Katzen stressfrei füttern

Stressfrei füttern

Ein gut durchdachtes Futtermanagement ist die Grundlage für ein stressfreies, harmonisches Zusammenleben mit deiner Katze. Es geht dabei nicht nur darum, was oder wie viel gefüttert wird, sondern vor allem wie das Futter angeboten wird.

Mit der richtigen Organisation rund um Napf, Fressplatz, Fütterungszeiten und kleine Futterrituale kannst du nicht nur Stress vermeiden, sondern auch das natürliche Verhalten deiner Katze fördern und ihr Wohlbefinden nachhaltig steigern.

Viele kleine Details, die wir Menschen oft kaum wahrnehmen, machen für Katzen einen großen Unterschied. Schon die Wahl des Napfes, der Platz zum Fressen oder der Zeitpunkt der Mahlzeiten können entscheidend dafür sein, ob eine Katze sich beim Fressen sicher und wohl fühlt – oder ob sie unter Stress steht, ohne dass wir es gleich merken.

In diesem Artikel erkläre ich dir, worauf es beim stressfreien Füttern ankommt und wie du das im Alltag Schritt für Schritt ganz einfach umsetzen kannst.

Katze richtig füttern

Was ist Futtermanagement und warum kann man durch gutes Katzen stressfreier füttern?

Futtermanagement, was ist das eigentlich und warum braucht man das? Man könnte den Katzen ja auch einfach nur den Napf hinstellen, oder? Bitte nicht. Katzen stressfrei und artgerecht zu füttern, trägt nämlich wesentlich zum Wohlbefinden deiner Stubentiger bei. Ich erkläre es dir…

Stell dir einmal vor, du hast einen Teller voll leckerem Essen. Es duftet lecker und du hast so richtig Kohldampf. Und dann… stellt dir das jemand direkt neben das Klo.

Außerdem wurde der Teller das letzte Mal vor drei Jahren gespült und um dich herum sitzen auch noch der Hund und dein oller Katerkumpel, die versuchen, auch noch etwas von deinem Essen abzubekommen… Eklig und nervig, nicht wahr?

Aber schließlich hast du Hunger, also stopfst du das viele Futter in Windeseile in dich hinein und hast danach auch noch Bauchschmerzen oder dir wird schlecht und du erbrichst alles wieder. Auch nicht schön, oder?

So geht es vielen Haustigern. Häufig nicht ganz so extrem, wie im Text dargestellt, aber oft ist das Fütterungsmanagement zumindest in Teilen noch nicht optimal. Und das meist nicht einmal aus Absicht, sondern einfach, weil es noch an Wissen oder passenden Anregungen fehlt. Dabei steckt gerade im Futtermanagement – ähnlich wie bei der Toilettensituation – großes Potenzial, das Wohlbefinden der eigenen Katzen durch wenige kleine Anpassungen immens zu verbessern.

Passt das Futtermanagement nicht, kann es z. B. passieren, dass deine Katze mäkelt oder dass der Haustiger sein Futter schlingt und dann erbricht. Beides nicht so schön. Auch wenn man Katzen päppeln muss, weil sie schlecht fressen und/oder abgenommen haben, ist es wichtig, eine stressfreie Fütterung sicher zu stellen.

Im Folgenden findest du einige praktische Tipps zum Futtermanagement, die dir dabei helfen können, deine Katzen stressfrei und artgerecht zu füttern.

Die 6 wichtigsten Bausteine in der stressfreien Katzenfütterung

agsdi-food

Napf

Katzen mögen es, wenn ihre empfindlichen Schnurrhaare beim Fressen nicht anstoßen. Ein flacher, breiter Napf sorgt dafür, dass das Fressen angenehm bleibt und beugt sogenanntem Whisker-Stress vor.

Fressplatz

Der Futterplatz sollte ruhig, geschützt und abseits von Durchgängen oder der Katzentoilette liegen. So kann deine Katze ungestört fressen und fühlt sich beim Fressen sicher und wohl.

Mahlzeiten

Katzen sind von Natur aus „Häppchenfresser“. Mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt kommen ihrem natürlichen Jagd- und Fressverhalten näher und sorgen für mehr Zufriedenheit.

Activity Feeding

Futterspiele und Intelligenzspielzeuge machen die Fütterung spannender und abwechslungsreicher. Gleichzeitig fördern sie geistige Auslastung und verhindern Langeweile im Alltag.

Hygiene

Sauberkeit rund um den Futterplatz ist wichtig. Reinige Näpfe regelmäßig und entferne Futterreste rechtzeitig, damit keine Keime entstehen und das Fressen immer appetitlich bleibt.

Struktur

Wenn mehrere Katzen zusammenleben, braucht jede ihren eigenen Futterplatz. So vermeidest du Stress, Futterneid und Konkurrenz und sorgst dafür, dass jede Katze in Ruhe fressen kann.

Stressfrei Katzen füttern im Detail

Katzen wählen den richtigen Futternapf

Der passende Napf: so soll er sein

Futtermanagement beginnt mit dem richtigen Napf. Der perfekte Katzennapf ist so gestaltet, dass deine Katze bequem daraus fressen kann – ohne mit den empfindlichen Schnurrhaaren am Rand anzustoßen (Stichwort: „Whisker Stress“). Besonders gut geeignet sind daher flache Näpfe oder Teller, die ausreichend Platz bieten.

Beim Material sollte auf hygienische, leicht zu reinigende und geschmacksneutrale Varianten gesetzt werden: Keramik, Edelstahl oder Glas sind hier die beste Wahl. Wichtig ist dabei, dass das Material unbedingt lebensmittelecht ist – so lässt sich sicherstellen, dass beispielsweise in der Glasur keine gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten sind (glasierte Blumenuntersetzer sind z. B. ggf. ungeeignet). Plastiknäpfe gelten hingegen als problematisch, da sie mit der Zeit porös werden und Bakterien eine ideale Angriffsfläche bieten. Außerdem stehen Näpfe aus Kunststoff im Verdacht, die Entstehung von Katzenakne zu begünstigen. Der Napf sollte stabil und rutschfest stehen, damit die Katze in Ruhe stressfrei fressen kann.

Für Katzen mit besonderen Bedürfnissen – zum Beispiel bei Gelenkproblemen, Ataxie oder Übelkeit – sind erhöhte Futternäpfe eine sinnvolle Option. Auch kurznasige Rassen wie Perserkatzen kommen ggf. mit speziellen Napfformen besser zurecht.

Der ideale Futternapf für Katzen ist flach, breit und standfest. Er besteht aus Keramik, Edelstahl oder Glas und ist an die individuellen Bedürfnisse der Katze angepasst.

