Katzenfutter im Haustiger-Test: Wildes Land – Natur pur für Katzen

Ernährung

Katzenfutter im Haustiger-Test: Wildes Land – Natur pur für Katzen

Das Nassfutter von „Wildes Land“ ist den meisten unserer Leser sicherlich mittlerweile schon auf der ein oder anderen Website bzw. dem ein oder anderen Blog begegnet. Auch wir wurden vor längerer Zeit angeschrieben, ob wir das Futter nicht testen möchten. Wir waren nicht abgeneigt und schaffen es nun auch endlich einmal das Ergebnis unseres Tests zu veröffentlichen.

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Damit wird geworben

Das Nassfutter von Wildes Land ist natürlich, gesund und lecker. Vertrauen in die Kraft der Natur ist auch hier die Basis. Daher werden für die getreidefreien Rezepturen ausschließlich natürliche und hochwertige Zutaten in Form von viel frischem Fleisch, Gemüse, gesunden Natur-Kräutern und Ölen verarbeitet. Die Herstellung des Nassfutters erfolgt mittels schonender Dampfgarmethode, so dass die in den hochwertigen Zutaten enthaltenen Vitamine und Nährstoffe erhalten werden.

Darüber hinaus wird damit geworben, dass das Futter komplett in Deutschland produziert wird, ohne Tierversuche auskommt und keine Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe zugesetzt sind.

Zusammensetzung und Fütterungsempfehlung

Wir greifen uns hier beispielhaft einmal die Sorte „Rind und Pute“ heraus. Die Zusammensetzungen der einzelnen Futtersorten sind (abgesehen von den unterschiedlichen Fleischsorten) ähnlich, Cranberrys sind nicht allen Sorten zugesetzt.

Zusammensetzung der Sorte Rind und Pute:

ZUSAMMENSETZUNG:
35% Rind (bestehend aus Herz, Muskelfleisch, Leber, Lunge), 32% Pute (bestehend aus Herz, Muskelfleisch, Leber, Lunge, Hälse), 28,7% Rind- und Putenfleischbrühe, 2% Cranberrys, Mineralstoffe, 0,3% Distelöl.

ANALYTISCHE BESTANDTEILE:
Rohprotein 10,7%, Rohfett 6,6%, Rohasche 2,4%, Rohfaser 0,5%, Feuchtigkeit 79%.

ERNÄHRUNGSPHYSIOLOGISCHE ZUSATZSTOFFE:
Vitamin D3 200 I.E., Zink als Zinksulfat, Monohydrat 15 mg, Mangan als Mangan-II-Sulfat, Monohydrat 3 mg, Jod als Kalziumjodat, wasserfrei 0,75 mg, Taurin 1.500 mg.

Auf den ersten Blick haben wir hier einen zufriedenstellenden Anteil an Tierischem, zudem ist aufgeschlüsselt, welche Tierteile Einzug ins Futter erhalten haben. Das ist schon einmal sehr lobenswert. Noch schöner wäre es gewesen, wenn in Prozentzahlen aufgeführt worden wäre, wie viel von den einzelnen Bestandteilen im Futter enthalten sind. So kann man rein aus der Deklaration über die biologische Wertigkeit nicht so viel sagen.

Rein von der Menge und Konsistenz der Hinterlassenschaften würden wir mal davon ausgehen, dass die Zusammensetzung der anderer Nassfuttermittel im mittleren bis höherwertigen Bereich ähnlich ist. Dass die verwendeten Produkte von lebensmitteltauglichen Tieren stammen, womit geworben wird, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Mit Cranberrys, zu deutsch Kranbeeren, kann man als Nutraceutical ganz brauchbare Sachen anstellen. Sie enthalten neben anderen Phytonährstoffen u. a. natürliche D-Mannose, die zur Förderung einer gesunden Blasenfunktion oder im Akutfall bei Blasenentzündung positive Wirkung erzielen kann. Es wurde auch beobachtet, dass sie auf das Trinkverhalten positiven Einfluss hat. Empfohlen wird in dem Zusammenhang entweder die kurweise Gabe oder eben die Zufuhr im Fall einer entsprechenden Erkrankung. Ob man Cranberrys jetzt unbedingt durchgehend im Futter haben muss?

