Katzen päppeln – wenn die Katze zunehmen muss

Gesundheit

Katzen päppeln - wenn die Katze zunehmen muss

Gewichtsverlust bei Katzen beginnt oft unauffällig. Die Katze frisst ein wenig schlechter, wirkt ruhiger oder ihr Fell verliert an Glanz  und erst nach einiger Zeit merkt man, wie viel sie wirklich abgenommen hat.

Die möglichen Ursachen sind vielfältig: Erkrankungen oder Parasiten wie Giardien und Würmer, Zahnprobleme, aber auch besondere Lebenssituationen wie Trächtigkeit, Kittenaufzucht oder sogar Käfigruhe können ursächlich sein. Oder es handelt sich um Katzen, die zuvor unter schlechten Bedingungen leben mussten und bereits abgemagert aufgefunden werden, sodass Päppeln notwendig wird.

Bei der Wahl des passenden Ansatzes kommt es hier ein wenig darauf an, ob die Katze eigentlich gut frisst aber trotzdem an Gewicht zulegen muss oder ob sie das Futter ganz oder teilweise verweigert. Für beide Szenarien findest du im Folgenden verschiedene Ansätze.

Wenn du mehr Orientierung brauchst, findest du im nächsten Abschnitt zunächst einige Grundlagen, wie du Untergewicht bei Katzen erkennst und wann und wie schnell tierärztliche Abklärung notwendig ist. Falls du eine schnelle Hilfestellung brauchst, kannst du hier aber auch direkt zu den Päppeltricks für Katzen springen.

dünne, kränklich wirkende Katze sitzt im Freien im Schatten, mit struppigem Fell und sichtbarem Untergewicht

Eine stark abgemagerte Katze – ein Beispiel dafür, wann dringend Unterstützung beim Fressen und Zunehmen nötig ist.

Untergewicht bei Katzen erkennen…

Bevor wir einschätzen können, welche Maßnahmen sinnvoll sind, lohnt es sich genauer hinzusehen, ob deine Katze tatsächlich untergewichtig ist. Das ist im Alltag gar nicht so einfach. Viele Katzen nehmen über Wochen oder Monate langsam ab, sodass es zunächst kaum auffällt. Andersherum werden normalgewichtige oder schlanke Katzen manchmal für untergewichtig gehalten, obwohl sie es nicht sind, einfach weil heute so viele Katzen übergewichtig sind, dass ein etwas pummeligerer Körperbau als normal angesehen wird. Zudem übersieht man speziell eine schleichende Gewichtsabnahme schnell, weil man die eigene Katze jeden Tag sieht und kleine Veränderungen so leicht übersehen werden.

Eine gute Orientierung bieten hier der Body Condition Score (BCS) und der Muscle Condition Score (MCS). Vom BCS existieren zwei gebräuchliche Systeme (1–5 und 1–9), die aber beide nach dem gleichen Prinzip funktionieren: Niedrige Werte zeigen Untergewicht an, mittlere Normalgewicht und höhere Werte Übergewicht. Beim MCS wird der Zustand der Muskulatur unabhängig vom Körperfett bewertet. Den Muscle Condition Score neben dem Body Condition Score zu bewerten, ist wichtig, da gerade ältere oder chronisch kranke Katzen häufig zuerst Muskulatur verlieren.

Typische Anzeichen für Untergewicht können sein:

  • Die Rippen und bei sehr untergewichtigen Tieren auch Beckenknochen und Rückenwirbel sind (deutlich sichtbar)
  • Schmale Taille
  • Verlust von Muskelmasse
  • Kein bis kaum Bauchfett
  • Die Bauchlinie ist sehr stark bis deutlich eingezogen.

Falls du dir unter der Beschreibung nur wenig vorstellen kannst: In dieser übersichtlichen Darstellung zum Body Condition Score und Muscle Condition Score bei Katzen findest du beide Systeme mit Bildern und Beispielen erläutert.1Dechra Veterinary Products Deutschland GmbH (o. J.) Beurteilung des Ernährungszustandes einer Katze: Body Condition Score (BCS) & Muscle Condition Score (MCS). Verfügbar unter: https://tierhalter.dechra.de/Files/Images/Countries/DE_Petowner_concept/Pri_Katze_Zustand.pdf
(Abgerufen am: 23. November 2025).

Speziell bei Langhaarkatzen ist der optische Eindruck oft wenig zuverlässig, da das Fell Unebenheiten verdeckt. Hier ist vorsichtiges Abtasten wesentlich aussagekräftiger als der Blick auf die Silhouette.

Regelmäßig wiegen lässt Veränderungen rechtzeitig erkennen

Weil man die eigene Katze täglich sieht, übersieht man subtile Veränderungen schnell. Regelmäßiges Wiegen hilft, Gewichtsverlust (oder auch Gewichtszunahme) früh zu erkennen. Bei gesunden erwachsenen Katzen ist hier in der Regel ein monatlicher Check ausreichend, während Kitten, ältere Katzen und Tiere mit chronischen Erkrankungen häufiger kontrolliert werden sollten. Am besten erstellst du dir hier eine Gewichtskurve.

Du bist dir unsicher, ob deine Katze zu dünn ist oder Muskulatur verliert? In deiner Tierarztpraxis kann man dir bei der Einschätzung helfen.

Um bei Tierarztpraxis zu bleiben: Im nächsten Schritt beschäftigen wir uns damit, wann eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll oder notwendig ist.

Wann tierärztliche Abklärung notwendig ist…

Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, regelmäßiges Mäkeln oder völlige Futterverweigerung gehören bei Katzen immer zeitnah tierärztlich abgeklärt. Katzen zeigen Krankheitszeichen häufig erst spät, und viele Ursachen lassen sich nur durch tierärztliche Untersuchung und ggf. weiterführende Diagnostik (z. B. Blutuntersuchung, bildgebende Verfahren) erkennen. Päppeln allein reicht dann nicht aus.

Bevor du mit Päppelmaßnahmen beginnst, sollte immer eine Tierärztin oder ein Tierarzt prüfen, warum deine Katze abnimmt oder schlecht frisst. Das ist wichtig, weil nicht jede Maßnahme für jede Katze geeignet ist – besonders bei Kitten, Senioren oder Tieren mit chronischen Erkrankungen.

Damit du besser einschätzen kannst, wie schnell eine Vorstellung in der Tierarztpraxis oder Tierklinik notwendig ist, findest du hier eine kurze Orientierung.

Sehr zeitnah zum Tierarzt

Es gibt Situationen, in denen Katzen schnell tierärztliche Hilfe brauchen. Das gilt vor allem dann, wenn zusätzlich zum Gewichtsverlust oder dem verminderten Appetit weitere Warnsignale auftreten oder die Katze gar nicht mehr frisst. Folgende Fälle sollten immer als dringlich eingestuft werden:

  • Die Katze frisst seit 24 Stunden oder länger gar nichts. Katzen vertragen keine längeren Hungerphasen. Schon kurze Nüchternheit kann das Risiko einer hepatischen Lipidose (Fettleber) erhöhen. Besonders Kitten, übergewichtige Katzen sowie Tiere mit chronischen Erkrankungen können bereits nach 12-24 Stunden ohne Nahrung ernsthafte Probleme entwickeln.
  • Es treten zusätzliche besorgniserregende Symptome auf. Erbrechen, Durchfall, Fieber, deutliche Mattigkeit, vermehrtes Trinken, sichtbare Schmerzen oder ein auffälliges Atemverhalten sind einige der Alarmzeichen, bei denen du schnell aufmerksam werden solltest. Die Kombination aus Appetitverlust und einem weiteren Symptom sollte immer zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.
  • Der Gewichtsverlust ist plötzlich und deutlich sichtbar. Rasche Abnahme innerhalb weniger Tage ist immer ein Warnsignal und sollte immer tierärztlich untersucht werden.
  • Kitten, alte Katzen oder chronisch kranke Tiere fressen schlecht oder nehmen ab. Diese Tiere bauen schneller ab als gesunde erwachsene Katzen. Wenn sie weniger fressen, gar nicht fressen oder sichtbar abnehmen, sollte möglichst schnell eine tierärztliche Untersuchung erfolgen.
  • Es liegen bekannte Vorerkrankungen vor. Bei Katzen mit CNI, Diabetes, Pankreatitis, Schilddrüsenerkrankungen oder Leberproblemen ist Appetitverlust grundsätzlich ein ernstes Zeichen. Schon kleine Veränderungen im Fressverhalten können hier auf eine Verschlechterung hinweisen.

Wann du ggf. erstmal kurzzeitig beobachten kannst…

In manchen Situationen kannst du deine Katze zunächst über einen sehr kurzen Zeitraum zu Hause beobachten. Verbessert sich der Appetit nicht nach kurzer Zeit wieder oder wirst du unsicher, solltest du zeitnah einen Termin in der Tierarztpraxis vereinbaren. Gewichtsverlust und schlechtes Fressen (auch häufiges Mäkeln) müssen immer tierärztlich abgeklärt werden.

  • Die Katze frisst weniger, aber nicht komplett gar nicht. Leichter Appetitverlust kann z. B. durch Stress, Hitze, Futterwechsel oder kleinere Probleme im Magen-Darm-Trakt entstehen.
  • Der Gewichtsverlust ist eher schleichend und nicht akut aufgefallen. Eine tierärztliche Abklärung ist trotzdem sehr zeitnah sinnvoll, aber nicht innerhalb von 24 Stunden notwendig. Also kein Fall für den Notdienst, aber schon etwas, das zeitnah untersucht werden sollte.
  • Die Katze verhält sich ansonsten normal. Sie ist aktiv, bewegt sich, putzt sich, trinkt und zeigt keine zusätzlichen Symptome.
  • Es gibt eine nachvollziehbare harmlose Ursache, z. B. eine Impfung, ein stressreicher Tag, Besuch oder Umzug. In solchen Fällen kann der Appetit vorübergehend vermindert sein.

Wichtig: Wenn du unsicher bist oder dein Bauchgefühl sagt, dass „irgendetwas nicht stimmt“, ist es immer besser, die Katze einmal zu früh tierärztlich vorzustellen, als einmal zu spät. Katzen kompensieren lange und zeigen Krankheitszeichen oft erst spät. Gerade Zahnprobleme können sich sehr unspezifisch zeigen und sind in ihrem ganzen Ausmaß erst durch geeignete bildgebende Verfahren, i. d. R. intraorales Röntgen (Dentalröntgen), beurteilbar. Dass eine Katze noch frisst, heißt NICHT, dass sie kein Problem mit den Zähnen hat.

Allgemeine Hinweise zur Fütterung von untergewichtigen Katzen

Untergewicht bei Katzen kann viele Ursachen haben, die wie bereits erwähnt tierärztlich abgeklärt werden sollten. Grundsätzlich gilt: Damit eine untergewichtige Katze wieder zunimmt, muss sie mehr Energie aufnehmen, als sie verbraucht. Am besten gelingt das mit hoch verdaulichem Futter mit hoher Energiedichte, das in mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt angeboten wird.

Damit die Katze das Futter gut akzeptiert, sollte es möglichst schmackhaft sein. Bei Bedarf kann man es mit kleinen, geeigneten Schmankerln etwas attraktiver machen. Welche Futterzusätze, Spezialfuttermittel, Päppelnahrungen oder Hausmittel hier infrage kommen, erkläre ich weiter unten genauer.

Die Energiedichte des Futters wird langsam erhöht, besonders im Hinblick auf den Fettgehalt. Nur den Fettanteil zu steigern ist dabei nicht sinnvoll. Ziel ist eine langsame und gesunde Gewichtszunahme und damit einhergehend der Aufbau von Muskulatur. Als Orientierung empfiehlt sich eine stetige, sanfte Steigerung von etwa ein Prozent des aktuellen Körpergewichts pro Woche.

Wichtig: Katzen richtig anfüttern!!!

Wenn eine Katze während einer Erkrankung längere Zeit wenig oder gar nichts gefressen hat oder stark abgemagert gefunden wurde, möchte man sie natürlich schnell wieder aufpäppeln. Hier ist aber Vorsicht geboten. Eine zu rasche Fütterung nach einer Hungerphase kann das sogenannte Refeeding-Syndrom auslösen. Dabei geraten wichtige Mineralstoffe wie Phosphat, Kalium und Magnesium aus dem Gleichgewicht, was wiederum zu ernsthaften Problemen führen kann, etwa zu Herzrhythmusstörungen oder einer hämolytischen Anämie. 2Ernährung von Intensivpatienten. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021.

Deshalb sollte eine Katze nach einer Hungerphase immer langsam und kontrolliert wieder an Nahrung gewöhnt werden. Fachliche Empfehlungen raten dazu, bei stark geschwächten Katzen zunächst mit etwa 20 bis 25 Prozent des Ruheenergiebedarfs (RER) zu beginnen und die Menge in den folgenden Tagen schrittweise zu erhöhen.3Taylor, S.S., Chan, D.L., Villaverde, C. et al. (2022): 2022 ISFM consensus guidelines on management of the inappetent hospitalised cat. Journal of Feline Medicine and Surgery, 24(7), 614–640. Verfügbar unter: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1098612X221106353 (Abgerufen am: 30. November 2025).

So füttert man eine geschwächte oder untergewichtige Katze richtig an:

  • mit sehr kleinen Portionen beginnen, etwa 20 bis 25 Prozent des RER am ersten Tag 4Der sogenannte Ruheenergiebedarf (RER) beschreibt die Energiemenge, die eine Katze in völliger Ruhe benötigt, um grundlegende Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Die Berechnung erfolgt nach einer veterinärmedizinischen Formel, die in Fachquellen festgelegt ist. Da die benötigte Futtermenge je nach Katze und Futtersorte individuell unterschiedlich ausfällt, lässt sich an dieser Stelle keine verlässliche Grammangabe machen. Bitte frag im Zweifel deine Tierärztin oder deinen Tierarzt, mit welcher Menge du bei deiner Katze am besten starten solltest.
  • die Futtermenge über mehrere Tage (4-10) langsam steigern
  • gut verdauliches, proteinreiches Futter verwenden

Eine Katze in diesem Zustand sollte engmaschig tierärztlich begleitet werden, damit mögliche Komplikationen früh erkannt und die Gewichtszunahme sicher überwacht werden kann.

Tipps zum Katzen päppeln

Im Folgenden habe ich verschiedene Maßnahmen und Produkte zusammengestellt, die dir – wenn die Katze nicht frisst – beim Päppeln helfen können. Es handelt sich dabei überwiegend um Produkte, mit denen ich selbst gute Erfahrungen gesammelt habe und daher auch wirklich empfehlen kann.

Wichtig:

  • Zugrundeliegende oder begleitende Probleme wie Übelkeit oder Schmerzen müssen im Vorfeld und/oder begleitend tierärztlich behandelt werden, wenn man die Katze zum Fressen animieren will.
  • Neue Zusätze sollten immer langsam eingeführt werden, um zu sehen, ob sie von der Katze gut vertragen und akzeptiert werden.
  • Sprich die Gabe von Futterzusätzen und anderen Päppelmitteln außerdem  immer mit der behandelnden Tierärztin bzw. dem behandelnden Tierarzt ab, insbesondere bei kranken, geschwächten, alten Katzen oder Kitten.

Katzen päppeln mit Futterzusätzen

verschiedene Futterzusätze und Snacks für Katzen, darunter Brühe, Probiotika und Leckerli zur Unterstützung beim Päppeln

Futterzusätze wie Brühen, Probiotika oder gefriergetrocknete Snacks können Appetit und Verdauung unterstützen.

Im Fachhandel oder auch in der heimischen Küche finden sich verschiedene Mittelchen, mit denen der Appetit von Katzen angeregt werden kann und die zum Teil auch gut zum Katzen päppeln hergenommen werden können, da sie nicht nur die Akzeptanz des Futters verbessern, sondern das Futter in der Päppelphase teilweise auch energiereicher gestalten können.

  • Kittenaufzuchtmilch (Pulver zur Aufzucht von Katzenkindern, nicht die fertige Katzenmilch aus dem Supermarkt): Kann den Geruch und Geschmack des Futters attraktiver gestalten. Eine dünne Schicht Pulver oder eine kleine angerührte Menge reichen oft aus. Ich arbeite hier gerne mit KMR, Carnilac oder FarmFood No. 1.
  • Salzarme, ungewürzte Hühnerbrühe: Hühnerbrühe kann zur Appetitanregung hilfreich sein oder wenn Katzen eine flüssigere Konsistenz bevorzugen. Die Brühe sollte immer ohne Gewürze und maximal leicht gesalzen sein. Hier findet ihr eine detaillierte, bebilderte Kochanleitung für eine Hühnerbrühe für kränkelnde Katzen.
  • Thunfischwasser: Die Flüssigkeit aus den Thunfischdosen im eigenen Saft wird häufig gut akzeptiert. Schon wenige Tropfen reichen meist, um den Geruch zu intensivieren. Bei empfindlichen Katzen bitte sparsam verwenden.
  • Katzen-Smoothies und Katzendrinks: Flüssige Katzenleckereien wie z. B. Miamor Trinkfein oder Flüssigfleischnahrung wie z. B. Tjure können die Akzeptanz des Futters erhöhen und bringen zudem ein wenig Flüssigkeit ins Futter.
  • Bierhefeflocken: Viele Katzen finden den Geschmack von Bierhefeflocken sehr attraktiv. Jedoch werden sie nicht von allen Haustigern vertragen. Daher eher vorsichtig einführen.
  • Tierische Fette wie Geflügelfett oder Rinderfettpulver können sowohl den Geruch als auch die Energiedichte verbessern. Was erfahrungsgemäß gut funktioniert, ist Gänseschmalz (ohne Gewürze, ohne Zwiebeln), das erwärmt einen Geruch verströmt, der ein wenig an Brathähnchen bzw. gebratene Gans erinnert. Auch bei Fett sollte man eher vorsichtig sein und die Gabe ggf. mit der Tierärztin/dem Tierarzt abstimmen. Maximal ein Teelöffel pro Tag, verteilt auf mehrere Portionen, reicht in der Regel aus.
  • Prä-/Probiotika: Wenn die Katze zunehmen muss, sollten Nährstoffe natürlich im Darm möglichst gut aufgenommen werden und die Verdauung reibungslos funktionieren. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Mikrobiom nicht nur durch Stress beeinflusst wird, sondern dass es selbst auch Einfluss auf Stressreaktionen hat (Stichwort: gut-brain axis). 5 Dodd, S. (2023). Small animal microbiomes and nutrition (S. 65-67). Newark: John Wiley & Sons, Incorporated.. Es ist daher immer eine gute Idee, dem Mikrobiom etwas Gutes zu tun. Ein Produkt, das hier eingesetzt werden kann und häufig auch appetitanregende Wirkung hat ist PURINA PRO PLAN Feline FortiFlora®. Alternativ können auch andere Probiotika wie z. B. SivoMixx hergenommen werden, um das Mikrobiom der Katze zu unterstützen.
  • Fortan Fortain: Funktioniert bei Katzen, die es lieben, oft gut. Sollte aber auch eher sparsam und in Absprache mit der Tierarztpraxis eingesetzt werden.
  • Katzenleckerli: Können feingebröselt über dem Futter die Akzeptanz erhöhen. Das klappt oftmals mit gefriergetrockneten Katzenleckerlis gut. Es können aber auch andere Snacks oder Katzenfutter-Toppings aus dem Zoofachhandel hergenommen werden, die in vielen verschiedenen Varianten und Geschmacksrichtungen verfügbar sind.
  • gedünstetes Gemüse: Unterschiedliche Katzen haben unterschiedliche Vorlieben. So gibt es auch Katzen, die gedünstetes Gemüse sehr attraktiv finden, so dass man damit in kleinen Mengen das Futter aufwerten kann. Was häufig gut geht, ist Kürbis und Karotte. Diese kann man als Babygläschen kaufen (Achtung: Die reinen Gemüsegläschen für „ab dem 5. Monat“ verwenden), man kann aber Gemüse natürlich auch selbst dünsten und dann in Eiswürfelformen einfrieren.
  • Zur Fütterung geeignete Katzenminze: Funktioniert individuell sehr unterschiedlich, kann aber bei einigen Katzen das Interesse am Futter erhöhen. Futtertaugliche Katzenminze gibt es z. B. bei lillysbar.de.

Wichtig: Futterzusätze ersetzen kein ausgewogenes Alleinfuttermittel. Es ist wichtig, dass der Hauptteil der Nahrung nach wie vor aus einem bedarfsdeckenden Alleinfuttermittel besteht. Ergänzungsfuttermittel und Leckerli sind nicht bedarfsdeckend. Hier drohen Nährstoffmängel.

Katzen päppeln mit Spezialfuttermitteln

Spezialfutter für geschwächte Katzen: Hill’s Prescription Diet On-Care und Royal Canin Recovery

Spezialfutter wie Hill’s On-Care oder Royal Canin Recovery erleichtert geschwächten Katzen die Nährstoffaufnahme.

Über deine Tierarztpraxis oder den (Online-)Fachhandel können auch verschiedene Spezialfuttermittel für Katzen in der Rekonvaleszenz und zur Gewichtszunahme bezogen werden. Diese Futtersorten sind leicht verdaulich, haben eine hohe Energie- und Nährstoffdichte und verfügen meist über eine weiche, gut aufzunehmende Konsistenz. Dadurch muss die Katze im Vergleich zu normalem Katzenfutter eine geringere Menge fressen, um trotzdem ausreichend Kalorien und Nährstoffe zu erhalten. Das ist ein großer Vorteil, wenn die Katzen schlecht fressen und nur geringe Futtermengen aufnehmen (können).

Im Folgenden findest du eine Übersicht über häufig genutzte Spezialfuttermittel (alphabetisch sortiert):

  • Hill’s a/d
  • Hill’s Prescription Diet ON-Care
  • Kattovit Aufbaukur / Recovery
  • Royal Canin Recovery
  • Specific F C IN W Intensive Support
  • Vet-Concept Cat Revital

Diese Futtersorten sind als Übergangslösung gedacht, nicht für die dauerhafte Fütterung. Generell gilt auch hier: Die Gabe sollte immer mit der behandelnden Tierärztin / dem behandelnden Tierarzt abgesprochen werden.

Häufig gibt es in der Tierarztpraxis auch die Möglichkeit, erst einmal nur eine Dose zu erwerben oder Proben zu erhalten. Das ist praktisch, da der Geschmack der Katzen ja individuell unterschiedlich ist und man manchmal ein wenig ausprobieren muss, bis man das passende Spezialfutter gefunden hat.

Kittenfutter als Zwischenlösung:

Wenn Spezialfutter kurzfristig nicht verfügbar ist oder deine Katze es nicht akzeptiert, kann hochwertiges Kittenfutter eine sinnvolle Alternative sein. Es ist energiedichter als Adultfutter, meist sehr schmackhaft und wird häufig gut gefressen. Sobald sich der Zustand verbessert, sollte jedoch wieder auf ein reguläres Adultfutter umgestellt werden.

Trockenfutter als Päppelfutter?

Trockenfutter besitzt im Vergleich zu Nassfutter eine höhere Energiedichte, wodurch die Katze eine geringere Menge aufnehmen muss, um ihren Energiebedarf zu decken. Das kann ein Vorteil bei Katzen sein, die nur kleine Portionen fressen und zunehmen sollen. Zudem hat es oft eine gute Akzeptanz. Allerdings decken Katzen ihren Flüssigkeitsbedarf überwiegend über die Nahrung 6Grundlagen. In: Bolbecher G, Hrsg. Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. und eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit ist auch für unsere Haustiger wichtig. Eine reine Trockenfutterfütterung ist daher nicht optimal.

Trockenfutter kann jedoch durchaus als ergänzende Komponente in den Futterplan integriert werden, wenn keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen.

Folgende Einsatzmöglichkeiten sind z. B. denkbar:

  • als Teil der täglichen Futterration, wenn die Katze fit genug ist gerne auch in Form von Activity Feeding
  • gemörsert als Topping über das Nassfutter
  • anstelle von Leckerli

Ein Trockenfutter, das nach meiner Erfahrung auch dann häufig noch gefressen wird, wenn sonst nichts mehr akzeptiert wird, ist RENAL SELECT von Royal Canin. Das Futter ist jedoch speziell für nierenkranke Katzen konzipiert. Insbesondere bei Katzen ohne diagnostiziertem Nierenproblem sollte die Gabe daher auf jeden Fall vorab mit der Tierärztin oder dem Tierarzt abgesprochen werden.