Der richtige Standort: bitte ruhig und ungestört

Ebenso wichtig wie der Napf selbst ist im Hinblick auf das Futtermanagement sein Standort: Katzen bevorzugen einen ruhigen, sauberen Platz, an dem sie ungestört fressen können. Der Futternapf sollte bei der stressfreien Katzenfütterung daher nicht in der Nähe der Katzentoilette oder stark frequentierter Durchgangsbereiche stehen – Lärm, Hektik und unangenehme Gerüche stören das Fressverhalten erheblich. Auch in der Nähe der Wasserquelle ist der Napf nicht ideal platziert, da viele Katzen es instinktiv vermeiden, direkt neben ihrer Trinkstelle zu fressen. Ein fester, rutschfreier Untergrund sorgt zusätzlich dafür, dass der Napf nicht verrutscht und die Katze stressfrei fressen kann. Achte außerdem darauf, dass der Bereich leicht sauber zu halten ist, um Hygiene und Wohlbefinden sicherzustellen.

Der ideale Standort für den Futternapf ist ruhig, sauber und gut erreichbar – fernab von Toilette, Trinkstelle und Durchgangsverkehr.

 

Richtiger Standort für den Napf der Katze
Viele kleine Mahlzeiten für die Katze

Viele kleine Mahlzeiten bitte

Katzen fressen in freier Wildbahn etwa acht- bis sechzehnmal täglich kleinere Beutetiere, was ihrer natürlichen Ernährungsweise entspricht. 1 Delgado M, Dantas LMS. Feeding Cats for Optimal Mental and Behavioral Well-Being. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2020 Sep;50(5):939-953. doi: 10.1016/j.cvsm.2020.05.003. Epub 2020 Jul 8. PMID: 32653265; PMCID: PMC7415653. Auch bei Hauskatzen ist es aus verhaltensbiologischer und ernährungsphysiologischer Sicht empfehlenswert, dieses Muster bei der Katzenfütterung nachzuahmen. Häufige, kleinere Portionen entlasten den Magen-Darm-Trakt und fördern artgerechtes Verhalten, insbesondere wenn die Futteraufnahme mit Beschäftigung – etwa durch Futterbälle, Intelligenzspielzeug oder versteckte Futterstellen – kombiniert wird. Für berufstätige Halter, die das Futtermanagement etwas praktikabler gestalten möchten, bieten sich zudem programmierbare Futterautomaten an, um eine gleichmäßige Futterverteilung sicherzustellen, ohne die Gesamtenergiemenge zu überschreiten. Diese sind im Handel auch mit Kühlfunktion erhältlich.

Mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag fördern die Gesundheit und unterstützen ein artgerechtes, ausgeglichenes Fressverhalten. Ein wichtiger Schritt im Hinblick auf das Futtermanagement, damit du alle deine Katzen stressfrei und artgerecht füttern kannst. 

Activity Feeding: „Lass mich jagen!“

 Katzen sind Jäger und verbringen in freier Wildbahn viele Stunden damit, ihrer Beute aufzulauern und sie im Idealfall auch zu fangen und zu erlegen. Ein natürliches Verhalten, das insbesondere unsere Wohnungskatzen nicht ausleben können, wenn ihnen immer nur der gefüllte Futternapf kredenzt wird, ohne dass sie etwas dafür tun müssen.

Hier setzt Activity Feeding an. Durch die Integration von Futterpuzzles, Fummelbrettern und ähnlichen Spielzeugen erhalten die Katzen geistige Stimulation und müssen körperlich aktiv werden. Denn die Katzen müssen sich der Herausforderung stellen und selbst Strategien entwickeln, um an ihr Futter zu kommen. Die Folge: Im Idealfall mehr Zufriedenheit, körperliche Aktivität und weniger Langeweile.2Dantas LM, Delgado MM, Johnson I, Buffington CT. Food puzzles for cats: Feeding for physical and emotional wellbeing. J Feline Med Surg. 2016 Sep;18(9):723-32. doi: 10.1177/1098612X16643753. Epub 2016 Apr 21. PMID: 27102691; PMCID: PMC11148901. Bei Freigängern, die Vögel, Feldhasen oder Mäuse mit nach Hause bringen, können Activity Feeding und viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt auch helfen, den Jagdtrieb der Samtpfoten ein wenig einzudämmen.3International Cat Care (2024) Understanding the hunting behaviour of cats. Verfügbar unter: https://icatcare.org/articles/understanding-the-hunting-behaviour-of-cats (Aufgerufen am: 12 April 2026)

Es gibt verschiedene Arten von Futterpuzzles, von einfachen DIY-Optionen wie einem Eierkarton mit Trockenfutter bis hin zu komplexeren Produkten aus dem (Online-)Fachhandel. Wichtig ist, mit einfachen Varianten zu beginnen und den Schwierigkeitsgrad schrittweise zu erhöhen, um die Katze nicht zu überfordern. Es lohnt sich, hier auch ein wenig im Hundebedarf zu stöbern, dort findet sich oft mehr Auswahl. 

Daneben muss der Teil der Ration der in Beschäftigungsspielzeugen gereicht wird, unbedingt in die Gesamtfuttermenge mit eingerechnet werden, um eine Überfütterung und in Folge die Entwicklung von Übergewicht zu vermeiden.

Die meisten Beschäftigungsspielzeuge funktionieren nur mit trockenen Futtermitteln. Hier ist es eine gute Idee, auf hochwertiges Trockenfutter anstelle von Leckerlis zurückzugreifen, um eine ausreichende Versorgung mit allen für die Katze wesentlichen Nährstoffen sicherzustellen. Nassfutter (oder nach professioneller Rationsberechnung ggf. auch B.A.R.F.) sollte nichtsdestotrotz den größeren Teil der Tagesration ausmachen.  Möglichkeiten, um Activity Feeding auch mit Nassfutter anzubieten, sind Schleckmatten (Licky Mats). Diese können z. B. auch zerschnitten werden und die gefüllten Mattenteile im Haus verteilt werden, damit die Katze danach suchen kann. Einige weitere Anregungen in englischer Sprache sind hier zu finden: Puzzle feeders for your cat | icatcare.org

Activity Feeding ist eine hervorragende Möglichkeit, um Katzen geistig und körperlich zu beschäftigen. 

Activity Feeding für Katzen
Futtermanagement

Hygiene: Sauberes Tellerchen bitte.

Ein sauberer Fressplatz ist für Katzen nicht nur eine Frage des Wohlbefindens, sondern auch wichtig für ihre Gesundheit und eine stressfreie Fütterung. Futterreste, Speichel und Feuchtigkeit begünstigen die Vermehrung von Bakterien und Schimmel – gerade bei warmem Wetter. Zudem reagieren Katzen sehr empfindlich auf Gerüche und Verunreinigungen, die für uns oft unbemerkt bleiben.

Futternäpfe gehören deshalb täglich gereinigt – idealerweise mit heißem Wasser und ggf. einem milden, unparfümierten Spülmittel. Modelle aus Edelstahl, Keramik oder Glas sind besonders hygienisch und lassen sich in der Regel auch problemlos in der Spülmaschine reinigen, was das Futtermanagement vereinfacht. Wichtig dabei: Falls Trockenfutter im Napf gereicht wird – was weniger empfehlenswert ist, da Futterarbeit (Activity Feeding) eine artgerechtere Alternative darstellt – sollte der Napf nicht einfach nachgefüllt, sondern vollständig entleert und frisch befüllt werden. So lassen sich ranzige Rückstände und Feuchtigkeit vermeiden.

