Nahrungsergänzung: Colostrum für Katzen

Nahrungsergänzung

Colostrum für Katzen

Ganzheitlich arbeitende Tierärzte, Tierheilpraktiker und Katzenhalter berichten beim Einsatz von Colostrum bei Katzen immer wieder von positiven Ergebnissen.  Die Verwendung wird bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen empfohlen. Doch was ist Kolostrum eigentlich? Bei welchen gesundheitlichen Problemen kann es eingesetzt werden und kann die Gabe vielleicht sogar schädlich sein?

Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen wir uns in diesem Artikel.

Colostrum in Kapseln

© Kristina / stock.adobe.com

Was ist Colostrum eigentlich?

Unter Colostrum versteht man die Flüssigkeit, die von Säugetieren in den ersten ein, zwei Tagen nach der Geburt produziert wird. Diese Flüssigkeit enthält neben Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen auch eine Vielzahl an Antikörpern gegen diverse Krankheitserreger sowie Wachstumsfaktoren, die junge Tiere und Menschen in den ersten Tagen nach der Geburt über den Darm aufnehmen können. Diese Fähigkeit geht nach dieser Zeit verloren. Nichtsdestotrotz scheint Kolostrum bei Katzen durch seine wertvollen Bestandteile auch zu einem späteren Zeitpunkt noch eine positive Wirkung zu haben.

Besonders erwähnenswert sind unter den Inhaltsstoffen die Immunglobuline, antimikrobielle Peptide wie Lactoferrin und die Lactoperoxidase sowie andere bioaktive Moleküle, wie die Wachstumsfaktoren IGF-1 und IGF-2, der epidermale Wachstumsfaktor (EGF), die transformierenden Wachstumsfaktoren A und B (TGF A und B), das Wachstumshormon (GH), der Fibroblasten-Wachstumsfaktor (FGF) und der Blutplättchen-Wachstumsfaktor (PDGH).

Was ist Lactoferrin?

Lactoferrin ist ein Protein, das in Säugetieren vorkommt und sowohl antivirale als auch antimikrobielle Eigenschaften besitzt. Zudem fördert es das Wachstum von Lymphozyten, beeinflusst die Zellteilung und stimuliert das Zellwachstum.

Lactoferrin ist in vielen Körperflüssigkeiten wie Speichel, Tränen, Nasen- und Bronchialsekret enthalten und kommt auch in den weißen Blutkörperchen vor. Und es ist in hohem Maße in Colostrum zu finden. Insbesondere zu Lactoferrin gibt es beim Menschen viele erfolgsversprechende Studien und es wird zum Beispiel in Babynahrung oder auch in Produkten für Sportler eingesetzt.

Welche positiven Wirkungen werden Colostrum bei Katzen nachgesagt?

Colostrum wird aufgrund positiver Berichte als mögliche alternative Therapie bei verschiedenen Erkrankungen der Katze empfohlen. Zudem soll es Stimmung und Wohlbefinden verbessern und den Alterungsprozess verlangsamen können.

Colostrum für Katzen mit Messlöffel

Colostrum wird einfach ins Futter der Katze gegeben.

Hinsichtlich der Verwendung bei Erkrankungen werden in der Literatur u. a. folgende mögliche Einsatzgebiete genannt.

Haut und Fell

Colostrum soll äußerlich angewendet die Heilung von Insektenstichen, Wunden, Abszessen, Zysten, Warzen und Operationswunden beschleunigen und außerdem das Fellkleid verbessern.

Magen-Darm-Trakt

Colostrum zeigte bei Katzen positive Auswirkungen auf den Verdauungstrakt und wird als alternative Therapieoption bei Katzen mit IBD erwogen, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht anschlagen. Hier konnten positive Effekte bei Symptomen wie Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung beobachtet werden. Man vermutet, dass die Wachstumsfaktoren im Colostrum positive Auswirkungen auf die Darmschleimhaut besitzen und dass durch die im Colostrum enthaltenen Immunglobuline, Lactoferrin und andere Stoffe ein Schutz gegen Giftstoffe und krankmachende Keime bereitgestellt wird.

Kolostrum soll bei Katzen außerdem in Fällen von Colitis und Futterunverträglichkeiten hilfreich sein. Zudem verbessert es möglicherweise die Aufnahme von Nährstoffen und besitzt präbiotische Wirkung. Durch die enthaltenen Nukleotide ist außerdem nicht nur ein positiver Effekt auf den Verdauungstrakt an sich, sondern auch auf die Leber möglich.

Immunsystem / Bekämpfung von Krankheitserregern

Bei Katzen und anderen Tieren soll Kolostrum zudem die Widerstandsfähigkeit erhöhen und gegen Bakterien, Viren und Pilze wirksam sein. In Kulturen wurde zum Beispiel eine antivirale Aktivität von Lactoferrin bei Katzenschnupfen (sowohl Herpes- als auch Caliciviren) nachgewiesen. ((McCann, KB, et al. “The effect of bovine lactoferrin on the ability of feline calicivirus to infect cell culture”. Journal of Applied Microbiology, 2003; 95(5): 1026 -1033.)) ((Tanaka T, et al. “Antiviral activity of lactoferrin against canine herpesvirus”. Antiviral Research, 2003; 60(3): 193-199.)) ((Satyara E, et al. “Supplementation of diets with bovine colostrum influences immune function in dogs”. British Journal of Nutrition, 2003; 110:2216-2221.))

Ob Colostrum das Immunsystem wirklich stärken kann oder nur direkt Krankheitserreger bekämpft, ist unklar. Katzenkinder, die mit der Flasche aufgezogen werden müssen und kein mütterliches Colostrum erhalten haben, können von der Gabe von Colostrum ebenfalls profitieren.