Was uns jedoch nicht gefällt, ist das zugesetzte Distelöl, das als besonders wertvoll für die Katze beworben wird. Es verfügt zum einen über ein sehr ungünstiges Omega-6- zu Omega-3-Fettsäurenverhältnis (ca. 150:1) und besitzt davon ab eine Zusammensetzung, mit der die Katze aufgrund ihres speziellen Stoffwechsels jetzt nicht so wirklich viel anfangen kann. So kann sie aus der Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) weder Arachidonsäure bilden, noch aus der in deutlich kleinerer Menge enthaltenen Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) die ebenfalls essentiellen Fettsäuren EPA und DHA. Dazu kommt, dass das Fleisch der meisten verarbeiteten Tiere haltungsbedingt ohnehin schon ein eher ungünstiges Omega-6- zu Omega-3-Fettsäurenverhältnis aufweist. Da wäre ein gutes Fischöl (Lachsöl z. B.) oder Krillöl die bessere Wahl gewesen.

Zu den Analytischen Bestandteilen und den Ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen gibt es nicht so viel zu sagen. Die sind soweit in Ordnung.

Die Fütterungsempfehlung ist relativ hoch angesetzt (300 g für die 4 kg Katze). Wenn wir nachrechnen, kommen wir auf Basis der angegebenen analytischen Bestandteile auf einen etwas niedrigeren Wert von rund 250 g. Alles in allem sind das immer nur Richtwerte, die aufgenommene und benötigte Futtermenge kann sich ohne Weiteres deutlich über oder unter der angegebenen bzw. errechneten Menge bewegen.

Akzeptanz

Die Akzeptanz war hier eher durchwachsen. Gefressen wurden alle Sorten zwar, aber eher zögerlich, auch von denen, die nicht so B.A.R.F.-fixiert sind, sondern auch wirklich gerne mal Nassfutter fressen. Testen durften wir die Sorten 1 – 3 (Rind & Pute, Huhn & Lachs, Huhn pur).

Ob der Futtermann/die Futterfrau Optik und Geruch ansprechend findet oder nicht, ist ja sehr subjektiv (empfindet ja jeder anders), das lässt sich objektiv kaum bewerten.

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Bewertung

Alles in allem finden wir das Futter nicht schlecht. Es weist einen hohen Anteil an Tierischem auf, es ist angegeben, was enthalten ist und die Zutatenliste ist alles in allem überschaubar. Was uns auffallend stört, ist die Zugabe von Distelöl. Die Cranberrys könnte man theoretisch umgehen, indem man nur die Sorten wählt, in denen keine enthalten sind. Schade ist, dass man nicht ersehen kann, wie sich der Anteil an Tierischem im Futter genau zusammensetzt.

Preislich ist das Futter mit rund 2,50 € für die 400-Gramm-Dose eher im oberen Bereich angesiedelt. Hier findet man unter Umständen im Fachhandel vergleichbares bis besseres Nassfutter für denselben oder sogar einen etwas niedrigeren Preis.

Fazit: Kann man füttern. Ausschließlich geben würden wir es - aufgrund genannter Kritikpunkte und aus Gründen der Ausgewogenheit - nicht.

Was jetzt mit diesem Futter speziell nichts zu tun hat, wir aber sehr schade finden, ist, dass ein Hersteller, der mit „Natur pur“ wirbt, in Kürze auch ein Trockenfutter für Katzen auf den Markt bringen möchte.

Was wir aber richtig gut fanden, sind die Snacks. Hier durften wir die „Entenbrust in Stücken“ testen. Schön weich, angenehmer Geruch und hohe Akzeptanz bei den Haustiger-Damen. ;-)

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Futter im Haustigertest: Cosma Nature

Ernährung

Futter im Haustigertest: Cosma Nature

cosma nature offen Vor ein paar Wochen...äh... Monaten schrieb uns zooplus* an, ob wir nicht Lust hätten, Cosma Nature auf Herz und Nieren zu prüfen. Natürlich wollten wir, sowas kauft die Dosi nämlich eigentlich für uns nicht. Gibt’s nur, wenn wir das geschenkt bekommen, testen dürfen oder so gaaanz ausnahmsweise mal, wenn wir krank sind oder mal beim Tierarzt bleiben mussten. Also haben wir denen gemaunzt, dass sie das rüberschicken können und haben sie dann auch.