Auch der Wassernapf oder Katzenbrunnen sollte nicht vernachlässigt werden. Tägliches Spülen und frisches Wasser sind Pflicht, um eine hygienische Wasserquelle sicherzustellen.

Wer Futterautomaten nutzt, reinigt diese am besten regelmäßig – besonders in Futterkammern, Spendermechanismen oder Deckeln sammeln sich schnell Futterreste und Staub. Das gilt ebenso für Futterspielzeuge wie Puzzle-Feeder oder Fummelbretter: Auch sie werden im Idealfall nach Benutzung gründlich gereinigt, unabhängig davon, ob Nass- oder Trockenfutter verwendet wurde.

Nicht zuletzt lohnt sich beim Futtermanagement ein Blick auf die Umgebung: Eine glatte, gut abwischbare Unterlage erleichtert die Reinigung und sorgt dafür, dass der gesamte Fressplatz hygienisch bleibt.

Ein sauber gehaltener Futterbereich trägt maßgeblich dazu bei, dass die Katzen gesund bleiben und sich beim Fressen wohlfühlen.

Mehrkatzenhaushalt: Jedem sein Plätzchen

In einem Haushalt mit mehreren Katzen wird das Thema Fütterung schnell komplexer – vor allem, wenn einzelne Tiere unterschiedliche Bedürfnisse haben oder sich nicht gut verstehen. Schließlich soll jede Katze stressfrei fressen können. 

Grundsätzlich gilt: Jede Katze braucht ihren eigenen Fressplatz und ihren eigenen Napf. Immer. Katzen sind zwar je nach Individuum mehr oder weniger sozial, aber nichtsdestotrotz Einzeljäger, die ihre Beute allein verzehren.

Die Näpfe sollten daher auch nicht nebeneinander aufgereiht stehen, sondern räumlich klar getrennt platziert werden – am besten so, dass Sichtkontakt vermieden wird. 4
1. Sadek T, Hamper B, Horwitz D, Rodan I, Rowe E, Sundahl E. Feline feeding programs: Addressing behavioural needs to improve feline health and wellbeing. Journal of Feline Medicine and Surgery. 2018;20(11):1049-1055. doi:10.1177/1098612X18791877
Ein Sichtschutz (z. B. durch Möbel, Trennwände oder strategische Platzierung) sorgt für mehr Ruhe beim Fressen. Bei besonders sensiblen Tieren oder ungleichen Fressgewohnheiten – etwa wenn eine Katze langsam frisst und die andere schnell – kann ein separates Zimmer mit Katzenklappe oder eine DIY-Lösung (z. B. eine große Kunststoffbox aus dem schwedischen Möbelhaus oder eine andere selbstgebaute Lösung mit chipgesteuerter Katzenklappe) im Hinblick auf das Futtermanagement eine gute Lösung sein.

Gerade, wenn einzelne Katzen Spezialfutter erhalten und/oder zu- oder abnehmen sollen, bieten sich chipgesteuerte Futterautomaten an, die sich nur für die jeweilige Katze öffnen. Diese verhindern im Idealfall, dass andere Katzen das nicht für sie bestimmte Futter fressen. Im weniger idealen Fall sind die anderen Katzen im Haushalt recht rabiat und drücken sich trotzdem mit in den Napf. Dann braucht es eine andere Lösung.

Wichtig ist in jedem Fall, regelmäßig zu beobachten, ob jede Katze in Ruhe stressfrei fressen kann, da Stress bei der Futteraufnahme auch zu diversen gesundheitlichen Problemen wie etwa Erbrechen durch zu hastiges Fressen führen kann. Andere mögliche Probleme sind Über- oder Untergewicht durch übermäßiges oder zu weniges Fressen. 5Amat M, Camps T, Manteca X. Stress in owned cats: behavioural changes and welfare implications. J Feline Med Surg. 2016 Aug;18(8):577-86. doi: 10.1177/1098612X15590867. Epub 2015 Jun 22. PMID: 26101238; PMCID: PMC10816390.

Im Mehrkatzenhaushalt benötigt jede Katze ihren eigenen Futternapf und Fressplatz, im Idealfall getrennt von den anderen Katzen. 

Füttern im Mehrkatzenhaushalt
Merke-Katze

Häufige Fragen und Antworten

  • Welcher Futternapf ist für Katzen geeignet?
    Flache, breite und standfeste Näpfe aus Keramik, Edelstahl oder Glas sind ideal. Kunststoff ist weniger geeignet, da er porös wird und mit Katzenakne in Verbindung gebracht werden kann.
  • Wo sollte der Futternapf stehen?
    Am besten an einem ruhigen, sauberen und leicht erreichbaren Ort – nicht neben der Katzentoilette, nicht in Durchgangsbereichen und möglichst getrennt von der Trinkstelle.
  • Wie oft sollte man Katzen füttern?
    Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind artgerecht. Bei Bedarf können Futterautomaten helfen, die Gesamtmenge in kleinere Portionen aufzuteilen.
  • Was ist Activity Feeding und warum ist es sinnvoll?
    Activity Feeding bedeutet Futterarbeit über Puzzles, Fummelbretter oder Suchspiele. Es fördert Beschäftigung, reduziert Langeweile und unterstützt artgerechtes Verhalten.
  • Wie hält man den Fressplatz hygienisch?
    Näpfe täglich reinigen, Futterreste entfernen und frisches Futter nachfüllen. Auch Wasserstellen und Automaten regelmäßig säubern; eine leicht abwischbare Unterlage erleichtert die Pflege.
  • Was ist bei mehreren Katzen zu beachten?
    Jede Katze braucht einen eigenen Napf und möglichst getrennte Fressplätze. Sichtschutz, separate Räume oder chipgesteuerte Automaten verhindern Stress und Futterklau.
  • Sind erhöhte Futternäpfe sinnvoll?
    Für Katzen mit Gelenkproblemen, Ataxie oder Übelkeit sowie für kurznasige Rassen können erhöhte oder spezielle Näpfe hilfreich sein.

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Wie ihr die richtige Futtermenge für eure Katze(n) bestimmen könnt

Ernährung

Wie ihr die richtige Futtermenge für eure Katze(n) bestimmen könnt

Eines der Themen, das mir in Gruppen, Foren oder auch im direkten Umgang mit Katzenpersonal immer wieder begegnet, ist die Frage nach der richtigen Futtermenge. Und das besonders häufig in Zusammenhang mit der Umstellung auf BARF oder bei Kitten. Die schlechte Nachricht ist, es gibt hier keine allgemeingültige, pauschale Menge a la xxx Gramm Futter für Katze mit dem Gewicht x, da unsere Stubentiger wie auch wir Menschen jede für sich Individuen sind. Die gute Nachricht ist, es gibt Möglichkeiten, um die individuell richtige Futtermenge für eure Katze(n) zu bestimmen und die sehen wir uns heute einmal an.

