Alle Artikel in: Therapien

CNE-Katzen: Gabe von Säurehemmern möglicherweise nicht gerechtfertigt

Die chronische Nierenerkrankung ist gerade bei älteren Katzen häufig und leider nicht heilbar. Man setzt daher in der Regel auf eine medikamentöse Unterstützung und eine Ernährungsanpassung, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität der betroffenen Katzen zu verbessern. Dabei kommen häufig auch Säurehemmer zum Einsatz. Eine neue Studie gibt jedoch Grund zur Annahme, dass die Gabe dieser Medikamente möglicherweise nicht gerechtfertigt ist und womöglich sogar Schaden anrichten kann. Bei einer fortgeschrittenen CNE kommt es als weitere Komplikation häufig zu Fressunlust bis hin zu Nahrungsverweigerung; es können Übelkeit, Erbrechen oder eine Kombination aus den genannten auftreten. Faktoren, die oftmals ein hohes Maß an Kreativität von Seiten des Besitzers erfordern, um die betroffene Katze dazu zu bringen, überhaupt etwas und dazu noch am besten ausreichend und nierenschonend zu fressen. Häufig werden die Symptome einer entstehenden Urämie (also dem durch die fehlende oder nicht ausreichende Nierenfunktion vermehrten Auftreten harnpflichtiger Substanzen) und einer Übersäuerung des Magens zugeschrieben. Diese Probleme sind bei Menschen mit einer Nierenerkrankung im Endstadium bekannt, bei denen es durch die zirkulierenden urämischen Toxine …

Schmerzlinderung: Strahlentherapie kann bei Arthrose eine Möglichkeit sein

Chronische Schmerzen werden bei der Katze häufig durch verschleißbedingte Gelenkerkrankungen ausgelöst. Diese sind nicht heilbar, die Therapie richtet sich bei der Katze danach, die verbundenen Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität des tierischen Patienten zu verbessern. Die Strahlentherapie, eine wichtige Therapiemöglichkeit in der Krebsbehandlung, kann – niedrig dosiert – auch zur Behandlung chronisch-entzündlicher degenerativer und proliferativer (also wuchernder) Gelenkerkrankungen eingesetzt werden. Wie wirkt eine Strahlentherapie bei Arthrose? Die Schmerzen bei einer chronisch degenerativen Gelenkerkrankung werden durch lokale Stoffwechselstörungen mit anhaltender Übersäuerung des Gewebes sowie einer Reizung der Gelenkinnenhaut, der Gelenkkapsel und der Gelenknerven verursacht. Eine Strahlentherapie kann diese Schmerzen lindern, jedoch ist noch nicht abschließend geklärt, wie es zu dieser Wirkung kommt. Man nimmt an, dass die Strahlentherapie über mehrere biochemische Reaktionsabläufe auf zellulärer Ebene wirkt und so die Entzündungsreaktionen im Gewebe reduziert. Diese entzündungshemmende Wirkung beruht wohl auf verschiedenen Komponenten. Wirkung auf die Immunzellen Bei einer Entzündung reagiert das Immunsystem auf eine Schädigung durch infektiöse, chemische oder physikalische Noxen, also Stoffe oder Umstände, die eine schädigende, krankheitserzeugende Wirkung auf einen Organismus oder ein Körperorgan …

PPIase-Hemmer: Neue Alternative in der FIP-Behandlung?

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) wird durch eine Mutation des felinen Coronavirus verursacht. Es handelt sich um eine fortschreitende Erkrankung, für die es derzeit keine Heilung gibt. Immunsuppressiva könnten helfen, die Replikation von Coronaviren zu hemmen. Forscher der Nippon Veterinary and Life Science University in Tokio, Japan, untersuchten in einer kürzlich veröffentlichten Studie von welcher Bedeutung Cyclophiline für die Replikation von Coronaviren sind und welche Rolle Cyclophilin-Hemmer wie Cyclosporin A bei der Bekämpfung von FIP spielen könnten. Cyclophiline sind Enyzme, genauer gesagt Peptodyl-Prolyl-cis-trans-Isomerasen (PPIasen), die für verschiedene physiologische Vorgänge von Bedeutung sind. Bindet sich Cyclosporin A an Cyclophilin wird das calciumabhängige Enzym Calcineurin gehemmt, das wiederum für die Aktivierung der T-Zellen von Bedeutung ist. Die T-Zellen bilden einen wichtigen Teil des Immunsystems und es kommt zu einer Immunsuppression wenn diese durch das CsA nicht aktiviert werden. In der Humanmedizin setzt man Cyclosporin vor allem in der Transplantationsmedizin ein, um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden. Cyclophiline, die an der Entstehung entzündlicher Krankheiten oder auch Krebs beteiligt sind, scheinen auch für die Vervielfältigung von Coronaviren von Bedeutung zu sein. So …

