Alle Artikel in: Krankheiten

Coronaviren bei Katzen – Antworten auf häufige Fragen

Coronaviren sind derzeit in aller Munde und sorgen für große Angst und Verunsicherung in der Bevölkerung. Dazu tragen auch die vielen halbseidenen Informationen bei, die über diverse Kanäle verbreitet werden. Auch im Hinblick auf die Katze gibt es bei Katzenpersonal viele offene Fragen. In diesem Artikel möchte ich die häufigsten für euch beantworten. Grundsätzlich müssen wir hier zwischen Coronaviren im Allgemeinen, dem Felinen Coronavirus (FCoV)12 und dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 unterscheiden. Was sind Coronaviren? Coronaviren sind RNA-Viren, die unter dem Elektronenmikroskop einer Krone ähneln. Dieser Tatsache verdankt die Virusfamilie ihren Namen. Coronaviren selbst sind bereits seit den 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts bekannt3 . Dass Coronaviren auch den Menschen betreffen können, weiß man seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts4 . Das Feline Coronavirus wurde erstmals 1979 klassifiziert. Coronaviren an sich sind demnach alles andere als neu. Es gibt sie jedoch bei einer Vielzahl von Tieren und auch beim Menschen in unterschiedlichen Varianten. Je nach Variante und Fall können keine bis milde Symptome auftreten, aber auch gefährlich verlaufende Krankheiten wie SARS oder MERS beim Menschen. …

Tollwut bei Katzen – Symptome, Verlauf, Impfungen

Tollwut, auch als Lyssa, Rabies, Wutkrankheit oder Rage bekannt, wird von vielen Katzenhaltern als die schrecklichste aller Katzenkrankheiten empfunden. Jedoch fehlt oft das Wissen, um die genauen Hintergründe der Erkrankung und Unsicherheit, ob im eigentlich tollwutfreien Deutschland eine Impfung gegen die Viruserkrankung notwendig ist und ob jede Katze, die speichelt, gleich tollwütig ist. In diesem Artikel sehen wir uns an, was es mit der Tollwut auf sich hat, wie hoch die Gefahr im deutschsprachigen Raum wirklich ist und wie die Katze vor der tödlichen Erkrankung am besten geschützt werden kann.   Allgemeines zur Tollwut   Bei der Tollwut, die bereits seit 2300 v. Chr. bekannt ist, handelt es sich um eine Erkrankung mit einem RNA-Virus aus der Familie der Rhabdoviridae, das die meisten Warmblütern infizieren kann. Pflanzenfresser und Vögel sind eher selten betroffen. Bei Vögeln ist hierfür die höhere Körpertemperatur verantwortlich. Die meldepflichtige Erkrankung war bis ins 19. Jahrhundert hinein übrigens unter dem Begriff „Hundswut“ bekannt. Der Begriff „Tollwut“ kam nach dem Stand der heute verfügbaren Quellen erstmals um das Jahr 1810 herum zum Einsatz. …

Diabetes mellitus bei Katzen: Spielen Chemikalien eine Rolle?

Das Vorkommen von Diabetes mellitus bei Hauskatzen ist in den letzten 20 Jahren um das Fünffache gestiegen. Eine Ursache dafür könnten chemische Substanzen, wie Brandschutzmittel sein, die von der Katze aufgenommen werden. Die Gründe, warum eine Katze einen Diabetes mellitus entwickelt, sind vielfältig. Eine Ursache ist der feline Hypersomatotropismus bzw. dessen klinisches Symptom, die Akromegalie, die bei bis zu 25 % aller diabetischen Katzen vorliegt.1 Der feline Hypersomatotropismus wird meist durch einen gutartigen Tumor der Hirnanhangdrüse, ein so genanntes Hypophysenadenom, verursacht. Der Niederländer Dr. Stijn Niessen vom Royal Veterinary College in London und Präsident der European Society of Veterinary Endocrinology sowie Direktor der RVCs Diabetic Remission Clinic forscht seit 2003 in diesem Bereich und ist überzeugt davon, dass diese Neubildungen durch chemische Stoffe verursacht werden, die von der Katze beim Lecken, Schnüffeln oder Putzen über Hausstaub aufgenommen werden. Hierzu zählen beispielsweise Brandschutzmittel, mit denen Wohnungseinrichtung und Elektrogeräte standardmäßig versehen werden. Eine Zusammenarbeit mit einer renommierten Expertin für die Akromegalie beim Menschen soll nun zeigen, ob im Blut von Menschen dieselben synthetischen Chemikalien nachweisbar sind, wie …

Chinaseuche: Kann sich meine Katze mit RHD/RHD-2 anstecken?

RHD ist etwas, das man als Kaninchenhalter nie erleben möchte. Derzeit wird in der Presse insbesondere über die mutierte Form RHD-2 vermehrt berichtet. So macht sich auch der ein oder andere Katzenhalter Gedanken darüber, ob sich die eigene Katze – sei es nun als Freigänger oder durch rohes Kaninchen beim Katzen barfen – mit RHD oder RHD-2 anstecken kann. Hier könnt ihr als Katzenhalter entspannt bleiben.

„Was frisst du denn da schon wieder?“ Das Pica-Syndrom der Katze

Pica pica ist der wissenschaftliche Name der Elster und beschreibt ein Verhalten, im Rahmen dessen eigentlich ungenießbare Dinge willentlich verzehrt werden. Ein Beispiel dafür sind Katzen, die gezielt Plastik fressen. Unter den Begriff Pica fällt darüber hinaus je nach zu Rate gezogener Literatur auch das Kauen auf ungeeigneten Gegenständen, wie z. B. Kabeln oder das Nuckeln an Stoff oder auch an Körperteilen. Abgrenzen muss man das versehentliche Verschlucken von Fremdkörpern beim Spielen, wie es bei der Katze unter anderem durch die besondere Beschaffenheit ihrer Zunge leider häufiger vorkommt. Verschiedene Thesen zur Entstehung des Pica-Syndroms. Das Pica-Syndrom ist bei der Katze bereits seit über 40 Jahren bekannt, jedoch weiß man bis heute nicht genau, warum Katzen gezielt Artikel wie Plastik, Haargummis, Wolle, Schuhbändel oder ähnliches verzehren. Es wurden aber im Laufe der Zeit so einige Untersuchungen und auf Basis der Ergebnisse Vermutungen angestellt. Beides wollen wir uns zunächst ein wenig näher ansehen. Unterschiede zwischen verschiedenen Rassen: Bradshaw et al.1 beschrieben 1997, dass orientalische Katzen proportional häufiger von Pica betroffen waren, als andere Katzenrassen, wobei Wolle bevorzugt …

Kann Kaninchen(-fleisch) Katzen krank machen? Enzephalitozoonose bei Katzen

Enzephalitozoonose, oft auch kurz als E. c. bezeichnet, ist sicherlich vor allem Kaninchenhaltern ein Begriff, kann aber neben dem Menschen und einigen Tierarten auch die Katze betreffen. Da es sich um eine Zoonose handelt, ist die Übertragung zwischen unterschiedlichen Tierarten oder auch vom Tier auf den Menschen möglich. Bei der Katze wurde die Enzephalitozoonose in den letzten Jahren vermehrt Thema, auch weil die aktuelle Forschung darauf hinweist, dass E. cuniculi-Infektionen bei Katzen möglicherweise häufiger vorkommen, als sie diagnostiziert werden, speziell bei Tieren mit Augenproblemen (Katarakt, Uveitis). Es stellt sich daher die Frage, inwiefern Kaninchen bzw. Kaninchenfleisch für die Katze eine Gefahr darstellen können.