Maulhöhle

Bei Katzen wurde nach der Gabe von Colostrum eine positive Wirkung bei Zahnfleischentzündung (Gingivitis) festgestellt. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Lactoferrin bei Katzen mit Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis) als Begleiterscheinung einer FIV-Infektion zu einer Besserung beitragen kann. Man nimmt an, dass dies daran liegt, dass Lactoferrin zum einen das Bakterienwachstum mindert und zum anderen das Immunsystem über die Gaumenmandeln stimuliert.

Bewegungsapparat

Kolostrum kann bei Katzen unterstützend bei altersbedingten Problemen des Bewegungsapparats eingesetzt werden und besitzt möglicherweise positive Effekte bei infektiöser Osteoarthritis, rheumathoider Arthritis und anderen Autoimmunkrankheiten.

Nervensystem

Die Wachstumsfaktoren in Colostrum sollen das Zell- und Gewebewachstum fördern, indem sie die DNA- und RNA-Bildung stimulieren und auch bei der Reparatur und dem Ersatz von Zellstrukturen helfen. So wäre der Einsatz von Kolostrum auch bei Katzen mit Schäden am Nervensystem denkbar.

Wirkt Colostrum denn bei Katzen auch?

Wer bis hierhin aufmerksam gelesen hat, hat sicherlich festgestellt, dass ich in der Auflistung sehr häufig Wörter wie „soll“ und „möglicherweise“ verwendet habe. Das Problem bei Colostrum ist, dass es zwar seit vielen, vielen Jahren bei verschiedenen Erkrankungen bei Katzen eingesetzt wird und Besitzer auch häufig von Erfolgen berichten, es aber nur wenige kontrollierte Studien gibt. Zudem sind die Studienergebnisse widersprüchlich, was die jeweilige Wirkung angeht.

Teilweise wird zudem bezweifelt, dass Colostrum von anderen Tierarten (meist Rind in kommerziellen Produkten) bei Katzen wirklich von Nutzen sein kann, da sich Erregerarten und/oder Serotypen, also Unterarten von Viren und Bakterien, zwischen Tierarten unterscheiden. Allerdings besitzen die meisten Inhaltsstoffe im Colostrum die Fähigkeit zur Kreuzreaktion bei anderen Arten, also im Endeffekt auch bei Katzen.

Dazu kommt, dass die Tiere meist nur begleitend mit Colostrum behandelt werden/wurden. Das macht es schwierig, zu beurteilen, ob die erzielte Wirkung wirklich dem Kolostrum zuzuschreiben ist.

Was es gibt, sind recht umfangreiche Laboruntersuchungen zu den möglichen Vorteilen von Colostrum und Lactoferrin zur Behandlung und Vorbeugung von Infektionen und entzündlichen Darmerkrankungen beim Menschen.

In Kürze: Es gibt Hinweise auf eine positive Wirkung, aber die Wirkung konnte bei der Katze bisher nicht eindeutig bewiesen werden.

Unser Praxistest

cdVet Felitatz ImmunkraftZur Behandlung von Katzenschnupfen setzten wir begleitend zur allgemeinen tierärztlichen Behandlung auch schon Colostrum ergänzend als Nahrungsergänzung ein, da dies (bzw. das enthaltene Lactoferrin) auch bei Herpes- und Caliciviren hilfreich sein kann.

Als Produkt hatte ich mich hier für das cdVet FeliTATZ® ImmunKraft entschieden. Ein Pulver, das zu 100% aus gefriergetrocknetem Rindercolostrum besteht. Bestellt hatte ich das Produkt in der Shop-Apotheke*, die Kaufabwicklung verlief absolut problemlos.

Das cdVet FeliTATZ® ImmunKraft* kann mit dem beiliegenden Messlöffel einfach unter das Futter gemischt werden und wurde hervorragend akzeptiert und vertragen. Für die Menschennase ist der Geruch ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Zur erhofften Wirkung: Der Gesundheitszustand der Katzen besserte sich. Allerdings ist es schwierig zu beurteilen, ob und in welchem Ausmaß das Colostrum seinen Anteil daran hatte, da die Katzen natürlich parallel auch tierärztlich behandelt wurden.

Kann die Gabe von Kolostrum meiner Katze schaden?

Die verfügbaren Daten und die Berichte von Haltern, die Colostrum bei Katzen eingesetzt haben, weisen darauf hin, dass sowohl Colostrum als auch Lactoferrin für Katzen im Allgemeinen sicher und gut verträglich sind und keine nennenswerten Nebenwirkungen zu erwarten sind. Es ist daher unwahrscheinlich, dass die Gabe von Kolostrum schädlich ist. Allerdings kann es theoretisch zu Unverträglichkeitsreaktionen gegenüber Milcheiweiß und Milchzucker kommen.

Es spricht daher erst einmal nichts dagegen, Colostrum bei den eigenen Tieren zu verwenden. Jedoch ist es – auch wenn das Produkt nicht verschreibungspflichtig ist – immer gerade bei kranken Katzen zu empfehlen, die Gabe im Vorfeld mit dem behandelnden Tierarzt abzusprechen.

Was sollte man beim Kauf von Colostrum für Katzen beachten?

Bei im Handel erhältlichem Colostrum handelt es sich meist um Rinderkolostrum, da bei Kühen relativ hohe Überschussmengen erzielt werden. So steht auch für das Kalb noch ausreichend Erstmilch oder Biestmilch zur Verfügung. Man kann aber auch Ziegencolostrum für die Katze problemlos online erwerben.

Colostrum wird für Katzen einfach unter das Futter gemischt

Bei der Wahl des Produkts solltest du auf gute Qualität achten.

