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Stiftung Warentest: Nassfuttertest 2017 + Trockenfuttertest 2018

Nachdem 2014 bereits Katzennassfutter getestet worden waren, gab es 2017 einen neuen Test. Auch damals waren wieder Futtermarken aus dem Supermarkt, wie etwa von Norma oder Edeka, auf den vordersten Plätzen gelandet, während als hochwertig bekannte Anbieter wie MACs oder Tundra eher schlecht bewertet wurden. Trockenfutter wurden jetzt aktuell bewertet, eigentlich wollten wir darüber nichts schreiben, aber nachdem einige Anfragen kamen, haben wir nun doch einige Sätze am Ende dieses Artikels ergänzt. Vorab die Ergebnisse der Stiftung Warentest gaben und geben keinerlei Rückschlüsse auf die wirkliche Qualität von Katzenfuttermitteln.

Nicht nur der Nährstoffmix, sondern auch die Qualität der verwendeten Komponenten ist wichtig. © Bild: Didgeman / www.pixabay.com

Einem Test liegen natürlich auch immer Testkriterien zugrunde. In diesem Fall waren das die

• Ernährungsphysiologische Qualität (60 %),
• Fütterungsempfehlungen (20 %),
• Schadstoffe (10 %),
• sowie Deklaration und Werbeaussagen (10 %).

Welche Futtermittel wurden getestet?

Im Test waren dieses Mal ein paar andere Sorten als 2014 und zwar in absteigender Reihenfolge der Bewertung:

SEHR GUT

• Gut & Günstig (Edeka) – Zarte Stückchen mit Huhn in feiner Soße
• Topic (Aldi Nord) – Zarte Mahlzeit mit herzhaftem Rind & Huhn
• Mieze Katz (Norma) – Saftige Stückchen in Sauce mit Geflügel und Leber
• Kitekat – mit Thunfisch in Sauce
• Sheba – Classics in Pastete mit Ente & Huhn
• Whiskas – 1+ Jahre mit Geflügel in Terrine

GUT

• Dein Bestes (dm) – mit Geflügel & Leber in Sauce
• Animonda Carny – Adult Rind + Kabeljau mit Petersilienwurzeln
• Attica (Netto) – Feine Häppchen mit Geflügel
• Catz Finefood – Huhn und Fasan

BEFRIEDIGEND

• Cachet Classic (Aldi Süd) – Saftige Häppchen mit Huhn
• Coshida (Lidl) – Mit Rind in Sauce
• Bianca (Penny) – Zarte Stückchen in Sauce mit Huhn
• ja! (Rewe) – mit Huhn, zarte Stücke
• Winston (Rossmann) – Saftige Häppchen mit Huhn in Sauce
• Real Nature Wilderness (Fressnapf) – Adult True Country Huhn & Lachs

AUSREICHEND

• GranataPet – DeliCatessen Paté Ente & Geflügel
• Felix – mit Lachs & Forelle in Gelee
• Bioplan (Fressnapf) – 50 % Meat Paté mit Huhn & Karotten Bio

MANGELHAFT

• Mac’s – Lachs und Hühnchen
• Activa Gold (Futterhaus) – Huhn + Lachs mit Kürbis + Amarant
• Defu – Huhn „Sensitiv“
• Gourmet Gold – Feine Pastete Mousse mit Thunfisch
• Terra faelis – Huhn mit Kürbis und Katzenminze
• Tundra – Complete cat food Huhn pur

Also viele Marken dabei, die man so aus dem Supermarkt kennt und auch einige, die man eher im Internet oder im ausgewählten Fachhandel findet.

Wie sind die einzelnen Testergebnisse aufgebaut?

Jedes Testergebnis besteht aus verschiedenen Komponenten.

Nachgewiesene Tierarten

Hier begegnen uns zunächst keine großen Überraschungen. In den Supermarktprodukten findet man v. a. Huhn, Pute, Rind und Schwein, ganz gleich um welche Sorte es sich handelt. Im Dein Bestes mit Geflügel & Leber in Sauce dann gleich die ganze Palette (Ente, Huhn, Kaninchen, Pute, Rind, Schaf, Schwein). Das ist soweit normal. Warum auf einem Futter „Huhn“ draufstehen kann, aber trotzdem alles mögliche enthalten ist, haben wir hier schon einmal erklärt:

Die Sache mit den 4 % Fleisch im Katzenfutter

Allerdings finden wir auch in eigentlich hochwertigem Futter wie Mac’s Lachs & Hühnchen eine ganze Palette (Fisch, Huhn, Pute, Rentier, Rind) und auch im Tundra Huhn pur geringe Anteile von Pute. Während man bei einem Supermarktfutter mit einer bunten Mischung rechnet, könnte das gerade für Katzenhalter mit Allergikern im Haushalt oder für solche, die sich Rentier für eine etwaige Ausschlussdiät aufgehoben haben, problematisch sein. Auch weil man gerade bei einem durch sein gutes Preis-Leistungsverhältnis so beliebtem Futter dies so vielleicht auch nicht erwartet und automatisch damit rechnet, es sei nur das enthalten, was angegeben ist. Da die Stiftung Warentest jedoch nicht angibt, in welchem Umfang Spuren anderer Tierarten zu finden waren, ist hier kaum zu beurteilen, ob die nachgewiesenen Tierarten, die so nicht deklariert waren, auf minimale Spuren (PCR-Test) zurückzuführen sind oder ob wirklich mehr enthalten war, als angegeben.

Inhalt in g/mittlerer Preis ca (Euro)

Dürfte selbsterklärend sein.

Bewertung der Tagesration

Hier wurde errechnet, wie viel eine Modellkatze (4 kg, leichtes Übergewicht) von einem Futter fressen müsste, um ihren Energiebedarf zu decken. Es wurde dabei von einer Energieaufnahme von ca. 226 kcal am Tag ausgegangen. Das entspricht der Berechnung nach dem metabolischen Körpergewicht für eine übergewichtige Katze (130 kcal x 40,4 = 226 kcal.). Ob die deutsche Durchschnittskatze mit 4 kg wirklich übergewichtig ist, sei mal dahingestellt.

Mittlerer Preis pro Tagesration

Hier wurde der Preis auf die errechnete Tagesportion umgerechnet. Auch selbsterklärend denke ich.

Zu jedem Futtermittel gibt es dann noch einen test-Kommentar, der die festgestellten Stärken und Schwächen der einzelnen Produkte näher definiert. Außerdem wird die umsetzbare Energie in kcal/100 g und das MHD angegeben. Der Zuckergehalt lag laut Test in allen getesteten Futtersorten unter 2 g/ 100 g.

Soweit so gut.

Warum haben aber jetzt die Supermarktsorten so gut abgeschnitten und die eigentlich als hochwertig bekannten Futtermittel so schlecht?

Nun. Größten Einfluss auf die Einstufung hatte die ernährungsphysiologische Qualität. Hierbei wurden im Rahmen einer Laboranalyse die Aufnahme von Protein, Aminosäuren, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Chlorid, Spurenelementen, Fett und ungesättigten Fettsäuren mit dem Bedarf der Modellkatze verglichen. Als Bedarfszahlen wurden hierzu die Werte des NRC (2006) und der FEDIAF (2016) hergenommen. Zudem wurde die Kationen-Anionen-Bilanz des Futtermittels bewertet, die für den Einfluss des Futters auf den Harn-pH-Wert und damit auf die mögliche Bildung von Harnsteinen/-kristallen von Bedeutung ist, und die In-vitro-Verdaulichkeit des Proteins (es wurde also im Labor die Aminosäurenzusammensetzung analysiert). Bei Bewertung des Natriumgehalts wurde außerdem die sichere Höchstgrenze der FEDIAF berücksichtigt.

