Hausmittel für Katzen gegen Durchfall, Erbrechen und tränende Augen

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Hausmittel für Katzen gegen Durchfall, Erbrechen und tränende Augen

[Gastbeitrag von Dr. Sam – Dein Online-Tierarzt] Leider werden unsere geliebten Vierbeiner auch manchmal krank. Erbrechen, Durchfall, tränende Augen – das sind alles Symptome, die bei Katzen häufiger auftreten. In diesem Beitrag erklären wir die Gründe, welche Hausmittel helfen und wann man doch besser einen Tierarzt kontaktieren sollte.

Katze muss sich erbrechen

Erbrechen ist bei Katzen keine Seltenheit. Jeder Katzenbesitzer/jede Katzenbesitzerin kennt das Geräusch ganz genau. Meist haben unsere Vierbeiner nur Haare verschluckt, oder zu viel gefressen. Erbricht die Katze besonders oft, könnte jedoch auch eine Erkrankung dahinterstecken.

Erbrechen zählt zu den Reflexen einer Katze. Sie kann es also nicht steuern. Erbricht Ihre Katze häufig, ist es ratsam sie genau im Auge zu behalten. Meist bemerkt man an einer Katze im Vorfeld zum Erbrechen leichte Verhaltensauffälligkeiten, wie zum Beispiel häufiges Schlucken, Maullecken, oder erhöhte Speichelproduktion. Zusätzliche Symptome wie eine Verstopfung bei Katzen, Appetitlosigkeit oder Fieber könnten auf Erkrankungen hinweisen.

Mögliche Ursachen für Erbrechen sind:

  • verschluckte Haare
  • Futterunverträglichkeit
  • Stress
  • Verstopfung
  • Viren, Pilze, Parasiten oder Bakterien
  • Magen-Darm-Infektionen
  • Darmentzündungen
  • Tumore
  • Organerkrankungen (bspw. Nierenerkrankung)
  • Vergiftung

Was hilft gegen Erbrechen bei Katzen?

Wenn Ihre Katze hin und wieder ein Fellknäuel erbricht, ist das meist unbedenklich. Erbricht Ihr Vierbeiner jedoch häufiger als gewohnt, so sollten Sie sich das Erbrochene genauer anschauen. Welche Farbe hat das Erbrochene? Ist Blut im Erbrochenen? Riecht es nach Kot? Trifft etwas davon zu, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Auch wenn das Erbrechen über eine längere Zeit andauert, sollte spätestens nach 2 Tagen ein Tierarzt zu Rate gezogen werden, da das Tier sonst möglicherweise viel zu viel Flüssigkeit verliert und dehydriert.

Kennen Sie die Ursache des Erbrechens erleichtert das Einiges und Sie können dementsprechend handeln. Sie sollten auf alle Fälle darauf achten, dass Ihre Katze genug Flüssigkeit zu sich nimmt. Zudem braucht Ihr Vierbeiner dringend Ruhe. Außerdem können Sie Ihrer Katze in vielen kleinen Rationen über den Tag verteilt Schonkost füttern. Dazu eignen sich besonders proteinreiche, tierische und fettarme Produkte wie zum Beispiel mageres Fleisch, gekochtes Gemüse, oder Hüttenkäse. Liegt eine Magenverstimmung vor, hilft auch eine sogenannte Null-Diät. Das heißt, dass Ihre Katze 24h kein Futter bekommt. Wasser sollte allerdings zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Dadurch können sich die Magenschleimhäute erholen. Nach 24h können Sie Ihrem Vierbeiner dann langsam Schonkost füttern. Vorsicht: Bei Jungtieren ist diese Diät nicht zu empfehlen!

In jedem Fall sollten Sie Ihr Tier gut im Auge behalten. Tauchen noch weitere Symptome wie Schmerzen, Appetitlosigkeit oder glasige Augen auf, könnten die Symptome Hinweise auf eine Erkrankung sein und sollte die Ursache von einem Tierarzt abgeklärt werden. Empfohlen wird auch Fieber bei deiner Katze zu messen.

Durchfall bei Katzen

Auch unter diesem Symptom leiden unsere geliebten Vierbeiner relativ häufig. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich und reichen von einfachen Magenverstimmungen bis zu ernsthaften Erkrankungen die dringend behandelt werden müssen.

Wenn Ihre Katze Durchfall hat, bedeutet das nicht immer, dass sie schwer krank ist. Sie während dieser Zeit besonders gut im Auge zu behalten ist aber wichtig. In der Medizin spricht man von Diarrhoe, wenn eine Katze häufiger als gewöhnlich breiigen bis flüssigen Kot im Katzenklo hinterlässt. Je nach Tier, Ernährung und Ursache können Konsistenz und Farbe sehr unterschiedlich sein. Eine Katze verliert dabei extrem viel Wasser und Elektrolyte, was ernsthafte Folgen haben kann.

Mögliche Ursachen für Durchfall sind:

  • Magen-Darm-Infektionen
  • Stress
  • Vergiftung
  • Immunerkrankungen
  • Darmentzündungen
  • Futterunverträglichkeit
  • Parasiten
  • Tumore
  • Organerkrankungen (bspw. Schilddrüsenüberfunktion)

Was tun gegen Durchfall bei Katzen?

Wenn Ihre Katze Durchfall hat, sollten Sie sich den Kot genau anschauen. Welche Farbe hat der Kot? Ist er hell-, dunkelbraun, oder schwarz? Welche Konsistenz hat er? Ist er eher breiig, oder eher flüssig? Ist er schleimig? Fällt es der Katze leicht, Kot auszuscheiden? Presst sie häufig heftig ohne Erfolg? Es ist auch kein Fehler die Temperatur der Katze zu messen. Liegt sie höher als 39,2°C sollten Sie Ihre Katze umso besser im Auge behalten.