Grundsätzlich gibt es bei Colostrum deutliche Qualitätsunterschiede. Diese sind unter anderem abhängig davon wie die Tiere gemolken werden, wie sie ernährt werden, wie sie leben und welche Medikamente zum Einsatz kommen.

Im Idealfall stammt das Colostrum für die Katzen von Kühen aus Weidefütterung. Zudem sollte es eine Quelle sein, die auf den Einsatz von Hormonen, Pestiziden und soweit möglich Medikamenten (Antibiotika) verzichtet. Denn diese reichern sich möglicherweise im Kolostrum an.

Auch das Trocknungsverfahren spielt bei der Qualität des Produkts eine Rolle. Die Trocknung sollte im Kaltherstellungsverfahren (Gefriertrocknung) erfolgt sein, damit die Inhaltsstoffe im höchstmöglichen Maß erhalten bleiben.

* bezahlte Links

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Emma erklärt: Katzen und der Winterspeck

Emma erklärt

Katzen und der Winterspeck

Gerade im Herbst liest man immer wieder neugierige oder sogar besorgte Fragen, was denn mit der Katze los sei, weil sie plötzlich fresse „wie ein Scheunendrescher“. Zudem wird – mal davon abgesehen, dass wir nicht fressen, sondern dinieren bitteschön – auch noch mit solch bösen Wörtern wie Tierarzt oder Blutabnahme um sich geworfen. Dabei ist das, was wir machen vollkommen logisch und natürlich. Und warum dem so ist, erzähle ich euch in dieser Ausgabe von „Emma erklärt“.

Eigentlich hätte die ja schon viel früher fertig sein sollen, aber – ihr ahnt es – ich war mit dem Aufbau meiner Isolierungsschicht beschäftigt. ;-)

Aber beginnen wir am Anfang. Wie ihr ja sicherlich wisst, ist es im Sommer länger hell als im Winter. Fachsprachlich nennt man das auch Photoperiode. Viele Tiere, darunter wir Katzen, reagieren auf diese Unterschiede in der Tageslichtlänge recht empfindlich, was sich zum Beispiel bei unseren unkastrierten Kollegen im Sexualzyklus zeigt.

Denn unter natürlichen Verhältnissen (also draußen, ohne Kunstlicht) setzt die Rolligkeit in der Regel wenn die Tage kürzer werden aus, und das Zyklusgeschehen beginnt erst dann erneut, wenn die Tage wieder länger werden und eine Tageslichtlänge von 12 bis 14 Stunden täglich erreicht wird.

Damit unser Körper weiß, wann diese Tageslänge erreicht ist, haben wir (wie auch andere Wirbeltiere) eine praktische Einrichtung namens Pinealorgan, besser bekannt als Zirbeldrüse, die das Schlafhormon Melatonin bildet. Melatonin wird nur in der Dunkelheit gebildet, entsprechend wird im Winter (kurze Tage) am meisten und im Sommer (lange Tage) am wenigsten Melatonin ausgeschüttet.

Soweit so gut. Diese durch Melatonin gesteuerten Jahresrhythmen haben aber nicht nur Einfluss auf unsere Fortpflanzung, sondern helfen uns auch dabei, viele weitere Anpassungen durchzuführen, die notwendig sind, um mit saisonal unterschiedlichen Lebensbedingungen klarzukommen.

So wird zum Beispiel auch der Fellwechsel über die Tageslichtlänge und die Melatoninproduktion aktiviert und – um nach diesem Exkurs dann auch mal wieder zum Thema zu kommen – beide haben (neben den Umgebungstemperaturen) auch Auswirkungen auf die Futteraufnahme. Deshalb futtern wir im Spätherbst und Winter (etwa von Oktober bis Februar) am meisten und in den Sommermonaten (etwa von Juni bis August) am wenigsten.

„Also setzen wir euch in der kalten Jahreszeit künftig auf Diät damit ihr nicht fett werdet?“

Auf keinen Fall! Schlaue Leute, die das was ich euch eben erzählt habe, untersucht haben, haben nämlich herausgefunden, dass sich das vorübergehende „Mehr Futtern“ (anders als bei euch Menschen *duck*) bei uns langfristig nicht auf unser Körpergewicht auswirkt. Ha!

Nehmt also bitte Rücksicht auf unsere natürlichen Bedürfnisse und lasst uns im Herbst und Winter nicht hungern. Pocht auch nicht so sehr auf feste Futtermengen, sondern passt die Futtermenge gegebenenfalls saisonal an. Entspannender für euch und entspannender für uns. Gleicht sich in der Regel auch wieder aus. Denn was wir in der kalten Jahreszeit mehr verdrücken, futtern wir im Sommer oft weniger.

Und ganz wichtig: Bei Jungkatzen gibt es diese saisonalen Anpassungen noch nicht. Die sollen und dürfen unabhängig von der Jahreszeit soviel futtern, wie sie mögen, um große, starke Katzen zu werden.

Quellen u. a.

  • Von Engelhardt W, Breves G, Diener M, Gäbel G (2015). Physiologie der Haustiere (5. Auflage). S. 512-513
  • Serisier, Samuel et al. “Seasonal variation in the voluntary food intake of domesticated cats (Felis catus)”  PloS one 9,4 e96071. 23 Apr. 2014, doi:10.1371/journal.pone.0096071
  • Bermingham, Emma & Weidgraaf, Karin & Hekman, Margreet & Roy, Nicole & H Tavendale, M & Thomas, David. (2012). Seasonal and age effects on energy requirements in domestic short-hair cats ( Felis catus ) in a temperate environment. Journal of animal physiology and animal nutrition. 97. 10.1111/j.1439-0396.2012.01293.x.
  • Kappen, K. L., Garner, L. M., Kerr, K. R. and Swanson, K. S. (2014), Effects of photoperiod on food intake, activity and metabolic rate in adult neutered male cats. J Anim Physiol Anim Nutr, 98: 958-967. doi:1111/jpn.12147

Sonst noch in der Reihe „Emma erklärt“ erschienen:

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Lohnt sich eine Tierkrankenversicherung für die Katze?

