Katzen päppeln – wenn die Katze zunehmen muss

Gesundheit

Katzen päppeln - wenn die Katze zunehmen muss

Gewichtsverlust bei Katzen beginnt oft unauffällig. Die Katze frisst ein wenig schlechter, wirkt ruhiger oder ihr Fell verliert an Glanz  und erst nach einiger Zeit merkt man, wie viel sie wirklich abgenommen hat.

Die möglichen Ursachen sind vielfältig: Erkrankungen oder Parasiten wie Giardien und Würmer, Zahnprobleme, aber auch besondere Lebenssituationen wie Trächtigkeit, Kittenaufzucht oder sogar Käfigruhe können ursächlich sein. Oder es handelt sich um Katzen, die zuvor unter schlechten Bedingungen leben mussten und bereits abgemagert aufgefunden werden, sodass Päppeln notwendig wird.

Bei der Wahl des passenden Ansatzes kommt es hier ein wenig darauf an, ob die Katze eigentlich gut frisst aber trotzdem an Gewicht zulegen muss oder ob sie das Futter ganz oder teilweise verweigert. Für beide Szenarien findest du im Folgenden verschiedene Ansätze.

Wenn du mehr Orientierung brauchst, findest du im nächsten Abschnitt zunächst einige Grundlagen, wie du Untergewicht bei Katzen erkennst und wann und wie schnell tierärztliche Abklärung notwendig ist. Falls du eine schnelle Hilfestellung brauchst, kannst du hier aber auch direkt zu den Päppeltricks für Katzen springen.

dünne, kränklich wirkende Katze sitzt im Freien im Schatten, mit struppigem Fell und sichtbarem Untergewicht

Eine stark abgemagerte Katze – ein Beispiel dafür, wann dringend Unterstützung beim Fressen und Zunehmen nötig ist.

Untergewicht bei Katzen erkennen…

Bevor wir einschätzen können, welche Maßnahmen sinnvoll sind, lohnt es sich genauer hinzusehen, ob deine Katze tatsächlich untergewichtig ist. Das ist im Alltag gar nicht so einfach. Viele Katzen nehmen über Wochen oder Monate langsam ab, sodass es zunächst kaum auffällt. Andersherum werden normalgewichtige oder schlanke Katzen manchmal für untergewichtig gehalten, obwohl sie es nicht sind, einfach weil heute so viele Katzen übergewichtig sind, dass ein etwas pummeligerer Körperbau als normal angesehen wird. Zudem übersieht man speziell eine schleichende Gewichtsabnahme schnell, weil man die eigene Katze jeden Tag sieht und kleine Veränderungen so leicht übersehen werden.

Eine gute Orientierung bieten hier der Body Condition Score (BCS) und der Muscle Condition Score (MCS). Vom BCS existieren zwei gebräuchliche Systeme (1–5 und 1–9), die aber beide nach dem gleichen Prinzip funktionieren: Niedrige Werte zeigen Untergewicht an, mittlere Normalgewicht und höhere Werte Übergewicht. Beim MCS wird der Zustand der Muskulatur unabhängig vom Körperfett bewertet. Den Muscle Condition Score neben dem Body Condition Score zu bewerten, ist wichtig, da gerade ältere oder chronisch kranke Katzen häufig zuerst Muskulatur verlieren.

Typische Anzeichen für Untergewicht können sein:

  • Die Rippen und bei sehr untergewichtigen Tieren auch Beckenknochen und Rückenwirbel sind (deutlich sichtbar)
  • Schmale Taille
  • Verlust von Muskelmasse
  • Kein bis kaum Bauchfett
  • Die Bauchlinie ist sehr stark bis deutlich eingezogen.

Falls du dir unter der Beschreibung nur wenig vorstellen kannst: In dieser übersichtlichen Darstellung zum Body Condition Score und Muscle Condition Score bei Katzen findest du beide Systeme mit Bildern und Beispielen erläutert.1Dechra Veterinary Products Deutschland GmbH (o. J.) Beurteilung des Ernährungszustandes einer Katze: Body Condition Score (BCS) & Muscle Condition Score (MCS). Verfügbar unter: https://tierhalter.dechra.de/Files/Images/Countries/DE_Petowner_concept/Pri_Katze_Zustand.pdf
(Abgerufen am: 23. November 2025).

Speziell bei Langhaarkatzen ist der optische Eindruck oft wenig zuverlässig, da das Fell Unebenheiten verdeckt. Hier ist vorsichtiges Abtasten wesentlich aussagekräftiger als der Blick auf die Silhouette.

Regelmäßig wiegen lässt Veränderungen rechtzeitig erkennen

Weil man die eigene Katze täglich sieht, übersieht man subtile Veränderungen schnell. Regelmäßiges Wiegen hilft, Gewichtsverlust (oder auch Gewichtszunahme) früh zu erkennen. Bei gesunden erwachsenen Katzen ist hier in der Regel ein monatlicher Check ausreichend, während Kitten, ältere Katzen und Tiere mit chronischen Erkrankungen häufiger kontrolliert werden sollten. Am besten erstellst du dir hier eine Gewichtskurve.

Du bist dir unsicher, ob deine Katze zu dünn ist oder Muskulatur verliert? In deiner Tierarztpraxis kann man dir bei der Einschätzung helfen.

Um bei Tierarztpraxis zu bleiben: Im nächsten Schritt beschäftigen wir uns damit, wann eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll oder notwendig ist.

Wann tierärztliche Abklärung notwendig ist…

Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, regelmäßiges Mäkeln oder völlige Futterverweigerung gehören bei Katzen immer zeitnah tierärztlich abgeklärt. Katzen zeigen Krankheitszeichen häufig erst spät, und viele Ursachen lassen sich nur durch tierärztliche Untersuchung und ggf. weiterführende Diagnostik (z. B. Blutuntersuchung, bildgebende Verfahren) erkennen. Päppeln allein reicht dann nicht aus.

Bevor du mit Päppelmaßnahmen beginnst, sollte immer eine Tierärztin oder ein Tierarzt prüfen, warum deine Katze abnimmt oder schlecht frisst. Das ist wichtig, weil nicht jede Maßnahme für jede Katze geeignet ist – besonders bei Kitten, Senioren oder Tieren mit chronischen Erkrankungen.

Damit du besser einschätzen kannst, wie schnell eine Vorstellung in der Tierarztpraxis oder Tierklinik notwendig ist, findest du hier eine kurze Orientierung.

Sehr zeitnah zum Tierarzt

Es gibt Situationen, in denen Katzen schnell tierärztliche Hilfe brauchen. Das gilt vor allem dann, wenn zusätzlich zum Gewichtsverlust oder dem verminderten Appetit weitere Warnsignale auftreten oder die Katze gar nicht mehr frisst. Folgende Fälle sollten immer als dringlich eingestuft werden:

  • Die Katze frisst seit 24 Stunden oder länger gar nichts. Katzen vertragen keine längeren Hungerphasen. Schon kurze Nüchternheit kann das Risiko einer hepatischen Lipidose (Fettleber) erhöhen. Besonders Kitten, übergewichtige Katzen sowie Tiere mit chronischen Erkrankungen können bereits nach 12-24 Stunden ohne Nahrung ernsthafte Probleme entwickeln.
  • Es treten zusätzliche besorgniserregende Symptome auf. Erbrechen, Durchfall, Fieber, deutliche Mattigkeit, vermehrtes Trinken, sichtbare Schmerzen oder ein auffälliges Atemverhalten sind einige der Alarmzeichen, bei denen du schnell aufmerksam werden solltest. Die Kombination aus Appetitverlust und einem weiteren Symptom sollte immer zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.
  • Der Gewichtsverlust ist plötzlich und deutlich sichtbar. Rasche Abnahme innerhalb weniger Tage ist immer ein Warnsignal und sollte immer tierärztlich untersucht werden.
  • Kitten, alte Katzen oder chronisch kranke Tiere fressen schlecht oder nehmen ab. Diese Tiere bauen schneller ab als gesunde erwachsene Katzen. Wenn sie weniger fressen, gar nicht fressen oder sichtbar abnehmen, sollte möglichst schnell eine tierärztliche Untersuchung erfolgen.
  • Es liegen bekannte Vorerkrankungen vor. Bei Katzen mit CNI, Diabetes, Pankreatitis, Schilddrüsenerkrankungen oder Leberproblemen ist Appetitverlust grundsätzlich ein ernstes Zeichen. Schon kleine Veränderungen im Fressverhalten können hier auf eine Verschlechterung hinweisen.

Wann du ggf. erstmal kurzzeitig beobachten kannst…

In manchen Situationen kannst du deine Katze zunächst über einen sehr kurzen Zeitraum zu Hause beobachten. Verbessert sich der Appetit nicht nach kurzer Zeit wieder oder wirst du unsicher, solltest du zeitnah einen Termin in der Tierarztpraxis vereinbaren. Gewichtsverlust und schlechtes Fressen (auch häufiges Mäkeln) müssen immer tierärztlich abgeklärt werden.

  • Die Katze frisst weniger, aber nicht komplett gar nicht. Leichter Appetitverlust kann z. B. durch Stress, Hitze, Futterwechsel oder kleinere Probleme im Magen-Darm-Trakt entstehen.
  • Der Gewichtsverlust ist eher schleichend und nicht akut aufgefallen. Eine tierärztliche Abklärung ist trotzdem sehr zeitnah sinnvoll, aber nicht innerhalb von 24 Stunden notwendig. Also kein Fall für den Notdienst, aber schon etwas, das zeitnah untersucht werden sollte.
  • Die Katze verhält sich ansonsten normal. Sie ist aktiv, bewegt sich, putzt sich, trinkt und zeigt keine zusätzlichen Symptome.
  • Es gibt eine nachvollziehbare harmlose Ursache, z. B. eine Impfung, ein stressreicher Tag, Besuch oder Umzug. In solchen Fällen kann der Appetit vorübergehend vermindert sein.

Wichtig: Wenn du unsicher bist oder dein Bauchgefühl sagt, dass „irgendetwas nicht stimmt“, ist es immer besser, die Katze einmal zu früh tierärztlich vorzustellen, als einmal zu spät. Katzen kompensieren lange und zeigen Krankheitszeichen oft erst spät. Gerade Zahnprobleme können sich sehr unspezifisch zeigen und sind in ihrem ganzen Ausmaß erst durch geeignete bildgebende Verfahren, i. d. R. intraorales Röntgen (Dentalröntgen), beurteilbar. Dass eine Katze noch frisst, heißt NICHT, dass sie kein Problem mit den Zähnen hat.

Allgemeine Hinweise zur Fütterung von untergewichtigen Katzen

Untergewicht bei Katzen kann viele Ursachen haben, die wie bereits erwähnt tierärztlich abgeklärt werden sollten. Grundsätzlich gilt: Damit eine untergewichtige Katze wieder zunimmt, muss sie mehr Energie aufnehmen, als sie verbraucht. Am besten gelingt das mit hoch verdaulichem Futter mit hoher Energiedichte, das in mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt angeboten wird.

Damit die Katze das Futter gut akzeptiert, sollte es möglichst schmackhaft sein. Bei Bedarf kann man es mit kleinen, geeigneten Schmankerln etwas attraktiver machen. Welche Futterzusätze, Spezialfuttermittel, Päppelnahrungen oder Hausmittel hier infrage kommen, erkläre ich weiter unten genauer.

Die Energiedichte des Futters wird langsam erhöht, besonders im Hinblick auf den Fettgehalt. Nur den Fettanteil zu steigern ist dabei nicht sinnvoll. Ziel ist eine langsame und gesunde Gewichtszunahme und damit einhergehend der Aufbau von Muskulatur. Als Orientierung empfiehlt sich eine stetige, sanfte Steigerung von etwa ein Prozent des aktuellen Körpergewichts pro Woche.

Wichtig: Katzen richtig anfüttern!!!

Wenn eine Katze während einer Erkrankung längere Zeit wenig oder gar nichts gefressen hat oder stark abgemagert gefunden wurde, möchte man sie natürlich schnell wieder aufpäppeln. Hier ist aber Vorsicht geboten. Eine zu rasche Fütterung nach einer Hungerphase kann das sogenannte Refeeding-Syndrom auslösen. Dabei geraten wichtige Mineralstoffe wie Phosphat, Kalium und Magnesium aus dem Gleichgewicht, was wiederum zu ernsthaften Problemen führen kann, etwa zu Herzrhythmusstörungen oder einer hämolytischen Anämie. 2Ernährung von Intensivpatienten. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021.

Deshalb sollte eine Katze nach einer Hungerphase immer langsam und kontrolliert wieder an Nahrung gewöhnt werden. Fachliche Empfehlungen raten dazu, bei stark geschwächten Katzen zunächst mit etwa 20 bis 25 Prozent des Ruheenergiebedarfs (RER) zu beginnen und die Menge in den folgenden Tagen schrittweise zu erhöhen.3Taylor, S.S., Chan, D.L., Villaverde, C. et al. (2022): 2022 ISFM consensus guidelines on management of the inappetent hospitalised cat. Journal of Feline Medicine and Surgery, 24(7), 614–640. Verfügbar unter: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1098612X221106353 (Abgerufen am: 30. November 2025).

So füttert man eine geschwächte oder untergewichtige Katze richtig an:

  • mit sehr kleinen Portionen beginnen, etwa 20 bis 25 Prozent des RER am ersten Tag 4Der sogenannte Ruheenergiebedarf (RER) beschreibt die Energiemenge, die eine Katze in völliger Ruhe benötigt, um grundlegende Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Die Berechnung erfolgt nach einer veterinärmedizinischen Formel, die in Fachquellen festgelegt ist. Da die benötigte Futtermenge je nach Katze und Futtersorte individuell unterschiedlich ausfällt, lässt sich an dieser Stelle keine verlässliche Grammangabe machen. Bitte frag im Zweifel deine Tierärztin oder deinen Tierarzt, mit welcher Menge du bei deiner Katze am besten starten solltest.
  • die Futtermenge über mehrere Tage (4-10) langsam steigern
  • gut verdauliches, proteinreiches Futter verwenden

Eine Katze in diesem Zustand sollte engmaschig tierärztlich begleitet werden, damit mögliche Komplikationen früh erkannt und die Gewichtszunahme sicher überwacht werden kann.

Tipps zum Katzen päppeln

Im Folgenden habe ich verschiedene Maßnahmen und Produkte zusammengestellt, die dir – wenn die Katze nicht frisst – beim Päppeln helfen können. Es handelt sich dabei überwiegend um Produkte, mit denen ich selbst gute Erfahrungen gesammelt habe und daher auch wirklich empfehlen kann.