Natürlich sind Sie als BesitzerIn besorgt um Ihren Vierbeiner. Ist Ihre Katze normalerweise im Freien unterwegs, sollten Sie sie jetzt lieber nicht hinauslassen. Zudem sollten sie darauf achten, dass Ihre Katze genug Flüssigkeit zu sich nimmt. Wenn nötig kann hier auch mitgeholfen werden, indem Sie Ihrer Katze mit Hilfe einer Spritze Wasser ins Maul spritzen.

Obwohl man lange der Annahme war, dass die Tiere in diesem Zustand keine Nahrung zu sich nehmen sollen, haben neue Studien gezeigt, dass es besser ist, den Katzen kleine Portionen Schonkost zu geben, um eine normale Darmbewegung zu fördern. Unter Schonkost versteht man leicht verdauliches Futter, wie zum Beispiel Kartoffelpüree, oder gekochte Karotten, Reis, oder Hühnerfleisch. Milchprodukte sollten während Ihre Katze an Durchfall leidet unbedingt vermieden werden.

Wenn der Durchfall länger als 24-48h Stunden anhält, oder immer wieder auftritt, oder wenn sich ihre Katze sonst auffällig benimmt, sollte ein Tierarzt die genaue Ursache feststellen.

Tränende Augen bei Katzen

Wenn die Augen Ihrer Katze gesund sind, sind sie klar und tränen nicht. Das Fell rund um die Augen ist sauber und gepflegt. Hin und wieder tränen die Augen unserer geliebten Vierbeiner aber doch. Die Ursachen dafür reichen von einer Wimper im Auge bis zu ernsthaften Erkrankungen.

Mögliche Ursachen für tränende Augen sind:

  • Allergie
  • Reizung der Bindehaut
  • Verletzung
  • Entzündung im Auge
  • Bakterien, Pilze oder Viren
  • gestörter Abfluss der Tränenflüssigkeit
  • Verletzung der Hornhaut
  • Entzündung der Hornhaut
  • Grüner Star

Was tun?

Oft ist der Grund für ein tränendes Auge eine Verletzung durch Spielen, oder Jagen. Um sicherzugehen können Sie das ganz einfach überprüfen. Sie sehen sich die Schleimhäute Ihrer Katze an, indem Sie das untere Lid nach unten ziehen. Sind diese leicht rosa, aber nicht gerötet, ist es wahrscheinlich nichts Ernstes. Sie sollten den Zustand jedoch im Auge behalten. Verändert er sich, ist es ratsam einen Tierarzt aufzusuchen.

Ist die Ursache für die tränenden Augen Ihre Katze nicht offensichtlich, so ist es auf jeden Fall ratsam einen Tierarzt aufzusuchen, da die unterschiedlichen Ursachen für Laien kaum erkennbar sind. Bis zum Termin beim Tierarzt können Sie Ihrer Katze jedoch mit einem Hausmittel helfen. Käsepappeltee, oder Euphrasiatee eignen sich gut, um im abgekühlten Zustand damit das Auge Ihrer Katze zu reinigen. Dazu den Tee einfach auf ein Wattepad, oder etwas Ähnliches geben und wiederholt über das tränende Auge wischen. Achtung: Kamillentee eignet sich dafür nicht. Klitzekleine Härchen im Kamillentee könnten für zusätzliche Reizung der Augen sorgen.

Wann sollte ich meine Katze zum Tierarzt bringen?

Die Informationen die Sie in diesem Text erhalten haben ersetzen nicht zwingend den Gang zum Tierarzt. Treten weitere Symptome auf – hat Ihre Katze zum Beispiel sichtlich Schmerzen – ist es auf jeden Fall ratsam, die Ursachen der Symptome von einem Experten abzuklären. Bleiben Erkrankungen zu lange unerkannt, kann das schlimme Folgen für Ihren Vierbeiner haben.

Über Dominik von Dr. Sam

Dominik arbeitet bei Dr Sam als Head of Content und verbindet seine Liebe zu Haustieren mit seinem Beruf.

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Buchrezension: Ganzheitliche Schmerztherapie für Hund und Katze

Buchrezension

Ganzheitliche Schmerztherapie für Hund und Katze

Schmerzen hat niemand gerne und wünscht man als mitfühlender Mensch auch keinem Tier. Nichtsdestotrotz wird gängigen Schmerzmitteln von Katzenhaltern häufig eine gewisse Skepsis entgegengebracht. Auch wenn diese nicht immer begründet ist, so besteht doch oft der Wunsch nach Alternativen. Mit diesen Ansätzen beschäftigt sich dieses Buch.

Ganzheitliche Schmerztherapie

Allgemeines zum Buch „Ganzheitliche Schmerztherapie für Hund und Katze“

Autoren: Markus Kasper, Andreas Zohmann
Seitenzahl: 344
Verlag: Sonntag, J; Auflage: 2., aktualisierte (2011)
Preis: 69,99 Euro
ISBN-10: 383049288X
ISBN-13: 978 – 3830492887

Das sagt der Klappentext

Der Golden Retriever kann keine Treppen mehr steigen, die argentinische Dogge winselt bei Berührung, die Perserkatze frisst nicht mehr. Endstation Schmerzmittel – oder etwa doch nicht?

In diesem Buch erfahren Sie,

– wie Schmerzen entstehen,
– wie Sie die schmerzauslösenden Faktoren lokalisieren und
– welch breites Therapiespektrum Ihnen zur Verfügung steht.

Ausgehend von einer schulmedizinischen Basis werden nicht nur die klassischen Schmerzmittel vorgestellt, sondern auch Neuraltherapie, Akupunktur, Goldimplantation, Physiotherapie und andere Therapieformen.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf orthopädischen Erkrankungen. Aber auch internistische Problemstellungen werden beleuchtet. Denn nicht selten sind die beiden Problemkreise miteinander verzahnt.