Interview, Werbung

Tierkrankenversicherung - lohnt sich das?

Als Katzenhalter wünscht man sich vor allem eins. Dass die eigenen Tiere lange Zeit gesund und glücklich leben dürfen. Leider hat nicht jeder Stubentiger das Glück. Manche werden schwer krank oder erleiden einen Unfall, der hohe Tierarztkosten nach sich zieht. Um im Fall des Falles abgesichert zu sein, gibt es die Möglichkeit eine Tierkrankenversicherung oder OP-Versicherung abzuschließen.

Doch was übernimmt die Krankenversicherung überhaupt, kann jede Katze versichert werden und lohnt sich das überhaupt? Wir haben uns mit Frau Obert von AGILA über diese Themen unterhalten.

Photo by Kazuky Akayashi on Unsplash

Anika: Hallo Frau Obert, herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, uns einige Fragen zu beantworten. Bitte stellen Sie unseren Lesern sich und AGILA doch kurz vor.

Frau Obert: Sehr gerne, vielen Dank erst einmal für die Möglichkeit, AGILA und das Thema Tierkrankenversicherung etwas genauer vorzustellen. Mein Name ist Franziska Obert und ich bin bei AGILA für die gesamte Kommunikation verantwortlich. AGILA selbst ist eine Versicherung für Hunde und Katzen mit mittlerweile über 20 Jahren Erfahrung in diesem Bereich.

Anika: Welche Versicherungen bieten Sie denn an, die für Katzenhalter von Interesse sind?

Frau Obert: Für Katzenhalter gibt es bei uns einen vollumfassenden Krankenschutz und einen separaten OP-Kostenschutz, jeweils in drei Tarifvarianten, sodass jeder Halter ganz individuell entscheiden kann, welche Leistungen zu welchem Beitrag er nutzen möchte.

Anika: Stichwort Haftpflichtversicherung. Bei Hunden gibt es ja die Hundehaftpflicht. Jetzt sind unsere Leser aber ja vorwiegend Katzenpersonal.

Wie ist das denn, wenn z. B. …

…die Katze (mitunter wertvolle) Tiere anderer Halter tötet und/oder frisst, wie z. B. die preisgekrönten Tauben des Nachbarn oder den vorwitzigen Welpen der Nachbarin mit den Krallen am Auge verletzt, wodurch hohe Tierarztrechnungen fällig werden,…
…die Katze mit ihren Krallen den Lack des teuren Sportwagens eines Nachbarn zerkratzt,…
… die Katze die sündhaft teure Designerbluse der Freundin mit ihren Krallen beschädigt, während diese beim Katzenhalter zu Besuch ist,…
… die Katze in die Tasche der Versicherungsmaklerin ;-) pinkelt, die gerade beim Katzenhalter zu Besuch ist und dabei wichtige Dokumente und elektronische Geräte (wie z. B. Smartphone, Tablet, Laptop) zerstört.

Lassen sich solche Fälle auch über eine Haftpflicht abdecken oder muss der Katzenhalter diese Kosten immer selbst tragen?

Frau Obert: In der Regel sind Schäden, die durch kleinere Haustiere wie Katzen entstehen, über die private Haftpflichtversicherung abgedeckt, die jeder Mensch haben sollte. Man sollte dies als Halter aber unbedingt einmal genau checken und ggf. bei der eigenen Privathaftpflicht nachfragen.

Anika: Welche Produkte bietet AGILA speziell im Bereich Tierkrankenversicherungen an?

Frau Obert: In diesem Bereich bieten wir die beiden oben genannten Versicherungen – Tierkrankenschutz und OP-Kostenschutz. Beide Versicherungsarten gibt es in drei Tarifvarianten zu unterschiedlichen monatlichen Beiträgen und dann eben mit unterschiedlichen Versicherungssummen und Leistungen. Grundsätzlich deckt der Tierkrankenschutz sowohl Operationen als auch ambulante und stationäre Behandlungen der Samtpfoten ab, inklusive Medikamenten, Vorsorgemaßnahmen, Auslandsschutz, Aufenthalt in Tierkliniken und Praxen (z.B. über Nacht), Nachbehandlungen zu Operationen usw. Der Tierkrankenschutz ist quasi der Rundum-Schutz gegen Tierarztkosten. Der OP-Kostenschutz deckt wiederum nur chirurgische Eingriffe unter Narkose sowie deren Nachbehandlung ab, er sichert also in besonders brenzligen und häufig auch besonders teuren Situationen ab.

Anika: In Ihren Versicherungsbedingungen schreiben Sie, dass die Katzen für den Tierkrankenschutz je nach Paket maximal neun Jahre alt sein dürfen und gesund sein müssen.

Jetzt leben aber bei vielen unserer Leser und auch bei uns durch die Bank Katzen, die keinen allzu guten Start ins Leben hatten und dadurch z. B. wiederkehrende gesundheitliche Probleme zurückbehalten haben (z. B. chronischen Katzenschnupfen). Andere wie zwei unserer Katzen haben einen angeborenen Herzfehler. Auch viele Tierschutzkatzen sind bei Übernahme durch die neuen Besitzer bereits über vier oder auch über neun Jahre alt.