Den Energiebedarf der eigenen Katze(n) bestimmen

Jedes Lebewesen hat einen bestimmten Energiebedarf, der gedeckt sein muss, damit der Organismus einwandfrei funktionieren kann. Die Maßeinheit der Energie war früher die Kalorie, heute ist es das Joule. Die Kalorien sind den meisten aber im allgemeinen Sprachgebrauch nach wie vor vertrauter. Nimmt man mehr Energie auf, als man verbraucht, geht das Körpergewicht nach oben, verbraucht man mehr, als man aufnimmt, geht das Körpergewicht nach unten (zweiter Hauptsatz der Thermodynamik). Einfaches Prinzip und jetzt auch erstmal nicht von der Wahl und Hochwertigkeit des Futtermittels abhängig. Man kann Katzen durchaus auch mit BARF fett füttern.

Diesen Energiebedarf hat man früher stur nach Körpergewicht und Aktivität ausgerechnet. Nachdem dabei jedoch der Energiebedarf speziell großer Katzen aber in hohem Maße überschätzt wurde, arbeitet man mittlerweile mit dem so genannten metabolischen Körpergewicht und verschiedenen Formeln für schlanke und übergewichtige Katzen.

Detailliert habe ich das in diesem Artikel schon einmal beschrieben:

In allen Lebenslagen gut gefüttert…

Das metabolische Gewicht kann man „von Hand“ ausrechnen oder ihr könnt es euch einfacher machen und einen Futterrechner benutzen. Ich mag den Rechner von Futtermedicus ganz gerne, über den ihr euch auch gleich ausrechnen könnt, wie viele Kalorien euer Futter enthält und wie viel eure Katze davon rein rechnerisch futtern müsste, um ihren Energiebedarf zu decken. Einige Online-Shops (Zooplus zum Beispiel) geben auch schon die Kalorien auf 100 g an, mit denen ihr dann direkt rechnen könnt.

Das kann dann so aussehen:

Beispiel: Katze Molly ist mit 4 Kilogramm normalgewichtig und hat einen täglichen Energiebedarf von 254 kcal. 100 Gramm ihres Lieblingsfutters entsprechen 101,04 kcal.

Wir rechnen: 254 kcal x 100 g / 101,04 kcal = 251,39 g.

Molly muss demnach rein rechnerisch rund 250 g Ihres Lieblingsfutters am Tag futtern, um auf ihren Energiebedarf zu kommen.

Da jedes Futter ein wenig unterschiedlich in der Zusammensetzung ist (z. B. was den Fettgehalt oder den Gehalt an Kohlenhydraten (Getreide) angeht), gibt es demnach nicht EINE fixe Futtermenge für ein bestimmtes Gewicht, sondern ihr müsst immer beides im Blick haben. Umso hochwertiger das Futtermittel, umso mehr kann die Katze davon verwerten, umso geringer ist die Futtermenge und das, was am Ende hinten wieder rauskommt.

Also darf eine 4-kg-Katze immer nur 250 Gramm von diesem Futter fressen?

Nein. Es handelt sich hierbei um einen Wert, der nach einer Formel errechnet wurde, die eine führende Institution (in dem Fall das NRC) veröffentlicht hat. Aber um es mit Goethe zu sagen: „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens gold`ner Baum“, soll heißen wir haben es hier mit einem Richtwert zu tun, der Energiebedarf wird aber in der Praxis durch eine Vielzahl von Komponenten beeinflusst. Da spielt zum Beispiel mit rein, ob die Katze eher Couch-Potato oder wilder Abenteurer ist, da spielt mit rein, ob sie kastriert ist oder unkastriert, da spielt der individuelle Stoffwechsel mit rein, oftmals auch die Jahreszeit (Katzen fressen wenn es auf den Winter zugeht z. B. oft mehr[1]) und und und…

Man kann den Wert aber wunderbar als ersten Anhaltspunkt nutzen, wenn man versteht, dass er ebenso wie die Fütterungsempfehlungen auf der Dose nicht in Stein gemeißelt ist, sondern für das Individuum in mitunter großem Maße schwanken kann. Da sind dann einfach zusätzlich zur Theorie nicht mehr und nicht weniger als der gesunde Menschenverstand und eine gute Beobachtungsgabe gefragt (ggf. auch eine gute Waage), um die Futtermenge herauszufinden, von der euer Haustiger satt wird und weder auffällig zu noch abnimmt. Das ist alles. So lange da alles passt, gibt es keinen Grund, sich verrückt zu machen. Anders sieht es aus, wenn eine Katze gezielt zu- oder abnehmen soll, aber damit werden wir uns in einem gesonderten Artikel beschäftigen. Ob euer Stubentiger normalgewichtig oder über-/untergewichtig ist, könnt ihr mithilfe des Body Condition Scores herausfinden.

Von Fertigfutter zu B.A.R.F. – die Futterumstellung und die neue Futtermenge

Oftmals beschäftigen sich Katzenhalter zum ersten Mal mit dem Thema Futtermenge, wenn sie damit beginnen, ihre Samtpfoten von Fertigfutter auf Rohes umzustellen. Hier gibt es verschiedene pauschale Richtwerte, die man in fast jedem Buch oder anderen Publikation findet. So liest man z. B. oft Angaben wie die Futtermenge (oder alternativ der Fleischanteil in der Ration) solle „30 bis 50 g je kg Katze“ oder „3 bis 4 % des Körpergewichts der Katze“ betragen, mit der Folge, dass die schlanke Katze mit 3 Kilogramm, die bisher eine 200 g Dose hochwertiges Nassfutter am Tag serviert bekam, plötzlich mit 90 g BARF am Tag auskommen muss und Kohldampf schiebt.

Besser ist es, zunächst die gleiche Futtermenge wie zuvor zu reichen und sich dann langsam vorzutasten, welche Futtermenge die richtige ist. So kann sich auch die Katze langsam an die veränderte Menge gewöhnen. Zudem ist es (gerade wenn die Katze vor lauter Begeisterung am liebsten den ganzen Tag futtern würde) manchmal hilfreich, die Futterration auf mehr Mahlzeiten aufzuteilen als zuvor, um möglichem Frust gar keinen Raum zu geben.

Daneben haben wir es auch bei diesen Angaben mit Richtwerten zu tun, die niemals als pauschal und allgemeingültig zu betrachten sind, da neben den oben genannten Gründen die Zusammensetzung der BARF-Ration eine wesentliche Rolle spielt.

Um den Körper mit Energie zu versorgen, haben wir die so genannten Makronährstoffe. Das sind die Proteine, die Fette und die Kohlenhydrate. 1 Gramm Protein oder Kohlenhydrat kommt auf 4,1 kcal, 1 Gramm Fett mit 9,3 kcal in etwa auf das Doppelte. Das heißt im Umkehrschluss, umso mehr Fett wir in unserer Ration haben, umso geringer wird die Futtermenge insgesamt, da die Fette doppelt so viele Kalorien in die Ration bringen als die Proteine (die Kohlenhydrate können wir hier ignorieren). Andersherum muss die Katze aber mitunter mehr futtern, als den errechneten Wert, wenn die Ration recht mager gehalten ist.