Das meint die Haustiger-Redaktion

Konventionellen Schmerzmitteln eilt ein schlechter Ruf voraus. Teilweise zu Recht. Und so ist es verständlich, dass häufig der Wunsch nach schonenderen Möglichkeiten aufkommt, um das geliebte Tier von seinen Schmerzen zu befreien. Das Buch „Ganzheitliche Schmerztherapie für Hund und Katze“ bietet hier nicht nur die Möglichkeit, andere Ansätze kennenzulernen, sondern auch eine Gelegenheit, sich näher mit dem Thema Schmerz zu beschäftigen. Damit, was Schmerz eigentlich ist, wie man erkennen kann, ob das eigene Tier Schmerzen hat und wie sich Schmerz bei Hund und Katze bemessen lässt.

Der Interessierte erfährt hier in den ersten drei Kapiteln nicht nur mehr über den Schmerz an sich, sondern auch darüber wie er entsteht, wie er wahrgenommen werden kann, welchen Schaden er anrichten kann und was er für das Tier eigentlich bedeutet. Ein Thema, das schnell fesselt und das auch nachdenklich macht.

Weiter geht es über 76 Seiten mit den verschiedenen Untersuchungsgängen. Dieser Abschnitt dürfte vor allem für den Praktiker interessant sein, für den das Buch auch gedacht ist. Zur Selbstdiagnose für den interessierten Tierhalter eignet sich das Kapitel nicht. Ich würde auch nicht empfehlen, hier ohne die entsprechende Ausbildung und Erfahrung selbst eine Einschätzung vorzunehmen.

Es folgen die verschiedenen Methoden der Schmerztherapie, wobei nicht nur die ganzheitlichen Methoden, sondern auch die medikamentöse Schmerztherapie zur Sprache kommen. Daneben werden Informationen zur Akupunktur, Neuraltherapie, physikalischen Medizin, Goldimplantation, Homöopathie und Kinesiologie geliefert. Den Abschluss bilden Informationen zum Schmerzmanagement und Informationen zur Schmerztherapie bei bestimmten Indikationen (z. B. bei Jungtieren oder älteren Tieren).

Fazit: Das Buch „Ganzheitliche Schmerztherapie für Hund und Katze“* bietet mit umfangreichem Bildmaterial einen hervorragenden Überblick darüber, welche ganzheitlichen Möglichkeiten in der Schmerztherapie zur Verfügung stehen. Das macht das Buch zu einem fantastischen Mittel, um den eigenen Horizont zu erweitern und sich in diesem Bereich weiterzubilden.

Zu erwähnen ist, dass es sich um ein Fachbuch handelt, das wohl eher für den Tierarzt oder den entsprechend ausgebildeten Praktiker (z. B. Tierphysiotherapeut, Tierheilpraktiker) von Nutzen sein dürfte. Aber auch der interessierte Laie kann aus diesem Buch viel mitnehmen, wenn er bereit ist, sich mit dem Thema intensiv zu befassen und bei Bedarf den ein oder anderen Fachbegriff nachzuschlagen.

Angaben zur Transparenz: Das vorliegende Buch wurde uns vom Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst jedoch nicht meine Meinung. Denn die ist und bleibt unverkäuflich.

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Die Ethylenglykolvergiftung der Katze

Vergiftungen

Die Ethylenglykolvergiftung der Katze

Eine Ethylenglykolvergiftung endet bei Katzen zu 98 Prozent tödlich. Häufig aufgrund dessen, dass die Tiere viel zu spät dem Tierarzt vorgestellt werden. Oft erst dann, wenn bereits die Nieren versagen, da Vergiftungssymptome zuvor nicht erkannt oder falsch interpretiert wurden.

Doch was ist Ethylenglykol eigentlich? Warum ist es für Katzen so gefährlich? Wie erkennt ihr eine Vergiftung und wie könnt ihr eure Katze vor einer solchen möglichst wirksam schützen? Diese und weitere Fragen sind der Inhalt dieses Artikels.

Ethylenglykolvergiftung: Frostschutzmittel kann für Katzen tödlich sein.

Was ist Ethylenglykol eigentlich?

Ethylenglykol (1,2-Ethandiol) ist eine leicht zähflüssige Flüssigkeit, die farb- und geruchlos ist und sich gut mit Wasser mischen lässt. Die Flüssigkeit besitzt eine stark gefrierpunkterniedrigende Wirkung, weshalb Ethylenglykol häufig in Frostschutzmitteln eingesetzt wird.

Der Geschmack des Ethylenglykols (griechisch glykos = süß) ist süßlich, was es besonders für Hunde attraktiv macht. Und obwohl die Katze durch das Fehlen des T1R2-Gens Süßes in dem Sinn nicht schmecken kann, kommt es auch bei den Samtpfoten immer wieder zu Vergiftungen. Häufig sind junge Katzen oder Hunde betroffen.

Die minimale tödliche Dosis von unverdünntem Ethylenglykol liegt bei 1,5 Milliliter/Kilogramm Katze. ((CliniTox Giftsubstanz: Ethylenglykol – Kleintier | www.vetpharm.uzh.ch)) Zum Vergleich: Ein Teelöffel fasst 5 Milliliter Flüssigkeit, wir sprechen also wirklich über sehr geringe Mengen!

In welchen Produkten ist Ethylenglykol enthalten?

Ethylenglykol ist am ehesten als Frostschutzmittel bekannt, weshalb sich auch die meisten Warnungen nur um diese Produkte drehen.

Vergiftungen können bei Katzen vorkommen, wenn die Tiere durch Pfützen mit verschüttetem Frostschutzmittel laufen und sich anschließend putzen. Davon ab gilt die Redensart „Neugier ist der Katze Tod“ leider manchmal auch in diesem Fall, wenn die Tiere z. B. an den Flaschen lecken. Auch gezielte böswillige Vergiftungen mit Ethylenglykol sind möglich.