Wichtig:

  • Zugrundeliegende oder begleitende Probleme wie Übelkeit oder Schmerzen müssen im Vorfeld und/oder begleitend tierärztlich behandelt werden, wenn man die Katze zum Fressen animieren will.
  • Neue Zusätze sollten immer langsam eingeführt werden, um zu sehen, ob sie von der Katze gut vertragen und akzeptiert werden.
  • Sprich die Gabe von Futterzusätzen und anderen Päppelmitteln außerdem  immer mit der behandelnden Tierärztin bzw. dem behandelnden Tierarzt ab, insbesondere bei kranken, geschwächten, alten Katzen oder Kitten.

Katzen päppeln mit Futterzusätzen

verschiedene Futterzusätze und Snacks für Katzen, darunter Brühe, Probiotika und Leckerli zur Unterstützung beim Päppeln

Futterzusätze wie Brühen, Probiotika oder gefriergetrocknete Snacks können Appetit und Verdauung unterstützen.

Im Fachhandel oder auch in der heimischen Küche finden sich verschiedene Mittelchen, mit denen der Appetit von Katzen angeregt werden kann und die zum Teil auch gut zum Katzen päppeln hergenommen werden können, da sie nicht nur die Akzeptanz des Futters verbessern, sondern das Futter in der Päppelphase teilweise auch energiereicher gestalten können.

  • Kittenaufzuchtmilch (Pulver zur Aufzucht von Katzenkindern, nicht die fertige Katzenmilch aus dem Supermarkt): Kann den Geruch und Geschmack des Futters attraktiver gestalten. Eine dünne Schicht Pulver oder eine kleine angerührte Menge reichen oft aus. Ich arbeite hier gerne mit KMR, Carnilac oder FarmFood No. 1.
  • Salzarme, ungewürzte Hühnerbrühe: Hühnerbrühe kann zur Appetitanregung hilfreich sein oder wenn Katzen eine flüssigere Konsistenz bevorzugen. Die Brühe sollte immer ohne Gewürze und maximal leicht gesalzen sein. Hier findet ihr eine detaillierte, bebilderte Kochanleitung für eine Hühnerbrühe für kränkelnde Katzen.
  • Thunfischwasser: Die Flüssigkeit aus den Thunfischdosen im eigenen Saft wird häufig gut akzeptiert. Schon wenige Tropfen reichen meist, um den Geruch zu intensivieren. Bei empfindlichen Katzen bitte sparsam verwenden.
  • Katzen-Smoothies und Katzendrinks: Flüssige Katzenleckereien wie z. B. Miamor Trinkfein oder Flüssigfleischnahrung wie z. B. Tjure können die Akzeptanz des Futters erhöhen und bringen zudem ein wenig Flüssigkeit ins Futter.
  • Bierhefeflocken: Viele Katzen finden den Geschmack von Bierhefeflocken sehr attraktiv. Jedoch werden sie nicht von allen Haustigern vertragen. Daher eher vorsichtig einführen.
  • Tierische Fette wie Geflügelfett oder Rinderfettpulver können sowohl den Geruch als auch die Energiedichte verbessern. Was erfahrungsgemäß gut funktioniert, ist Gänseschmalz (ohne Gewürze, ohne Zwiebeln), das erwärmt einen Geruch verströmt, der ein wenig an Brathähnchen bzw. gebratene Gans erinnert. Auch bei Fett sollte man eher vorsichtig sein und die Gabe ggf. mit der Tierärztin/dem Tierarzt abstimmen. Maximal ein Teelöffel pro Tag, verteilt auf mehrere Portionen, reicht in der Regel aus.
  • Prä-/Probiotika: Wenn die Katze zunehmen muss, sollten Nährstoffe natürlich im Darm möglichst gut aufgenommen werden und die Verdauung reibungslos funktionieren. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Mikrobiom nicht nur durch Stress beeinflusst wird, sondern dass es selbst auch Einfluss auf Stressreaktionen hat (Stichwort: gut-brain axis). 5 Dodd, S. (2023). Small animal microbiomes and nutrition (S. 65-67). Newark: John Wiley & Sons, Incorporated.. Es ist daher immer eine gute Idee, dem Mikrobiom etwas Gutes zu tun. Ein Produkt, das hier eingesetzt werden kann und häufig auch appetitanregende Wirkung hat ist PURINA PRO PLAN Feline FortiFlora®. Alternativ können auch andere Probiotika wie z. B. SivoMixx hergenommen werden, um das Mikrobiom der Katze zu unterstützen.
  • Fortan Fortain: Funktioniert bei Katzen, die es lieben, oft gut. Sollte aber auch eher sparsam und in Absprache mit der Tierarztpraxis eingesetzt werden.
  • Katzenleckerli: Können feingebröselt über dem Futter die Akzeptanz erhöhen. Das klappt oftmals mit gefriergetrockneten Katzenleckerlis gut. Es können aber auch andere Snacks oder Katzenfutter-Toppings aus dem Zoofachhandel hergenommen werden, die in vielen verschiedenen Varianten und Geschmacksrichtungen verfügbar sind.
  • gedünstetes Gemüse: Unterschiedliche Katzen haben unterschiedliche Vorlieben. So gibt es auch Katzen, die gedünstetes Gemüse sehr attraktiv finden, so dass man damit in kleinen Mengen das Futter aufwerten kann. Was häufig gut geht, ist Kürbis und Karotte. Diese kann man als Babygläschen kaufen (Achtung: Die reinen Gemüsegläschen für „ab dem 5. Monat“ verwenden), man kann aber Gemüse natürlich auch selbst dünsten und dann in Eiswürfelformen einfrieren.
  • Zur Fütterung geeignete Katzenminze: Funktioniert individuell sehr unterschiedlich, kann aber bei einigen Katzen das Interesse am Futter erhöhen. Futtertaugliche Katzenminze gibt es z. B. bei lillysbar.de.

Wichtig: Futterzusätze ersetzen kein ausgewogenes Alleinfuttermittel. Es ist wichtig, dass der Hauptteil der Nahrung nach wie vor aus einem bedarfsdeckenden Alleinfuttermittel besteht. Ergänzungsfuttermittel und Leckerli sind nicht bedarfsdeckend. Hier drohen Nährstoffmängel.

Katzen päppeln mit Spezialfuttermitteln

Spezialfutter für geschwächte Katzen: Hill’s Prescription Diet On-Care und Royal Canin Recovery

Spezialfutter wie Hill’s On-Care oder Royal Canin Recovery erleichtert geschwächten Katzen die Nährstoffaufnahme.

Über deine Tierarztpraxis oder den (Online-)Fachhandel können auch verschiedene Spezialfuttermittel für Katzen in der Rekonvaleszenz und zur Gewichtszunahme bezogen werden. Diese Futtersorten sind leicht verdaulich, haben eine hohe Energie- und Nährstoffdichte und verfügen meist über eine weiche, gut aufzunehmende Konsistenz. Dadurch muss die Katze im Vergleich zu normalem Katzenfutter eine geringere Menge fressen, um trotzdem ausreichend Kalorien und Nährstoffe zu erhalten. Das ist ein großer Vorteil, wenn die Katzen schlecht fressen und nur geringe Futtermengen aufnehmen (können).

Im Folgenden findest du eine Übersicht über häufig genutzte Spezialfuttermittel (alphabetisch sortiert):

  • Hill’s a/d
  • Hill’s Prescription Diet ON-Care
  • Kattovit Aufbaukur / Recovery
  • Royal Canin Recovery
  • Specific F C IN W Intensive Support
  • Vet-Concept Cat Revital

Diese Futtersorten sind als Übergangslösung gedacht, nicht für die dauerhafte Fütterung. Generell gilt auch hier: Die Gabe sollte immer mit der behandelnden Tierärztin / dem behandelnden Tierarzt abgesprochen werden.

Häufig gibt es in der Tierarztpraxis auch die Möglichkeit, erst einmal nur eine Dose zu erwerben oder Proben zu erhalten. Das ist praktisch, da der Geschmack der Katzen ja individuell unterschiedlich ist und man manchmal ein wenig ausprobieren muss, bis man das passende Spezialfutter gefunden hat.

Kittenfutter als Zwischenlösung:

Wenn Spezialfutter kurzfristig nicht verfügbar ist oder deine Katze es nicht akzeptiert, kann hochwertiges Kittenfutter eine sinnvolle Alternative sein. Es ist energiedichter als Adultfutter, meist sehr schmackhaft und wird häufig gut gefressen. Sobald sich der Zustand verbessert, sollte jedoch wieder auf ein reguläres Adultfutter umgestellt werden.

Trockenfutter als Päppelfutter?

Trockenfutter besitzt im Vergleich zu Nassfutter eine höhere Energiedichte, wodurch die Katze eine geringere Menge aufnehmen muss, um ihren Energiebedarf zu decken. Das kann ein Vorteil bei Katzen sein, die nur kleine Portionen fressen und zunehmen sollen. Zudem hat es oft eine gute Akzeptanz. Allerdings decken Katzen ihren Flüssigkeitsbedarf überwiegend über die Nahrung 6Grundlagen. In: Bolbecher G, Hrsg. Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. und eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit ist auch für unsere Haustiger wichtig. Eine reine Trockenfutterfütterung ist daher nicht optimal.

Trockenfutter kann jedoch durchaus als ergänzende Komponente in den Futterplan integriert werden, wenn keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen.

Folgende Einsatzmöglichkeiten sind z. B. denkbar:

  • als Teil der täglichen Futterration, wenn die Katze fit genug ist gerne auch in Form von Activity Feeding
  • gemörsert als Topping über das Nassfutter
  • anstelle von Leckerli

Ein Trockenfutter, das nach meiner Erfahrung auch dann häufig noch gefressen wird, wenn sonst nichts mehr akzeptiert wird, ist RENAL SELECT von Royal Canin. Das Futter ist jedoch speziell für nierenkranke Katzen konzipiert. Insbesondere bei Katzen ohne diagnostiziertem Nierenproblem sollte die Gabe daher auf jeden Fall vorab mit der Tierärztin oder dem Tierarzt abgesprochen werden.

Katzen päppeln mit appetitanregenden Päppelmitteln

hochkalorische Päppelpräparate für Katzen, darunter Reconvales Energy und eine Lachs-Päppelpaste

Hochkalorische Präparate wie Reconvales® Energy oder Päppelpasten regen Appetit und Energieaufnahme an.

In der Tierarztpraxis oder auch in verschiedenen Online-Shops kannst du unterschiedliche Päppelmittel erwerben, die den Appetit anregen und/oder deine Katze gleichzeitig mit Energie und wichtigen Nährstoffen versorgen können, wenn sie ihr gewohntes Futter nicht mehr frisst. Die Produkte sind in flüssiger Form sowie als Pasten oder Gels erhältlich.

Einige gängige Präparate, alphabetisch sortiert:

  • Aufbaukur / Recovery Drink (Kattovit)
  • Bioserin Serumprotein (WDT)
  • Calo-Pet® (Vétoquinol)
  • Immun Tonicum (RECOACTIV)
  • Liquidocare Appetitanreger Katze
  • Nutribound Katze (Virbac)
  • Nutri-Cal (Dechra)
  • Nutri-Plus-Gel (Virbac)
  • ReConvales Energy (alfavet)
  • ReConvales Päppelpaste (alfavet)
  • ReConvales Power (alfavet)
  • ReConvales Tonicum Katze (alfavet)
  • Recovery Immun (RECOACTIV)
  • Recovery Liquid (Royal Canin)
  • Recovery Liquid CCL (Trovet)
  • RecoVital Tonicum Katze (Virbac)
  • Tomlyn Nutri-Cal

Viele dieser Produkte schmecken Katzen sehr gut und können so den Appetit anregen. Manchmal sind sie zu Beginn das Einzige, was überhaupt gefressen wird. Welche Präparate eine Katze annimmt, ist allerdings sehr unterschiedlich und man muss oft ein wenig ausprobieren, wenn die Katze das Fressen verweigert.

Wichtig: Päppelmittel sind immer nur für den kurzfristigen Einsatz gedacht. Das Ziel ist, deine Katze so schnell wie möglich wieder auf ein vollwertiges Alleinfutter umzustellen.

Achte außerdem darauf, dass die Gabe zur gesundheitlichen Situation deiner Katze passt. Besprich daher am besten immer mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt, welche Produkte geeignet sind und ob sie nur den Appetit anregen oder auch zur Energie- und Nährstoffversorgung beitragen. Die Päppelmittel können im Anschluss unter genauer Berücksichtigung der angegebenen Fütterungshinweise ggf. während der Rekonvaleszenz auch weiterhin zusätzlich zum Hauptfutter gegeben werden.

Katzen päppeln mit Gutem aus der Küche

Schale mit milchiger Flüssigkeit,  Babygläschen mit Rind und Joghurt – Beispiele für schonende Küchenzutaten zum Päppeln von Katzen

Schonende Küchenzutaten wie Babybrei oder Joghurt können Katzen bei der Rekonvaleszenz helfen.

Neben den genannten Futtermitteln kann man Gewichtszunahme und Futteraufnahme auch durch „Menschenessen“ fördern, soweit es vertragen wird.

Milch und Milchprodukte

Milch und Milchprodukte mögen viele Katzen gerne. Sie sind eiweißreich, das Protein besitzt eine hohe biologische Wertigkeit und sie sind hochverdaulich. Zudem kann die Gabe von laktosehaltigen Milchprodukten insbesondere auch bei Katzen mit Leber- oder Nierenproblemen vorteilhaft sein.

Warum können Katzen mit Leber- und Nierenproblemen von Milchprodukten profitieren?

Beim Abbau von Lactose oder Lactulose entstehen kurzkettige Fettsäuren und Milchsäure, die eine pH-Wert-Reduktion im Darm bewirken können, wodurch Ammoniak (NH3) vermehrt zu Ammonium (NH4+) umgewandelt und mit dem Kot ausgeschieden wird. 7Niereninsuffizienz. In: Zentek J, Hrsg. Ernährung des Hundes – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 9., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022. So werden Leber und Nieren entlastet, da Ammoniak ansonsten in der Leber zu Harnstoff entgiftet und dann über die Nieren ausgeschieden werden müsste, was bei geschädigter Leber und geschädigten Nieren nur noch bedingt funktioniert.

Was aber problematisch sein kann: In Milch ist Laktose (Milchzucker) enthalten. Damit diese verdaut werden kann, benötigt der Darm das Enzym Laktase in ausreichendem Umfang. Die Produktion des Enzyms geht jedoch nach Absetzen der Katzenwelpen und der Umstellung auf feste Nahrung nach und nach zurück und bleibt dann auch gering. Das bedeutet, dass Lactose nicht mehr so gut abgebaut werden kann, was wiederum zu Durchfällen führen kann.

Daher sollte deine Katze pro Tag nicht mehr als 2 g Laktose/ kg Körpergewicht erhalten. Kuhmilch enthält etwa 50 g Laktose /kg uS, entsprechend ist mehr als 40 ml Milch / kg Körpergewicht nicht zu empfehlen. Starte hier aber lieber vorsichtig mit geringeren Mengen. Joghurt, Quark oder Hüttenkäse enthalten deutlich weniger Laktose, daher sind hier rein auf den Laktosegehalt bezogen auch größere Mengen möglich. 8Grundlagen der Fütterung. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021. Eine denkbare Alternative wäre die Gabe von laktosefreien Produkten.