Im Endeffekt sind das die Kriterien, die auch schon beim Test 2014 angesetzt wurden und diese besagen im Endeffekt erst einmal, dass in den Futtermarken/-sorten, die mit guten Noten abgeschnitten haben, eine Mischung zusammengestellt wurde, die gemäß Analyse die Katze mit allem versorgt, was sie nach den zugrundegelegten Werten braucht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Aus welchen Komponenten die Mischung besteht, wird nicht berücksichtigt.

Reicht es aus, ein Futtermittel nur anhand einer Laboranalyse zu beurteilen?

Es ist wichtig, dass ein Alleinfuttermittel, ganz gleich ob Supermarktfutter oder hochwertiges Nassfutter, die Katze mit allem versorgt, was sie braucht und die Nährstoffe (insbesondere Kalzium und Phosphor) auch im richtigen Verhältnis zueinander enthalten sind. Ist das nicht gegeben, ist es kein gutes Futter, egal wie hochwertig die verwendeten Komponenten auch sein mögen. So wie die ausschließliche Fütterung von rohem Filet über kurz oder lang zu Mangelerscheinungen bei der Katze führt, wenn es nicht ordnungsgemäß supplementiert wird, so bringt auch der höchste Fleischgehalt in einem Feuchtfutter nichts, wenn es im Endeffekt an der Nährstoffversorgung mangelt.

Nichtsdestotrotz sollte die Qualität eines Futtermittels auch dahingehend bewertet werden, inwiefern es der natürlichen Nahrung des Tieres möglichst nahe kommt und aus welchen Quellen die Katze die von ihr benötigten Nährstoffe optimal nutzen kann, auch wenn sie z. B. pflanzliche Proteine und Kohlenhydrate (in Maßen) verwerten kann. So konnte im Rahmen des Tests z. B. der Fleischanteil an sich nicht bestimmt werden. Zudem wird als Beispiel für nahrhafte Proteinquellen u. a. Lunge genannt, die bindegewebsreich und damit schwer verdaulich ist. Da stellt sich dann die Frage, was man denn genau unter hochverdaulichem Eiweiß verstand, wenn man bedenkt, dass die Dosen in der Regel zu einem Preis von 0,35 € die 400-Gramm-Dose verkauft werden. Kohlenhydratlastige pflanzliche Komponenten, wie Getreide und Kartoffeln, wurden als wertvolle Ballaststoffe und als wichtig für eine gesunde Verdauung angesehen. Auch hier fragt man sich, inwiefern im Vorfeld eine Beschäftigung mit dem kätzischen Stoffwechsel und der Zusammensetzung der Lebensmittel stattgefunden hat.

Sind die zugrundegelegten Werte sinnvoll, um ein Futtermittel zu beurteilen?

Ein besonderer Fokus wurde beim diesjährigen Test auf den Phosphorgehalt im Futter gelegt. Als Bedarf und Höchstwert wurden 160 mg pro Tag für die Durchschnittskatze angesetzt. Das entspricht dem vom NRC angesetzten Mindestwert für die normalgewichtige Katze (logischer wäre gewesen, hier wenn schon, dann auch mit der übergewichtigen zu rechnen). Ein Wert, der von den üblichen Beutetieren der Katze (Maus, Ratte etc.) zum Teil mehrfach übertroffen wird, ebenso von einer üblichen B.A.R.F.-Portion oder auch einfach nur purem Fleisch (100 g Kaninchenfleisch enthalten z. B. 213 mg Phosphor). Das heißt, bei einem Futter das zum Großteil Fleisch enthält, wird der Phosphorgehalt immer über dem angesetzten Mindestwert liegen. Im Umkehrschluss enthalten die Futtermittel, die sich an den 160 mg bewegen, auffällig wenig Phosphor. Wichtig ist hier in erster Linie das Kalzium-Phosphor-Verhältnis.

Daneben können aber auch Triphospate, wie das in der getesteten Futtersorte von Gourmet Gold eingesetzte E451 den Phosphorgehalt in ungeahnte Höhen treiben (laut Test in diesem Fall 1000 mg Phosphor/Tag). Mediziner sehen solche Phosphatzusätze beim Menschen kritisch, speziell wenn chronische Nierenprobleme vorliegen. Bei der Katze, bei der die Nieren ohnehin eine Schwachstelle sind, sind sie als ebenso bedenklich zu werten.

Zudem wird sich speziell beim Phosphorgehalt bei der Bewertung häufig auf kranke Katzen („kann für nierenkranke Katzen problematisch sein“) bezogen, bewertet wurden aber keine Spezialfuttermittel. Dass Phosphor bei nierenkranken Katzen ein Thema ist, ist kein Geheimnis, aber dann muss im Fall des Falles die Ernährung entsprechend angepasst werden.

Die Natrium-Höchstgrenze

Inhalt der Bewertungen war auch der Natriumgehalt in den einzelnen Futtermitteln. Als Limit nach oben wurde die von der „FEDIAF festgelegte sichere Höchstgrenze“ angegeben. Überstieg der Natriumgehalt im Futter diese Grenze, wurde dies negativ bewertet. Macht man sich die Mühe und sieht sich die Bedarfswertetabellen der FEDIAF (2016) an, ist kein Höchstwert angegeben, sondern man findet nur eine Fußnote:

Scientific data show that sodium levels up to 3.75g/1000kcal ME are safe for healthy cats. Higher levels may still be safe, but no scientific data are available. (Wissenschaftliche Daten zeigen, dass ein Natriumgehalt von bis zu 3,75 g/1000kcal ME für gesunde Katzen sicher ist. Höhere Mengen können immer noch sicher sein, aber es stehen keine wissenschaftlichen Daten zur Verfügung); Quelle: FEDIAF Nutritional Guidelines Cats & Dogs

Nun…

Mängel bei Vitaminen und Spurenelementen

Interessant ist, dass viele der eigentlich als hochwertig bekannten Futtermittel zu wenig Thiamin (Vitamin B1) enthielten bzw. B1 überhaupt nicht nachweisbar war. Bei einigen fehlte Zink, Jod oder Vitamin E. Speziell bei Thiamin ist das Problem hinsichtlich Nassfutter nicht neu1, da gerade die wasserlöslichen Vitamine bei der Verarbeitung ganz oder teilweise verlorengehen. Bei Thiamin wurde beispielsweise ein Verlust von 51,7 % beobachtet2 . In der Regel wird von Herstellerseite versucht, diese Verluste durch zusätzliche Vitaminzugaben auszugleichen.

Bewertung der Fütterungsempfehlung

Bei der Fütterungsempfehlung wurde bewertet, inwieweit sich die angegebenen Futtermengen mit dem Energiebedarf der Modellkatze und anderen Katzen mit anderem Energiebedarf decken. Außerdem wurde beurteilt, ob Hinweise gegeben wurden (z. B. zimmerwarm füttern) und ob Unterschiede hinsichtlich Rasse, Aktivität und Alter gemacht wurden.

Hochwertige Futtermittel werden meist als Allzweckfutter vermarktet und nicht für die lebensphasenbezogene Fütterung. Das ist an sich kein Problem, wurde im Test aber als solches angesehen. Fütterungsempfehlungen auf Dosen sind immer Richtwerte und müssen an die individuelle Katze angepasst werden. Daher ist nur schwer nachzuvollziehen, warum ein Futter schlechter bewertet wurde, wenn die Futterempfehlung geringfügig von der errechneten Futtermenge (die auch beim NRC nicht in Stein gemeißelt ist übrigens) abweicht.

Futterempfehlungen für große Rassen (bis 10 kg) wurden als unrealistisch angesehen und abgewertet.

Untersuchung auf Schadstoffe

Alle Futtermittel wurden auf Blei, Arsen, Kadmium und Quecksilber untersucht, die getreidehaltigen zusätzlich noch auf Pestizide und Schimmelpilzgifte. Ebenso wurden alle Produkte auf Antibiotikarückstände untersucht. Hier gab es keine Auffälligkeiten.