Noch ein Beispiel:

Unsere Molly aus Beispiel 1 soll künftig gebarft werden. Ihre Dosis haben ihr beim Metzger mageres Rinderhack mit einem Fettgehalt von 3 % gekauft, das auf 113 kcal (100 g) kommt. Als normalgewichtige Katze mit 4 kg würde sie nach genannten Richtwerten zwischen 120 g und 200 g am Tag erhalten. Rechnerisch (254 kcal x 100 / 113 kcal) sind wir bei 225 g.

Das heißt, dass Molly – würde sie stur nach pauschalen Angaben gefüttert – womöglich deutlich zu wenig Futter erhalten würde. Hier müssten wir dann in der Praxis Fett zugeben, um den Energiegehalt in der Ration zu erhöhen, damit es mit den Richtwerten wieder passt.

In Kürze: Man kann mit solchen Richtwerten wunderbar arbeiten, vorausgesetzt man sieht sie als das, was sie sind. Empfehlungen und keine in Stein gemeißelten Regeln, die stur einzuhalten sind.

Und wie ist das bei Kitten mit der Futtermenge?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob diese Empfehlungen auch für Kitten gelten. Dem ist nicht so. Kitten dürfen prinzipiell so viel futtern, wie sie mögen und vertragen, damit sie große und gesunde Katzen werden. Das können Mengen von mehreren 100 g am Tag sein, die am besten auf mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag verteilt werden (großer Hunger, kleiner Magen).

[1] Serisier S, Feugier A, Delmotte S, Biourge V, German AJ (2014) Seasonal Variation in the Voluntary Food Intake of Domesticated Cats (Felis Catus). PLoS ONE 9(4): e96071. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0096071

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Drama Futterumstellung: 10 Tipps, wie sie bei deiner Katze leichter gelingt

Ernährung

Drama Futterumstellung: 10 Tipps, wie sie bei deiner Katze leichter gelingt

Nachdem wir uns letzte Woche damit beschäftigt haben, wie du auch als Anfänger gutes Katzenfutter von schlechtem unterscheiden kannst, wollen wir uns heute mit dem nächsten Schritt beschäftigen. Denn nicht immer ist es leicht, die Katze von den neuen Plänen zu überzeugen. Ich kenne das gut. Ich musste damals bei der Futterumstellung meiner Katze Hexe auch kämpfen. Damit du es ein wenig leichter hast, habe ich dir hier 10 Tipps aufgeschrieben. Sie werden dir helfen, der Futterumstellung der Katze den Schrecken zu nehmen.

Es ist dabei völlig unerheblich, ob es sich um einen Futterwechsel der Katze von Trocken- zu Nassfutter, von schlechtem zu gutem Katzenfutter oder von Fertigfutter zu B.A.R.F. handelt.

Tipp 1: Lass dir nicht einreden, Katzen wären eben einfach so.

Wenn sich eine Katze standhaft weigert, hochwertiges Katzenfutter zu sich zu nehmen und man sucht oder fragt um Rat, lassen Aussagen wie

  • „Katzen sind halt Neophoben und fressen nichts, was sie nicht kennen.“
  • „Lass sie, Katzen sind eben so, die weiß schon, was gut für sie ist.“

nicht lange auf sich warten. Beides ist schlicht falsch. Weder sind Katzen von Natur aus Neophoben, die grundsätzlich alles Neue erst einmal ablehnen (wenn auch manche vom Menschen zu welchen gemacht werden) noch wissen Katzen von sich aus, was gut für sie ist.

Wenn sie das wüssten, würde es wohl kaum so viele Katzen geben, die sich auf für Katzen absolut ungeeignete Nahrungsmittel einschießen oder sich Vergiftungen zuziehen.

Tipp 2: Führe feste Fütterungszeiten ein, wenn noch nicht geschehen.

Eine Katze an neues Futter zu gewöhnen, ist leichter, wenn die Katze auch Hunger hat. Dazu solltest du am besten feste Fütterungszeiten einführen, falls noch nicht geschehen. Ideal sind fünf Mahlzeiten am Tag. Drei sollten es auch bei erwachsenen Katzen auf jeden Fall sein. Wenn du bisher zusätzlich zu den Hauptmahlzeiten noch eine Schüssel (Trocken-)Futter zur freien Verfügung stehen hattest, räumst du die für den Futterwechsel deiner Katze bitte weg und stellst sie am besten auch danach nicht mehr auf. Denn es ist sehr schwierig einer Katze zu vermitteln, doch bitte das gute Katzenfutter zu verzehren, wenn nur ein paar Meter weiter eine Alternative bereitsteht.

Tipp 3: Geh die Futterumstellung nicht an, wenn du gerade anderes im Kopf hast.

Um eine Katze an neues Futter zu gewöhnen, braucht es Zeit, Geduld und gute Nerven. Es erleichtert die Futterumstellung daher ungemein, wenn du auch einen Kopf dafür hast. Geh den Futterwechsel am besten an, wenn sonst nichts ansteht, das deine ganze Aufmerksamkeit erfordert. Es ist dabei ganz gleich, ob es sich um einen Umzug, eine Prüfung, eine Krankheit, die Hochsaison auf der Arbeit, Beziehungsstress oder eine andere belastende Situation handelt. Beginnst du deine Katze an ein neues Futter zu gewöhnen, obwohl du eigentlich etwas anderes im Kopf hast, ist die Gefahr groß, dass du nicht die Nerven und die Geduld aufbringst, um die Futterumstellung deiner Katze auch wirklich durchzuziehen.

Tipp 4: Seid euch einig und gebt beim Futterwechsel nicht nach. Keiner von euch.

Wenn nicht nur du, sondern auch andere Menschen im Haushalt leben, ist es sehr wichtig, dass ihr euch vorab über die Futterumstellung der Katze einig seid. Du wirst es nie schaffen, deine Katze an gutes Katzenfutter zu gewöhnen, wenn der eine „Nein“ sagt und der nächste der Katze ihr Lieblingsdöschen öffnet oder ihr Leckerli zusteckt.

Tipp 5: Sei konsequent und überzeugt davon, dass du das Richtige tust. Halbherziges Vorgehen wird bestraft.

Konsequenz ist bei einer Futterumstellung das A und O. Der Versuch ist von Vornherein zum Scheitern verurteilt, wenn die Samtpfote nach einmal Näschen rümpfen schon wieder ihr Lieblingsfutter serviert bekommt. Ein konsequenter Futterwechsel ist einfacher umzusetzen, wenn du überzeugt davon bist, das Richtige zu tun. Jedoch herrscht gerade bei der Umstellung auf B. A. R. F. oft Unsicherheit.