Fleisch und andere tierische Produkte

  • Selbst für die Katze kochen:
    Wenn Diätfuttermittel wie die bereits genannten nicht akzeptiert oder gewünscht werden, gibt es auch die Möglichkeit, selbst für die Katze zu kochen.Hier könnte man als Proteinquelle ggf. mit Lammhack (gibt es beim türkischen Metzger) arbeiten, das recht energiereich ist und oft gut akzeptiert wird. Auch gekochtes Hühnchen oder gedünstetes Fischfilet funktionieren häufig gut. Bitte keine Knochen oder Gräten mitverfüttern.
  • Babynahrung: Babynahrung im Gläschen wird von vielen Katzen sehr geliebt und lässt sich auch gut schlecken oder per Spritze füttern, wenn die Katze gerade nichts Festes aufnehmen kann oder möchte. Hier können die Fleisch-Zubereitungen mit Huhn oder Rind verwendet werden. Es wird immer wieder kritisiert, dass diese neben Fleisch auch Reismehl enthalten, das ist aber in dieser Situation durch die oftmals wirklich herausragende Akzeptanz und die schnelle Verfügbarkeit vernachlässigbar.
  • Eier: Eier sind eiweißreich. Das Protein besitzt eine hohe Verdaulichkeit und – sofern gekocht – auch hohe biologische Wertigkeit. Zudem sind Fett, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten. Das macht hartgekochte Eier auch zum Päppeln interessant, wenn die Katze an Gewicht zunehmen muss.

    Warum die Eier gekocht sein sollten?

    Rohe Eier enthalten zum einen Avidin, das Biotin bindet, und zum anderen Trypsininhibitoren, die die Proteinverdauung beeinträchtigen und zu Verdauungsstörungen führen können.  

Katzen päppeln – Tipps und Tricks

Neben der Wahl des geeigneten Futters kann man auch durch andere Maßnahmen die Futteraufnahme verbessern. Dabei gilt grundsätzlich: Umso zufriedener die Katze ist und umso mehr ihre Bedürfnisse erfüllt werden, umso besser kann man sie in der Regel animieren, Futter aufzunehmen. Dazu gehört zum Beispiel auch das richtige Katzenklomanagement.

Hier wollen wir uns aber auf Tipps und Tricks zur Futtergabe beschränken:

  • Geeigneter Futternapf: Viele Katzen fressen lieber aus flachen Tellern, statt aus normalen Näpfen, da sie hier nicht mit ihren empfindlichen Schnurrhaaren anstoßen. Letzteres kann für unsere Haustiger so unangenehm sein, dass es sogar einen eigenen Ausdruck dafür gibt: Whisker Stress.Gerade, wenn die Katze Probleme mit den Gelenken hat oder unter Übelkeit leidet (was z. B. bei Katzen mit CNI/CNE häufiger der Fall ist), kann ein erhöhter Futternapf die Futteraufnahme ebenfalls erleichtern.
  • Viele Angebote schaffen: Manchmal verbinden Katzen die Futteraufnahme oder den bisherigen Fressplatz mit etwas Unangenehmem. Hier können ein neuer Futterplatz mit neuer Futterschüssel und ggf. neuem Futter helfen. Auch mehrere gefüllte Futterschalen im Haus verteilt, animieren Katzen im Idealfall dazu, im Vorbeigehen immer wieder einen Happen aufzunehmen.Leider ist die Umsetzung einer solchen „Fressstraße“ im Mehrkatzenhaushalt in der Regel schwierig. Hier kann man sich ggf. mit einem chipgesteuerten Futterautomaten oder einem separaten Zimmer, das per Katzenklappe nur für die zu päppelnde Katze zugänglich ist, behelfen.Generell gilt: Viele kleine Portionen über den Tag verteilt, sind näher an der natürlichen Nahrungsaufnahme der Katze und machen es dem Tier zum einen leichter mehr Futter über den Tag verteilt aufzunehmen und sind zum anderen bekömmlicher, als große Portionen morgens und abends.
  • Buffet anbieten: Gerade bei kranken Katzen ist es oft schwierig. Was am einen Tag noch gefressen wird, wird am nächsten komplett verweigert. Hier kann es helfen, wenn man der Katze ein Buffet aus verschiedenen Futtermitteln anbietet, so dass sie jeden Tag frei entscheiden kann, was sie möchte. Auch hier muss man jedoch im Mehrkatzenhaushalt ggf. ein wenig kreativ werden.
  • Aus der Hand füttern / Futter bringen: Geht die Katze nicht zum Futternapf, kannst du das Futter auch zu ihr bringen und/oder sie mit der Hand oder mit dem Löffel füttern. Oft hilft es auch, der Katze das Futter vor die Nase zu stellen, wenn sie gerade schläft. Häufig nehmen sie dann im Halbschlaf zumindest einige Bissen zu sich. Manche Katzen entwickeln auch Interesse am Futter, wenn man so tut, als würde man es selbst essen.Was zudem nie schadet, ist eine gute Portion TLC (Tender, Love and Care). Viele Katzen fressen z. B. besser, wenn man ihnen dabei Gesellschaft leistet, ihnen gut zuredet, sie lobt und/oder streichelt.Wenn sich die Katze noch putzt, kann man ggf. auch versuchen, eine kleine Menge Futter auf die Pfote zu geben, um sie wieder auf den Geschmack zu bringen, wenn sie sich die Pfötchen ableckt. Aber: Pfoten unbedingt vorsichtig säubern, wenn die Katze das nicht selbst erledigt!
  • Futter anwärmen: Futter, das auf leicht unter Körpertemperatur angewärmt wurde, riecht intensiver. Das kann insbesondere dann die Akzeptanz erhöhen, wenn die Katze z. B. unter Katzenschnupfen leidet und der Geruchs- und damit auch der Geschmackssinn eingeschränkt ist. Bei Katzen, die eine erlernte Futteraversion entwickelt haben, kann das Anwärmen kontraproduktiv sein. 9Der Ernährungsstatus von Katzen mit Tumorerkrankungen: Diagnose und diätetische Empfehlungen. In: Pibot P, Biourge V, Elliott D, Hrsg: Royal Canin S. A. – Enzyklopädie der klinischen Diätetik der Katze. Paris: Aniwa SAS (2008)Achtung: Immer prüfen, dass das Futter auch im Kern nicht zu heiß ist, insbesondere wenn es in der Mikrowelle erwärmt wurde.

    Wichtig ist dabei immer, dass die Nahrungsaufnahme durch eine stressfrei gestaltete Fütterung möglichst angenehm gestaltet wird.

Katzen päppeln mit Zwangsfütterung / Assistenzfütterung / assistierter Fütterung

Fütterungsspritze vor Katzennassfutter als Hilfsmittel für die schonende Zwangsfütterung von stark geschwächten Katzen, die gepäppelt werden müssen.

Bei starker Appetitlosigkeit kann eine behutsame Fütterung mit Spritze nötig sein – immer in Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt.

Assistenzfütterung ist ein Thema, das in der Regel weder der Katze noch den zugehörigen Menschen gefällt. Leider ist es jedoch manchmal notwendig, um dem eigenen Haustiger über eine Krise hinwegzuhelfen und das Leben des Tieres zu retten.

Wie füttert man richtig zu?

Bei der Assistenzfütterung sind vor allem zwei Dinge wichtig: Ruhe und Geduld. Keinesfalls darf die Katze mit Zwang „gestopft“ werden. Die Fütterung erfolgt immer in aufrechter Position mit erhobenem Kopf, langsam und behutsam. Die Fütterung darf nicht in Rücken- oder Seitenlage erfolgen und auch der Hals sollte nicht überstreckt werden, sonst erhöht sich die Gefahr, dass sich die Katze beim Füttern verschluckt.

Ein Handtuch, das sanft um die Katze gelegt wird, hilft, das Fell möglichst sauber zu halten. Nach der Fütterung müssen Verunreinigungen im Gesicht (und wenn vorhanden) an anderen Stellen des Katzenkörpers mit körperwarmem Wasser vorsichtig entfernt werden. Mullwaschlappen oder -tücher aus dem Babybedarf funktionieren hier recht gut und sind sanft zur empfindlichen Haut rund um Maul und Nase. Es kann aber natürlich auch jedes andere geeignete Tuch verwendet werden.

Bei der Fütterung sind viele kleine Portionen über den Tag verteilt häufig die bessere Wahl (Aufteilung mindestens auf 4 bis 6 Portionen). Kleine Portionen sind insbesondere auch dann wichtig, wenn die Katze nach einer längeren Zeit ohne Nahrungsaufnahme wieder angefüttert werden muss. Die Fütterung funktioniert gut per Spritze. Diese sollte leichtgängig sein und ein gleichmäßiges Austreten des Futters ermöglichen. Mit welcher Spritzengröße man am besten zurechtkommt, kommt ein wenig auf die individuellen Vorlieben an. Hier haben sich 5-ml- und 10-ml-Spritzen für die Assistenzfütterung bewährt. Das Futter selbst sollte nicht mit Wasser verdünnt werden.

Welches Futter eignet sich zum Zwangsfüttern?

Viele Diätfuttermittel, die bei Katzen mit schlechter Nahrungsaufnahme eingesetzt werden können (in diesem Abschnitt gelistet), besitzen eine feine Konsistenz (Mousse) und lassen sich auch gut mit der Spritze füttern. Ich nehme gerne das Royal Canin Recovery, aber Hills a/d funktioniert ebenfalls gut. Zur Überbrückung kann man auch vorübergehend (z. B. bis das Spezialfutter geliefert wird) mit Mousse aus dem Supermarkt oder Zoofachhandel arbeiten. Gut spritzengängig ist zum Beispiel das Coshida Selection – Feine Mousse von Lidl.

So bekommst du das Futter für die Assistenzfütterung gut in die Spritze:

  1. Futterdose öffnen, auf Zimmertemperatur temperieren lassen und mit einem Teelöffel gut durchrühren.
  2. Prüfe einige Male, ob die Spritze leichtgängig ist, indem du den Kolben einige Male hin- und herbewegst (sollte bei unverwendeten Spritzen der Fall sein).
  3. Baue die Spritze auseinander, so dass du einmal den Zylinder, also das hohle Röhrchen, und einmal den Kolben oder Spritzenstempel hast.
  4. Befülle dann langsam mit einem Teelöffel den Zylinder. In der Regel ist die Mousse fest genug, damit sie unten nicht aus der Düse / dem Konus fließt. Falls dem doch der Fall sein sollte, kannst du dir mit einem Verschlussstopfen behelfen. Die Spritze mit dem Konus beim Befüllen immer wieder einmal auf eine feste Unterlage zu klopfen, hilft dabei, dass das Futter nach unten rutscht. Es reicht, wenn du die Spritze zu etwa 2/3 befüllst.
  5. Steck den Kolben vorsichtig wieder in den Zylinder. Mach das am besten über der Dose oder einem anderen Behälter, um Sauerei zu vermeiden, falls dabei Futter die Spritze über den Konus wieder verlässt.
  6. Reinige die Spritze von außen, wenn nötig.

Befülle dir dabei am besten gleich so viele Spritzen, wie du für die aktuelle Futtergabe benötigst. Bei manchen Futtermitteln funktioniert es auch, wenn man das Futter direkt mit der Spritze aufzieht.

Hygiene ist wichtig: Futterspritzen können mehrmals verwendet werden, wenn sie nach der Fütterung heiß (ohne Spülmittel) gereinigt werden. Spätestens, wenn die Spritzen nicht mehr leichtgängig sind, sollten sie aber ausgetauscht werden.

Wann solltest du deine Tierärztin bzw. deinen Tierarzt konsultieren?

Eine Katze, die die Nahrung verweigert, sollte ohnehin engmaschig tierärztlich betreut werden. Bitte nimm aber umgehend Kontakt zu deiner Tierarztpraxis auf, wenn die Zwangsfütterung nur unter erheblichem Stress gelingt, das Futter erbrochen wird oder andere Faktoren verhindern, dass die Katze ausreichend frisst. In solchen Situationen ist schnelle Unterstützung wichtig, um eine weitere Verschlechterung zu vermeiden.

Künstliche Ernährung als Alternative zur Assistenzfütterung?

Wenn es zu Hause nicht möglich ist, die Katze über assistierte Fütterung ausreichend zu versorgen, gibt es auch noch die Option, die Katze in der Tierarztpraxis oder Tierklinik temporär über eine Sonde zu ernähren. Je nach Situation kann man diese auch noch mit der parenteralen Versorgung über einen venösen Zugang kombinieren. Beide Maßnahmen sind dazu gedacht, die Katze stabil zu halten, bis sie wieder selbstständig genügend Nahrung aufnehmen kann.

Ziel muss aber in jedem Fall immer die Rückkehr zur freiwilligen, eigenständigen Futteraufnahme sein. Zudem muss man immer abwägen, inwieweit eine Zwangsfütterung über einen längeren Zeitraum sinnvoll ist und wie allgemein die Prognose für den Haustiger ist. Hier gilt es je nach Fall und in Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt eine Entscheidung im Sinne der Katze zu treffen.

Deine Katze zeigt eigentlich Hunger, aber frisst nicht?

Schuld daran kann neben gesundheitlichen Beschwerden (z. B. Zahnschmerzen) eine erlernte Futteraversion sein. Was ist das?

Wenn die Katze mit einer bestimmten Nahrung eine schlechte Erfahrung verbindet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie dieses Futtermittel in Zukunft meidet. Es kann z. B. sein, dass ihr nach dem Verzehr der Katzennahrung übel wurde und sie Bauchschmerzen bekam oder aber auch, dass ihr die Nahrung in einer unangenehmen Situation vorgestellt / gefüttert wurde, wie etwa während eines stationären Aufenthalts in der Tierklinik.

Es handelt sich hierbei um eine Form der negativen Konditionierung und an sich ist so eine Aversion auch sinnvoll, da sie dazu dient, dass ungeeignete oder gefährliche Nahrung künftig vermieden wird. Geht es darum, die Katze wieder ans Fressen zu bringen, kann sie einem das Leben aber leider deutlich erschweren.

