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Interview: Was macht eigentlich eine Tierkommunikatorin?

Im vierten Teil unserer Interviewreihe zum Thema “Tierische Berufe” erzählt uns Daniela Gröll von Kontakt zur Tierseele etwas über einen tierischen Beruf, der für viele nur schwer greifbar ist, nämlich den Beruf der Tierkommunikatorin.

Daniela beschäftigt sich mit Tierkommunikation und Tierenergetik.

© Schatzbuben | Daniela Gröll

Hexe: Hallo Dani, herzlichen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, uns einige Fragen zu deinem Beruf zu beantworten. Stellst du uns kurz deinen Beruf Tierkommunikatorin vor?

Daniela: Danke, dass ich hier die Gelegenheit habe, etwas über meine „Berufung“ als Tierkommunikatorin zu sagen. Als Tierkommunikatorin nehme ich telepathisch Kontakt mit Tieren auf. Das heißt, ich stelle den Tieren Fragen, die der Tierhalter an sein Tier hat und bekomme dann Mitteilungen von den Tieren. Das müssen nicht immer gesprochene Worte sein. Die meisten Antworten erhalte ich über Gefühle und das sogenannte „Hellwissen“. Gerade bei Problemen mit Tieren oder kranken und sterbenden Tieren ist das sehr hilfreich, da ich mich dann auch in das Tier einfühlen kann. Ich spüre dann oft an meinem Körper wo das Tier gesundheitliche Schwachstellen oder Schmerzen hat. Die Tiere können mir aber auch Bilder senden, was für die Kommunikation mit vermissten Tieren von Vorteil ist, damit der Halter dann anhand der Bilder das Tier leichter finden kann. Hier besteht aber auch die Möglichkeit das Tier wieder nach Hause zu führen. Es gibt da verschiedene Methoden die man anwenden kann. Vermisste Tiere sind aber der schwierigste Bereich in der Kommunikation und nicht jedes Tier wird gefunden.

Die Gründe warum mich Tierhalter kontaktieren sind sehr verschieden. Mancher möchte nur wissen wie es seinem Tier geht, andere haben konkrete Fragen, weil es Probleme zwischen Tier und Halter gibt, Tiere krank sind, im Sterben liegen oder vermisst werden. Auch mit verstorbenen Tieren kann ich Kontakt aufnehmen, um dem Tier Botschaften von seinem Menschen mitzuteilen und umgekehrt. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass das oft sehr heilsam für die Menschen ist, gerade dann, wenn der Halter und das Tier eng miteinander verbunden waren.

Hexe: Wie müssen wir uns denn „einen Tag im Leben einer Tierkommunikatorin“ vorstellen?

Daniela: Da ich für meine Arbeit nicht vor Ort sein muss, habe ich Kunden aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich, Luxemburg, Italien oder Taiwan und kann mir so meine Zeit selber einteilen.

Morgens lese und beantworte ich erst meine E-Mails. Anfragen zur Tierkommunikation oder Tier-Energetik und Mails von Tierhalter, mit deren Tieren ich Kontakt hatte. Diese bedanken sich zumeist und viele teilen mir auch mit, was sie zum Gesprächsprotokoll zu sagen haben oder wie ihre Tiere während oder nach dem Gespräch oder der energetischen Anwendung reagiert haben. Manchmal gibt es auch noch Fragen, wenn etwas im Protokoll nicht verstanden wurde.

Dann folgt ein Tiergespräch. Dazu bereite ich mich mental auf die Tierkommunikation vor, bevor ich mit dem Tier Kontakt aufnehme. Die Kontaktaufnahme dauert 2-4 Stunden, dabei schreibe ich alles mit, was ich von dem Tier an Mitteilungen erhalte. Das Protokoll sende ich dann per E-Mail an den Tierhalter.

© Schafgespräche | Daniela Gröll

Um jedem Tier genügend Aufmerksamkeit geben zu können, führe ich nie mehr als ein oder zwei Kommunikationen am Tag durch.

Der Rest des Tages ist dann mit Büroarbeiten ausgefüllt. Beantwortung von weiteren E-Mails. Viele Tierhalter haben Zweifel an der Tierkommunikation, sind aber oft verzweifelt, weil sie bisher für ihre Probleme mit ihrem Tier noch keine Lösung finden konnten und sehen so die Tierkommunikation als letzte Rettung. Das Beantworten solcher Mails kann dann manchmal sehr zeitaufwendig sein. Wobei ich hier niemanden überzeugen muss, denn wenn die Tierhalter dann das Protokoll lesen, erkennen sie ihr Tier in der Regel sofort. Auch verändert sich am Tier meist etwas nach der Kontaktaufnahme oder während der energetischen Anwendungen.