Bekommen haben wir ein Probierpaket mit sechs Dosen á 70 Gramm, mit

- Thunfisch,
- Hühnchenfilet,
- Lachs,
- Thunfisch & Shrimps,
- Hühnerbrust & Thunfisch,
- und Hühnerbrust & Shrimps,

die wir mittlerweile auch getestet haben.

Damit wird geworben

Cosma Nature wirbt damit, eine naturbelassene Katzennahrung mit 75 Prozent Fleisch- oder Fischanteil zu sein. Die naturbelassenen, frischen Zutaten werden schonend im eigenen Saft gegart und sollen durch wenige, ausgewählte Zutaten auch für empfindliche und wählerische Katzen geeignet sein. Außerdem verzichtet man auf künstliche Konservierungs-, Aroma- und Farbstoffe.

cosma nature nase
"Katz' soll mal schnuppern, stand da!"

Zusammensetzung und Fütterungsempfehlung

Die einzelnen Döschen bestehen im Durchschnitt aus etwa 75 % Fleisch, 1 % Reis und 24 % Fisch- oder Hühnerbrühe. Sonst nichts. Es handelt sich um ein Ergänzungsfuttermittel, also ein Futter dem für eine ausgewogene Ernährung verschiedene Stoffe fehlen, und das demnach nur hin und wieder mal gegeben werden sollte und nicht zur ausschließlichen Ernährung geeignet ist. Gefüttert werden soll Cosma Nature bei Zimmertemperatur, wobei etwa 2-3 Dosen in mindestens 2 Mahlzeiten gereicht werden sollen.

Tier- und Umweltschutz

Cosma Nature wird (wie viele Ergänzungsfutter) in Thailand produziert und von der Matina GmbH vertrieben, von der zum Beispiel auch Smilla, Catessy und Tigerino-Katzenstreu stammen. Laut wermachtwas.info ist es tierversuchsfrei (gelbes Label). Dort ist ein Statement veröffentlicht, das besagt, dass die Akzeptanz neu entwickelter Futtersorten überprüft wird, indem die Mitarbeiter diese freiwillig ihren eigenen Haustieren füttern.

Konsistenz

Wie bei vielen Fleischdöschen sieht man auch hier noch deutliche Fleischstücke in Brühe. Katze hat also durchaus noch ein bisschen zu kauen (Anm. Hexe: Inhalieren geht auch).

Akzeptanz

Wir werden gebarft, bekommen also normalerweise Rohes und futtern das auch sehr gerne (Anm. Emma: Nur die Fanny, die olle Mäkeltrudi, nicht immer), sind aber für Abwechslung in Form von hochwertigem Nassfutter oder eben mal so nem Cosma-Döschen durchaus zu haben. Entsprechend haben wir so ein Döschen (ist ja nicht viel drin, für eine hungrige Katze) in nullkommanix geleert und lecken auch die Schüsselchen aus, damit nur ja nichts übrig bleibt. Akzeptanz also demnach perfekt.

hexe und fanny cosma nature
*schmatz*

emma futtert cosma nature
*schleck*

fanny und emma cosma nature
Fanny: "Ist da noch was für mich drin?!"

hexe schnuppert cosma nature
Hexe: "Wie jetzt? Schon leer?"

Fazit (Personal)

Als Leckerli zwischendurch bzw. als Schmankerl für besondere Anlässe finde ich das Cosma Nature vollkommen in Ordnung. Schmeckt lecker, die Zusammensetzung passt und gerade die kleinen Dosen sind (insbesondere geteilt durch drei) wirklich nur eine kleine Zwischenmahlzeit und müssen nicht lange aufbewahrt werden. Da die Akzeptanz so gut ist, finde ich die Döschen praktisch, wenn Katze krankheitsbedingt oder aufgrund von Schmerzen das Fressen verweigert.