Denn bei Katzen entwickelt sich eine solche Futteraversion sehr schnell. Schon eine einzige Mahlzeit, die als unangenehm empfunden wird, kann ausreichen, damit die Katze das Futter oder mitunter insgesamt die Nahrungsaufnahme verweigert. Zudem kann die Aversion Untersuchungen zufolge bis zu 40 Tage anhalten.10Bradshaw JWS, Goodwin D, Legrand-Defretin V, et al. – Food selection by the domestic cat, an obligate carnivore. Comp Biochem Physiol. 1996; 114A: 205-209

Bei manchen Katzen geht diese Ablehnung soweit, dass schon der Geruch des Futtermittels, gegen das sie eine Aversion entwickelt haben, in der Umgebungsluft ausreicht, dass die Futteraufnahme verweigert wird.11Der Ernährungsstatus von Katzen mit Tumorerkrankungen: Diagnose und diätetische Empfehlungen. In: Pibot P, Biourge V, Elliott D, Hrsg: Royal Canin S. A. – Enzyklopädie der klinischen Diätetik der Katze. Paris: Aniwa SAS (2008) Es kann also tatsächlich auch ein Problem sein, wenn andere Katzen im Haushalt das betreffende Futter noch bekommen, obwohl man der betroffenen Katze etwas anderes anbietet.

Diese Zeichen können u. a. auf eine erlernte Futteraversion hinweisen

  • Die Katze zeigt Interesse am Futter oder bettelt, zieht sich aber zurück, nachdem sie das angebotene Futter beschnuppert oder probiert hat.
  • Die Katze speichelt, schluckt wiederholt oder dreht den Kopf zur Seite, wenn ihr Futter angeboten wird.
  • Die Katze versucht so viel Raum wie möglich zwischen sich und das Futter zu bekommen, also positioniert sich z. B. im Stationskäfig soweit davon entfernt wie möglich.

Es ist in dem Zusammenhang wichtig, zu erwähnen, dass (Diät-)Futter, das die Katze künftig noch fressen soll (z. B. eine bestimmte Nierendiät) nicht während eines stationären Aufenthalts oder per Zwangsfütterung eingeführt werden sollte und immer erst dann, wenn begleitende Probleme, wie etwa Übelkeit, angegangen worden sind.

Katzen päppeln mit medikamentöser Unterstützung

Eine Katze, die nicht frisst und/oder Gewicht verliert, braucht tierärztliche Unterstützung. Und damit die Rekonvaleszenz im besten Fall gelingt, müssen dafür die Voraussetzungen geschaffen und die zugrundeliegenden Ursachen angegangen werden.

Eine Katze, die Schmerzen hat (z. B. bei Pankreatitis), braucht passendes Schmerzmanagement. Eine Katze, der übel ist, benötigt entsprechende Medikamente gegen Übelkeit. Eine Katze, deren Nase verstopft ist und die dadurch kein Interesse an Futter zeigt, braucht entsprechende Gegenmaßnahmen, damit die Nase frei wird und Geruchs- und Geschmackssinn wieder funktionieren. Auch dehydriert frisst es sich als Katze schlecht, d. h. man muss dafür sorgen, dass diese Katzen wieder ausreichend mit Flüssigkeit versorgt sind usw. usf.

Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird es ungleich schwerer, die Samtpfote dazu zu bringen, dass sie wieder frisst.

Zusätzlich kann deine Tierärztin oder dein Tierarzt deine Katze je nach Fall mit Medikamenten unterstützen, die den Appetit anregen. Ein Wirkstoff, der hier gerne verwendet wird, ist z. B. Mirtazapin®. Der Wirkstoff ist u. a. in einer Formulierung verfügbar, die als Salbe innen an der Ohrmuschel aufgebracht wird. Sprich deine behandelnde Tierarztpraxis im Fall des Falles darauf an.

Einige abschließende Gedanken von mir für dich zum Schluss

Das Wichtigste beim Päppeln ist, dass du den Weg gemeinsam mit und im Interesse deiner Katze gehst. Nicht jeder Tag wird gleich gut laufen, es kann Rückschläge geben, was frustrierend sein kann und es braucht oftmals Geduld und Durchhaltevermögen, um Krisen zu überstehen.

Es ist hier absolut in Ordnung, pragmatisch zu sein. Wenn deine Katze vorübergehend nur bestimmte Futtersorten akzeptiert oder diese in der aktuellen Situation einfach sinnvoller sind, dann ist das so. Auch, wenn das Futtermittel sind, die du unter normalen Umständen nicht füttern würdest. Wichtig ist, dass wieder Nahrung aufgenommen wird und sich die Situation stabilisiert. Manchmal heiligt einfach auch der Zweck die Mittel und es braucht Kompromisse. Jeder kleine Schritt nach vorn ist ein Erfolg.

ABER: Hoffnung ist wichtig und es ist wichtig zu kämpfen! Mit den eigenen Tieren und für sie. Und zwar immer dann, wenn eine Chance besteht, dass sich der Zustand der Katze wieder soweit bessert, dass man vielleicht nicht von Heilung, aber wieder von Leben und Lebensqualität sprechen kann.

Besteht keine Hoffnung auf Heilung und ist klar, dass der Weg (zeitnah) zum Lebensende führen wird, dann liegt die Priorität darauf, der Katze die restliche Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten oder eben eine endgültige Entscheidung zu treffen, um deiner Katze weiteres Leid zu ersparen. Hol dir bei dieser Entscheidung Hilfe von jemandem, der die Situation professionell einschätzen kann. In der Regel wird das die Tierärztin / der Tierarzt deines Vertrauens sein. Keinesfalls werden das Möchtegern-Experten aus den sozialen Medien sein, v. a. nicht, ohne das Tier je gesehen zu haben.

Denn egal, wie viel Mühe man sich gibt, die Einschätzung des Gesundheitszustands der eigenen Tiere ist immer irgendwo subjektiv. Das lässt sich gar nicht vermeiden. Dafür ist man emotional viel zu sehr involviert. Bin ich auch. Man kann sich noch so sehr einreden, dass man objektiv ist, man ist es einfach nicht.

Am Ende zählt nicht Perfektion oder was andere denken, sondern dass du gemeinsam mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt den Weg findest, der für deine Katze richtig ist.

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Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

  • Was kann ich tun, wenn meine Katze gar nicht frisst? Frisst eine Katze länger als 24 Stunden gar nichts (bei Kitten, chronisch kranken (z. B. Diabeteskatzen) oder übergewichtigen Katzen auch schon nach 12 Stunden), sollte sie immer zeitnah tierärztlich untersucht werden. Katzen vertragen keine längeren Hungerphasen, da sonst eine Fettleber (hepatische Lipidose) drohen kann. Bis zur Vorstellung kann man versuchen, sehr schmackhafte, weichere oder angewärmte Futtersorten anzubieten oder das Futter mit Leckerli oder anderen Futterzusätzen attraktiver zu gestalten.
  • Wie erkenne ich, ob meine Katze wirklich untergewichtig ist? Eine gute Orientierung bieten der Body Condition Score (BCS) und der Muscle Condition Score (MCS). Typische Anzeichen für Untergewicht sind tastbare Rippen, eine schmale Taille, sichtbare Hüftknochen oder nachlassende Muskulatur. Bei Langhaarkatzen ist Abtasten wichtiger als der optische Eindruck.
  • Wie schnell darf ich die Futtermenge steigern, wenn meine Katze sehr dünn ist? Nach einer längeren Hungerphase sollte die Futtermenge langsam gesteigert werden, besonders bei stark abgemagerten oder geschwächten Katzen. Sonst kann sich im schlimmsten Fall ein Refeeding-Syndrom entwickeln. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind besser als große Portionen. Am besten erstellt ihr in Absprache mit der Tierarztpraxis einen Plan für die Anfütterung.
  • Welche Futtermittel eignen sich besonders zum Päppeln? Spezialfutter für die Rekonvaleszenz (z. B. Recovery-Futter), energiereiche Pasten, Kittenfutter oder allgemein gut verdauliche weiche Futtersorten werden häufig gut angenommen. Auch kleine Mengen an Futterzusätzen wie Hühnerbrühe, Thunfischwasser oder gefriergetrocknete Snacks können helfen, das Futter attraktiver zu machen.
  • Kann ich auch Hausmittel verwenden, wenn meine Katze zunehmen muss?Einige Küchenzutaten eignen sich gut als kurzfristige Unterstützung, z. B. etwas Joghurt, Hüttenkäse, hartgekochtes Ei oder Babygläschen mit Fleisch. Wichtig ist, dass solche Hausmittel nur ergänzend und nur kurzfristig eingesetzt werden, da sie kein ausgewogenes Alleinfutter ersetzen.
  • Wann ist Assistenz- oder Zwangsfütterung notwendig?Wenn eine Katze trotz aller Versuche kaum oder gar nicht frisst, kann vorübergehend eine behutsame Assistenzfütterung per Spritze nötig sein – immer nach tierärztlicher Rücksprache. Wichtig sind Geduld, kleine Portionen, eine aufrechte Position und gut spritzengängige Futtermittel wie Recovery-Mousse.

Referenzen (u. a.)

Bradshaw JWS, Goodwin D, Legrand-Defretin V, et al. – Food selection by the domestic cat, an obligate carnivore. Comp Biochem Physiol. 1996; 114A: 205-209

Dechra Veterinary Products Deutschland GmbH (o. J.) Beurteilung des Ernährungszustandes einer Katze: Body Condition Score (BCS) & Muscle Condition Score (MCS). Verfügbar unter: https://tierhalter.dechra.de/Files/Images/Countries/DE_Petowner_concept/Pri_Katze_Zustand.pdf (Abgerufen am: 23. November 2025)

Der Ernährungsstatus von Katzen mit Tumorerkrankungen: Diagnose und diätetische Empfehlungen. In: Pibot P, Biourge V, Elliott D, Hrsg: Royal Canin S. A. – Enzyklopädie der klinischen Diätetik der Katze. Paris: Aniwa SAS (2008)

Dodd, S. (2023). Small animal microbiomes and nutrition (S. 65-67). Newark: John Wiley & Sons, Incorporated.

Ernährung von Intensivpatienten. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021.

Grundlagen. In: Bolbecher G, Hrsg. Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020.

Grundlagen der Fütterung. In: Iben C, Liesegang A, Wichert B, Wolf P, Hrsg. Ernährung der Katze – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 1. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2021.

Niereninsuffizienz. In: Zentek J, Hrsg. Ernährung des Hundes – Grundlagen – Fütterung – Diätetik. 9., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2022.

Taylor, S.S., Chan, D.L., Villaverde, C. et al. (2022): 2022 ISFM consensus guidelines on management of the inappetent hospitalised cat. Journal of Feline Medicine and Surgery, 24(7), 614–640. Verfügbar unter: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1098612X221106353 (Abgerufen am: 30. November 2025).

Referenzen

Käfigruhe bei Katzen: Tipps und Informationen

Rehabilitation

Käfigruhe bei Katzen: Das ist zu beachten

Käfigruhe bei Katzen ist ein entscheidender Faktor für die Genesung der Katze nach Verletzungen, Operationen oder schweren Krankheiten. Auch unsere Cara musste nach einer Patellaluxation und zugehöriger Operation für mehrere Wochen Käfigruhe halten. Nicht einfach für eine junge, lebhafte Katze. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, um den Aufenthalt im Käfig für die Haustiger so angenehm wie möglich zu gestalten.

Einige davon sowie Tipps für das notwendige Zubehör (Käfig etc.) habe ich hier für euch zusammengestellt.

Gründe, warum Käfigruhe für Katzen notwendig werden kann

Käfigruhe wird immer dann notwendig, wenn sich die Katze für eine bestmögliche Genesung so wenig wie möglich bewegen soll. Häufig ist das nach Operationen (z. B. am Bewegungsapparat) und Verletzungen wie z. B. Frakturen (Knochenbrüchen) der Fall. Diese Käfigruhe muss unbedingt eingehalten werden, um das Risiko für Komplikationen zu minimieren und den Heilungsprozess zu unterstützen. Leider kann man Katzen nicht erklären, dass sie sich schonen sollen, so dass an der Unterbringung im Käfig manchmal kein Weg vorbeiführt.

Ein anderer Grund ist Quarantäne. Die isolierte Unterbringung ermöglicht eine genaue Überwachung und Behandlung der Tiere und kann insbesondere im Tierschutz andere Tiere schützen und das Risiko für die Ausbreitung von Infektionen verringern. Häufig bleibt hier im Tierschutz nur der Käfig, da bei der Vielzahl an Tieren, die untergebracht werden müssen, nicht immer für jede Katze ein eigener Raum oder eine separate Pflegestelle zur Verfügung gestellt werden kann.

Auch beim vorübergehenden stationären Aufenthalt in der Tierklinik oder Tierarztpraxis müssen die Haustiger vorübergehend auf begrenztem Raum verweilen, bis sie sich soweit erholt haben, dass sie wieder ins eigene Zuhause entlassen werden können. Wie sowas auf Station in der Tierklinik / Tierarztpraxis „in katzenfreundlich“ aussehen kann, könnt ihr euch z. B. bei Schlievet ansehen.

Wir konzentrieren uns hier eher auf die Käfigruhe im eigenen Zuhause, aber die vorgestellte Ausstattung gibt bereits einige Anregungen für eine katzenfreundliche Gestaltung.

In allen Fällen gilt, dass die Katzen so kurz wie möglich, aber so lange wie nötig im Käfig verbleiben müssen und dass der Aufenthalt natürlich so angenehm und stressfrei gestaltet werden sollte, wie es irgendwie realisierbar ist.

Teiler Käfigruhe

Den richtigen Käfig finden

Damit der eigene Haustiger für die Zeit der Käfigruhe gut untergebracht ist, braucht es natürlich erst einmal einen passenden „Katzenknast“. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, von denen jede verschiedene Vor- und Nachteile bietet.

Hundekäfig

Hundekäfige gibt es in verschiedenen Größen und sind eigentlich für die vorübergehende Unterbringung der Vierbeiner gedacht (Achtung für Hundehalter: TierSchHuV beachten!). Diese Zimmerkäfige können für die Käfigruhe gut zweckentfremdet werden.

Hundekäfig für die Käfigruhe

Vorteile:

• stabil
• passende Größe und hoch genug, um sich mit in den Käfig setzen zu können
• gute Durchlüftung und Belichtung
• leicht zu reinigen und zu desinfizieren
• kann platzsparend aufbewahrt werden
• Näpfe können am Gitter befestigt werden

Nachteile:

• vergleichsweise teuer
• schwer
• relativ laut, wenn die Katze am Gitter Terror macht

Playpens für Welpen / Stoffkäfige / große Hundeboxen

Neben Gitterkäfigen hält der Fachhandel auch verschiedene Varianten aus Stoff zur zeitweisen Unterbringung von Hunden bereit. Auch diese können theoretisch verwendet werden.