Natürlich mach ich zwischendrin auch Pausen. An manchen Abenden halte ich mir Termine für Anwendungen bei Tieren und Menschen frei.
Auch biete ich kostenfreie Online-Webinare an, in denen ich über die Tierkommunikation und Tier-Energetik berichte und im Anschluss die Tierfreunde noch Fragen zum Thema stellen können. Demnächst möchte ich mal wieder meine Webseite überarbeiten. In Planung ist, selbst Kurse anzubieten, um Tierhaltern die Tierkommunikation näher zu bringen. Das kostet alles viel Zeit.

Hexe: Wie wird man denn Tierkommunikatorin? Kann sich jeder einfach als Tierkommunikatorin ausgeben? Gibt es da eine anerkannte Ausbildung? Drückt man die Schulbank? Oder lernt man vielleicht wie in einem „normalen“ Ausbildungsberuf auch bei anderen Tierkommunikatoren? Macht man Praktika?

Dankela: Die Bezeichnung Tierkommunikatorin, ist wie auch die des Tierheilpraktikers in Deutschland nicht geschützt und kein anerkannter Ausbildungsberuf. Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Tierkommunikation zu „erlernen“. Ich selbst habe vor über 10 Jahren meine ersten Seminare besucht, weitere folgten. Dazwischen hatte ich eine längere Pause, bevor ich vor ein paar Jahren die komplette Ausbildung ganz von vorne nochmal gestartet habe. Hier waren es vier Ausbildungsstufen. Es gibt die Möglichkeit vor Ort Seminare zu besuchen, aber auch Online-Webinare mitzumachen. Ich habe beide Möglichkeiten genutzt. Es gibt dabei wie in der Schule Unterricht, aber es wird auch geübt vor allem erst einmal mit Tieren anderer Kursteilnehmer. Die meiste Arbeit ist dann das selbstständige Lernen und Üben. Nein, ein Praktikum gab es nicht.

Hexe: Muss man eine besondere Gabe haben, um mit Tieren auf diesem Weg kommunizieren zu können oder kann den Beruf jeder erlernen?

Daniela: Es gibt Urvölker die heute sich noch telepathisch austauschen. Wir hier, haben es wieder verlernt und müssen das wieder üben, wenn wir Kontakt zu Tieren aufnehmen wollen. Bei der Ausbildung lernt man das dann wieder. Auch wenn es jeder lernen kann, haben viele die Vorstellung, dass man als Tierkommunikatorin nur mit Tieren arbeitet. Dem ist aber nicht so, denn der Mensch, der zum Tier gehört, spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle.

Hexe: Arbeiten Tierkommunikatoren auch mit Tierärzten oder Angehörigen anderer tierischer Berufsgruppen, z. B. Katzenpsychologen, zusammen? Wie ist das denn bei dir z. B.?

Daniela: Es macht Sinn, mit anderen Menschen, die mit Tieren arbeiten, zu kooperieren. Bei Tierärzten habe ich leider oft die Erfahrung gemacht, dass diese für das Thema nicht offen sind. Wobei mir neulich eine Kundin berichtete, dass ihrer Tierärztin mein Name bekannt sei, da sie mehrere Kunden hat, die bei mir schon eine Tierkommunikation oder energetische Anwendung für ihr Tier gebucht hatten.

Es kommt natürlich vor, dass ich Kunden bitte einen Tierarzt aufzusuchen. So wie vor kurzem bei einem Hund der Zahnprobleme hatte. Da hilft dann ein Gespräch allein nicht, in dem Fall musste der Zahn raus. Da es ein schon älteres Tier war, folgten dann zwei energetische Anwendungen, während dieser sich dann die Katze dazugesellte.

© Anwendung bei Joey | Daniela Gröll

Wenn ich von Tieren Infos bekomme was ihnen weiterhelfen kann z.B. Akupunktur oder andere Maßnahmen teile ich das dem Tierhalter immer mit. Die Tierkommunikation ist ein Gespräch, damit können Dinge geklärt werden, aber manchmal reicht die Kommunikation alleine nicht aus. Ich mache bei kranken Tieren auch einen Körperscan was dann hilfreich sein kann, wenn der Tierarzt im Vorfeld nicht fündig geworden ist.