Vielleicht hast du Angst deiner Katze mit der Futterumstellung zu schaden, sie mit bestimmten Nährstoffen über- oder unterzuversorgen oder bist dir nicht so sicher, ob du die Berechnung von B.A.R.F.-Rezepten je verstehen wirst?

Diese Unsicherheit merkt auch deine Katze. Um gerade beim Katzen barfen mehr Sicherheit zu bekommen, könntest du zum Beispiel einen Anfängerkurs buchen.

Tipp 6: Mach kein großes Tamtam um die Futterumstellung deiner Katze

Geh den Futterwechsel locker an und mach kein großes Aufheben darum. Katzen haben sehr feine Antennen und merken sofort, wenn irgendetwas nicht stimmt. Es ist der Futterumstellung erfahrungsgemäß ganz zuträglich, wenn der Haustiger gar nicht erst auf die Idee kommt, dass da irgendetwas nicht seine Richtigkeit haben könnte. Biete neues Futter am besten so an, wie das bisherige auch. Wenn du das Futter bisher einfach unkommentiert hingestellt hast, belass es dabei. Wenn du das Futter bisher immer groß angekündigt hast, dann geht auch beim neuen Futter so vor usw.

Tipp 7: Erwarte nicht zu schnell zu viel. Lieber ein Schritt nach vorn und zwei zurück als ganz aufzugeben.

Um eine Katze an neues Futter zu gewöhnen, braucht man oft Zeit. Manchmal vergehen sogar Monate bis Jahre, bis sich ein ehemaliger Trockenfutterjunkie für gutes Nassfutter oder B.A.R.F. begeistern lässt.

Auch wenn Katzen von Natur aus keine Neophoben sind und es auch keine Prägung auf bestimmte Futtermittel gibt (auch wenn diverse halbseidene Quellen anderes behaupten), so tun sich manche Samtpfoten doch schwer damit, als überzeugte Gewohnheitstiere unbekannten Futtermitteln eine Chance zu geben. In unserem Artikel zum Thema Mäkeln findest du hierzu weitere Infos.

Bei solchen Katzen ist es unerlässlich, dass du nicht zu schnell zu viel erwartest und deine Katze wirklich in Minischritten an das neue Katzenfutter gewöhnst. Wir haben bei der Futterumstellung von Katzen mit der 8-Wochen-Strategie sehr gute Erfahrungen gemacht.

Futterumstellung Katze 8 Wochen Strategie

Je nach Situation und Katze musst du aber wirklich mit winzigen Mengen (Messerspitze aufwärts) beginnen und kannst dich dann ganz langsam steigern. Rückschritte sind möglich, aber es lässt sich so gut wie jede Katze an neues Futter gewöhnen. Du musst nur dranbleiben.

„Es ist noch keine Katze vor dem vollen Futternapf verhungert, die frisst schon wenn sie Hunger hat“

NEIN. Lass dir von selbsternannten Experten nicht weismachen, dass du deine Katze ruhig hungern lassen kannst. Denn der besondere Stoffwechsel der Katze ist auf eine stetige Zufuhr von tierischer Nahrung angewiesen.

Einmal eine Mahlzeit auszulassen, ist kein Problem, aber mehr sollte es im Interesse der Katze und auch in deinem Interesse nicht sein. Keinesfalls darfst du deine Samtpfote länger als 24 Stunden fasten lassen! Eine Futterumstellung unter Zwang kann deiner Katze im schlimmsten Fall das Leben kosten (u. a. Gefahr der Entwicklung einer Hepatischen Lipidose).

Der Zeitraum von 24 Stunden gilt für gesunde, erwachsene Katzen. Bei Spezialfällen, wie z. B. Diabeteskatzen, trächtigen, säugenden Katzen und Kitten gelten eigene Regeln! Besprich diese Fälle im Zweifelsfall mit dem Tierarzt deines Vertrauens.

„Meine Katze bekommt von der Futterumstellung Durchfall oder leidet an Erbrechen“

Gerade bei der Umstellung auf Rohes, aber auch bei der Umstellung zwischen verschiedenen Fertigfutterarten/-marken/-sorten kann es vorkommen, dass deine Katze mit Verdauungsproblemen (Durchfall, Erbrechen, Verstopfung) reagiert. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Katze z. B. generell kein B.A.R.F. oder gutes Katzenfutter verträgt, sondern kann einfach nur zeigen, dass sich das Innenleben der Katze erst einmal auf die neue Nahrung einstellen muss. Hier können beispielsweise Verdauungsenzyme helfen.

Verdauungsbeschwerden können auch zu einer Aversion gegenüber bestimmten Futtermitteln führen. Deine Katze merkt sich, dass ihr dieses Futter Unbehagen bereitet hat und meidet es künftig. Dabei muss es auch nicht unbedingt das Futter selbst sein. Wird ein Futter zum Beispiel in unangenehmer Umgebung (z. B. beim Aufenthalt in der Tierklinik) eingeführt, kann auch dies zur Ablehnung dieses bestimmten Geruchs/Geschmacks führen.

Verweigert deine Katze speziell Rohes vehement („kaut nicht gerne“), lohnt es sich auch, einmal die Zähne vom Haustierarzt oder Tierzahnarzt kontrollieren zu lassen, um FORL und andere Probleme in der Maulhöhle auszuschließen.

Wichtig: Nur weil Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung zufällig mit der Futterumstellung der Katze zusammentreffen, ist sie nicht immer dafür verantwortlich. Im Zweifelsfall und in jedem Fall bei starken und/oder anhaltenden Beschwerden bitte den Tierarzt aufsuchen!

Tipp 8: Sei flexibel und bereit, deine Strategie bei Bedarf zu ändern.

Deine Katze ist ein Individuum und so kann es gut sein, dass eine Strategie, die du dir überlegt hast oder die bei anderen funktioniert hat, bei euch keinen Erfolg zeigt. Da heißt es flexibel zu sein und die eigenen Pläne auch einmal an die Wünsche der Katze anzupassen.

Es kann zum Beispiel sein, dass du deine Katze barfen möchtest, die Futterumstellung deiner Katze von Supermarkttrockenfutter auf B.A.R.F. aber erst einmal nicht funktioniert. Das ist nicht ungewöhnlich, denn das ist ein großer Schritt!

Hier hilft es oft, wenn du deiner Katze stattdessen als Kompromiss verschiedene Zwischenschritte anbietest und der Futterumstellung so ihren Schrecken nimmst.

Ein Beispiel für einen Futterwechsel der Katze in sechs Schritten:

  • Von Supermarkt-Trockenfutter zu hochwertigem Trockenfutter
  • Von hochwertigem Trockenfutter zu schlechterem Nassfutter
  • Von schlechterem Nassfutter zu Mittelklassefutter
  • Von Mittelklassefutter zu hochwertigem Nassfutter
  • Von hochwertigem Katzenfutter zu gekochten/gebratenem Fleisch
  • Von gekochtem/gebratenem Fleisch zu B.A.R.F.