Katzen päppeln mit appetitanregenden Päppelmitteln

hochkalorische Päppelpräparate für Katzen, darunter Reconvales Energy und eine Lachs-Päppelpaste

Hochkalorische Präparate wie Reconvales® Energy oder Päppelpasten regen Appetit und Energieaufnahme an.

In der Tierarztpraxis oder auch in verschiedenen Online-Shops kannst du unterschiedliche Päppelmittel erwerben, die den Appetit anregen und/oder deine Katze gleichzeitig mit Energie und wichtigen Nährstoffen versorgen können, wenn sie ihr gewohntes Futter nicht mehr frisst. Die Produkte sind in flüssiger Form sowie als Pasten oder Gels erhältlich.

Einige gängige Präparate, alphabetisch sortiert:

  • Aufbaukur / Recovery Drink (Kattovit)
  • Bioserin Serumprotein (WDT)
  • Calo-Pet® (Vétoquinol)
  • Immun Tonicum (RECOACTIV)
  • Liquidocare Appetitanreger Katze
  • Nutribound Katze (Virbac)
  • Nutri-Cal (Dechra)
  • Nutri-Plus-Gel (Virbac)
  • ReConvales Energy (alfavet)
  • ReConvales Päppelpaste (alfavet)
  • ReConvales Power (alfavet)
  • ReConvales Tonicum Katze (alfavet)
  • Recovery Immun (RECOACTIV)
  • Recovery Liquid (Royal Canin)
  • Recovery Liquid CCL (Trovet)
  • RecoVital Tonicum Katze (Virbac)
  • Tomlyn Nutri-Cal

Viele dieser Produkte schmecken Katzen sehr gut und können so den Appetit anregen. Manchmal sind sie zu Beginn das Einzige, was überhaupt gefressen wird. Welche Präparate eine Katze annimmt, ist allerdings sehr unterschiedlich und man muss oft ein wenig ausprobieren, wenn die Katze das Fressen verweigert.

Wichtig: Päppelmittel sind immer nur für den kurzfristigen Einsatz gedacht. Das Ziel ist, deine Katze so schnell wie möglich wieder auf ein vollwertiges Alleinfutter umzustellen.

Achte außerdem darauf, dass die Gabe zur gesundheitlichen Situation deiner Katze passt. Besprich daher am besten immer mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt, welche Produkte geeignet sind und ob sie nur den Appetit anregen oder auch zur Energie- und Nährstoffversorgung beitragen. Die Päppelmittel können im Anschluss unter genauer Berücksichtigung der angegebenen Fütterungshinweise ggf. während der Rekonvaleszenz auch weiterhin zusätzlich zum Hauptfutter gegeben werden.

Katzen päppeln mit Gutem aus der Küche

Schale mit milchiger Flüssigkeit,  Babygläschen mit Rind und Joghurt – Beispiele für schonende Küchenzutaten zum Päppeln von Katzen

Schonende Küchenzutaten wie Babybrei oder Joghurt können Katzen bei der Rekonvaleszenz helfen.

Neben den genannten Futtermitteln kann man Gewichtszunahme und Futteraufnahme auch durch „Menschenessen“ fördern, soweit es vertragen wird.

Milch und Milchprodukte

Milch und Milchprodukte mögen viele Katzen gerne. Sie sind eiweißreich, das Protein besitzt eine hohe biologische Wertigkeit und sie sind hochverdaulich. Zudem kann die Gabe von laktosehaltigen Milchprodukten insbesondere auch bei Katzen mit Leber- oder Nierenproblemen vorteilhaft sein.

Warum können Katzen mit Leber- und Nierenproblemen von Milchprodukten profitieren?

Beim Abbau von Lactose oder Lactulose entstehen kurzkettige Fettsäuren und Milchsäure, die eine pH-Wert-Reduktion im Darm bewirken können, wodurch Ammoniak (NH3) vermehrt zu Ammonium (NH4+) umgewandelt und mit dem Kot ausgeschieden wird. 7Niereninsuffizienz. In: Zentek J, Hrsg. Ernährung des Hundes – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 9., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022. So werden Leber und Nieren entlastet, da Ammoniak ansonsten in der Leber zu Harnstoff entgiftet und dann über die Nieren ausgeschieden werden müsste, was bei geschädigter Leber und geschädigten Nieren nur noch bedingt funktioniert.

Was aber problematisch sein kann: In Milch ist Laktose (Milchzucker) enthalten. Damit diese verdaut werden kann, benötigt der Darm das Enzym Laktase in ausreichendem Umfang. Die Produktion des Enzyms geht jedoch nach Absetzen der Katzenwelpen und der Umstellung auf feste Nahrung nach und nach zurück und bleibt dann auch gering. Das bedeutet, dass Lactose nicht mehr so gut abgebaut werden kann, was wiederum zu Durchfällen führen kann.

Daher sollte deine Katze pro Tag nicht mehr als 2 g Laktose/ kg Körpergewicht erhalten. Kuhmilch enthält etwa 50 g Laktose /kg uS, entsprechend ist mehr als 40 ml Milch / kg Körpergewicht nicht zu empfehlen. Starte hier aber lieber vorsichtig mit geringeren Mengen. Joghurt, Quark oder Hüttenkäse enthalten deutlich weniger Laktose, daher sind hier rein auf den Laktosegehalt bezogen auch größere Mengen möglich. 8Grundlagen der Fütterung. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021. Eine denkbare Alternative wäre die Gabe von laktosefreien Produkten.

Fleisch und andere tierische Produkte

  • Selbst für die Katze kochen:
    Wenn Diätfuttermittel wie die bereits genannten nicht akzeptiert oder gewünscht werden, gibt es auch die Möglichkeit, selbst für die Katze zu kochen.Hier könnte man als Proteinquelle ggf. mit Lammhack (gibt es beim türkischen Metzger) arbeiten, das recht energiereich ist und oft gut akzeptiert wird. Auch gekochtes Hühnchen oder gedünstetes Fischfilet funktionieren häufig gut. Bitte keine Knochen oder Gräten mitverfüttern.
  • Babynahrung: Babynahrung im Gläschen wird von vielen Katzen sehr geliebt und lässt sich auch gut schlecken oder per Spritze füttern, wenn die Katze gerade nichts Festes aufnehmen kann oder möchte. Hier können die Fleisch-Zubereitungen mit Huhn oder Rind verwendet werden. Es wird immer wieder kritisiert, dass diese neben Fleisch auch Reismehl enthalten, das ist aber in dieser Situation durch die oftmals wirklich herausragende Akzeptanz und die schnelle Verfügbarkeit vernachlässigbar.
  • Eier: Eier sind eiweißreich. Das Protein besitzt eine hohe Verdaulichkeit und – sofern gekocht – auch hohe biologische Wertigkeit. Zudem sind Fett, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten. Das macht hartgekochte Eier auch zum Päppeln interessant, wenn die Katze an Gewicht zunehmen muss.

    Warum die Eier gekocht sein sollten?

    Rohe Eier enthalten zum einen Avidin, das Biotin bindet, und zum anderen Trypsininhibitoren, die die Proteinverdauung beeinträchtigen und zu Verdauungsstörungen führen können.  

Katzen päppeln – Tipps und Tricks

Neben der Wahl des geeigneten Futters kann man auch durch andere Maßnahmen die Futteraufnahme verbessern. Dabei gilt grundsätzlich: Umso zufriedener die Katze ist und umso mehr ihre Bedürfnisse erfüllt werden, umso besser kann man sie in der Regel animieren, Futter aufzunehmen. Dazu gehört zum Beispiel auch das richtige Katzenklomanagement.

Hier wollen wir uns aber auf Tipps und Tricks zur Futtergabe beschränken:

  • Geeigneter Futternapf: Viele Katzen fressen lieber aus flachen Tellern, statt aus normalen Näpfen, da sie hier nicht mit ihren empfindlichen Schnurrhaaren anstoßen. Letzteres kann für unsere Haustiger so unangenehm sein, dass es sogar einen eigenen Ausdruck dafür gibt: Whisker Stress.Gerade, wenn die Katze Probleme mit den Gelenken hat oder unter Übelkeit leidet (was z. B. bei Katzen mit CNI/CNE häufiger der Fall ist), kann ein erhöhter Futternapf die Futteraufnahme ebenfalls erleichtern.
  • Viele Angebote schaffen: Manchmal verbinden Katzen die Futteraufnahme oder den bisherigen Fressplatz mit etwas Unangenehmem. Hier können ein neuer Futterplatz mit neuer Futterschüssel und ggf. neuem Futter helfen. Auch mehrere gefüllte Futterschalen im Haus verteilt, animieren Katzen im Idealfall dazu, im Vorbeigehen immer wieder einen Happen aufzunehmen.Leider ist die Umsetzung einer solchen „Fressstraße“ im Mehrkatzenhaushalt in der Regel schwierig. Hier kann man sich ggf. mit einem chipgesteuerten Futterautomaten oder einem separaten Zimmer, das per Katzenklappe nur für die zu päppelnde Katze zugänglich ist, behelfen.Generell gilt: Viele kleine Portionen über den Tag verteilt, sind näher an der natürlichen Nahrungsaufnahme der Katze und machen es dem Tier zum einen leichter mehr Futter über den Tag verteilt aufzunehmen und sind zum anderen bekömmlicher, als große Portionen morgens und abends.
  • Buffet anbieten: Gerade bei kranken Katzen ist es oft schwierig. Was am einen Tag noch gefressen wird, wird am nächsten komplett verweigert. Hier kann es helfen, wenn man der Katze ein Buffet aus verschiedenen Futtermitteln anbietet, so dass sie jeden Tag frei entscheiden kann, was sie möchte. Auch hier muss man jedoch im Mehrkatzenhaushalt ggf. ein wenig kreativ werden.
  • Aus der Hand füttern / Futter bringen: Geht die Katze nicht zum Futternapf, kannst du das Futter auch zu ihr bringen und/oder sie mit der Hand oder mit dem Löffel füttern. Oft hilft es auch, der Katze das Futter vor die Nase zu stellen, wenn sie gerade schläft. Häufig nehmen sie dann im Halbschlaf zumindest einige Bissen zu sich. Manche Katzen entwickeln auch Interesse am Futter, wenn man so tut, als würde man es selbst essen.Was zudem nie schadet, ist eine gute Portion TLC (Tender, Love and Care). Viele Katzen fressen z. B. besser, wenn man ihnen dabei Gesellschaft leistet, ihnen gut zuredet, sie lobt und/oder streichelt.Wenn sich die Katze noch putzt, kann man ggf. auch versuchen, eine kleine Menge Futter auf die Pfote zu geben, um sie wieder auf den Geschmack zu bringen, wenn sie sich die Pfötchen ableckt. Aber: Pfoten unbedingt vorsichtig säubern, wenn die Katze das nicht selbst erledigt!
  • Futter anwärmen: Futter, das auf leicht unter Körpertemperatur angewärmt wurde, riecht intensiver. Das kann insbesondere dann die Akzeptanz erhöhen, wenn die Katze z. B. unter Katzenschnupfen leidet und der Geruchs- und damit auch der Geschmackssinn eingeschränkt ist. Bei Katzen, die eine erlernte Futteraversion entwickelt haben, kann das Anwärmen kontraproduktiv sein. 9Der Ernährungsstatus von Katzen mit Tumorerkrankungen: Diagnose und diätetische Empfehlungen. In: Pibot P, Biourge V, Elliott D, Hrsg: Royal Canin S. A. – Enzyklopädie der klinischen Diätetik der Katze. Paris: Aniwa SAS (2008)Achtung: Immer prüfen, dass das Futter auch im Kern nicht zu heiß ist, insbesondere wenn es in der Mikrowelle erwärmt wurde.

    Wichtig ist dabei immer, dass die Nahrungsaufnahme durch eine stressfrei gestaltete Fütterung möglichst angenehm gestaltet wird.

Katzen päppeln mit Zwangsfütterung / Assistenzfütterung / assistierter Fütterung

Fütterungsspritze vor Katzennassfutter als Hilfsmittel für die schonende Zwangsfütterung von stark geschwächten Katzen, die gepäppelt werden müssen.

Bei starker Appetitlosigkeit kann eine behutsame Fütterung mit Spritze nötig sein – immer in Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt.

Assistenzfütterung ist ein Thema, das in der Regel weder der Katze noch den zugehörigen Menschen gefällt. Leider ist es jedoch manchmal notwendig, um dem eigenen Haustiger über eine Krise hinwegzuhelfen und das Leben des Tieres zu retten.

Wie füttert man richtig zu?

Bei der Assistenzfütterung sind vor allem zwei Dinge wichtig: Ruhe und Geduld. Keinesfalls darf die Katze mit Zwang „gestopft“ werden. Die Fütterung erfolgt immer in aufrechter Position mit erhobenem Kopf, langsam und behutsam. Die Fütterung darf nicht in Rücken- oder Seitenlage erfolgen und auch der Hals sollte nicht überstreckt werden, sonst erhöht sich die Gefahr, dass sich die Katze beim Füttern verschluckt.

Ein Handtuch, das sanft um die Katze gelegt wird, hilft, das Fell möglichst sauber zu halten. Nach der Fütterung müssen Verunreinigungen im Gesicht (und wenn vorhanden) an anderen Stellen des Katzenkörpers mit körperwarmem Wasser vorsichtig entfernt werden. Mullwaschlappen oder -tücher aus dem Babybedarf funktionieren hier recht gut und sind sanft zur empfindlichen Haut rund um Maul und Nase. Es kann aber natürlich auch jedes andere geeignete Tuch verwendet werden.

Bei der Fütterung sind viele kleine Portionen über den Tag verteilt häufig die bessere Wahl (Aufteilung mindestens auf 4 bis 6 Portionen). Kleine Portionen sind insbesondere auch dann wichtig, wenn die Katze nach einer längeren Zeit ohne Nahrungsaufnahme wieder angefüttert werden muss. Die Fütterung funktioniert gut per Spritze. Diese sollte leichtgängig sein und ein gleichmäßiges Austreten des Futters ermöglichen. Mit welcher Spritzengröße man am besten zurechtkommt, kommt ein wenig auf die individuellen Vorlieben an. Hier haben sich 5-ml- und 10-ml-Spritzen für die Assistenzfütterung bewährt. Das Futter selbst sollte nicht mit Wasser verdünnt werden.

Welches Futter eignet sich zum Zwangsfüttern?

Viele Diätfuttermittel, die bei Katzen mit schlechter Nahrungsaufnahme eingesetzt werden können (in diesem Abschnitt gelistet), besitzen eine feine Konsistenz (Mousse) und lassen sich auch gut mit der Spritze füttern. Ich nehme gerne das Royal Canin Recovery, aber Hills a/d funktioniert ebenfalls gut. Zur Überbrückung kann man auch vorübergehend (z. B. bis das Spezialfutter geliefert wird) mit Mousse aus dem Supermarkt oder Zoofachhandel arbeiten. Gut spritzengängig ist zum Beispiel das Coshida Selection – Feine Mousse von Lidl.

So bekommst du das Futter für die Assistenzfütterung gut in die Spritze:

  1. Futterdose öffnen, auf Zimmertemperatur temperieren lassen und mit einem Teelöffel gut durchrühren.
  2. Prüfe einige Male, ob die Spritze leichtgängig ist, indem du den Kolben einige Male hin- und herbewegst (sollte bei unverwendeten Spritzen der Fall sein).
  3. Baue die Spritze auseinander, so dass du einmal den Zylinder, also das hohle Röhrchen, und einmal den Kolben oder Spritzenstempel hast.
  4. Befülle dann langsam mit einem Teelöffel den Zylinder. In der Regel ist die Mousse fest genug, damit sie unten nicht aus der Düse / dem Konus fließt. Falls dem doch der Fall sein sollte, kannst du dir mit einem Verschlussstopfen behelfen. Die Spritze mit dem Konus beim Befüllen immer wieder einmal auf eine feste Unterlage zu klopfen, hilft dabei, dass das Futter nach unten rutscht. Es reicht, wenn du die Spritze zu etwa 2/3 befüllst.
  5. Steck den Kolben vorsichtig wieder in den Zylinder. Mach das am besten über der Dose oder einem anderen Behälter, um Sauerei zu vermeiden, falls dabei Futter die Spritze über den Konus wieder verlässt.
  6. Reinige die Spritze von außen, wenn nötig.

Befülle dir dabei am besten gleich so viele Spritzen, wie du für die aktuelle Futtergabe benötigst. Bei manchen Futtermitteln funktioniert es auch, wenn man das Futter direkt mit der Spritze aufzieht.

Hygiene ist wichtig: Futterspritzen können mehrmals verwendet werden, wenn sie nach der Fütterung heiß (ohne Spülmittel) gereinigt werden. Spätestens, wenn die Spritzen nicht mehr leichtgängig sind, sollten sie aber ausgetauscht werden.

Wann solltest du deine Tierärztin bzw. deinen Tierarzt konsultieren?

Eine Katze, die die Nahrung verweigert, sollte ohnehin engmaschig tierärztlich betreut werden. Bitte nimm aber umgehend Kontakt zu deiner Tierarztpraxis auf, wenn die Zwangsfütterung nur unter erheblichem Stress gelingt, das Futter erbrochen wird oder andere Faktoren verhindern, dass die Katze ausreichend frisst. In solchen Situationen ist schnelle Unterstützung wichtig, um eine weitere Verschlechterung zu vermeiden.

Künstliche Ernährung als Alternative zur Assistenzfütterung?

Wenn es zu Hause nicht möglich ist, die Katze über assistierte Fütterung ausreichend zu versorgen, gibt es auch noch die Option, die Katze in der Tierarztpraxis oder Tierklinik temporär über eine Sonde zu ernähren. Je nach Situation kann man diese auch noch mit der parenteralen Versorgung über einen venösen Zugang kombinieren. Beide Maßnahmen sind dazu gedacht, die Katze stabil zu halten, bis sie wieder selbstständig genügend Nahrung aufnehmen kann.

Ziel muss aber in jedem Fall immer die Rückkehr zur freiwilligen, eigenständigen Futteraufnahme sein. Zudem muss man immer abwägen, inwieweit eine Zwangsfütterung über einen längeren Zeitraum sinnvoll ist und wie allgemein die Prognose für den Haustiger ist. Hier gilt es je nach Fall und in Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt eine Entscheidung im Sinne der Katze zu treffen.

Deine Katze zeigt eigentlich Hunger, aber frisst nicht?

Schuld daran kann neben gesundheitlichen Beschwerden (z. B. Zahnschmerzen) eine erlernte Futteraversion sein. Was ist das?

Wenn die Katze mit einer bestimmten Nahrung eine schlechte Erfahrung verbindet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie dieses Futtermittel in Zukunft meidet. Es kann z. B. sein, dass ihr nach dem Verzehr der Katzennahrung übel wurde und sie Bauchschmerzen bekam oder aber auch, dass ihr die Nahrung in einer unangenehmen Situation vorgestellt / gefüttert wurde, wie etwa während eines stationären Aufenthalts in der Tierklinik.

Es handelt sich hierbei um eine Form der negativen Konditionierung und an sich ist so eine Aversion auch sinnvoll, da sie dazu dient, dass ungeeignete oder gefährliche Nahrung künftig vermieden wird. Geht es darum, die Katze wieder ans Fressen zu bringen, kann sie einem das Leben aber leider deutlich erschweren.

Denn bei Katzen entwickelt sich eine solche Futteraversion sehr schnell. Schon eine einzige Mahlzeit, die als unangenehm empfunden wird, kann ausreichen, damit die Katze das Futter oder mitunter insgesamt die Nahrungsaufnahme verweigert. Zudem kann die Aversion Untersuchungen zufolge bis zu 40 Tage anhalten.10Bradshaw JWS, Goodwin D, Legrand-Defretin V, et al. – Food selection by the domestic cat, an obligate carnivore. Comp Biochem Physiol. 1996; 114A: 205-209

Bei manchen Katzen geht diese Ablehnung soweit, dass schon der Geruch des Futtermittels, gegen das sie eine Aversion entwickelt haben, in der Umgebungsluft ausreicht, dass die Futteraufnahme verweigert wird.11Der Ernährungsstatus von Katzen mit Tumorerkrankungen: Diagnose und diätetische Empfehlungen. In: Pibot P, Biourge V, Elliott D, Hrsg: Royal Canin S. A. – Enzyklopädie der klinischen Diätetik der Katze. Paris: Aniwa SAS (2008) Es kann also tatsächlich auch ein Problem sein, wenn andere Katzen im Haushalt das betreffende Futter noch bekommen, obwohl man der betroffenen Katze etwas anderes anbietet.

Diese Zeichen können u. a. auf eine erlernte Futteraversion hinweisen

  • Die Katze zeigt Interesse am Futter oder bettelt, zieht sich aber zurück, nachdem sie das angebotene Futter beschnuppert oder probiert hat.
  • Die Katze speichelt, schluckt wiederholt oder dreht den Kopf zur Seite, wenn ihr Futter angeboten wird.
  • Die Katze versucht so viel Raum wie möglich zwischen sich und das Futter zu bekommen, also positioniert sich z. B. im Stationskäfig soweit davon entfernt wie möglich.

Es ist in dem Zusammenhang wichtig, zu erwähnen, dass (Diät-)Futter, das die Katze künftig noch fressen soll (z. B. eine bestimmte Nierendiät) nicht während eines stationären Aufenthalts oder per Zwangsfütterung eingeführt werden sollte und immer erst dann, wenn begleitende Probleme, wie etwa Übelkeit, angegangen worden sind.

Katzen päppeln mit medikamentöser Unterstützung

Eine Katze, die nicht frisst und/oder Gewicht verliert, braucht tierärztliche Unterstützung. Und damit die Rekonvaleszenz im besten Fall gelingt, müssen dafür die Voraussetzungen geschaffen und die zugrundeliegenden Ursachen angegangen werden.

Eine Katze, die Schmerzen hat (z. B. bei Pankreatitis), braucht passendes Schmerzmanagement. Eine Katze, der übel ist, benötigt entsprechende Medikamente gegen Übelkeit. Eine Katze, deren Nase verstopft ist und die dadurch kein Interesse an Futter zeigt, braucht entsprechende Gegenmaßnahmen, damit die Nase frei wird und Geruchs- und Geschmackssinn wieder funktionieren. Auch dehydriert frisst es sich als Katze schlecht, d. h. man muss dafür sorgen, dass diese Katzen wieder ausreichend mit Flüssigkeit versorgt sind usw. usf.

Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird es ungleich schwerer, die Samtpfote dazu zu bringen, dass sie wieder frisst.

Zusätzlich kann deine Tierärztin oder dein Tierarzt deine Katze je nach Fall mit Medikamenten unterstützen, die den Appetit anregen. Ein Wirkstoff, der hier gerne verwendet wird, ist z. B. Mirtazapin®. Der Wirkstoff ist u. a. in einer Formulierung verfügbar, die als Salbe innen an der Ohrmuschel aufgebracht wird. Sprich deine behandelnde Tierarztpraxis im Fall des Falles darauf an.

Einige abschließende Gedanken von mir für dich zum Schluss

Das Wichtigste beim Päppeln ist, dass du den Weg gemeinsam mit und im Interesse deiner Katze gehst. Nicht jeder Tag wird gleich gut laufen, es kann Rückschläge geben, was frustrierend sein kann und es braucht oftmals Geduld und Durchhaltevermögen, um Krisen zu überstehen.

Es ist hier absolut in Ordnung, pragmatisch zu sein. Wenn deine Katze vorübergehend nur bestimmte Futtersorten akzeptiert oder diese in der aktuellen Situation einfach sinnvoller sind, dann ist das so. Auch, wenn das Futtermittel sind, die du unter normalen Umständen nicht füttern würdest. Wichtig ist, dass wieder Nahrung aufgenommen wird und sich die Situation stabilisiert. Manchmal heiligt einfach auch der Zweck die Mittel und es braucht Kompromisse. Jeder kleine Schritt nach vorn ist ein Erfolg.

ABER: Hoffnung ist wichtig und es ist wichtig zu kämpfen! Mit den eigenen Tieren und für sie. Und zwar immer dann, wenn eine Chance besteht, dass sich der Zustand der Katze wieder soweit bessert, dass man vielleicht nicht von Heilung, aber wieder von Leben und Lebensqualität sprechen kann.