Bewertung und Deklaration und Werbeaussagen

Zu 10 % fiel noch die Bewertung der Verpackungsangaben ins Gewicht. Also ob diese entsprechend dem Futtermittelrecht vollständig und korrekt waren. Es wurden Abbildungen und Werbeaussagen, Übersichtlichkeit und Lesbarkeit bewertet. Sind auch so Punkte, die über die Futtermittelqualität an sich nichts aussagen. Bei Tundra wurde z. B. abgewertet, dass ein Vergleich mit dem Schneeleoparden gezogen wurde.

Fazit

Zwischen dem letzten und dem aktuellen Test liegen drei Jahre. Viel hat sich seitdem nicht geändert, die Testkriterien und damit auch die Aussagekraft sind im Großen und Ganzen dieselben geblieben. Das ist schade. Wünschenswert wäre gewesen, wenn dieses Mal die richtigen Fragen gestellt worden wären und so auch die Qualität der verwendeten Inhaltsstoffe bzw. die Zusammensetzung Berücksichtigung gefunden hätte und nicht nur der Nährstoffmix (ganz gleich aus welchen Quellen) bewertet worden wäre.

Interessant sind nichtsdestotrotz die aufgezeigten Nährstoffmängel bei den hochwertigeren Katzenfuttersorten und dass auch in einem eigentlich hochwertigen Futtermittel eine bunte Fleischvielfalt verarbeitet sein kann.

Update 28.04.2017

  • Mac’s hat zwischenzeitlich eine Stellungnahme veröffentlicht und eine Erklärung zum Nachweis anderer Tierarten abgegeben:
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    Mehr erfahren

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  • Stellungnahme von Catz Finefood auf Facebook
  • Stellungnahme von Tundra auf Facebook

Trockenfuttertest 2018

Vor kurzem wurden von der Stiftung Warentest Trockenfutter getestet. Das Ergebnis ist nicht überraschend und bietet, wie schon bei den vorherigen Tests, durch fragliche Testkriterien keinerlei Rückschlüsse auf die Qualität der getesteten Futtermittel. So wurde auch dieses Mal z. B. wieder Futter abgewertet, weil eine Wildkatze auf dem Etikett abgebildet ist. Die Testkriterien waren im Endeffekt mit denen aus dem letztjährigen Nassfuttertest identisch, nur dass dieses Mal jeweils 5 % auf Verpackung und 5 % auf Schadstoffe entfielen. Wie hoch der Anteil an Fleisch, Fleischerzeugnissen oder Getreide war, war für die Bewertung nicht ausschlaggebend. Auch hat sich nach wie vor nicht herumgesprochen, dass es neben der Modellkatze (dieselbe wie im letzten Test) auch große Katzenrassen gibt und es daher durchaus legitim ist, auch Fütterungsempfehlungen für Katzen mit 7-10 kg Gewicht auf der Verpackung aufzuführen (wurde auch dieses Mal wieder abgewertet).

Trockenfutter ist aufgrund seiner meist kohlenhydratlastigen Zusammensetzung, die z. B. die Entwicklung eines Diabetes mellitus fördern kann, sowie fehlende Feuchtigkeit für eine ausschließliche Ernährung von Katzen nicht geeignet. Auch als Leckerli finden wir keine der getesteten Sorten akzeptabel. Da gibt es weitaus bessere, vielleicht nicht unbedingt günstiger, aber mit einer durchdachteren Zusammensetzung. Das Flüssigkeitsproblem (siehe unseren Artikel Wasser in der Katzenernährung) hat man aber bei jedem trockenen Futtermittel und lässt sich auch durch Anfeuchten nicht lösen.

  1. Markovich, Freeman, Heinze (2014). Analysis of thiamine concentrations in commercial canned foods formulated for cats. []
  2. FRYE, T. M. The stability of vitamines in processed cat food. Pet Food Industry, 1981, S. 24-27. []

Von Keimen, Hygiene und Hysterie in der Rohfütterung Sinnvolle Hygienemaßnahmen beim Katzen barfen

Vor nicht allzu langer Zeit wurde ja mal wieder eine altbekannte Sau durchs Social-Media-Dorf getrieben. Und zwar die Gefahr, sich bei der Rohfütterung, besser bekannt als B.A.R.F., mit gefährlichen Keimen zu infizieren. Während die einen (mal wieder) propagierten, am besten ganz auf rohes Fleisch zu verzichten, weil Fertigfutter voll keimfrei und gesund und so, hielt die andere Fraktion dagegen, machte sich über die Warnung lustig und stellte Vergleiche mit Toilettentüren an. Wenn ihr mich fragt, beides nicht das Gelbe vom Ei. Denn wie so oft liegt die Wahrheit dazwischen.

Verantwortlich für die letzte Debatte war ein Paper (also eine wissenschaftliche Veröffentlichung) aus den Niederlanden, das sich mit zoonotischen Bakterien und Parasiten in B.A.R.F.-Futtermitteln für Katzen und Hunde befasste. Zoonotisch bedeutet, dass ihr Zweibeiner euch über eure Samtpfoten (oder ein anderes Tier) mit den jeweiligen Parasiten und Bakterien anstecken könntet und umgekehrt. Außerdem wurden die allgemeine mikrobiologische Qualität (gesamte Bakterienzahl) und die Hygienequalität (auf Basis von E. coli) beurteilt. Alles grundsätzlich nicht verkehrt und durchaus für uns Menschen im Umgang mit rohem Fleisch, aber auch für unsere Miezen (besonders diejenigen, die kein ganz so tolles Immunsystem haben) von Bedeutung.

Was wurde dabei jetzt untersucht?

Im Rahmen der Untersuchung wurden 35 Rohfleischfuttermittel (eingefroren bei -18°C) von 8 unterschiedlichen Marken und 14 Einzelhändlern in und um Utrecht gekauft und bis zur Analyse wie auf dem Etikett empfohlen gelagert. 15 der 35 Produkte (43 %) enthielten nur Fleisch und tierische Nebenprodukte, von denen 5 Fleisch und Nebenprodukte von nur einer einzelnen Tierart (Hähnchen und Kaninchen) enthielten, 20 (57 %) enthielten zusätzlich zum Fleisch und den Nebenprodukten auch noch andere Zutaten, wie Reis oder Gemüse. Fleisch und tierische Nebenprodukte in den untersuchten Futtermitteln stammten von Hähnchen, Rind, Lamm, Ente, Kaninchen, Pferd und Pute.

Untersucht wurden die kommerziellen B.A.R.F.-Mahlzeiten auf vier zoonotische Bakterien und zwei Parasitenarten.

Genau genommen auf:

  • E. coli 0157:H7
  • ESBL-bildende E. coli (antibiotikaresistente Keime)
  • Listeria monocytogenes
  • Salmonella-Spezies
  • Toxoplasma gondii
  • Sarcocystis-Spezies

Und was ergab die Untersuchung?

Keim Gefunden in Produkten In Prozent
E. coli 0157:H7 8 23
ESBL-bildende E. coli 28 80
Listeria monocytogenes 19 54
Andere Listerien-Spezies 15 43
Salmonella-Spezies 7 20
Sarcocystis cruzi 4 11
Sarcocystis tenella 4 11
Toxoplasma gondii 2 6

Die insgesamte mikrobielle Qualität der Futtermittel war akzeptabel, zwei Produkte überschritten jedoch die Hygienekriterien, die für Hack- und Separatorenfleisch für den menschlichen Verzehr angewandt werden. Auch hinsichtlich der Hygienekriterien für E. coli erfüllten 40 % der getesteten Produkte die minimalen Hygieneanforderungen für den menschlichen Verzehr nicht.