Mauri mit Playpen

Vorteile:

• leicht
• günstiger als Gitterkäfige
• ausreichende Größe
• wirken gemütlicher / mehr Sichtschutz für die Katze
• können platzsparend aufbewahrt werden
• Hundeboxen lassen sich gut an andere Orte bewegen, wenn nötig

Nachteile:

• schlecht zu reinigen und zu desinfizieren
• geringe Stabilität (Playpens fallen in sich zusammen, wenn Mitkatzen auf die Abdeckung springen)
• schlechte Belichtung / relativ dunkel → auch problematisch, wenn man die Katze in der Box behandeln muss (z. B. Medikamente verabreichen, Verbandswechsel)
• schlechtere Durchlüftung
• können zerstört werden, wenn sie von der Katze mit den Krallen bearbeitet werden (Ausbruchsgefahr)
• Reißverschlüsse können geöffnet werden (Ausbruchsgefahr)

Kleintiergehege, Kaninchenkäfige etc.

Auch Kleintiergehege können für die Käfigruhe verwendet werden. Hier kommt es sehr auf die Ausführung an, was etwa Größe und Stabilität angeht. Wirklich stabile Lösungen sind teuer. Eine Bodenplatte ist zudem oft nicht vorhanden, da die Gehege für den Außenbereich konzipiert sind, was die Reinigung erschweren kann.

Kaninchen im Käfig

Handelsübliche Kaninchenkäfige sind eher als Notlösung anzusehen (z.B. bis ein passender Käfig bestellt und geliefert ist). Die langgestreckte Form und die begrenzte Größe ermöglichen keine katzenfreundliche Einrichtung, die bei einem ausschließlichen Aufenthalt im Käfig über mehrere Wochen definitiv gegeben sein sollte. (Für Kaninchen sind die Käfige auch nicht geeignet.)

Haustiger-Empfehlung!

Hundekäfige bieten die meisten Vorteile.

Hier hat der zoomundo XXL Hundekäfig* sehr gute Dienste geleistet.

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Der richtige Standort des Käfigs

Damit sich die Katze im Käfig auch gut erholen kann und der Aufenthalt so angenehm wie möglich gestaltet wird, ist natürlich auch der Standort des Käfigs von großer Bedeutung. Bei der Wahl des Standorts sollten mehrere Faktoren berücksichtigt werden.

⇒Was immer gegeben sein sollte: Der Käfig sollte an einem ruhigen und geschützten Platz mit natürlichen Lichtverhältnissen stehen, an dem zwar eine gute Luftzirkulation gewährleistet wird, aber die Katze während der Käfigruhe keiner Zugluft ausgesetzt ist. Die Temperatur muss stabil und angenehm sein. Ein Standort mit direkter Sonneneinstrahlung oder direkt am Heizkörper ist ungeeignet.

Wichtig: Denkt bei der Wahl des Standorts immer daran, dass die Katze den Ort nicht verlassen kann! Standorte mit „Geruchsbelästigung“ oder hoher Lärmbelastung sind daher ebenfalls nicht geeignet.

Natürlich muss der Standort außerdem sicher sein und der Bereich um den Käfig herum, sollte gut zu reinigen sein. Wo es passt, kann auch ein erhöhter Standort sinnvoll sein.

⇒ Was man individuell bedenken muss: Katzen sind Individuen. Während die eine Katze nur zur Ruhe kommt, wenn sie allein ist, braucht die andere trotz Käfig den durchgehenden Kontakt zu ihren Artgenossen und genießt das Beobachten des Alltags.
Hier muss man ein wenig schauen, ob man als Standort eher ein Zimmer wählt, indem der Haustiger seine Ruhe hat oder ob man den Käfig etwa direkt im Wohnzimmer platziert. 1Stella J, Croney C. Coping Styles in the Domestic Cat (Felis silvestris catus) and Implications for Cat Welfare. Animals (Basel). 2019 Jun 18;9(6):370. doi: 10.3390/ani9060370. PMID: 31216726; PMCID: PMC6616962.

Bei Katzen, die gerade in Quarantäne sitzen, und/oder durch Menschen oder andere Tiere gestresst sind, muss der Kontakt zu Artgenossen natürlich vermieden werden. In diesem Fall ist ein separates Zimmer mit geschlossener Tür immer der Ort der Wahl!

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Einrichtung des Käfigs

Die Käfigeinrichtung muss zum einen funktional sein und zum anderen möglichst viel Komfort für die Katze bieten.
Folgende Ausstattung sollte auf jeden Fall vorhanden sein:

o gemütlicher Schlafplatz (ggf. Höhle)
o Katzentoilette mit staubarmer Streu (ggf. mit erniedrigtem Einstieg)
o Wassernapf
o Futternapf

Ergänzen kann man diese Must-Haves ggf. um einen Sichtschutz und / oder eine geschlossene Abdeckung (Versteckmöglichkeit für die Katze), saugfähige Unterlagen* und wechselndes Beschäftigungsmaterial. Neigt der Haustiger dazu, die Näpfe umzustoßen, können Näpfe zum Aufhängen* eine gute Alternative sein. Leider hat man im Käfig nur sehr begrenzte Möglichkeiten, Wasser- und Futternapf sowie Katzentoilette getrennt voneinander aufzustellen. Versucht hier einfach, zumindest zwischen Katzenklo und Futterplatz so viel Abstand wie möglich zu lassen.

Die Geschäfte der Katze sollten so oft und so schnell wie möglich aus der Katzentoilette entfernt werden.

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Beschäftigungsideen während der Käfigruhe

Allein im Käfig zu sitzen, ist für Katzen natürlich nicht sonderlich spannend. Um zumindest geistige Auslastung zu bieten, wenn schon keine körperliche möglich ist, sollte der Stubentiger – je nach Gesundheitszustand – Beschäftigungsmöglichkeiten bekommen.

Die Tipps sind vorwiegend für Katzen in der Familie gedacht, die nach einer OP oder Verletzung Käfigruhe halten müssen. Vieles gilt aber auch für Pfleglinge in Quarantäne etc. Hier muss man einfach individuell abwägen, wie zutraulich oder scheu die Katze ist, welche Krankheiten ggf. vorliegen und was in welcher Form gut umsetzbar ist.

Einige Ideen für die Beschäftigung allein

o Katzen-TV (Möglichkeiten zum Beobachten)
o Activity Feeding
o Katzengras
o Intelligenzspielzeug
o Erkundungsspielzeug (z. B. ungefährliche Naturmaterialien)
Am besten werden die Spielzeuge zur Vermeidung von Langeweile regelmäßig gewechselt und natürlich müssen sie bei KäfigRUHE so gewählt werden, dass sie die Katze nicht zum Toben im Käfig animieren.

Einige Ideen für die Beschäftigung mit dem Menschen

o Clickertraining
o Medical Training
o Pattern Games
o Leckerli verstecken (z. B. unter einer Decke)
o Interaktion
o Nasenarbeit
o Matching-Übungen

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Entspannung und Beruhigung

Der zwangsweise Aufenthalt im Käfig ist für die Katze in erster Linie eines: Stress. Allerdings ist Stress weder für die Genesung förderlich noch für das allgemeine Wohlbefinden. Im schlimmsten Fall kann er sogar für schwerwiegendere physische und psychische Probleme sorgen. Man tut daher gut daran, die Käfigruhe so stressfrei wie möglich zu gestalten. Daher auch hierzu einige Ansätze.

Feste Routinen

Katzen sind „Gewohnheitstiere“ und bevorzugen in der Regel einen gleichbleibenden Tagesablauf, der regelmäßige Zeiten für die Futtergabe, Spielzeiten usw. mit einschließt. Feste Routinen vermitteln der Katze Sicherheit und Stabilität, was wiederum Wohlbefinden fördert und Stress reduziert.

Rückzugsmöglichkeiten

Ein großes Problem für die Katze im Käfig ist es, dass sie keine Möglichkeit hat, aus der Situation zu entkommen. Umso wichtiger ist es, dass sie zumindest innerhalb des Käfigs die Möglichkeit hat, sich zurückzuziehen. Hier können ein Sichtschutz, eine Abdeckung von oben oder eine Höhle mehr Sicherheit verleihen und Stress reduzieren (Luftzirkulation dabei im Blick behalten).

TLC – Tender, Love and Care

Mindestens so wichtig wie die tiermedizinische Versorgung ist die Zuwendung, Fürsorge und liebevolle Pflege durch die Bezugsperson(en) für die Genesung und das physische und psychische Wohlbefinden. Mit der Katze Zeit zu verbringen, mit ihr zu reden, ihr ggf. vorzulesen, sie zu bürsten und ihr auch körperliche Nähe zu ermöglichen, wenn sie das möchte, sind alles Dinge, die dem Stubentiger den Aufenthalt im „Knast“ erleichtern können. Kann man gerade nicht bei der Katze sein, können etwa auch ein Wärmekissen oder ein Stofftier (ggf. mit Herzschlag)* Geborgenheit, Vertrautheit und Wohlgefühl vermitteln. Ersetzen können sie die persönliche Zuwendung allerdings nicht.

Häufig wird auch empfohlen, Gegenstände mit dem eigenen Geruch (z. B. ein getragenes T-Shirt) im Käfig zu platzieren, um Stress bei der Katze zu reduzieren. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass dies sogar den Trennungsstress verstärken kann.
Im Rahmen einer Untersuchung, die sich mit den Auswirkungen der Anwesenheit und des Geruchs des Besitzers auf die Stressresilienz von Katzen beschäftigte, zeigte sich, dass der Secure Base Effect (SBE), also die Fähigkeit von Menschen und Tieren, die Anwesenheit einer vertrauten Person oder eines vertrauten Reizes als „Quelle des Trostes“ zu nutzen, bei fast der Hälfte der Katzen im Versuch durch die Anwesenheit der menschlichen Bezugsperson auslösbar war. Durch die Präsentation eines Gegenstandes mit dem vertrauten Geruch konnte der Effekt nicht ausgelöst werden. Teilweise wurden dadurch sogar vermehrt Stressanzeichen gezeigt (z. B. vermehrtes Miauen). 2Alexandra C. Behnke, Kristyn R. Vitale, Monique A.R. Udell, The effect of owner presence and scent on stress resilience in cats, Applied Animal Behaviour Science, Volume 243, 2021,105444, ISSN 0168-1591,https://doi.org/10.1016/j.applanim.2021.105444.

Entspannungsmusik

Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass geeignete Musik zur Stressreduktion von Katzen in Käfigunterbringung beitragen kann. 3Paz JE, da Costa FV, Nunes LN, Monteiro ER, Jung J. Evaluation of music therapy to reduce stress in hospitalized cats. J Feline Med Surg. 2022 Oct;24(10):1046-1052. doi: 10.1177/1098612X211066484. Epub 2021 Dec 20. PMID: 34930057; PMCID: PMC10812302. 4Hampton A, Ford A, Cox RE 3rd, Liu CC, Koh R. Effects of music on behavior and physiological stress response of domestic cats in a veterinary clinic. J Feline Med Surg. 2020 Feb;22(2):122-128. doi: 10.1177/1098612X19828131. Epub 2019 Feb 12. PMID: 30744475; PMCID: PMC10814571. Hier gibt es spezielle Entspannungsmusik für Katzen (u. a. auf YouTube), mit der man arbeiten kann. Viele Katzen werden auch bei sanfter Klaviermusik (z. B. von Yiruma) ruhiger. Zudem wäre auch die Verwendung eines Tierentspannungs-Trainers wie dem RelaxoPet Pro* denkbar.

Hier habe ich noch ein paar Spotify-Playlists für euch:

Pheromone

Der Geruchssinn von Katzen ist gut ausgeprägt. Die Tiere orientieren sich mithilfe von Gerüchen und kommunizieren auch olfaktorisch. Von einigen der Pheromone, mit denen Katzen innerartlich kommunizieren, sind im Handel synthetisch hergestellte Varianten verfügbar. Das sind Produkte wie Feliway® oder Felifriend®. Das Produkt Feliway®* kopiert hierbei die F3-Fraktion feliner Gesichtspheromone, die im Normalfall von der Katze über spezielle Drüsen im Augen- und Backenbereich abgegeben werden. Die Haustiger markieren damit ihre Umgebung und fühlen sich in der Regel sicherer, wenn die Umgebung nach ihren eigenen Pheromonen riecht. 5Pheromone und Gerüche. In: Schneider B, Döring D, Ketter D, Hrsg. Kleintiere stressarm behandeln. 2. Auflage. Stuttgart: Thieme; 2018. Und auch wenn die Studienlage hier nicht ganz eindeutig zu sein scheint, was die Wirksamkeit der genannten Produkte angeht, kann man sich auch diese Produkte zunutze machen, um die Katze zu unterstützen. 6Pereira JS, Fragoso S, Beck A, Lavigne S, Varejão AS, da Graça Pereira G. Improving the feline veterinary consultation: the usefulness of Feliway spray in reducing cats‘ stress. J Feline Med Surg. 2016 Dec;18(12):959-964. doi: 10.1177/1098612X15599420. Epub 2015 Aug 17. PMID: 26282847; PMCID: PMC11112237.

TTouch – Tellington TTouch

Mithilfe der Tellington-Methode kann durch gezielte hebende, kreisende und streichende Bewegungen der Finger und Hände Stress bei der Katze reduziert und die Genesung gefördert werden. Entsprechend kann man mit TTouches auch Katzen in Käfigruhe etwas Gutes tun. Zusätzlich ist je nach Fall die Verwendung von Tellington-Körperbändern möglich. Kurse zur Methode werden u. a. regelmäßig von Daniela Zurr angeboten.

Nahrungsergänzungsmittel

In Absprache mit dem Tierarzt / der Tierärztin kann die Katze zusätzlich mit Nahrungsergänzungsmitteln unterstützt werden. Denkbar ist hier z. B. die Nutzung von L-Theanin, einer Aminosäure, die aus grünem Tee extrahiert wird und einen entspannenden und angstlösenden Effekt hat. L-Theanin ist z. B. in Anxitane* enthalten. Eine weitere Alternative ist das im Nahrungsergänzungsmittel Zylkene* enthaltene Alpha-Casozepin. 7Fan Z, Bian Z, Huang H, Liu T, Ren R, Chen X, Zhang X, Wang Y, Deng B, Zhang L. Dietary Strategies for Relieving Stress in Pet Dogs and Cats. Antioxidants (Basel). 2023 Feb 21;12(3):545. doi: 10.3390/antiox12030545. PMID: 36978793; PMCID: PMC10045725. Zudem ist es bei Stress immer eine gute Idee, dem Mikrobiom etwas Gutes zu tun (dazu im Abschnitt „Ernährung“ genauer).