Auch zur Umstellung auf B.A.R.F. kann man sie grundsätzlich hernehmen oder selbst Leckeres für die Katzen daraus kreieren, wie zum Beispiel Katzeneis oder Smoothies. Will man regelmäßig gegartes Fleisch geben und macht es einem nichts aus, ein bisschen für die Katzen zu zaubern, würde ich wohl zumindest bei Hühnchen überlegen, (Bio-)Hühnerfleisch vom lokalen Anbieter zu erwerben und selbst einzukochen.

Kaufen könnt ihr Cosma Nature hier:

*Partnerlink (ihr zahlt den gleichen Betrag, aber es gibt eine kleine Provision vom Anbieter für die Haustiger)

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Bullshit-Bingo Juli: Trockenfutter

Ernährung

Bullshit-Bingo Juli: Trockenfutter

Es ist mal wieder an der Zeit für ein Bullshit-Bingo. Heute der Dauerbrenner Trockenfutter.

TroFu Bullshit Bingo Anika

Wie gewohnt, gibt's auch bei The3Cats+1 wieder einen Teil. Dort dreht sich heute alles ums Nassfutter: NaFu-Bullshit-Bingo

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Tutorial: Kohlenhydratanteil im Katzenfutter berechnen

Ernährung

Tutorial: Kohlenhydratanteil im Katzenfutter berechnen

Wohl jeder von euch hat bestimmt schon einmal die analytischen Bestandteile in der Deklaration eines Katzenfuttermittels gesehen, also die Posten Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche, die dort aufgeführt sind. Vielleicht habt ihr euch auch schon einmal gefragt, warum zwar all diese Inhalte analysiert wurden, die Kohlenhydrate aber nicht. Das sehen wir uns heute einmal etwas genauer an. (Bild: © Ähren Weizen Getreide Korn Feld Weizenfeld/ pixabay.com)

Die Rohnährstoffe werden grundsätzlich mithilfe von Energieschätzformeln ermittelt. Die klassische Form ist die so genannte „Weender Futtermittelanalyse", die teilweise durch neuere Analysesysteme ergänzt wird.

Ermittelt werden im Endeffekt diese Inhaltsstoffe:

Rohnährstoffgruppen
(Bildquelle: wikipedia.de)

Unsere Kohlenhydrate verbergen sich im Wesentlichen in den stickstofffreien Extraktionsstoffen (kurz NfE). Vereinfacht gesagt fällt alles im Futter unter NfE was über Feuchtigkeit, Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser nicht erfasst wird. Wenn man es genau nimmt, fällt auch der Punkt Rohfaser unter die Kohlenhydrate, hier finden wir die unverdaulichen Ballaststoffe. 

Da die stickstofffreien Extraktionsstoffe jedoch nicht in der Deklaration vermerkt sind, müssen wir uns diese selbst ausrechnen. Das ist nicht weiter schwer, wir ziehen einfach alle analytischen Bestandteile von 100 % ab und haben die NfE. Und damit wir auch wunderbar Nass- und Trockenfutter vergleichen können, rechnen wir das auch noch auf die Trockensubstanz um. :-)

Beispielrechnung

Analytische Bestandteile gemäß Deklaration:

Rohprotein 13,7 %,
Rohfett 5,4 %,
Rohasche 1,3 %,
Rohfaser 0,4 %,
Feuchtigkeit 78,6 %

Ermittlung der NfE:

100 % - 78,6 % Feuchtigkeit = 21,4 Trockensubstanz (= 0,21)

21,4 % Trockensubstanz
- 13,7 % Prozent Rohprotein
- 5,4 % Rohfett
- 1,3 % Rohfaser
- 0,4 % Rohasche

= 0,6 % NfE

0,6 % NfE / 0,21 Trockensubstanz = 2,8 % NfE in der Trockensubstanz

Um es euch ein wenig leichter zu machen, haben wir euch hier noch einen kleinen Rechner gebastelt, mit dem ihr den NfE-Gehalt in eurem Futter ausrechnen könnt:



Kritik an der Weender-Analyse

Über die Weender-Analyse und unsere obige Beispielrechnung lässt sich nicht der genaue Kohlenhydratanteil bestimmen, sondern es handelt sich eher um eine annähernde Schätzung. Zudem lassen sich die Kohlenhydrate nicht unterteilen.