Vor kurzem hatte sich ein Pferd gewünscht das die Reiterin Reitunterricht nimmt, da sie das Pferd in seinem Bewegungsablauf blockiert. Ein guter Reitlehrer wird beiden weiterhelfen können.
Bei zwei „Pinkelkatern“ im selben Haushalt hat die Kommunikation ausgereicht, so dass sich das seit Jahren bestehende Problem drastisch und umgehend reduzierte. In dem Fall hatten die Kater klare Vorstellungen, was sich ändern müsse, um die für die Menschen sehr unangenehme Unart, zu unterlassen. Wenn der Mensch dann aber nicht bereit ist, darauf einzugehen, wird sich auch nichts oder nicht dauerhaft etwas verändern.

Die Tierkommunikation ist meist kein Ersatz für eine Hundeschule, aber sie kann beide Parteien unterstützen. In all den Bereichen würde ich mir zum Wohle der Tiere wünschen, dass mehr Zusammenarbeit stattfindet.

Hexe: Tierkommunikation ist ja so ein tierischer Beruf, der für Außenstehende so gar nicht greifbar ist und oft auch einen eher unseriösen Beigeschmack hat. Noch dazu, wenn die Kommunikation aus der Ferne z. B. über ein Bild des Tieres erfolgt. Schließlich kann man als Besitzer ja nicht nachvollziehen, ob die Tierkommunikatorin wirklich mit dem Tier in Kontakt tritt oder die Antworten, die sie übermittelt, nur ihrer Fantasie entspringen. Worauf sollte man denn deiner Meinung nach bei der Wahl einer Tierkommunikatorin achten?

Daniela: Wenn ich mit einem Tier per Foto Kontakt aufnehme, dann sehe ich zwar nicht wie es sich verhält, wie sein Wesen ist. Ich habe dann ja nur das Foto und da ich ein Protokoll schreibe, kann anhand der Wesensbeschreibung und der Antworten, der Tierhalter sein Tier erkennen. Ein paar Beispiele wie Tierhalter ihre Tiere im Gespräch wieder erkennen, habe ich ja schon genannt. Weiter ist mir eine Tierhalterin in Erinnerung die berichtete, dass der Hund während der Kontaktaufnahme völlig abwesend war und dabei nicht mal bemerkte wie sein geliebtes Herrchen nach Hause kam. Das sind Dinge neben dem Protokoll, die erkennen lassen, dass ein Kontakt stattgefunden hat. Ähnlich habe ich es auch bei anderen Tieren erfahren.

© Reiki an der Kuh | Daniela Gröll

Bei der Wahl einer Tierkommunikatorin würde ich darauf achten, dass diese alle Bereiche der Ausbildung durchlaufen hat, auch wenn sie vielleicht nicht mit vermissten oder verstorbenen Tieren kommunizieren will. Leider soll es einige geben, die nur einen Kurs besucht haben und sich dann Tierkommunikatorin nennen, was meiner Meinung nach viel zu früh ist.
Auch würde ich schauen, dass ein Gewerbe angemeldet wurde und ob mir die Person vertrauenswürdig erscheint und zu guter Letzt, mich auf mein Gefühl verlassen.

Hexe: Angenommen, wir haben jetzt eine Tierkommunikatorin gefunden, die uns geeignet erscheint, wie müssen wir uns dann den weiteren Ablauf vorstellen? Jetzt bei dir z. B. wir schreiben dir eine Mail oder rufen dich an und wie geht es dann weiter?

Daniela: Nach der Anfrage bitte ich um ein Foto, auf dem das Tier alleine abgebildet ist. Dazu brauche ich noch den Namen, das Geschlecht und evtl. das Alter des Tieres.
Dann die Fragen, die der Halter an das Tier hat oder welches Problem besteht, also warum die Kontaktaufnahme gewünscht wird.

Auch Botschaften die ich dem Tier übermitteln kann gehören dazu z. B. wenn der Halter ohne Tier in den Urlaub fahren möchte, die Tiere möchten informiert werden.