Besteht keine Hoffnung auf Heilung und ist klar, dass der Weg (zeitnah) zum Lebensende führen wird, dann liegt die Priorität darauf, der Katze die restliche Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten oder eben eine endgültige Entscheidung zu treffen, um deiner Katze weiteres Leid zu ersparen. Hol dir bei dieser Entscheidung Hilfe von jemandem, der die Situation professionell einschätzen kann. In der Regel wird das die Tierärztin / der Tierarzt deines Vertrauens sein. Keinesfalls werden das Möchtegern-Experten aus den sozialen Medien sein, v. a. nicht, ohne das Tier je gesehen zu haben.

Denn egal, wie viel Mühe man sich gibt, die Einschätzung des Gesundheitszustands der eigenen Tiere ist immer irgendwo subjektiv. Das lässt sich gar nicht vermeiden. Dafür ist man emotional viel zu sehr involviert. Bin ich auch. Man kann sich noch so sehr einreden, dass man objektiv ist, man ist es einfach nicht.

Am Ende zählt nicht Perfektion oder was andere denken, sondern dass du gemeinsam mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt den Weg findest, der für deine Katze richtig ist.

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Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

  • Was kann ich tun, wenn meine Katze gar nicht frisst? Frisst eine Katze länger als 24 Stunden gar nichts (bei Kitten, chronisch kranken (z. B. Diabeteskatzen) oder übergewichtigen Katzen auch schon nach 12 Stunden), sollte sie immer zeitnah tierärztlich untersucht werden. Katzen vertragen keine längeren Hungerphasen, da sonst eine Fettleber (hepatische Lipidose) drohen kann. Bis zur Vorstellung kann man versuchen, sehr schmackhafte, weichere oder angewärmte Futtersorten anzubieten oder das Futter mit Leckerli oder anderen Futterzusätzen attraktiver zu gestalten.
  • Wie erkenne ich, ob meine Katze wirklich untergewichtig ist? Eine gute Orientierung bieten der Body Condition Score (BCS) und der Muscle Condition Score (MCS). Typische Anzeichen für Untergewicht sind tastbare Rippen, eine schmale Taille, sichtbare Hüftknochen oder nachlassende Muskulatur. Bei Langhaarkatzen ist Abtasten wichtiger als der optische Eindruck.
  • Wie schnell darf ich die Futtermenge steigern, wenn meine Katze sehr dünn ist? Nach einer längeren Hungerphase sollte die Futtermenge langsam gesteigert werden, besonders bei stark abgemagerten oder geschwächten Katzen. Sonst kann sich im schlimmsten Fall ein Refeeding-Syndrom entwickeln. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind besser als große Portionen. Am besten erstellt ihr in Absprache mit der Tierarztpraxis einen Plan für die Anfütterung.
  • Welche Futtermittel eignen sich besonders zum Päppeln? Spezialfutter für die Rekonvaleszenz (z. B. Recovery-Futter), energiereiche Pasten, Kittenfutter oder allgemein gut verdauliche weiche Futtersorten werden häufig gut angenommen. Auch kleine Mengen an Futterzusätzen wie Hühnerbrühe, Thunfischwasser oder gefriergetrocknete Snacks können helfen, das Futter attraktiver zu machen.
  • Kann ich auch Hausmittel verwenden, wenn meine Katze zunehmen muss?Einige Küchenzutaten eignen sich gut als kurzfristige Unterstützung, z. B. etwas Joghurt, Hüttenkäse, hartgekochtes Ei oder Babygläschen mit Fleisch. Wichtig ist, dass solche Hausmittel nur ergänzend und nur kurzfristig eingesetzt werden, da sie kein ausgewogenes Alleinfutter ersetzen.
  • Wann ist Assistenz- oder Zwangsfütterung notwendig?Wenn eine Katze trotz aller Versuche kaum oder gar nicht frisst, kann vorübergehend eine behutsame Assistenzfütterung per Spritze nötig sein – immer nach tierärztlicher Rücksprache. Wichtig sind Geduld, kleine Portionen, eine aufrechte Position und gut spritzengängige Futtermittel wie Recovery-Mousse.

Referenzen (u. a.)

Bradshaw JWS, Goodwin D, Legrand-Defretin V, et al. – Food selection by the domestic cat, an obligate carnivore. Comp Biochem Physiol. 1996; 114A: 205-209

Dechra Veterinary Products Deutschland GmbH (o. J.) Beurteilung des Ernährungszustandes einer Katze: Body Condition Score (BCS) & Muscle Condition Score (MCS). Verfügbar unter: https://tierhalter.dechra.de/Files/Images/Countries/DE_Petowner_concept/Pri_Katze_Zustand.pdf (Abgerufen am: 23. November 2025)

Der Ernährungsstatus von Katzen mit Tumorerkrankungen: Diagnose und diätetische Empfehlungen. In: Pibot P, Biourge V, Elliott D, Hrsg: Royal Canin S. A. – Enzyklopädie der klinischen Diätetik der Katze. Paris: Aniwa SAS (2008)

Dodd, S. (2023). Small animal microbiomes and nutrition (S. 65-67). Newark: John Wiley & Sons, Incorporated.

Ernährung von Intensivpatienten. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021.

Grundlagen. In: Bolbecher G, Hrsg. Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020.

Grundlagen der Fütterung. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021.

Niereninsuffizienz. In: Zentek J, Hrsg. Ernährung des Hundes – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 9., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.

Taylor, S.S., Chan, D.L., Villaverde, C. et al. (2022): 2022 ISFM consensus guidelines on management of the inappetent hospitalised cat. Journal of Feline Medicine and Surgery, 24(7), 614–640. Verfügbar unter: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1098612X221106353 (Abgerufen am: 30. November 2025).

Referenzen

Giardien bei Katzen

Giardien bei Katzen

„Meine Katze hat da wieder diese Geranien? Oder waren es Gardinen?“ – manchmal tut man sich als Katzenpersonal mit der Bezeichnung für die Plagegeister schwer. Gemeint sind natürlich Giardien.

Aber auch wenn die Namensfindung hin und wieder in der Tierarztpraxis für ein Schmunzeln sorgt, die Stimmung ist bei Befund oft alles andere als heiter: In sozialen Netzwerken liest man von wochenlangen Putzmarathons, Rückfällen nach jeder Behandlung und sogar Gefahren für den Menschen. Schnell entsteht das Gefühl, dass Giardien eine absolute Katastrophe und ein nahezu unlösbares Problem seien.

Ganz so dramatisch wie dargestellt ist es aber meist nicht und Panikmache ist bei Giardien auch nicht angebracht. Die Einzeller kommen bei Katzen ähnlich wie Würmer recht häufig vor, sind aber in den meisten Fällen gut behandelbar.

In diesem Artikel erfährst du, was Giardien eigentlich sind, wie Giardien bei Katzen übertragen werden, welche Symptome typisch sind, wie die Diagnose gestellt wird und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Zudem gehen wir auf unterstützende Maßnahmen und auf das Thema „richtige Ernährung bei Giardienbefall bei der Katze“ ein. Insbesondere auch auf das häufig diskutierte Thema kohlenhydratfreie Ernährung bei Giardienbefall. 

Giardien unter dem Mikroskop (computergeneriert)

Im Detail

Giardien neben einem Mikroskop

Was sind Giardien?

Giardien sind mikroskopisch kleine, einzellige Parasiten. Genau gesagt, gehören sie zur Familie der Hexamitidae in der Ordnung Diplomonadia. Es gibt verschiedene Spezies, bei der Katze interessiert uns G. duodenalis (wird auch als G. lamblia oder G. intestinalis bezeichnet).

Von G. duodenalis existieren acht Genotypen (Assemblages) A–H, die jeweils bevorzugte Wirte haben. Genotyp F ist z. B. typisch für die Katze. Genotyp A und B haben ein breites Wirtsspektrum, zu dem auch der Mensch zählt. Die Assemblage A kann dann noch einmal in die drei Untergruppen AI, AII und AIII eingeteilt werden, wobei AI bevorzugt beim Tier vorkommt und beim Mensch eher AII.

Da der Genotyp A auch bei Katzen vorkommt, besteht ein zoonotisches Potenzial (Übertragung zwischen Katze und Mensch). Die Übertragung vom Tier auf den Menschen ist, sofern sie überhaupt vorkommt, selten.

Die einzelnen Genotypen sind aber nicht wirtsspezifisch und es können bei einem Tier auch verschiedene vorliegen. Andere Assemblages infizieren z. B. bevorzugt Hunde (C, D), Rinder (E), Ratten (G) oder Meeressäuger (H).

Um herauszufinden, welche Genotypen vorliegen, braucht es eine PCR.

Lebenszyklus der Giardien

Giardien kommen in zwei Formen vor: Trophozoiten und Zysten. Die Trophozoiten sind die vermehrungsfähige Form, die Zysten die infektiöse, umweltresistente Form, über die Giardien von einem Tier auf andere oder den Menschen übergehen können.

Lebenszyklus von Giardien im Diagramm

Zyklus:

1) Giardien-Zysten werden z. B. über durch Kot verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser aufgenommen.
2) Im Dünndarm exzystieren die Zysten (d. h. sie öffnen sich) und es entwickeln sich Trophozoiten. Damit sich die Giardien-Zysten öffnen können, braucht es vorbereitend das saure Milieu der Magensäure.
3) Die Trophozoiten vermehren sich asexuell in mehreren Zyklen und zystieren anschließend, bilden also wieder Zysten.
4) Zysten und Trophozoiten werden von der Katze über den Kot ausgeschieden. Allerdings können nur die Zysten außerhalb des Wirts überleben und andere Katzen mit Giardien anstecken.
5) Die Zysten sind sofort infektiös und können monatelang überleben. Um ein anderes Tier oder den Menschen mit Giardien zu infizieren, sind nur wenige Zysten notwendig.

Eine schwarze Katze trinkt aus einer Pfütze Wasser, das durch Giardien verunreinigt ist.

Ansteckung und Vorkommen

Giardien werden fäkal-oral übertragen, also wie bereits erwähnt z. B. über Wasser oder Nahrungsmittel, die mit Kot kontaminiert sind. Da die Zysten lange in der Umwelt überdauern können, ist auch eine indirekte Übertragung möglich.

Die genauen Zahlen schwanken je nach Population und Untersuchungsmethode. Grundsätzlich ist die Infektionsrate bei Katzen niedriger als bei Hunden und kann z. B. bei Streunern, in Tierheimen oder in Zuchthaushalten deutlich höher liegen, als im „normalen“ Katzenhaushalt. Als Richtwert kann man in Deutschland davon ausgehen, dass rund 12 Prozent der Katzen von Giardien betroffen sind.

Besonders bei Jungtieren sind die einzelligen Parasiten ein Thema. Hier kann die Prävalenz bei Katzen unter 6 Monaten auf 50 % ansteigen. Zudem scheint es einen Zusammenhang zwischen einer Giardieninfektion und dem männlichen Geschlecht, dem gleichzeitigen Vorkommen von Kryptosporidien und anderen parasitären Co-Infektionen sowie fehlender Entwurmung zu geben.

Nach einer Ansteckung mit Giardien dauert es etwa 10 Tage bis zwei Wochen, bis erste Zysten ausgeschieden werden. 1Belosevic M, Faubert GM, Guy R, MacLean JD (1984): Observations on natural and experimental infections with Giardia isolated from cats. Can J Comp Med 48(3), 241-244. Während der akuten Infektionsphase kann die Ausscheidung entweder durchgehend oder in Schüben erfolgen.

In den meisten Fällen gelingt es Katzen, die Parasiten innerhalb von vier bis sechs Wochen von selbst wieder loszuwerden. Bei experimenteller Infektion mit einer sehr hohen Anzahl an Zysten kann die Infektion in manchen Fällen bis zu 28 Wochen nach der Ansteckung anhalten 2 Stein JE, Radecki SV, Lappin MR (2003): Efficacy of Giardia vaccination in the treatment of giardiasis in cats. J Am Vet Med Assoc 222(11), 1548-1551.

Was machen die Giardien im Darm der Katze?

Giardien heften sich an den Bürstensaum der Darmzellen (Enterozyten) im Dünndarm und führen insbesondere im Zwölffingerdarm (Duodenum) und Leerdarm (Jejunum) zu strukturellen und funktionellen Veränderungen der Darmschleimhaut. Dabei entstehen mechanische Schäden, die Mikrovilli (winzige Fortsätze der Darmzellen zur Oberflächenvergrößerung) können sich verkürzen und die Oberfläche der Schleimhaut, über die Nährstoffe aufgenommen werden, wird kleiner. Zusätzlich sind die Parasiten in der Lage, den programmierten Zelltod (Apoptose) von Darmepithelzellen auslösen und die intestinale Barriere zu schädigen. In Folge sind sowohl die Verdauung (Maldigestion) als auch die Aufnahme (Malabsorption) von Nährstoffen gestört.

Da die durch die Malabsorption nicht aufgenommenen Substanzen osmotisch aktiv sind und Wasser in den Darm „saugen“, kann es zu osmotischem Durchfall kommen. Eine vermehrte Abgabe von Chloridionen in den Darm, die dazu führt, dass Wasser in den Darm nachströmt, trägt ebenfalls zur Durchfallentstehung bei (sekretorischer Durchfall). Entzündliche Reaktionen sind meist nur gering ausgeprägt, können die Schleimhaut aber zusätzlich beeinträchtigen.

Bei starkem Parasitenbefall bedecken Giardien große Abschnitte der Darmschleimhaut, was insbesondere bei Jungtieren oder immungeschwächten Katzen zu deutlichen Funktionsstörungen führen kann. Die geschädigte Schleimhaut begünstigt zudem bakterielle Sekundärinfektionen.

Giardien bei Katzen: Symptome

Ob bei Katzen mit Giardienbefall sichtbare Krankheitsanzeichen auftreten, hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter, Immunstatus, allgemeinem Gesundheitszustand und Ernährungszustand ab.

Typische Symptome sind vor allem wiederkehrender oder chronischer Durchfall, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Der Kot betroffener Tiere ist häufig hell und fettig (Steatorrhoe), wässrig-schleimig und stark übelriechend; gelegentlich können Blutbeimengungen auftreten.

Weitere mögliche Symptome sind Gewichtsverlust, Mattigkeit, Erbrechen sowie ein struppiges, glanzloses Fell.

Der Durchfall kann sich über Wochen oder Monate hinziehen, besonders bei wiederholten Reinfektionen oder chronischen Verläufen. Junge Katzen unter einem Jahr zeigen meist die schwersten Krankheitsverläufe und müssen manchmal sogar gepäppelt werden, wenn das Kitten abnimmt oder nicht frisst. Adulte Tiere bleiben häufig symptomlos oder zeigen nur milde Symptome entwickeln. Allerdings scheiden auch asymptomatische Katzen infektiöse Zysten aus und können andere Tiere anstecken.

Auch nach erfolgreicher Behandlung kann es einige Zeit dauern, bis sich die Darmschleimhaut vollständig regeneriert hat, sodass der Durchfall noch fortbestehen kann, obwohl die Parasiten bereits eliminiert wurden.

Trophozoit und Zyste von Giardia intestinalis
Mikroskop und PCR illustrieren die Diagnose von Giardieninfektionen bei Katzen.

Diagnose eines Giardienbefalls

Die Diagnose einer Giardieninfektion erfolgt durch den Nachweis von Zysten, Trophozoiten, Antigenen oder Erbgut des Erregers im Kot. Da die Zystenausscheidung oft unregelmäßig verläuft, sollte stets Sammelkot aus zwei bis drei aufeinanderfolgenden oder alternierenden Tagen untersucht werden.

Um Giardien zu diagnostizieren, gibt es verschiedene Verfahren. Der Direktausstrich dient dem Nachweis beweglicher Trophozoiten unter dem Mikroskop. Für den Nachweis von Zysten kommen Flotationsverfahren zum Einsatz. Antigennachweise können zum Beispiel über Verfahren wie ELISA oder Immunfluoreszenztests (IFA) erfolgen.

Die Verfahren sind nicht alle gleich zuverlässig. Welches im individuellen Fall zum Einsatz kommt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum Beispiel können nicht alle Verfahren direkt in der Tierarztpraxis durchgeführt werden.

Als empfindlichste Methode zum Nachweis von Giardien-DNA gelten derzeit molekularbiologische Verfahren wie die PCR. Über eine PCR kann auch der Genotyp (Assemblage) bestimmt werden. Das ist zum Beispiel dann wichtig, wenn man das Risiko für eine Übertragung auf den Menschen einschätzen möchte.

Wichtig: Eine Behandlung ohne gesicherte Diagnose ist nicht zu empfehlen, da sie zum einen das Darmmikrobiom beeinträchtigen kann und zum anderen andere Ursachen für Durchfall übersehen werden könnten.

Behandlung einer Infektion mit Giardien

Ob eine Giardieninfektion bei Katzen behandelt werden sollte, hängt in erster Linie vom klinischen Bild ab. Die ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) und die Leitlinie des European Advisory Board on Cat Diseases (ABCD) empfehlen eine Therapie standardmäßig nur bei Tieren mit Symptomen, also zum Beispiel bei anhaltendem Durchfall und Gewichtsverlust.

In bestimmten Situationen – etwa wenn Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere, chronisch Kranke oder immungeschwächte Menschen oder Tiere im Haushalt leben oder generell im Mehrkatzenhaushalt – kann es je nach Situation aber sinnvoll sein, auch asymptomatische Katzen gegen Giardien zu behandeln.

Ziel der Therapie ist in jedem Fall die Verbesserung der klinischen Symptome. Da Reinfektionen häufig sind, gelingt die vollständige Eliminierung der Parasiten nicht immer und/oder es sind mehrere Behandlungsdurchgänge notwendig.

Da schon wenige Zysten für eine Ansteckung ausreichen, ist es unerlässlich, dass die medikamentöse Behandlung immer mit Hygienemaßnahmen kombiniert wird, um eine Reinfektion nach Möglichkeit zu vermeiden.

Medikamente zur Behandlung eines Giardienbefalls

Zur Behandlung stehen zwei zugelassene Wirkstoffe zur Verfügung:

  • Fenbendazol: Fenbendazol hemmt die Vermehrung der Trophozoiten, schädigt deren Zytoskelett und führt so zu einer deutlichen Reduktion der Zystenausscheidung. Zwar gelingt nicht immer eine vollständige Eliminierung des Erregers, jedoch bessern sich die klinischen Symptome in der Regel deutlich. Fenbendazol ist in der Regel gut verträglich und führt nur zu vorübergehenden Veränderungen im intestinalen Mikrobiom.
  • Metronidazol: Metronidazol ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Nitroimidazole und wirkt über die Schädigung der DNA der Parasiten. Es kann die Zystenzahl ebenfalls verringern, sollte aber nur nach gründlicher Nutzen-Risiken-Abwägung angewendet werden, da es das Darmmikrobiom erheblich stören und neurologische Nebenwirkungen hervorrufen kann.
  • Deine Tierärztin oder dein Tierarzt kann dich bei der Frage beraten, ob eine Behandlung erfolgen soll und wenn ja, mit welchem Präparat und nach welchem Behandlungsschema.

    Es gibt daneben noch einige andere Substanzen, die gegen Giardien wirken. Allerdings sind diese in Deutschland nicht für diese Indikation zugelassen.

    In der Vergangenheit wurde von vielen Katzenhalter*innen zum Beispiel – häufig ohne Rücksprache mit der behandelnden Tierärztin oder dem behandelnden Tierarzt – Carnidazol eingesetzt. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein Antibiotikum aus der Gruppe der Nitroimidazole.

    Giardienbehandlung hilft nicht?

    Die Bekämpfung von Giardien gestaltet sich häufig mühsam, was aber in der Regel nicht an Resistenzen gegenüber den zugelassenen Wirkstoffen liegt (wozu es bisher auch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt), sondern an der hohen Reinfektionsrate. Es können mehrere Durchgänge notwendig sein, um Giardien bei der Katze erfolgreich zu bekämpfen.

    Zeigt die Katze auch nach (wiederholter) Giardienbehandlung noch Symptome, ist es eine gute Idee, auch andere Ursachen für die gesundheitlichen Probleme in Betracht zu ziehen. Gegebenenfalls sind die Giardien nur eine Begleiterscheinung und nicht das eigentliche Problem.

    Diese zugelassenen Medikamente stehen für die Behandlung von Giardien bei Katzen zur Verfügung.
    Hygienemaßnahmen sind bei Giardien unglaublich wichtig.

    Hygiene verbessert den Behandlungserfolg

    Die Behandlung einer Giardieninfektion ist nicht allein mit Medikamenten erledigt. Ein wesentlicher Grund dafür, dass Infektionen häufig wiederkehren, ist die hohe Reinfektionsrate. Bereits wenige ausgeschiedene Zysten reichen aus, um nach oraler Aufnahme erneut eine Infektion auszulösen.

    Daher ist eine konsequente Hygiene und Umgebungsdekontamination während und nach der Therapie entscheidend, um den Behandlungserfolg zu sichern.

    Einige wichtige Maßnahmen:

    • Kot so oft wie möglich aus den Katzentoiletten entfernen und in geschlossenen Plastikbeuteln über den Hausmüll entsorgen (da dieser verbrannt wird)
    • Alle Oberflächen reinigen, die möglicherweise mit Kot in Berührung gekommen sein könnten (z. B. Boden um die Katzentoilette); im Idealfall mit einem Dampfstrahler und einer Mindesttemperatur von 60° Celsius. Oberflächen nach der Reinigung trocknen.
    • Flächen soweit möglich mit einem gegen Giardien wirksamen Desinfektionsmittel desinfizieren
    • Futter- und Wassernäpfe täglich mit kochendem Wasser reinigen und gründlich abtrocknen
    • Katzentoiletten täglich mit kochendem Wasser reinigen und gut abtrocknen
    • Decken und Kissen bei mindestens 65° Celsius waschen
    • Nicht waschbare, aber möglicherweise kontaminierte Gegenstände (z. B. Kartons) über den Hausmüll entsorgen
    • Kratzbäume gründlich reinigen und regelmäßig absaugen
    • Hinterteil betroffener Katzen ggf. baden und shampoonieren; langhaarige Tiere können unter Umständen im Analbereich geschoren werden
    • Hände nach Umgang mit der Katze gründlich waschen

    Hier findet ihr eine Übersicht sinnvoller Hygienemaßnahmen bei Giardienbefall der ESCCAP.

    Giardien bei Katzen und Ernährung

    Immer wieder wird diskutiert, inwiefern die Ernährung Einfluss auf den Verlauf einer Giardieninfektion bei der Katze hat und ob es möglich ist, die Parasiten „auszuhungern“.

    Besonders häufig wird dabei empfohlen, auf Kohlenhydrate zu verzichten oder diese zumindest weitgehend zu reduzieren. Klingt auf den ersten Blick auch logisch, da Giardien ihre Energie aus mikroaerophiler Fermentation von Glucose beziehen. Allerdings gibt es bisher keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass der Verzicht auf Kohlenhydrate den Verlauf der Infektion positiv oder negativ beeinflusst. Zudem können Giardien auch ohne erhöhte Zufuhr von Kohlenhydraten überleben, da sie auch in der Lage sind, andere Energiequellen zu nutzen (z. B. bestimmte Aminosäuren).

    Kohlenhydrate spielen darüber hinaus auch eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Mikrobioms. Denn die nützlichen Darmbakterien sind auf bestimmte Faserstoffe und Stärkeabbauprodukte als Energiequelle angewiesen (Präbiotika).

    Das Ausmaß, in dem eine Giardieninfektion das intestinale Mikrobiom beeinflusst, ist bislang nicht abschließend geklärt. Eine Unterstützung des Mikrobioms ist aber dennoch immer eine gute Idee.

    Wird der Giardienbefall behandelt – und insbesondere wenn dafür Metronidazol zur Anwendung kommt – ist es sehr zu empfehlen, dass das Mikrobiom auf jeden Fall gezielt mit Biotika (Prä-, Pro- und Postbiotika) unterstützt wird. Gegebenenfalls kann auch eine Kottransplanation (FMT) erwogen werden. Eine solche Unterstützung erfolgt idealerweise bereits während der Behandlung und über mehrere Wochen danach.