Es ist aber wichtig zu wissen, dass darüber hinaus unter anderem auch Lösungsmittel, fotografische Entwickler, Bremsflüssigkeit, Lacke  und Farben, Klebstoffe, Reinigungsmittel, Türschlossenteiser oder die beliebten mit Gel gefüllten Kalt-Warm-Kompressen oder Kühlakkus (speziell ältere Modelle) Ethylenglykol enthalten können. ((Melchers V. (2017). Der zerbissene Kühlakku. In: Der Praktische Tierarzt 98. Heft 10/2017. S. 1010-1012))

Was macht Ethylenglykol im Körper der Katze?

Ethylenglykol wird über den Magen-Darm-Trakt ziemlich schnell aufgenommen, die höchsten Plasmakonzentrationen (im Blut der Katze) werden etwa 1 bis 6 Stunden nach der Aufnahme erreicht. In der Leber wird der Stoff dann durch die Enzyme Alkoholdehydrogenase und Aldehyddehydrogenase verstoffwechselt, wodurch als Stoffwechselprodukte (Metaboliten) wiederum Glycolaldehyd, Glycolsäure, Glyoxylsäure und Oxalsäure entstehen. Diese Stoffwechselprodukte werden im Anschluss über die Nieren ausgeschieden.

Eine Vergiftung durch Ethylenglykol zeigt sich in zwei zeitlich voneinander getrennten Phasen. Für die erste Phase ist das Ethylenglykol selbst verantwortlich, die Symptome der zweiten Phase werden durch dessen Stoffwechselprodukte verursacht.

Welche Symptome treten bei einer Ethylenglykolvergiftung der Katze auf?

Erste Symptome treten etwa 30 Minuten nach Giftaufnahme auf und halten für etwa zwölf Stunden an. In dieser ersten Phase fallen die Tiere meist durch einen rauschähnlichen Zustand auf, der mit einer Depression des Zentralen Nervensystems einhergeht. Die Tiere wirken z. B. desorientiert, haben Koordinationsschwierigkeiten (Ataxie) und wirken teilnahmslos. Durch die Reizung der Schleimhäute kommt es zu Erbrechen, die Katzen trinken zudem oft auffallend viel.

In der zweiten Phase wirken sich Stoffwechselprodukte wie Glycolaldehyd und Oxalsäure schädigend auf die Nieren und das Zentrale Nervensystem aus. Eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) tritt in der Regel nach etwa drei Stunden auf und wird durch die Stoffwechselprodukte des Ethylenglykols verursacht. Etwa 12 bis 24 Stunden nach der Aufnahme ist durch Ablagerung von Calciumoxalatkristallen in den Nierentubuli mit Symptomen eines Nierenversagens zu rechnen.

Mögliche Symptome einer Ethylenglykolvergiftung im Überblick

  • Koordinationsstörungen (Ataxie)
  • Durst, Austrocknung (Dehydratation)
  • ZNS-Depression
  • Probleme mit Kreislauf und Atmung
  • Teilnahmslosigkeit (Lethargie)
  • Koma
  • Untertemperatur
  • Muskelzuckungen und Krämpfe
  • Erbrechen, Durchfall
  • Defekte (Erosionen) in der Mundhöhle, die vermehrten Speichelfluss auslösen
  • Koliken
  • Schmerzhafte Nieren
  • Vermehrter Harnabsatz (Polyurie), stark verminderter Harnabsatz (Oligurie), kein Harnabsatz mehr (Anurie) <= wir erinnern uns, die Nieren der Katze versagen durch die Vergiftung.
  • Defekte und Geschwürbildung (Ulzeration) an den Schleimhäuten

Eine Katze, die auch nur ansatzweise solche Symptome zeigt und/oder bei der der Verdacht besteht, dass sie Ethylenglykol (oder einen anderen Giftstoff) aufgenommen haben könnte, gehört unverzüglich in die Hände eines Tierarztes. Nicht morgen, nicht erst nach Feierabend oder wenn es sonst zeitlich passt, sondern sofort! 

Wie wird eine Ethylenglykolvergiftung diagnostiziert?

Im Idealfall wurde beobachtet, dass die Katze Frostschutzmittel oder ähnliches aufgenommen hat, so dass man nicht lange im Trüben fischen muss. Teilweise kann auch die Untersuchung von Maulhöhle, Kopf, Pfoten, Erbrochenem oder Harn der Katze mit einer Schwarzlichtlampe (Wood-Lampe) den Verdacht auf eine Ethylenglykolvergiftung erhärten, da Frostschutzmitteln zum Teil fluoreszierende Stoffe beigemischt werden, die Leckstellen im Kühlsystem sichtbar machen sollen. Im Harn ist der Farbstoff etwa sechs Stunden nach Aufnahme zu finden.

Davon abgesehen ist Ethylenglykol im Blut, Serum oder Harn für etwa 48 bis 72 Stunden nachweisbar. Der maximale Spiegel wird im Serum ein bis sechs Stunden nach der Einnahme erreicht. Weitere Hinweise gibt die allgemeine Laboruntersuchung (Blutbild, Urinuntersuchung).

Wie kann eine Ethylenglykolvergiftung behandelt werden?

Zur Behandlung einer Ethylenglykolvergiftung gibt es bei der Katze verschiedene Möglichkeiten.

Grundsätzlich gilt: Umso früher die Behandlung beginnt, umso höher sind die Überlebenschancen. Im Idealfall sollte die Behandlung innerhalb von drei Stunden nach Aufnahme des Stoffes beginnen. Also nochmal: Beim kleinsten Verdacht => Tierarzt konsultieren! 

Wurde die Katze bei der Aufnahme beobachtet und gelangt die Katze etwa innerhalb von einer Stunde zum Tierarzt, ist es möglich, das Tier erbrechen zu lassen oder eine Magenspülung durchzuführen, um die weitere Aufnahme des Giftstoffes über den Magen-Darm-Trakt aufzuhalten.