All diese Fälle sind bei AGILA prinzipiell nicht versicherbar? Oder schon?

Frau Obert: Nein, diese Tiere sind leider tatsächlich nicht mehr bei AGILA versicherbar. Wir nehmen nur zum Zeitpunkt der Antragstellung vollständig gesunde Tiere auf, d.h. Tiere mit chronischen Erkrankungen sind ausgeschlossen. Und auch die Altersbeschränkung haben Sie bereits korrekt wiedergegeben, wir versichern Katzen je nach Tarif maximal bis zum 10. Geburtstag. Eine Versicherung für die Samtpfote sollte man also möglichst frühzeitig abschließen.

Anika: Wie ist es denn mit Tieren wie z. B. Ataxisten, Dreibeinchen, blinden oder tauben Katzen, die zwar eine Behinderung haben, aber an sich gesund sind. Sind diese versicherbar?

Frau Obert: Tiere mit einer Behinderung sind natürlich trotzdem versicherbar, denn sie sind ja nicht per se krank. Sofern in der Vergangenheit keine medizinischen Behandlungen aufgrund der Behinderung erfolgten und die Behinderung auch in Zukunft keiner Behandlung bedarf, ist das also kein Problem. Die von Ihnen genannte Ataxie ist allerdings keine Behinderung, sondern eine chronische Erkrankung bzw. manchmal sogar das Symptom einer anderen Erkrankung, diese Tiere versichern wir wie gesagt nicht.

Anika: Kann AGILA Tierkrankenversicherungen von ihrer Seite aus kündigen. Wenn ja, aus welchen Gründen?

Frau Obert: So wie die allermeisten Versicherungen besteht auch für AGILA das Recht, nach einem Versicherungsfall (in diesem Fall also nach einer Rechnungsbegleichung) zu kündigen. Von diesem Recht machen wir allerdings nur in ganz seltenen Fällen Gebrauch, um die gesamte Versichertengemeinschaft zu schützen. Das gleiche Recht hat im Übrigen auch der Versicherungsnehmer, also der Katzenhalter.

Zudem können wir als Versicherung natürlich kündigen, wenn Beiträge nicht gezahlt werden oder wenn wir feststellen, dass bei Antragstellung Falschangaben gemacht wurden.

Anika: Angenommen, der Katzenhalter hat jetzt eine Versicherung bei AGILA abgeschlossen. Können Sie uns beschreiben, wie im Schadens- oder Krankheitsfall die Abwicklung vonstatten geht?

Frau Obert: Natürlich, das kann ich gern beschreiben. Unsere Versicherungen sind dafür da, entstandene Tierarztkosten (je nach Tarif) abzudecken. Das heißt also, nach einem Tierarztbesuch mit der Katze reicht uns der Halter einfach die Rechnung ein: innerhalb weniger Sekunden über das Kundenportal oder über die spezielle AGILA Rechnungs-App, nach Belieben auch per Mail oder Post. Wir bearbeiten diese Rechnung dann innerhalb von acht Arbeitsstunden und zahlen – je nach Tarif – entweder an den Halter oder direkt an den Tierarzt, im Rahmen der abgedeckten Leistungen. Bei Zahlung an den Tierarzt muss dieser zustimmen und wir brauchen die Info, dass wir direkt an den Tierarzt zahlen sollen. Selbstverständlich bekommt der Halter bei Eingang der Rechnung und nach Bearbeitung eine Info, sodass er immer über den aktuellen Stand informiert ist.

Anika: Bei der Frage Pro & Contra Tierkrankenversicherung gibt es ja geteilte Meinungen. Die einen sprechen sich für eine Tierkrankenversicherung oder zumindest OP-Versicherung aus, andere ziehen das Einrichten eines Katzenkontos vor, auf das Monat für Monat ein bestimmter Betrag gebucht wird, um im Fall des Falles entsprechende Rücklagen zu haben. Wo sehen Sie die Vorteile einer Tierkrankenversicherung im Vergleich zu einem Sparkonto?

Frau Obert: Das ist eigentlich ganz einfach: Nehmen wir an, Sie sparen monatlich 30 Euro auf das spezielle „Katzenkonto“. Dann müssten Sie ungefähr 33 Monate, also fast drei Jahre, sparen, bis Sie eine Operation für 1000 Euro zahlen könnten. Zudem kommen in den drei Jahren, in denen Sie sparen, ja noch andere Tierarztkosten auf Sie zu, die wiederum an Ihrem Sparkonto nagen. Mit einer Tierkrankenversicherung sind Sie jederzeit auf der sicheren Seite und müssen sich eben keine Gedanken darüber machen, ob Sie schon genug Geld gespart haben, um sich teure Behandlungen, Operationen oder auch Medikamente bei chronischen Erkrankungen leisten zu können. Aus meiner Sicht ist das ein schlagendes Argument für die Tierkrankenversicherung.

Anika: Viele Katzenhalter geben mehr als einer Katze ein Zuhause? Gibt es einen Rabatt, wenn mehrere Katzen versichert werden?

Frau Obert: Nein, Rabatte für mehrere Vierbeiner gibt es bei AGILA tatsächlich aktuell nicht.

Anika: Herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Antworten, die unseren Lesern bei der Entscheidung für oder gegen eine Tierkrankenversicherung sicherlich weiterhelfen werden. Für uns stellt sich die Frage, ob Tierkrankenversicherung Ja oder Nein dadurch, dass jeder der Haustiger so seine gesundheitliche Baustelle hat, leider nicht.

Angaben zur Transparenz: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen bezahlten Beitrag, der in Zusammenarbeit mit AGILA entstanden ist. Gekauft wurde jedoch nur meine Arbeit, nicht meine Meinung. Denn die ist und bleibt unverkäuflich.