Und wie schätzten die Forscher die Ergebnisse ein?

Die Wissenschaftler empfehlen, Menschen auf mögliche Risiken in Verbindung mit der Fütterung von Haustieren hinzuweisen und Haustierbesitzer über persönliche Hygiene und den richtigen Umgang mit Rohfleischmahlzeiten zu schulen. Zudem sollen Warn- und Handhabungshinweise auf Produkt-Etiketten angebracht werden.

Sie weisen außerdem daraufhin, dass die geringe Stichprobengröße und keine randomisierte Auswahl in dieser Studie keine Verallgemeinerung der Infektionsraten und keine Risikoanalyse erlauben.1

Was kann uns das jetzt sagen?

Dass beim Umgang mit rohem Fleisch, egal ob jetzt für den menschlichen Verzehr oder für unsere Katzen, Risiken bestehen, ist kein Geheimnis. Aber es ist immer die Frage, wie man mit diesen umgeht.

Das ist im Endeffekt wie beim Fahrradfahren. Wenn man aufs Rad steigt, kann immer etwas passieren. Es besteht immer die Gefahr, dass man stürzt oder in einen Unfall verwickelt wird. Man kann jetzt deswegen das Rad in die Ecke stellen und nie mehr anrühren, man kann aber auch einen Helm aufsetzen und auf dem Radweg fahren und nicht mitten auf der Straße. Je nachdem, wie es um die eigene Gesundheit so bestellt ist, kann es aber auch besser sein, auf das Radfahren ganz zu verzichten. Obwohl es eigentlich gesund ist.

Wer barft, übernimmt Verantwortung für die Ernährung seiner Samtpfoten. Und genauso wie man wissen muss, dass falsches Barfen gesundheitliche Schäden nach sich ziehen kann, so muss man auch wissen, dass der Umgang mit rohem Fleisch mit Risiken verbunden ist und mit welchen Hygienemaßnahmen man diese zum eigenen Vorteil und zum Vorteil der eigenen Haustiger soweit möglich minimieren kann. Und das ist eigentlich gar nicht so schwierig.

Einen ganz wichtigen Punkt hat die Nachwuchs-Gefrierschranköffnerin hier schon im Kindergarten gelernt: „Hände waschen, Hände waschen, muss ein jedes Kind. Hände waschen, Hände waschen, bis sie sauber sind!“ *sing* ;-)

Weitere sinnvolle Hygienemaßnahmen bei der Rohfütterung

Katzen barfen

© the3cats / pixabay.com

Sinnvolle Maßnahmen beim Fleisch-/Futterkauf

  • kein Fleisch aus Holland (Scherz) ;-)
  • Verzicht auf Fleisch aus Massentierhaltung
  • bei Anbietern vor Ort und Frostfleischversendern genau hinsehen und ggf. Informationen zum Einhalten der Kühlkette bei der Verarbeitung, Lagerung, Hygienemaßnahmen und Bezugsquellen erfragen

Kühlkette einhalten, richtig auftauen, schnell verarbeiten

  • Fleisch immer über mindestens 10 Tage bei min. -20°C einfrieren (Gefrierthermometer zur Sicherheit)
  • BARF-Mahlzeiten und rohes Fleisch immer im Kühlschrank auftauen lassen (viele Keime, insbesondere Bakterien ruhen bei Gefriertemperaturen, werden aber beim Auftauen wieder aktiviert und vermehren sich bei Zimmertemperatur oder beim Auftauen in warmem Wasser verdammt schnell)
  • Kühlkette einhalten und sicherstellen, dass der Anbieter dies auch tut (speziell im Sommer lieber Expresslieferung wählen, mit Kühltasche/-box einkaufen gehen)
  • Fleisch so kurz wie möglich im Kühlschrank lagern (Hack max. 6-8 Std., Fisch max. 12 Std., „normales“ Fleisch max. 2 Tage)
  • Fleisch in geschlossenen Behältern im Kühlschrank getrennt von anderen Lebensmitteln lagern
  • Fleisch nur soweit auftauen, wie notwendig (angetaut schneidet es sich auch besser) und so schnell wie möglich wieder einfrieren (Gerät mit Schnellfrosttaste o. ä.).
  • Verpackungen beim Auftauen anschneiden
  • Auftauwasser bei riskanten Fleischsorten (wie Geflügel) wegschütten
  • Insbesondere Geflügelfleisch nicht in der Mikrowelle auftauen

Sinnvolle Hygienemaßnahmen bei der Zubereitung

  • Hände vor und nach der Zubereitung gründlich mit Wasser und Seife waschen
  • Einmalhandschuhe verwenden
  • Fleisch-/Futterverpackungen direkt ausspülen und nach der Zubereitung in die Tonne und nicht in den Abfallbehälter in der Küche
  • Brettchen, Schüsseln, Messer und andere Utensilien nach der Zubereitung mit Spülmittel unter sehr heißem Wasser reinigen; auf Kunststoff verzichten
  • Spüllappen und Geschirrtücher nach der Zubereitung in die Kochwäsche
  • Spülschwamm min. 1x pro Woche und Spülbürste regelmäßig austauschen, ggf. eigene Schwämme und Bürste für die Katzen verwenden und getrennt lagern
  • Spüle gründlich sehr heiß reinigen (ggf. Dampfreiniger sofern vorhanden)
  • Küchenpapier für die erste grobe Reinigung verwenden
  • Küchenboden möglichst heiß (ggf. Dampfreiniger) reinigen, Bodenlappen ebenfalls in die Kochwäsche

Sinnvolle Hygienemaßnahmen bei der Fütterung

  • Futternäpfe aus Glas oder Keramik verwenden
  • Näpfe täglich sehr heiß reinigen
  • Fressteppiche aus Baumwolle (maschinenwaschbar) vor den Futterplatz, für Katzen, die gerne vor und neben dem Napf fressen
  • Futterplatz täglich reinigen (ggf. Dampfreiniger, wenn vorhanden)
  • Futterportionen im Sommer kühl halten (z. B. mit Warmhalteteller mit gefrorenem Wasser)
  • gebrauchte Gefrierbecher direkt sehr heiß ausspülen
  • Abfallbehälter regelmäßig leeren und min. 1x wöchentlich heiß ausspülen
  • Katzen ggf. bei Gabe von Beutetieren (Eintagsküken usw.) in einem Raum einsperren, der sich gut reinigen lässt (z. B. Badezimmer) oder draußen füttern

Besondere Fälle, besondere Maßnahmen

In den meisten Fällen sind die aufgeführten Maßnahmen vollkommen ausreichend, um das Risiko für eine Gefährdung von Mensch und Tier durch den Umgang bzw. den Verzehr mit rohem Fleisch zu minimieren.

Besondere Vorsicht ist jedoch z. B. geboten, wenn…

… eine Schwangerschaft besteht.

… man selbst unter einer Immunschwäche leidet/immunsuppressive Medikamente erhält.

… kleine Kinder im Haushalt leben.

… die Katze chronisch krank ist.

… die Katze unter einer Immunschwäche leidet/immunsuppressive Medikamente erhält.

… die Katze trächtig ist oder gerade Kätzchen säugt.

… es sich um sehr junge Kitten handelt.

… die Katze untergewichtig ist/gepäppelt werden muss.

In diesen Fällen sollte man wirklich je nach Fall im Hinblick auf Keime riskantere Fleischsorten (z. B. Geflügel) meiden und/oder wenn man selbst nicht fit ist ggf. jemand anderen im Haushalt mit der Zubereitung und Fütterung betrauen. In einigen Fällen, z. B. bei Katzen mit einer chronischen Toxoplasmose oder wenn man selbst z. B. unter einer erworbenen oder angeborenen Immunschwäche leidet oder einer therapeutisch unterdrückten Immunfunktion (z. B. nach Organtransplantation) unterliegt, kann es wirklich besser sein, Fleisch für die Katzen durchzuerhitzen und nicht roh zu füttern oder auf hochwertiges Nassfutter zurückzugreifen.