    Was die Futterumstellung bei Giardienbefall bei der Katze angeht. In den meisten Fällen werden Katzen als obligate Fleischfresser ohnehin schon kohlenhydratarm ernährt. Sollte dies nicht der Fall sein, ist von einer radikalen Futterumstellung (z. B. auf BARF) bei ohnehin schon geschädigtem Darm aber dennoch eher abzuraten.

    Besser ist die Gabe einer leicht verdaulichen Schonkost, die durchaus auch einen gewissen Anteil an Kohlenhydraten enthalten darf (nicht muss). Hier kommt es darauf an, um welche Art von Kohlenhydraten es sich handelt, in welcher Menge diese enthalten sind und wie gut sie aufgeschlossen und damit verdaulich sind. Per se schlecht sind Kohlenhydrate nicht.

    Wenn du trotzdem die Ernährung umstellen willst: Sprich eine geplante Futterumstellung am besten mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt ab und/oder zieh eine Fachtierärztin oder einen Fachtierarzt für Tierernährung und Diätetik hinzu, um eine professionelle Rationsberechnung durchführen zu lassen, besonders wenn du selbst kochen oder roh füttern (barfen) willst.

    Ernährung bei Giardia-Infektion. Kohlenhydrate oder nicht. Probiotika auf jeden Fall.
    Referenzen

    Quellen (u. a.)

    ABCD – European Advisory Board on Cat Diseases (2025): Guideline for Giardiasis. Verfügbar unter: https://www.abcdcatsvets.org/guideline-for-giardiasis/ (abgerufen am: 10. Oktober 2025).

    Adam RD. Giardia duodenalis: Biology and Pathogenesis. Clin Microbiol Rev 2021; 34: e0002419

    Barutzki D, Schaper R. Results of parasitological examinations of faecal samples from cats and dogs in Germany between 2003 and 2010. Parasitol Res 2011; 109: S45-S60

    Beck W. Giardien – Nr. 1 der Parasiten bei Hund und Katze. team.konkret 2020; 16(04): 16 – 18. doi:10.1055/a-1243-4563

    Belosevic M, Faubert GM, Guy R, MacLean JD (1984): Observations on natural and experimental infections with Giardia isolated from cats. Can J Comp Med 48(3), 241-244.

    Bouzid M, Halai K, Jeffreys D. et al. The prevalence of Giardia infection in dogs and cats, a systematic review and meta-analysis of prevalence studies from stool samples. Vet Parasitol 2015; 207: 181-202

    Caylor KB, Cassimatis MK. Metronidazole neurotoxicosis in two cats. J Am Anim Hosp Assoc 2001; 37: 258-262

    Einarsson E, Ma’ayeh S, Svard SG. An up-date on Giardia and giardiasis. Curr Opin Microbiol 2016; 34: 47-52

    ESCCAP Deutschland (2022) Giardien bei der Katze. Verfügbar unter: https://www.esccap.de/parasiten/einzeller/giardien-bei-der-katze/
    (abgerufen am: 10. Oktober 2025).

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    Würmer bei Katzen

    Würmer bei Katzen

    „Meine Katze hat keine Würmer – das würde ich doch merken! Und außerdem geht die nicht raus.“ – Ein Satz, der unter Katzenhalter*innen häufig fällt – und leider ebenso beliebt wie falsch ist.

    Denn Wurmbefall bleibt oft unsichtbar: Viele Katzen zeigen keine Symptome, und auch im Kot ist nicht immer etwas zu erkennen. Besonders Spul- und Bandwürmer sind in Mitteleuropa weit verbreitet – und bleiben lange unentdeckt.

    Auch Wohnungskatzen sind nicht automatisch geschützt: Wurmeier gelangen z. B. über Schuhe in die Wohnung. Weitere Infektionsquellen sind Flöhe oder rohes Fleisch.

    Aber wie groß ist das Risiko wirklich – und was hilft zuverlässig gegen Würmer bei Katzen?

    Auf dieser Seite erfährst du, welche Wurmarten relevant sind, wie sich die Katze infiziert, welche Symptome auftreten und was man gegen Würmer bei der Katze tun kann.

    Katze entwurmen

    Die wichtigsten Würmer

    Spulwürmer Katze

    Spulwürmer (Toxocara spp.)

    Spulwürmer gehören zu den häufigsten parasitären Darmbewohnern bei unseren Katzen, wobei Toxocara cati (oder mystax) am häufigsten auftritt, während Toxascaris leonina eher selten gefunden wird. Laut einer groß angelegten Studie in Deutschland waren 26,2 % der positiv getesteten Katzen mit Spulwürmern infiziert – der häufigste Endoparasitenbefund nach Giardien.

    Infektionswege: Wie sich Katzen mit Spulwürmern anstecken

    Katzen infizieren sich mit Spulwürmern hauptsächlich über Eier mit infektiösen Larven, die sie in der Umwelt aufnehmen. Das kann z. B. über kontaminierte Erde, Kotreste oder Beutetiere der Fall sein. Besonders Freigänger sind hier gefährdet, die die Eier beim Putzen des Fells oder über das Fressen infizierter Ratten oder Mäuse aufnehmen können.

    Diese Beutetiere sind so genannte paratenische Wirte, d. h. in ihrem Körper nisten sich die Wurmlarven zwar ein, entwickeln sich aber nicht weiter. Jedoch bleiben sie infektiös, so dass sich die Katze durch den Verzehr der Wirte anstecken kann.

    Aber auch reine Wohnungskatzen sind nicht sicher: In einer Untersuchung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover wurde bei 18 % der Wohnungskatzen ein Befall mit Toxocara cati festgestellt. Das erklärt sich dadurch, dass Wurmeier z. B. auch über Schuhe, Kleidung oder Blumenerde in die Wohnung und zur Katze gelangen können.

    Kitten können sich zudem beim Säugen über die Milchdrüsen der Mutter mit Spulwürmern (v. a. Toxocara cati) infizieren. Eine pränatale Übertragung wie beim Hund wurde bei der Katze jedoch nicht beobachtet.

    Spulwürmer im Körper der Katze: Entwicklung und Symptome

    Nach der Aufnahme infektiöser Spulwurmeier schlüpfen die Larven im Darm und wandern über Blut- oder Lymphgefäße zunächst zur Leber und dann weiter in die Lunge. Von dort gelangen sie über die Luftröhre in den Rachen, werden abgeschluckt und siedeln sich schließlich im Dünndarm an, wo sie zu erwachsenen Würmern heranreifen. Die adulten Würmer können bis zu 20 cm lang werden. Bei Toxascaris leonina bleibt die Entwicklung meist auf die Darmschleimhaut beschränkt.

    Welche Symptome auftreten, hängt stark vom Alter und allgemeinen Gesundheitszustand ab.

    Speziell Jungtiere zeigen oft:

    • breiigen Kot oder Durchfall
    • Erbrechen
    • Struppiges, glanzloses Fell
    • Aufgeblähten Bauch („Wurmbauch“)
    • Gewichtsverlust

    Bei starkem Befall können sich auch eine Anämie, Dehydratation, Wachstumsstörungen oder in seltenen Fällen sogar ein Darmverschluss entwickeln. Häufig wird es dann auch nötig, die Katzen zu päppeln, weil sie wieder Gewicht zulegen müssen. Gesunde, erwachsene Katzen zeigen bei leichtem Befall häufig keine Symptome, scheiden aber nichtsdestotrotz infektiöse Eier aus und stellen somit ein Risiko für andere Katzen und auch den Menschen dar.

    Hakenwürmer (Ancylostoma)

    Hakenwürmer zählen ebenfalls zu den häufigeren Darmparasiten bei Katzen. In Mitteleuropa ist vor allem Ancylostoma tubaeforme weit verbreitet, während Uncinaria stenocephala etwas seltener vorkommt. Tropische Arten wie Ancylostoma braziliense spielen bei uns kaum eine Rolle, können aber bei Reisen oder Importkatzen auftreten. In einer Untersuchung von Katzen in Brandenburg lag die Hakenwurmrate bei etwa 17 %, vergleichbare Werte wurden auch in der Schweiz festgestellt.

    Infektionswege: Wie sich Katzen mit Hakenwürmern anstecken

    Die Ansteckung mit Hakenwürmern erfolgt entweder über den Mund (z. B. beim Putzen oder durch das Fressen von Beutetieren) oder durch die Haut, wenn die Larven aus der Umwelt aktiv eindringen. Bei oraler Aufnahme gelangen die Larven direkt in den Dünndarm. Bei einer Infektion über die Haut wandern sie zunächst durch den Körper, bevor sie sich ebenfalls im Darm ansiedeln. Eine Übertragung über die Muttermilch wurde bei Katzen bisher nicht nachgewiesen.

    Ob Beutetiere wie Mäuse oder Ratten als sogenannte paratenische Wirte eine Rolle spielen, ist noch nicht abschließend geklärt – wird aber vermutet. Besonders gefährdet sind Freigängerkatzen, die viel Kontakt zu Erde oder kleinen Wildtieren haben. Aber auch Wohnungskatzen können sich anstecken, wenn infektiöse Larven etwa über Schuhe oder Pflanzenerde ins Haus gelangen.

    Hakenwürmer im Körper der Katze: Entwicklung und Symptome

    Einmal aufgenommen, entwickeln sich die Larven im Dünndarm der Katze zu ausgewachsenen Würmern. Ancylostoma tubaeforme heftet sich mit seinem hakenförmigen Maul an die Darmschleimhaut und saugt Blut, Uncinaria stenocephala ernährt sich eher von Gewebeteilen. Beide verursachen Reizungen, Entzündungen und Gewebeverluste im Darm.

    Wie stark die Symptome ausgeprägt sind, hängt vom Alter, dem Immunsystem und der Anzahl der Würmer ab. Besonders Jungtiere sind anfällig für schwere Krankheitsverläufe.

    Typische Symptome sind:

    • Blutiger oder anhaltender Durchfall
    • Gewichtsverlust
    • Struppiges, glanzloses Fell
    • Aufgeblähter Bauch
    • In schweren Fällen: Blutarmut (Anämie) und Austrocknung

    Gesunde, erwachsene Katzen zeigen bei leichtem Befall oft keine auffälligen Symptome – können aber trotzdem infektiöse Eier ausscheiden und andere Katzen anstecken.

    Hakenwurm Katze
    Bandwurm Katze

    Bandwürmer

    Bandwürmer zählen zu den häufigsten Darmparasiten bei Katzen. Sie parasitieren meist im Dünndarm und verursachen selten schwere Symptome, besitzen aber ein hohes Vermehrungspotenzial über Zwischenwirte wie Flöhe und Nagetiere. Die bedeutendsten Arten bei Katzen sind Taenia taeniaeformis („Katzenbandwurm“), Dipylidium caninum (Gurkenkernbandwurm) und gelegentlich Echinococcus multilocularis.

    Infektionswege: Wie sich Katzen anstecken

    Katzen infizieren sich, wenn sie infizierte Zwischenwirte fressen:

    • Taenia taeniaeformis-Finnen in Mäusen, Ratten, Bisamratten;
    • Floheier, aus denen Dipylidium caninum-Larven entstehen.

    Im Darm entwickeln sich daraus adulte Bandwürmer. Die Wurm-Segmente (Proglottiden) wandern aktiv aus dem After oder werden mit dem Kot ausgeschieden und verteilen sich durch Umweltfaktoren wie Regen oder Insekten. Unter günstigen Bedingungen (kühl & feucht) überdauern die Eier bis zu einem Jahr und können erneut Zwischenwirte infizieren.

    Freigängerkatzen sind durch Jagd auf Beutetiere besonders gefährdet, während Wohnungskatzen vornehmlich durch Flohbefall infizieren können. Europaweite Studien zeigen eine Prävalenz von Dipylidium caninum bei Katzen zwischen 1,8 % und 52,7 % je nach Haltung und Region.

    Bandwürmer im Körper der Katze: Entwicklung und Symptome

    Im Dünndarm entwickeln sich die Bandwürmer: Taenia taeniaeformis kann bis zu 60 cm lang werden und haftet mit Haken und Saugnäpfen an der Darmwand.

    Meist verläuft der Befall symptomlos, mögliche Anzeichen sind:

    • Appetitsteigerung bei Gewichtsverlust;
    • wechselhafte Verdauungsstörungen (z. B. schleimiger Kot);
    • Analjucken durch wandernde Proglottiden („Schlittenfahren“);
    • sichbare Segmente wie „Reiskörner“ im Fell oder auf Decken.

    In seltenen Fällen kann starker Befall zu Darmverschluss führen. Extraintestinale Zystenbildungen sind bei Katzen äußerst selten.

    Lungenwürmer

    Lungenwürmer (Helminthen, die sich außerhalb des Darms aufhalten) besiedeln Atemwege und Lunge von Katzen. Sie gelten als häufig übersehene Endoparasiten, die Atembeschwerden bis hin zu schweren Lungenerkrankungen verursachen können. Besonders Aelurostrongylus abstrusus stellt einen bedeutsamen Lungenwurm bei Katzen dar.

    Verbreitung und Bedeutung von Lungenwürmern

    Der Lungenwurm Aelurostrongylus abstrusus wird in Mitteleuropa zunehmend häufiger festgestellt. In einer Studie lag die serologische Antikörper-Prävalenz bei Katzen bei bis zu 12 %. In anderen Untersuchungen wurden je nach Region 0,5 % bis 6,6 % positiv getesteter Katzen nachgewiesen. Damit zählt A. abstrusus zu den wichtigsten extraintestinalen Parasiten bei Katzen in Europa.

    Infektionsweg: Wie sich Katzen mit Lungenwürmern anstecken

    Die Infektion erfolgt in der Regel über sogenannte Zwischen- oder Transportwirte. Dazu zählen:

    • Schnecken und Nacktschnecken (Zwischenwirte)
    • Vögel, Mäuse, Reptilien (Transportwirte, die Schnecken fressen)

    Frisst eine Katze einen dieser Wirte, gelangen die Larven über den Verdauungstrakt in den Körper. Die Wanderung erfolgt über Blutgefäße zur Lunge, wo sich die adulten Würmer in Bronchiolen und Alveolen ansiedeln. Dort legen sie Eier oder gebären direkt Larven, die abgehustet, abgeschluckt und mit dem Kot ausgeschieden werden – der Infektionszyklus beginnt von Neuem.

    Symptome bei befallenen Katzen

    Einige Tiere zeigen keinerlei klinische Anzeichen. Kommt es jedoch zu einem massiven Befall, können folgende Symptome auftreten:

    • Husten oder rasselnde Atemgeräusche
    • Nasenausfluss
    • Atemnot, Kurzatmigkeit
    • Gewichtsverlust, reduzierte Leistungsfähigkeit

    In schweren Fällen kann die Infektion mit Aelurostrongylus abstrusus zu einer chronisch-entzündlichen Reaktion im Lungengewebe führen, die unbehandelt tödlich verlaufen kann.

    Lungenwurm Katze
    Herzwurm Katze

    Herzwürmer

    Herzwürmer – wissenschaftlich Dirofilaria immitis genannt – sind Fadenwürmer, die über Mückenstiche auf ihre Wirte übertragen werden. Während sie ursprünglich vor allem im Mittelmeerraum vorkamen, zeigen neue Studien, dass die Parasiten zunehmend auch in Mitteleuropa Fuß fassen. Besonders problematisch: Bei Katzen ist die Infektion schwer zu erkennen und kann ohne Behandlung tödlich verlaufen.

    Verbreitung: Auch Deutschland ist betroffen

    Lange galt der Herzwurm als klassischer Mittelmeer-Parasit – doch das hat sich geändert. Der Klimawandel, die zunehmende Urbanisierung und globaler Tierhandel begünstigen seine Ausbreitung. In Deutschland wurden bereits mehrere importierte Fälle von Katzen mit Herzwürmern registriert, insbesondere aus dem Auslandstierschutz. Katzen aus Regionen wie Spanien, Italien, Griechenland oder Rumänien tragen damit ein erhöhtes Risiko in sich.

    Gleichzeitig breiten sich potenzielle Überträgermücken immer weiter aus: Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) wurde bereits in Baden-Württemberg und Thüringen nachgewiesen. Sie ist ein effektiver Vektor für Dirofilaria immitis und damit ein wachsendes Risiko – auch für Katzen, die nie im Ausland waren.

    Übertragung und Entwicklung der Herzwürmer

    Die Infektion beginnt mit dem Stich einer infizierten Stechmücke. Dabei werden sogenannte L3-Larven in die Haut eingebracht. Diese wandern durch das Gewebe, reifen heran und erreichen nach mehreren Wochen über den Blutkreislauf das Herz und die Lungenarterien. Dort wachsen sie zu adulten Würmern heran, die bis zu 30 cm lang werden können.

    Im Gegensatz zum Hund ist die Katze ein sogenannter atypischer Wirt: Nur wenige Larven reifen vollständig heran, was die Erkrankung schwer vorhersehbar macht – die Folgen können jedoch dramatisch sein.

    Symptome der Herzwurmerkrankung bei Katzen

    Die Symptome sind unspezifisch und reichen von mild bis lebensbedrohlich. Häufig beobachtet werden:

    • Husten, Atemnot, Tachypnoe
    • Erbrechen, teils mit Blut
    • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
    • Lethargie bis hin zu plötzlichem Tod

    Eine spezifische Komplikation bei Katzen ist das sogenannte „Heartworm Associated Respiratory Disease“ (HARD) – eine immunvermittelte, akute Entzündung der Lunge, ausgelöst durch absterbende Larven.

    Verlauf und Folgen

    Während beim Hund oft eine große Zahl an adulten Würmern festgestellt wird, genügt bei Katzen oft schon ein einzelner Herzwurm, um schwere Lungenschäden hervorzurufen. Die Würmer siedeln sich meist in den Lungenarterien an, können aber auch ins rechte Herz wandern. Das führt zu Gefäßverengungen, Thrombosen und einer reduzierten Sauerstoffversorgung der Organe.

    Zusätzlich werden durch die absterbenden Parasiten starke Entzündungsreaktionen ausgelöst, die insbesondere das Lungengewebe schädigen. Ein plötzlicher Tod ohne vorherige Symptome ist leider keine Seltenheit.

    Blasenwürmer

    Blasenwürmer wie Capillaria plica (auch Pearsonema plica) und der wesentlich seltener vorkommende Capillaria feliscati gehören zur Familie der Haarwürmer. Sie parasitieren vor allem in der Harnblase, gelegentlich auch in Harnleitern oder dem Nierenbecken von Katzen. Die Prävalenz liegt schätzungsweise zwischen 1 % und 5 % bei Haustieren, bei Wildtieren deutlich höher.

    Übertragung und Entwicklung von Blasenwürmern

    Katzen infizieren sich mit Blasenwürmern meist über den Verzehr infizierter Regenwürmer, in denen die L1-Larven heranreifen. Nach oraler Aufnahme wandern die Larven in den Verdauungstrakt und setzen sich in der Harnblase fest, wo sie zu mehreren Zentimetern langen Würmern heranreifen. Weibchen werden bis ca. 60 mm lang, Männchen sind deutlich kleiner.

    Symptome

    Die meisten Fälle verlaufen symptomlos und werden zufällig entdeckt. Bei symptomatisch infizierten Katzen zeigen sich Zeichen wie:

    • häufiger Harndrang in kleinen Mengen
    • Strangurie (Schmerzhaftes Urinieren)
    • Harnabsatz außerhalb der Katzentoilette
    • Hämaturie (Blut im Urin)

    Seltene, aber ernstere Verläufe können zu Nierenveränderungen einschließlich Amyloidose oder Verlegung der Harnwege führen.

    Blasenwurm Katze
    Peitschenwurm Katze

    Peitschenwürmer

    Peitschenwürmer (Gattung Trichuris) zählen zu den Fadenwürmern (Nematoden), die bei Hunden deutlich häufiger vorkommen als bei Katzen. In Mitteleuropa sind sie bei Katzen eher selten – Trichuris felis wurde bislang nur vereinzelt in Süd- und Osteuropa nachgewiesen. Dennoch sollten diese Parasiten insbesondere bei Auslandstieren oder bei Importen aus südlicheren Regionen in Betracht gezogen werden.

    Biologie und Entwicklung

    Peitschenwürmer siedeln sich im Blinddarm (Caecum) und im Dickdarm an. Charakteristisch ist ihr Aussehen: ein langer, dünner Vorderkörper („Peitschenschnur“) und ein verdicktes Hinterende („Griff“) verleihen ihnen ihr namensgebendes Erscheinungsbild. Die gelbbraunen Eier sind zitronenförmig mit auffälligen Polpfropfen. Die Entwicklung erfolgt direkt: Nach der Aufnahme infektiöser Eier durch das Maul schlüpfen Larven im Dünndarm und siedeln sich später im Dickdarm an. Die Präpatenz (Zeit bis zur Eiausscheidung) beträgt etwa 11 Wochen.

    Vorkommen im deutschsprachigen Raum

    In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Peitschenwürmer bei Katzen bislang nur selten dokumentiert. Eine Untersuchung der Vetmeduni Wien ergab bei Hauskatzen eine Prävalenz von unter 2 % für Fadenwürmer (einschließlich Capillaria und Trichuris).

    Weitere Studien aus der Schweiz bestätigen vereinzelte Funde bei Tierheimkatzen, insbesondere bei Tieren mit unklarem oder ausländischem Herkunftshintergrund.

    Mögliche Symptome

    Ein leichter Befall bleibt meist symptomlos. Bei stärkerem Wurmbefall kann es zu folgenden Beschwerden kommen:

    • Schleimiger oder blutiger Durchfall
    • Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust
    • Tenesmen (Pressen beim Kotabsatz)
    • In seltenen Fällen: Anämie (Blutarmut)

    Diese Symptome ähneln jenen bei anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, weshalb eine korrekte Diagnostik wichtig ist.

    Diagnose von Wurmbefall bei Katzen

    Die zuverlässige Diagnose parasitärer Wurmerkrankungen bei Katzen ist essenziell, um zielgerichtet behandeln und einer Weiterverbreitung vorbeugen zu können. Die meisten Wurmarten lassen sich über die Analyse von Kot- oder Urinproben nachweisen, wobei Art, Nachweismethode und Zeitpunkt eine wichtige Rolle spielen.

    Spulwürmer (Toxocara cati, Toxascaris leonina)

    Der Nachweis erfolgt hauptsächlich durch den mikroskopischen Fund von Spulwurmeiern im Kot. Die sogenannte Flotation ist das Standardverfahren, dabei werden Wurmeier durch spezielle Lösungen aus dem Kot herausgelöst und mikroskopisch untersucht. Die Eiablage beginnt etwa 3 bis 5 Wochen nach Infektion, daher ist eine zu frühe Untersuchung nicht immer aussagekräftig. Wiederholte Kotuntersuchungen über 3 aufeinanderfolgende Tage erhöhen die Diagnosesicherheit.

    Hakenwürmer (Ancylostoma tubaeforme, Uncinaria stenocephala)

    Auch hier erfolgt die Diagnose meist durch Nachweis der charakteristischen Eier im Kot. Die Eier der verschiedenen Hakenwurmarten lassen sich morphologisch jedoch kaum unterscheiden. In Regionen mit hoher Prävalenz, wie Mitteleuropa, empfiehlt sich eine regelmäßige parasitologische Kotuntersuchung – insbesondere bei Freigängern und Tieren mit Jagdkontakt.

    Herzwürmer (Dirofilaria immitis)

    Die Diagnostik ist bei Katzen komplex, da sie oft nur wenige oder gar keine adulten Würmer entwickeln und Mikrofilarien selten im Blut nachweisbar sind. Ein kombinierter Ansatz wird empfohlen, bestehend aus Antigentest (Nachweis von Proteinen weiblicher Würmer), Antikörpertest (früher Infektionskontakt) und bildgebender Diagnostik wie Röntgen oder Ultraschall. Ein negatives Testergebnis schließt eine Infektion nicht sicher aus.

    Blasenwürmer (Capillaria plica / Pearsonema plica)

    Die Diagnose erfolgt über den Nachweis typischer, zitronenförmiger Eier im Urinsediment – häufig ein Zufallsbefund. Die Eier sind mikroskopisch gut von anderen Parasiten zu unterscheiden. Mehrere Proben können nötig sein, da die Eiausscheidung intermittierend erfolgt.