Verabreichung eines Gegenmittels

Ist die Katze innerhalb von drei bis vier Stunden nach Aufnahme beim Tierarzt, kann dieser einen Therapieversuch mit einem Gegenmittel starten.  Am häufigsten wird hier mit Alkohol (Ethanol) gearbeitet. Was auf den ersten Blick sehr seltsam erscheint, macht auf den zweiten durchaus Sinn.

Denn Ethylenglykol ist Ethanol sehr ähnlich und wird im Körper über das gleiche Enzymsystem verstoffwechselt. Gibt man dem Tier nun Alkohol, setzt sich dieser an die Bindungsstellen des Enzymsystems und behindert die Verstoffwechselung von Ethylenglykol. So lässt sich im Idealfall größerer Schaden durch die Stoffwechselprodukte des Ethylenglykols verhindern.

Die Gabe von Ethanol MUSS unter tierärztlicher Überwachung erfolgen, da unter anderem die Gefahr eines Atemstillstandes besteht! 

Eine Alternative zu Ethanol ist Fomepizol (4-Methylpyrazon). Fomepizol verspricht eine höhere Überlebensrate bei Katzen ((Thrall MA, Connally HE, Grauer GF & Hamar DW (2013) Ethylene Glycol. In: Small Animal Toxicology, Third Edition. Eds. Peterson ME & Talcott PA. W.B. Saunders Company, Philadelphia, pp. 551-567)) und geringere Nebenwirkungen ((Löscher W, Richter A, Potschka H (2014). Ethylenglykolvergiftung. In: Pharmakotherapie bei Haus- und Nutztieren. 9. aktualisierte und erweiterte Auflage. Enke Verlag, Stuttgart. S. 492)), ist aber zum einen relativ teuer und zum anderen im Notfall nicht immer schnell genug verfügbar.

Spätestens kann die Therapie mit einem Gegenmittel 12 Stunden nach Giftaufnahme eingeleitet werden. ((Lutz H, Kohn B, Forterre F (2014). Ethylenglykolvergiftung. In: Krankheiten der Katze, 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Enke Verlag, Stuttgart. S. 275))

Zusätzlich wird man versuchen, den Zustand der Katze insgesamt zu stabilisieren bzw. stabil zu halten.

Achtung: Aktivkohle bindet keine Glykole und ist bei einer Ethylenglykolvergiftung nicht von Nutzen.

Wie kann ich eine Ethylenglykolvergiftung bei meiner Katze verhindern?

Der beste Schutz vor einer Vergiftung besteht darin, auf gefährliche Produkte soweit möglich zu verzichten oder sie zumindest gut zu verstauen und für die Katzen unzugänglich aufzubewahren. Das gilt auch für Ethylenglykol.

Sollten Tropfen von Frostschutzmittel o. ä. auf den Boden gelangen, wischt diese bitte umgehend und komplett auf und die Fläche gründlich mit Wasser nach. Für eine Vergiftung sind bereits kleinste Mengen ausreichend!

 

Hast du noch Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Dann schreib uns doch eine Mail an redaktion@haustiger.info. Wir freuen uns auf deine Nachricht!

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Unterstützung der Nieren: Wie wirkt eigentlich Porus® One?

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Unterstützung der Nieren: Wie wirkt eigentlich Porus® One?

Probleme mit den Nieren sind bei Katzen leider allgegenwärtig und es gibt mittlerweile zahlreiche Mittel und Nahrungsergänzungen, die zur Unterstützung der Nieren empfohlen werden. Ein noch relativ neues Produkt in diesem Bereich ist Porus® One.

Und wir freuen uns sehr, dass Frau Broich Zeit gefunden hat, unsere neugierigen Fragen zu diesem innovativen Produkt zu beantworten.

Zwei fressende Katzen mit Porus® One

© Porus® One

Haustiger: Hallo Anja, herzlichen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, uns einige Fragen zu beantworten. Bitte stell unseren Lesern dich und dein Produkt Porus® One kurz vor?

Anja: Hallo und vielen Dank für die Möglichkeit, etwas über uns zu erzählen.

Seit vergangenem Jahr arbeite ich für die Porus GmbH, die Anfang 2018 ein innovatives Produkt für die Nieren von Katzen auf den Markt gebracht hat.

Als Marketing Referentin ist eine fachlich korrekte Produktkommunikation eine meiner Hauptaufgaben bei Porus. Als Katzen- und Hundebesitzerin ist mir aber auch wichtig, die Wirkweise von Porus® One möglichst einfach und verständlich zu vermitteln.

Um das Wirkprinzip unseres Selektiv-Adsorbers zu verdeutlichen, stelle ich mir daher gerne folgende Geschichte vor: Eine Portion Porus® One kann man sich wie einen Reisebus voller Rucksack-Touristen vorstellen. Diese bestehen aus Kohlenstoff und machen sich auf die Reise durch den Magen-Darm-Trakt der Katze. Weil unsere Touristen sehr umweltbewusst sind, möchten sie unterwegs etwas des herumliegenden Mülls einsammeln. Ihre Rucksäcke sind wie geschaffen zum Sammeln des Mülls im Darm. Mülltrennung ist wichtig und so haben unsere Rucksack-Touristen ihre Rucksäcke auf einen bestimmten Müll ausgerichtet: die Vorstufen urämischer Toxine. Voll beladen mit den Vorstufen der urämischen Toxine, reisen unsere Rucksack-Touristen dann weiter durch den Magen-Darm-Trakt, bis ihre Reise schließlich endet, in dem sie von der Katze ausgeschieden werden.

Mit Porus® One bieten wir also einen Kohlenstoff-basierten Selektiv-Adsorber an der im Darm der Katzen die Vorstufen der sogenannten urämischen Toxine aufnimmt und über den Kot ausscheidet. Ein zunächst komplex anmutendes Produkt, welches bei genauerer Betrachtung aber durch seine Einfachheit besticht. Für mich als Tierhalterin ist dabei insbesondere die schonende Wirkung von Porus® One ein wichtiges Argument, welches ich gerne in meiner Arbeit aufgreife.