Hinsichtlich insbesondere antibiotikaresistenter Keime, aber auch anderer, ist es besser, Fleisch aus Massentierhaltung zu meiden und Produkten aus Weidehaltung (möglichst bio und nicht gewolft) den Vorzug zu geben.

Babys/Kleinkinder und gebarfte Katzen

Löwe mit Baby

© SarahRichterArt / pixabay.com

Auch in Haushalten mit kleinen Kindern können die Katzen durchaus roh gefüttert werden, jedoch sollten Babys nicht in der Spüle gebadet werden/das BARF nicht in der (Baby-)Badewanne aufgetaut werden und der Nachwuchs von den Futterplätzen und Näpfen ferngehalten werden (nicht nur bei BARF, sondern insbesondere auch bei Trockenfutter!). Das lässt sich z. B. gut mit chipgesteuerten Futterautomaten oder Gitterelementen erreichen und wird oftmals auch von den Miezen geschätzt, die gerne ungestört futtern möchten.

Dass man sich die Hände nach Kontakt mit rohem Fleisch/BARF gründlich wäscht, bevor man das Baby wieder auf den Arm nimmt, sollte selbstverständlich sein.

In den USA warnen Kinderärzte übrigens unter anderem auch vor Trockenfutter, in dem immer wieder Salmonellen und andere Keime gefunden werden. Zahlreiche Rückrufaktionen bezüglich Salmonellen betreffen Trockenfutter. In den USA gab es zum Beispiel über einen Zeitraum von drei Jahren immer wieder Salmonelleninfektionen beim Menschen (meist Kindern im Alter von bis zu zwei Jahren), die sich letztlich auf kontaminiertes Trockenfutter für Hunde und Katzen aus einer bestimmten Produktionsstätte zurückverfolgen ließen.2

  1. van Bree, FPJ., Bokken, GCAM., Mineur, R., Franssen, F., Opsteegh, M., van der Giessen, JWB., Lipman, LJA., Overgaauw, PAM. (2018) Zoonotic bacteria and parasites found in raw meat-based diets for cats and dogs Veterinary Record 182, 50. []
  2. Behravesh, Ferraro, Deasy et al. (2010) Human Salmonella Infections Linked to Contaminated Dry Dog and Cat Food, 2006 – 2008. Pediatrics Sep 2010, 126 (3) 477-483; DOI: 10.1542/peds.2009-3273 []

Katzenfutter im Haustiger-Test: Cachet Wild Roots (Aldi Süd)

Vorletztes Wochenende ist mir im Aldi-Prospekt im Wochenangebot ein neues Katzenfutter, Cachet Wild Roots, ins Auge gefallen. Auf den ersten Blick sah es ganz vielversprechend aus, schien es doch, als habe der Discounter vor möglicherweise künftig auch Kunden zu bedienen, die höhere Anforderungen an die Ernährung ihrer Stubentiger stellen. Das Fazit in Kürze: Netter Versuch, aber viel Luft nach oben.

Damit wird geworben

Besonders artgerechte Ernährung mit einem sehr hohen Anteil an Fleisch, Fisch bzw. deren Nebenprodukten. Abwechslungsreiche Rezepturen, sinnvoll ergänzt um wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Durch den Verzicht auf glutenhaltiges Getreide wird die Gefahr von Unverträglichkeiten und Verdauungsproblemen reduziert. (Quelle: Prospekt)

Sorten

Es gibt 85-Gramm-Dosen und 85-Gramm-Pouches von Cachet Wild Roots.

85-Gramm-Dosen

  • mit Huhn und Lachs
  • mit Pute
  • mit Kabeljau, Seelachs und Lachs
  • mit Rind und Wild

Die Pouches gibt es in zwei 12er Packs, einmal als „Vielfalt aus dem Wasser“ und einmal in der Landtiere-Mischung „Vielfalt aus der Natur“. Letztere besteht aus 3x Geflügel, Rind & Hühnerherzen, 3x Geflügel, Hirsch & Leber, 3x Geflügel, Kalb & Lamm und 3x mit Huhn, Ente & Rind.

Die Döschen werden in Deutschland hergestellt (Petcura GmbH, Betriebsnummer: DE 03454000213). Die Pouches kommen aus der Schweiz und werden von Herbert Ospelt Anstalt unter der Betriebsnummer CH 22679 produziert. Herbert Ospelt Anstalt produziert u. a. auch IAMS und Schmusy.

Die Zusammensetzung der Döschen gefällt mir besser als die der Pouches. Getestet haben wir die Sorte „mit Pute“, um die sich auch der Testbericht drehen wird. Ich packe euch aber die Zusammensetzungen der Natur-Pouches und der restlichen Döschensorten mit in diesen Bericht, damit ihr euch selbst einen Eindruck verschaffen könnt. Die Pouches mit den Fischsorten habe ich leider vergessen zu fotografieren.

Zusammensetzung der Sorte mit Pute

70 % Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (aus 20 % Putenlebern, 20 % Putenherzen, 10 % Putenhälsen, 10 % separiertem Putenfleisch, 10 % Putenmägen), 26,6 % Trinkwasser, Mineralstoffe, pflanzliche Nebenerzeugnisse (u. a. 0,3 % Inulin), 0,3 % Leinsamen, Öle und Fette, 0,1 % Spirulina, 0,02 % Beta-1,3/1,6-Glucan (aus den Zellwänden von Bäckerhefe)

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe/kg: 1299 mg Taurin, 78 mg Vitamin E, 23 mg Zink aus Zinksulfat, Monohydrat, 2,2 mg Mangan aus Mangan-(II)-sulfat, Monohydrat, 0,4 mg Jod aus Kalziumjodat, wasserfrei.

Technologische Zusatzstoffe/kg: 301 mg Bentonit

Hinweis: ohne Cassia Gum. *ohne Zusatz von glutenhaltigen Getreiden.

Analytische Bestandteile von Cachet Wild Roots mit Pute

13 % Rohprotein, 5 % Rohfett, 2 % Rohasche, 0,5 % Rohfaser, 78 % Feuchtegehalt.

Zusammensetzung der anderen Sorten

Cachet Wild Roots Huhn und Lachs

Cachet Wild Roots Kabeljau, Seelachs & Lachs

Cachet Wild Roots Rind & Wild

Pouches

Vielfalt aus der Natur Cachet Wild Roots

Fütterungsempfehlung

Eine Fütterungsumstellung kostet Zeit, bitte nehmen Sie sich Zeit und passen Sie die Fütterungsmenge entsprechend den Bedürfnissen Ihres Tieres an. Wir empfehlen grundsätzlich den Einsatz einer Küchenwaage. Die angegebenen Werte sind Richtwerte und dienen als Anhaltspunkte. Sie sind abhängig von Alter, Rasse, Aktivität und weiteren Faktoren. Bitte bei Zimmertemperatur füttern und zu jeder Fütterung frisches Trinkwasser bereitstellen. Eine beaufsichtigte Fütterung wird grundsätzlich empfohlen.

Tiergewicht in kg Fütterungsmenge in g
4 233
5 271
6 306
7 339

 

(Quelle: Verpackung)

Preis

Die Dosen sind im Dreierpack erhältlich. Der Dreierpack kostet 2,55 €.

(Die Pouches sind im 12er-Pack erhältlich und mit 3,95 € (also 0,33 € pro 85-Gramm-Beutel) deutlich günstiger.)