    Peitschenwürmer (Trichuris felis)

    Peitschenwürmer sind bei Katzen in Mitteleuropa selten, können jedoch über charakteristische Eier im Kot nachgewiesen werden. Diese sind dickwandig, symmetrisch und besitzen auffällige Endkappen (Polpfropfen). Auch hier erhöht die Untersuchung über mehrere Tage hinweg die Trefferquote. In tropischen Regionen ist der Befall häufiger.

    Katze Würmer erkennen
    Entwurmung Katze

    Behandlung von Wurmbefall bei Katzen

    Die Behandlung parasitärer Wurminfektionen bei Katzen richtet sich nach der jeweiligen Wurmart, dem Alter und Gesundheitszustand des Tieres und anderen Faktoren. Daneben spielt der Schweregrad des Befalls eine Rolle. Ziel ist es, die Parasiten vollständig aus dem Organismus zu entfernen und die klinischen Symptome zu lindern. Eine tierärztliche Diagnose muss der Therapie stets vorausgehen.

    Wichtig!

    Viele Wurminfektionen zeigen einen Entwicklungszyklus mit mehreren Stadien, in denen die Parasiten nicht empfindlich auf die Therapie ansprechen. Daher ist häufig eine Wiederholungsbehandlung nach zwei bis vier Wochen notwendig, um einen vollständigen Behandlungserfolg sicherzustellen.

    Bitte besprecht den Behandlungsplan individuell mit eurem Tierarzt oder eurer Tierärztin.

    Wichtig im Zusammenhang mit Wurmmitteln für Katzen

    Zugelassene und nachweislich wirksame Präparate zur Entwurmung von Katzen sind in Deutschland verschreibungspflichtig und rechtlich einwandfrei nur in der Tierarztpraxis oder gegen Vorlage eines tierärztlichen Rezepts erhältlich. Deine Katze muss außerdem in der Praxis vorgestellt werden, bevor solche Medikamente herausgegeben werden dürfen. Das ist wichtig, damit Dosierung, Wirkstoffkombination und Behandlungsintervall individuell auf deine Katze abgestimmt und ihr Gesundheitszustand fachgerecht beurteilt werden kann.

    Leider tauchen im Internet – etwa auf Plattformen wie eBay – immer wieder Fälschungen von bekannten Antiparasitika auf. Diese sehen dem Original oft täuschend ähnlich, können jedoch eine ungeeignete Menge an Wirkstoff oder gar keinen Wirkstoff enthalten oder sogar gesundheitsschädliche Substanzen beinhalten. Man spart hier also definitiv am falschen Ende.

    Auch andere im Internet frei verkäufliche „Wurmmittel“ besitzen häufig keine nachgewiesene Wirksamkeit. Manche enthalten zudem pflanzliche Inhaltsstoffe, die für Katzen ungeeignet oder sogar giftig sein können – denn nicht alle Kräuter, die für Menschen oder Hunde unproblematisch sind, werden auch von Katzen vertragen.

    Würmern bei Katzen vorbeugen

    Die wirksamste Maßnahme gegen Wurminfektionen bei Katzen ist die regelmäßige Entwurmung. Da einige Würmer, die bei Katzen vorkommen, auch ein Infektionsrisiko für Menschen darstellen (Zoonose), ist ein verantwortungsvoller Umgang insbesondere in Haushalten mit Kindern, älteren Menschen sowie Menschen oder Tieren, die von einer Immunschwäche betroffen sind, unerlässlich. Die Wurmkur an sich wirkt jedoch nicht vorbeugend, sondern bekämpft nur den aktuellen Befall.

    Empfohlene Entwurmungsintervalle

    Der ESCCAP empfiehlt eine Entwurmung abhängig von den individuellen Lebensumständen der Katze und ihres Personals bei:

    • Freigängern: mindestens alle 3 Monate
    • Wohnungskatzen: mindestens 1 bis 2x pro Jahr

    Ob häufigere Entwurmungen notwendig sind und welches Medikament am besten für eure Katze geeignet ist, besprecht ihr am besten mit der Tierarztpraxis eures Vertrauens. Das kann z. B. bei Flohbefall, Kontakt zu Babys, immungeschwächten Personen/Tieren, Aufenthalt in einer Tierpension, Rohfütterung, bei Katzenwelpen und bei säugenden Katzen der Fall sein.

    Wird die Katze mit BARF gefüttert, sollten Rohfleisch und Innereien vor Fütterung an die Katze mindestens eine Woche bei -20° C tiefgefroren worden sein.

    Regelmäßige Kotuntersuchungen können einzelne Entwurmungen ersetzen, sind aber nur positiv beweisend, d. h. es kann sein, dass in der Kotprobe kein Hinweis auf Würmer gefunden wird, bei der Katze aber dennoch ein Befall vorliegt.

    Gerade bei Freigängern, die Vögel, Mäuse und Co. mit nach Hause bringen und draußen ihr Geschäft verrichten, ist eine regelmäßige Entwurmung daher im Zweifelsfall die sicherere Wahl. 

    Wie oft Katze entwurmen?
    Katzenwürmer für Menschen gefährlich

    Zoonosegefahr für den Menschen durch Würmer

    Wurmbefall betrifft nicht nur die Gesundheit der Katze, sondern kann auch ein Risiko für den Menschen darstellen. Vor allem Kinder, ältere Menschen und immungeschwächte Personen sind gefährdet.

    Spulwürmer: Spulwürmer sind häufige Endoparasiten bei der Katze. Menschen infizieren sich durch die Aufnahme von Eiern aus der Umwelt. Im „Fehlwirt“ Mensch entwickeln sich die Larven nicht zu adulten Würmern, sondern wandern durch Organe und Gewebe. Das führt zu unterschiedlichen Krankheitsbildern (Toxokarosen), von Bauchschmerzen über Lungensymptome bis hin zu Augenschäden (okuläre Larva migrans). In Österreich zeigten serologische Untersuchungen Antikörper bei 27 % der Tierärzte und 44 % der Landwirte – ein Hinweis auf häufigen Kontakt. Für Deutschland wird von mehreren hundert Fällen pro Jahr ausgegangen.

    Hakenwürmer: Diese blutsaugenden Dünndarmparasiten verursachen bei Katzen v. a. Anämien und Durchfälle. Für den Menschen sind die Larven relevant: Sie können über die Haut eindringen, z. B. beim Barfußlaufen auf kontaminierter Erde, und die typische Larva migrans cutanea (Hautmaulwurf) hervorrufen. In seltenen Fällen können sie weiter wandern und Organe befallen.

    Bandwürmer: Der Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum) wird über Flöhe übertragen. Menschen, meist Kinder, können sich z. B. durch das versehentliche Verschlucken von infizierten Flöhen infizieren. Das ist aber recht selten und die Erkrankung verläuft meist mild.Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) stellt dagegen eine erhebliche Gefahr dar. Eine Infektion beim Menschen führt zur alveolären Echinokokkose, die lebensbedrohlich verlaufen kann. Katzen können in seltenen Fällen infektiöse Eier ausscheiden.

    Da Katzen Würmer nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Menschen zu einem relevanten Gesundheitsrisiko machen können, ist es auch zum Eigenschutz und zum Schutz seiner Mitmenschen eine gute Idee, regelmäßige Wurmkuren oder Kotuntersuchungen durchzuführen. Zudem sind regelmäßige Flohprophylaxe und allgemeine Hygienemaßnahmen, wie Händewaschen nach Kontakt zu den Katzen und dem Reinigen der Katzentoiletten, sinnvoll.

    Hausmittel gegen Würmer bei Katzen

    Immer wieder kursieren Empfehlungen zu natürlichen Hausmitteln, die angeblich gegen Würmer bei Katzen helfen sollen. Diese reichen von rohen, geriebenen Karotten und getrockneten Hasenohren, die die Parasiten mechanisch aus dem Darm ‚herausschieben‘ sollen, bis hin zu klein geschnittenen Pferdehaaren, denen nachgesagt wird, dass sie Würmer aufspießen und dadurch unschädlich machen könnten. Für keine dieser Methoden gibt es wissenschaftliche Belege.

    Auch für Pflanzen wie Wermut oder Knoblauch liegen keine gesicherten Daten zur Wirksamkeit bei Katzen vor – im Gegenteil, beide können für die Tiere sogar giftig sein. Ebenso werden immer wieder Kürbiskerne empfohlen, da sie den Inhaltsstoff Cucurbitin enthalten, der angeblich Bandwürmer lähmen soll. Auch hier ist bei Katzen kein Effekt nachgewiesen.

    Da Katzen insgesamt sehr empfindlich auf sekundäre Pflanzenstoffe reagieren, ist bei der Verwendung von Kräutermischungen und ätherischen Ölen grundsätzlich Vorsicht geboten. Ursache ist die sogenannte Glucuronidierungsschwäche: Katzen verfügen nur über eine eingeschränkte Aktivität bestimmter Leberenzyme (UDP-Glucuronyltransferasen) und können viele Pflanzeninhaltsstoffe daher nur unzureichend entgiften. Diese Substanzen können sich im Körper anreichern und bereits in geringen Mengen toxisch wirken.

    Den einzige zuverlässige Methode stellen daher nachweislich wirksame, zugelassene Entwurmungspräparate dar, die individuell angepasst an die Lebensumstände der Katze und auf Basis der Empfehlungen der Tierärztin oder des Tierarztes eingesetzt werden.

    Und last but not least: Nach aktuellem Kenntnisstand haben die in der Tierarztpraxis erhältlichen, zugelassenen Entwurmungsmedikamente keinen langfristig negativen Effekt auf das Darmmikrobiom – Entzündungen durch einen Wurmbefall dagegen durchaus.

    Katze entwurmen ohne Tierarzt
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    Hernandez L. Herzwurmerkrankung bei Katzen in Europa: Die Bedeutung regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen – The Vetiverse unter: https://www.thevetiverse.com/de/neueste/herzwurmerkrankung-bei-katzen-in-europa-die-bedeutung-regelmassiger-vorsorgeuntersuchungen/ (abgerufen am 10.09.2025)

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    Würmer bei Katzen – ESCCAP unter: https://www.esccap.de/parasiten/wuermer/wuermer-bei-katzen/ (abgerufen am 10.09.2025)

     

    Interview: Die Katze und das Herz mit Dr. Kim Hege

    Interview: „Die Katze und das Herz“ mit Dr. Kim Hege

    Herzerkrankungen bei Katzen sind ein ernstes, aber nichtsdestotrotz oft unterschätztes Problem. Ein Thema, bei dem sich viele Fragen stellen und ein Thema, das Angst macht, gerade wenn man sich plötzlich damit konfrontiert sieht, dass der eigene Haustiger eine entsprechende Diagnose erhalten hat.

    Daher freue ich mich sehr, Dr. Kim Hege bei uns im Interview begrüßen zu dürfen, die ich ein wenig zum Thema „Katze und Herz“ löchern durfte und die uns in diesem Rahmen auch ihre neue Online-Akademie vorstellen wird.

    Interview

    Haustiger: Hallo Kim, schön, dass du dir ein wenig Zeit für uns genommen hast! Stell dich doch kurz vor, damit unsere Leser wissen, mit wem sie es zu tun haben.
    Kim Hege mit Holly

    Dr. Kim Hege: Hallo liebe Anika, ich freu mich auch sehr über die Einladung! Ich bin Kim Hege, selbst übermotivierte Tierbesitzerin und Kleintierärztin aus Leidenschaft mit den Schwerpunkten Kardiologie, Augenheilkunde und Innere Medizin.

    Ich lebe mit meinem Mann, unserer Husky-Hündin, drei zahmen Waschbären und zwei Ponys in Hessen und habe gerade Zwangspause vom Praxisalltag, da ich schwanger bin und dadurch leider nicht mehr am Tier arbeiten darf.

    Daher hab ich mich nun einem weiteren Herzensprojekt gewidmet: der Gründung einer Online-Akademie für Tierhalter:innen. So hab ich am 01.01.2025 die Akademie für Tiermedizin-Wissen ins Leben gerufen.

    Haustiger: Herzerkrankungen sind bei Katzen ja leider ein doch recht häufiges Thema. Welche Herzerkrankungen kommen denn bei Katzen am häufigsten vor und sind manche Katzen häufiger davon betroffen als andere? Also bestimmte Rassen z. B.?

    Dr. Kim Hege: Da hast du absolut Recht. Herzerkrankungen sind ein riesiges Problem unserer Hauskatzen, aber glücklicherweise werden wir ja immer schlauer, was dieses Thema betrifft und können immer besser helfen! Die mit Abstand häufigste Herzerkrankung der Katze ist die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine Herzmuskelerkrankung, bei der vor allem die Muskulatur der linken Herzkammer immer dicker wird.

    Es sind zwar viele Rasseprädispositionen beschrieben (z. B. für die Norwegische Waldkatze, BKH und Maine-Coon-Katzen), allerdings fallen in der Praxis auch super viele Europäisch Kurzhaar Katzen damit auf, sodass man sagen muss: die HCM betrifft sie leider alle! Ab einem Alter von > 9 Jahren sind tatsächlich 1/3 aller Katzen mehr oder weniger stark betroffen.

    Haustiger: Man liest und hört ja häufiger, dass Katzen mit fortgeschrittener HCM erst relativ spät in der Tierarztpraxis oder Tierklinik vorgestellt wurden, weil es ihnen plötzlich sehr schlecht ging und vorher nichts aufgefallen war. Auf welche Anzeichen sollte man denn hier achten und diese tierärztlich abklären lassen, um die Herzerkrankung im Idealfall früher zu erkennen und entsprechend reagieren zu können?

    Dr. Kim Hege: Das ist richtig. Leider werden viele Katzen erst als „herzkrank“ diagnostiziert, wenn die Erkrankung schon dekompensiert ist, das heißt wenn z. B. bereits ein Lungenödem (Wasser in der Lunge) entstanden ist und die Katze akut eine schwere Atemnot bekommt. Das liegt daran, dass gerade Herzmuskelerkrankungen häufig eine lange Zeit über absolut gar keine Symptome hervorrufen und selbst bei der jährlichen Impf-Untersuchung nicht auffallen, da in der Hälfte der Fälle nicht einmal ein Herzgeräusch zu hören ist beim Abhören mit dem Stethoskop.

    Eigentlich sollte jede Katze ab einem mittleren Alter (ca. 8 Jahren, Rassekatzen gerne sogar noch früher) jährlich einem Kardiologen / einer Kardiologin zum Herzultraschall vorgestellt werden, da das die einzige Möglichkeit ist, Erkrankungen im Frühstadium bereits zu erkennen.

    Spätestens wenn die eigene Katze sich ungewöhnlich verhält, eine Leistungsschwäche oder gar beschleunigte Atmung zeigt, oder eben doch ein Herzgeräusch auffällt, sollte dies kardiologisch abgeklärt werden!

    Haustiger: Angenommen, ich vermute bei meiner Katze ein Herzproblem. Wie geht es dann weiter? Kann ich das bei meinem Haustierarzt abklären lassen oder sollte ich zum Spezialisten? Welche Untersuchungen sollten nicht fehlen?
    Kim Hege mit schwarzer Katze

    Dr. Kim Hege: Der erste Weg zum Haustierarzt ist immer schon eine super Idee! Es kann dort zum Beispiel ein Screening mithilfe eines kardialen Biomarkers im Blut durchgeführt werden, der – sollte er niedrig sein – eine schwere Herzerkrankung schonmal ausschließen kann.

    Außerdem sollte die Katze natürlich gut abgehört werden, da man beim Abhören oft bereits erste Hinweise auf eine Herzerkrankung finden kann (Herzgeräusch, Galopprhythmus, Rhythmusstörungen).

    Optimal ist jedoch natürlich immer die Abklärung durch einen Spezialisten / eine Spezialistin, denn nur ein Herzultraschall kann eine klare Diagnose liefern.

    Oder eben beruhigende Gewissheit darüber geben, dass alles in bester Ordnung ist.

    Haustiger: Die gewählten Medikamentenkombinationen bei HCM z. B. sind ja immer individuell auf den jeweiligen Katzenpatienten abgestimmt. Kannst du vielleicht trotzdem kurz allgemein erklären, welche Medikamente hier in der Regel eingesetzt werden und was man damit jeweils erreichen möchte?

    Dr. Kim Hege:Tatsächlich sind die wichtigsten Säulen der Therapie einer herzkranken Katze ab einem gewissen Stadium Medikamente, die eine Thrombose verhindern sollen (Gerinnungshemmer) und Entwässerungsmittel (Diuretika).

    Da wir leider noch keine Medikamente zur Verfügung haben, die die Ursache bekämpfen (im Falle einer HCM z. B. die Herzmuskelverdickung), müssen wir uns auf Symptomtherapie beschränken und versuchen, Symptome und Komplikationen zu vermeiden.

    In einigen Fällen können auch Medikamente zum Einsatz kommen, die die Herzfrequenz senken (z. B. Betablocker), oder eine vorliegende Rhythmusstörung bekämpfen sollen (andere Antiarrhythmika).

    Zudem werden gelegentlich Medikamente eingesetzt, die die Blutgefäße weitstellen und den Blutdruck etwas senken, um die Kraft, die das Herz bei jedem Schlag aufwenden muss, zu reduzieren (z. B. ACE-Hemmer). Man muss nur ehrlicherweise ganz klar sagen, dass es studientechnisch zum aktuellen Zeitpunkt keine Beweise dafür gibt, dass Betablocker oder ACE-Hemmer die Erkrankung aufhalten, oder gar im Frühstadium schon irgendwie helfen!

    Auch Pumpkraftstärker können im Endstadium sinnvoll sein, oder natürlich bei Intensivpatienten auch eine Therapie mit Sauerstoff.

    Haustiger: Wie ist das denn, wenn die herzkranke Katze in Narkose muss (z. B. für eine Zahnsanierung)? Geht das überhaupt? Wenn ja, auf was sollte man hier als Tierbesitzer achten? Welche „Sicherheitsmaßnahmen“ sollten auf jeden Fall gegeben sein?
    Tierärztin Kim Hege mit Katze in der Praxis

    Dr. Kim Hege: Eine Narkose ist auch bei einer herzkranken Katze gut machbar, solange gewisse Sicherheitsstandards erfüllt sind.

    Erstens muss beim Herzpatienten auf bestimmte Medikamente verzichtet werden (das ist dann der Job der gut ausgebildeten Anästhesist:innen) und die Infusionstherapie sollte der Herzerkrankung angepasst (meist etwas reduziert) werden. Die Atemwege müssen mit einem Tubus gesichert sein und die Katze braucht in jedem Fall einen venösen Zugang! Eine rein intramuskuläre Narkose (die klassische Spritze in den Po) ist nicht geeignet.
    Die Narkose muss zudem von entsprechend geschultem Personal kontinuierlich überwacht werden. Wichtige Parameter hierbei sind unter anderem der Blutdruck, die Herzfrequenz, das EKG, die Pulsoxymetrie (O2-Überwachung), die Kapnographie (CO2-Überwachung) und die Überwachung der Temperatur.

    Am besten fragt man in der Tierarztpraxis des Vertrauens einfach mal nach, wie die Narkose dort standardmäßig abläuft. „Green flags“ sind hierbei immer, wenn ein Kollege / eine Kollegin nur für die Anästhesie zuständig ist, immer ein Venenzugang geschoben und intubiert wird und eine ausführliche Narkoseüberwachung erfolgt.

    Haustiger: Kann man den Katzen bei bestehender Herzproblematik neben den verordneten Medikamenten und Kontrolluntersuchungen zusätzlich noch etwas Gutes tun? Zum Beispiel durch Nahrungsergänzungsmittel?

    Dr. Kim Hege: Es gibt neben den klassischen Medikamenten verschiedenste „Kardio-Futter“ im Handel und Nahrungsergänzungsmittel, die zum Beispiel aus Taurin, Carnitin und Omega-3- & -6-Fettsäuren bestehen, die alle eine einen kardioprotektiven, also das Herz schützenden Effekt haben sollen.

    Bei der Fütterung der herzkranken Katze sollte zudem immer auf Schmackhaftigkeit und die Deckung des individuellen Kalorien-Bedarfs geachtet werden, da gerade Katzen im Endstadium der Erkrankung sehr dazu neigen, Gewicht zu verlieren. Außerdem sollte immer unbedingt Kalium substituiert werden, wenn ein Mangel besteht. Diesen Mangel kann man im Blut feststellen.

    Ganz wichtig: Einer herzkranken Katze soll es gut gehen 😊. Sie darf ihren Hobbys nachgehen, ganz viel betüddelt werden und auch gerne ein ausgeklügeltes Enrichment erfahren, um ihr das bestmögliche Leben zu bescheren. Zudem hilft frühzeitiges Medical Training enorm dabei, einer Katze Medikamente zu verabreichen, sodass dieses immer eine wichtige Säule der Therapie einer jeglichen Erkrankung bei der Katze darstellt!

    Haustiger: Im Idealfall erkennt man gesundheitliche Probleme ja, bevor die Katze Symptome zeigt. Welche Vorsorgeuntersuchungen machen in Bezug auf das Herz bei der Katze Sinn und in welchem Alter und in welchen Abständen? Wie aussagekräftig sind die kardialen Biomarker, die man bei der jährlichen Blutuntersuchung mit bestimmen lassen kann?
    Kim Hege mit Katze auf dem Behandlungstisch.

    Dr. Kim Hege: Die klassische Vorsorgeuntersuchung im Sinne von klinischer Allgemeinuntersuchung (angucken, abtasten und abhören lassen durch die Tierärztin) kann schon erste Hinweise liefern.

    Im Blut darf gerne auch auf Schilddrüsen- und Nierenwerte geachtet werden, da Erkrankungen dieser beiden Organsysteme Auswirkungen auf die Herzgesundheit haben.

    Zudem sollte bei Katzen > 8 Jahren unbedingt eine halbjährliche Blutdruckmessung erfolgen, um einen Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen und therapieren zu können. Nicht umsonst nennt man den Bluthochdruck auch den „Silent Killer“ der Katze, denn meist bemerkt man diesen erst, wenn sogenannte Endorgan-Schäden auftreten, also z. B. eine schwere Schädigung des Herzens oder der Netzhaut der Katze durch einen chronischen Bluthochdruck.

    Ersteres kann gerade in Kombination mit einer bestehenden Herzmuskelerkrankung bis zum Herzversagen führen, zweiteres zur akuten Erblindung.

    Als kardialen Biomarker lässt sich NT-proBNP zum Screening durchaus empfehlen. Katzen mit sehr niedrigen Spiegeln haben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine klinisch relevante Herzerkrankung.

    Bei erhöhten Werten muss dann aber immer der Herzultraschall erfolgen, um die Erkrankung zu bestätigen oder näher zu charakterisieren.

    Haustiger: Gerade, wenn man das erste Mal mit HCM bei der Katze zu tun hat oder auch mit einer anderen Herzerkrankung, hat man ja in der Regel viele Fragen. Viel mehr, als wir hier in diesem Interview abarbeiten können. Aber wie wir mitbekommen haben, bietest du ja speziell zur HCM bei der Katze einen Online-Kurs an. Magst du den Kurs vielleicht an dieser Stelle kurz vorstellen?
    Dr. Kim Hege:Nichts lieber als das 😉. Der Kurs besteht aus intensiven Selbstlern-Online-Lektionen, an die sich ein 90-minütiges Webinar anschließt, das man flexibel zu jeder Tages- & Nachtzeit anschauen kann.

    Das Modul „Herzmuskelerkrankungen bei der Katze“ widmet sich, wie der Name schon sagt, nicht nur der HCM, sondern auch anderen, etwas selteneren Herzmuskelerkrankungen und beschäftigt sich breitgefächert und anhand von Praxis-Beispielen mit Ursachen, Entstehungsmechanismen, Diagnostik, Therapie und Prognose, sodass am Ende eigentlich keine Fragen mehr offen sein sollten.

    Und wenn doch, dann darf man sich jederzeit per Mail melden!

    Haustiger: Deine Akademie für Tiermedizin-Wissen ist ja noch ganz neu. Was gibt es da neben deinem HCM-Kurs denn sonst noch so und auf was kann man sich gegebenenfalls noch freuen?
    Logo der Akademie für Tiermedizin-Wissen

    Dr. Kim Hege: Aktuell online (und für Katzenbesitzer:innen relevant) sind bereits Module zu Herzerkrankungen, Tumorerkrankungen, Blasenentzündung und Harnsteinen und der Pankreatitis bei Katzen. Nächste Woche wird noch ein Modul zur akuten und chronischen Nierenerkrankung folgen und für die nächsten Monate ist auch noch ganz viel geplant!

