Buchrezension: Funktionelle Neuroanatomie für die Tiermedizin

Buchrezension

Funktionelle Neuroanatomie für die Tiermedizin

Wie funktionieren eigentlich das Gehirn und das Rückenmark? Was machen die Nerven? Und wie ist dieses komplexe Konstrukt in der Lage, seiner Arbeit nachzugehen? Die Neuroanatomie ist ein recht schwieriges Thema mit sehr komplexen Zusammenhängen, das auf den ersten Blick nur schwer zu durchschauen ist. Wer aber bereit ist, sich ein wenig zu quälen und in diese eindrucksvolle Welt einzutauchen, wird seinen Horizont immens erweitern.

Das vorliegende Buch ist ein kompakter, aber nichtsdestotrotz verständlicher Helfer, für all diejenigen, die sich eingehend mit dem Nervensystem unserer Tiere beschäftigen möchten.

Allgemeines zum Buch

Autor: Michael Hubert Stoffel
Seitenzahl: 246 Seiten
Verlag: Enke Verlag (2011)
Preis: 51,99 Euro
ISBN-10: 3830411316
ISBN-13: 978-3830411314

Das sagt der Klappentext

Faszination Nervensystem

1.000.000.0000 Nervenzellen bilden das ZNS. Über unzählige Vernetzungen steuern sie sowohl die Körperfunktionen als auch die Reaktionen auf die Außenwelt. Behalten Sie hier den Überblick!

Die „Funktionelle Neuroanatomie für die Tiermedizin“ betrachtet die Funktionsweise des Nervensystems als Ganzes. Hervorragende Zeichnungen verdeutlichen die komplexen Zusammenhänge; eine anschauliche Sprache erleichtert das Verständnis zusätzlich. So bietet das Werk effektive Hilfe für Anatomietestate und die Prüfung.

Im klinischen Alltag erleichtert die übersichtliche Darstellung der Reflexbögen die neurologische Untersuchung. Nicht zuletzt erfordern moderne Verfahren wie CT und MRT die genaue Kenntnis der Neuroanatomie. Nur so können sichtbare Läsionen von Gehirn und Rückenmark mit klinischen Funktionsausfällen in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht werden. Auch hierfür ist das vorliegende Buch ein unverzichtbares Nachschlagewerk.

Das meint die Haustiger-Redaktion

Ich liebe ja Herausforderungen und umso komplexer das Thema, umso mehr Spaß macht es mir, mich damit zu beschäftigen. Vor der eingehenden Beschäftigung mit dem Nervensystem habe ich mich aber immer so ein wenig gedrückt. Bis eine Epilepsiekatze in mein Leben trat und die Beschäftigung für mich wieder wichtig(er) wurde. In der Hoffnung die Funktionsweise des Nervensystems besser zu verstehen, durfte das vorliegende Buch hier einziehen. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

„Funktionelle Neuroanatomie für die Tiermedizin“ ist in vier Teile gegliedert. Der erste Teil beschäftigt sich mit den Grundlagen der Neuroanatomie. Der interessierte Leser erfährt hier mehr über die Aufgaben und die grundlegende Funktionsweise des Nervensystems. Es wird behandelt, aus welchen Gruppen das Nervensystem besteht und wie diese aufgebaut sind. Zudem werden die Einteilungen des Nervensystems besprochen und der Leser lernt, wie das Nervensystem in der Lage ist, Reize aufzunehmen und zu verarbeiten. Arbeitet man diesen ersten Teil gründlich durch, ist man in Sachen Verständnis schon ein großes Stück weiter.

Teil II befasst sich mit der strukturellen Anatomie des Zentralen Nervensystems. Hier wird sehr eingehend beschrieben, wie die einzelnen Teile von Gehirn und Rückenmark im Zuge der Embryonalentwicklung entstehen und letztendlich aufgebaut sind. Das umfasst unter anderem auch die Hirnnerven und deren Kerngebiete. Auch Schädel und Wirbelsäule, die Meningen (Hirn- und Rückenmarkshäute), das Ventrikelsystem und die Liquorzirkulation sowie die Blutzirkulation im Zentralen Nervensystem werden behandelt.

Der dritte Teil hat schließlich die Leitungslehre zum Thema, also vereinfacht gesagt, die Lehre darüber, wie die einzelnen Teile des Nervensystems miteinander verbunden sind. Das Wissen um diese Verarbeitungsebenen und Verbindungen ist für die neurologische Untersuchung unerlässlich. Auch diese wird einschließlich der Reflexe und der sekretorischen Aktivität der Drüsen im Kopfbereich in diesem Kapitel behandelt.

Den vierten und letzten Teil bildet der Anhang mit einem Abkürzungsverzeichnis, einem umfangreichen Glossar, einer Auflistung der verwendeten Literatur und einem Sachverzeichnis.

Abgerundet wird das Werk durch eine CD, auf der zur Veranschaulichung und Vertiefung noch ein interaktives 3D-Modell des ZNS des Hundes und ein interaktives 3D-Modell des Innen- und Mittelohres des Hundes zu finden sind.

Für wen ist das Buch geeignet?

„Funktionelle Neuroanatomie für die Tiermedizin“ richtet sich ganz klar an Fachpublikum. Es kann aber auch dem interessierten Katzenhalter viel bieten, vorausgesetzt man ist bereit, wirklich mit dem Buch zu arbeiten, Begriffe nachzuschlagen und sich vielleicht auch mit den ein oder anderen Grundlagen zusätzlich zum Buch zu beschäftigen. Lässt man sich auf dieses Abenteuer ein, hat man ein wirklich umfangreiches Werk für einen relativ geringen Preis an der Hand, das den eigenen Horizont immens erweitern kann. Ich persönlich finde das Buch unglaublich spannend und möchte es in meinem Bücherregal nicht missen.

Angaben zur Transparenz: Das Buch wurde mir vom Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Das beeinflusst jedoch nicht meine Meinung. Denn die ist und bleibt unverkäuflich.

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Myiasis – Fliegenmadenbefall bei der Katze

Parasiten

Myiasis: Fliegenmadenbefall bei der Katze

Sommerzeit ist Fliegenzeit. Und wenn ihr Freigänger habt, seht ihr vielleicht regelmäßig die Fliegen, die sich auf den toten Mäusen tummeln, die die Katze mal wieder vor der Tür platziert hat. Nicht jeder weiß jedoch, dass auch lebende Katzen von einem Befall mit Fliegenmaden betroffen sein können. Absolut nichts, was man unbedingt einmal erlebt haben muss. Denn im schlimmsten Fall ist ein Befall mit Fliegenmaden für die Katze tödlich.

Doch während beim Kaninchen in den Sommermonaten regelmäßig vor der Gefahr durch Fliegenmaden gewarnt wird, so liest man bei der Katze solche Warnungen deutlich seltener. Das ändern wir heute.