Auch ganz interessant zu wissen ist, dass es bei der Deklaration von Futtermitteln gewisse Toleranzspielräume ((https://www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/Tier/Futtermittel/Leitfaden-Kennzeichnung-Futtermittel.pdf?__blob=publicationFile)) gibt, die natürlich außerdem das Ergebnis verfälschen können.

Muss man den Kohlenhydratanteil berechnen?

Den NfE-Gehalt im Futter zu kennen, ist ganz interessant und kann als zusätzlicher Anhaltspunkt dienen, um die Qualität eines Futtermittels zu beurteilen. Von besonderer Bedeutung ist die Bestimmung des Kohlenhydratanteils bei zuckerkranken Katzen, deren Nahrung sehr kohlenhydratarm sein sollte. Auch bei gesunden Katzen sollte der Kohlenhydratanteil im Futter möglichst gering ausfallen. Empfohlen wird für Diabeteskatzen ein Anteil von maximal 10 % der Trockenmasse, es gibt keinen sinnvollen Grund, warum dieser bei gesunden Katzen höher ausfallen sollte.

Neben dem Anteil an stickstofffreien Extraktionsstoffen sollte aber immer die Zusammensetzung des gesamten Futtermittels betrachtet werden, schon allein, weil es sich, wie erwähnt, nur um einen Schätzwert handelt. Ein Futter mit einem niedrigen Kohlenhydratanteil muss nicht zwangsläufig auch hochwertig sein. Umgekehrt könnt ihr bei einem hohen Anteil an Kohlenhydraten jedoch davon ausgehen, dass das Futter eher weniger für den Katzenmagen geeignet ist.

(Zuletzt aktualisiert: 13.03.2016)

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Was versteht man unter Rohasche?

Ernährung

Was versteht man unter Rohasche?


Rohasche ist ein Deklarationsbestandteil von Katzenfuttermitteln, der häufig für Verwirrung sorgt. So höre oder lese ich immer wieder einmal Sätze wie diesen:

„Bäh, dieses Futter füttere ich nicht, da ist ja Asche drin!“

Könnte man meinen, dem ist aber nicht so. Die Bezeichnung Rohasche gehört wie die Begriffe Rohprotein, Rohfett und Rohfaser zu den analytischen Bestandteilen und bezeichnet im Endeffekt die anorganischen Bestandteile im Katzenfutter. Diese beinhalten wichtige Bestandteile wie Mineralstoffe, könnten aber theoretisch auch Sand und ähnliche Verunreinigungen beinhalten.

Warum Rohasche?

Um den Rohaschegehalt in einem Futter zu ermitteln, wird eine Futterprobe in einem Analyseofen auf 550 °C erhitzt. Bei dieser Temperatur bleibt von den im Futter enthaltenen organischen Substanzen soweit nichts mehr übrig. Die anorganischen, nicht verbrennbaren Anteile des Futters jedoch durchaus (Asche). Rohasche bezeichnet also grundsätzlich erst einmal die Mineralstoffe (Mengen- und Spurenelemente) und mögliche andere anorganische Stoffe im Katzenfutter. Mineralstoffe sind essenziell, es ist also durchaus sinnvoll, dass sie enthalten sind.

Die Gesamtmasse des Futters abzüglich der Rohasche ergibt die organische Masse (OM), die sich wiederum aus Rohprotein, Rohfaser, Rohfett und N-freien Extraktionsstoffen zusammensetzt. Anstelle des Begriffs Rohasche dürfen nach EU-Futtermittelrecht auch die Bezeichnungen „Ascherückstand“ oder „anorganischer Stoff“ verwendet werden. ((5. in Anhang II: https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:32009R0767: DE:NOT))

Die Rohaschegehalte werden nach EU-Futtermittelrecht als Höchstgehalte deklariert. Da hohe Rohaschegehalte in der Regel nicht erwünscht sind, könnt ihr davon ausgehen, dass kein Hersteller höhere Rohascheanteile ausweist, als vorhanden sind. Die Standardanalyse stellt einen Mittelwert aus mehreren Proben dar und muss mit den Zielgrößen für jeden Nährstoff übereinstimmen.