    Ziel der Akademie ist es, sämtliche relevanten Kleintier-Erkrankungen langfristig abzudecken und für eine größtmögliche Besitzer:innen-Information zu sorgen. Vor allem hab ich auch einige richtig coole Gastdozent:innen rekrutiert, auf die ich mich selbst total freue.

    Neueste Infos zum „Lehrplan“ gibt’s dann immer ganz frisch und aktuell auf der Homepage oder im Newsletter.

    Ich freu mich sehr auf alle Teilnehmenden und hoffe, wir können alle viel voneinander lernen!

    Haustiger: Na, bestimmt. Liebe Kim, herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung der vielen neugierigen Fragen!

    Und wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, werft doch mal einen Blick in die Akademie und bucht den ein oder anderen Kurs. Auslernen tut man ja schließlich nie. Und/oder ihr folgt Kim auf Instagram und erfreut euch an viel Wissenswertem aus der Welt der Tiermedizin (und an Waschbär-Content natürlich. 😉.)

    Alle verwendeten Fotos: © Kim Hege – www.tiermedizin-wissen.de

    Käfigruhe bei Katzen: Tipps und Informationen

    Rehabilitation

    Käfigruhe bei Katzen: Das ist zu beachten

    Käfigruhe bei Katzen ist ein entscheidender Faktor für die Genesung der Katze nach Verletzungen, Operationen oder schweren Krankheiten. Auch unsere Cara musste nach einer Patellaluxation und zugehöriger Operation für mehrere Wochen Käfigruhe halten. Nicht einfach für eine junge, lebhafte Katze. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, um den Aufenthalt im Käfig für die Haustiger so angenehm wie möglich zu gestalten.

    Einige davon sowie Tipps für das notwendige Zubehör (Käfig etc.) habe ich hier für euch zusammengestellt.

    Gründe, warum Käfigruhe für Katzen notwendig werden kann

    Käfigruhe wird immer dann notwendig, wenn sich die Katze für eine bestmögliche Genesung so wenig wie möglich bewegen soll. Häufig ist das nach Operationen (z. B. am Bewegungsapparat) und Verletzungen wie z. B. Frakturen (Knochenbrüchen) der Fall. Diese Käfigruhe muss unbedingt eingehalten werden, um das Risiko für Komplikationen zu minimieren und den Heilungsprozess zu unterstützen. Leider kann man Katzen nicht erklären, dass sie sich schonen sollen, so dass an der Unterbringung im Käfig manchmal kein Weg vorbeiführt.

    Ein anderer Grund ist Quarantäne. Die isolierte Unterbringung ermöglicht eine genaue Überwachung und Behandlung der Tiere und kann insbesondere im Tierschutz andere Tiere schützen und das Risiko für die Ausbreitung von Infektionen verringern. Häufig bleibt hier im Tierschutz nur der Käfig, da bei der Vielzahl an Tieren, die untergebracht werden müssen, nicht immer für jede Katze ein eigener Raum oder eine separate Pflegestelle zur Verfügung gestellt werden kann.

    Auch beim vorübergehenden stationären Aufenthalt in der Tierklinik oder Tierarztpraxis müssen die Haustiger vorübergehend auf begrenztem Raum verweilen, bis sie sich soweit erholt haben, dass sie wieder ins eigene Zuhause entlassen werden können. Wie sowas auf Station in der Tierklinik / Tierarztpraxis „in katzenfreundlich“ aussehen kann, könnt ihr euch z. B. bei Schlievet ansehen.

    Wir konzentrieren uns hier eher auf die Käfigruhe im eigenen Zuhause, aber die vorgestellte Ausstattung gibt bereits einige Anregungen für eine katzenfreundliche Gestaltung.

    In allen Fällen gilt, dass die Katzen so kurz wie möglich, aber so lange wie nötig im Käfig verbleiben müssen und dass der Aufenthalt natürlich so angenehm und stressfrei gestaltet werden sollte, wie es irgendwie realisierbar ist.

    Teiler Käfigruhe

    Den richtigen Käfig finden

    Damit der eigene Haustiger für die Zeit der Käfigruhe gut untergebracht ist, braucht es natürlich erst einmal einen passenden „Katzenknast“. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, von denen jede verschiedene Vor- und Nachteile bietet.

    Hundekäfig

    Hundekäfige gibt es in verschiedenen Größen und sind eigentlich für die vorübergehende Unterbringung der Vierbeiner gedacht (Achtung für Hundehalter: TierSchHuV beachten!). Diese Zimmerkäfige können für die Käfigruhe gut zweckentfremdet werden.

    Hundekäfig für die Käfigruhe

    Vorteile:

    • stabil
    • passende Größe und hoch genug, um sich mit in den Käfig setzen zu können
    • gute Durchlüftung und Belichtung
    • leicht zu reinigen und zu desinfizieren
    • kann platzsparend aufbewahrt werden
    • Näpfe können am Gitter befestigt werden

    Nachteile:

    • vergleichsweise teuer
    • schwer
    • relativ laut, wenn die Katze am Gitter Terror macht

    Playpens für Welpen / Stoffkäfige / große Hundeboxen

    Neben Gitterkäfigen hält der Fachhandel auch verschiedene Varianten aus Stoff zur zeitweisen Unterbringung von Hunden bereit. Auch diese können theoretisch verwendet werden.

    Mauri mit Playpen

    Vorteile:

    • leicht
    • günstiger als Gitterkäfige
    • ausreichende Größe
    • wirken gemütlicher / mehr Sichtschutz für die Katze
    • können platzsparend aufbewahrt werden
    • Hundeboxen lassen sich gut an andere Orte bewegen, wenn nötig

    Nachteile:

    • schlecht zu reinigen und zu desinfizieren
    • geringe Stabilität (Playpens fallen in sich zusammen, wenn Mitkatzen auf die Abdeckung springen)
    • schlechte Belichtung / relativ dunkel → auch problematisch, wenn man die Katze in der Box behandeln muss (z. B. Medikamente verabreichen, Verbandswechsel)
    • schlechtere Durchlüftung
    • können zerstört werden, wenn sie von der Katze mit den Krallen bearbeitet werden (Ausbruchsgefahr)
    • Reißverschlüsse können geöffnet werden (Ausbruchsgefahr)

    Kleintiergehege, Kaninchenkäfige etc.

    Auch Kleintiergehege können für die Käfigruhe verwendet werden. Hier kommt es sehr auf die Ausführung an, was etwa Größe und Stabilität angeht. Wirklich stabile Lösungen sind teuer. Eine Bodenplatte ist zudem oft nicht vorhanden, da die Gehege für den Außenbereich konzipiert sind, was die Reinigung erschweren kann.

    Kaninchen im Käfig

    Handelsübliche Kaninchenkäfige sind eher als Notlösung anzusehen (z.B. bis ein passender Käfig bestellt und geliefert ist). Die langgestreckte Form und die begrenzte Größe ermöglichen keine katzenfreundliche Einrichtung, die bei einem ausschließlichen Aufenthalt im Käfig über mehrere Wochen definitiv gegeben sein sollte. (Für Kaninchen sind die Käfige auch nicht geeignet.)

    Haustiger-Empfehlung!

    Hundekäfige bieten die meisten Vorteile.

    Hier hat der zoomundo XXL Hundekäfig* sehr gute Dienste geleistet.

    Teiler

    Der richtige Standort des Käfigs

    Damit sich die Katze im Käfig auch gut erholen kann und der Aufenthalt so angenehm wie möglich gestaltet wird, ist natürlich auch der Standort des Käfigs von großer Bedeutung. Bei der Wahl des Standorts sollten mehrere Faktoren berücksichtigt werden.

    ⇒Was immer gegeben sein sollte: Der Käfig sollte an einem ruhigen und geschützten Platz mit natürlichen Lichtverhältnissen stehen, an dem zwar eine gute Luftzirkulation gewährleistet wird, aber die Katze während der Käfigruhe keiner Zugluft ausgesetzt ist. Die Temperatur muss stabil und angenehm sein. Ein Standort mit direkter Sonneneinstrahlung oder direkt am Heizkörper ist ungeeignet.

    Wichtig: Denkt bei der Wahl des Standorts immer daran, dass die Katze den Ort nicht verlassen kann! Standorte mit „Geruchsbelästigung“ oder hoher Lärmbelastung sind daher ebenfalls nicht geeignet.

    Natürlich muss der Standort außerdem sicher sein und der Bereich um den Käfig herum, sollte gut zu reinigen sein. Wo es passt, kann auch ein erhöhter Standort sinnvoll sein.

    ⇒ Was man individuell bedenken muss: Katzen sind Individuen. Während die eine Katze nur zur Ruhe kommt, wenn sie allein ist, braucht die andere trotz Käfig den durchgehenden Kontakt zu ihren Artgenossen und genießt das Beobachten des Alltags.
    Hier muss man ein wenig schauen, ob man als Standort eher ein Zimmer wählt, indem der Haustiger seine Ruhe hat oder ob man den Käfig etwa direkt im Wohnzimmer platziert. 1Stella J, Croney C. Coping Styles in the Domestic Cat (Felis silvestris catus) and Implications for Cat Welfare. Animals (Basel). 2019 Jun 18;9(6):370. doi: 10.3390/ani9060370. PMID: 31216726; PMCID: PMC6616962.

    Bei Katzen, die gerade in Quarantäne sitzen, und/oder durch Menschen oder andere Tiere gestresst sind, muss der Kontakt zu Artgenossen natürlich vermieden werden. In diesem Fall ist ein separates Zimmer mit geschlossener Tür immer der Ort der Wahl!

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    Einrichtung des Käfigs

    Die Käfigeinrichtung muss zum einen funktional sein und zum anderen möglichst viel Komfort für die Katze bieten.
    Folgende Ausstattung sollte auf jeden Fall vorhanden sein:

    o gemütlicher Schlafplatz (ggf. Höhle)
    o Katzentoilette mit staubarmer Streu (ggf. mit erniedrigtem Einstieg)
    o Wassernapf
    o Futternapf

    Ergänzen kann man diese Must-Haves ggf. um einen Sichtschutz und / oder eine geschlossene Abdeckung (Versteckmöglichkeit für die Katze), saugfähige Unterlagen* und wechselndes Beschäftigungsmaterial. Neigt der Haustiger dazu, die Näpfe umzustoßen, können Näpfe zum Aufhängen* eine gute Alternative sein. Leider hat man im Käfig nur sehr begrenzte Möglichkeiten, Wasser- und Futternapf sowie Katzentoilette getrennt voneinander aufzustellen. Versucht hier einfach, zumindest zwischen Katzenklo und Futterplatz so viel Abstand wie möglich zu lassen.

    Die Geschäfte der Katze sollten so oft und so schnell wie möglich aus der Katzentoilette entfernt werden.

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    Beschäftigungsideen während der Käfigruhe

    Allein im Käfig zu sitzen, ist für Katzen natürlich nicht sonderlich spannend. Um zumindest geistige Auslastung zu bieten, wenn schon keine körperliche möglich ist, sollte der Stubentiger – je nach Gesundheitszustand – Beschäftigungsmöglichkeiten bekommen.

    Die Tipps sind vorwiegend für Katzen in der Familie gedacht, die nach einer OP oder Verletzung Käfigruhe halten müssen. Vieles gilt aber auch für Pfleglinge in Quarantäne etc. Hier muss man einfach individuell abwägen, wie zutraulich oder scheu die Katze ist, welche Krankheiten ggf. vorliegen und was in welcher Form gut umsetzbar ist.

    Einige Ideen für die Beschäftigung allein

    o Katzen-TV (Möglichkeiten zum Beobachten)
    o Activity Feeding
    o Katzengras
    o Intelligenzspielzeug
    o Erkundungsspielzeug (z. B. ungefährliche Naturmaterialien)
    Am besten werden die Spielzeuge zur Vermeidung von Langeweile regelmäßig gewechselt und natürlich müssen sie bei KäfigRUHE so gewählt werden, dass sie die Katze nicht zum Toben im Käfig animieren.

    Einige Ideen für die Beschäftigung mit dem Menschen

    o Clickertraining
    o Medical Training
    o Pattern Games
    o Leckerli verstecken (z. B. unter einer Decke)
    o Interaktion
    o Nasenarbeit
    o Matching-Übungen

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    Entspannung und Beruhigung

    Der zwangsweise Aufenthalt im Käfig ist für die Katze in erster Linie eines: Stress. Allerdings ist Stress weder für die Genesung förderlich noch für das allgemeine Wohlbefinden. Im schlimmsten Fall kann er sogar für schwerwiegendere physische und psychische Probleme sorgen. Man tut daher gut daran, die Käfigruhe so stressfrei wie möglich zu gestalten. Daher auch hierzu einige Ansätze.

    Feste Routinen

    Katzen sind „Gewohnheitstiere“ und bevorzugen in der Regel einen gleichbleibenden Tagesablauf, der regelmäßige Zeiten für die Futtergabe, Spielzeiten usw. mit einschließt. Feste Routinen vermitteln der Katze Sicherheit und Stabilität, was wiederum Wohlbefinden fördert und Stress reduziert.

    Rückzugsmöglichkeiten

    Ein großes Problem für die Katze im Käfig ist es, dass sie keine Möglichkeit hat, aus der Situation zu entkommen. Umso wichtiger ist es, dass sie zumindest innerhalb des Käfigs die Möglichkeit hat, sich zurückzuziehen. Hier können ein Sichtschutz, eine Abdeckung von oben oder eine Höhle mehr Sicherheit verleihen und Stress reduzieren (Luftzirkulation dabei im Blick behalten).

    TLC – Tender, Love and Care

    Mindestens so wichtig wie die tiermedizinische Versorgung ist die Zuwendung, Fürsorge und liebevolle Pflege durch die Bezugsperson(en) für die Genesung und das physische und psychische Wohlbefinden. Mit der Katze Zeit zu verbringen, mit ihr zu reden, ihr ggf. vorzulesen, sie zu bürsten und ihr auch körperliche Nähe zu ermöglichen, wenn sie das möchte, sind alles Dinge, die dem Stubentiger den Aufenthalt im „Knast“ erleichtern können. Kann man gerade nicht bei der Katze sein, können etwa auch ein Wärmekissen oder ein Stofftier (ggf. mit Herzschlag)* Geborgenheit, Vertrautheit und Wohlgefühl vermitteln. Ersetzen können sie die persönliche Zuwendung allerdings nicht.

    Häufig wird auch empfohlen, Gegenstände mit dem eigenen Geruch (z. B. ein getragenes T-Shirt) im Käfig zu platzieren, um Stress bei der Katze zu reduzieren. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass dies sogar den Trennungsstress verstärken kann.
    Im Rahmen einer Untersuchung, die sich mit den Auswirkungen der Anwesenheit und des Geruchs des Besitzers auf die Stressresilienz von Katzen beschäftigte, zeigte sich, dass der Secure Base Effect (SBE), also die Fähigkeit von Menschen und Tieren, die Anwesenheit einer vertrauten Person oder eines vertrauten Reizes als „Quelle des Trostes“ zu nutzen, bei fast der Hälfte der Katzen im Versuch durch die Anwesenheit der menschlichen Bezugsperson auslösbar war. Durch die Präsentation eines Gegenstandes mit dem vertrauten Geruch konnte der Effekt nicht ausgelöst werden. Teilweise wurden dadurch sogar vermehrt Stressanzeichen gezeigt (z. B. vermehrtes Miauen). 2Alexandra C. Behnke, Kristyn R. Vitale, Monique A.R. Udell, The effect of owner presence and scent on stress resilience in cats, Applied Animal Behaviour Science, Volume 243, 2021,105444, ISSN 0168-1591,https://doi.org/10.1016/j.applanim.2021.105444.

    Entspannungsmusik

    Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass geeignete Musik zur Stressreduktion von Katzen in Käfigunterbringung beitragen kann. 3Paz JE, da Costa FV, Nunes LN, Monteiro ER, Jung J. Evaluation of music therapy to reduce stress in hospitalized cats. J Feline Med Surg. 2022 Oct;24(10):1046-1052. doi: 10.1177/1098612X211066484. Epub 2021 Dec 20. PMID: 34930057; PMCID: PMC10812302. 4Hampton A, Ford A, Cox RE 3rd, Liu CC, Koh R. Effects of music on behavior and physiological stress response of domestic cats in a veterinary clinic. J Feline Med Surg. 2020 Feb;22(2):122-128. doi: 10.1177/1098612X19828131. Epub 2019 Feb 12. PMID: 30744475; PMCID: PMC10814571. Hier gibt es spezielle Entspannungsmusik für Katzen (u. a. auf YouTube), mit der man arbeiten kann. Viele Katzen werden auch bei sanfter Klaviermusik (z. B. von Yiruma) ruhiger. Zudem wäre auch die Verwendung eines Tierentspannungs-Trainers wie dem RelaxoPet Pro* denkbar.

    Hier habe ich noch ein paar Spotify-Playlists für euch:

    Pheromone

    Der Geruchssinn von Katzen ist gut ausgeprägt. Die Tiere orientieren sich mithilfe von Gerüchen und kommunizieren auch olfaktorisch. Von einigen der Pheromone, mit denen Katzen innerartlich kommunizieren, sind im Handel synthetisch hergestellte Varianten verfügbar. Das sind Produkte wie Feliway® oder Felifriend®. Das Produkt Feliway®* kopiert hierbei die F3-Fraktion feliner Gesichtspheromone, die im Normalfall von der Katze über spezielle Drüsen im Augen- und Backenbereich abgegeben werden. Die Haustiger markieren damit ihre Umgebung und fühlen sich in der Regel sicherer, wenn die Umgebung nach ihren eigenen Pheromonen riecht. 5Pheromone und Gerüche. In: Schneider B, Döring D, Ketter D, Hrsg. Kleintiere stressarm behandeln. 2. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2018. Und auch wenn die Studienlage hier nicht ganz eindeutig zu sein scheint, was die Wirksamkeit der genannten Produkte angeht, kann man sich auch diese Produkte zunutze machen, um die Katze zu unterstützen. 6Pereira JS, Fragoso S, Beck A, Lavigne S, Varejão AS, da Graça Pereira G. Improving the feline veterinary consultation: the usefulness of Feliway spray in reducing cats‘ stress. J Feline Med Surg. 2016 Dec;18(12):959-964. doi: 10.1177/1098612X15599420. Epub 2015 Aug 17. PMID: 26282847; PMCID: PMC11112237.

    TTouch – Tellington TTouch

    Mithilfe der Tellington-Methode kann durch gezielte hebende, kreisende und streichende Bewegungen der Finger und Hände Stress bei der Katze reduziert und die Genesung gefördert werden. Entsprechend kann man mit TTouches auch Katzen in Käfigruhe etwas Gutes tun. Zusätzlich ist je nach Fall die Verwendung von Tellington-Körperbändern möglich. Kurse zur Methode werden u. a. regelmäßig von Daniela Zurr angeboten.

    Nahrungsergänzungsmittel

    In Absprache mit dem Tierarzt / der Tierärztin kann die Katze zusätzlich mit Nahrungsergänzungsmitteln unterstützt werden. Denkbar ist hier z. B. die Nutzung von L-Theanin, einer Aminosäure, die aus grünem Tee extrahiert wird und einen entspannenden und angstlösenden Effekt hat. L-Theanin ist z. B. in Anxitane* enthalten. Eine weitere Alternative ist das im Nahrungsergänzungsmittel Zylkene* enthaltene Alpha-Casozepin. 7Fan Z, Bian Z, Huang H, Liu T, Ren R, Chen X, Zhang X, Wang Y, Deng B, Zhang L. Dietary Strategies for Relieving Stress in Pet Dogs and Cats. Antioxidants (Basel). 2023 Feb 21;12(3):545. doi: 10.3390/antiox12030545. PMID: 36978793; PMCID: PMC10045725. Zudem ist es bei Stress immer eine gute Idee, dem Mikrobiom etwas Gutes zu tun (dazu im Abschnitt „Ernährung“ genauer).

    Ernährung

    Auch bei der Ernährung finden die Besonderheiten der Käfigruhe am besten Berücksichtigung. Die folgenden Punkte gelten so grundsätzlich auch für alle anderen Katzen, sollen hier aber dennoch noch einmal explizit erwähnt werden:

    o Angepasster Energiegehalt: Katzen in Käfigruhe bewegen sich zwangsläufig weniger. Entsprechend kann das bisherige Futter in der gewohnten Menge zu energiereich sein. Zudem ist es möglich, dass die Tiere im Käfig weniger oder mehr fressen. Es ist daher wichtig, die Kalorienzufuhr zu überwachen und die Futtermenge / den Energiegehalt entsprechend anzupassen, sollte die Katze zu- oder abnehmen.

    o Regelmäßige Fütterungszeiten und mehrere, kleine Mahlzeiten: Wie bereits erwähnt schätzen Katzen feste Routinen. Das gilt auch für die Fütterungszeiten. Besser verträglich, näher an der natürlichen Nahrungsaufnahme und im Käfig auch als Abwechslung nützlich, ist die Gabe von mehreren, kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt. Die Mahlzeiten können – soweit im jeweiligen Fall sinnvoll – zumindest teilweise im Rahmen von Activity Feeding gereicht werden, um der Katze eine Beschäftigungsmöglichkeit zu bieten.

    o Bedarfsdeckende Ernährung: Ist der Haustiger im Käfig eingesperrt, tut einem dieser natürlich leid und so kommt es häufig vor, dass mit Leckerlis nicht gegeizt wird. Diese sind jedoch in der Regel nicht bedarfsdeckend. Besser ist es, hier mit einem Alleinfuttermittel (z. B. hochwertigem Trockenfutter) zu arbeiten. Alles, was zusätzlich gegeben wird, bringt zudem natürlich zusätzliche Kalorien und muss in die Gesamtfuttermenge einberechnet werden. In Absprache mit dem (Fach-)tierarzt / der (Fach-)tierärztin kann die Nahrung ggf. um geeignete Nahrungsergänzungsmittel/Supplemente (z. B. Vitamin-B-Komplex) ergänzt werden.

    o Mikrobiom „füttern“: Angst und Stress können die Funktion des Darmmikrobioms negativ beeinflussen. Daneben kann die Diversität des intestinalen Mikrobioms durch die Gabe von Medikamenten (v. a. Antibiotika) leiden. Andersherum gibt es Hinweise darauf, dass das Mikrobiom nicht nur durch Stress beeinflusst wird, sondern dass es selbst auch Einfluss auf Stressreaktionen hat (Stichwort: gut-brain axis). 8Saar, R., & Dodd, S. (2023). Small animal microbiomes and nutrition (S. 65-67). Newark: John Wiley & Sons, Incorporated. Man tut daher gut daran, immer – und damit auch während der Käfigruhe – ans Mikrobiom zu denken und diesem etwas Gutes zu tun. SivoMixx wäre hier etwa ein Probiotikum, mit dem man gut arbeiten könnte. Daneben gibt es aber noch verschiedene andere Prä-/Probiotika bzw. Synbiotika, die geeignet sind. Jedoch ist nicht alles, was im Handel so erhältlich ist, auch wirklich gut. Sprecht am besten euren Tierarzt / eure Tierärztin darauf an und die Gabe ab.

    o Zugang zu Futter und Wasser sicherstellen: Im Käfig ist der Platz begrenzt und so kommt es häufig vor, dass Wassernäpfe im Eifer des Gefechts umgestoßen und/oder Näpfe etwa durch Katzenstreu oder Futter verschmutzt werden. Was hier helfen kann, sind Näpfe, die man in den Käfig einhängen kann. Gegebenenfalls muss auch sichergestellt werden, dass Mitkatzen das Futter nicht durch die Gitterstäbe aus dem Napf angeln können.

    Ideal ist ein auf die individuelle Katze und die Situation zugeschnittener Futterplan, der die Besonderheiten während der Käfigruhe berücksichtigt. Einen solchen Plan könnt ihr euch von einer Fachtierärztin / einem Fachtierarzt für Tierernährung und Diätetik erstellen lassen.

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    Mögliche Probleme während der Käfigruhe

    Die Käfigruhe ist für die Katze (und ihre Menschen) eine Ausnahmesituation und kann mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen verbunden sein. Man versucht hier natürlich am besten, das Risiko für diese von Vornherein soweit möglich zu minimieren. Es ist aber dennoch wichtig, die Probleme auf dem Schirm zu haben und die Katzen gut zu beobachten.