Was ist die Fliegenlarvenkrankheit (Myiasis) eigentlich?

Unter einer Myiasis, auch Fliegenmadenkrankheit oder Fliegenlarvenkrankheit, versteht man den Befall lebender Wirbeltiere mit den Larven (Maden) von Zweiflüglern (Dipteren), sprich Fliegen und Mücken. Die Maden entwickeln sich dabei ganz oder teilweise auf dem Wirt und ernähren sich dort von lebendem oder abgestorbenem Gewebe und auch Körperflüssigkeiten, Sekreten usw.

Es gibt hier Myasiserreger, die für ihre Entwicklung zwingend lebendes Gewebe benötigen. Bei den in Mitteleuropa häufiger vorkommenden Myasiserregern wie den Schmeißfliegen (Calliphoridae), Fleischfliegen (Sarcophagidae) und Echten Fliegen (Muscidae) ist dem nicht der Fall. Diese gehen in der Regel eher auf verwesende organische Stoffe (Pflanzen und Tiere) und auf Exkremente. Nichtsdestotrotz können sie auch lebende Tiere befallen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.

Warum ist ein Fliegenmadenbefall für Katzen so gefährlich?

Nun, die Frage beantwortet sich im Endeffekt eigentlich schon von selbst. Dadurch, dass sich die Maden von ihrem Wirt ernähren, fressen sie ihn im wahrsten Sinne des Wortes von innen auf. Erkennt man den Befall rechtzeitig, was leider nicht immer so einfach ist, können betroffene Katzen oft noch gerettet werden. Ist die Myiasis bereits zu stark fortgeschritten, bleibt oftmals nur noch, die Katze von ihren Leiden erlösen zu lassen.

Sind alle Katzen durch Fliegenmaden gefährdet?

Eine Myiasis kann grundsätzlich bei allen Katzen vorkommen. Streunende bzw. allgemein geschwächte oder kranke Katzen sind häufiger betroffen. Besondere Vorsicht ist daneben bei allen Tieren geboten, die sich zum Beispiel aufgrund von Gelenkproblemen, einer Behinderung oder anderen Erkrankungen nicht (mehr) richtig putzen.

Zudem erhöhen folgende Faktoren die Gefahr für einen Befall:

  • Offene Wunden (auch kleinste, nässende Hautabschürfungen)
  • Verschmutzungen durch Kot oder Urin im Fell oder am After (z. B. aufgrund von Durchfall)

Hilfe, meine Katze hat Fliegenmaden!

Ein Fliegenmadenbefall ist ein Notfall! Als Erste-Hilfe-Maßnahme versucht man am besten die Maden so gut wie möglich durch Absammeln und Reinigen mit lauwarmem Wasser zu entfernen (Anm. d. Red.: Ja, das ist richtig eklig, ich weiß, aber was muss, das muss!)und bringt die Katze dann so schnell wie möglich zum Tierarzt des Vertrauens oder in die nächste Tierklinik.

Dort werden alle Eier und Maden, die von außen erreichbar sind, entfernt und weitere Schritte nach Bedarf wie Wundtoilette, Medikamentengabe (z. B. Antibiotikum, Schmerzmittel, Antiparasitikum) oder die Gabe von Infusionen, um den Kreislauf zu stabilisieren, eingeleitet. Infolge muss das betroffene Tier in der Regel engmaschig überwacht werden.

Wichtig! Umso früher ein Befall mit Fliegenmaden erkannt und tierärztlich behandelt wird, umso größer sind die Überlebenschancen.

Daher: Keine falsche Scham, kein Aufschieben, sondern UMGEHEND ab zum Tierarzt! Auch am Wochenende oder außerhalb der regulären Sprechzeiten. Ein Fliegenmadenbefall ist ein Notfall! 

Wie kann ich einem Befall mit Fliegenmaden vorbeugen?

Da sich die Maden auch in natürlichen Körperöffnungen, (feuchtwarmen) Hautregionen und Hohlorganen ansiedeln können und ein Fliegenmadenbefall sehr schnell entsteht, da die Maden nach nur wenigen Stunden aus den Eiern schlüpfen, ist eine 100%ige Vorbeugung leider nicht möglich.

Es gibt jedoch diverse Vorkehrungsmaßnahmen, die im Sommer grundsätzlich bei allen Katzen, aber insbesondere bei Tieren mit den vorgenannten Problemen absolut Sinn machen.

Einige sinnvolle Vorbeugungsmaßnahmen

  • Kontrolliert eure Katzen täglich auf Wunden (auch kleinste), Verschmutzungen und natürlich Fliegeneier oder Maden. Bei Langhaarkatzen kann es je nach Tier und Situation im Sommer sinnvoll sein, diesen einen Kurzhaarschnitt verpassen zu lassen, um die Kontrolle zu erleichtern. Bitte genau hinsehen! Speziell die Eier sind sehr klein und werden leicht übersehen. Ein Beispielbild findet ihr hier.
  • Haltet eure Tiere sauber und trocken, wenn Sie es selbst nicht ausreichend können. Besonders beliebt bei Fliegen sind Orte, die warm und feucht sind.
  • Montiert Fliegengitter an Türen, Fenstern, Außengehegen soweit möglich.
  • Lasst Grunderkrankungen wie Durchfall oder Verletzungen zeitnah behandeln und behaltet die Katzen ggf. im Haus, bis das Problem beseitigt ist.
  • Beobachtet eure Katzen gut und lasst sie beim Tierarzt untersuchen, sobald sie euch nicht normal vorkommen. Ein gestörtes Allgemeinbefinden kann etwa ebenso wie nervöses Zucken oder Putzen u. a. auch auf einen Befall mit Fliegenmaden hindeuten.

Alles in allem ist ein Fliegenmadenbefall insbesondere bei gesunden, gepflegten Katzen nicht allzu häufig und es gibt absolut keinen Grund, hier panisch zu werden.

Eine Myiasis ist aber definitiv etwas, auf das man absolut verzichten kann und das man auf jeden Fall ernstnehmen sollte! Daher bitte gerade im Sommer die genannten Präventionsmaßnahmen beachten!

Exkurs: Madentherapie und Einsatz von Maden in der Rechtsmedizin

Nachdem wir jetzt so viele eklige Details hinter uns haben zum Abschluss noch zwei Punkte bei denen Maden durchaus auch nützlich sein können.

  • Madentherapie:Bei schlecht heilenden Wunden gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, mit steril gezüchteten Fliegenmaden (Goldfliegenlarven) zu arbeiten. Diese werden auf die Wunde gesetzt und sollen dann abgestorbene Zellen entfernen und die Wundheilung fördern.
  • Rechtsmedizin:In der forensischen Entomologie werden Insektenlarven (z. B. von der Grauen Fleischfliege) genutzt, um anhand deren Entwicklungsstadien bei Leichen in den ersten Wochen nach dem Tod den Todeszeitpunkt recht genau zu bestimmen.