Hast du noch Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Dann schreib uns doch eine Mail an redaktion@haustiger.info. Wir freuen uns auf deine Nachricht!


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„Tierschutzkatzen sind toll!“ – Annie von @2chaoscats im Interview

Interview

"Tierschutzkatzen sind toll!" - Annie von @2chaoscats im Interview

Instagram? Ach, das sind doch nur schöne Bildchen. Ja, das dachte ich auch mal. Doch ich musste meine Meinung mittlerweile überdenken. Denn auch und gerade auf Instagram gibt es sehr viele Katzenfreunde, tolle Communities, tiefgehende Gespräche und Menschen, die etwas zu sagen haben und mit ihren Profilen einen wertvollen Beitrag zum Katzenschutz leisten. 

Einer dieser Menschen ist Annie. Sie war so nett, mir und euch mehr über ihr Projekt 2chaoscats und die Botschaft dahinter zu erzählen.

Cleo von 2chaoscats

Cleo (© Annie Bückner |  2chaoscats)

Anika: Hallo Annie, schön, dass du dir ein wenig Zeit genommen hast, um uns etwas über dein Projekt 2chaoscats zu erzählen, in dem du über die Abenteuer deiner beiden Katzen Momo und Cleo berichtest. Instagram-Profile mit Katzen gibt es ja viele. Was macht 2chaoscats so besonders?

Annie: Hallo Anika, schön hier sein zu dürfen! Es gibt viele wundervolle Profile von denen ich sehr viel halte. Was uns aber von vielen abgrenzt ist unsere Botschaft. Ich setze mich regelmäßig dafür ein zu zeigen, dass Katzen aus Tierheimen genauso toll sind wie Zuchtkatzen. Das fängt beim banalen Fakt an, dass Momo und Cleo selbst aus dem Tierheim sind, und hört bei der Vorstellung von Katzen auf, die ein Zuhause suchen.

Wir haben im Sommer zum Beispiel auch ein Pflegekätzchen aus Kroatien aufgenommen und innerhalb von 2,5 Wochen erfolgreich vermittelt. Mir ist es wichtig, derartige Ereignisse auch nach außen zu tragen. Die Idee ein Pflegekätzchen aufzunehmen haben wir übrigens selbst von einem Instagram-Account bekommen. Die Herausforderungen und Vorteile wurden regelmäßig thematisiert, informative Videos wurden hochgeladen und Diskussionen angefacht. Irgendwann dachten mein Partner und ich uns: „Wir retten jetzt auch ein Kätzchen!“.

Man kann viel Gutes über soziale Medien bewirken, auch wenn diese Welt oft oberflächlich zu sein erscheint.

Wir versuchen darüber hinaus auch einen natürlichen Umgang mit den Katzen zu fördern – wir verkleiden unsere Katzen zum Beispiel nicht. Leider ist das ein großer Trend im Internet geworden – viele Leute finden es süß, man erregt Aufmerksamkeit und das Engagement schießt in die Höhe. Ich habe gar nichts dagegen lustige Bilder zu inszenieren – die Hauptsache ist dabei jedoch sicherzustellen, dass die Situation für die Katze keinerlei Stress verursacht.

Cleo lustig

Cleo (© Annie Bückner |  2chaoscats)

Wir tragen alle eine Verantwortung, besonders wenn man eine gewisse Reichweite hat. Ich kooperiere auch nur mit Unternehmen, dessen Produkte mich überzeugen. Wir haben in Catz Finefood einen tollen Partner an unserer Seite der nicht nur hochwertiges Katzenfutter herstellt, sondern auch im Tierschutz aktiv ist. Unsere Katzenspielzeuge und Möbel sind von P.L.A.Y., ein amerikanischer Hersteller dessen Produkte wirklich ein Leben lang halten. Ich würde niemals etwas bewerben, dass ich meinen Katzen nicht selbst auch geben würde. Das machen viele leider anders.

Anika: Was hat dich dazu veranlasst, mit 2chaoscats anzufangen? Gab es einen bestimmten Grund aus dem du gesagt hast „So jetzt kommen meine Katzen auch auf Instagram!“?

Annie: Ich habe Instagram nie wirklich privat genutzt. Letztes Jahr habe ich aus Langeweile mein Smartphone in die Hand genommen und nach Katzen-Accounts geschaut. Ich war sehr überrascht wie viele hochgezüchtete Katzen dort zu finden waren. Ich rede hier nicht von den mittlerweile allgegenwärtigen Rassen wie Britisch-Kurzhaar oder Russisch Blau, sondern von Nacktkatzen ohne Schnurrhaare, Munchkins und Exotic Shorthair die ihre Zunge gar nicht mehr einfahren konnten. Das hat mich etwas überrumpelt.

Der Account stand kurze Zeit später. Ich habe mir gar keine großen Gedanken gemacht, sondern einfach ausprobiert. Mit der Zeit wurde man immer mehr Teil einer Gemeinschaft. Ich habe eine große Gruppe an Katzen-Bloggern, mit der ich mich über alles austauschen kann. Das ist nicht nur schön, sondern auch ziemlich hilfreich. Mit Tieren kommt man immer mit neuen Situationen in Berührung, die einen überfordern. Die geballte Expertise der Instagram-Welt steht einem nun zur Verfügung. Der Account bringt mir also sehr viel Spaß, auch wenn der neue Instagram-Algorithmus einem viele Steine in den Weg legt.

Anika: Magst du uns ein wenig über Momo und Cleo erzählen? Sind sie deine ersten Katzen?

