, aber der Gedanke dahinter ist der gleiche.

Daneben spart man häufig nur am Anfang, wenn man billig einkauft. Die Tierarztkosten, die auftreten, wenn die eigene Katze durch die falsche Fütterung krank geworden ist, sind bei Weitem höher, als die Einsparung, wenn man auf gutes Katzenfutter verzichtet. Auch der Verbrauch für Katzenstreu ist auf lange Sicht geringer. Wo mehr verwertet wird, fällt weniger “Abfall” an, der schlussendlich im Katzenklo landet…

Gutes Katzenfutter findet ihr zum Beispiel bei Floyds Pfotenshop.

(Bild: (c) piu700 / pixelio.de)

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Autor: Anika

Autorin, Texterin, Übersetzerin und natürlich Katzenpersonal aus Überzeugung.

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7 Kommentare

  1. Ich BARFE!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und kompliziert ist das gar nicht. Es gibt Frostfleich, das man sich liefern lassen kann und fertige Barf-Zusätze. Also wer will, kann auch! LG Tina

    • Hallo Tina,
      nun ja, das Problem ist, dass es auch Katzen gibt, die Rohes nicht vertragen oder partout nicht annehmen wollen. Dass der Mensch will und könnte reicht deshalb leider nicht immer. Die Kapazitäten um einige Kilo Frostfleisch zu lagern, hat auch nicht jeder.

      lg

      Anika

  2. Gut geschrieben und klasse recherchiert! Ich habe ein paar Jahre gebraucht, um mir das Wissen anzueignen, das du hier in deinem Beitrag so praktisch zusammengefasst hast.

    LG Christina

  3. Ich bin ja so ein kleiner Laie was das angeht.
    Ganz doofe zwar nicht, aber wenn es zu tief in die Materie geht, ein kleines Blödchen

    Ich hatte letztens so überlegt, dass es leider wirklich keine gute Seite gibt, die Fertigfutter und deren Bestandteile einmal auseinander nimmt und gar noch für ganz Faule eine Art Bewertung des Futters mach (6 Näpfe gut / 1 Napf schlecht )

    Alleine so ne Seite aufziehen ist ja auch ein Megaprojekt. Oder gibt es gar doch so ne Seite?

    LG
    Marlene

    • Hallo Marlene,

      es gab mal eine, allerdings nur mit den einzelnen Zusammensetzungen und ohne Bewertung. Wurde aber irgendwann nicht mehr gepflegt und war entsprechend veraltet. Ob die Seite noch existiert?

      Ich habe auch schon einmal darüber nachgedacht, aber den Gedanken dann erst einmal wieder ad acta gelegt. Zum einen ist es für einen allein ein Unding so eine Seite aufzuziehen und dann auch noch am Laufen zu halten, da ja ständig neue Futtermittel dazukommen, Rezepturen geändert werden etc.

      Dann müsste man festlegen, wie man nun sehr gutes Futter, gutes Futter, durchschnittliches Futter überhaupt definiert, hat ja jeder so seine eigenen Ansichten, z. B. was Reis im Futter angeht. Das nächste wäre die rechtliche Seite, wenn man ein Futter als nicht akzeptabel einstuft.

      Alles nicht so einfach, leider.

      lg

      Anika

  4. Den Gedanken mit so einer Seite finde ich auch super…
    war grad mal wieder im world wide web unterwegs auf der Suche nach einem “Guten” Trockenfutter, weil ich meine Katze damit super beschäftigen kann… so als versteckten Leckerlie nebenbei… denn ich barfe ja ;)
    und dann kam mir der Gedanke…”ahh auf haustiger.info hatte ich mal einen Artikel gelesen…” und so kam ich mal wieder auf diese Seite …

    Ich denke, mann muss ja gar nicht die schlechten aufzeigen, sondern aufschreiben unter wechen Kriterien beurteilt wird und dann die Futter auflisten, die diesen Punkten entsprechen…
    ich bin nämlich grade schon am verzweifeln, weil man im Internet sich auf die Beschreibungen der Herstellen verlassen muss…

    Also bisher habe ich gerade Orijen gefunden…
    angeblich “… biologisch angemessenes Katzentrockenfutter”
    “Orijen Katzenfutter unterscheidet sich von herkömmlichem Futter:

    Hoher Proteingehalt aus frischem Fleisch in Lebensmittelqualität
    Kein Getreide enthalten
    Wenige Kohlenhydrate
    Reich an Obst und Gemüse
    Gesundheitsfördernde Kräuter und probiotische Bakterien”

    Hier eine Beschreibung–> http://www.zooplus.de/shop/katzen/katzenfutter_trockenfutter/orijen/42758
    Dort konnte ich keine Zusatzstoffe finden, die (nach meinem Wissensstand) schädlich sind.. bzw nicht ins Futter gehören…
    Meiner Meinung nach klingt das sogar sehr sehr gut!
    Zumal es nicht tausend verschiedene Sorten für unterschiedliche Lebenslagen gibt, so wie bei fast allen anderen Futtersorten… (laut Anika ist das ja auch ein Pluspunkt :P [Beitrag "In allen Lebenslagen gut gefüttert…" vom 29. August 2011]),
    sondern nur verschiedene “Geschmacksrichtungen”.

    Hat einer von euch schon Erfahrungen mit diesem Futter gemacht?

    Ich denke ich kaufe diese Futter Heute noch und werde dann mal berichten, ob es wirklich so gut ist wie es scheint…
    denn Heute gibt es bei Zooplus das Sonderangebot 2x 400g zum Preis von 1x 400g für 5,99€.
    (Falls noch jemand Intresse hat, hier der Link —> http://www.zooplus.de/shop/tierbedarf/aktionen/premiumfutter_guenstig_testen/premium_trockenfutter/97895#more )

    Vielleicht könnte man ja Anika auf ihrer Seite unterstützen und Recherchearbeiten betreiben ;)
    Ich bewundere es, wie du diese Seite alleine aufgezogen hast und sie immer weiter pflegst

    • Hallo Daniela,

      vielen Dank für die Blumen. Orijen kann man ohne Weiteres füttern. Ansonsten gäbe es noch Power of Nature. So wirklich tolles Trockenfutter ohne alle möglichen Zusätze gibt es leider nicht, was du aber zur Beschäftigung und als Leckerli auch nehmen könntest, wäre Trockenfleisch. Kann man selbst machen oder auch im Handel kaufen. Da ist dann wirklich nur Fleisch enthalten.

      lg

      Anika

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