 

Hast du noch Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Dann schreib uns doch eine Mail an redaktion@haustiger.info. Wir freuen uns auf deine Nachricht!

Referenzen

  • Lutz H, Kohn B, Forterre F (2014). Myiasis (Fliegenlarvenkrankheit). In: Krankheiten der Katze, 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Enke Verlag, Stuttgart. S. 467
  • Mehlhorn H (2012). Fliegen (Unterordnung Deckelschlüpfer: Cyclorrhapha). In: Die Parasiten der Tiere, 7. Auflage. Springer-Verlag Berlin Heidelberg. S. 473-476)
  • Amendt J, Zehner R, Bratzke H (2003). Forensische Insektenkunde: Ein aktueller Forschungszweig der Rechtsmedizin. Dtsch Arztebl 2003; 100: A 3382–3385 [Heft 51–52]

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Buchrezension: Ganzheitliche Schmerztherapie für Hund und Katze

Buchrezension

Ganzheitliche Schmerztherapie für Hund und Katze

Schmerzen hat niemand gerne und wünscht man als mitfühlender Mensch auch keinem Tier. Nichtsdestotrotz wird gängigen Schmerzmitteln von Katzenhaltern häufig eine gewisse Skepsis entgegengebracht. Auch wenn diese nicht immer begründet ist, so besteht doch oft der Wunsch nach Alternativen. Mit diesen Ansätzen beschäftigt sich dieses Buch.

Ganzheitliche Schmerztherapie

Allgemeines zum Buch „Ganzheitliche Schmerztherapie für Hund und Katze“

Autoren: Markus Kasper, Andreas Zohmann
Seitenzahl: 344
Verlag: Sonntag, J; Auflage: 2., aktualisierte (2011)
Preis: 69,99 Euro
ISBN-10: 383049288X
ISBN-13: 978 – 3830492887

Das sagt der Klappentext

Der Golden Retriever kann keine Treppen mehr steigen, die argentinische Dogge winselt bei Berührung, die Perserkatze frisst nicht mehr. Endstation Schmerzmittel – oder etwa doch nicht?

In diesem Buch erfahren Sie,

– wie Schmerzen entstehen,
– wie Sie die schmerzauslösenden Faktoren lokalisieren und
– welch breites Therapiespektrum Ihnen zur Verfügung steht.

Ausgehend von einer schulmedizinischen Basis werden nicht nur die klassischen Schmerzmittel vorgestellt, sondern auch Neuraltherapie, Akupunktur, Goldimplantation, Physiotherapie und andere Therapieformen.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf orthopädischen Erkrankungen. Aber auch internistische Problemstellungen werden beleuchtet. Denn nicht selten sind die beiden Problemkreise miteinander verzahnt.

Das meint die Haustiger-Redaktion

Konventionellen Schmerzmitteln eilt ein schlechter Ruf voraus. Teilweise zu Recht. Und so ist es verständlich, dass häufig der Wunsch nach schonenderen Möglichkeiten aufkommt, um das geliebte Tier von seinen Schmerzen zu befreien. Das Buch „Ganzheitliche Schmerztherapie für Hund und Katze“ bietet hier nicht nur die Möglichkeit, andere Ansätze kennenzulernen, sondern auch eine Gelegenheit, sich näher mit dem Thema Schmerz zu beschäftigen. Damit, was Schmerz eigentlich ist, wie man erkennen kann, ob das eigene Tier Schmerzen hat und wie sich Schmerz bei Hund und Katze bemessen lässt.

Der Interessierte erfährt hier in den ersten drei Kapiteln nicht nur mehr über den Schmerz an sich, sondern auch darüber wie er entsteht, wie er wahrgenommen werden kann, welchen Schaden er anrichten kann und was er für das Tier eigentlich bedeutet. Ein Thema, das schnell fesselt und das auch nachdenklich macht.

Weiter geht es über 76 Seiten mit den verschiedenen Untersuchungsgängen. Dieser Abschnitt dürfte vor allem für den Praktiker interessant sein, für den das Buch auch gedacht ist. Zur Selbstdiagnose für den interessierten Tierhalter eignet sich das Kapitel nicht. Ich würde auch nicht empfehlen, hier ohne die entsprechende Ausbildung und Erfahrung selbst eine Einschätzung vorzunehmen.

Es folgen die verschiedenen Methoden der Schmerztherapie, wobei nicht nur die ganzheitlichen Methoden, sondern auch die medikamentöse Schmerztherapie zur Sprache kommen. Daneben werden Informationen zur Akupunktur, Neuraltherapie, physikalischen Medizin, Goldimplantation, Homöopathie und Kinesiologie geliefert. Den Abschluss bilden Informationen zum Schmerzmanagement und Informationen zur Schmerztherapie bei bestimmten Indikationen (z. B. bei Jungtieren oder älteren Tieren).

Fazit: Das Buch „Ganzheitliche Schmerztherapie für Hund und Katze“* bietet mit umfangreichem Bildmaterial einen hervorragenden Überblick darüber, welche ganzheitlichen Möglichkeiten in der Schmerztherapie zur Verfügung stehen. Das macht das Buch zu einem fantastischen Mittel, um den eigenen Horizont zu erweitern und sich in diesem Bereich weiterzubilden.

Zu erwähnen ist, dass es sich um ein Fachbuch handelt, das wohl eher für den Tierarzt oder den entsprechend ausgebildeten Praktiker (z. B. Tierphysiotherapeut, Tierheilpraktiker) von Nutzen sein dürfte. Aber auch der interessierte Laie kann aus diesem Buch viel mitnehmen, wenn er bereit ist, sich mit dem Thema intensiv zu befassen und bei Bedarf den ein oder anderen Fachbegriff nachzuschlagen.

Angaben zur Transparenz: Das vorliegende Buch wurde uns vom Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst jedoch nicht meine Meinung. Denn die ist und bleibt unverkäuflich.