Konsistenz und Akzeptanz von Cachet Wild Roots mit Pute

Cachet Wild Roots im Schälchen

Das Wild Roots ist recht fluffig, aber kompakt. Der Geruch ist in Ordnung, meine Nase konnte keinen wesentlichen Unterschied zu anderen hochwertigen Futtersorten feststellen.

Bei 3 von 4 Katzen kam es gut an. Hexe, zugeben manchmal eine kleine Mäkelmadame, hat es verschmäht.

Lange vorgehalten hat das Futter nicht, man hatte bereits nach 1,5 Stunden wieder Kohldampf. Das kenne ich sonst anders.

Bewertung von Cachet Wild Roots mit Pute

Größtes Manko neben einigen inhaltlichen Schwächen ist für mich das Preis-Leistungs-Verhältnis. Zwar haben wir hier 70 % „Fleischanteil“ (auch schön offen deklariert und bei der Pute sogar sortenrein) und ein getreidefreies Futter ohne Farb- und Aromastoffe, jedoch besteht der Fleischanteil größtenteils aus Nebenprodukten. Sogar bei den 10 % Putenfleisch handelt es sich noch um Separatorenfleisch.

Die Deklaration lässt unklar, was an Mineralstoffen zugefügt wurde (z. B. in Hinblick auf ein ausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis. Es bleibt unklar, welche pflanzlichen Nebenerzeugnisse und welche Öle und Fette verwendet wurden. Beta-1,3/1,6-Glucan ist an sich ganz interessant, fürs Immunsystem und zur Unterstützung bei verschiedenen gesundheitlichen Problemen. Liest man z. B. relativ häufig in Verbindung zu Pilzen (Mykotherapie). Da ist ebenso wie bei Kräutern die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, bei Bedarf gezielt zu arbeiten, anstatt von Vornherein „Functional Food“ zu kreieren.

Die ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe liegen im Rahmen über den offiziellen Mindestwerten. Die Vitamine A und D sollten durch die verwendeten Zutaten bereits in ausreichendem Maße enthalten sein. Bei Thiamin, leider ein großes Thema bei Fertigfutter, hege ich leise Zweifel. Eindeutig sagen kann man es rein aus den bereitgestellten Informationen nicht. Fett dürfte für mich noch bisschen mehr sein. Die Fütterungsempfehlung liegt unter den auf Basis des metabolischen Körpergewichts errechneten Werten.

Bentonit, das den meisten wohl eher vom Katzenstreu oder als Heilerde (z. B. zur Entgiftung) ein Begriff sein wird, wird unter der E-Nummer E558 als Trägerstoff, Füllstoff, Trennmittel und Schaumverhüter eingesetzt. Das sorgt im Endeffekt für die fluffige Konsistenz des Futters.

Fazit: Es gibt definitiv schlechteres Futter, aber insbesondere zu dem Preis auch eine große Auswahl an hochwertigeren Futtermitteln mit transparenterer Deklaration. Zum Vergleich: Eine Katze mit 5 kg müsste am Tag 294 g von diesem Katzenfutter verzehren, um rein rechnerisch ihren Energiebedarf zu decken. Das heißt bei einem Preis von 2,55 € für 255 g (3x 85 g) wären das 2,94 € pro Tag und Katze. Bei diversen hochwertigen Futtermitteln kann ich mit unter 3,00 € für die 800 g Dose hier locker 4 Katzen pro Tag hochwertig ernähren. Mit B.A.R.F. sowieso. ;-)

Der Preis ist für ein Katzenfutter mit der Zusammensetzung von „Cachet Wild Roots“ meiner Meinung nach in keinster Weise gerechtfertigt.

Achtung: Das Futter war nur zum Zeitpunkt des Tests nur vorübergehend bei Aldi Süd im Sortiment. Mittlerweile wurde es dauerhaft ins Sortiment aufgenommen.

Wie ihr die richtige Futtermenge für eure Katze(n) bestimmen könnt

Eines der Themen, das mir in Gruppen, Foren oder auch im direkten Umgang mit Katzenpersonal immer wieder begegnet, ist die Frage nach der richtigen Futtermenge. Und das besonders häufig in Zusammenhang mit der Umstellung auf BARF oder bei Kitten. Die schlechte Nachricht ist, es gibt hier keine allgemeingültige, pauschale Menge a la xxx Gramm Futter für Katze mit dem Gewicht x, da unsere Stubentiger wie auch wir Menschen jede für sich Individuen sind. Die gute Nachricht ist, es gibt Möglichkeiten, um die individuell richtige Futtermenge für eure Katze(n) zu bestimmen und die sehen wir uns heute einmal an.

Den Energiebedarf der eigenen Katze(n) bestimmen

Jedes Lebewesen hat einen bestimmten Energiebedarf, der gedeckt sein muss, damit der Organismus einwandfrei funktionieren kann. Die Maßeinheit der Energie war früher die Kalorie, heute ist es das Joule. Die Kalorien sind den meisten aber im allgemeinen Sprachgebrauch nach wie vor vertrauter. Nimmt man mehr Energie auf, als man verbraucht, geht das Körpergewicht nach oben, verbraucht man mehr, als man aufnimmt, geht das Körpergewicht nach unten (zweiter Hauptsatz der Thermodynamik). Einfaches Prinzip und jetzt auch erstmal nicht von der Wahl und Hochwertigkeit des Futtermittels abhängig. Man kann Katzen durchaus auch mit BARF fett füttern.

Diesen Energiebedarf hat man früher stur nach Körpergewicht und Aktivität ausgerechnet. Nachdem dabei jedoch der Energiebedarf speziell großer Katzen aber in hohem Maße überschätzt wurde, arbeitet man mittlerweile mit dem so genannten metabolischen Körpergewicht und verschiedenen Formeln für schlanke und übergewichtige Katzen.

Detailliert habe ich das in diesem Artikel schon einmal beschrieben:

In allen Lebenslagen gut gefüttert…

Das metabolische Gewicht kann man „von Hand“ ausrechnen oder ihr könnt es euch einfacher machen und einen Futterrechner benutzen. Ich mag den Rechner von Futtermedicus ganz gerne, über den ihr euch auch gleich ausrechnen könnt, wie viele Kalorien euer Futter enthält und wie viel eure Katze davon rein rechnerisch futtern müsste, um ihren Energiebedarf zu decken. Einige Online-Shops (Zooplus zum Beispiel) geben auch schon die Kalorien auf 100 g an, mit denen ihr dann direkt rechnen könnt.

Das kann dann so aussehen:

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Beispiel: Katze Molly ist mit 4 Kilogramm normalgewichtig und hat einen täglichen Energiebedarf von 254 kcal. 100 Gramm ihres Lieblingsfutters entsprechen 101,04 kcal.

Wir rechnen: 254 kcal x 100 g / 101,04 kcal = 251,39 g.

Molly muss demnach rein rechnerisch rund 250 g Ihres Lieblingsfutters am Tag futtern, um auf ihren Energiebedarf zu kommen.

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Da jedes Futter ein wenig unterschiedlich in der Zusammensetzung ist (z. B. was den Fettgehalt oder den Gehalt an Kohlenhydraten (Getreide) angeht), gibt es demnach nicht EINE fixe Futtermenge für ein bestimmtes Gewicht, sondern ihr müsst immer beides im Blick haben. Umso hochwertiger das Futtermittel, umso mehr kann die Katze davon verwerten, umso geringer ist die Futtermenge und das, was am Ende hinten wieder rauskommt.

Also darf eine 4-kg-Katze immer nur 250 Gramm von diesem Futter fressen?