Haustiger: Für welche Katzen ist Porus® One geeignet? Ab welchem Zeitpunkt sollte Porus® One bei nierenkranken Katzen eingesetzt werden? (Iris-Staging?)

Anja: Das Schöne an Porus® One ist, dass es grundsätzlich für jede Katze geeignet ist. Geschlecht, Rasse und Alter spielen keine Rolle. Urämische Toxine – genauer deren Vorstufen wie Indol und p-Kresol – werden bei allen Katzen tagtäglich nach der Futteraufnahme gebildet.
Damit sage ich nicht, dass urämische Toxine per se schlecht sind. Erst wenn sich im Körper einer Katze aufgrund einer sinkenden Filtrationsleistung der Nieren ein Überschuss ansammelt, brauchen die Nieren der Katze jemanden, der ihnen zur Seite steht.

Da sich der Blutspiegel von urämischen Toxinen in der Praxis routinemäßig noch nicht bestimmen lässt, verlassen wir uns als Hinweis für eine mögliche Anwendung von Porus® One hier lieber auf den SDMA-Wert und andere bekannte Blutwerte die etwas über die Filtrationsleistung der Nieren aussagen. Und natürlich ist auch die Beobachtung durch die Tierbesitzer enorm wichtig, denn diese kennen ihre Lieblinge schließlich am besten.

Generell raten wir Tierhaltern immer dazu, die Anwendung von Porus® One mit ihrem Tierarzt oder ihrer Tierärztin vorab zu besprechen, weshalb wir uns bei Porus dazu entschieden haben, unser Porus® One nur über den Tierarzt zur Verfügung zu stellen.

Katze im Karton mit Porus One

© Porus® One

Haustiger: Wie wirkt Porus® One?

Anja:Hierzu erkläre ich kurz, wie Urämietoxine überhaupt entstehen, denn das ist wichtig, um die Wirkweise von Porus® One zu verstehen.
Die beiden am besten untersuchten urämischen Toxine, Indoxylsulfat und para-Kresylsulfat entstehen durch mikrobiellen Abbau von Proteinen im Darm. Diese Proteine stammen aus dem Futter der Katze. Dabei bildet sich zunächst Indol im Darm, welches in der Leber dann zu Indoxylsulfat umgewandelt wird. Dieses muss anschließend über die Nieren ausgeschieden werden. Ähnlich verhält es sich mit para-Kresylsulfat und seiner Vorstufe p-Kresol.

Der Knackpunkt ist also die enge Verknüpfung von Darm und Niere. Und hier setzt unser Produkt an, indem wir die Achse zwischen Darm und Niere durchbrechen.

Erinnern wir uns wieder an unsere Müll-sammelnden Rucksack-Touristen. Ebenso wie den Müll, den diese im Darm einsammeln, haben die Vorstufen urämischer Toxine zwei markante Eigenschaften, die wir uns für den Rucksack zu Nutze machen.
Zunächst sind diese Moleküle äußerst klein. Viel kleiner als beispielsweise Vitamine. Ein Vorteil, den Porus® One nun gegenüber anderen Adsorbern hat, liegt in seiner Selektivität. Der Inhaltsstoff Renaltec® besteht aus kleinen Kohlenstoff-Kügelchen, mit dem bloßen Auge gerade noch zu erkennen. Auf deren Oberfläche befinden sich extrem kleine Poren – nur 2 Millionstel mm groß! -, die in eine Art Bronchialsystem münden. Die erste wichtige Eigenschaft: Der Poren-Durchmesser. Nur Substanzen, die kleiner als 2 Nanometer groß sind, können gebunden werden.

Ein zweiter wichtiger Aspekt, der die hohe Selektivität erklärt, findet man in der elektrischen Ladung der Moleküle einerseits und der elektrischen Ladung der Kanälchen, die an die Poren anschließen und ins Innere der Kügelchen führen. Nur Moleküle, die klein genug sind und die „richtige“ elektrische Polarität aufweisen, werden gebunden. Das ist für Indol und p-Kresol der Fall.

Wir reduzieren also die Ansammlung der Urämietoxine, indem wir ihnen ihre Bausteine, die Vorstufen, entziehen und somit die Bildung neuer urämischer Toxine verringern. Die kleinen Kohlenstoff-Kügelchen selbst werden weder zerlegt noch aufgenommen, sie werden zu 100 % ausgeschieden., Die Kügelchen gelangen leer in den Magen-Darm-Trakt der Katze und verlassen diesen vollbeladen mit urämischen Toxin-Vorstufen über den Kot.

Wir sind uns bewusst, dass das Thema Urämische Toxine und die Wirkweise von Porus® One auf den ersten Blick äußerst kompliziert erscheint. Daher bieten wir Tierhaltern ein Informationsblatt auf unserer Homepage, dass sie ihrem Tierarzt vorlegen können, ohne sich mit Begriffen wie Darm-Nieren-Achse oder Indoxylsulfat im Detail auseinandersetzen zu müssen.

Haustiger: Was macht Porus® One so besonders?

Anja:Zwei wichtige Aspekte sind Wirkung und Verträglichkeit des Produktes. Mit Porus® One haben unsere Tierärzte ein Produkt geschaffen, welches effektiv den Blutspiegel urämischer Toxine senkt, dabei gleichzeitig aber sehr sanft zur Katze bzw. deren Magen-Darm-Trakt bleibt.
Ich selbst weiß, wie emotional es wird, wenn es dem eigenen Haustier schlecht geht. Speziell wenn das Haustier älter wird, zwickt es hier und dort, die Wehwehchen häufen sich. Dann kann es schon einmal vorkommen, dass bereits diverse Ergänzungsmittel und Medikamente verabreicht werden müssen. Und wer ein Haustier besitzt, weiß, dass das mitunter eine Herausforderung ist.