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14 Fragen, die du dir unbedingt stellen solltest, bevor du einer weiteren Katze ein Zuhause gibst

Katzenhaltung

14 Fragen, die du dir unbedingt stellen solltest, bevor du einer weiteren Katze ein Zuhause gibst

Kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht irgendwie, irgendwo mit Katzenelend konfrontiert werde. Mit den unzähligen Gesuchen von Katzen, die im In- und Ausland ein Zuhause suchen, oft noch verbunden mit Drohungen oder herzergreifenden Geschichten. Auch in Kürze werden die Tierheime wieder überquellen und die Tierschützer werden nicht wissen wohin mit all den Katzenkindern und ausgewachsenen Katzen, die untergebracht werden müssen. Da fällt es schwer, „Nein“ zu sagen, auch wenn es vernünftig betrachtet richtig ist. Denn Liebe, ganz gleich ob zum Tier oder zum Menschen, bedeutet immer auch Verantwortung.

drei Katzen am Fenster

Ich möchte heute die Fragen mit euch teilen, die ich mir vor einer solchen Entscheidung immer stelle und die du dir auch stellen und EHRLICH für dich beantworten solltest. Jedes Mal, bevor ein weiteres Tier dauerhaft bei dir einzieht. Und eigentlich auch, wenn es sich nur um eine vorübergehende Aufnahme handelt. Ich gehe hier davon aus, dass schon mindestens zwei Katzen bei dir leben (Einzelhaltung ist nicht artgerecht!). Die Fragen gelten aber ebenso, wenn du dein Leben noch nicht mit Katzen teilst, aber gerade darüber nachdenkst.

1) Kann ich mir eine weitere Katze finanziell leisten und kann ich sie mir auch dann noch leisten, wenn plötzlich regelmäßige Einkünfte wegfallen?

Verantwortungsbewusste und artgerechte Katzenhaltung ist nicht günstig. Dazu kommt, dass zu den laufenden Kosten für eine weitere Katze (hochwertiges Futter, Streu, Zubehör, ggf. Medikamente, Tierversicherung / Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt), auch immer unvorhergesehene Kosten kommen können. Bei schweren Erkrankungen/Verletzungen oder wenn die Katze häufiger krank ist, können sich diese für EINE KATZE (!) schnell im vierstelligen Bereich bewegen.

Diese Kosten kommen – entscheidest du dich für eine weitere Katze – zu deinen bisherigen Tierhaltungskosten dazu und werden auch nicht wesentlich weniger, nur weil du vielleicht größere Futtermengen/Futterpackungen kaufen kannst. Und natürlich müssen auch du und eine Familie noch leben und laufende Kosten (Miete, Auto, Versicherungen, Lebensmittel, …) decken können. Jetzt und später. Gegebenenfalls auch dann, wenn du deinen Job verlierst, nicht mehr arbeiten kannst, dich vielleicht von deinem Partner trennst und so ein Einkommen wegfällt, dich deine Eltern plötzlich nicht mehr unterstützen können oder plötzlich unvorhergesehene Kosten entstehen (Auto kaputt, Waschmaschine kaputt, hohe Steuernachzahlung, …), um nur einige Beispiele zu nennen.

Eine grundsätzliche Empfehlung ist es, immer so viel als „Notgroschen“ zu sparen, um noch mindestens drei Monate lang alle Familienmitglieder (menschlich wie tierisch) adäquat versorgen und die regelmäßigen Kosten decken zu können, auch wenn egal aus welchem Grund plötzlich kein oder weniger Geld hereinkommt.

Wenn du jetzt schon zu kämpfen hast und bei Ende des Guthabens auf dem Konto immer noch so viel Monat übrig ist, wenn du Tierarztbesuche immer weiter hinausschiebst, weil es dir vor den Rechnungen graut oder jetzt schon weißt, dass du eine weitere Katze ohne finanzielle Hilfe von außen nicht adäquat versorgen kannst, dann ist jetzt im Moment nicht der Zeitpunkt für eine weitere Katze.

2) Habe ich die Zeit, um einer weiteren Katze dauerhaft wirklich gerecht werden zu können?

Geld ist nicht alles. Neben der Sicherung der Grundversorgung gehört zur artgerechten Katzenhaltung auch Qualitätszeit für die Tiere. Insbesondere bei Wohnungskatzen. Ist wirklich Zeit da, um mit einer weiteren Katze ausgiebig zu kuscheln, zu spielen, ohne dass die anderen Katzen in der Gruppe zu kurz kommen? Hat jede Katze auch einmal die Möglichkeit, ihre Bezugsperson für sich zu haben? Nicht alle Katzen schätzen es, ihren Menschen ständig teilen zu müssen, auch wenn sie grundsätzlich die Gesellschaft anderer Samtpfoten gerne um sich haben.

Gerade schüchterne Tiere brauchen auch häufig Zeiten, in denen sie allein mit ihrem Menschen spielen, kuscheln oder ihr Köpfchen anstrengen können (Stichwort: Clickertraining), ohne dass forsche Mitkatzen ständig dazwischenfunken.

Ist es für dich schon jetzt schwierig, allen deinen Katzen gerecht zu werden und kannst oder willst du deinen Katzen nicht mehr Qualitätszeit einräumen, ist jetzt im Moment nicht der richtige Zeitpunkt für eine weitere Katze. Als Faustregel gelten mindestens sechs Stunden am Tag, die man zu Hause sein sollte und in denen es den Tieren auch möglich sein sollte, Kontakt mit ihren Menschen aufzunehmen.

Bedenke hier bitte auch, dass wir hier nicht nur vom Hier und Jetzt, sondern von einem Zeitraum über mehrere Jahre sprechen. Wenn du zum Beispiel in den nächsten Jahren darüber nachdenkst, das Thema Familienplanung anzugehen, wenn schon abzusehen ist, dass deine Freizeit aufgrund von Beruf, Hausbau o. ä. in der nächsten Zeit eher weniger denn mehr werden wird, zeugt es von Verantwortungsbewusstsein, mit dem Aufnahme einer weiteren Katze noch zu warten, bis du abschätzen kannst, ob du einer weiteren Katze auch dann noch wirklich gerecht werden kannst.

3) Habe ich die Ressourcen für eine weitere Katze?

Die Frage, ab welcher Anzahl es zu viele Katzen für den vorhandenen Platz sind, lässt sich pauschal nicht beantworten. Nichtsdestotrotz gibt es auch hier natürlich Mindestanforderungen, die nicht unterschritten werden sollten. Als absolutes Minimum gelten mindestens 15 Quadratmeter frei verfügbare Bodenfläche für ein bis zwei Katzen. Für jede weitere Katze sind 2 Quadratmeter zusätzlich erforderlich. Diese Mindestanforderung darf nicht unterschritten werden. Hat man nur diesen überschaubaren Platz zur Verfügung sollten den Katzen auf jeden Fall zusätzlich noch Möglichkeiten geboten werden, die Räumlichkeiten in der dritten Dimension zu nutzen, sprich Wandbretter, Catwalk, Aufstiegshilfen auf Schränke etc. pp.

Neben diesen pauschalen Zahlen kommt es aber auch immer auf die einzelnen Persönlichkeiten innerhalb der Katzengruppe an. Während die einen auch auf kleinem Raum harmonisch zusammenleben, brauchen andere mehr Platz, um sich auch einmal aus dem Weg gehen zu können, d. h. auch wenn von den Quadratmetern an sich noch eine Katze drin wäre, kann es sein, dass der Platz für ein harmonisches Zusammenleben nicht ausreichend ist.