Wichtig ist es, dass du flexibel bleibst und auf die Bedürfnisse deiner Katze eingehst. Eine Futterumstellung ist nicht nur für dich eine große Veränderung, sondern auch für deine Katze. Und besser, sie geht langsam vonstatten, als überhaupt nicht.

Beobachte deine Katze, finde heraus, womit sich sich gerne beschäft und was sie besonders gerne mag (Leckerli z. B.).

Mach dir Gedanken, was für ein Typ deine Katze ist und wie sie generell mit Neuem umgeht (Einrichtung, Spielzeug ,…).

Geht sie auf Neues offen zu oder ist sie erst einmal misstrauisch?

Das alles gibt dir Hinweise darauf, mit welcher Strategie du die Futterumstellung am besten angehen kannst. Die Persönlichkeit deiner Katze bestimmt den Ansatz und das Umstellungstempo, nicht deine.

Tipp 9: Weihe ggf. deine Nachbarn und Freunde, Bekannten und Verwandten in deine Pläne ein.

Gerade bei Freigängern, aber auch wenn man viel Besuch bekommt, ist es wichtig, dass du deine Nachbarn, Freunde, Verwandte und Bekannte, mit denen die Katze zusammentrifft, von deinem Vorhaben freundlich in Kenntnis setzt. Es bringt nichts, wenn du mit der Futterumstellung deiner Katze kämpfst, sie sich aber anderswo problemlos bedienen kann.

Tipp 10: Such dir Hilfe, bevor du aufgibst.

Manchmal scheint es wie verhext zu sein. Man hat das Gefühl schon alles versucht zu haben und sieht trotzdem keine Erfolge. Das kann sehr zermürbend sein.

Gib nicht auf! Such dir Hilfe, wenn du gar nicht mehr weiter weißt. Das kann dein Tierarzt sein, eine Katzenpsychologin oder eine erfahrene Katzenhalterin in deinem Bekanntenkreis sein. Oder du suchst dir einen „Umstellungsbuddy“ oder Erfolgspartner (z. B. in einem Forum oder einer Facebook-Gruppe), der mit denselben Problemen zu kämpfen hat.

Geteiltes Leid ist halbes Leid und zusammen ist es oft leichter, nicht aufzugeben und auf neue Ideen zu kommen.

Zusammenfassung

Futterwechsel Katze Infografik

 

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Experten empfehlen: Katzen am besten getrennt füttern

Ernährung

Experten empfehlen: Katzen am besten getrennt füttern

Über Katzenfutter ist schon sehr viel geschrieben worden, Sinnvolles und weniger Sinnvolles. Und gerade in den sozialen Medien sind Debatten darüber, was nun gutes und was weniger gutes Katzenfutter ist, an der Tagesordnung. Worüber viel weniger geschrieben wird, was aber nicht weniger wichtig ist, ist die Art, wie man füttert, um die natürlichen Bedürfnisse der Katze zu befriedigen und so ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden zu verbessern.

Ein Thema, dem sich die Experten der American Association of Feline Practitioners (AAFP) vor kurzem angenommen haben. Deren empfohlenes Fütterungsprogramm haben wir uns einmal für euch angesehen.

Das natürliche Nahrungsverhalten der Katze an sich

Katzen sind obligate Karnivoren (also Tiere, die zwingend Tierisches zu sich nehmen müssen) mit ausgeprägtem Jagdinstinkt. Sie jagen allein und erlegen in der Regel über den Tag verteilt mehrere (ca. 10 bis 12) kleine Beutetiere, die sie ebenfalls allein verzehren. Dadurch, dass die Katze mehrmals innerhalb von 24 Stunden jagen muss, muss sie relativ viel Energie aufwenden, um ihren Nährstoffbedarf zu decken und verbringt in der freien Natur etwa die Hälfte des Tages mit der Nahrungsbeschaffung.

Das übliche Nahrungsverhalten der Wohnungskatze

Das Leben der meisten Haustiger läuft dagegen ganz anders ab. In ihrem Leben spielt die Nahrungssuche und -beschaffung in der Regel kaum eine Rolle. Meist werden alle in einem Haushalt befindlichen Katzen zwei- bis dreimal am Tag mit relativ großen Portionen gefüttert und/oder es steht zur freien Verfügung Trockenfutter bereit, an dem sich jeder Stubentiger frei bedienen kann. Mit dem natürlichen Nahrungsverhalten der Katze hat dies nur noch sehr wenig zu tun.

Eine Tatsache, die verschiedene Probleme zur Folge haben kann. Im Detail sind hier vor allem Übergewicht und stressbedingte Probleme zu nennen.

Mögliche Probleme in Verbindung mit Übergewicht

  • Erhält die Katze nur morgens und abends eine größere Menge Futter, bleibt ein großer Teil des Tages ungenutzt. Es ist damit zu rechnen, dass die Tiere wenig(er) aktiv sind und unter mangelnder Beschäftigung leiden. Gerade bei Tieren, die (Trocken-)Futter zur freien Verfügung haben, kann diese mangelnde Beschäftigung auch dazu führen, dass sie sich selbst mit Fressen beschäftigen.
  • Konventionelles Katzenfutter ist in der Regel so konzipiert, dass es von den Tieren sehr schnell aufgenommen werden kann, ganz gleich ob es sich um Nass- oder Trockenfutter handelt. Auch das erhöht das Risiko von Überfressen und Übergewicht.

Mögliche Probleme in Verbindung mit Stress

  • Fühlt sich die Katze nicht wohl, weil ihre natürlichen Bedürfnisse nicht befriedigt werden, kann dies zu stressbedingten Problemen wie z. B. wiederkehrenden Blasenentzündungen oder Problemverhalten wie Unsauberkeit oder zerstörerischem Verhalten führen.
  • Das Leben im unharmonischen Mehrkatzenhaushalt oder unter generell für die Katze stressigen Bedingungen (wie z. B. mit einem Kleinkind im Haus) kann bei einem einzelnen Futterplatz und/oder seltenen Fütterungen dazu führen, dass die Katze, um stressige Situationen zu vermeiden, zu wenig Futter aufnimmt oder aber auch schlingt und sich anschließend erbricht.

AAFP-Empfehlungen, um die Fütterungssituation zu optimieren

Um die vorgenannten Probleme zu vermeiden und das natürliche Nahrungsverhalten der Katze in der Wohnungshaltung soweit möglich nachzuahmen, empfiehlt die AAFP verschiedene Maßnahmen.

Kürzere Fütterungsintervalle

Die übliche Vorgehensweise Katzen nur morgens und abends zu füttern, entspricht nicht deren natürlichem Nahrungsverhalten. Ziel sollte daher sein, so viele kleine Mahlzeiten wie möglich innerhalb von 24 Stunden zu reichen. Das lässt sich zum Beispiel mit Futterautomaten erreichen.

