Alle Artikel mit dem Schlagwort: Verhalten

„Was frisst du denn da schon wieder?“ Das Pica-Syndrom der Katze

Pica pica ist der wissenschaftliche Name der Elster und beschreibt ein Verhalten, im Rahmen dessen eigentlich ungenießbare Dinge willentlich verzehrt werden. Ein Beispiel dafür sind Katzen, die gezielt Plastik fressen. Unter den Begriff Pica fällt darüber hinaus je nach zu Rate gezogener Literatur auch das Kauen auf ungeeigneten Gegenständen, wie z. B. Kabeln oder das Nuckeln an Stoff oder auch an Körperteilen. Abgrenzen muss man das versehentliche Verschlucken von Fremdkörpern beim Spielen, wie es bei der Katze unter anderem durch die besondere Beschaffenheit ihrer Zunge leider häufiger vorkommt. Verschiedene Thesen zur Entstehung des Pica-Syndroms. Das Pica-Syndrom ist bei der Katze bereits seit über 40 Jahren bekannt, jedoch weiß man bis heute nicht genau, warum Katzen gezielt Artikel wie Plastik, Haargummis, Wolle, Schuhbändel oder ähnliches verzehren. Es wurden aber im Laufe der Zeit so einige Untersuchungen und auf Basis der Ergebnisse Vermutungen angestellt. Beides wollen wir uns zunächst ein wenig näher ansehen. Unterschiede zwischen verschiedenen Rassen: Bradshaw et al.1 beschrieben 1997, dass orientalische Katzen proportional häufiger von Pica betroffen waren, als andere Katzenrassen, wobei Wolle bevorzugt …

5 Gründe, warum Katzen an Tapeten kratzen und was ihr dagegen tun könnt

Stellt euch vor, ihr kommt nach Hause und die Tapete hängt in langen Fäden von der Wand, der Teppich ist übersät mit Tapetenschnipseln und mittendrin sitzt eine mit sich und der Welt zufriedene Katze. Ein Alptraum? Wohl wahr, aber dennoch in manchen Katzenhaushalten Realität. Meist sieht das Bild nicht ganz so schlimm aus, sondern es werden nach und nach bestimmte Stellen bearbeitet, bis die Tapete schließlich nachgibt. Aber warum kratzen Katzen an Tapeten und wie gewöhnt man ihnen diese Unart wieder ab? Ist es überhaupt eine Unart und nicht vielleicht doch einfach nur natürliches Verhalten, das der Katzenhalter akzeptieren muss? Und sind immer nur die fehlenden oder nicht geeigneten Kratzmöglichkeiten Schuld an dem Problem? Oder Tapeten verzierende Katzen gar neurotisch und/oder unausgelastet? Das sehen wir uns in diesem Artikel einmal genauer an. 1) Fehlende oder falsche Kratzmöglichkeiten Genüssliches Krallenschärfen gehört ins natürliche Verhaltensrepertoire der Katze und dient nicht nur der Krallenpflege, sondern gehört auch zum Markierverhalten. Es entstehen neben Sicht- auch Duftmarkierungen durch die an den Pfoten befindlichen Schweiß- und Talgdrüsen. Es erscheint logisch, dass …

Buchrezension: Typisch Kater – Star auf Samtpfoten (Marlitt Wendt)

Ein Buch, nur über Kater? Das interessierte uns natürlich. Auch wenn das hier ein reiner Katzenweiberhaushalt ist. Der Klappentext verspricht ein emotionales, als auch fachlich fundiertes Buch von Verhaltensbiologin Marlitt Wendt, ihres Zeichens Katerexpertin. Versprochen werden neben kompakten Informationen auch konkrete Hilfestellungen bei möglichen Problemen im Zusammenleben zwischen Mensch und Kater.

Verhalten sich Katzen bei Vollmond anders?

Immer wieder einmal liest und hört man davon, dass Katzen bei Vollmond anders wären als sonst. Unruhiger, lebhafter, mitunter auch aggressiver. Es heißt, das Wesen von Mensch und Tier könne sich bei Vollmond verändern, Katzen sollen häufiger jaulen, manche Menschen schlafwandeln und auch viele Ärzte geben an, dass sie mehr Notfälle oder seltsame Fälle in Nächten mit Vollmond vorgestellt bekommen. Einer Studie des Colorado State University Veterinary Medical Center zufolge werden an Tagen um Vollmondnächten 23 % mehr Katzen als Notfälle vorgestellt und eine Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, ergab, dass zweimal so viele Menschen mit Tierbissen während Vollmondnächten in die Notaufnahme kamen. In freier Wildbahn findet man eine Verbindung zwischen Jagdverhalten und Vollmondnächten. So gibt es Hinweise darauf, dass potenzielle Beutetiere in Vollmondnächten eher an einem sicheren Ort bleiben, weil sie sich durch die vermehrte Helligkeit durch den Mond einer größeren Gefahr durch Beutegreifer ausgesetzt sehen. Auch die Beutegreifer sind in Vollmondnächten weniger aktiv. Wie ist es bei euch? Merkt ihr bei Vollmond bei euren Katzen einen Unterschied? Verhalten sie sich …

Duftmarkierungen: Gruppengeruch im Mehrkatzenhaushalt

Gerüche spielen im Leben der Katze eine große Rolle. Entsprechend sind Duftmarkierungen für die Konversation der Samtpfoten untereinander von großer Bedeutung. Sie sind kätzische Visitenkarten, die dem Gegenüber wertvolle Hinweise über den Urheber liefern und zum Beispiel dessen hormonellen Status mitteilen können. Sie dienen zur Erhebung von Besitzansprüchen, aber auch zur Schaffung eines gemeinsamen Gruppen- oder Sippengeruchs innerhalb einer Katzengruppe.

Neue Studie zu Interaktionen zwischen Katze und Mensch und Katzen untereinander

Eine neue Studie eines internationalen Teams von Tierverhaltensexperten der Universität Lincoln, UK, der Universität Sao Paulo, Brasilien, und der Veterinärmedizinischen Universität, Österreich, beschäftigte sich mit dem Stresspegel von Katzen, die allein, in Paaren oder in Gruppen von drei oder vier Katzen in einem einzigen Haushalt leben. Dabei wurde die Konzentration an Stresshormonen während vier unterschiedlichen Anlässen bewertet. Ziel der Studie war es, herauszufinden, wie Katzen damit zurechtkommen, mit Menschen und anderen Katzen in einem Haushalt zu leben.