Neben dem reinen Platz müssen für eine weitere Katze natürlich auch weitere Ressourcen zur Verfügung stehen. Dazu gehören mindestens eine Katzentoilette mehr als Katzen im Haus, wobei sich die Katzentoiletten nicht nebeneinander und auch nicht in direkter Nähe zum Fress- oder Trinkplatz befinden sollten. Es gehören dazu ausreichend Kratzmöglichkeiten, auch hier am besten immer mindestens eine mehr als Katzen im Haushalt und mindestens ein bis zwei mehr Schlafplätze als sich Katzen im Haushalt befinden. Dass die neue Katze ihren eigenen Futternapf und ggf. auch ihre eigene Transportbox haben sollte, versteht sich von selbst.

Sind diese Möglichkeiten nicht gegeben, ist derzeit nicht der richtige Zeitpunkt für eine weitere Katze.

4) Warum möchte ich eine weitere Katze aufnehmen?

Ein Lebewesen sollte niemals einfach so aus einer Laune heraus angeschafft werden. Nein, auch dann nicht, wenn man sich spontan und auf den ersten Blick verliebt hat und die Katze sowas von genau ins eigene Beuteschema passt. Frag dich IMMER im Voraus, warum du eine weitere Katze aufnehmen möchtest und sei ehrlich zu dir selbst.

– Möchtest du etwas Gutes tun und einer Katze in Not helfen? Warum möchtest du das? Wirklich für die Katze oder für dich, um besser dazustehen?
– Möchtest du deine Gruppe harmonischer gestalten?
– Hat jemand in der Nähe Kätzchen, die einfach nur süß sind?
– Hast du dich in eine bestimmte Rasse verliebt?

Oder, oder, oder.

Die Gründe für den Wunsch nach einer weiteren Katze können ganz vielfältig sein. Und es ist auch nichts verkehrt daran, Wünsche und Träume zu haben.

ABER:

Die Verantwortung für eine Katze übernehmen bedeutet:

Nicht nur heute und morgen, sondern für das gesamte Katzenleben (also bei einem Kätzchen ca. 15 bis 20 Jahre), 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 (+1) Tage im Jahr, auch wenn das Tier alt oder krank wird, wenn es auf den Teppich kotzt, aufs Sofa pinkelt, die Tapete zerfetzt, alt oder krank wird und auch wenn vielleicht etwas oder jemand Neues in dein Leben tritt, also IMMER, IN GUTEN, WIE IN SCHLECHTEN TAGEN.

Bist du wirklich und von ganzem Herzen bereit, diese große Verantwortung für ein weiteres Lebewesen zu übernehmen?

Wenn du dir hier nicht sicher bist, ist gerade nicht der richtige Zeitpunkt für eine weitere Katze.

5) Warum soll es gerade diese Katze sein?

Nachdem du dir darüber klar geworden bist, dass eine weitere Katze bei dir einziehen soll und du dir schon ein Tier ausgeguckt hast, dann geh noch einmal in dich und frag dich, warum es genau diese Katze sein soll und ob sie wirklich zu dir oder zu euch passt. Warum möchtest du genau ihr ein Zuhause geben?

– Weil sie so hübsch ist?
– Weil sie dir so leidtut?
– Weil der Text im Gesuch so lustig ist?

All das sind nicht unbedingt die Gründe, warum du dich für oder gegen eine bestimmte Katze entscheiden solltest. Geh in dich, frag dich, ob die Katze wirklich zu dir und zu deinem Leben passt und du ihr – ja, genau ihr – das Leben bieten kannst, das sie verdient.

Kampfschmuser sind zum Beispiel wahnsinnig süß, aber können manchmal auch aufdringlich bis nervig werden, wenn sie von morgens bis abends kuscheln wollen. Wünschst du dir eine solche Katze und hast du auch Zeit für stundenlange Kuschelsessions oder ist vielleicht ein eigenständigeres Tier, das nur gelegentlich auf den Schoß möchte, besser geeignet?

Hast du Geduld und bist willens, ein scheues Tier an dich zu gewöhnen und ist es bei dir entsprechend ruhig? Oder herrscht eher den ganzen Tag lebhaftes Treiben, zum Beispiel in einem Haushalt mit kleineren Kindern?

Durfte die Katze bisher Freigang genießen und ihr stünde bei dir nur ein Platz in einer kleineren Wohnung zur Verfügung?

Mach dir ganz genau bewusst, was für ein Leben das Beste für genau DIESE Katze wäre und inwiefern du ihr das bieten kannst. Wenn du dir hier nicht 100%ig sicher bist, ist es vielleicht der richtige Zeitpunkt für eine weitere Katze, aber eben nicht für genau diese.

6) Passt die Katze in meine bestehende Katzengruppe?

Wir gehen hier ja davon aus, dass bei dir bereits Katzen leben. Auch zu diesen muss die neue Katze natürlich passen und man tut einer harmonischen Katzengruppe nicht immer einen Gefallen, wenn man ein weiteres Tier in die Gruppe nimmt. Um Probleme durch den möglichen Neuzugang von Vornherein zu vermeiden, solltest du darauf achten, dass die neue Katze zu deinen Katzen passt.

– Wie ist der Charakter deiner Katzen? Wie der des möglichen Neuzugangs?
Sind deine Katzen eher ruhig und der Neuzugang lebhaft?
– Wie spielen deine Katzen? Eher wild oder vorsichtig?
– Wie alt sind deine Katzen? Wie alt wäre die neue Katze?
– Wie harmoniert die Gruppe derzeit miteinander und was möchtest du ggf. erreichen?
Möchtest du zum Beispiel einen Spielkameraden für ein lebhaftes Katzenkind, das den anderen Katzen im Haushalt zu ungestüm ist?
– Sind deine Katzen gesund? Gerade (chronisch) kranken Katzen tut man oft keinen Gefallen, wenn man sie dem (möglichen) Stress einer Vergesellschaftung aussetzt?

Nicht nur du darfst dein Leben mit der neuen Samtpfote teilen, sondern auch deine Stubentiger, ob sie wollen oder nicht. Daher sollte dieser Punkt mindestens so viel, wenn nicht sogar noch mehr Gewicht haben, als Punkt 5 in unserer Liste. Du tust weder dir noch den Haustigern einen Gefallen, wenn du eine Katze dazu nimmst, die nicht in die Gruppe passt.

7) Ist die Quelle aus der die Katze stammt seriös?

Katzen gibt es mehr oder weniger an jeder Ecke. Vom Bauernhof, von Privatpersonen, aus dem Tierschutz im In- oder Ausland oder auch vom Züchter. Allerdings ist es nicht immer leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen und eine seriöse Bezugsquelle zu finden.