Ernährung

Auch bei der Ernährung finden die Besonderheiten der Käfigruhe am besten Berücksichtigung. Die folgenden Punkte gelten so grundsätzlich auch für alle anderen Katzen, sollen hier aber dennoch noch einmal explizit erwähnt werden:

o Angepasster Energiegehalt: Katzen in Käfigruhe bewegen sich zwangsläufig weniger. Entsprechend kann das bisherige Futter in der gewohnten Menge zu energiereich sein. Zudem ist es möglich, dass die Tiere im Käfig weniger oder mehr fressen. Es ist daher wichtig, die Kalorienzufuhr zu überwachen und die Futtermenge / den Energiegehalt entsprechend anzupassen, sollte die Katze zu- oder abnehmen.

o Regelmäßige Fütterungszeiten und mehrere, kleine Mahlzeiten: Wie bereits erwähnt schätzen Katzen feste Routinen. Das gilt auch für die Fütterungszeiten. Besser verträglich, näher an der natürlichen Nahrungsaufnahme und im Käfig auch als Abwechslung nützlich, ist die Gabe von mehreren, kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt. Die Mahlzeiten können – soweit im jeweiligen Fall sinnvoll – zumindest teilweise im Rahmen von Activity Feeding gereicht werden, um der Katze eine Beschäftigungsmöglichkeit zu bieten.

o Bedarfsdeckende Ernährung: Ist der Haustiger im Käfig eingesperrt, tut einem dieser natürlich leid und so kommt es häufig vor, dass mit Leckerlis nicht gegeizt wird. Diese sind jedoch in der Regel nicht bedarfsdeckend. Besser ist es, hier mit einem Alleinfuttermittel (z. B. hochwertigem Trockenfutter) zu arbeiten. Alles, was zusätzlich gegeben wird, bringt zudem natürlich zusätzliche Kalorien und muss in die Gesamtfuttermenge einberechnet werden. In Absprache mit dem (Fach-)tierarzt / der (Fach-)tierärztin kann die Nahrung ggf. um geeignete Nahrungsergänzungsmittel/Supplemente (z. B. Vitamin-B-Komplex) ergänzt werden.

o Mikrobiom „füttern“: Angst und Stress können die Funktion des Darmmikrobioms negativ beeinflussen. Daneben kann die Diversität des intestinalen Mikrobioms durch die Gabe von Medikamenten (v. a. Antibiotika) leiden. Andersherum gibt es Hinweise darauf, dass das Mikrobiom nicht nur durch Stress beeinflusst wird, sondern dass es selbst auch Einfluss auf Stressreaktionen hat (Stichwort: gut-brain axis). 8Saar, R., & Dodd, S. (2023). Small animal microbiomes and nutrition (S. 65-67). Newark: John Wiley & Sons, Incorporated. Man tut daher gut daran, immer – und damit auch während der Käfigruhe – ans Mikrobiom zu denken und diesem etwas Gutes zu tun. SivoMixx wäre hier etwa ein Probiotikum, mit dem man gut arbeiten könnte. Daneben gibt es aber noch verschiedene andere Prä-/Probiotika bzw. Synbiotika, die geeignet sind. Jedoch ist nicht alles, was im Handel so erhältlich ist, auch wirklich gut. Sprecht am besten euren Tierarzt / eure Tierärztin darauf an und die Gabe ab.

o Zugang zu Futter und Wasser sicherstellen: Im Käfig ist der Platz begrenzt und so kommt es häufig vor, dass Wassernäpfe im Eifer des Gefechts umgestoßen und/oder Näpfe etwa durch Katzenstreu oder Futter verschmutzt werden. Was hier helfen kann, sind Näpfe, die man in den Käfig einhängen kann. Gegebenenfalls muss auch sichergestellt werden, dass Mitkatzen das Futter nicht durch die Gitterstäbe aus dem Napf angeln können.

Ideal ist ein auf die individuelle Katze und die Situation zugeschnittener Futterplan, der die Besonderheiten während der Käfigruhe berücksichtigt. Einen solchen Plan könnt ihr euch von einer Fachtierärztin / einem Fachtierarzt für Tierernährung und Diätetik erstellen lassen.

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Mögliche Probleme während der Käfigruhe

Die Käfigruhe ist für die Katze (und ihre Menschen) eine Ausnahmesituation und kann mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen verbunden sein. Man versucht hier natürlich am besten, das Risiko für diese von Vornherein soweit möglich zu minimieren. Es ist aber dennoch wichtig, die Probleme auf dem Schirm zu haben und die Katzen gut zu beobachten.

Katze im Käfig

Einige häufige Probleme:

o Langeweile und/oder Stress: kann sich z. B. in Aggressivität, übermäßigem Miauen, Angst, Depression, Appetitlosigkeit oder Rückzug äußern.

o Verdauungsstörungen: Käfigruhe bedeutet Stress und mangelnde Bewegung. Beides kann zu Problemen führen (Durchfall, Verstopfung) Kotabsatz (Konsistenz, Häufigkeit, …) beobachten.

o Gewichtszunahme / Gewichtsabnahme: Reduzierte oder vermehrte Futteraufnahme können zu einer Gewichtsabnahme bzw. Gewichtszunahme führen Katze regelmäßig wiegen und Futter ggf. entsprechend anpassen. Deine Katze frisst im Käfig nicht oder zu wenig? Hier findest du Tipps zum Päppeln.

o Verlust von Muskelmasse und Beweglichkeit: Der längere Aufenthalt im Käfig sorgt zwangsläufig für den Abbau von Muskelmasse. Hier kann man in Absprache mit dem Tierarzt / der Tierärztin und/oder einem Physiotherapeuten / Physiotherapeutin ggf. durch passive Bewegungsübungen etc. entgegenwirken

o Harnwegsprobleme: Bewegungsmangel und Stress können die Entwicklung von Harnwegsproblemen fördern Urinabsatz beobachten

o Haut- und Fellprobleme: Stress kann sich auch auf Haut und Fell auswirken. Zum Beispiel dann, wenn sich die Katze übermäßig putzt.

o Medizinische Komplikationen: Im Zusammenhang mit dem „Grund“ für die Käfigruhe kann es zu medizinischen Komplikationen kommen, z. B. kann sich die Wunde entzünden Wundheilung beobachten (z. B. auf Entzündungsanzeichen achten) und auf Schmerzanzeichen achten. Für letzteres könnt ihr die Feline Grimace Scale nutzen.

WICHTIG!

Zögert nicht, zeitnah euren Tierarzt / eure Tierärztin zu konsultieren, sollte euch etwas auffallen oder Sorgen bereiten. Umso besser und schneller kann man eurer Katze helfen.

Haltet euch an die tierärztlichen Vorgaben, was die Dauer der Käfigruhe und etwaige Hilfsmittel (z. B. Halskragen) angeht. Alles andere erhöht nur das Risiko für Komplikationen und verlängert im schlimmsten Fall den Aufenthalt im Käfig und/oder macht vielleicht sogar eine (weitere) OP erforderlich.

Eine Katze, die so massive Stressanzeichen zeigt, wie vorhergehend beschrieben, braucht Hilfe. Hier kann euch ein Tierarzt / eine Tierärztin mit Spezialisierung auf Verhaltensmedizin unterstützen. Eine Liste findet ihr bei der GTVMT .

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Vorbereiten für den Ernstfall: Katze an den Käfig gewöhnen

Medical Training ist eine tolle Sache und immer zu empfehlen. Im Rahmen dessen kann man (bei geplanten Operationen oder auch generell) die Katzen bereits vorab an den Käfig gewöhnen. Was den Aufbau angeht, könnt ihr euch hier beim Transportkorbtraining inspirieren lassen. Hier findet ihr einen Kurs dazu.

Auch Halskragen, Body, freiwillige Tablettengaben, Kooperation während der Wundkontrolle und vieles mehr lassen sich im Rahmen von Medical Training trainieren. Am besten von Beginn an, bevor die Notwendigkeit besteht. Erleichtert einem das Leben ungemein.

WICHTIG: Die Unterbringung im Käfig ist (auch, wenn die Katze daran gewöhnt ist) nur aus medizinisch notwendigen Gründen über den notwendigen Zeitraum akzeptabel!

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Zum Mitnehmen

Hier findet ihr die wesentlichen Punkte des Artikels noch einmal komprimiert in einer PDF. Darf bei Bedarf in der vorliegenden Form (sprich mit Quellenangabe und Link zum Artikel, erst nach Download / Drucken sichtbar) gerne genutzt und weitergegeben werden.

Käfigruhe bei Katzen: Tipps und Informationen (PDF mit den wichtigsten Punkten)

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Hilfe bei Schmerzen: Solensia für Katzen bei Osteoarthrose

Therapien

Hilfe bei Schmerzen: Solensia für Katzen bei Osteoarthrose

Schmerzen hat niemand gerne, auch unsere Haustiere nicht. Jedoch sind leider auch viele unserer Katzen im Laufe ihres Lebens von schmerzhaften Problemen des Bewegungsapparats wie Osteoarthrose betroffen. Therapiert wird hier in der Regel mit Schmerzmitteln. Eine relativ neue Möglichkeit ist hier das Produkt „Solensia“, bei dem die schmerzlindernde Wirkung auf monoklonalen Antikörpern beruht.

Darüber und über unsere Erfahrungen mit Solensia möchte ich euch in diesem Artikel berichten.

Hexe wird mit Solensia behandelt

Die Osteoarthrose bei der Katze

Eine Osteoarthrose ist zunächst einmal eine chronische Erkrankung der Gelenke, bei der die Gelenkknorpel und die angrenzenden Gewebe geschädigt werden. Man unterscheidet hier zwischen primären und sekundären Osteoarthrosen, wobei bei Katzen oft die primäre Form (altersbedingte Abnutzung der Gelenke) vorkommt.

Man geht davon aus, dass die große Mehrzahl der Katzen ab 12 Jahren an einer Osteoarthrose leidet, jedoch sind die Zeichen bei der Katze oft recht subtil. Deutliche Lahmheiten sieht man bei der Katze eher selten. Man tut daher gut daran, speziell ältere Tiere gut zu beobachten. Wird die Katze ruhiger und/oder zögert sie zum Beispiel vor Sprüngen oder sucht den einfacheren Weg vom Fensterbrett oder vom Kratzbaum statt wie sonst zu springen, ist es ratsam, immer auch an Gelenkbeschwerden zu denken und den Verdacht tierärztlich abklären zu lassen.

Osteoarthrose kann verschiedene Gelenke wie die Knie- oder Ellenbogengelenke betreffen. Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule zeigen sich u. a. in Form von Spondylosen.

Eine Behandlung der Osteoarthrose erfolgt in der Regel in Form einer medikamentösen Schmerztherapie, die man noch um andere Maßnahmen wie z. B. Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Tieren, Physiotherapie, Anpassung der Umgebung oder Futterergänzungen wie z. B. die gezielte Gabe von Omega-3-Fettsäuren ergänzen kann.

Als Schmerzmittel kommt in den meisten Fällen ein nichtsteroidaler Entzündungshemmer (NSAID / NSAR), allen voran Meloxicam, zum Einsatz. Inwiefern ein NSAID als Schmerzmedikation für die individuelle Katze zur Langzeittherapie geeignet ist oder ob man die Katze besser auf ein anderes Präparat einstellt, kommt auf den generellen Gesundheitszustand einschließlich des Ansprechens des Tieres auf die Therapie, der individuellen Verträglichkeit (Nebenwirkungen ja/nein und welche), eventueller weiterer Erkrankungen und zugehöriger Medikamente an.

Hier ist der behandelnde Tierarzt der Ansprechpartner der Wahl (Anm. d. Red.: nicht die Facebook-Community, bei der oftmals schon (hirnloses) Entsetzen ausbricht, wenn das Wort „Metacam“ auch nur erwähnt wird).

Solensia als Alternative für Katzen mit Osteoarthrose-bedingten Schmerzen?

Schmerzmittel ist nicht gleich Schmerzmittel. Die Medikamente setzen an verschiedenen Stellen an, um eine Schmerzausschaltung zu erreichen und je nachdem, wo der Schmerz sitzt und wie stark er ist, kann das eine Schmerzmittel besser geeignet sein, als das andere. Dazu kommen natürlich auch noch die vorgenannten Faktoren, den Gesundheitszustand betreffend, die der Tierarzt bei der Wahl des passenden Schmerzmittels für die jeweilige Katze mit einbeziehen muss. Solensia setzt dabei an anderer Stelle an, als beispielsweise ein NSAID oder ein Opiat.

Worauf basiert die Wirkung von Solensia?

Solensia enthält den Wirkstoff Frunevetmab. Sieht man sich die Beschreibung des Präparats an, findet man dazu folgendes:

„Frunevetmab ist ein felinisierter monoklonaler Antikörper gegen den Nervenwachstumsfaktor (NGF), der rekombinant in Eierstockzellen des Chinesischen Hamsters (CHO) exprimiert wird.“

Klingt interessant, oder? Aber was heißt das jetzt genau? Sehen wir uns das im Detail nacheinander an.

Was sind felinisierte monoklonale Antikörper?

Unter monoklonalen Antikörpern versteht man Antikörper, die von einer Zelllinie produziert werden, die auf einem einzigen B-Lymphozyten basiert.

Man macht sich dabei die normale Funktion der B-Lymphozyten in der spezifischen Immunantwort zunutze, die beinhaltet, dass die Antikörper ganz spezifisch bestimmte Moleküle (darunter auch Rezeptoren) binden und somit blockieren können. Man vervielfältigt im Labor mithilfe der CHO-Zellen also ganz gezielt Antikörper, die nur an der gewünschten Stelle ihre Arbeit verrichten.

Diese Antikörper können ganz vielfältig eingesetzt werden und gelten als sehr vielversprechend, z. B. in der Krebstherapie, als mögliche Alternative zu Antibiotika, bei Dermatitis oder eben auch in der Schmerztherapie.

Verwendet werden dafür nur noch CHO-Zellen, die schon 1958 isoliert wurden und in-vitro (also im Reagenzglas) vermehrt werden, es müssen also keine Hamster für die Produktion der monoklonalen Antikörper sterben.

Der Begriff „felinisiert“ bezieht sich im Endeffekt nur darauf, dass die Antikörper „an Katzen angepasst“ sind, beim Mensch spricht man hier entsprechend von „humanisierten monoklonalen Antikörpern“. (Anm. Ist jetzt so nicht ganz korrekt, in Wahrheit ist das ein wenig komplizierter, aber für unsere Zwecke reicht das so). Heißt im Endeffekt, dass Solensia speziell auf Katze abgestimmt ist. Für jedes andere Tier braucht man ein tierartspezifisches Präparat, wie z. B. das Medikament „Librela“ für Hunde.

Tipp: Wenn du mit Begriffen wie B-Lymphozyten, spezifische Immunantwort usw. gerade nicht wirklich etwas anfangen kannst, dann sieh dir doch einmal dieses Video von Simple Club zum Thema an. Eventuell hilft es dir, wenn du dir Teil 1 zusätzlich noch ansiehst.

Was ist der Nervenwachstumsfaktor (NGF)?

Während der Embryonalentwicklung, also in der Zeit, in der sich unser Kätzchen im Mutterleib entwickelt, muss sich bei diesem unter anderem ein funktionsfähiges Nervensystem bilden. Der Nervenwachstumsfaktor (englisch: „nerve growth factor“, kurz NGF), der zur Gruppe der Neutrophine gehört, regt hier die Aussprossung von Neuronen (Nervenzellen) an, um dies möglich zu machen.