Anorganische Bestandteile im Beutetier

Nach DIERENFELD 1993 sind die Mineralstoffgehalte in Beutetieren sehr unterschiedlich und hängen unter anderem von der Ernährung und dem Alter der Tiere ab. Neugeborene Tiere sind häufig, aber nicht immer, rohascheärmer als adulte Tiere. Kalzium und Phosphor sind im Normalfall ausreichend und in zufriedenstellendem Verhältnis zueinander vorhanden. Bei Fisch sind die Rohasche-, Kalzium- und Phosphorgehalte im Allgemeinen etwas niedriger als bei Landwirbeltieren (ALLEN et. al. 1997).

Die Beute fleischfressender Tiere, zu denen ja auch unsere Katze gehört, zeichnet sich durch einen hohen Rohproteingehalt bei variierendem Rohfettgehalt aus. Der Rohascheanteil ist in (Land-)Wirbeltieren am höchsten, gefolgt von den Wasserbewohnern Fisch und Tintenfisch bis hin zu den Wirbellosen. Eine Ausnahme bilden einige Weichtiere (Mollusken), die durch Aufnahme kalziumreicher Erde, den eigenen Kalzium- und damit auch den eigenen Rohaschegehalt steigern.

Bei (Land-)Wirbeltieren und Fisch sind Kalzium und Phosphor in ausreichender Menge und in angemessenem Verhältnis vorhanden, Wirbellose besitzen einen eher niedrigen Kalziumgehalt, der aber bei den auf dem Land lebenden Insektenspezies durch die Aufnahme von Erde ausgeglichen wird. Bei fliegenden Insekten geschieht dies nicht (ALLEN 1989, ALLEN et. al. 1997). ((https://edoc.ub.uni-muenchen.de/9416/1/Kleffner_Helen.pdf))

Wie hoch sollte der Rohaschegehalt im Fertigfutter sein?

Wie bei den anderen Inhaltsstoffen auch, gibt der deklarierte Rohaschegehalt nicht zwangsläufig auch Aufschluss über dessen Qualität. Ohne die restliche Deklaration lässt sich rein anhand der analytischen Bestandteile, zu denen auch die Rohasche gehört, nur wenig über die Qualität eines Futtermittels sagen. Oft sieht man hier kaum Unterschiede zwischen wirklich hochwertigen Futtermitteln und solchen, die für Katzen eher weniger geeignet sind.

Auch wird rein aus dem Prozentsatz nicht klar, wie sich die Rohasche genau zusammensetzt. Ein zu hoher Mineralstoffgehalt kann ebenso schädlich sein, wie ein zu niedriger. Und ein hoher Rohaschegehalt kann auf minderwertige Bestandteile hinweisen (muss aber nicht), wohingegen ein niedriger Rohaschegehalt nicht automatisch bedeutet, dass wir es mit einem hochwertigen Futter zu tun haben. Ein hoher Rohaschegehalt kann grundsätzlich auch auf Verunreinigungen durch Erde o. ä. hinweisen.

Hin und wieder einmal wird der Rohaschegehalt als Hinweis auf einen hohen Magnesiumgehalt genannt. Allerdings liefert er auch hier keinen genauen Hinweis, auch wenn Futter mit hohem Rohaschegehalt häufig auch einen hohen Anteil Magnesium aufweist. Wenig Rohasche bedeutet nicht zwangsläufig wenig Magnesium, sondern könnte zum Beispiel auch wenig eines anderen anorganischen Bestandteils bedeuten. Allerdings werden die Studienergebnisse, die einen Zusammenhang zwischen einem hohen Magnesiumgehalt im Futter und einer Struvitneigung ergaben, u. a. von BUFFINGTON et. al. (1990) und MARKWELL (1993) kritisiert ((https://edoc.ub.uni-muenchen.de/5970/1/Frenk_Marina.pdf)).