Aber das solltest du. Sieh dir die Quelle genau an, stelle Fragen und wenn du auch nur den kleinsten Zweifel an der Seriosität hast, dann wäge sehr genau ab, ob du wirklich genau dieser Katze ein Zuhause geben willst.

Einige Fragen, die du dir stellen solltest:

– Kann ich damit leben, wenn die Katze bei Ankunft bereits krank ist oder vielleicht an einer erblich bedingten Krankheit leidet, weil die Eltern zuvor nicht darauf getestet wurden? Habe ich die finanziellen Mittel und bin ich bereit, die Katze dann (womöglich kostspielig) behandeln zu lassen?
– Habe ich die Möglichkeit für den Fall des Falles Quarantäne zu halten?
– Kann ich damit leben, dass ich mit der Aufnahme zwar dieses eine Tier rette, aber dort dann gegebenenfalls unter unschönen Umständen weitere Katzen produziert werden?

Schwarze Schafe gibt es überall. Und wie heißt es so schön „der Schein trügt, aber er scheint“. Ein launiger Spruch, aber doch so wahr. Vorurteile und festgefahrene Meinungen sind hier fehl am Platz.

Nicht jede Bauernhofkatze ist krank. Es gibt durchaus auch landwirtschaftliche Betriebe, auf denen man sich um die Katzen kümmert, die eigenen Katzen kastrieren lässt und die Kätzchen wirklich von zugelaufenen Tieren stammen.

Nicht jede Katze vom Züchter ist gesund und frei von Erbkrankheiten, auch wenn die Tiere einen Stammbaum haben. Es gibt Züchter, die nur nach außen hin seriös wirken, bei denen es den Katzen aber hinter verschlossenen Türen alles andere als gut geht.

Nicht jeder Tierschutzverein ist seriös. Es gibt im Tierschutz Vereine, die auch wirklich TierSCHUTZ betreiben und es gibt solche, die sich mit mitleidsheischenden Geschichten nur eine goldene Nase verdienen wollen.

Lass dich hier nicht täuschen, frag gegebenenfalls nach Erfahrungen und schau genau hin, bevor du dich für eine Katze aus einer bestimmten Quelle entscheidest. Wenn du sie aufnimmst, obwohl die Voraussetzungen nicht stimmen, musst du ggf. mit oben genannten Punkten leben können.

8) Sind alle in der Familie mit der Aufnahme einer weiteren Katze einverstanden?

Katzen sind Familienmitglieder und sollten auch von allen Personen im Haushalt als solche betrachtet und behandelt werden. Das funktioniert in der Regel nur, wenn auch alle Familienmitglieder hinter einem möglichen Neuzugang stehen. Sind nicht alle Familienmitglieder mit der Aufnahme einer weiteren Katze einverstanden, ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine weitere Katze.

9) Darf ich noch eine weitere Katze aufnehmen (Vermieter)?

Die Haustierhaltung ist im deutschen Mietrecht nach wie vor nicht ganz eindeutig geregelt. Grundsätzlich darf der Vermieter eine Katze nicht willkürlich verbieten, das heißt aber nicht, dass Katzen auch wirklich gehalten werden dürfen. Wenn der Vermieter die Haltung von Katzen verbietet, muss er dafür sachliche Gründe vorbringen. Grundsätzlich gilt, dass eine vertragsgemäße Nutzung der Wohnung immer möglich sein muss. Entscheidungskriterien betreffen daher z. B. die Lage und Größe der Wohnung, das Verhalten der Katze(n) und die Gesamtzahl der Haustiere insgesamt.

Der Vermieter kann also aus sachlichen Gründen im Einzelfall (weitere) Katzen verbieten. Gründe können zum Beispiel die generelle Katzenanzahl, ein möglicher Schaden für Nachbarn und Hausbewohner durch die Katze, Lärmbelästigung oder Verschmutzung und eine übermäßige Abnutzung der Wohnung sein. Die Entscheidung muss immer Folge einer individuellen Einzelfallprüfung sein. Um Probleme zu vermeiden, ist aber zu empfehlen, die Aufnahme einer weiteren Katze vorab mit dem Vermieter abzuklären.

10) Fühle ich mich der Aufnahme einer neuen Katze aktuell gewachsen und habe ich im Moment Zeit für eine Vergesellschaftung?

Auch mit der besten Vorbereitung ist die Aufnahme einer weiteren Katze in eine Gruppe immer noch ein Glücksspiel, bei dem man nie so genau weiß, was einen erwarten wird. Es kann sein, dass die Vergesellschaftung ganz unspektakulär verläuft. Es kann aber auch sein, dass die ganze Geschichte ein wenig nervenaufreibender wird und es viel Zeit, Geduld und Nerven braucht, um die Tiere aneinander zu gewöhnen. Mögliche Probleme wie Unsauberkeit inklusive. Besonders wenn erwachsene Tiere zusammengeführt werden sollen.

Hast du momentan Zeit und Nerven dich einer solchen möglicherweise belastenden Situation zu stellen und die Vergesellschaftung durchzuziehen? Falls nein, dann ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine weitere Katze.

11) Habe ich mich mit dem Thema Vergesellschaftung und den möglichen Problemen damit intensiv beschäftigt?

Bei einer Vergesellschaftung ist die richtige Herangehensweise ungeheuer wichtig. Speziell, wenn es um erwachsene Tiere geht, die vielleicht sogar bisher allein gelebt haben. Hast du dich schon damit beschäftigt, wie du die Vergesellschaftung am besten angehst? Falls nein, kann ich dir dieses Buch* empfehlen.

12) Habe ich die Möglichkeit, die Tiere vorübergehend zu trennen?

Für eine erfolgreiche Vergesellschaftung kann es von Vorteil sein, die Katzen erst einmal zu trennen und sich dann langsam kennenzulernen. Auch wenn die Vergesellschaftung problematisch wird oder dein Neuzugang aus einer zweifelhaften Quelle stammt, kann es empfehlenswert oder sogar notwendig sein, die Samtpfoten zu separieren. Hast du die Möglichkeit, die Tiere vorübergehend zu trennen und wärst du ggf. bereit hierfür vorübergehend eine Gittertür zu installieren? Nein? Das solltest du aber.

13) Was ist mein Plan B, wenn es mit der Katze in meiner Gruppe nicht klappt? Kann die Katze ggf. wieder zurück?

Trotz aller Vorbereitung und Umsicht kann es dennoch passieren, dass es mit einer Katze in einer Gruppe jetzt oder später einfach nicht funktioniert. Dann braucht es einen Plan B, um in der unschönen Situation eine für alle Beteiligten geeignete Lösung zu finden.