Einsatz von Beschäftigungsspielzeug

Außerdem wird empfohlen, so häufig wie möglich Beschäftigungsspielzeuge, wie z. B. Fummelbretter, einzusetzen und diese an verschiedenen Orten in der Wohnung zu verteilen. Die Orte dürfen gerne wechseln und die Beschäftungsspielzeuge können je nach Konstitution der Katze auch an schwerer zugänglichen Stellen, wie etwa auf dem Schrank, platziert werden. So werden zum einen die Katzen zu mehr Aktivität angeregt und zum anderen auch die geistige Auslastung verbessert. (Anm. d. Red.: Beschäftigungsspielzeuge müssen entgegen häufiger Annahme nicht mit Trockenfutter gefüllt werden. Bei vielen Modellen ist auch die Verwendung von Nassfutter oder rohem Fleisch möglich). Auch Futterspiele, die den Jagdtrieb der Katze wecken, sind eine gute Idee.

Separate Futterstellen im Mehrkatzenhaushalt

In der Natur verzehren Katzen ihre Beute allein und zudem dann, wenn sie sich sicher fühlen. Im Mehrkatzenhaushalt kann es daher sein, dass eine Katze – die gezwungen wird, neben ihren Artgenossen zu fressen – unter Stress steht, ängstliches Verhalten zeigt oder sogar gesundheitliche Probleme entwickelt. Beispiele für ängstliches Verhalten wären z. B. Ohrenspiel, Umherschauen oder das Annähern an die Futterstelle in geduckter Haltung. Nicht immer müssen Anzeichen für Stress jedoch so offensichtlich zu sehen sein.

Die AAFP empfiehlt daher grundsätzlich, Katzen getrennt voneinander zu füttern und ohne dass die Tiere Blickkontakt zueinander haben. Jede Katze soll ihren eigenen Futternapf an einem für sie sicheren Ort haben. Das kann zum Beispiel auch die Küchenanrichte sein oder der Lieblingsplatz. Keinesfalls sollte sich die Futterstelle jedoch in der Nähe der Wasserstelle oder einer Katzentoilette befinden.

Keinesfalls soll eine Katze zudem in der Nähe einer Katze fressen müssen, die sie im Normalfall meidet. Hier lohnt es sich, das soziale Gefüge innerhalb der Katzengruppe zu beobachten und zu sehen, welche Tiere Zeit miteinander verbringen (z. B. im Bettchen kuscheln oder miteinander spielen) und welche Katzen einander eher meiden.

Referenz: Sadek, T., Hamper, B., Horwitz, D., Rodan, I., Rowe, E., & Sundahl, E. (2018). Feline Feeding Programs: Addressing behavioral needs to improve feline health and wellbeing. Journal of Feline Medicine and Surgery20(11), 1049–1055. https://doi.org/10.1177/1098612X18791877

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Experten empfehlen: Katzen mindestens 5x täglich füttern

Ernährung

Experten empfehlen: Katzen mindestens 5x täglich füttern

Jedes Jahr zum Jahreswechsel werden sie wieder hervorgekramt, die guten Vorsätze. Gewicht verlieren und mehr Sport stehen hier weit oben auf der Beliebtheitsskala. Wissenschaftler im Vereinigten Königreich ermutigen Katzenliebhaber nun, auch den Fütterungsplan ihrer Stubentiger zu optimieren. Der „Five-a-Day Felix Plan“ soll helfen.

Katzen

© kropekk / www.pixabay.com

Viele Katzen werden zweimal täglich gefüttert, oft zeitgleich mit den eigenen Mahlzeiten. Eine Gewohnheit, die dem natürlichen Ernährungsmuster der Katze nicht entspricht. Die Katzenverhaltensexpertinnen Dr. Sarah Ellis und Dr. Lizzie Rowe empfehlen daher als Teil ihrer Arbeit für die Wissenschafts- und Technikmesse „The Big Bang Fair“, die vom 15. – 18.03.2017 in Birmingham stattfinden wird, den Fütterungsplan der eigenen Katzen einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Anstelle von zwei großen Portionen, soll die Futterration auf fünf oder mehr kleine Mahlzeiten aufgeteilt werden.

Dem natürlichen Nahrungsverhalten der Katzen nachempfunden

Der auf wissenschaftlichen Quellen basierende „Five-a-Day Felix Plan“ ist dem natürlichen Ernährungsmuster der Katze in freier Wildbahn nachempfunden. Unter natürlichen Bedingungen verbringt die Katze die meiste Zeit des Tages mit der Nahrungssuche und dem Verzehr vieler kleiner Beutetiere. Gibt man der Katze nur zweimal am Tag Gelegenheit zur Futteraufnahme, läuft man – so Dr. Ellis und Dr. Rowe – Gefahr, dass sich die Tiere überfressen und ihre natürlichen Instinkte ignorieren, mit dem Fressen aufzuhören, wenn sie satt sind.

Daher empfehlen die Katzenverhaltensexpertinnen Katzen weniger und häufiger zu füttern und die einzelnen Futterrationen auch über 24 Stunden zu verteilen. Für die nächtliche Fütterung empfehlen sich zeitgesteuerte Futterautomaten. Zusätzlich soll dem instinktiven Bedürfnis der kleinen Raubtiere Rechnung getragen werden, sich die eigene Beute zu erarbeiten, wofür sich selbst gebastelte oder gekaufte Beschäftigungsspielzeuge, wie Fummelbretter, aber auch viele ganz einfache Maßnahmen eignen. So können auch einfach einmal die Futternäpfe versteckt oder an einem anderen Ort aufgestellt werden.

Weniger Stress, stabiles Gewicht, schnelle Ergebnisse

Katzen, die nach dem „Five-a-Day Felix Plan“ gefüttert werden haben – so die Expertinnen – weniger Stress, sind weniger ängstlich und aggressiv und zeigen seltener aufmerksamkeitsheischendes Verhalten. Zudem kann die Umstellung Katzen helfen, Gewicht zu verlieren oder ihr Idealgewicht zu halten. Erste Ergebnisse sind bereits nach drei Wochen zu erwarten, wie Dr. Ellis und Dr. Rowe berichten.

Die Haustiger-Redaktion empfiehlt zusätzlich die Fütterung von Rohem (B.A.R.F.) oder hochwertigem Nassfutter.

Referenz: The Five-a-Day Felix Plan – 5 Stages To Keeping Your Cat Healthy

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In allen Lebenslagen gut gefüttert…

Ernährung

In allen Lebenslagen gut gefüttert...

Stellen wir uns einmal vor, Kater Findus, drei Jahre alt, kastriert, EKH, kurzes rotes Fell, ein bisschen pummelig ist gerade auf seinem Morgenspaziergang und hätte nun Lust auf ein kleines Frühstück. Er lauert vor einem Mauseloch und schafft es Tatsache, dass er das flinke Tier zwischen die Krallen bekommt. Doch zu früh gefreut, plötzlich piept die Maus: „He du, ich bin eine Seniorenmaus für Katzen ab 8 Jahren, lass mich sofort los!“. Also lässt der liebe Findus seine Beute natürlich laufen und ärgert sich wieder einmal darüber, dass diese Seniorenmäuse nicht einfach ein entsprechendes Schild an ihr Mausloch machen. (mehr …)

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