Annie: Unser erster Kater war ein 3 Wochen altes Findelkind. Wir hatten beide noch keine Erfahrung mit Katzen und wurden wirklich ins kalte Wasser geworfen. Mr. Mau war viel zu jung als er Teil unserer Familie wurde.

Mr. Mau von 2chaoscats als Baby

Mr. Mau (© Annie Bückner | 2 chaoscats)

Es gibt eine kritische Phase in der Entwicklung eines Kätzchens (zwischen 4 und 14 Wochen) wenn dessen Persönlichkeit durch das Spielen mit Mutter und Wurfgeschwister geprägt wird. In dieser Zeit lernen die Kätzchen wichtige Lektionen wie Biss- und Kratzhemmung oder motorische und soziale Fähigkeiten. Mr. Mau musste all das von uns lernen. So kam es, dass er sehr ‚menschlich‘ war.

Er lag auf dem Rücken, begleitete uns in Cafés, ging mit uns spazieren (ohne Leine) und saß mit uns am Frühstückstisch. Nicht auf dem Frühstückstisch, nein. Er saß mit den Hinterpfoten auf dem Stuhl und legte seine Vorderpfoten ganz brav auf den Tisch! Das Leben mit ihm war eine tägliche Wundertüte.

Mr. Mau von 2chaoscats

Mr. Mau (© Annie Bückner | 2chaoscats)

Leider wurde er mit 1,5 Jahren überfahren. Wir wollten gar keine zweite Katze adoptieren, aber es war einfach unerträglich nach Hause zu kommen und alleine zu sein. Also haben wir Momo aus dem Tierheim geholt.

Momo von 2chaoscats

Momo (© Annie Bückner | 2chaoscats)

Momo ist eine flauschige, selbstbewusste Diva. Sie weiß genau was sie will und holt es sich. Es hat etwas gedauert bis sie aufgetaut ist – jetzt ist es umso schöner, wenn sie uns Liebe zeigt. Raus lassen konnten wir sie aber nicht. Sie isst jegliche Art von Plastik und hat panische Angst vor Regen. Auch bei Nieselregen rennt sie in die Dusche und sitzt zitternd und hyperventilierend wie ein Häufchen Elend da, bis es aufhört. Schnell war klar, dass sie eine Schwester braucht.

Wir machten uns nochmals auf den Weg ins Tierheim und kamen mit Toni zurück. Sie war 10 Wochen alt, sehr zierlich, viel zu ruhig und schwach. Bevor wir unseren Termin beim Tierarzt wahrnehmen konnten, hatte sie einen Schlaganfall und musste eingeschläfert werden. Zwei Katzen innerhalb von 4 Monaten zu verlieren war kein einfacher Schicksalsschlag. Wir waren am Ende unserer Kräfte und konnten gar nicht dran denken, uns eine weitere Katze anzuschauen.

Toni von 2chaoscats

Toni (© Annie Bückner | 2chaoscats)

Aber wir konnten Momo nicht alleine als Wohnungskatze halten. Also holten wir Cleo aus dem Tierheim. Cleo wurde mit zertrümmerten Hinterbeinen auf einem Parkplatz gefunden als sie nur 10 Wochen alt war. Zwei Monate lang musste sie einen externen Fixateur tragen bis ihre Knochen wieder zusammengewachsen waren. Die Tierärzte haben ein Meisterwerk vollbracht – bei so einem kleinen Kätzchen ist der Heilungsprozess nicht einfach. Ihre Hüfte ist etwas unterentwickelt und sie kann nicht richtig sitzen – abgesehen davon ist sie fit und springt munter herum.

Cleo von 2chaoscats

Cleo (© Annie Bückner | 2chaoscats)

Sie ist wirklich die liebste Katze die ich jemals kennenlernen durfte. Sie will immer schmusen, immer spielen und verpasst keine Gelegenheit ihren Kopf an einen zu drücken. Wenn wir am Esstisch sitzen springt sie auf den Schoß um am Geschehen teilzunehmen und nachts schläft sie über meinem Kopf auf dem restlichen Stück Kopfkissen.

Die beiden sind nicht die allerbesten Freundinnen, profitieren aber sichtlich voneinander. Sie spielen täglich, powern sich aus, und wenn man Glück hat sieht man sie gelegentlich zusammen auf dem Bett liegen. Wenn wir Momo zum Tierarzt bringen und Cleo alleine zu Hause ist, miaut sie ganz unerträglich. Man merkt auf jeden Fall, dass sie sich lieb haben.

Anika: Findet man euch nur auf Instagram oder auch in anderen sozialen Medien?

Annie: Wir haben auch einen Facebook-, Pinterest- und Twitter-Account, nutzen aber eigentlich nur Instagram. Auf unserer Website www.2chaoscats.de findet man allerdings weitere Informationen und Blog-Einträge. Die Seite habe ich gemeinsam mit meinem Bruder gemacht – meine große Inspiration in Sachen Grafik, Design und Technik.

Anika: Viele Katzenhalter haben ja schon Instagram-Profile für ihre Katzen oder ihre tierische Tätigkeit. Wir haben ja unter @haustigerx4 auch eins, das mehr so vor sich hin dümpelt. Gibt es etwas, das du uns und anderen, die gerne auf Instagram aktiv werden möchten, zum Abschluss dieses Interviews noch mit auf den Weg geben kannst, um von mehr Leuten gesehen und gelesen zu werden?

Annie: Das größte Learning was ich aus dem letzten Jahr ziehen konnte, ist, dass Instagram tatsächlich ein soziales Medium ist. Es geht nicht nur darum seine Bilder zu veröffentlichen, sondern sich eine kleine Community aufzubauen. Ich beantworte zum Beispiel immer noch jede einzelne Nachricht und nehme mir viel Zeit Kontakte zu pflegen. Nur dadurch schafft man langfristige Beziehungen.