Hast du dir darüber bereits Gedanken gemacht? Hättest du beispielsweise die Möglichkeit und den Willen die Katzen dauerhaft zu separieren? Hättest du ggf. Freunde, Verwandte oder Bekannte, die die Katze aufnehmen würden? Oder könnte sie gegebenenfalls wieder dorthin zurück, wo du sie bekommen hast?

Seriöse Tierschutzvereine, viele Tierheime und Züchter nehmen Katzen nach Möglichkeit wieder auf, wenn sie ihr neues Zuhause aus welchem Grund auch immer wieder verlassen müssen. Bei Katze aus anderen Quellen ist dies meist nicht der Fall. Auch nicht bei vielen Tieren aus dem Ausland. Ein Grund mehr, genau hinzusehen, woher dein neues Familienmitglied stammen soll.

14) Habe ich die Möglichkeit noch eine weitere Katze adäquat versorgen zu lassen/unterzubringen, wenn ich mich vorübergehend nicht um die Tiere kümmern kann?

Im Leben ist nicht immer alles planbar. Es kann immer vorkommen, dass man sich vorübergehend nicht um die eigenen Tiere kümmern kann, sei es aufgrund längerer Krankheit oder auch aus privaten oder beruflichen Gründen. Und gerade wenn man allein lebt, müssen die Katzen in der Zeit deiner Abwesenheit versorgt oder untergebracht werden. Dies kann ab einer gewissen Katzenanzahl schwierig werden.

Hast du die Möglichkeit, auch noch eine weitere Katze im Fall deiner Abwesenheit oder sogar im Todesfall adäquat versorgen zu lassen oder unterzubringen? Nein? Dann ist jetzt nicht der Zeitpunkt für eine weitere Katze.

Du hast alle Punkte durchgelesen und bist immer noch der Meinung, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine weitere Katze ist? Ja? Dann wünsche ich dir viel Freude mit deinem neuen Familienmitglied und eine reibungslose Vergesellschaftung!

 

Hast du noch Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Dann schreib uns doch eine Mail an redaktion@haustiger.info. Wir freuen uns auf deine Nachricht!

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Die Ethylenglykolvergiftung der Katze

Vergiftungen

Die Ethylenglykolvergiftung der Katze

Eine Ethylenglykolvergiftung endet bei Katzen zu 98 Prozent tödlich. Häufig aufgrund dessen, dass die Tiere viel zu spät dem Tierarzt vorgestellt werden. Oft erst dann, wenn bereits die Nieren versagen, da Vergiftungssymptome zuvor nicht erkannt oder falsch interpretiert wurden.

Doch was ist Ethylenglykol eigentlich? Warum ist es für Katzen so gefährlich? Wie erkennt ihr eine Vergiftung und wie könnt ihr eure Katze vor einer solchen möglichst wirksam schützen? Diese und weitere Fragen sind der Inhalt dieses Artikels.

Ethylenglykolvergiftung: Frostschutzmittel kann für Katzen tödlich sein.

Was ist Ethylenglykol eigentlich?

Ethylenglykol (1,2-Ethandiol) ist eine leicht zähflüssige Flüssigkeit, die farb- und geruchlos ist und sich gut mit Wasser mischen lässt. Die Flüssigkeit besitzt eine stark gefrierpunkterniedrigende Wirkung, weshalb Ethylenglykol häufig in Frostschutzmitteln eingesetzt wird.

Der Geschmack des Ethylenglykols (griechisch glykos = süß) ist süßlich, was es besonders für Hunde attraktiv macht. Und obwohl die Katze durch das Fehlen des T1R2-Gens Süßes in dem Sinn nicht schmecken kann, kommt es auch bei den Samtpfoten immer wieder zu Vergiftungen. Häufig sind junge Katzen oder Hunde betroffen.

Die minimale tödliche Dosis von unverdünntem Ethylenglykol liegt bei 1,5 Milliliter/Kilogramm Katze. ((CliniTox Giftsubstanz: Ethylenglykol – Kleintier | www.vetpharm.uzh.ch)) Zum Vergleich: Ein Teelöffel fasst 5 Milliliter Flüssigkeit, wir sprechen also wirklich über sehr geringe Mengen!

In welchen Produkten ist Ethylenglykol enthalten?

Ethylenglykol ist am ehesten als Frostschutzmittel bekannt, weshalb sich auch die meisten Warnungen nur um diese Produkte drehen.

Vergiftungen können bei Katzen vorkommen, wenn die Tiere durch Pfützen mit verschüttetem Frostschutzmittel laufen und sich anschließend putzen. Davon ab gilt die Redensart „Neugier ist der Katze Tod“ leider manchmal auch in diesem Fall, wenn die Tiere z. B. an den Flaschen lecken. Auch gezielte böswillige Vergiftungen mit Ethylenglykol sind möglich.

Es ist aber wichtig zu wissen, dass darüber hinaus unter anderem auch Lösungsmittel, fotografische Entwickler, Bremsflüssigkeit, Lacke  und Farben, Klebstoffe, Reinigungsmittel, Türschlossenteiser oder die beliebten mit Gel gefüllten Kalt-Warm-Kompressen oder Kühlakkus (speziell ältere Modelle) Ethylenglykol enthalten können. ((Melchers V. (2017). Der zerbissene Kühlakku. In: Der Praktische Tierarzt 98. Heft 10/2017. S. 1010-1012))

Was macht Ethylenglykol im Körper der Katze?

Ethylenglykol wird über den Magen-Darm-Trakt ziemlich schnell aufgenommen, die höchsten Plasmakonzentrationen (im Blut der Katze) werden etwa 1 bis 6 Stunden nach der Aufnahme erreicht. In der Leber wird der Stoff dann durch die Enzyme Alkoholdehydrogenase und Aldehyddehydrogenase verstoffwechselt, wodurch als Stoffwechselprodukte (Metaboliten) wiederum Glycolaldehyd, Glycolsäure, Glyoxylsäure und Oxalsäure entstehen. Diese Stoffwechselprodukte werden im Anschluss über die Nieren ausgeschieden.

Eine Vergiftung durch Ethylenglykol zeigt sich in zwei zeitlich voneinander getrennten Phasen. Für die erste Phase ist das Ethylenglykol selbst verantwortlich, die Symptome der zweiten Phase werden durch dessen Stoffwechselprodukte verursacht.

Welche Symptome treten bei einer Ethylenglykolvergiftung der Katze auf?

Erste Symptome treten etwa 30 Minuten nach Giftaufnahme auf und halten für etwa zwölf Stunden an. In dieser ersten Phase fallen die Tiere meist durch einen rauschähnlichen Zustand auf, der mit einer Depression des Zentralen Nervensystems einhergeht. Die Tiere wirken z. B. desorientiert, haben Koordinationsschwierigkeiten (Ataxie) und wirken teilnahmslos. Durch die Reizung der Schleimhäute kommt es zu Erbrechen, die Katzen trinken zudem oft auffallend viel.