    Katze im Käfig

    Einige häufige Probleme:

    o Langeweile und/oder Stress: kann sich z. B. in Aggressivität, übermäßigem Miauen, Angst, Depression, Appetitlosigkeit oder Rückzug äußern.

    o Verdauungsstörungen: Käfigruhe bedeutet Stress und mangelnde Bewegung. Beides kann zu Problemen führen (Durchfall, Verstopfung) Kotabsatz (Konsistenz, Häufigkeit, …) beobachten.

    o Gewichtszunahme / Gewichtsabnahme: Reduzierte oder vermehrte Futteraufnahme können zu einer Gewichtsabnahme bzw. Gewichtszunahme führen Katze regelmäßig wiegen und Futter ggf. entsprechend anpassen. Deine Katze frisst im Käfig nicht oder zu wenig? Hier findest du Tipps zum Päppeln.

    o Verlust von Muskelmasse und Beweglichkeit: Der längere Aufenthalt im Käfig sorgt zwangsläufig für den Abbau von Muskelmasse. Hier kann man in Absprache mit dem Tierarzt / der Tierärztin und/oder einem Physiotherapeuten / Physiotherapeutin ggf. durch passive Bewegungsübungen etc. entgegenwirken

    o Harnwegsprobleme: Bewegungsmangel und Stress können die Entwicklung von Harnwegsproblemen fördern Urinabsatz beobachten

    o Haut- und Fellprobleme: Stress kann sich auch auf Haut und Fell auswirken. Zum Beispiel dann, wenn sich die Katze übermäßig putzt.

    o Medizinische Komplikationen: Im Zusammenhang mit dem „Grund“ für die Käfigruhe kann es zu medizinischen Komplikationen kommen, z. B. kann sich die Wunde entzünden Wundheilung beobachten (z. B. auf Entzündungsanzeichen achten) und auf Schmerzanzeichen achten. Für letzteres könnt ihr die Feline Grimace Scale nutzen.

    WICHTIG!

    Zögert nicht, zeitnah euren Tierarzt / eure Tierärztin zu konsultieren, sollte euch etwas auffallen oder Sorgen bereiten. Umso besser und schneller kann man eurer Katze helfen.

    Haltet euch an die tierärztlichen Vorgaben, was die Dauer der Käfigruhe und etwaige Hilfsmittel (z. B. Halskragen) angeht. Alles andere erhöht nur das Risiko für Komplikationen und verlängert im schlimmsten Fall den Aufenthalt im Käfig und/oder macht vielleicht sogar eine (weitere) OP erforderlich.

    Eine Katze, die so massive Stressanzeichen zeigt, wie vorhergehend beschrieben, braucht Hilfe. Hier kann euch ein Tierarzt / eine Tierärztin mit Spezialisierung auf Verhaltensmedizin unterstützen. Eine Liste findet ihr bei der GTVMT .

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    Vorbereiten für den Ernstfall: Katze an den Käfig gewöhnen

    Medical Training ist eine tolle Sache und immer zu empfehlen. Im Rahmen dessen kann man (bei geplanten Operationen oder auch generell) die Katzen bereits vorab an den Käfig gewöhnen. Was den Aufbau angeht, könnt ihr euch hier beim Transportkorbtraining inspirieren lassen. Hier findet ihr einen Kurs dazu.

    Auch Halskragen, Body, freiwillige Tablettengaben, Kooperation während der Wundkontrolle und vieles mehr lassen sich im Rahmen von Medical Training trainieren. Am besten von Beginn an, bevor die Notwendigkeit besteht. Erleichtert einem das Leben ungemein.

    WICHTIG: Die Unterbringung im Käfig ist (auch, wenn die Katze daran gewöhnt ist) nur aus medizinisch notwendigen Gründen über den notwendigen Zeitraum akzeptabel!

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    Zum Mitnehmen

    Hier findet ihr die wesentlichen Punkte des Artikels noch einmal komprimiert in einer PDF. Darf bei Bedarf in der vorliegenden Form (sprich mit Quellenangabe und Link zum Artikel, erst nach Download / Drucken sichtbar) gerne genutzt und weitergegeben werden.

    Käfigruhe bei Katzen: Tipps und Informationen (PDF mit den wichtigsten Punkten)

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    Katzenkrankenversicherungen im Überblick (Update 2026)

    Vorsorge

    Krankenversicherung für die Katze - ein umfassender Überblick

    In der Tiermedizin ist heute vieles möglich, was in der Humanmedizin schon längst Standard ist. Und will man seiner Katze die bestmögliche Behandlung ermöglichen, dann hat das natürlich seinen Preis. Aber auch Standardangelegenheiten wie etwa die jährliche Impfung oder Vorsorgeuntersuchung sind spätestens seit der berechtigten Erhöhung der GOT im November 2022 teurer geworden. Man tut daher gut daran, seine Tiere möglichst frühzeitig finanziell abzusichern, so dass man sich – sollten höhere Tierarztkosten anfallen – keine Sorgen um die Bezahlung der notwendigen Behandlung machen muss. Eine Möglichkeit hierfür ist eine Tierversicherung.

    Katze mit Geld Tierversicherung

    Bei der Krankenversicherung für das eigene Tier ist es jedoch oft schwer, sich im Dschungel der Tierversicherungen zurechtzufinden, zu beurteilen, ob die Vorurteile Versicherungen betreffend berechtigt sind und die richtige Krankenversicherung für die eigene Katze auszuwählen.

    Direkt zum Versicherungsvergleich springen.

    Ich habe mich daher für euch einmal durch den Versicherungsdschungel gekämpft und versucht, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

    Tierversicherung für die Katze – wie muss man sich das vorstellen?

    Eine Krankenversicherung für die Katze ist im Prinzip ähnlich aufgebaut wie eine private Krankenversicherung für den Menschen. Ihr zahlt einen monatlichen Beitrag (der ggf. auch vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich abgebucht werden kann) und könnt dann nach einem Tierarztbesuch eure Rechnung bei der Tierversicherung einreichen. Im Idealfall bekommt ihr dann je nach gewähltem Tarif den ganzen oder einen Teil des Rechnungsbetrags erstattet (darauf gehen wir im Folgenden noch genauer ein). Teilweise ist auch eine direkte Abrechnung mit dem Tierarzt möglich.

    Ob euer Tier für eine Aufnahme in die Versicherung in Frage kommt, ist eine Frage verschiedener Kriterien, die im Endeffekt damit zu tun haben, wie hoch die Tierversicherung das Risiko einschätzt, dass euer Tier höhere Kosten verursachen könnte. Ausschlusskriterien können hier einmal das Alter und einmal verschiedene Vorerkrankungen sein.

    Teilweise ist – abhängig von der jeweiligen Versicherungsgesellschaft – der Abschluss der Versicherung trotz einer bestehenden (chronischen) Erkrankung möglich. Alle Kosten, die Vorerkrankung betreffend, werden dann aber ausgeschlossen.

    Auch bei der Berechnung des monatlichen Versicherungsbeitrags werden Risiken wie etwa das Alter, die Rasse, der Wohnort oder bestimmte Voraussetzungen, etwa ob die Katze Stubentiger oder Freigänger ist, mit berücksichtigt. Umso höher das Erkrankungs- / Unfallrisiko, umso höher ist in der Regel der Beitrag für die Tierversicherung.

    Am günstigsten und sinnvollsten ist es daher, die Katze nach Möglichkeit zu versichern, so lange sie noch jung ist und bevor irgendwelche Erkrankungen aufgetreten sind.

    Reicht eine OP-Versicherung aus oder ist eine Vollversicherung besser?

    Geld sparen statt Tierversicherung

    Bild von Alexa auf Pixabay

    Beim Abschluss einer Krankenversicherung für die Katze bleibt häufig die Frage, ob sich die Versicherung denn auch lohnen wird oder ob das Geld verschwendet ist, weil man eventuell mehr Geld einzahlt, als man herausbekommt. Oder es besteht die Sorge, dass das Versicherungsunternehmen die Tierversicherung kündigt, nachdem höhere Kosten entstanden sind und dass man dann ohne Absicherung dasteht.

    Beides sind mehr oder weniger begründete Sorgen. Zu sagen ist dazu, dass man bei einer Tierversicherung immer nur das RISIKO versichern kann, dass die eigene Katze erkrankt oder verunfallt. Bleibt die Katze weitestgehend gesund (was ja wünschenswert ist), kann es passieren, dass sich die Versicherung nicht “gelohnt” hat. (Interessanterweise wird diese Diskussion bei anderen Versicherungen wie etwa der Haftpflicht- oder einer Brandschutzversicherung nicht halb so vehement geführt, wie bei der Tierkrankenversicherung, obwohl beim Tier die Gefahr deutlich höher ist, dass das versicherte Risiko eintritt.)

    Ein Katzenkonto einzurichten und darauf Monat für Monat einen bestimmten Betrag einzuzahlen, ist natürlich auch eine Möglichkeit. Zu bedenken ist jedoch, dass man – geht es um höhere Tierarztrechnungen – den Betrag erst einmal angespart haben muss und das gegebenenfalls mehrmals, wenn wiederholt Tierarztbesuche notwendig werden sollten.

    Eine einfache Rechnung:

    Eine Krankenvollversicherung für Katzen kostet pro Monat etwa zwischen 30 und 50 Euro. Legt ihr jetzt beispielsweise 40 Euro monatlich auf ein Katzenkonto zurück, habt ihr nach 3 Monaten 120 Euro, nach 6 Monaten 240 Euro und nach einem Jahr 480 Euro angespart. Vorausgesetzt, ihr habt euer Katzenkonto noch nicht beanspruchen müssen.

    Das ist nicht viel und wird nicht einmal für eine halbwegs aufwändige Behandlung nach einem Unfall oder im Rahmen einer Erkrankung reichen. Insbesondere dann nicht, wenn vielleicht auch noch eine Operation, höherpreisigere Diagnostik oder auch nur wiederholte Besuche notwendig sind.

    Die Tierversicherung springt nach Ablauf der Wartezeit direkt ein, oft unabhängig davon, wie viel ihr bis zu diesem Zeitpunkt eingezahlt habt (manche Versicherer staffeln hier und haben z. B. in den ersten beiden Jahren eine niedrigere Deckungssumme, die aber auch noch höher ist, als der im Beispiel genannte, angesparte Betrag).

    Wenn ihr demnach auf ein Katzenkonto anstelle einer Tierversicherung setzen wollt oder müsst, ist es sinnvoll, einen fixen Betrag als Grundabsicherung auf der hohen Kante zu haben (min. 3000 Euro pro Katze) und dann erst weiter anzusparen.

    Hinweis: Eine Grundabsicherung ist auch bei abgeschlossener Versicherung sinnvoll,…

    … da ihr beim Tierarzt in der Regel in Vorleistung gehen müsst (also ihr zahlt die Tierarztrechnung selbst und fordert dann die Erstattung bei der Versicherung an), …

    … da nicht alles zwangsläufig übernommen wird (z. B. Pflegemittel oder Spezialfutter) …

    …und da es trotz allem immer passieren kann, dass euch das Versicherungsunternehmen nach einem Leistungsfall oder bei Ende der Vertragslaufzeit kündigt oder das Versicherungsunternehmen vom Markt verschwindet und vielleicht kein gleichwertiger Abschluss bei einem anderen Unternehmen mehr möglich.

    Ratenzahlung ist bei vielen Tierärzten nicht mehr möglich, da es leider nicht allzu selten vorkommt, dass die verbleibenden Raten von Tierbesitzern nicht bezahlt werden, so dass der Tierarzt / die Tierklinik auf den Kosten sitzen bleibt. Traurig für diejenigen, die zuverlässig zahlen würden, aber absolut verständlich.

    Wichtige Kriterien beim Versicherungsvergleich und ihre Definition

    Tierversicherungen vergleichen

    Bild von Fathromi Ramdlon auf Pixabay

    Bevor wir uns die einzelnen Versicherer und ihre Angebote im Detail ansehen, haben wir hier für euch noch einige wichtige Kriterien aufgelistet, die beim Versicherungsvergleich von wesentlicher Bedeutung sind.

    Altersbegrenzung: Viele Anbieter von Krankenversicherungen für Katzen haben eine Altersbegrenzung, was die Aufnahme von Tieren angeht, und nehmen zum Beispiel nur Katzen bis zu einem Alter von 7 Jahren in die Tierversicherung auf. Dabei zählt in der Regel das abgeschlossene Lebensjahr, d. h. die Aufnahme ist bei “bis zu einem Alter von 7 Jahren” bis einen Tag vor dem 8. Geburtstag möglich.

    Wichtig ist dabei zu wissen, dass sich die Altersbegrenzung auf die Neuaufnahme von Katzen bei der jeweiligen Versicherung bezieht. Versicherte Tiere bleiben versichert und werden NICHT aus der Tierversicherung geworfen, wenn sie das angegebene Alter erreicht haben.

    Ausschluss / Ausschlüsse: Ausschlüsse umfassen alle Leistungen, die von der jeweiligen Versicherung nicht übernommen werden. Einige davon werden generell nicht übernommen (z. B. Zahnbehandlungen oder Vorsorgeuntersuchungen bei manchen Versicherern), andere können individuell für euer Tier gelten. Wenn euer Tier eine Vorerkrankung (z. B. Epilepsie) hat, kann es sein, dass ihr eure Katze zwar versichern könnt, sämtliche Kosten für Maßnahmen, Medikamente usw. die mit der Vorerkrankung in Verbindung stehen, aber nicht von der Tierversicherung übernommen werden. Es kommt auch vor, dass spezielle Leistungen (z. B. MRT oder CT) nur bis zu einem gewissen Betrag übernommen werden und der Mehrbetrag selbst getragen werden muss.

    WICHTIG: Hier unbedingt die Versicherungsbedingungen (“das böse Kleingedruckte”) genau lesen und auf den exakten Wortlaut achten und nicht nur die Tarifübersicht. Schützt im Zweifelsfall vor unliebsamen Überraschungen.

    Deckungssumme pro Jahr / Jahreshöchstgrenze: Die Deckungssumme pro Jahr sagt aus, bis zu welchem Betrag pro Jahr Tierarztrechnungen übernommen werden und bezieht sich auf alle Rechnungen in diesem Jahr insgesamt. Verursacht euer Tier in diesem Jahr mehr als die vereinbarte Deckungssumme, müsst ihr den Mehrbetrag selbst zahlen. Viele Versicherer bieten hier unterschiedliche Tarife mit verschiedenen Deckungssummen an, die von einem festen Betrag (z. B. 2.000 Euro pro Jahr) bis hin zu “unbegrenzt” reichen können. Je höher die Deckungssumme, desto teurer ist in der Regel die Versicherung, dafür habt ihr aber auch mehr Schutz, sollten teurere Behandlungen anfallen.

    Tierversicherung Katze

    Bild von Kanashi auf Pixabay

    Gesundheitsfragen: Wollt ihr eine Krankenvollversicherung oder OP-Versicherung für eure Katze abschließen, müsst ihr auf der Website des jeweiligen Anbieters in der Regel einen Fragebogen ausfüllen, in dem ihr Informationen zur Katze wie z. B. das Alter und die Rasse und zu euch als potentiellem Versicherungsnehmer angeben müsst. Dabei wird im Rahmen von so genannten “vorvertraglichen Gesundheitsfragen” oftmals auch abgefragt, ob euer Tier Vorerkrankungen hat und es müssen vorhergehende Tierarztbesuche und ggf. Operationen angegeben werden. Auf Basis dieser Angaben wird dann entschieden, ob euer Tier für eine Versicherung in Frage kommt und ob es Ausschlüsse gibt. Bei Bedarf werden weitere Informationen (z. B. die Krankenakte) nachgefordert, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

    Manche Anbieter werben damit, dass es keine “vorvertraglichen Gesundheitsfragen” gibt. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass es auch keine Ausschlüsse gibt, sondern es kann gut sein, dass die Daten dann beim Einreichen der ersten (höheren) Rechnung nachgefordert und Ausschlüsse ausgesprochen werden.

    Tipp: Es ist sehr zu empfehlen, die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß zu beantworten und möglichst nichts zu vergessen.

    Erkundigt euch dazu im Zweifelsfall vor Abschluss bei eurem Tierarzt, was genau in der Akte steht, damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt, sollte die Krankenakte angefordert werden.

    Auch eine (schriftliche) Rückfrage beim Versicherungsunternehmen, wenn ihr Zweifel habt, was ihr wie angeben müsst, schadet nicht.

    GOT-Satz: Die Abrechnung beim Tierarzt unterliegt der Gebührenordnung für Tierärzte, kurz GOT. Die aktuelle Gebührenordnung ist hier einsehbar. Abgerechnet werden kann je nach Zeitaufwand, Schwierigkeitsgrad, örtlichen Gegebenheiten, Spezialisierung, Zeitpunkt der Behandlung (Stichwort Notdienst) etc. grundsätzlich der einfache bis vierfache Satz. Am sichersten fährt man, wenn die Versicherung die Tierarztkosten bis zum vierfachen Satz der GOT inklusive Notdienstgebühr erstattet.

    Karenzzeit / Wartezeit: Nach Abschluss einer Versicherung müsst ihr bei den meisten Versicherern einige Wochen oder Monate warten, bis Rechnungen eingereicht werden können. Diese Zeit nennt man Karenzzeit oder Wartezeit. Treten in dieser Zeit Erkrankungen auf, kann es passieren, dass diese bzw. die Folgen der Erkrankung in Zukunft ausgeschlossen werden. Häufig ist die Wartezeit gestaffelt, d. h. Unfälle und Vorsorgemaßnahmen sind z. B. bereits nach 48 Stunden versichert, Krankheiten nach einem Monat und Operationen nach drei Monaten.

    Kündigung / Kündigungsfrist: Der Begriff an sich ist eigentlich selbsterklärend. Wichtig sind hier die Voraussetzungen, unter denen die Versicherungsgesellschaft (und auch ihr selbst) kündigen könnt. Der Fall tritt grundsätzlich immer zum Ende der Vertragslaufzeit (meist ein Jahr, manchmal auch drei oder fünf Jahre) ein und meist haben beide Parteien auch nach einem abgeschlossenen Leistungsfall die Möglichkeit zu kündigen.

    Einige Anbieter von Tierversicherungen werben hier damit, dass sie nach einem Leistungsfall nicht kündigen. Das bedeutet, dass sie euch den Vertrag nach Einreichen eines (womöglich teuren) Leistungsfalls nicht direkt kündigen (können), bedeutet aber nicht, dass sie gar nicht kündigen. Spätestens zum Laufzeitende kann euer Vertrag trotzdem gekündigt werden. Wichtig ist hier, was im Vertrag / in den Versicherungsbedingungen steht.

    Achtung: Ein Kündigungsgrund von Seiten des Anbieters der Krankenversicherung für die Katze ist immer das Tätigen falscher Angaben oder das Verschweigen wesentlicher Informationen (Vorerkrankungen, vorangegangene OPs etc.). Daher besser bei der Wahrheit bleiben.

    Notfall Tierversicherung

    Bild von Alexa auf Pixabay

    Notdienst(regelung): Auch hier ist der Begriff klar. Hat man einen Notfall und muss den Notdienst aufsuchen, kann es schnell teuer werden. Hier muss zum einen die Notdienstgebühr beglichen werden und zum anderen fällt meist ein höherer Satz an als in der regulären Sprechstunde. Im Idealfall sollten Tierarztkosten daher bis zum vierfachen Satz (inkl. Notdienstgebühr) erstattet werden.

    Zu beachten ist, was zu Tierarztbesuchen im Notdienst genau in den Versicherungsbedingungen steht. So ist bei einigen Versicherungen aufgeführt, dass der Tierarzt bestätigen muss, dass der Besuch im Notdienst notwendig war. Das macht insofern Sinn, als dass es Tierhalter ausbremst, die auf die Idee kommen, am Samstag zum Krallenschneiden den Notdienst aufzusuchen, weil es da halt gut in den Terminkalender passt (ja, solche Knaller gibt es).

    Allerdings ist in manchen Versicherungsbedingungen die Angabe zu finden, dass “Gebühren außerhalb der normalen Sprechzeiten nur übernommen werden, wenn der behandelnde Tierarzt bestätigt, dass eine spätere Behandlung zu den üblichen Öffnungszeiten das Leben des Tieres ernsthaft gefährdet hätte”.

    Jetzt ist aber manches, was ein Fall für den Notdienst ist, nicht zwangsläufig direkt lebensgefährlich, jedoch mit Leiden und möglichem Schaden für das betreffende Tier verbunden und gehört trotzdem umgehend behandelt (z. B. Augenverletzungen). Daher tut man auch hier gut daran, die Versicherungsbedingungen genau zu lesen, ggf. zu hinterfragen (am besten schriftlich) und nicht nur auf die Angaben auf der Website zu vertrauen.

    Rabatt: Manche Versicherungsunternehmen bieten Rabatte an, wenn ihr mehrere Tiere dort versichern lasst oder den Vertrag über eine längere Laufzeit abschließt. Zudem gibt es auch immer wieder Rabattaktionen, die man bei Abschluss nutzen kann, um ein wenig Geld zu sparen. Lasst euch aber von Rabatten nicht blenden und seht euch Preise und Leistungen genau an.

    Selbstbehalt: Der Selbstbehalt ist der Betrag pro Jahr, den ihr ggf. selbst tragen müsst, bevor euch die Versicherung Tierarztkosten erstattet. Teilweise ist hier ein fester Betrag als fixer Selbstbehalt angegeben (z. B. 110 Euro). In diesem Fall reicht ihr eure Rechnungen ganz normal bei der Tierversicherung ein, ihr bekommt aber erst eine Erstattung, wenn euer Selbstbehalt ausgeschöpft ist.

    Das heißt, bei einem Selbstbehalt von 110 Euro reicht ihr eure Rechnungen von Anfang an ein, ihr bekommt aber erst eine Erstattung, wenn insgesamt ein Betrag von 110 Euro zusammengekommen ist. Das kann über mehrere kleinere Rechnungen oder auch über eine größere Rechnung sein.

    Habt ihr beispielsweise eine Rechnung über 510 Euro und in diesem Jahr noch nichts eingereicht, zieht die Versicherung die 110 Euro Selbstbehalt ab und ihr bekommt (bei einem Tarif mit 100 %) 400 Euro erstattet (vorausgesetzt, alles ist erstattungsfähig). Bei den folgenden Rechnungen in diesem Jahr wird dann kein Selbstbehalt mehr abgezogen.

    Teilweise ist es auch so, dass die Versicherung Tierarztrechnungen generell nur bis zu einem gewissen Prozentsatz, z. B. 90 %, erstattet. Das heißt, ihr zahlt, wenn wir beim genannten Beispiel bleiben, z. B. von jeder eingereichten Tierarztrechnung immer 10 Prozent selbst. Einige Tierversicherungen bieten hier verschiedene Tarife an und ihr könnt euch den Tarif mit dem für euch am besten passenden Selbstbehalt wählen.

    Umso höher der Selbstbehalt, umso geringer ist in der Regel der monatliche Versicherungsbeitrag.

    Tierarzt Tierversicherung

    Bild von Jossué Trejo auf Pixabay


    Vorerkrankung/en:
    Unter Vorerkrankungen versteht man Krankheiten (ggf. auch angeborene Fehlbildungen usw.), die bereits vor Versicherungsbeginn bestanden. Bei einigen Versicherern sind Vorerkrankungen ein generelles Ausschlusskriterium, bei anderen ist eine Versicherung möglich, die Kosten für Behandlungen, die Vorerkrankung/en betreffend, werden in der Regel aber nicht übernommen.

    Aber auch hier gibt es Unterschiede. Während einige Versicherungsunternehmen sämtliche Tierarztbesuche von Beginn an prüfen, müssen bei anderen nur Tierarztbesuche der letzten 12 Monate angegeben werden. War die Katze also zum Beispiel in einem Alter von 6 Monaten schwerer erkrankt und soll erst mit 3 Jahren versichert werden, fällt die damalige Erkrankung nicht mehr ins Gewicht, vorausgesetzt, dass in den 12 Monaten vor Versicherungsbeginn keine Behandlungen notwendig waren, die mit der damaligen Erkrankung in Verbindung stehen.