Nein. Es handelt sich hierbei um einen Wert, der nach einer Formel errechnet wurde, die eine führende Institution (in dem Fall das NRC) veröffentlicht hat. Aber um es mit Goethe zu sagen: „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens gold`ner Baum“, soll heißen wir haben es hier mit einem Richtwert zu tun, der Energiebedarf wird aber in der Praxis durch eine Vielzahl von Komponenten beeinflusst. Da spielt zum Beispiel mit rein, ob die Katze eher Couch-Potato oder wilder Abenteurer ist, da spielt mit rein, ob sie kastriert ist oder unkastriert, da spielt der individuelle Stoffwechsel mit rein, oftmals auch die Jahreszeit (Katzen fressen wenn es auf den Winter zugeht z. B. oft mehr[1]) und und und…

Man kann den Wert aber wunderbar als ersten Anhaltspunkt nutzen, wenn man versteht, dass er ebenso wie die Fütterungsempfehlungen auf der Dose nicht in Stein gemeißelt ist, sondern für das Individuum in mitunter großem Maße schwanken kann. Da sind dann einfach zusätzlich zur Theorie nicht mehr und nicht weniger als der gesunde Menschenverstand und eine gute Beobachtungsgabe gefragt (ggf. auch eine gute Waage), um die Futtermenge herauszufinden, von der euer Haustiger satt wird und weder auffällig zu noch abnimmt. Das ist alles. So lange da alles passt, gibt es keinen Grund, sich verrückt zu machen. Anders sieht es aus, wenn eine Katze gezielt zu- oder abnehmen soll, aber damit werden wir uns in einem gesonderten Artikel beschäftigen. Ob euer Stubentiger normalgewichtig oder über-/untergewichtig ist, könnt ihr mithilfe des Body Condition Scores herausfinden.

Von Fertigfutter zu B.A.R.F. – die Futterumstellung und die neue Futtermenge

Oftmals beschäftigen sich Katzenhalter zum ersten Mal mit dem Thema Futtermenge, wenn sie damit beginnen, ihre Samtpfoten von Fertigfutter auf Rohes umzustellen. Hier gibt es verschiedene pauschale Richtwerte, die man in fast jedem Buch oder anderen Publikation findet. So liest man z. B. oft Angaben wie die Futtermenge (oder alternativ der Fleischanteil in der Ration) solle „30 bis 50 g je kg Katze“ oder „3 bis 4 % des Körpergewichts der Katze“ betragen, mit der Folge, dass die schlanke Katze mit 3 Kilogramm, die bisher eine 200 g Dose hochwertiges Nassfutter am Tag serviert bekam, plötzlich mit 90 g BARF am Tag auskommen muss und Kohldampf schiebt.

Besser ist es, zunächst die gleiche Futtermenge wie zuvor zu reichen und sich dann langsam vorzutasten, welche Futtermenge die richtige ist. So kann sich auch die Katze langsam an die veränderte Menge gewöhnen. Zudem ist es (gerade wenn die Katze vor lauter Begeisterung am liebsten den ganzen Tag futtern würde) manchmal hilfreich, die Futterration auf mehr Mahlzeiten aufzuteilen als zuvor, um möglichem Frust gar keinen Raum zu geben.

Daneben haben wir es auch bei diesen Angaben mit Richtwerten zu tun, die niemals als pauschal und allgemeingültig zu betrachten sind, da neben den oben genannten Gründen die Zusammensetzung der BARF-Ration eine wesentliche Rolle spielt.

Um den Körper mit Energie zu versorgen, haben wir die so genannten Makronährstoffe. Das sind die Proteine, die Fette und die Kohlenhydrate. 1 Gramm Protein oder Kohlenhydrat kommt auf 4,1 kcal, 1 Gramm Fett mit 9,3 kcal in etwa auf das Doppelte. Das heißt im Umkehrschluss, umso mehr Fett wir in unserer Ration haben, umso geringer wird die Futtermenge insgesamt, da die Fette doppelt so viele Kalorien in die Ration bringen als die Proteine (die Kohlenhydrate können wir hier ignorieren). Andersherum muss die Katze aber mitunter mehr futtern, als den errechneten Wert, wenn die Ration recht mager gehalten ist.

Noch ein Beispiel:

Unsere Molly aus Beispiel 1 soll künftig gebarft werden. Ihre Dosis haben ihr beim Metzger mageres Rinderhack mit einem Fettgehalt von 3 % gekauft, das auf 113 kcal (100 g) kommt. Als normalgewichtige Katze mit 4 kg würde sie nach genannten Richtwerten zwischen 120 g und 200 g am Tag erhalten. Rechnerisch (254 kcal x 100 / 113 kcal) sind wir bei 225 g.

Das heißt, dass Molly – würde sie stur nach pauschalen Angaben gefüttert – womöglich deutlich zu wenig Futter erhalten würde. Hier müssten wir dann in der Praxis Fett zugeben, um den Energiegehalt in der Ration zu erhöhen, damit es mit den Richtwerten wieder passt.

[dark_box] In Kürze: Man kann mit solchen Richtwerten wunderbar arbeiten, vorausgesetzt man sieht sie als das, was sie sind. Empfehlungen und keine in Stein gemeißelten Regeln, die stur einzuhalten sind. [/dark_box]

Und wie ist das bei Kitten mit der Futtermenge?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob diese Empfehlungen auch für Kitten gelten. Dem ist nicht so. Kitten dürfen prinzipiell so viel futtern, wie sie mögen und vertragen, damit sie große und gesunde Katzen werden. Das können Mengen von mehreren 100 g am Tag sein, die am besten auf mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag verteilt werden (großer Hunger, kleiner Magen).

[1] Serisier S, Feugier A, Delmotte S, Biourge V, German AJ (2014) Seasonal Variation in the Voluntary Food Intake of Domesticated Cats (Felis Catus). PLoS ONE 9(4): e96071. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0096071

Fertig-B.A.R.F. im Haustiger-Test: Fix-Barf®

Vor einiger Zeit sind wir gefragt worden, ob wir nicht ein neues Fertig-B.A.R.F. testen wollen. Bei Fertig-B.A.R.F. läuft es mir meistens erst einmal kalt den Rücken hinunter, wenn ich die Zusammensetzung sehe, von dem her war ich erst einmal skeptisch. Dann aber doch neugierig und so habe ich einem Test zugestimmt. Das Ergebnis war besser als erwartet.

Fix-BARF®

Das ist Fix-BARF®

Fix-BARF® ist ein Fertig-B.A.R.F. der K&K Petfood GmbH das in Zusammenarbeit mit der Tierheilpraktikerin Petra von Quillfeldt erstellt wurde. Dem ein oder anderen sagt vielleicht der Name „Frostfutter Perleberg“ etwas. Das ist auch die K&K Petfood GmbH.

[dark_box] Achtung, weil etwas verwirrend: Es gibt von Frostfutter Perleberg schon seit längerem Katzenmenüs unter der Bezeichnung „eBARF“. Dies ist auch der Titel der Website über die das Fix-BARF® verkauft wird. Die Fix-BARF-Menüs sind aber nicht mit den Katzen BARF-Menüs (eBARF) identisch und der vorliegende Testbericht bezieht sich ausschließlich auf die Fix-BARF-Produkte. Das eBARF hat Miriam hier schon einmal getestet. [/dark_box]

Das sagt der Anbieter

Der Anbieter verspricht auf seiner Website, dass es durch die perfekte Kombination aus Fleisch und Nahrungsergänzungsmitteln mit Fix-BARF® möglich ist die eigene Katze 100 % artgerecht und gesund zu ernähren und optimal zu versorgen. Man könne die Mischungen als Alleinfuttermittel unbedenklich dauerhaft verfüttern, es empfehle sich jedoch, im Rahmen einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung zwei bis drei Komplettmenüs im Wechsel zu füttern.

Diese Sorten gibt es

Derzeit werden insgesamt 4 Komplettmenüs angeboten. Und zwar in den folgenden Sorten:

– Huhn und Rind
– Geflügel
– Rind und Pferd
– Pute und Alaska-Seelachs

Fix-Barf®

Diese können einzeln oder auch zusammen in einem 4,5 kg Fix-BARF-Monatspaket erworben werden.