Ein hoher Rohaschegehalt verursacht daher nach aktuellem Kenntnisstand nicht zwangsläufig FLUTD, könnte aber grundsätzlich auf eine minderwertige Zusammensetzung hinweisen, die wiederum gesundheitliche Probleme zur Folge haben kann. Der Rohascheanteil kann außerdem Einfluss auf die Verdaulichkeit eines Futtermittels nehmen.

Eine kleine Übersicht (jeweils bezogen auf die Trockenmasse)

Reines Fleisch

100 g Rindfleisch = 2,65 % Rohasche
100 g Hähnchenbrust (m. H.) = 3,31 % Rohasche
100 g Lammfleisch = 2,15 % Rohasche

(Quelle: National Nutrient Database for Standard Reference, umgerechnet mit freundlicher Unterstützung vom Frauchen von Linus, Jasper und Lucy.)

Ganze Beutetiere

100 g erwachsene Maus = 11,8 % Rohasche
100 g erwachsene Ratte = 9,8 % Rohasche
100 g erwachsenes Huhn = 9,4 % Rohasche

(Quelle: NUTRIENT COMPOSITION OF WHOLE VERTEBRATE PREY (excluding fish) fed in zoos)

Verschiedene Fertigfuttermittel

100 g hochwertiges Katzenfutter Rind = 5,91 % Rohasche
100 g hochwertiges Katzenfutter Huhn = 4,71 % Rohasche
100 g hochwertiges Katzenfutter Kalb/Kaninchen = 10 % Rohasche
100 g Mittelklassefutter Rind, Wild, Kaninchen, Nudeln = 6,16 % Rohasche
100 g Mittelklassefutter Fisch = 10,81 % Rohasche
100 g Supermarktfutter Rind = 11,11 % Rohasche
100 g Supermarktfutter bunt gemischt = 10 % Rohasche
100 g Premiumfutter Huhn, Schwein, Fisch = 9,44 % Rohasche
100 g Premiumfutter Leber und Huhn = 5,78 % Rohasche
100 g Ergänzungsfutter Bio Pute = 7,53 % Rohasche
100 g Ergänzungsfutter Hühnerschenkel = 8,7 % Rohasche
100 g hochwertiges Trockenfutter = 7,67 % Rohasche
100 g Supermarkttrockenfutter = 8,70 % Rohasche

(Quelle: Deklarationen der einzelnen Futtermittel, umgerechnet auf die Trockenmasse)

Ihr seht, dass man rein aus dem Anteil Rohasche im Futter kaum bestimmen kann, ob es sich um ein hochwertiges oder um ein eher minderwertiges Futter handelt. Eine zusätzliche Bemessungsgrundlage kann sie bei vergleichbaren Futtermitteln jedoch sein. Grundsätzlich ist die Analyse der Rohasche auch bei der Bestimmung des nützlichen Mineralstoffgehalts eines Futtermittels nur von geringem Wert. Das liegt zum einen daran, dass die Anforderungen des Körpers für bestimmte inorganische Elemente (z. B. Calcium, Zink etc.) spezifisch sind. Außerdem ist nicht sicher, dass der Aschegehalt auch das insgesamt vorhandene inorganische Material abbildet, da einige inorganische Elemente während der Verbrennung verlorengehen können. Zudem können manche organische Bestandteile an Karbonat gebunden sein.

Der wichtigste Grund für die Bestimmung des Ascheghalts ist die Berechnung der N-freien Extraktionsstoffe, die für die annährende Analyse von Futtermitteln erforderlich sind. Bestimmte Mineralstoffe von Interesse können dann aus dem Aschegehalt analysiert werden, wenn sie sich nicht verflüchtigt haben ((Seite 81: „Klinische Diätetik der Kleintiere“)).

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Die Sache mit den 4 % Fleisch im Katzenfutter

Ernährung

Die Sache mit den 4 % Fleisch im Katzenfutter

Wenn man sich Beiträge zur gesunden Katzenernährung so durchliest, liest man immer wieder in den Supermarktdosen wären ja nur 4 % Fleisch enthalten. Nun bin ich wahrlich kein Freund von diversen bekannten Katzenfuttermarken, aber doch ein Freund von Fakten. Daher die Frage, ist das wirklich so?