Wir legen deshalb auch viel Wert auf die einfache und reibungslose Anwendung unseres Produktes. Gerade Katzenbesitzer wissen, dass ihre Lieblinge regelrechte Gourmets sein können, wenn es um ihr Futter geht. Da haben unsere Tierärzte mitgedacht und mit Porus® One ein Produkt entwickelt, welches sich leicht unter das Feuchtfutter der Katze mischen lässt. So wird es problemlos aufgenommen, da es auch für Katzen geschmack- und geruchlos ist. Die feste Konsistenz der Kügelchen stört die Katzen, die selbst gelegentlich Gras oder Sand aufnehmen, nicht. Porus® One funktioniert mit jeder Art von Futter, egal ob Spezialdiät oder herkömmliches Futter. Und weil wir wissen, dass viele Katzen ausschließlich trocken gefüttert werden, bieten wir zusätzlich unsere Katzenschleckcreme Add One® an, in der man das Porus® One super „verstecken“ kann. So mache ich es zum Beispiel bei meinem Kater Sam.

Haustiger: Was ist Renaltec® und wo liegt der Unterschied zu Medizinal-Kohle?

Anja:Renaltec® ist der Wirkstoff, aus welchem Porus® One zu 100% besteht.
Ein ganz wichtiger Unterschied zu anderen Kohlenstoff-Adsorbern, wie etwa Medizinkohle ist die bereits beschriebene hohe Selektivität von Renaltec®. Wo z.B. die bekannte Medizinkohle zahlreiche verschiedene Stoffe (neben den Toxinen eben auch wichtige Nährstoffe) aufnimmt, denen sie im Magen-Darm-Trakt begegnet, so ist Porus® One für die Aufnahme der Vorstufen urämischer Toxine optimiert. Während Renaltec-Rucksack-Touristen also nur den Müll einsammeln, klaut sich die Medizinkohle auch gerne die Äpfel vom Baum.
Zudem ist auch die Form, in die wir unseren Wirkstoff bringen, besonders.

Während andere Adsorber in der Regel in Form von kleinen, spitzen Splittern und Bruchstücken vorliegen, haben wir Wert auf eine glatte, kugelförmige Struktur gelegt. Das bringt den Vorteil mit sich, dass unser Porus® One ganz sanft durch den Magen-Darm-Trakt „rollt“ und nicht die Magen- bzw. Darmschleimhäute verletzt oder sogar verklumpt und zu Verstopfungen führt.

Wir haben uns dafür sogar die Mühe gemacht und den Katzenkot nach Porus® One Gabe eingehend untersucht. So konnten wir sicherstellen, dass am Ende die Kügelchen in der gleichen Form wieder herauskommen, wie sie vorne von der Katze aufgenommen werden.

Katze im Kratzbaum mit Porus® One

© Porus® One

Haustiger: Macht die Gabe von Porus® One nur bei Nierenerkrankungen Sinn oder auch bei anderen Erkrankungen oder allgemein bei proteinreicher Ernährung (BARF)?

Anja:Katzen als fleischfressende Lebewesen sollten immer ausreichend Protein über ihre Nahrung aufnehmen, denn dieses ist für Katzen lebensnotwendig. Zu wenig Fleischanteil im Futter kann schnell zu schweren Mangelerscheinungen führen.

Betrachtet man jedoch die andere Seite der Medaille muss man erkennen, dass durch den hohen Proteinanteil naturgemäß die urämischen Toxine entstehen.

Urämische Toxine rücken aktuell zunehmend in den Fokus der Medizin und auch aus der Veterinärmedizin gibt es mittlerweile sehr interessante neue Erkenntnisse über ihre schädliche Wirkung, insbesondere zu Indoxylsulfat.

So zeigen neuere Studien Zusammenhänge zwischen einem hohen Urämietoxin-Spiegel und negativen Folgen für die Nieren und z.B. für das Herz-Kreislauf-System, die Darmbakterien der Katze oder den Phosphatstoffwechsel auf.

In unserer eigenen Studie fielen uns eine unerwartete Senkung des Serum-Phosphat-Spiegels bei gleichzeitiger Senkung des Indoxylsulfat-Spiegels der Katzen auf.

Man sieht also, dass urämische Toxine bei vielen Vorgängen im Körper ihre Finger im Spiel haben, die aber alle mit der Filtrationsleistung der Nieren in Verbindung stehen. Mit eingeschränkter Filtrationsleistung wird nämlich auch die Ausscheidung an urämischen Toxinen reduziert.

Haustiger: Wo im Darm werden die Substanzen aufgenommen? Können Probleme entstehen, wenn die Kügelchen ggf. aufgrund eines Defekts die Vorstufen der urämischen Toxine bereits im Darm (ggf. an anderer Stelle) wieder entlassen oder wenn sich die Kügelchen länger als üblich (z. B. bei einer Katze mit träger Verdauung) im Darm befinden?

Anja: Porus® One nimmt die Vorstufen Indol und p-Kresol am Ort ihrer Entstehung im Dickdarm der Katze auf, bevor diese über das Blut in die Leber wandern und dort zu den eigentlichen Urämie-Toxinen umgewandelt werden können. Durch eine rein physikalische Bindung sind Indol und p-Kresol fest in den Renaltec® Kügelchen gebunden und werden von diesen im Inneren festgehalten.

Die übliche Verdauung einer Katze kann zwischen 12 und 36 Stunden betragen, doch da Porus® One nicht metabolisiert wird, besteht auch bei träger Verdauung kein Nachteil für die Katze. Die kleinen Renaltec®-Kügelchen sind also durch und durch fleißige, aber friedliche Passagiere im Magen-Darm-Trakt der Katze.

Haustiger: Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln? Können Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel dafür sorgen, dass sich die Wirkung der Kügelchen aufhebt oder diese sich vorher zersetzen?

