Fertigfutter

Was ist gutes Katzenfutter?

Immer wieder einmal kommt die Frage auf, welches Katzenfutter ich denn empfehlen würde bzw. was ich füttern würde. Nun davon abgesehen, dass ich die Frage meist mit B.A.R.F. beantworte, ist es gar nicht so einfach eine kurze Antwort zu geben, was eigentlich gutes Katzenfutter ausmacht und wer bestimmt, was denn nun gut ist und was nicht.

Nun, grundsätzlich ist das beste Futter für ein Tier, die Nahrung, die es auch in freier Wildbahn zu sich nehmen würde, da sich der Stoffwechsel im Laufe der Evolution perfekt darauf eingestellt hat. Folglich wären wir bei der Katze bei kleinen Beutetieren, wie kleinen Nagern, Vögeln, teilweise Fisch etc. Die Beutetiere werden roh und buchstäblich mit Haut und Haar verzehrt. Nur der Darm wird in der Regel übrig gelassen. Beim rohen Fleisch wären wir wieder bei B.A.R.F., allerdings kann und will nicht jeder seine Katzen barfen, weshalb ich mich hier auf die im Handel erhältlichen Fertigfuttermittel konzentrieren werde.

Die natürliche Ernährung der Katze besteht also vornehmlich aus Fleisch und weiteren tierischen Bestandteilen. Pflanzliches macht in der Ernährung der Katze nur einen verschwindend geringen Teil aus. Entsprechend sollte auch ein gutes Katzenfutter zusammengesetzt sein und zum größten Teil aus Muskelfleisch (min. 60 %) und hochwertigen tierischen Nebenprodukten, wie zum Beispiel Innereien bestehen. Im Idealfall ist auf den Futtermitteln genau deklariert, welche Teile des jeweiligen Tieres verarbeitet wurden. Wie es sich mit den ominösen 4 % im Fleisch im Katzenfutter verhält, findet ihr in diesem Artikel genauer erklärt.

Um die 100 % vollzumachen werden dem Futter dann in der Regel pflanzliche Bestandteile zugegeben, z. B. häufig Getreide, wie Mais, Soja und Weizen, oder auch Reis und Gemüse. Dazu ist zu sagen, dass der Stoffwechsel der Katze kaum in der Lage ist, größere Mengen an Kohlenhydraten zu verstoffwechseln (hier ist das genauer erklärt) und die Katze bei einem Futter, das zum größten Teil aus Getreide besteht, jede Menge Material zu sich nimmt, von dem sie „nichts hat“, das aber ihren Stoffwechsel belastet. Entsprechend sollte Getreide im gutem Katzenfutter nicht vorkommen.

Daneben gelten Mais und Weizen als häufige Auslöser für Futtermittelallergien bei der Katze. Im Idealfall macht auch Gemüse nur 5 – 10 % des Futters aus. Schließlich enthält eine Maus auch nur das an Pflanzlichem, was sie zu dem Zeitpunkt im Magen hat, zu dem sie Opfer der Katze wird. Und so groß ist so ein Mäusemagen wahrlich nicht…

Einen guten ersten Anhaltspunkt darüber, wie hochwertig ein einzelnes Katzenfutter ist, bietet die Fütterungsempfehlung. Bei hochwertigem Katzenfutter wird in der Regel eine Menge von 200 g als Tagesration für eine Katze mit einem Gewicht von 4 kg empfohlen. Umso höher die Fütterungsempfehlung, um so weniger gute, für die Katze verwertbare Bestandteile sind enthalten.

Was ein gutes Katzenfutter neben Getreide nicht enthält:

Sieht man sich ein handelsübliches Katzenfutter so an, dann findet man in der Zusammensetzung oft so einige Begriffe, die einen erst einmal zum Grübeln bringen. In den meisten Fällen ist es so, dass diese unverständlichen Begriffe Dinge bezeichnen, die im Katzenfutter eigentlich nichts zu suchen haben. Genaueres zum Thema Futtermitteletiketten gibt es in einem gesonderten Artikel.

Daneben enthält ein gutes Katzenfutter grundsätzlich keinen Zucker, ganz gleich in welcher Form (Melasse, Karamell etc.), keine EG-Zusatzstoffe und andere Konservierungsstoffe, keine synthetischen Zusatzstoffe und keine Farb- und Lockstoffe. Vorsicht auch bei Hefeextrakt, das in vielen Katzenfuttern zu finden ist. Dieses besteht bis zu 7 % aus dem Geschmacksverstärker Glutamat. Wird dem Futter Hefeextrakt zugefügt, kann es aber dennoch als „frei von Geschmacksverstärkern“ deklariert werden.

Und was ist mit Trockenfutter?

Nun, es gibt mittlerweile durchaus auch Trockenfutter, deren Zusammensetzung akzeptabel ist, allerdings haben alle Trockenfutter durch die Bank einen deutlichen Schwachpunkt, die fehlende Feuchtigkeit. Die Katze als ehemaliges Wüstentier nimmt den größten Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung auf. Das ist bei Trockenfutter nicht möglich. Entsprechend müsste sie trinken, um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken. Bedenkt man jedoch, dass so ein Beutetier etwa zu 70 % aus Wasser besteht, müsste sie ungefähr das drei- bis vierfache dessen trinken, was sie an Trockenfutter zu sich nimmt. Solche Mengen trinken die wenigsten Katzen und durch die fehlende Flüssigkeit steigt wiederum das Risiko für diverse Erkrankungen, z. B. der Nieren und Harnwege. Entsprechend kann Trockenfutter nie wirklich gutes Katzenfutter sein.

Wie sieht denn nun das perfekte Katzenfutter aus?

Kurzum, das perfekte Katzenfutter in der Dose, im Beutel etc. gibt es nicht. Keines ist 100%ig ausgewogen und jedes hat Stärken, aber auch Schwächen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, auf Dauer nicht nur Katzenfutter einer Marke zu füttern, sondern zwischen vier bis fünf unterschiedlichen Marken und auch wiederum Sorten abzuwechseln, um eine ausgewogene Ernährung gewährleisten zu können.

Darüber hinaus ist es oft empfehlenswert, dem Futter zusätzlich Taurin zuzugeben, da dieses in den meisten Fällen nicht in ausreichender Menge im Futter enthalten, für das Wohlbefinden der Katze jedoch essenziell ist.

Was kostet gutes Katzenfutter?

Gutes Katzenfutter hat seinen Preis und kostet in der Regel mehr, als die handelsüblichen Produkte aus dem Supermarkt. Dass in diesem bei einem Preis von 0,35 € für 400 g nicht wirklich hochwertiges Material enthalten sein kann, ist eigentlich offensichtlich. Wäre zu diesem Preis hochwertiges Fleisch in der Dose, würden die Hersteller schnell rote Zahlen schreiben. Eine sehr interessante Aufrechnung gibt es hier. Diese dreht sich zwar um Hundefutter, aber der Gedanke dahinter ist der gleiche.

Daneben spart man häufig nur am Anfang, wenn man billig einkauft. Die Tierarztkosten, die auftreten, wenn die eigene Katze durch die falsche Fütterung krank geworden ist, sind bei Weitem höher, als die Einsparung, wenn man auf gutes Katzenfutter verzichtet. Auch der Verbrauch für Katzenstreu ist auf lange Sicht geringer. Wo mehr verwertet wird, fällt weniger „Abfall“ an, der schlussendlich im Katzenklo landet…

Gutes Katzenfutter findet ihr zum Beispiel bei Floyds Pfotenshop.

(Bild: (c) piu700 / pixelio.de)

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