In der zweiten Phase wirken sich Stoffwechselprodukte wie Glycolaldehyd und Oxalsäure schädigend auf die Nieren und das Zentrale Nervensystem aus. Eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) tritt in der Regel nach etwa drei Stunden auf und wird durch die Stoffwechselprodukte des Ethylenglykols verursacht. Etwa 12 bis 24 Stunden nach der Aufnahme ist durch Ablagerung von Calciumoxalatkristallen in den Nierentubuli mit Symptomen eines Nierenversagens zu rechnen.

Mögliche Symptome einer Ethylenglykolvergiftung im Überblick

  • Koordinationsstörungen (Ataxie)
  • Durst, Austrocknung (Dehydratation)
  • ZNS-Depression
  • Probleme mit Kreislauf und Atmung
  • Teilnahmslosigkeit (Lethargie)
  • Koma
  • Untertemperatur
  • Muskelzuckungen und Krämpfe
  • Erbrechen, Durchfall
  • Defekte (Erosionen) in der Mundhöhle, die vermehrten Speichelfluss auslösen
  • Koliken
  • Schmerzhafte Nieren
  • Vermehrter Harnabsatz (Polyurie), stark verminderter Harnabsatz (Oligurie), kein Harnabsatz mehr (Anurie) <= wir erinnern uns, die Nieren der Katze versagen durch die Vergiftung.
  • Defekte und Geschwürbildung (Ulzeration) an den Schleimhäuten

Eine Katze, die auch nur ansatzweise solche Symptome zeigt und/oder bei der der Verdacht besteht, dass sie Ethylenglykol (oder einen anderen Giftstoff) aufgenommen haben könnte, gehört unverzüglich in die Hände eines Tierarztes. Nicht morgen, nicht erst nach Feierabend oder wenn es sonst zeitlich passt, sondern sofort! 

Wie wird eine Ethylenglykolvergiftung diagnostiziert?

Im Idealfall wurde beobachtet, dass die Katze Frostschutzmittel oder ähnliches aufgenommen hat, so dass man nicht lange im Trüben fischen muss. Teilweise kann auch die Untersuchung von Maulhöhle, Kopf, Pfoten, Erbrochenem oder Harn der Katze mit einer Schwarzlichtlampe (Wood-Lampe) den Verdacht auf eine Ethylenglykolvergiftung erhärten, da Frostschutzmitteln zum Teil fluoreszierende Stoffe beigemischt werden, die Leckstellen im Kühlsystem sichtbar machen sollen. Im Harn ist der Farbstoff etwa sechs Stunden nach Aufnahme zu finden.

Davon abgesehen ist Ethylenglykol im Blut, Serum oder Harn für etwa 48 bis 72 Stunden nachweisbar. Der maximale Spiegel wird im Serum ein bis sechs Stunden nach der Einnahme erreicht. Weitere Hinweise gibt die allgemeine Laboruntersuchung (Blutbild, Urinuntersuchung).

Wie kann eine Ethylenglykolvergiftung behandelt werden?

Zur Behandlung einer Ethylenglykolvergiftung gibt es bei der Katze verschiedene Möglichkeiten.

Grundsätzlich gilt: Umso früher die Behandlung beginnt, umso höher sind die Überlebenschancen. Im Idealfall sollte die Behandlung innerhalb von drei Stunden nach Aufnahme des Stoffes beginnen. Also nochmal: Beim kleinsten Verdacht => Tierarzt konsultieren! 

Wurde die Katze bei der Aufnahme beobachtet und gelangt die Katze etwa innerhalb von einer Stunde zum Tierarzt, ist es möglich, das Tier erbrechen zu lassen oder eine Magenspülung durchzuführen, um die weitere Aufnahme des Giftstoffes über den Magen-Darm-Trakt aufzuhalten.

Verabreichung eines Gegenmittels

Ist die Katze innerhalb von drei bis vier Stunden nach Aufnahme beim Tierarzt, kann dieser einen Therapieversuch mit einem Gegenmittel starten.  Am häufigsten wird hier mit Alkohol (Ethanol) gearbeitet. Was auf den ersten Blick sehr seltsam erscheint, macht auf den zweiten durchaus Sinn.

Denn Ethylenglykol ist Ethanol sehr ähnlich und wird im Körper über das gleiche Enzymsystem verstoffwechselt. Gibt man dem Tier nun Alkohol, setzt sich dieser an die Bindungsstellen des Enzymsystems und behindert die Verstoffwechselung von Ethylenglykol. So lässt sich im Idealfall größerer Schaden durch die Stoffwechselprodukte des Ethylenglykols verhindern.

Die Gabe von Ethanol MUSS unter tierärztlicher Überwachung erfolgen, da unter anderem die Gefahr eines Atemstillstandes besteht! 

Eine Alternative zu Ethanol ist Fomepizol (4-Methylpyrazon). Fomepizol verspricht eine höhere Überlebensrate bei Katzen ((Thrall MA, Connally HE, Grauer GF & Hamar DW (2013) Ethylene Glycol. In: Small Animal Toxicology, Third Edition. Eds. Peterson ME & Talcott PA. W.B. Saunders Company, Philadelphia, pp. 551-567)) und geringere Nebenwirkungen ((Löscher W, Richter A, Potschka H (2014). Ethylenglykolvergiftung. In: Pharmakotherapie bei Haus- und Nutztieren. 9. aktualisierte und erweiterte Auflage. Enke Verlag, Stuttgart. S. 492)), ist aber zum einen relativ teuer und zum anderen im Notfall nicht immer schnell genug verfügbar.

Spätestens kann die Therapie mit einem Gegenmittel 12 Stunden nach Giftaufnahme eingeleitet werden. ((Lutz H, Kohn B, Forterre F (2014). Ethylenglykolvergiftung. In: Krankheiten der Katze, 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Enke Verlag, Stuttgart. S. 275))

Zusätzlich wird man versuchen, den Zustand der Katze insgesamt zu stabilisieren bzw. stabil zu halten.

Achtung: Aktivkohle bindet keine Glykole und ist bei einer Ethylenglykolvergiftung nicht von Nutzen.

Wie kann ich eine Ethylenglykolvergiftung bei meiner Katze verhindern?

Der beste Schutz vor einer Vergiftung besteht darin, auf gefährliche Produkte soweit möglich zu verzichten oder sie zumindest gut zu verstauen und für die Katzen unzugänglich aufzubewahren. Das gilt auch für Ethylenglykol.

Sollten Tropfen von Frostschutzmittel o. ä. auf den Boden gelangen, wischt diese bitte umgehend und komplett auf und die Fläche gründlich mit Wasser nach. Für eine Vergiftung sind bereits kleinste Mengen ausreichend!

 

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