Wenn man eine Katze hat die wirklich sehr speziell aussieht, klappt es sicherlich auch ohne. Meine Katzen sind aber nun mal zwei ganz normale, schwarz-weiße Katzen, die tendenziell eher in der Masse untergehen würden.

Momo von 2chaoscats

Momo (© Annie Bückner | 2chaoscats)

Dazu kommt auch, dass ich (im Gegensatz zu vielen anderen) weder besondere Fotografie-Kenntnisse, noch eine gute Kamera habe. Wir wohnen derzeit auf 36m(zwei Menschen und zwei Katzen), demnach ist die Wohnung auch sehr vollgestellt – schöne, vielfältige und gut belichtete Bilder sind da eh schwierig.

Nächsten Monat ziehen wir aber um und ich freue mich, dass Momo und Cleo endlich genug Platz haben sich richtig auszutoben. Dann entstehen sicherlich auch etwas bessere Bilder, die den Account etwas aufwerten.

Zeit für meine Follower werde ich mir dann trotzdem nehmen, denn das bringt mir am meisten Spaß. Und das ist die Hauptsache.

Anika: Das finde ich auch. Wir wünschen dir und deinen Lieben viel Gesundheit und was man sonst noch so zum Glücklichsein braucht und hoffen, dass du mit deinem Projekt noch viele Katzenhalter und solche, die es werden wollen, erreichen kannst. Die Botschaft, dass Tierschutzkatzen MINDESTENS so toll sind wie Zuchtkatzen, können wir auf jeden Fall vollumfänglich unterschreiben. 

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Sind Stinkwanzen gefährlich für Katzen?

Gefahren

Sind Stinkwanzen gefährlich für Katzen?

Durch den langen, warmen Sommer sind sie an manchen Orten zu einem richtigen Problem geworden. Baumwanzen, oft auch als Stinkwanzen bezeichnet. Und sie drängen durch die winterlichen Temperaturen nun auch vermehrt ins Warme. Schaden richten sie im Haus in der Regel nicht an, ziehen jedoch die Aufmerksamkeit der Haustiger auf sich.

Stinkwanze

Was passiert, wenn diese einer solchen Wanze zu nahe kommen und ob Stinkwanzen gefährlich oder sogar giftig für Katzen sind, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Was sind eigentlich Stinkwanzen?

Gemeine Stinkwanzen (Palomena prasina) findet man grundsätzlich in grüner und in brauner Form. Im Frühjahr sind sie grün und werden dann zum Herbst hin braun, weshalb ihr derzeit eher auf braune Stinkwanzen stoßen solltet. Die Tiere erreichen eine Größe von etwa 12 Millimetern und leben mit Vorliebe auf Laubbäumen, man findet sie aber auch in Gebüschen oder auf Disteln und Brennnesseln. Ein wesentlicher Schädling für die Landwirtschaft sind sie nicht.

Anders sieht es da bei einem recht neuen unerwünschten Gast in unseren Gefilden aus, nämlich der Marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys), die aus Ostasien eingeschleppt wurde. Diese Stinkkäfer erreichen eine Größe von bis 17 mm und können für große Schäden an Früchten und Fruchtanlagen sorgen. Man findet sie zum Beispiel in der Schweiz, aber auch in Teilen Deutschlands wie zum Beispiel in Südbaden. Derzeit hat sie bei uns als eingeschleppter Schädling noch keine natürlichen Feinde.

Für den Menschen sind Stinkwanzen harmlos. Sie beißen sie nicht, stechen nicht und übertragen auch keine Krankheiten.

Sind Stinkwanzen giftig für Katzen?

Nein. Stinkwanzen sind für Katzen nicht giftig. Sie sondern jedoch, wenn sie sich bedroht fühlen, aus den Stinkdrüsen am Hinterleib ein übelriechendes, lange anhaftendes Sekret ab.

Sind Stinkwanzen gefährlich für Katzen?

Unter Umständen. Wird die vorwitzige Katze von einer Stinkwanze im Gesicht getroffen, sollte das Gesicht so gut wie möglich abgewaschen werden. Landet das Sekret im Mäulchen, wird die Katze durch den scheußlichen Geschmack anfangen zu speicheln. In der Regel gibt sich das nach kurzer Zeit wieder und die Katze macht um Stinkwanzen künftig einen großen Bogen.

Reagiert die Katze jedoch auffallend heftig, verschwinden die Symptome nach kurzer Zeit nicht oder bekommt sie das Sekret direkt ins Auge, ist ein zeitnaher Tierarztbesuch sehr zu empfehlen. Wie bei Kontakt mit allen anderen Stoffen, kann es auch bei Stinkwanzensekret leider zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.

Wie werde ich Stinkwanzen wieder los?

Am besten werden Stinkwanzen daher nach Möglichkeit aus der Wohnung entfernt, bevor die Katze mit ihnen in Kontakt kommt. Dabei am besten umsichtig vorgehen und die Insekten keinesfalls zerdrücken, auf sie treten oder sie einsaugen. Außer du möchtest ausprobieren, ob die wirklich so stinken, wie alle sagen. ;-) Auch Pestizide sind in der Wohnung nicht zu empfehlen.

Da die Wanzen nicht sonderlich schnell und doch relativ groß sind, ist es am einfachsten, sie einfach mit einem Glas und einem Blatt Papier einzufangen und wieder nach draußen zu verfrachten.

So bin ich bisher alle Wanzen ohne Geruchsbelästigung wieder losgeworden.

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