    Definitiv ins Reich der Mythen und Legenden einzuordnen ist die häufig getätigte Aussage, dass Katzen mit Vorerkrankungen überhaupt nicht versicherbar wären oder nur zu hohen Preisen.

    Vorsorge: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig und Aussagen wie “Meine Katze war noch nie beim Tierarzt” mit Sicherheit kein Qualitätsmerkmal für die Haltung. Versicherungstechnisch ist es so, dass Vorsorgemaßnahmen leider in der Regel nicht oder zumindest nicht komplett übernommen werden.

    Teilweise gibt es ein jährliches “Vorsorgebudget” (meist zwischen 50 und 100 Euro), das für Vorsorgemaßnahmen ausgegeben werden kann. Teilweise wird Vorsorge zwar bezahlt, es sind aber nur bestimmte Behandlungen (meist notwendige Impfungen, teilweise auch Parasitenprophylaxe) mit eingeschlossen. Maßnahmen ohne Indikation, wie jährliche Blutuntersuchungen, ggf. Herzschall usw. können über das Budget theoretisch finanziert werden, allerdings kommt man da mit dem Betrag nicht weit. Teilweise werden Routineuntersuchungen auch bezahlt, auch hier lohnt ein Versicherungsvergleich.

    Zudem gilt “Alter” teilweise als Indikation für Vorsorgeuntersuchungen, auch da lohnt es, genau zu lesen und bei den Versicherungen ggf. auch direkt schriftlich nachzufragen (letzteres schadet sowieso nie).

    Zähne: Probleme mit den Zähnen (insbesondere bedingt durch FORL) sind bei Katzen leider sehr häufig und eine ordentliche Abklärung und Behandlung (inkl. Dentalröntgen, modernem Narkosemanagement etc.) mit Kosten im hohen dreistelligen bis vierstelligen Bereich verbunden. Und das häufig mehrmals, da in der Regel in der jeweiligen Sitzung nur betroffene Zähne gezogen werden.

    Es ist daher von Vorteil, wenn diese Kosten von der Versicherung übernommen werden. Allerdings werden Zähne (oder speziell FORL) von einigen Versicherungsanbietern grundsätzlich ausgeschlossen oder nur bis zu einem bestimmten Betrag pro Jahr übernommen. Manchmal muss der Zahnbaustein auch optional zugebucht werden.

    Auch hier gilt es, gründlich zu lesen und zu vergleichen und vor allem seine Tiere frühzeitig zu versichern. Ist schon FORL aufgetreten bzw. ist der Verdacht in der Krankenakte vermerkt und es steht die Abklärung an, ist es nicht möglich, die Katze noch eben schnell zu versichern, damit die Rechnung über die Versicherung bezahlt werden kann.

    Zähne Katze FORL Tierversicherung

    Bild von photosforyou auf Pixabay

    (Hinweis am Rande, weil wichtig: Werden euch deutlich günstigere Preise angeboten, fragt bitte genau nach, welche Leistungen dafür erbracht werden. Gute tierärztliche Behandlung kostet. Wird die Maßnahme deutlich günstiger angeboten, werden irgendwo Abstriche gemacht und es wird z. B. kein Dentalröntgen durchgeführt. Ohne Dentalröntgen kann aber nicht sichergestellt werden, dass wirklich alle betroffenen Zähne entfernt und keine Wurzelreste im Maul verblieben sind.)

    23 Katzenversicherungen im Überblick

    Bild von Free Photos auf Pixabay

    Einige Informationen vorab: Die Daten zu den einzelnen Tierversicherungen sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen worden und dienen als grober Überblick. Da sich Bedingungen verändern können (und auch mir Fehler passieren können), seht euch die Leistungen und Bedingungen bitte vor Abschluss direkt auf der Website des jeweiligen Versicherers an (jeweils verlinkt). Sollten euch Fehler auffallen oder wisst ihr von Änderungen, freue ich mich über eine Nachricht. (Die Anbieter sind alphabetisch sortiert, wenn die Notdienstgebühr explizit angegeben wurde, wurde sie mit aufgeführt.)

    Auf die Angabe von Preisen wurde in diesem Überblick ganz bewusst verzichtet, um eine reine Vorauswahl nach den vermeintlich günstigsten Preisen zu vermeiden. Zum einen können diese je nach Alter, Rasse, Wohnort, Art der Haltung usw. extrem variieren und zum anderen ist nicht jedes Angebot, das auf den ersten Blick günstig erscheint, auch wirklich gut. Wichtig ist die Leistung, die man für den jeweiligen Preis bekommt. Ihr könnt euch die Preise aber problemlos individuell auf der Website des jeweiligen Anbieters für eure Katze/n berechnen lassen.

    Wichtig: Wenn Tiere mit Vorerkrankungen aufgenommen werden, heißt das nicht, dass die Kosten für die Behandlung der Vorerkrankungen bezahlt werden. Diese Vorerkrankungen werden ausgeschlossen, die Katze an sich ist aber dennoch versicherbar.

    Tierversicherungen mit A

    Agila

    Alter: ab 8 Wochen bis 9 Jahre (bis zum 10. Geburtstag)
    Erstattung: 100 % möglich (je nach gewähltem Tarif), max. 80 % ab dem 8. Geburtstag der Katez
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: OP unbegrenzt möglich, je nach gewähltem Tarif
    GOT-Satz: bis 4-fach + Notdienstgebühr
    Wartezeit: Krankheit: 30 Tage; Vorsorge + Unfall: ohne Wartezeit, 6 Monate für bestimmte Erkrankungen z. B. Allergien
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: zubuchbar
    Tiere mit Vorerkrankungen: nein
    Zähne: ja (zubuchbar)
    Rabatt bei mehreren Tieren: nein

    Agria

    Alter: ab 6 Wochen
    Erstattung: max. 90 % (je nach gewähltem Tarif)
    Fixer Selbstbehalt: 60 o. 110 Euro (je nach gewähltem Tarif)
    Deckungssumme / Jahr: bis max. 6000 Euro Jahr (je nach gewähltem Tarif) + max. 2000 Euro für Medikamente und Rehabilitation
    GOT-Satz: bis 4-fach + Notdienstgebühr
    Wartezeit: Krankheit: 20 Tage; Unfall: keine
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: nein
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja: traumatische Frakturen; nein: Zahnreinigung, FORL, Parodontitis, lose Zähne, Zahnkronen
    Rabatt bei mehreren Tieren: ja

    arag

    Alter: 12 Wochen bis 6 Jahre
    Erstattung: 100 % möglich (je nach gewähltem Tarif)
    Fixer Selbstbehalt: je nach gewähltem Tarfi; 0, 150 oder 250 € / Versicherungsjahr wählbar.
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich (je nach gewähltem Tarif)
    GOT-Satz: bis 4-fach + Notdienstgebühr
    Wartezeit: Krankheit: 1 Monat
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: ja, max. 150 Euro / Jahr
    Tiere mit Vorerkrankungen: bedingt möglich
    Zähne: ja (optional zubuchbar)
    Rabatt bei mehreren Tieren: nein

    Allianz

    Alter: ab 8 Wochen
    Erstattung: 100 % möglich
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: OP unbegrenzt möglich (je nach gewähltem Tarif), ambulante und stationäre Behandlung bis max. 5000 Euro.
    GOT-Satz: bis 4-fach + Notdienstgebühr
    Wartezeit: Krankheit: 3 Monate, Unfall: keine
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: ja, max. 100 Euro / Jahr
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja
    Rabatt bei mehreren Tieren: ja

    Tierversicherungen mit B

    Barkibu

    Alter: 8 Wochen bis 10 Jahre
    Erstattung: 80 % (ohne Jahreslimit) oder bis zu 5000 € pro Jahr
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich (dann aber max. 80 %)
    GOT-Satz: 3-fach; im Notdienst: 4-fach + Notdienstgebühr
    Wartezeit: Krankheit: 28 Tage, Unfall: 5 Tage
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: ja (Impfungen, 1 jährliche Vorsorgeuntersuchung (ohne diagnostische Tests, z. B. Blutbild)
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja: nach Unfall; sonst nein
    Rabatt bei mehreren Tieren: ja

    Barmenia

    Alter: 8 Wochen bis 5 Jahre
    Erstattung: 100 % möglich
    Fixer Selbstbehalt: nein (kann aber optional gewählt werden)
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich
    GOT-Satz: 3-fach, im Notdienst: 4-fach + Notdienstgebühr
    Wartezeit: 30 Tage (längere Wartezeiten für bestimmte Erkrankungen)
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: ja (bis max. 100 Euro / Jahr, je nach gewähltem Tarif)
    Tiere mit Vorerkrankungen: ggf. individuell je nach Fall → Kontakt mit der Versicherung aufnehmen
    Zähne: bis 500 Euro / Jahr (je nach gewähltem Tarif)
    Rabatt bei mehreren Tieren: nein

    Cleos Welt

    Alter:  ab 8 Wochen bis 7 Jahre
    Erstattung:  unbegrenzt möglich
    Fixer Selbstbehalt:  nein
    Deckungssumme / Jahr:  unbegrenzt möglich
    GOT-Satz:  bis 4-fach (inkl. Notdienstgebühr)
    Wartezeit:  30 Tage, Unfälle: keine
    Leistungen:  Tarifübersicht
    Vorsorge:  max. 150 €/Jahr
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne:  ja
    Rabatt bei mehreren Tieren:  k. A.

    Tierversicherungen mit D

    da direkt

    Alter: ab 8 Wochen bis 8 Jahre
    Erstattung: 100 % möglich (ggf. geringere Erstattung, wenn digitale Erstberatung durch Videosprechstunde im Vorfeld nicht genutzt wird, je nach gewähltem Tarif)
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: im 1. Jahr: max. 500/1000/1500 Euro (je nach Tarif),  ab dem 2. Jahr: unbegrenzt
    GOT-Satz: bis 4-fach (+ Notdienstgebühr)
    Wartezeit: keine
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: ja, max. 120 Euro
    Tiere mit Vorerkrankungen: nein
    Zähne: ja (mit Einschränkungen)
    Rabatt bei mehreren Tieren: nein

    dalma

    Alter: 8 Wochen bis 9 Jahre
    Erstattung: bis 100 % (je nach gewähltem Tarif)
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich
    GOT-Satz: bis 4-fach (+ Notdienstgebühr)
    Wartezeit: OP: 14 Tage; Unfall: 2 Tage; Krankheit: 30 Tage; rassespezifische Erkrankungen: 12 Monate
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: ja, max. 100 Euro / Jahr
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja (mit Einschränkungen)
    Rabatt bei mehreren Tieren: ja

     

    Figo (ehemals Petplan)

    Alter: ab 7 Wochen
    Erstattung: max. 90 % (je nach gewähltem Tarif)
    Fixer Selbstbehalt: optional (wahlweise 100, 250 oder 500 Euro)
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich
    GOT-Satz: bis 4-fach (+ Notdienstgebühr)
    Wartezeit: Unfälle: 2 Tage; Krankheit: 30 Tage
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: ja, max. 75 Euro pro Jahr
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja (mit Zusatzbaustein “Gebiss” max. 500 Euro / Jahr)
    Rabatt bei mehreren Tieren: ja

    Tierversicherung mit G

    GHV

    Alter: 8 Wochen bis 10 Jahre
    Erstattung: max. 90 % (je nach gewähltem Tarif)
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich
    GOT-Satz: bis 3-fach (bis 4-fach bei Notfällen im Tarif „Premium“)
    Wartezeit: Krankheit: 1 Monat o. 3 Monate (je nach gewähltem Tarif); Unfall / Vorsorge: keine
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: max. 100 Euro / Jahr
    Tiere mit Vorerkrankungen: bedingt (Vorerkrankung darf keinerlei medizinische Behandlung erfordern)
    Zähne: ja
    Rabatt bei mehreren Tieren: k. A.

    Gothaer Tierkrankenschutz Premium

    Alter: 9 Wochen bis 8 Jahre
    Erstattung: unbegrenzt möglich
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich (je nach gewähltem Tarif)
    GOT-Satz: bis 4-fach (je nach gewähltem Tarif)
    Wartezeit: Krankheit: 30 Tage bis 3 Monate (je nach gewähltem Tarif); Unfall: keine
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: max. 75 Euro / Jahr; Zuschuss Kastration: max. 40 Euro Kater / 80 Euro Kätzin; Zuschuss Chip: 25 Euro
    Tiere mit Vorerkrankungen: ggf. nach individueller Gesundheitsprüfung möglich
    Zähne: ja (mit Einschränkungen)
    Rabatt bei mehreren Tieren: k. A.

    Krankenversicherung Katze mit H

    Hanse Merkur Tierkrankenversicherung

    Alter: bis 8 Jahre
    Erstattung: unbegrenzt möglich
    Fixer Selbstbehalt: optional; 250 €
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich
    GOT-Satz: bis 4-fach (+ Notdienstgebühr)
    Wartezeit: Krankheit: 30 Tage, Unfall: keine, Fehlentwicklungen: 12 Monate
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: max. 100 Euro / Jahr
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja (Zusatztarif optional buchbar)
    Rabatt bei mehreren Tieren: k. A.

    Helvetia PetCare

    Alter: ab 8 Wochen, Gesundheitsuntersuchung ab 4. Lebensjahr notwendig, ab 10. Lebensjahr individuelle Kontaktaufnahme erforderlich
    Erstattung: 100 % möglich (80 % ab 4. Lebensjahr)
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich
    Fixer Selbstbehalt: nein
    GOT-Satz: 2-fach, (3-fach, wenn begründet durch Tierarzt), 4-fach im Notdienst
    Wartezeit: Verkehrsunfall: keine; Krankheit: 3 Monate; Spezialfälle: 6 Monate
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: max. 70 Euro / Jahr (je nach gewähltem Tarif)
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja (Zahnzusatzschutz muss optional dazugebucht werden)
    Rabatt bei mehreren Tieren: ja, ab dem 5. Tier möglich

    hepster

    Alter: bis 6 Jahre
    Erstattung: 100 % möglich (je nach gewähltem Tarif)
    Fixer Selbstbehalt: optional
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich
    GOT-Satz: bis 4-fach
    Wartezeit: Krankheit: 30 Tage; Unfall / Vorsorge: keine
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: max. 150 Euro
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja, max. 400 Euro pro Jahr
    Rabatt bei mehreren Tieren: k. A.

    Katzenversicherung mit L

    Lassie

    Alter: ab 8 Wochen
    Erstattung: 100 % möglich
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich
    GOT-Satz: bis 4-fach
    Wartezeit: Krankheit: 30 Tage; Unfall / Vorsorge: keine; Spezialfälle: 18 Monate
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: max. 140 Euro
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja (mit Einschränkungen)
    Rabatt bei mehreren Tieren: nein; aber Rabatt möglich bei Teilnahme an “Vorsorge-Kursen” in der Lassie-App.

    LVM-Versicherung

    Alter: 8 Wochen bis 8 Jahre
    Erstattung: 100 % möglich
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich
    GOT-Satz: bis 4-fach + Notdienstgebühr
    Wartezeit: Krankheit: 30 Tage; Unfall/Vorsorge: keine
    Leistungen: Tarifübersicht 
    Vorsorge: 100 Euro pro Jahr
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja (Zahnextraktion und Wurzelbehandlung; Zahnreinigung und -politur nur über Vorsorgepauschale)
    Rabatt bei mehreren Tieren: k. A.

    luko

    Alter: ab 8 Wochen bis 8 Jahre
    Erstattung: 100 % möglich
    Fixer Selbstbehalt: 100 Euro
    Deckungssumme / Jahr: Im 1. Jahr: max. 1000 Euro, im 2. Jahr: max. 2000 Euro; ab dem 3. Jahr: max. 20.000 Euro
    GOT-Satz: bis 4-fach (je nach gewähltem Tarif)
    Wartezeit: 30 o. 90 Tage (je nach gewähltem Tarif)
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: ja, einmalig max. 50 Euro (wenn Add-on “Premium” gebucht)
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja, wenn Add-on “Zahnbehandlungen” gebucht
    Rabatt bei mehreren Tieren: k. A.

    Tierkrankenversicherung mit P

    Petcover

    Alter:  8 Wochen bis 10 Jahre
    Erstattung:  100 % möglich
    Fixer Selbstbehalt:  ja
    Deckungssumme / Jahr:  max. 9000 €/Jahr
    GOT-Satz:  bis zum 3-fachen Satz
    Wartezeit: 14 Tage, Unfälle: keine
    Leistungen:  Tarifübersicht
    Vorsorge:  nein
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne:  ja, mit Einschränkungen (u. a. muss jährliche zahnärztliche Untersuchung von der Tierärztin/dem Tierarzt nachgewiesen werden)
    Rabatt bei mehreren Tieren:  ja
    Anmerkung: viele Ausschlüsse und Pflichten

    petolo

    Alter: ab 8 Wochen bis 8 Jahre
    Erstattung: 100 % möglich
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: im 1. Jahr: max. 1500 €, ab dem 2. Jahr unbegrenzt
    GOT-Satz: bis 4-fach (+ Notdienstgebühr)
    Wartezeit: keine
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: ja, max. 120 Euro
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja
    Rabatt bei mehreren Tieren: nein

    PETPROTECT

    Alter: ab 8 Wochen bis 5 Jahre
    Erstattung: 100 % möglich
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt möglich
    GOT-Satz: bis 4-fach
    Wartezeit: Krankheit: 30 Tage; Unfall / Vorsorge: keine; Spezialfälle: 12 Monate
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: optional buchbar (50 Euro / Jahr)
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja (mit Einschränkungen), Zusatz für weitere Leistungen optional buchbar
    Rabatt bei mehreren Tieren: k. A.

    Tierversicherungen mit S

    SantéVet

    Alter: ab 8 Wochen bis 7 Jahre
    Erstattung: 90 % (Cat-Indoor-Tarif, Premium-Tarif), 80 % (Comfort-Tarif), 70 % (Light-Tarif)
    Fixer Selbstbehalt: je nach gewähltem Tarif (50 Euro im Cat-Indoor-Tarif)
    Deckungssumme / Jahr: 5000 Euro (Cat-Indoor-Tarif, Comfort-Tarif); 8.000 Euro (Premium-Tarif), 3.000 Euro (Light-Tarif)
    GOT-Satz: bis 4-fach (+ Notdienstgebühr)
    Wartezeit: Unfall: 48 Stunden; Vorsorge: keine; Krankheit: 45 Tage; Operationen: 3 Monate
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: 30 – 90 Euro / Jahr (je nach gewähltem Tarif)
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja
    Rabatt bei mehreren Tieren: ja

    Vollversicherung Katze mit U

    Uelzener

    Alter: ab dem 1. Lebenstag
    Erstattung: 100 % möglich
    Fixer Selbstbehalt: nein
    Deckungssumme / Jahr: unbegrenzt
    GOT-Satz: bis 4-facher Satz, Notdienstgebühr bei OP
    Wartezeit: 30 Tage; Unfälle: 5 Tage, Vorsorge: keine
    Leistungen: Tarifübersicht
    Vorsorge: optional zubuchbar, bis 500 €/Jahr mit 25 % Selbstbeteiligung
    Tiere mit Vorerkrankungen: ja
    Zähne: ja, zudem Abschluss einer ausschließlichen Zahnversicherung möglich
    Rabatt bei mehreren Tieren: k. A.
    Anmerkung: Die DEVK und die Zurich bieten ihre Katzenkrankenversicherungsprodukte ebenfalls über Uelzener an.

    Wie wähle ich die richtige Tierversicherung für meine Katzen aus? Welche Katzenversicherung ist zu empfehlen?

    Auswahl Tierversicherung

    Bild von Alexa auf Pixabay

    Jede Katze und jedes Katzenpersonal ist individuell und daher ist es auch schwierig, die ein oder andere Tierversicherung zu empfehlen. Daher hier nur ein Vorschlag, welche Fragen man sich bei der Auswahl der Tierversicherung für die Katze stellen könnte.

    • Wie alt ist meine Katze und hat meine Katze Vorerkrankungen? (je nach Alter und ggf. Erkrankung stehen hier schon viele Versicherungen eventuell nicht mehr zur Wahl)
    • Was ist mir bei einer Versicherung besonders wichtig? Was sollte auf jeden Fall (auch) übernommen werden (z. B. Zähne, Maßnahmen wie CT/MRT,…)?
    • Was ist mir gegebenenfalls sonst noch an Leistungen wichtig (z. B. Übernahme von Kosten für Pensionsaufenthalt, sollten die Katzen z. B. aufgrund eines Unfalls / Erkrankung des Katzenpersonals betreut werden müssen)?
    • Was ist mir bei der Tierversicherung wichtiger? Ein möglichst günstiger Tarif mit evtl. höherem Selbstbehalt? Oder eine möglichst hohe Erstattungssumme, wenn mein Tier erkrankt?
    • Wie lange ist das Unternehmen schon auf dem Markt und welche Erfahrungen haben andere Tierhalter (ggf. auch Bekannte, Freunde oder Verwandte) oder evtl. auch euer Tierarzt mit der jeweiligen Tierversicherung gemacht?
    • Wo hat das Unternehmen seinen Sitz?

    Hilfe bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Tierversicherung können außerdem auch die Eisbaum-Tabelle und die Bewertung von Stiftung Warentest leisten.

    Zusammenfassung und Take-Home-Message

    • Katzen nach Möglichkeit versichern, so lange sie noch jung sind und bevor Erkrankungen aufgetreten sind (günstigere Beiträge und keine individuellen Ausschlüsse)
    • Nicht nur OPs können hohe Tierarztkosten verursachen, sondern auch (chronische) Erkrankungen oder länger andauernde Gesundheitsprobleme → Krankenversicherung für die Katze ist in der Regel sinnvoller als reine OP-Versicherung.
    • Monatlich Geld zurücklegen anstelle einer Tierversicherung ist nur zu empfehlen, wenn schon ein bestimmtes Budget (min. 3000 Euro pro Tier) vorhanden ist. Ansonsten dauert es mitunter zu lange, um ein ausreichendes finanzielles Polster anzusparen.
    • Auch ältere Katzen und Katzen mit Vorerkrankungen sind versicherbar (und das durchaus zu annehmbaren Preisen). Hier lohnt es sich oft, sich direkt an die Berater der jeweiligen Tierversicherung zu wenden und den Fall individuell zu besprechen. Auch unabhängige Versicherungsberater können hier ggf. Hilfestellung bei der Auswahl leisten, die man z. B. hier finden kann. Spezialisiert auf Tierversicherungen ist z. B. Dogtorance.
    • Die Versicherungsbedingungen der jeweiligen Tierversicherung IMMER genau lesen und nicht nur auf die Angaben auf den jeweiligen Websites vertrauen.
    • IMMER bei der Wahrheit bleiben, Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten, der Tierversicherung nichts verschweigen und ggf. vor Vertragsabschluss beim Tierarzt abklären, was genau alles in der Krankenakte steht, um nichts zu vergessen.
    • Hier findet ihr einen Überblick zu Häufigen Irrtümern rund um Tierversicherungen.

    Last but not least: “Ich kann mir aber keine Versicherung für meine Tiere leisten” oder aber auch “Eine Tierversicherung ist mir zu teuer!”

    Katze Versicherung Verantwortung

    Bild von Hoàng_Thạch Nguyễn auf Pixabay

    Gerade, wenn man bei den 30 bis 50 Euro, die die Versicherung im Monat kostet, schon rechnen muss, lohnt es sich, eine Tierversicherung abzuschließen. Denn fallen im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls Tierarztkosten an, werden diese mit großer Sicherheit höher ausfallen und es wäre sehr schade, wenn man der Katze dann aus finanziellen Gründen nicht die Behandlung ermöglichen kann, die sie benötigt, um wieder gesund zu werden.

    Ob einem eine Katzenversicherung zu teuer ist und ob man auf diese verzichtet,  weil man sich die Versicherung nicht leisten will, ist grundsätzlich eine individuelle Entscheidung, aber es sollte – entscheidet man sich gegen eine Tierversicherung für die eigenen Haustiger – immer und auf jeden Fall gewährleistet sein, dass auch hohe Tierarztkosten im Fall des Falles gestemmt werden können.

    Die Verantwortung für eure Katzen liegt BEI EUCH und ob und in welchem Maß diese im Bedarfsfall tiermedizinisch versorgt werden können, steht und fällt damit, ob ihr für die Behandlung finanziell aufkommen könnt.

     

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