Das meint die Haustiger-Redaktion

Im Großen und Ganzen sieht die Zusammensetzung der Komplettmenüs durchdacht aus und macht auch den Eindruck, dass es sich wirklich um ein Katzenfutter und nicht um ein Hundefutter handelt. Es sind alle Zutaten, die mit mehr als 3 % enthalten sind, detailliert aufgeführt, so dass man einen ganz guten Eindruck erhält, was im Futter enthalten ist.
Bei den Supplementen bis 3 % ist nur aufgeführt, welche enthalten sind. Mengenangaben findet man hierzu nicht.

Warum dem so ist, wird auch auf der Website erklärt. Dabei wird aufgeführt, mit welchen Berechnungsgrundlagen für die Nährwerte und Bedarfswerte gearbeitet wurde und welches Calcium-Phosphor-Verhältnis (1,1-1,2:1) und Kalium-Natrium-Verhältnis (2,1:1) zugrundeliegt. Ob es sich bei den „Studien der veterinärmedizinischen Universität Zürich“ um das beliebte Skript für Studierende „Ernährung der Katze“ von Prof. Dr. M. Wanner handelt, das gerne hergenommen wird, fände ich jetzt interessant, wird aber im Text nicht deutlich.

Gut finde ich auch, dass man hier namentlich weiß, wer die Rezepte erstellt hat und nicht nur allgemeine Aussagen à la „von Tierärzten entwickelt bekommt“. Was Transparenz angeht, gibt man sich beim Anbieter wirklich Mühe.

Was ich sehr schade finde und so in der Form bisher auch noch nicht erlebt habe, ist, dass auf dem Futter selbst zwar alle Inhaltsstoffe aufgeführt sind, jedoch keinerlei analytische Bestandteile. Möchte ich hier Infos, muss ich mir diese von der Website ziehen.

Fix-Barf®

Die Zusammensetzung der Menüs ist soweit man das mit den vorliegenden Angaben beurteilen kann, in Ordnung. Im Menü Rind/Pferd liegt der Fettgehalt unter dem empfohlenen Mindestgehalt von 6 %. Da wäre zu überlegen, noch ein wenig Fett zuzugeben. Die einzelnen Fleischstücke sind teilweise richtig schön groß, so dass Miez noch richtig etwas zu kauen hat.

Fix-Barf®

Unglücklich finde ich, dass Gemüse roh mit eingefroren wird, da Enzyme im Gemüse auch beim Einfrieren erhalten bleiben und auch in gefrorenem Zustand Reaktionen katalysieren können, die einen unerwünschten Einfluss auf die umliegenden Nährstoffe haben können. Besser wäre es das Gemüse vorher zu blanchieren (auch für die Verdaulichkeit), um die Enzyme zu deaktivieren.

Die Akzeptanz lag bei der Haustiger-Crew zwischen „durchwachsen“ und „in Ordnung“. Inhaliert wurde das Fix-BARF® hier nicht.

Fazit: In Schulnoten gibt es bei mir für das Fix-BARF® eine ganz ordentliche 3. Das ist weit mehr, als ich so ziemlich allen anderen Produkten in dem Bereich geben würde. Es ist nicht perfekt, es ist auch noch Luft nach oben, aber wenn es denn unbedingt – für den Anfang, für den Urlaub, für Zwischendurch – Fertig-BARF sein soll, dann wäre Fix-BARF® aktuell meine erste Wahl.

Langfristig würde ich immer dazu tendieren, die Rohmahlzeiten für meine Katzen selbst zusammenzustellen, um kein Futter „von der Stange“, sondern wirklich das optimale Futter für mein Tier als Individuum zu haben. Bei Katzen mit besonderen Bedürfnissen, wie z. B: kranken Katzen (es soll in Kürze auch Spezial-BARF geben) würde ich immer eine individuelle, perfekt auf die jeweilige Katze abgestimmte Lösung empfehlen.

Fix-Barf®

Der Vollständigkeit halber, mir wurde das Futter vom Anbieter zum Test kostenlos zur Verfügung gestellt, Geld ist für diesen Testbericht nicht geflossen und der Bericht spiegelt von Anfang bis Ende meine persönliche Meinung wider.

Der kleine Unterschied: Alleinfutter, Ergänzungsfutter, Einzelfutter, Diätfutter

Schlendert man durch den Zoofachhandel oder stöbert durch diverse Onlineshops, dann findet man unzählige verschiedene Futtermittel, die einen hochwertiger, die anderen eher weniger. Jedoch gibt es nicht nur Unterschiede in der Qualität, sondern auch in der Zusammensetzung. In diesem Artikel möchten wir euch kurz erklären, welche Varianten es gibt und was ihr bei der Auswahl beachten müsst.

Alleinfutter

Nicht überall, wo Alleinfutter draufsteht, ist auch Alleinfutter drin (© meineresterampe /pixabay.com)

Alleinfuttermittel

Nach Definition der Futtermittelverordnung (§ 1 Abs. 1) ist ein Alleinfuttermittel ein Mischfuttermittel, das bei ausschließlicher Verwendung den Nahrungsbedarf der Katze decken kann. Das bedeutet, wir haben ein Katzenfutter, dem alle für die Katze notwendigen Vitamine, Mineralstoffe etc. in einer Menge zugesetzt sein sollten, die notwendig ist, dass es bei dieser weder zu einer Über- noch zu einer Unterversorgung kommt. Jedoch ist nicht alles, was als Alleinfutter deklariert ist, auch wirklich geeignet, die Katze mit allem zu versorgen was sie braucht. Es ist daher wichtig, auch hier genau hinzusehen, was in welcher Menge enthalten ist.

Einzelfuttermittel

Einzelfuttermittel sind wie der Name schon sagt, einzelne Komponenten, die allein nicht zur Bedarfsdeckung dienen. Also z. B. nur Fleisch. Eine Zusammenstellung aus verschiedenen Einzelfuttermitteln kann (unter Umständen in Kombination mit einem Ergänzungsfuttermittel) wieder zu einem Alleinfuttermittel werden. Wenn ihr also beim Barfen nach Frankenprey aus verschiedenen Komponenten (Fleisch, Innereien, Knochen usw.) eine Ration zusammenstellt, arbeitet ihr mit Einzelfuttermitteln. Die fertige B.A.R.F.-Ration ist dann auch wieder ein Mischfuttermittel, also eine Kombination aus verschiedenen Einzelfuttermitteln.

Ergänzungsfuttermittel

Landläufig werden die „Reinfleischdöschen“ als Ergänzungsfuttermittel bezeichnet, da sie eine Ergänzung zum Speiseplan der Katze darstellen können, aber keine Alleinfuttermittel sind, d. h. nicht dazu geeignet sind, die Katze über einen längeren Zeitraum adäquat mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Die Döschen eignen sich z. B. als Leckerli, zur Herstellung von Katzeneis etc., sollten aber maximal 20 % der Futtermenge pro Woche ausmachen.

Die Futtermittelverordnung definiert ein Ergänzungsfuttermittel als ein Futtermittel, das einen höheren Gehalt an bestimmten Stoffen (z. B. Mineralstoffen oder Spurenelementen) aufweist und andere Futtermittel ergänzen kann. Das sind im Endeffekt unsere „Pülverchen“ beim Barfen, also z. B. Mineralstoffmischungen etc.

Diätfuttermittel

Diätfuttermittel sind spezialisierte Futtermittel, deren Zusammensetzung speziell auf den Bedarf der Katze bei bestimmten Erkrankungen (z. B. Nierenprobleme, Schilddrüsenprobleme etc.) abgestimmt ist.

(zuletzt aktualisiert: 04.06.2017)