Beim erwachsenen Tier hat der Nervenwachstumsfaktor (NGF)  nicht nur eine stabilisierende Wirkung, sondern fungiert auch als Signalprotein, das in geschädigtem Gewebe produziert wird und durch seine Wechselwirkung mit TrkA (Tropomyosin-Rezeptorkinase A) eine wesentliche Rolle bei der Schmerzwahrnehmung einnimmt. Bei Gewebeschädigung bewirkt NGF ein Aussprossen verletzter Neuronen.

Liegen entzündliche Gelenkerkrankungen vor, wird zunehmend NGF gebildet, das dann an den TrkA-Rezeptor im Gelenk andockt. Der Rezeptor wiederum meldet über sensible Nervenfasern entlang der Verbindung mit dem Rückenmark Schmerzsignale ans Gehirn. Der Schmerz im Gelenk wird mit der Schmerzwahrnehmung im ZNS verknüpft und die Schmerzen werden vom Tier wahrgenommen.

Was machen nun die monoklonalen Antikörper in Solensia?

Der Wirkstoff in Solensia, Frunevetmab, ist ein monoklonaler Antikörper, der in der Lage ist, den Nervenwachstumsfaktor (NGF) zu erkennen und sich an diesen zu binden. So wird verhindert, dass sich der „Nerve Growth Factor“ an seine TrkA-Rezeptoren an Nervenzellen binden kann und die Übertragung von Schmerzsignalen wird verhindert. Dadurch trägt das Präparat zur Linderung von Osteoarthrose-bedingten Schmerzen bei.

Zusammenfassend und anschaulich ist das in diesem Video noch einmal erklärt: 

Hinweis: Die Beschreibung ist jetzt kurz und knackig auf das Wesentliche beschränkt und teilweise auch vereinfacht dargestellt. Wer tiefer einsteigen will und kann (weil sehr gute Englischkenntnisse und entsprechender fachlicher Hintergrund), dem seien die unter Referenzen aufgeführten Werke empfohlen.

Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Eignung für das jeweilige Tier

Jedes Medikament, das „wirkt“, kann auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Es gibt keine (sinnvollen) Schmerzmittel, die nicht neben der gewünschten auch unerwünschte Wirkungen haben können. Ist einfach so. Bei Solensia traten hier in Studien häufig Hautreaktionen wie z. B. Juckreiz und Dermatitis auf.

Daneben gibt es diverse Berichte anekdotischer Art (also einzelne Berichte von Tierbesitzern, die Symptome bei ihren eigenen Tieren beobachtet und in Verbindung mit der Gabe von Solensia gebracht haben), die u. a. Probleme mit dem Pankreas (Bauchspeicheldrüse) nach der Gabe von Solensia einschließen. Dass diese gesundheitlichen Probleme nach der Gabe aufgetreten sind, kann in Verbindung mit Solensia stehen, muss aber nicht. (Schadet aber auch nichts, wenn man es im Hinterkopf behält.) Die Wirkung und der Abbau erfolgen ohne nennenswerte Beteiligung von Leber und Nieren, was Solensia gerade für ältere Tiere und Tiere mit Vorerkrankungen in diesen Bereichen zu einer interessanten Option macht.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind derzeit keine bekannt. Beim Menschen gibt es Berichte über ein schnelleres Fortschreiten der Osteoarthrose bei gleichzeitiger langfristiger Gabe eines NSAID, bei Katzen gibt es bisher keine derartigen Berichte.

Nicht gegeben werden soll Solensia an trächtige Katzen und solche, die gerade Kitten säugen sowie allgemein Zuchttiere. Außerdem nicht an Katzen mit einem Gewicht unter 2,5 Kilogramm und einem Alter von unter 12 Monaten.

Wichtig: Die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Schmerzmittel erfolgt immer nach einer gründlichen Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Tierarzt.

Ob Solensia für eure Katze geeignet ist oder ob ihr im individuellen Fall besser auf ein anderes Schmerzmittel zurückgreift, besprecht ihr daher bitte immer auf jeden Fall mit dem Tierarzt eures Vertrauens!

Unsere Erfahrungen mit Solensia

Wir haben Solensia bei Hexe von Januar 2022 bis zu ihrem Tod im Januar 2024 aufgrund von „Rückenproblemen“ (Spondylosen) eingesetzt, nachdem andere Schmerzmittel aufgrund anderer Erkrankungen und zugehöriger Medikamente nicht mehr möglich und/oder nicht ausreichend waren und konnten ein deutliches Mehr an Lebensqualität beobachten. Nebenwirkungen sind keine aufgetreten. Emma wurde seit Anfang 2023 ebenfalls mit Solensia behandelt. Auch sie zeigte keinerlei Nebenwirkungen.

Referenzen

  • Beck W. Wie wirken eigentlich… monoklonale Antikörper? Team konkret 2021; 17; 12-14.
  • Denk F, Bennett DL, McMahon SB. Nerve Growth Factor and Pain Mechanisms. Annu Rev Neurosci. 2017 Jul 25;40:307-325. doi: 10.1146/annurev-neuro-072116-031121. Epub 2017 Apr 24. PMID: 28441116.
  • Enomoto M, Mantyh PW, Murrell J, Innes JF, Lascelles BDX. Anti-nerve growth factor monoclonal antibodies for the control of pain in dogs and cats. Vet Rec. 2019 Jan 5;184(1):23. doi: 10.1136/vr.104590. Epub 2018 Oct 27. PMID: 30368458; PMCID: PMC6326241.
  • Epstein ME. Anti-nerve growth factor monoclonal antibody: a prospective new therapy for canine and feline osteoarthritis. Vet Rec. 2019 Jan 5;184(1):20-22. doi: 10.1136/vr.k5292. PMID: 30606856.
  • Gruen ME, Myers JAE and Lascelles BDX (2021) Efficacy and Safety of an Anti-nerve Growth Factor Antibody (Frunevetmab) for the Treatment of Degenerative Joint Disease-Associated Chronic Pain in Cats: A Multisite Pilot Field Study. Front. Vet. Sci. 8:610028. doi: 10.3389/fvets.2021.610028
  • Gruen ME, Myers JAE, Tena JS, Becskei C, Cleaver DM, Lascelles BDX. Frunevetmab, a felinized anti-nerve growth factor monoclonal antibody, for the treatment of pain from osteoarthritis in cats. J Vet Intern Med. 2021 Nov;35(6):2752-2762. doi: 10.1111/jvim.16291. Epub 2021 Nov 1. PMID: 34724255; PMCID: PMC8692178.
  • Levi-Montalcini R. The nerve growth factor 35 years later. Science. 1987 Sep 4;237(4819):1154-62. doi: 10.1126/science.3306916. PMID: 3306916.
  • Walters RR, Boucher JF and De Toni F (2021) Pharmacokinetics and Immunogenicity of Frunevetmab in Osteoarthritic Cats Following Intravenous and Subcutaneous Administration. Front. Vet. Sci. 8:687448. doi: 10.3389/fvets.2021.687448
  • Produktinformation Solensia (abgerufen am 21.06.2022)
  • Produktinformation Solensia USA (abgerufen am 16.11.2022)

(zuletzt aktualisiert: 23.08.24)

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Schmerzlinderung: Strahlentherapie kann bei Arthrose eine Möglichkeit sein

Aus der Wissenschaft

Schmerzlinderung: Strahlentherapie kann bei Arthrose eine Möglichkeit sein

Chronische Schmerzen werden bei der Katze häufig durch verschleißbedingte Gelenkerkrankungen ausgelöst. Diese sind nicht heilbar, die Therapie richtet sich bei der Katze danach, die verbundenen Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität des tierischen Patienten zu verbessern. Die Strahlentherapie, eine wichtige Therapiemöglichkeit in der Krebsbehandlung, kann – niedrig dosiert – auch zur Behandlung chronisch-entzündlicher degenerativer und proliferativer (also wuchernder) Gelenkerkrankungen eingesetzt werden.

Katze auf Couch Strahlentherapie Arthrose

Wie wirkt eine Strahlentherapie bei Arthrose?

Die Schmerzen bei einer chronisch degenerativen Gelenkerkrankung werden durch lokale Stoffwechselstörungen mit anhaltender Übersäuerung des Gewebes sowie einer Reizung der Gelenkinnenhaut, der Gelenkkapsel und der Gelenknerven verursacht. Eine Strahlentherapie kann diese Schmerzen lindern, jedoch ist noch nicht abschließend geklärt, wie es zu dieser Wirkung kommt.

Man nimmt an, dass die Strahlentherapie über mehrere biochemische Reaktionsabläufe auf zellulärer Ebene wirkt und so die Entzündungsreaktionen im Gewebe reduziert. Diese entzündungshemmende Wirkung beruht wohl auf verschiedenen Komponenten.

Wirkung auf die Immunzellen

Bei einer Entzündung reagiert das Immunsystem auf eine Schädigung durch infektiöse, chemische oder physikalische Noxen, also Stoffe oder Umstände, die eine schädigende, krankheitserzeugende Wirkung auf einen Organismus oder ein Körperorgan ausüben. Diese Reaktion ist komplex, da eine Vielzahl von Immunzellen miteinander interagieren muss.

Ein erster Schritt dieser so genannten Entzündungskaskade ist das Anheften von bestimmten Leukozyten, also weißen Blutkörperchen, den Monozyten und den Granulozyten, aus dem Blut, das sich in den Blutgefäßen befindet, an aktivierte Endothelzellen (Zellen, die die Blut- und Lymphgefäße auskleiden). Die weißen Blutkörperchen wandern dann angeheftet an diese Gefäßzellen in das entzündete Gewebe, wo sich die Monozyten zu dendritischen Zellen und inflammatorischen („entzündlichen“) Makrophagen („Fresszellen“) entwickeln.

Diese Makrophagen unterstützen wiederum den lokalen Entzündungsprozess durch verschiedene Vorgänge und produzieren dabei u. a. auch Stickoxide, die wiederum die Durchlässigkeit von Gefäßen regulieren, die Bildung von Wasseransammlungen (Ödemen) fördern und an der Entstehung von Entzündungsschmerz beteiligt sind.

Eine niedrig dosierte Strahlentherapie kann nun dafür sorgen, dass sich weniger weiße Blutkörperchen an diese Endothelzellen anheften und zum Ort des Geschehens transportiert werden. Zudem wurde beobachtet, dass vermehrt das Zytokin TGF-beta 1 ausgeschüttet und aktiviert wurde. Zytokine sind Eiweiße, die u. a. eine wichtige Rolle im Immunsystem spielen, und dieses TGF-beta 1 wirkt antiadhäsiv, was bedeutet, dass es ebenso das Anheften der weißen Blutkörperchen an die Endothelzellen behindert.

Des Weiteren zeigte sich, dass es durch die Bestrahlung zu einem programmierten Zelltod von Monozyten und Granulozyten kam, was wiederum zu einer verminderten Rekrutierung dieser Entzündungszellen führte, weil eben ihre Zahl grundsätzlich einmal vermindert wird. Ebenso konnte eine Senkung der Stickoxid-Produktion in aktivierten Makrophagen und eine verminderte Ausschüttung des entzündungsfördernden Zytokins Interleukin-1 in stimulierten Makrophagen beobachtet werden. So ergibt sich auf zellulärer Ebene ein entzündungshemmender Effekt. [1][2][3]

Wirkung auf die Synovialzellen und die Gelenkschmiere

Eine Entzündung der Innenschicht der Gelenkkapsel tritt häufig bei einer chronischen Polyarthritis auf. Hierbei verändern sich die Synovialzellen, also die Zellen der Gelenkinnenhaut und ändern auch ihre Funktionsweise. Sie werden aggressiv und wachsen über den Knorpel, was zu einer Zerstörung des Knorpels vom Rand ausgehend führt. Eine Entzündung tritt auch bei einer aktivierten Arthrose auf, wenn die durch die Reibung der Knorpel und ihrer Gegenspieler entstehenden Abriebprodukte eine solche bewirken. In Tiermodellen zeigte sich, dass die Strahlentherapie bei Arthritis die Proliferation, also das Wachstum und die Vermehrung, dieser Synovialzellen verringern, die Bildung von Flüssigkeit im Gelenk hemmen und so der Zerstörung von Knochen- und Knorpelgewebe entgegenwirken kann. [4][5][6][7]

Zudem scheint der pH-Wert der Gelenkschmiere ins Alkalische verschoben zu werden, d. h. die Übersäuerung (Azidose), die ebenfalls zur Schmerzentstehung beiträgt, wird gehemmt und die Schmerzempfindung somit reduziert. [8]

Außerdem scheinen nach aktuellem Kenntnisstand direkte Einflüsse auf das neurovegetative und neuroendokrine System eine Rolle zu spielen. Ein Einfluss auf die Krankheit selbst, ist nach Expertenmeinung nicht zu erwarten.

Mögliche Einsatzgebiete im Bereich Knochen und Knorpel

Osteoarthrose

Die Osteoarthrose ist eine chronisch degenerative Gelenkerkrankung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass es zu einer fortschreitenden Veränderung des Gelenkknorpels und der weiteren Gelenkstrukturen kommt (oft bekannt als „Verschleiß“). Die Folge sind Schmerzen und/oder Funktionseinschränkungen, sprich z. B. Steifigkeit insbesondere am Morgen. Kommt eine Entzündung hinzu, spricht man von einer aktivierten Arthrose.

Einer Osteoarthrose kann auf verschiedenen Wegen begegnet werden. Das kann die Gabe von Schmerzmitteln sein, Physiotherapie, die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln oder z. B. auch im Fall des Falles eine schonende Gewichtsreduktion. Ziel ist in jedem Fall, die verbundenen Schmerzen zu lindern und so die Lebensqualität der betroffenen Katze zu verbessern. Die Strahlentherapie kann die genannten Maßnahmen begleiten und im besten Fall langfristig zur Minderung der Beschwerden führen.

Liegen Krepitationen vor (also „Knirschen“ durch Aneinanderreiben von Gelenkpartnern), Gelenkdeformationen oder ausgeprägte sichtbare Veränderungen im Röntgenbild sind die Aussichten eher ungünstig.

Die Strahlentherapie kann auch bei Scottish Fold Katzen, die unter Osteochondrodysplasie leiden, zur Schmerzreduktion und Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt werden. [9]

Tumore

Dringt ein Tumor in einen Knochen oder ein anderes Gewebe ein oder drückt er schmerzsensible Strukturen zusammen, kann Tumorschmerz entstehen und die Lebensqualität des kätzischen Patienten deutlich einschränken. Insbesondere Knochenschädigungen sind sehr schmerzhaft. Diese können durch Knochentumore selbst (z. B. Osteosarkom) oder auch durch sekundäre Tumore (z. B. Metastasen von Mammakarzinomen) entstehen. Auch Lymphome oder periphere Nervenscheidentumore können mit deutlichen Schmerzen einhergehen.