Anja: Nein, jedoch kann nicht für alle oral verabreichten Medikamente ausgeschlossen werden, dass sie selbst in gewissem Ausmaß von Porus® One gebunden werden und dann ihre Wirkung nicht mehr voll entfalten. Daher raten wir dazu, die Gabe von oral verabreichten Arzneien und Porus® One zeitlich zu trennen. Wir empfehlen einen 2 stündigen Abstand der Anwendung von Arzneien und unserem Produkt. Wobei das oder die Arzneimittel der Katze zuerst verabreicht wird und im Anschluss dann Porus® One.

Und wie bereits eingangs erwähnt, sollten Tierhalter vor der Anwendung von Porus® One immer Rücksprache mit ihrem Tierarzt oder ihrer Tierärztin halten.

Haustiger: Die Kügelchen von Porus® One sind ja unverdaulich. Haben Sie dadurch im Darm auch einen Effekt als Ballaststoff?

Anja: Nein, Porus® One ist kein Ballaststoff. Ballaststoffe haben den Sinn, viel Volumen in den Magen-Darmtrakt einzubringen und ihn zur Verdauung anzuregen. Sie sind wichtig für eine normale Kotkonsistenz und für die reibungslose Darmpassage. Porus® One hat nicht die für Quellstoffe typische Eigenschaft, viel Wasser aufzunehmen, das – mit 500 mg pro Stick – kleine Volumen verändert sich während der Darmpassage nicht.

Haustiger: Herzlichen Dank für deine ausführlichen Antworten.Die Haustiger haben bisher gottseidank hervorragende Nierenwerte. Sollte sich das einmal ändern, finden wir Porus® One auf jeden Fall einen zweiten Blick wert.

Weitere Informationen zum Produkt und seiner Wirkweise findet ihr auf der Website von Porus® One.

Angaben zur Transparenz: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen bezahlten Beitrag. Gekauft wurde jedoch nur meine Arbeit, nicht meine Meinung. Denn die ist und bleibt unverkäuflich.

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Sind Stinkwanzen gefährlich für Katzen?

Gefahren

Sind Stinkwanzen gefährlich für Katzen?

Durch den langen, warmen Sommer sind sie an manchen Orten zu einem richtigen Problem geworden. Baumwanzen, oft auch als Stinkwanzen bezeichnet. Und sie drängen durch die winterlichen Temperaturen nun auch vermehrt ins Warme. Schaden richten sie im Haus in der Regel nicht an, ziehen jedoch die Aufmerksamkeit der Haustiger auf sich.

Stinkwanze

Was passiert, wenn diese einer solchen Wanze zu nahe kommen und ob Stinkwanzen gefährlich oder sogar giftig für Katzen sind, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Was sind eigentlich Stinkwanzen?

Gemeine Stinkwanzen (Palomena prasina) findet man grundsätzlich in grüner und in brauner Form. Im Frühjahr sind sie grün und werden dann zum Herbst hin braun, weshalb ihr derzeit eher auf braune Stinkwanzen stoßen solltet. Die Tiere erreichen eine Größe von etwa 12 Millimetern und leben mit Vorliebe auf Laubbäumen, man findet sie aber auch in Gebüschen oder auf Disteln und Brennnesseln. Ein wesentlicher Schädling für die Landwirtschaft sind sie nicht.

Anders sieht es da bei einem recht neuen unerwünschten Gast in unseren Gefilden aus, nämlich der Marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys), die aus Ostasien eingeschleppt wurde. Diese Stinkkäfer erreichen eine Größe von bis 17 mm und können für große Schäden an Früchten und Fruchtanlagen sorgen. Man findet sie zum Beispiel in der Schweiz, aber auch in Teilen Deutschlands wie zum Beispiel in Südbaden. Derzeit hat sie bei uns als eingeschleppter Schädling noch keine natürlichen Feinde.

Für den Menschen sind Stinkwanzen harmlos. Sie beißen sie nicht, stechen nicht und übertragen auch keine Krankheiten.

Sind Stinkwanzen giftig für Katzen?

Nein. Stinkwanzen sind für Katzen nicht giftig. Sie sondern jedoch, wenn sie sich bedroht fühlen, aus den Stinkdrüsen am Hinterleib ein übelriechendes, lange anhaftendes Sekret ab.

Sind Stinkwanzen gefährlich für Katzen?

Unter Umständen. Wird die vorwitzige Katze von einer Stinkwanze im Gesicht getroffen, sollte das Gesicht so gut wie möglich abgewaschen werden. Landet das Sekret im Mäulchen, wird die Katze durch den scheußlichen Geschmack anfangen zu speicheln. In der Regel gibt sich das nach kurzer Zeit wieder und die Katze macht um Stinkwanzen künftig einen großen Bogen.

Reagiert die Katze jedoch auffallend heftig, verschwinden die Symptome nach kurzer Zeit nicht oder bekommt sie das Sekret direkt ins Auge, ist ein zeitnaher Tierarztbesuch sehr zu empfehlen. Wie bei Kontakt mit allen anderen Stoffen, kann es auch bei Stinkwanzensekret leider zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.

Wie werde ich Stinkwanzen wieder los?

Am besten werden Stinkwanzen daher nach Möglichkeit aus der Wohnung entfernt, bevor die Katze mit ihnen in Kontakt kommt. Dabei am besten umsichtig vorgehen und die Insekten keinesfalls zerdrücken, auf sie treten oder sie einsaugen. Außer du möchtest ausprobieren, ob die wirklich so stinken, wie alle sagen. ;-) Auch Pestizide sind in der Wohnung nicht zu empfehlen.

Da die Wanzen nicht sonderlich schnell und doch relativ groß sind, ist es am einfachsten, sie einfach mit einem Glas und einem Blatt Papier einzufangen und wieder nach draußen zu verfrachten.

So bin ich bisher alle Wanzen ohne Geruchsbelästigung wieder losgeworden.

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