Bei Katzen ist das meiner Meinung nach immer sinnvoll, wenn die Menschen mit Tier umziehen, da selbst bei Wohnungskatzen bei Umzügen oft Tiere verlorenengehen. Gerade hatte ich wieder eine Kommunikation mit einer vermissten Katze, die unbedingt wieder heim will, aber den Weg in die neue Wohnung nicht findet. Hier habe ich dann anhand von Bildern die ich von der Katze erhielt, Aufenthaltsorte der alten Heimat der Katze an die Tierhalterin geben können, aber den beschriebenen Ort und dann das Tier dort auch zu finden und abzuholen ist dann Aufgabe der Halterin. Bei vermissten Tieren ist eine zeitnahe Kontaktaufnahme sinnvoll, denn je länger das Tier unterwegs ist, je schwieriger wird es.

Kranke, sterbende und vermisste Tiere gehen immer vor, so dass ich hier versuche zeitnah zu kommunizieren. Für andere Gespräche ist mit einer Wartezeit von 2-7 Tagen nach Zahlungseingang zu rechnen.

Hexe: Und die Kosten? Macht da jede Tierkommunikatorin ihre eigenen Preise oder gibt es da auch eine Gebührenordnung wie bei den Tierärzten?

Daniela: Nein, es gibt keine Gebührenordnung. Wobei die Arbeit der Tierkommunikation und der von Tierärzten auch nicht miteinander verglichen werden kann. Als Tierkommunikatorin nehme ich kein Blut ab, röntge nicht und darf auch keine Diagnosen stellen. Ich fühle mich in das Tier ein, frage es und bekomme dann die Antworten, die das Tier mir geben mag. So kann die Tierkommunikation eine Hilfe für den Tierarzt, Tierheilpraktiker oder Tiertherapeuten sein und natürlich für den Halter und das Tier selbst.

Es kommt aber oft vor, dass die Tierkommunikation im Zusammenhang mit Tierärzten erwähnt wird, wenn es um die Kosten geht. Viele Anfragen beginnen mit “Ich habe schon 1000 € beim Tierarzt gelassen und…”. Aber auch ich muss meine Miete zahlen, meine Versicherungen und meinen Lebensunterhalt und andere Rechnungen zahlen.

Meines derzeitigen Wissens nach liegen die Preise für eine Tierkommunikation zwischen 40 € und 160 €. Manche rechnen nach Minuten ab, ich habe einen Festpreis, der in der Mitte liegt, so dass jeder gleich weiß, was ihn erwartet. So kann sich jeder eine Kontaktaufnahme leisten.

Ich schreibe grundsätzlich Protokolle. Manch andere führen die Kommunikation am Telefon durch, was natürlich weitaus schneller geht, aber der Tierhalter kann im Zweifel nicht mehr alles genau nachverfolgen. Ein Protokoll kann man nochmal zur Hand nehmen. Viele Kolleginnen berechnen das Protokoll, wenn es gewünscht wird nochmal extra ab. Ich biete immer an, mich nochmal zeitnah zu kontaktieren, falls im Gespräch was nicht verstanden wurde. Das ist dann kostenfrei.

Ich danke euch, dass ich hier über meinen Traumjob als Tierkommunikatorin und Tier-Energetikerin berichten durfte und freue mich, wenn hoffentlich viele Leser bis zum Schluss mitgelesen haben.

Über Daniela Gröll

© Daniela und Danilo | Daniela Gröll

Daniela Gröll war schon immer von Tieren begeistert, so war es nicht verwunderlich, dass sie schon sehr früh Vegetarierin wurde. 11 Jahre arbeitete sie als Pferdepflegerin und rechte Hand der Chefin, auf einem Pferdeschutzhof, wo sie die ersten Erfahrungen mit der Tier-Energetik machte. Später arbeitete sie im Außendienst bei einem Tierschutzverein, der sich gegen Schlachttiertransporte einsetzt. Durch das Leid der Kühe und Kälber wurde der Weg zur veganen Ernährung gelegt. Während einer Umschulung zur Bürokauffrau, arbeitete sie bei einem anderen Verein und fing mit der Ausbildung zur Tierkommunikation an. Es folgten weitere Seminare rund um die Tierkommunikation und energetische Heilung. Ihr findet Daniela im Internet unter Kontakt zur Tierseele oder auch auf Facebook.

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Madame, Diva und manchmal auch "Mäkeltrudi". Hexe ist die First Lady im Bürokatzenteam von Haustiger und der Grund, warum es dieses Magazin heute gibt. Ihre Tätigkeit als zertifizierte Bürofachmieze ist eigentlich unbezahlbar, Hühnchen im Haus zu haben, schadet aber trotzdem nicht.