Fakt ist, die 4 % bezeichnen die geschmacksbestimmende Komponente, wie es so schön heißt, besagen aber jetzt nicht zwangsläufig, dass auch wirklich nur 4 % Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse enthalten sind.

Angenommen, wir haben die folgende Zusammensetzung:

Mit Kalb und Truthahn: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Kalb, 4 % Truthahn, 4 % frisches Fleisch), Getreide, Mineralstoffe, pflanzliche Eiweissextrakte.

Dann können wir davon ausgehen, dass im Futter immerhin mindestens 4 % tierische Bestandteile vom Kalb, mindestens 4 % tierische Bestandteile vom Truthahn und mindestens 4 % frisches Fleisch unbekannten Ursprungs enthalten sind. Ob wir bei Kalb und Truthahn jetzt wirklich lecker Fleisch in der Dose haben oder vielleicht doch tierische Nebenprodukte, bleibt unklar. Soweit so gut.

Nun fehlen uns zu den 100 % noch 88 %. Ein recht bekannter Hersteller äußerte nun kürzlich auf Facebook, dass der Anteil an Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen im hauseigenen Nassfutter bei bis zu 60 % liegt. Bei anderen Herstellern wird es vermutlich ähnlich sein. Also sind min. 40 % von unserem angenommenen Futter schon einmal kein Fleisch, sondern entfallen auf die restlichen Anteile. Haben wir noch 48 %, die theoretisch Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse sein könnten (die Rechnung geht nicht 100%ig auf, aber die Idee dahinter sollte klar sein). Die können jetzt vom Kalb und vom Truthahn stammen, wahrscheinlicher jedoch von Tieren, die vorwiegend geschlachtet werden und von denen daher auch vorwiegend Schlachtabfälle anfallen. Etwa Schwein, Rind oder Huhn. Sie könnten jetzt aber auch zu einem (möglicherweise großen) Teil ebenfalls pflanzlichen Ursprungs sein.

Ihr könntet jetzt also z. B. eine Dose „Kalb“ kaufen, kauft aber eigentlich eine Dose mit 4 % Kalb und beispielsweise 40 % Schwein. Nun ist die geschmacksbestimmende Komponente in diesem Futter aber nun zufällig "Kalb", also heißt das Futter "Kalb", obwohl vorwiegend Schwein verarbeitet ist. Was an den tierischen Eiweißquellen nun wirklich Fleisch und was tierische Nebenerzeugnisse sind, bleibt auch hier offen.

Wenn man jetzt berücksichtigt, dass oben frisches Fleisch speziell deklariert ist (ein Schelm, wer Böses dabei denkt), könnte man nun vermuten, dass der Rest eben kein frisches Fleisch ist, sondern eher in Richtung Nebenerzeugnisse geht. Was genaues weiß man nicht und wird es von den Herstellern mit ziemlicher Sicherheit auch nicht erfahren.

Fazit: Bei Futter mit der oben angeführten beispielhaften Deklaration kauft ihr im Endeffekt eine „Wundertüte“, bei der ihr euch zumindest sicher sein könnt, dass min. 4 % vom Kalb und 4 % vom Truthahn stammen (ob nun in Form von Fleisch oder Nebenerzeugnissen) und dass min. 4 % frisches Fleisch unbekannter Herkunft enthalten sind. Was ansonsten noch in der Dose ist, also was an weiteren tierischen Eiweißen, was an Getreide, was an pflanzlichen Eiweißextrakten bleibt unklar. Ihr werdet also nie so genau wissen, welche undefinierbare Masse ihr eurer Katze da eigentlich genau füttert. Besonders bei Katzen mit Allergien oder Unverträglichkeiten ist das natürlich fatal.

Sieht man sich dazu noch die hohen Fütterungsempfehlungen sowie die Menge und den „Duft“ der Hinterlassenschaften an, die produziert werden, liegt doch der Verdacht nahe, dass die Inhaltsstoffe nicht allzu hochwertig sind und die Verdaulichkeit zu wünschen übrig lässt. Bisschen was zu den Punkten, die gutes Katzenfutter ausmachen, habe ich hier schon geschrieben: Was ist gutes Katzenfutter?

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