Liegt ein solcher Tumorschmerz vor und weiß man wo der Schmerz lokalisiert ist, ist eine palliative Strahlentherapie möglich, um die Schmerzsymptome bei nur geringen Nebenwirkungen zu reduzieren. Ziel ist es dabei vor allem, die Lebensqualität des Tieres zu verbessern. Wie die Strahlentherapie die Schmerzen genau lindert, ist nicht vollständig bekannt, die Schmerzlinderung setzt auch nicht die komplette Rückbildung des Tumors voraus. Der schmerzlindernde Effekt tritt nach zwei bis vier Wochen ein und hält im Durchschnitt zwei bis sechs Monate an.

Wie läuft eine Strahlentherapie in diesem Fall ab?

Je nachdem, ob eine bösartige Tumorerkrankung vorliegt oder eine chronisch degenerative Gelenkerkrankung sind Ziel und Ablauf der Strahlentherapie unterschiedlich. In der Krebsbehandlung wird die Strahlentherapie häufig täglich oder mehrmals wöchentlich in hohen Dosen eingesetzt, um im Idealfall das Tumorgewebe zu zerstören.

Bei der Bestrahlung im Fall von chronisch degenerativen Gelenkerkrankungen werden deutlich niedrigere Dosen in weniger Sitzungen verwendet. Ziel ist es hier, die Schmerzen zu reduzieren und Funktionseinschränkungen zu mindern.

Die Strahlentherapie wird normalerweise ambulant durchgeführt. Das Tier muss dafür in eine Kurznarkose (z. B. mit Propofol) versetzt werden, da der Patient exakt positioniert und das Strahlenfeld richtig ausgerichtet werden muss. Zudem dürfen sich während der Behandlung keine Personen im Behandlungsraum befinden. Es handelt sich um eine ganz oberflächliche Narkose, da die Bestrahlung keine Schmerzen verursacht und die Tiere nur wenige Minuten ruhig liegen müssen. Die eigentliche Bestrahlungsdauer liegt bei unter einer Minute. Es können gleichzeitig mehrere Gelenke bestrahlt werden.

Voraussetzung für die Strahlentherapie ist die Narkosefähigkeit der Katze und es muss eine möglichst genaue Darstellung des Strahlenvolumens mittels Bildgebung (z. B. Computertomografie) möglich sein.

Wie erfolgsversprechend ist eine Strahlentherapie bei chronisch degenerativen Gelenkerkrankungen?

Derzeit gibt es noch keine Langzeitstudien für die Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen mittels Strahlentherapie. Die aktuellen Beobachtungen sind jedoch sehr vielversprechend. 70 bis 80 Prozent der Hunde sprachen auf die Strahlentherapie an und die schmerzlindernde Wirkung trat in der Regel vier bis sechs Wochen nach der Behandlung ein und führte in Folge zu einer verbesserten Belastung der Gliedmaßen und einer Verbesserung der Lebensqualität.[10] [11] [12] [13] Es ist auch möglich, dass je nach Fall Schmerzmittel reduziert werden können. In der Regel hielt die Schmerzlinderung sechs bis neun Monate an. Nach Abklingen der Wirkung kann die Bestrahlung grundsätzlich wiederholt werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie bei jeder Therapie so müssen auch bei der Strahlentherapie Nutzen und Risiko gegeneinander abgewogen werden. Da die Strahlendosis bei der Behandlung chronisch-degenerativer Gelenkerkrankungen deutlich niedriger als bei der Tumorbehandlung ist, sind therapiebedingte Nebenwirkungen sehr selten. Grundsätzlich ist es möglich, dass es durch die Transformation und Mutation der bestrahlten Zellen zu bösartigen Veränderungen und Erbkrankheiten kommt. Jedoch ist das Risiko beim Menschen schon gering und bei der Katze durch die geringere Lebenserwartung noch weitaus geringer. Bei der palliativen Strahlentherapie von Osteosarkomen liegt das Risiko für Nebenwirkungen durch die höhere Dosis etwas höher, hier kann es zu akuten Nebenwirkungen während oder kurz nach der Strahlentherapie kommen (z. B. Hautschäden), diese sind jedoch laut Fachliteratur meist gut behandelbar.

Fazit

Die Strahlentherapie kann bei chronisch degenerativen Gelenkerkrankungen eine ergänzende Möglichkeit zur Schmerzbehandlung darstellen. Jedoch fehlen derzeit noch Langzeitstudien und sie ist mit einem relativ hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Zudem wird die Behandlung nur in spezialisierten Einrichtungen mit entsprechender Ausstattung und Fachkompetenz angeboten. Teilweise sind Kooperationen zwischen fachlich ausgebildeten Tierarztpraxen und Strahlentherapieeinrichtungen für Menschen möglich.

Die Informationen in diesem Artikel basieren in weiten Teilen auf einem im „Praktischen Tierarzt“ erschienenen Übersichtsartikel [14], zusammengefasst und ergänzt um Erklärungen und Informationen aus anderen Quellen.

Referenzen


[1] Roedel F, Kley N, Beuscher HU, Hildebrandt G, Keilholz L, Kern P, Voll R, Herrmann M, Sauer R (2002): Anti-inflammatory effect of low-dose X-irradiation and the involvement of a TGF-a1-induced down-regulation of leukocyte/endothelial cell adhesion. Int J Radiat Biol 78:711-719
[2] Roedel F, Frey B, Manda K, Hildebrandt G, Hehlgans S, Keilholt L, Seegenschmiedt MH, Gaipl US, Roedel C (2012): Immunmodulatory properties and molecular effects in inflammatory diseases of low-dose x-irradiation. Front Oncol 2:120
[3] Trott KR, Kamprad F (1999): Radiobiological mechanisms of anti-inflammatory radiotherapy. Radiother Oncol 51:197-203
[4] Budras KD, Hartung K, Münzer BM (1986): Licht- und elektronenmikroskopische Untersuchungen über den Einfluss von Röntgenstrahlen auf das Stratum Synoviale des entzündeten Kniegelenks. Berl Münch Tierärztl Wochenschr 99: 148-152
[5] Fischer U, Kamprad F, Koch F, Ludewig E, Melzer R, Hildebrandt G (1998): The effects of low-dose Co-60 irradiation on the course of aseptic arthritis in a rabit knee joint, Strahlenther Onkol 174:633-639
[6] Hildebrandt G, Radlingmayr A, Rosenthal S, Rothe R, Jahns J, Hindemith M, Roedel F, Kamprad F (2003): Low-dose radiotherapy (LD-RT) and the modulation of INOS expression in adjuvant induced arthritis in rats. Int J Radiat Biol 79: 993-1001.
[7] Trott KR, Parker R, Seed MP (1995): Die Wirkung von Röntgenstrahlen auf die experimentelle Arthritis der Ratte. Strahlenther Onkol 171:534-538
[8] Pannewitz G v (1970): Radiotherapy of arthrosia deformans. Method and results. Radiologe 10: 51-54
[9] Fujiwara-Igarashi A, Igarashi H, Hasegawa D, Fujita M (2015): Efficacy and complications of palliative irradiation in three Scottish Fold Cats with osteochoendrodysplasia. J Vet Intern Med 29: 1643-1647
[10] McEntee MC, Page RL, Novotney CA, Thrall DE (1993): Palliative radiotherapy for canine appendicular osteosarcoma. Vet Radiol Ultrasound 34: 367-370
[11] Mueller F, Poirier V, Melzer K, Nitzl D, Roos M, Kaser-Hotz B (2005): Palliative radiotherapy with electrons of appendicular osteosarcoma in 54 dogs. In Vivo 19: 713-716
[12] Pagano C, Boudreaux B, Shiomitsu K (2016): Safety and toxicity of an accelerated coarsely fractionated radiation protocol for treatment of appendicular osteosarcoma in 14 dogs: 10 Gyx2 fractions. Vet Radiol Ultrasound 57:551-556
[13] Ramirez O III, Dodge RK, Page RL, Price GS, Hauck ML, LaDue TA, Nutter F, Thrall DE (1999): Palliative radiotherapy of appendicular osteosarcoma in 95 dogs. Vet Radiol Ultrasound 40:517-522
[14] Eberle N. (2017): Einsatz der Strahlentherapie zur Schmerzbehandlung bei Hund und Katze. Der Praktische Tierarzt 99, Heft 01/2018, 24-32

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Buchrezension: Mykotherapie für Tiere

Buchrezension

Mykotherapie für Tiere

Vitalpilze: Heilkraft, Wirkung und Anwendung

Vitalpilze, auch bekannt als Heil- oder Medizinalpilze, können bei vielen Erkrankungen unterstützend eingesetzt werden. Wie es bei alternativen Therapiemethoden jedoch immer so ist, stößt auch die Mykotherapie nicht nur auf Zustimmung, sondern auch oftmals auf Ablehnung. Das vorliegende Buch will die Tiermykotherapie auf wissenschaftlicher Grundlage näherbringen.

Vitalpilze

Allgemeines zum Buch

Autorin: Wanda May Pulfer
Verlag: Sonntag; Auflage: 1 (21. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
Broschiert: 208 Seiten
ISBN-10: 3830494416
ISBN-13: 978 – 3830494416

Das sagt der Klappentext

„Die faszinierende Welt der Vitalpilze

Reishi, Coriolus versicolor, Hericium erinaceus… Keine Fremdsprache, sondern Medizinalpilze, deren Heilkräfte Sie bei vielen Erkrankungen von Hund, Katze und Pferd wirkungsvoll einsetzen können.

In der asiatischen Volksheilkunde schon seit Jahrtausenden bekannt – heute wissenschaftlich belegt! Dieses erste, auf Grundlage zahlreicher Studien erarbeitete Fachbuch zum Thema Tiermykotherapie bietet Ihnen:

– die 14 bekanntesten Medizinalpilze, übersichtlich vorgestellt mit Steckbriefen zu Inhaltsstoffen und Wirkung
– mehr als 500 wissenschaftliche Studienverweise, die kompetent die medizinischen Wirkungen der Pilze belegen
– konkrete Anwendungsvorschläge für Hund, Katze und Pferd bei vielfältigen Indikationen
– nützliche Indikationstabellen sowie Tabellen zu Inhaltsstoffen und deren Wirkmechanismen, damit das Nachschlagen besonders einfach ist“

Das sagt die Haustiger-Redaktion

Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal von Vitalpilzen hörte, war ich zunächst skeptisch. Pilze kannte ich bis dahin in Form von Fliegenpilz bis Champignon und vom Hörensagen in Zusammenhang mit halluzinogener Wirkung. Bei näherer Betrachtung klang Mykotherapie aber dann doch recht interessant. Doch es fehlte die Zeit sich wirklich mit dem Thema zu beschäftigen und sich eine fundierte Meinung zu bilden. Umso erfreuter war ich, als ich gefragt wurde, ob ich nicht ein Buch über Tiermykotherapie rezensieren möchte.

„Mykotherapie für Tiere“ kommt in der für den Verlag gewohnt guten Qualität daher. Wir finden eine übersichtliche Gliederung, zudem ist jedes Kapitel in einer anderen Farbe gehalten, so dass man sich auch beim raschen Nachschlagen schnell zurechtfindet. Viele Tabellen zur schnellen Übersicht und qualitativ hochwertige Bilder runden den guten äußeren Eindruck ab.

Doch was wirklich zählt, sind ja die inneren Werte. ;-)  Im ersten Kapitel des Buches dreht sich alles um die Grundlagen der Tiermykotherapie. Man erfährt, dass die wissenschaftliche Mykotherapie noch eine eher junge Therapieform ist, das Wissen über die Heilwirkung der Pilze jedoch schon seit vielen tausend Jahren in China und Japan bekannt ist. Es gibt Informationen darüber, was Pilze überhaupt sind (weder Tier noch Pflanze), woher Vitalpilze heute stammen und wie sie im Nährstoffkreislauf der Erde wirken.

Sehr spannend und aufschlussreich ist die Erläuterung, welche ernährungsphysiologisch wichtigen Stoffe in Medizinalpilzen enthalten sind und warum diese heilend wirken und Einfluss auf die Immunabwehr haben können. Des Weiteren wird in diesem Kapitel beschrieben in welchen Formen (Pulver, Extrakt etc.) Vitalpilze bezogen werden können, wie es um Produktsicherheit und Qualität bestellt ist und von welchen Produkten man als Therapeut oder Tierhalter eher die Finger lassen sollte. Alles in allem schon einmal eine solide Grundlage.

Im nächsten Kapitel werden dann die einzelnen Pilze vorgestellt. Der interessierte Leser erfährt Wissenswertes zu Ökologie und Geschichte des einzelnen Medizinalpilzes, zu dessen Inhaltsstoffen und Wirkung und seinen möglichen Einsatzgebieten. Abgerundet wird die jeweils mehrseitige Beschreibung durch ein Bild des jeweiligen Pilzes, eine detaillierte Analyse der Inhaltsstoffe und den Namen des Pilzes in mehreren Sprachen, was die weitere Recherche auch in fremdsprachigen Quellen vereinfacht.

Danach geht es an die Dosierung und Verabreichung von Vitalpilzen an die Tierarten Katze, Hund, Pferd und schließlich an die Anwendungsmöglichkeiten. Jede Indikation beinhaltet eine Beschreibung der jeweiligen Erkrankung, die tierartlichen Besonderheiten und den jeweiligen mykotherapeutischen Behandlungsvorschlag. Unter den erläuterten Krankheiten befinden sich einige, die auch für den Katzentherapeuten/-besitzer interessant sind, wie z. B. Arthrose oder Katzenschnupfenkomplex.

Den Abschluss des Buches bildet ein umfangreicher Anhang mit zahlreichen Übersichtstabellen der Indikationen und Inhaltsstoffanalysen sowie ganzen 31 Seiten Literaturverzeichnis mit vielen Referenzen, zu den im Buch getätigten Aussagen.

So wird nicht nur die Information geliefert, dass „Produkt A gegen Krankheit B hilft“, sondern auch erklärt, warum dem so ist und wo man dies nachschlagen kann. So muss man nicht nur etwas glauben, was jemand schreibt, sondern kann dies auch nachprüfen und/oder bei Bedarf tiefgehender recherchieren. Etwas, das man sich in so manchem Weiterbildungskurs wünschen würde.

Fazit: Alles in allem ist „Mykotherapie für Tiere“ ein Buch, das auf wissenschaftlicher Grundlage einen fundierten Überblick über die einzelnen Vitalpilze und ihre Anwendungsmöglichkeiten bietet und Therapeuten und interessierten Tierhaltern ein nützlicher Begleiter sein kann. Den Tierarzt, ausgebildeten Tierheilpraktiker oder Mykotherapeuten kann und soll es nicht ersetzen.

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