MYK-461: Neue Hoffnung für HCM-Katzen

Ein neues Medikament gibt Hoffnung, Katzen mit HCM bald gezielter helfen zu können. Der Stoff mit der Bezeichnung MYK-461 zeigte sich in einer Studie an fünf Katern im Alter zwischen 9 Monaten und 3,7 Jahren mit einer natürlichen Form der vererbten HCM als wirksam. Ein Paper, das die Arbeit des Forschungsteams beschreibt, wurde am 14. Dezember im Journal PLOS ONE veröffentlicht. Die hypertrophe Kardiomyopathie, kurz HCM, ist die häufigste bei Katzen vorkommende Herzkrankheit und tritt bei einer von sieben Katzen auf. Im Verlauf der Erkrankung verdickt sich der Herzmuskel, wobei die Verdickung den gesamten Herzmuskel, aber auch nur Teile des Herzens umfassen kann. Liegt eine solche Verdickung unterhalb der Hauptschlagadermündung vor, spricht man von einer Obstruktion. By Jakov [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons Bei der HCM wächst die Muskulatur quasi in den Innenraum der Herzkammer, wodurch sich der freie Raum in dieser verkleinert. In Folge kann sich das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut füllen und es kommt zu einem Rückstau in der linken Herzkammer und anschließend auch im Lungenkreislauf. Mögliche Folgen …

Buchrezension: Mykotherapie für Tiere

Vitalpilze: Heilkraft, Wirkung und Anwendung Vitalpilze, auch bekannt als Heil- oder Medizinalpilze, können bei vielen Erkrankungen unterstützend eingesetzt werden. Wie es bei alternativen Therapiemethoden jedoch immer so ist, stößt auch die Mykotherapie nicht nur auf Zustimmung, sondern auch oftmals auf Ablehnung. Das vorliegende Buch will die Tiermykotherapie auf wissenschaftlicher Grundlage näherbringen. Allgemeines zum Buch Autorin: Wanda May Pulfer Verlag: Sonntag; Auflage: 1 (21. Oktober 2015) Sprache: Deutsch Broschiert: 208 Seiten ISBN-10: 3830494416 ISBN-13: 978 – 3830494416 Das sagt der Klappentext „Die faszinierende Welt der Vitalpilze Reishi, Coriolus versicolor, Hericium erinaceus… Keine Fremdsprache, sondern Medizinalpilze, deren Heilkräfte Sie bei vielen Erkrankungen von Hund, Katze und Pferd wirkungsvoll einsetzen können. In der asiatischen Volksheilkunde schon seit Jahrtausenden bekannt – heute wissenschaftlich belegt! Dieses erste, auf Grundlage zahlreicher Studien erarbeitete Fachbuch zum Thema Tiermykotherapie bietet Ihnen: – die 14 bekanntesten Medizinalpilze, übersichtlich vorgestellt mit Steckbriefen zu Inhaltsstoffen und Wirkung – mehr als 500 wissenschaftliche Studienverweise, die kompetent die medizinischen Wirkungen der Pilze belegen – konkrete Anwendungsvorschläge für Hund, Katze und Pferd bei vielfältigen Indikationen – nützliche Indikationstabellen sowie …

Stammzellentherapie: Chance für Katzen mit chronischer Gingivostomatitis?

Die chronische Gingivostomatitis ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung und oft nur schwer zu behandeln. Der traditionelle Therapieansatz mit vollständiger Entfernung der Zähne und Medikamentengabe (z. B. Cortison, Antibiotika) bringt nicht immer eine vollständige Heilung mit sich. Eine neuartige Stammzellentherapie könnte Katzen mit FCGS nun helfen, wie eine Studie zeigt, deren Ergebnisse vor kurzem im Journal „Stem Cells Translational Medicine“ veröffentlicht wurden.